Willkommen auf Planet-Liebe

diskutiere über Liebe, Sex und Leidenschaft und werde Teil einer spannenden Community! :)

jetzt registrieren

Die Suche

Dieses Thema im Forum "Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches" wurde erstellt von Uranos, 27 November 2002.

  1. Uranos
    Uranos (32)
    Verbringt hier viel Zeit
    185
    101
    0
    nicht angegeben
    Die Suche

    Gefangen im Selbst,
    frei im Käfig;
    weißt was du willst,
    verschlossen auf Ewig.

    Die Versuche vergebens,
    und auch die Kraft.
    Der Schlüssel des Lebens,
    verborgen, bewacht.

    Meistern die Schwelle,
    es fehlt nicht mehr viel.
    Erreicht ist die Quelle,
    gefunden das Ziel.



    Was haltet ihr davon? Interpretationsvorschläge? Verbesserungsvorschläge? Jede Art von Kritik ist willkommen!

    Bis dann,
    -Uranos
     
    #1
    Uranos, 27 November 2002
  2. Uranos
    Uranos (32)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    185
    101
    0
    nicht angegeben
    schreibt mal bitte ne kleine meinung, k? wäre gaaaaaanz ganz lieb von euch.. (besonders @liza und @phil :tongue:, aber die andern dürfen/sollen selbstverständlich auch) :smile:

    bye
     
    #2
    Uranos, 28 November 2002
  3. Uranos
    Uranos (32)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    185
    101
    0
    nicht angegeben
    Interpretation

    aaalso, für alle die es interessiert: ich hab einer seeeehr guten freundin von mir das gedicht geschickt, und sie hat freundlicherweise versucht es zu interpretieren.. sie hat es perfekt gemacht, alles erkannt! ihr könnts euch ja mal durchlesen:

    Er (also der Ich-Erzähler, wir nehmen an das es einen gibt, auch wenn er nicht direkt erwähnt wird) will mit den ersten beiden Zeilen wohl ausdrücken, dass er in allem was er tut, eingesperrt ist, "der Käfig" steht vermutlich für das Leben, er ist zwar eigentlich frei in diesem Leben, aber es gibt gesellschaftliche Regeln und das Problem alles so annehmen zu müssen wie es ist (man kann sich und sein Leben kaum ändern) und das macht das Leben zu einer Art Gefängnis, da man nicht immer das tun kann, was man tun möchte.

    Das größte Problem jedoch ist er selber, er kann wie gesagt nicht aus seiner Haut, auch wenn er sich damit manchmal selber im Weg steht : "gefangen im Selbst"

    Auch wenn man im tiefsten Innern weiß, was man will und wonach man sein Leben ausrichtet, kann man aus diesem Käfig (also der Gesellschaft) nicht ausbrechen. Man steht sich selbst im Weg, indem man aus irgendwelchen Gründen, möglicherweise einfach nur aus Versagensangst, nicht das tut, was man möchte und für richtig hält.

    In der Zweiten Zeile steht als wichtiges Wort "Versuche", dieses Wort steht erstens für eine fehlgeschlagene Tat und zweitens finden wir durch den Plural ganz deutlich die Wiederholung dieses "Versuchs". Wir haben also eine mehrmals fehlgeschlagene, erfolglose Wiederholung.

    Mit "vergebens" wird noch einmal die Hilf-, und Sinnlosigkeit dieser Hoffnung (?) ausgedrückt.

    Dadurch, dass auch die Kraft als vergebens beschrieben wird, wird ausgedrückt, dass selbst die Versuche schon große Anstrengungen kosteten, und das er einsehen musste, dass dieser Käfig niemals durch Körperkraft oder andere materielle Dinge zu zerstören ist, es muss also auf einer anderen, geistigeren Ebenen geschehen: Man braucht einen Schlüssel, den Schlüssel des Lebens.

    Man muss also etwas finden, dass dem Leben einen Sinn verleiht und dem Alltag seine Alltäglichkeit nimmt. Man braucht etwas, was einen dazu führt, die Zwänge, Regeln und vor allem seine eigenen Ängste zu überwinden.

    Was aber könnte dieses Etwas, dieser Schlüssel sein? Und wie findet man ihn? Ist er innerhalb oder außerhalb des Käfigs?

