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Die Magersucht....

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Hasipupsi, 12 April 2008.

  1. Hasipupsi
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    vergeben und glücklich
    Hallo liebe Forum-Mitglieder!

    In meiner Zeit, in der ich jetzt schon Mitglied bin habe ich euch meist als großzügig und stets hilfsbereit kennengelernt und hoffe, dass ihr mir auch bei dieser Sache wenigstens ein paar kleine Tipps geben könnt.

    Das Problem an sich hat eigentlich herzlich wenig mit mir zu tun...ich erzähl einfach mal!

    Also, vor 2 Jahren war ein sehr aufgeweckter, fröhlicher und immer gutgelaunter, molliger Junge in meiner Jahrgangsstufe. Wir haben uns oft ganz gut unterhalten. Dann ist er sitzen geblieben und hatten von da an keinen Kontakt mehr miteinander.

    Nun ist es so, dass ich vor ca. 2 Monaten durch meine Pädagogik-Lehrerin erfahren habe, dass dieser Junge schwer Magersüchtig ist. Ich war total geschockt und konnte das auch garnicht glauben...aber ich hatte ihn auch wirklich lang nicht mehr gesehen. Wir hatten das Thema Anorexie im Unterricht ja ausführlich besprochen, daher wusste ich eine Menge über das Erscheinungsbild und die Auswirkungen.

    Vor 2 Wochen dann, als ich auf dem Weg zum Pädagogik-Unterricht war, hab ich vor der Tür meine Pädagogik-Lehrerin gesehen, wie sie mit einem ziemlich dünnen Jungen geredet hat. Ich hab mir nichts dabei gedacht und sie meinte, ich soll schonmal reingehen.
    Ziemlich lange Zeit später kam sie dann zu uns in den Kurs und war total aufgelöst. Sie war wirklich fast den Tränen nahe. Dann hat sie uns erzählt, dass dieser Junge, der da grade mit ihr draußen stand, besagter Junge war, mit dem ich früher so viel Kontakt hatte!!! Ich hatte ihn echt nicht wiedererkannt! Das Gesicht...das war ein ganz anderer Mensch....
    Jedenfalls erzählte meine Lehrerin dann, dass es wirklich ernst um ihn stünde und er immer weiter absinkt und einfach nichts essen will...wenn er dann mal etwas isst, dann wohl nur einen Teller Suppe...mehr nicht!

    Ich hab ihn dann noch ein paar mal gesehen...wusste ja, wie er jetzt aussieht...war immer wieder geschockt...eigefallene Wangenknochen, leerer Blick, langsame Bewegungen....einfach nicht der, den ich von Früher kannte!

    Dann letzte Woche noch ein Schock:
    Meine Lehrerin erzählte uns, dass er jetzt nichtmal mehr was trinken möchte und dass er selbst nicht mehr weiter weiß...
    ich weiß nicht, ob ihr euch mit Magersucht auskennt...Negativismus-Syndrom, wenn euch das was sagt... er hat wohl ganz offen über seine Krankheit geredet, aber auch immerwieder gesagt, dass er es nicht schafft, auf die Beine zu kommen und dass ihm eine Stimme sagen würde, dass er nichts zu sich nehmen darf.
    Er hat am Dienstag erst einen Termin in einer besonderen Klinik...er wurde schonmal zwangseingewiesen, weil er immerwieder zusammengebrochen war!!
    Jedoch sagt meine Lehrerin, dass er kaum Chancen hat, es zu schaffen...sie nimmt das alles total mit, das merkt man.

    Er hat keine Freunde mehr, alle haben sich von ihm abgewandt. Keiner sagt was dazu, alle haben angst. Seine Eltern sind getrennt und seine Mutter, bei der er wohnt, ist den ganzen Tag bei der Arbeit und interessiert sich auch nicht wirklich für seinen Sohn...
    Er sagt aber selbst, dass er sich total einsam fühlt und unbedingt jemanden haben möchte, der ihn unterstützt und ihm hilft....er will also Hilfe! Deshalb kommt er auch immernoch in die Schule...ER WILL NOCH KÄMPFEN!!!

