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Die verdammte Schüchternheit

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von shoockker, 4 September 2008.

  1. shoockker
    shoockker (31)
    Verbringt hier viel Zeit
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    86
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    vergeben und glücklich
    Guten Morgen :smile:

    Ich habe seit längerer Zeit ein Problem mit mir selber und wusste nicht richtig wie ich damit umgehen soll und da habe ich heute Morgen dieses Forum hier gefunden und dachte mir, dass es ev. eine gute Idee sei erstmal ein paar neutrale Meinungen zu lesen.

    Auch wenn der Text jetzt etwas länger wird (ich versuche mich nur auf das Wesentliche zu konzentrieren) bitte ich darum den ganzen Text zu lesen und wenn ihr eure Meinung dazu habt hier zu antworten. Ich will mich jetzt schonmal für eure Hilfe bedanken :smile:

    Einige haben jetzt bei dem Titel "Die verdammte Schüchternheit" bestimmt gedacht:" der bekommt keine Freundin weil er zu schüchtern ist und das Thema hatten wir 10000x". Aber dem ist nicht so. Meine Freundin hat auch einiges mit dem Thema hier zu tun aber es geht eher weniger um sie. Deswegen: Sollte der Thread lieber in den Kummerkasten dann bitte verschieben.

    So nun zum eigentlichen Thema:
    Ich bin extram Schüchtern. Jedenfalls zu den meisten der Menschen die ich kenne. Es gibt eigentlich nur 3 Personen wo ich vollkommen nicht schüchtern bin. Einmal meine Eltern und einmal meine Freundin. Bei meinen Eltern schon immer und bei meiner Freundin komischer Weise auch seit dem wir uns kennen (ca. 2 Jahre). Zu den 3 Leuten wo ich halt nicht schüchtern bin kommen abenzu bzw. kamen abenzu immer mal zwichendurch "freunde" wo ich meinen Mund auch aufbekommen habe. Mittlerweile sitz ich aber ohne Freunde da also bleibt es bei den 3 Leuten. Auf der Arbeit bekomm ich meinen Mund nicht auf. Bei Freunden meiner Freundin nicht. Und bei ihrer Familie auch nicht.

    Da kommen wir auch schon zu den 2 Hauptproblemen:
    Ihre Familie versteht micht nicht. Beim 1. mal dachten die noch "ja der ist halt schüchtern aber der lebt sich ein". Aber jetzt wo ich die alle so lange kenne und auf z.B. Familienfesten da sitzte und kein Wort sage höchstens mal ein "ja" oder "nein", denken immer alle ich würde sie nicht mögen und stellen die Frage "hintenrum" was ich überhaupt hier mache...

    Die Mutter meiner Freundin hat meiner Freundin erzählt " du hast was besseres verdient und der bekommt sein Maul nicht auf deswegen komm ich nicht gerne zu euch weil der nie was von sich erzählt"... Ich meine meine Freundin steht hinter mir und erzählt mir das dann aber ich hab immer mehr das gefühl, dass es sie sehr bedrückt und irgendwann will sie jemanden der sein Maul aufbekommt.

    Dazu kommt: Ich habe keine Freunde. Wie sehr wünsche ich mir einen "besten freund" mit dem ich über alles quatschen kann !!!!!!
    Aber ich komm ja an niemanden ran :-(

    Und so langsam aber sicher frag ich mich: warum bin ich so ? was kann ich dagegen machen ?

    Ich mag die Leute. Ich mag ihre Mutter ich mag ihre tanten usw... aber ich hab irgendwie immer das Gefühl allen nicht trauen zu können und geh dann in meinen "sicherheitsmodus"....