    Indem er als verborgen beschrieben wird, stellt sich auf jeden Fall schon einmal seine große Wichtigkeit heraus (aber was ist er? Weisheit? Liebe?) und zweitens, dass er nicht so ohne Weiteres zu erreichen ist.

    Vor allem aber, was meiner Meinung nach durch "bewacht" ausgedrückt wird, ist es nicht möglich, ihn für sich selbst, alleine zu bekommen.

    Bewacht bedeutet, dass "Der Schlüssel des Lebens" , "Die Befreiung aus dem Käfig" in den Händen eines anderen liegt. Die Befreiung kann also nur basierend auf einer zwischenmenschlichen Beziehung gewährleistet werden. Man muss den Bewacher dazu bringen, auf die eigene Seite zu kommen, man muss das Vertrauen und die Sympathie, möglicherweise die Zuneigung des Bewachers zu erlangen.

    Die Schwelle zeigt die Nähe des Ziels (somit also auch die denkbare Möglichkeit das Ziel zu erreichen). Wenn man nur noch eine Schwelle von seinem Ziel entfernt ist, dann ist das höchstens noch ein Schritt, jedoch dieser eine Schritt ist alles andere als leicht zu tun, man muss ihn"meistern"!

    Für diesen einen Schritt ist also die größte Mühe und Sorgfalt nötig, man darf sich keinen Fehler erlauben und muss die größte Schwierigkeit überwinden.

    Es fehlt nicht mehr viel, entspricht der Schwelle, indem es auf diese Art in gewisser Weise noch einmal indirekt wiederholt wird, erhält es eine ganz besondere Wichtigkeit (also die Nähe des Ziels).

    "Erreicht die Quelle", die Quelle steht a) für Ursprung und b) für Wasser, deutlicher Zusammenhang: Wasser, Ursprung des Lebens!

    Das Ziel (letzte Zeile) ist also der Ursprung und der Ursprung das Ziel!

    Man könnte diesen Zusammenhang möglicherweise so verstehen, dass das Ziel, also die Rettung aus dem Käfig, dem Alltag, den Gesellschaftszwängen, darin besteht, sein Leben nach Seinen eigenen Ansprüchen zu leben und das zu tun was einem sein Bauch, seine Gefühle und nicht sein Verstand oder irgendwelche Medien sagen.

    Der Ursprung des Lebens, die zwischenmenschliche Beziehung, die Liebe(?), ist somit also nicht nur der Ursprung, sondern ebenfalls das Ziel des Lebens.

    :tongue:
     
    #3
    Uranos, 29 November 2002
  4. didi
    Gast
    0
    boah, deine kommentare zu dem gedicht waren sooooooo viel, dass ich sie jetzt nicht gelesen habe, sorry!

    also ich find dein gedicht sehr gut! ist viel gefühl drin!

    viele halten zwar nichts von meinen gedichten, aber ich hoffe du freust dich trotzdem über meine meinung :grin:

    didi
     
    #4
    didi, 1 Dezember 2002
  5. Phil
    Verbringt hier viel Zeit
    464
    101
    0
    nicht angegeben
    hab mir die interpretation nicht durchgelesen,.. wäre zu viel *g*
    lieb kurz und präzise:


    manchmal etwas schwer zu lesen,
    aber beim darüber nachdenken echt super...


    dein phil
     
    #5
    Phil, 5 Dezember 2002
  6. Liza
    Liza (32)
    im Ruhestand
    2.206
    133
    47
    nicht angegeben
    So, jetzt schreib ich auch was.

    Erstens: "Schwer zu lesen" ist an sich gut. Gedichte, wo man auf den allerersten Blick erkennt, was sie alles beinhalten, haben keine feinen Nuancen und sind ziemlich plump.

