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Die Geschichte einer Freundschaft

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von i_need_help, 23 September 2009.

  1. i_need_help
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    26
    0
    in einer Beziehung
    Darf ich mal eine Geschichte erzählen?
    Nun, es war einmal ein Junge von zarten 15 Jahren, der vor den Ruinen seines Lebens stand. Er hatte eine einsame Kindheit verbracht, ohne Freunde, lediglich im Kreise seiner Familie fühlte er sich wohl. In der Schule fühlte er sich immer einsam, hatte zwar Alibi-Freundschaften, doch nicht, weil er diese Leute mochte, sondern weil er nicht ganz alleine dastehen wollte. Zweckfreundschaften. Am Wochenende, wo seine Klassenkameraden feiern gingen und sich trafen, war dieser Junge meist alleine zuhause, wo er sich in seinen oftmals trübseligen und deprimierenden Gedanken verlor und jegliche Freude am Leben zu verlieren drohte. Er klammerte sich an seine Familie, weil dies der einzige Ort war, wo er Halt fand, er hatte nie gelernt, echte Freundschaften zu schließen. Die Schule hatte er, bezüglich der sozialen Komponente, immer gehasst, er hatte sich Zeit seines Lebens immer nach Haus gewünscht in den Halt seiner Familie, von der er wusste, dass sie zu ihm stehen würde. Nicht weil sie ihn als Person so schätzten, sondern weil sie seine Familie war und ihn eben aufgrund seines Blutes an sich gebunden hatte.
    Nun, in dieser Zeit probte er mit seiner Klasse für ein Theaterstück. Während dieser Zeit passierte es: Ein anderer Junge aus seiner Klasse, dessen Lebensgeschichte nicht unterschiedlicher hätte sein können, knüpfte Kontakt mit unserem Protagonisten. Ich kann mir nicht erklären warum, doch auf einmal hatte sich alles verändert. Der Junge verbrachte während der Proben viel Zeit mit seinem neuen Freund, sie hatten unglaublich viel Spaß und Freude, sie lachten viel und lebten wie im Rausch. Für den Jungen fühlte es sich an, als wäre er stets auf Drogen, so herrlich war es. Der Junge hatte so etwas noch nie erlebt, er merkte, dass sich ein Mensch für ihn interessierte, sich mit ihm beschäftigen und mit ihm seine Zeit verbringen wollte. Diese Gefühl, einen Freund zu haben, der mit ihm befreundet war, weil er es wollte, war das Beste, was der Junge in seinem Leben bis Dato erlebt hatte.
    Nun, es kam wie es kam. Die Freundschaft begann sich zu festigen, auch nach der Zeit des Theaterprojektes. Von nun an verbrachten die Beiden die Schulzeit zusammen, wenn auch die anderen Freunde des anderen Jungen meist auch dabei waren, was für den Protagonisten nicht umbedingt angenehm war, da diese Menschen in ihm, so glaubte er, eine Gefahr sahen, da er sich so gut mit seinem neuen Freund (und ihrem alten Freund) verstand.
    Die Zeit verging und die Freundschaft begann sich zu festigen. Die beiden verstanden sich wirklich unglaublich gut, sie hatten Spaß wie am ersten Tag, es war wie im permanenten Drogenrausch, der einfach nicht enden wollte. Nach einem halben Jahr fanden sie ein Hobby, das sie weiter zusammenschweißen sollte - sie gingen ins Kino. Sie gingen oft ins Kino, sehr oft. Zweimal pro Woche war die Regel, manchmal auch öfter. Sie hatten viel Spaß daran, sie lachten sich kaputt über Filme, die eigentlich gar nicht lustig waren. Sie waren einfach glücklich, sich zu haben, glücklich, glücklich zu sein, wenn sie die Zeit miteinander verbrachten. Nun begann für den Jungen eine neue Zeit, in der er auch begann, mit seinem Freund auf Partys zu gehen, wo er den Alkohol kennenlernte sowie das Cannabis. Letztgenanntes war eine weitere Gemeinsamkeit der Beiden, die die Freundschaft festigte: Sie begannen zu kiffen und fanden es unheimlich spannend, sie hatten ein gemeinsames Geheimnis und fühlten sich cool dabei.
    Um es etwas zu verkürzen: Für den Jungen ging es in den nächsten zwei Jahren raketenhaft bergauf, er verbrachte immer mehr Zeit mit seinem Freund, sie machten den Führerschein zusammen, gingen zusammen in den Urlaub, machten zusammen Party, kifften zusammen, lernten zusammen, telefonierten jeden Tag über Skype im Internet, spielten zusammen Counterstrike, kurz, sie machten alles zusammen, was man zusammen machen kann.
    Der erste Einschnitt kam, als sein Freund eine Freundin bekam, das war etwa ein Jahr, nachdem sie sich angefreundet hatten. Der Junge hatte Angst, dass damit die Freundschaft schon beendet sei, er hatte Angst, sein Freund hätte keine Zeit mehr für ihn. Doch diese Befürchtungen bestätigten sich nicht, im Gegenteil, die Freundschaft festigte sie weiter und der Junge freundete sich auch eng mit der Freundin seines Freundes an. Kurz, aus dem befürchteten negativen Ereignis wurde etwas positives.
    Doch nun, nach zwei Jahren engster und schönster Freundschaft, die praktisch den Jungen in das Leben gebracht hatte, die ihm Partys, Drogen und seine ersten Erfahrungen mit Frauen ermöglicht hatte, die ihm gezeigt hatte, wie schön das Leben sein kann, drohte sie zu zerbrechen. Der Junge begann immer mehr sich auf seinen Freund zu fixieren, obwohl er eine Freundin hatte inzwischen. Er wollte 24 h am Tag und 7h in der Woche mit seinem Freund verbringen, und langsam merkte er, dass es seinem Freund zu viel wurde. Er bekam auch immer mehr Paranoia, dass er seinen Freund, auf den er sich so fixierte und der ihm so unglaublich viel bedeutete, irgendwann verlieren würde. Er teilte seinem Freund diese Befürchtungen mit, doch dieser machte ihm auf subtile Weise klar, dass er auch etwas Freiheit brauche und dass ihm die Enge der Freundschaft langsam zu viel wurde. Unser Protagonist begann langsam zu verzweifeln, er stürzte in Depressionen vor lauter Panik, seinen Freund zu verlieren, dadurch belastete er jedoch diesen Freund noch mehr mit seinen emotionalen Anfällen. Der Freund riet dem Jungen, doch etwas mehr mit seiner Freundin zu machen, sich nicht völlig von ihm abhängig zu machen, doch der Junge verstand nicht, was sein Freund damit meinte, der Junge dachte, der Freund möchte die Freundschaft beenden. Der Junge weiß nicht was er machen soll, vor lauter Angst vor einem Bruch kommt er nicht dazu, die Freundschaft wirklich zu leben, er vermisst die alten Zeiten, wo ihn seine Gedanken nicht permanent zu zerstören drohten... Etwa 1 Woche nach dem Ereignis war die Freundschaft nicht mehr wiederzuerkennen. Die Freunde machten immer weniger, sie telefonierten nicht mehr so oft im Internet, sie gingen in dieser Woche kein einziges Mal gemeinsam weg, es gab nur noch die Schule, in der sie etwas miteinander zu tun hatten, und auch da schien es dem Protagonisten, als würde sich sein Freund langsam aber sicher abwenden, er beobachtete, wie dieser alte Kontakte auffrischte, immer mehr mit andern Klassenkameraden zu tun hatte... Die alte Zweierfreundschaft schien langsam zu zerbrechen...
    Dies ist eine wahre Geschichte, die letzten Geschehnisse daraus sind in Wirklichkeit vor einem Tag geschehen. Ich bin der Protagonist...
    Was sagt ihr dazu?
     