    Gestern habe ich ihn gesehen, als ich auf dem Weg zu Bus war...er ging direkt vor mir....ich habe ihn schon wieder nur kaum erkannt.... er sieht kaum noch aus, wie ein Mensch...er sieht aus wie ein Alter Mann, der kein Essen bekommt...es klingt grausam, aber ich würde sagen, er ist halbtot :cry:
    Mich hat das alles so mitgenommen und jetzt denke ich mir:
    Irgendeiner muss doch irgendwas machen!! Wieso wenden sich alle von ihm ab??
    Ich würde ihm so gerne helfen....habe aber angst, was falsch zu machen und weiß nicht, wie er es aufnehmen würde, wenn ich ihn einfach anspreche...was sollte ich sagen?

    Könnt ihr mir Tipps geben? Ich möchte ihm so gerne helfen!!! Er war mal so ein toller Mensch :cry:

    Ich wäre euch so unglaublich dankbar!!

    Lieben Gruß, V.
     
    #1
    Hasipupsi, 12 April 2008
  2. User 62847
    User 62847 (26)
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Hallo Hasipupsi,
    das ist wirklich ein heikles Thema. Ich hatte selbst mal sehr große Probleme mit dem Essen. Ich weiß, wie das ist. Nur, war ich ich noch nicht so tief unten. Ich habs geschafft, wieder raus zu kommen.
    Vielleicht solltest du einfach erst mal versuchen, ihn wieder kennen zu lernen. Einfach mal mit ihm über allgemeine Dinge sprechen.
    Vielleicht erzählt er dir ja von ganz alleine von seinen Problemen.
    So wie es scheint, will er ja Hilfe haben (das ist ja schon mal sehr ungewöhnlich).
    Wenn du ihm helfen willst, sei für ihn da und helfe ihm.
    Fehler wirst du dabei wohl keine machen, wenn dann macht er die Fehler.
    Du musst dir aber im Klaren darüber sein, dass es auch sein kann, dass du hilflos daneben stehst. Wenn er nicht Essen will, dann will er nicht essen.
    Wie alt ist er eigentlich? Wenn er wirklich in einem solch lebensbedrohlichen Zustand ist, müsste er zwangseingewiesen werden (wenn er unter 18 ist geht das sehr einfach).
    Dann kommt er ins Krankenhaus und wird dort zwangsernährt.
    Die psychosomatischen Kliniken nehmen meistens auch erst ab einem bestimmten BMI auf, alles andere wäre zu riskant.
    Vielleicht kannst du auch mal mit deiner Pädagogiklehrerin alleine reden und sie fragen, ob du irgendwie helfen bzw. für ihn da sein kannst.
    Ich hoffe wirklich, dass er es schaff....
    Die traurige Wahrheit ist leider, dass 10% aller magersüchtigen sterben. Ich hoffe, dass er nicht dazu gehört.
    Liebe Grüße, ann
     
    #2
    User 62847, 12 April 2008
  3. User 44981
    User 44981 (29)
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    Hier hast du dir die Antwort auf die Frage, warum sich alle von ihm abwenden eigentlich schon beantwortet...
    Es gibt bestimmt auch noch einige andere Leute, die ihm gerne helfen würden, aber genau so ratlos sind wie du und sich nicht trauen, etwas zu tun...

    Ich kann dir keine Tipps geben, wie man am besten mit einem Magersüchtigen umgeht, weil ich damit keinerlei Erfahrung habe.

    Aber ich glaube, dass du gar nicht so viel falsch machen kannst... Schon alleine dadurch dass du irgendwie wieder Kontakt aufnimmst, fühlt er sich vielleicht nicht mehr ganz so einsam, was schon mal ein Fotschritt für ihn ist.

