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Die Geschichte der Türkei

Dieses Thema im Forum "Fun- & Rätselecke" wurde erstellt von Routinier, 14 Oktober 2006.

  1. Routinier
    Routinier (39)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Die Geschichte der Türkei beginnt an einem grauen Herbstmorgen im Jahre 10.487v.Chr., als der neolithische Fürst Pücklür beschließt sein Nomadendasein aufzugeben und seßhaft zu werden. Mit einem Spatenstrich gründete er die älteste Stadtanlage der Welt, nennt sie Catal Hüyük und plant alles bis ins Detail (Hauptstrasse, Freibad, Parkhaus), aber ein Sklavenstreik sowie die noch nicht erfundene Betonmischmaschine verzögern die Bauarbeiten um mehrere Jahrtausende.
    Erst in der Bronzezeit bringen die Hethiter wieder Leben in die türkische "Bude" und erfinden die ersten Sportwettbewerbe,die aber bald an Beliebtheit verlieren, weil es nur dritte Plätze gibt. Bei Ausschreitungen enttäuschter Athletikfans wird irgendwann um diese zeit dann auch das berühmte Troja zerstört, der hethitische Sportbund bedauert den Vorfall und wird lebendig begraben.

    Das nächste Volk, welches die Geschichte Anatoliens bestimmt, ist das der Phryger. Noch heute gibt es im Türkischen die Sprichwörter "Phryg übt sich, was ein Meister werden will" und "Phryg gefreit, nie gereut". Bekanntester Phryger ist sicherlich König Midas. Der Sage nach wurde alles, was er anfaßte, zu Gold: Schallplatten, Stimmgabeln, Lenkräder. Irgendwann wann war alles aus Gold, der Goldkurs fiel ins Bodenlose, Ergebnis: Staatsbankrott. So konnte es auch damals schon laufen!

    Dann kamen die Kimmerier und kimmerten sich auch um allerhand, bis sie von den Lydiern abgelöst wurden. Deren Chef war keineswegs, wie bis vor kurzem angenommen, Lydier Nolte, sondern der wohlhabende Krösus, der kurzerhand das Münzgeld erfand und soviel davon herstellen ließ, wie eben ging; und da die Inflation noch nicht erfunden war, war Riesenreichtum nur noch Formsache.
    Welches Schulkind kennt nicht bis heute den Vers "333, krasser Fight in der Türkei"-gemeint: die Schlacht bei Issos, in welcher Alexander der Große, die Perser verdient schlug und sich anschliessend selbst zum Bundeskanzler ernannte, was damals unerhört war, denn schwule Politiker waren in der antiken Welt keineswegs Usus. Nach Alexanders Tod prügelten sich dann allerhand obskure Völkerschaften um das Land zwischen Istanbul und Ostgrenze, bis endlich die Römer den Kindergarten vor die Tür setzten und das Gebiet der heutigen Türkei in ihr beliebtes Reicheingliederten.
    Bei der Teilung des Römischen Reiches im vierten nachchristlichen Jahrhundert fiel die Türkei an den Ostblock. Die nächsten siebenhundert Jahre waren geprägt ständigen Versorgungsengpässen, uncooler Kleidung und nerviger Propaganda: "Meine Ziegenweide, mein Kampfplatz für den Frieden!" Im elften Jahrhundert trat dann mit den Seldschuken das erste Turkvolk im engeren Sinne auf den Plan und erfand die Mandeln gefüllten Oliven, bis die Osmanen, die gegen Oliven allergisch waren und überhaupt Fleischkost bevorzugten, unter Fürst Engin I. die Trennkost einführten und zu Begin des 14:Jahrhunderts im Spiegelsaal von Bzyanz das Osmanische Reich proklamierten.
    In den nächsten Jahrhunderten blühte die Landschaft regelrecht auf, denn alle wichtigen Handelsrouten führten durch das Land, die Herrscher waren tolerant, und jeder durfte heiraten, wen oder was er wollte.Staatsreligion war der Islam, der auch die Jurisdiktion bestimmte: Schwarzfahren wurde mit dem Abzwacken von vierzig Silberlingen bestraft, Schwarzsehen mit Alkohol nicht unter vierzig Prozent. Goldene Jahre, aber kein Glück währt lange: Wie im heutigen Deutschland war der Wohlstand auf die Dauer einfach nicht zu halten, Die ständigen Kriege, die hohen Lohnnebenkosten und die Verschwendungssucht der herrschenden Klassen ließen das Reich peu á peu erodieren.

    Die zweite Wiener Belagerung von 1683 scheiterte wie die erste an den rigiden österreichischen Ausländergesetzen, im Krieg mit den Russen blieb die osmanische Flotte im Schnee vor Moskau stecken, und 1830 wurde Griechenland unter König Otto I. nicht nur unabhängig, sondern auch noch Fussball-Europameister - Eine Unverschämtheit, die der gemeine Türke, dem Griechen bis heute nicht verziehen hat.
    Im Ersten Weltkrieg kämpfte das nun schon arg geschrumpfte Osmanenreich an der Seite Deutschlands und Österreichs und wurde für diese unglückliche Entscheidung mit seiner Zerschlagung belohnt. In dem nun viel kleinerem war für die eine oder andere Volksgruppe dann natürlich kein Platz mehr, und so schickte ee sogenannte jungtürkische Regieung unter Enver die Armenier kurzerhand in die (syrische) Wüste. Die Zahl derer, die diesen Ausflug nicht überlebten, ist umstritten; Während zeitgenössische Berichte 1, Millionen zählten, spricht die türkische Regierung bis heute lieber zurückhaltend von null Opfern.

    1923 gründete Mustafa Kemal Pascha die türkische Republik, was den meisten Türken gar kein Spaß machte, hatte "Atatürk" doch zuerst einmal den Fez abgeschafft. Der "Vater aller Türken" brachte das Land auf den Weg Richtung Westen: Er führte das lateinische Alphabet ein, trennte Staat und Kirche und war auch sonst für jeden Schabernack zuhaben (Frauenwahlrecht).
    Nach seinem Tod 1938 wurde kurzzeitig der Anschluß an das Deutsche Reich erwogen, dann aber aus geographischen Gründen wieder verworfen. Aus dem Zweiten Weltkrieg hielt sich das Land dann aber fein heraus und trat nach dem Krieg, als die UdSSR Anspruch auf die Meerenge der Sardellen anmeldete, entschlossen der Nato bei, Im übrigen waren die Nachkriegsjahre geprägt von gelegentlichen Militärputschen, gutem Wetter und Demokratie türkischen Zuschnitts:
    Lieber zuwenig als zuviel, und wer Kurde ist, behält das lieber für sich.

    1962 schloß die Türkei ein Assoziationsabkommen mit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und wartet seither darauf, im gemeinsamen Haus Europa eine schöne Maisonettenwohnung abzubekommen. Aber wie es so ist auf dem Wohnungsmarkt: Die meisten Hausbesitzer wollen keine Ausländer - Am Ende noch Türken!
     
    #1
    Routinier, 14 Oktober 2006
  2. User 39864
    Sehr bekannt hier
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    in einer Beziehung
    Und was genau willst du uns jetzt damit sagen???? :hmm:
    Ich konnte jetzt ein wenig meinen Wissensstand erweitern, das wars dann aber auch. Oder war/ist dies der Sinn?
     
    #2
    User 39864, 14 Oktober 2006

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