    #1
    i_need_help, 23 September 2009
  2. kaninchen
    Gast
    0
    Tja... Ich würde dazu sagen - das ist wohl der Lauf der Dinge... Auch wenns schön für dich wäre, bist du denn davon ausgegangen, dass eure Freundschaft ewig so weiter geht? Spätestens mit Abschluss der Schule trennen sich Wege meist oder wenn Freundinnen dabei kommen...

    Es freut mich für dich, dass du so einen guten Freund gefunden hast, aber selbst wenn ihr beide eine Freundin habt, arbeiten geht, unterschiedlichen Hobbys und Freundschaften nachgeht heißt das nicht, dass ihr beide eure Freundschaft aufgeben müsst - sie verändert sich eben. Und wie ich das sehe, auch wenn das im Moment für dich schmerzhaft ist, weil du deinen einen besten Freund gefunden hast, mit dem du so viel teilst, du verlierst ihn nicht, wenn ihr beide ein bisschen auf Abstand geht. Ihr kommt mir ein bisschen vor, wie ein Päarchen, dass nur noch miteinander rumhängt, und alles andere komplett vernachlässigt. Sowas ist am Anfang echt schön, tut aber letztlich keiner Beziehung gut.

    Also letztlich ist diese einkehrende Distanz denke ich was postives. Die Zweierfreundschaft zerbricht auf Dauer eher, wenn sich einer von euch eingeengt oder eingeschränkt fühlt, nicht wenn ihr beide euch die nötigen Freiräume lasst.
     
    #2
    kaninchen, 24 September 2009
  3. xikitito
    xikitito (27)
    Verbringt hier viel Zeit
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    101
    0
    vergeben und glücklich
    Erstmal: In Ich-Form geschrieben, wäre der Text für mich leichter zu lesen und zu verstehen gewesen.

    Zweitens: Freundschaften machen nur Sinn, wenn von beiden Seiten Interesse an dieser besteht.

    Ist dies über längere Zeit nur noch einseitig der Fall, macht's keinen Sinn mehr.
    Kann hart sein, aber dann muss man die Konsequenzen ziehen.
     
    #3
    xikitito, 25 September 2009
  4. ClariFari
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    43
    8
    nicht angegeben
    Mein Rat: Hör sofort auf, so zu klammern und deinen Freund mit emotionalen Ausbrüchen zu verschrecken, die er eh nicht verstehen kann, weil sich in deinem Kopf eine Parallelgeschichte abspielt, die vielleicht wenig mit der Realität zu tun hat.
    Man kann dinge auch forcieren, indem man sie sich zu sehr eindredet und der anderen Person davon auch noch erzählt.
    Es ist normal, dass Freundschaften sich ändern, ich selbst musste das leider auch durchmachen. Aber man kann es manchmal eben nicht aufhalten, zu so einer engen Bindung gehören immer zwei.
    Das Einzige, was du tun kannst ist, dich mit der Veränderung anzufreunden und in ihr nicht nur das Negative sehen. Lös deine Fixierung und schau auch mal nach Links und nach Rechts, was da so auf dich wartet. Vielleicht gibt es noch andere Menschen, die sich für dich interessieren, was du bloß nicht merkst, weil du mit deinen mich-mag-eh-keiner-Scheuklappen durch die Gegend rennst. Die musst du dringend ablegen, sonst wird das nichts mehr...
    Also schau dich um, lerne andere Menschen kennen und hör auf immer so negativ zu denken, denn genau so wirst du wohl auch auf andere wirken.
     
    #4
    ClariFari, 25 September 2009

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