    Aber denke nicht, dass er mal so ein toller Mensch war, sondern dass er immer noch so ein toller Mensch ist und "nur" große Probleme hat.
    Reduziere ihn nicht auf seine Magersucht!
    Ich würde ihn wohl nicht direkt auf seine Magersucht ansprechen, sondern zuerst mal versuchen, sonst irgendwie mit ihm ins Gespräch zu kommen.
    Ich denke, ihm würden soziale Kontakte schon etwas helfen...

    Ob er es aber wirklich schafft, wieder normal zu essen, ist eine andere Frage. Dir muss bewusst sein, dass er es nicht schaffen kann, auch wenn du versuchst, ihm zu helfen.
    Sollte das wirklich so eintreten (was ich wirklich nicht hoffe), musst du auch irgendwie damit klar kommen. Er hat es dann nicht geschafft, obwohl du ihm helfen wolltest und nicht weil du ihm helfen wolltest!
     
    #3
    User 44981, 12 April 2008
  4. Lisbeth04
    Lisbeth04 (28)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    hi!

    ich kenn dein problem. ich hab eine brieffreundin, die ebenfalls an anorexie leidet. als sie mir zum ersten mal von ihrer Krankheit erzählt hat, war ich total geschockt. Ich hatte richtig angst um sie. Ich kenn sie zwar nicht persönlich, aber durch unsere Briefe ist sie zu einer richtig guten Freundin von mir geworden. Ich kann ihr einfach alles erzählen und sie kann mir alles erzählen.
    Ich kann sogar von mir behaupten, dass ich ihr bei ihrer Krankheit beistehe, auch wenn ich etwa 200 km oder noch mehr (hab ich noch nie so genau nachgeforscht) von ihr entfernt wohne. Ich erzähle ihr immer etwas aus meinem Leben und versuche es meist auch so lustig darzustellen, wie es sich tatsächlich zugetragen hat und scheinbar bin ich sogar richtig gut darin :zwinker: Zum Ausgleich für ihre Probleme im Prinzip. Im "Austausch" höre ich mir ihre Sorgen und Freuden an. Es hilft ihr einfach ungemein mit jemanden darüber zu sprechen und jemanden zu haben, der sie bei ihrem Kamof unterstützt. Ich muss sogar sagen, dass ich diejenige war, die ihr immer wieder gesagt hat, dass sie ins Krankenhaus gehen soll. Und dadurch, dass ich immer zu ihr halte, hat sie es im endeffekt auch getan!
    Das was ich dir also raten kann ist, geh auf ihn zu und versuche dich ihm anzunähern. Geh aber nich auf die Mittleidsschiene sondern versuch dein wahres interesse an ihm zu zeigen und das es dir um seine Person und nicht um seine Krankheit geht. Triff dich mal mit ihm. Unterhalte dich mit ihm und lass dir seine Sorgen erzählen. Wenn du damit nich mehr allein fertig wirst (mit seinen erzählungen) dann sprich auch ruhig mit einer Vertrauensperson von dir. Frag ihn da aber am besten auch und sag ihm auch, dass du es dir auch von der Seele reden musst, weil du ihm als Freund wichtig ist und du allein nich mit klarkommst. Ich denke er wird das dann verstehn (meine Freundin hat es jedenfalls verstanden).

    Ich wünsch dir viel Glück und drück dir die Daumen!
     
    #4
    Lisbeth04, 12 April 2008
  5. Soprano
    Soprano (26)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    hmm ich frag mich grad wie ne lehrerin dazu kommt na ganzen klasse oder irgendna fremden schülerin sowas privates, was ein schüler ihr offenbar anvertraut hat einfahc so weiter zuerzählen- meiner meinung nach das letzte!!:eek: :kopfschue
    zum thema: is schwer bei magersucht/betroffenen sich richtig zu verhalten..letzendlich kannsgt du nix tun und es muss bei Ihm klick machen..jmd anders kann ihm da wenig helfen
     
    #5
    Soprano, 13 April 2008

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