    Fangen wir mit einem kleinen Kritikpunkt an: Diese Reime sind unsauber... "Käfig" und "Ewig" zum Beispiel reimt sich nicht, "Selbst" und "willst" ebenfalls. An sich sind unsaubere Reime nichts Schlimmes- aber durch das festgefügte Reimschema und die sauberen Reime der letzten Strophe erhebt dein Gedicht den Anspruch, klar gereimt zu sein, was es aber nicht ist. Prinzipiell könnte man jetzt natürlich interpretieren, gut, die Reime werden im Verlauf des Gedichts klarer (erste Strophe: Zweimal unsauber, zweite Strophe: Einmal unsauber, einmal klar, dritte Strophe: Zweimal klar) und das symbolisiert das Annäheren an die Quelle... aber das geht ein bisschen schlecht, weil in der zweiten Strophe noch nichts von einer Lösung des Problems zu spüren ist... also, an den Reimen würde ich noch arbeiten.
    Und wo ich grad schon am Meckern bin (keine Angst, das Positive kommt noch *g*): Zwischen den ersten beiden und der dritten Strophe ist ein Riesensprung. Zunächst wird eine furchtbare Hilflosigkeit geschildert, vergebliche Versuche, Resignation... und, hoppala, plötzlich muss man nur noch die eine Schwelle überschreiten und ist am Ziel seiner Träume. Natürlich kann es manchmal so sein... zum Beispiel, weil man die Schwelle, die man meistern muss, um zum Glück zu finden, einfach nicht erkennt. Aber nach den ersten beiden Strophen ist das lyrische Ich vollkommen resigniert. Es hat den Weg zum Leben tausendmal gesucht und nicht gefunden. Und wenn es dann plötzlich erkennt "Hui, ich muss ja nur noch über diese eine Schwelle gehen", dann geschieht das nicht einfach so. Vorher ist es jedesmal gescheitert- und da stellt sich mir die Frage: Warum diesesmal nicht? Ich finde, da muss noch eine Begründung kommen... wahrscheinlich ist deine Begründung, dass das lyrische Ich jetzt eine Art Beziehung zum Wächter des Schlüssels aufgebaut hat. Aber ich finde, das muss da dann auch stehen, denn einfach so erkennt das kaum jemand. Das mit der zwischenmenschlichen Beziehung kann man rausfinden, das mit dem schweren Schritt über die Schwelle auch- aber es ist nicht leicht zu verstehen, warum der Schritt ausgerechnet dieses Mal gelingt, warum die Resignation plötzlich endet, warum das lyrische Ich zu seiner Quelle findet.

    Gut, genug der Kritik- beschwer dich nicht, du wolltest ehrliche Meinungen hören *g*!-, beginnen wir mit dem Lob:
    Was mir gefällt, ist erstens, was ich oben schon erwähnte: Dieses Gedicht ist nicht plump oder hingekritzelt. Es hat einen tieferen Sinn. Sehr schön finde ich dabei die Antithetik: "frei" im Gegensatz zu "Käfig", "erreicht" und "gefunden" gegen "verschlossen". Ich finde, das drückt die Vielschichtigkeit dieser "Gefangenschaft gut aus. Auch die Tatsache, dass zum Beispiel "Schlüssel des Lebens" durch "verborgen, bewacht" aufgehoben wird, "Versuche" und "Kraft" durch vergebens- das ist wirklich pure Resignation, dass in den ersten beiden Strophen jeder positive Ausdruck durch einen negativen aufgehoben wird. Da kann man sich gut reinversetzen- auch wenn die meisten Leute wahrscheinlich nicht in deinem Sinne interpretieren, sondern auf sich selbst bezogen- aber das soll ja eigentlich auch der Sinn des Gedichts sein.

    Wie gesagt: Ich würde zwischen der zweiten und dritten Strophe noch eine Strophe einfügen, den Wendepunkt sozusagen, wo Hoffnung aufkommt-sonst ist der Sprung zu groß. Wenn du das tust (und das Ganze dann auch noch mit einem unsauberen und einem klaren Reim, dem Schema entsprechend, sodass man einer Art "Weg zur Klarheit" folgt), dann ist das Problem mit den teilweise unsauberen Reimen auch aufgehoben, da man sie dann auch schlüssig in die Interpretation mit einbeziehen kann. Das würde ich auf jeden Fall noch ändern- ansonsten ist das gar nicht mal schlecht, da kann man wohl was draus machen.
     
    #6
    Liza, 6 Dezember 2002
  7. Uranos
    Uranos (32)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    185
    101
    0
    nicht angegeben
    danke liza, ich werde dran arbeiten, viiiiielen, viiielen dank für deine mühe!

    bye
     
    #7
    Uranos, 8 Dezember 2002

jetzt kostenlos registrieren und hier antworten
Die Seite wird geladen...

Ähnliche Fragen - Suche
Karottenkrieger
Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches Forum
8 Oktober 2016
0 Antworten
Maximus96
Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches Forum
15 Januar 2016
0 Antworten
Clari<3
Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches Forum
1 September 2013
43 Antworten
Test