    Ich hatte als Kind immer viele Freunde aber nie etwas ernstes im Sinne von "für einander da sein". Man hat gespielt und mehr nicht. Ich hatte mit 16-19 Jahren auch viele Freunde aber auch immer nur für kurze Zeit weil ich immer ausgenutzt worden bin. Immer habe ich geholfen wo ich kann aber wenn ich was hatte kam nie was zurück :-( Und seit dem bin ich verschlossen. Aber warum kann ich mich nicht öffnen weil es andere Menschen sind ? Warum verschliesse ich mich und mache mich zum Affen über den alle reden weil er da sitzt und nichts sagt :-(

    Ich will das nicht. Ich will für meine Freundin kein langweiler sein. Ich will für die anderen nicht immer so aussehen als ob ich sie nicht mag und weg will.....
    Aber ich kann es nicht ändern :-(

    Das komische ist: Ich bin eigentlich ein Mensch mit dem man über alles reden kann. Z.B. meine Freundin. Warum klappt es mit ihr ? Warum hat das bei meiner Ex geklappt ? Meine Freundin kann mit mir über alles reden. Ich ja auch mir ihr. Aber da kommen wir wirde zu meinen ehemaligen "Freunden". Man hat zusammen Fussball gespielt, war im Kino und hat was weiss ich gemacht aber geredet wenn es einem nicht gut geht ? Niemals... Ich kenne das Gefühl nicht Geborgenheit bei anderen Menschen zu haben. ich habe Angst wenn ich da sitze und alle quatschn. Ich fühle mich erdrückt wenn es immer heisst "sag doch auch was man ej"......

    Ich weiss nicht wie ich da raus komme :-(
     
    #1
    shoockker, 4 September 2008
  2. anna20
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    nicht angegeben
    -weg-
     
    #2
    anna20, 4 September 2008
  3. Fuchs
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
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    3.290
    Single
    Hallo shoockker!

    Schüchternheit ist mein Lieblingsthema, darum will ich dir mal antworten :zwinker:

    Ich glaube, das Problem, was du da hast hat, ist für den Menschen recht typisch, variiert jedoch in der Ausprägung sehr stark. Natürlich gibt es Menschen, welche einfach sehr offen sind - du kannst sie nehmen, sie in eine Runde setzen und sie werden sich sofort wohlfühlen und die ganze Runde unterhalten.

    Und dann gibt es natürlich Menschen, für die solche Dinge einen puren Alptraum darstellen - gerade wenn es um Fremde geht. Dafür sind sie gegenüber Freunden und Familie völlig locker und aufgeschlossen. Man merkt von ihrer Schüchternheit keine Spur, wenn sie sich in gewohnten Kreisen bewegen. Darin gehen sie dann unter Umständen sogar völlig auf.

    Schließlich gibt es dann solche Personen wie du, die selbst in familiären oder freundschaftlichen Kreisen sich nicht "öffnen" - oder wie du es bezeichnest: Nicht den Mund aufmachen.

    Ich persönlich würde mich zwischen beiden letztgenannteren Gruppen einordnen. Mir bereitet es Probleme, fremde Personen anzusprechen oder Konversationen zu führen und manchmal geht es auch so weit, dass ich selbst mit meinen Freunden nicht mehr rede. Woher das ganze kommt, kann ganz unterschiedlich sein, aber ich denke, der Grund warum sich Menschen so verhalten ist ein Form von Angst, die so subtil ist, dass sie viele nicht als solche wahrnehmen. Es ist Angst vor

    * Aufdrängung
    * Zurückweisung
    * Ausgrenzung
    * Erniedrigung

    Zum kann dabei auch eine menschenabweisende Haltung mit hineinspielen, bzw. eine stark ausgeprägte Skepsis. Im allgemeinen ist es so, dass jeder Mensch eine Art "Vertrauensradius" um sich herum hat, der bestimmt, wie er mit den Leuten kommuniziert. Arbeitskollegen erzählt man bestimmt nicht dieselben Dinge wie engen Freunden oder gar der Partnerin. Dieser Radius ist bei dir sehr klein und kompakt. Es gibt nur wenige Menschen, mit denen du wirklich reden kannst, und du merkst selbst, dass das nicht gut für dich ist und wünschst es dir anders, denn du siehst, wohin es dich führt: du bist allein und das möchte niemand sein.

    Gemäß dem Fall, dass deine Partnerin eines Tages einmal nicht mehr für dich da sein sollte (was traurigerweise nun einmal passieren kann), würde nicht viel übrig bleiben für dich. Deswegen solltest du wirklich anfangen, etwas an deinen Verhalten und deinen Charakter zu ändern.

    Du schreibst bereits viel über die Gründe deines Verhaltens: Du hast das Gefühl, den anderen nicht trauen zu können (Sicherheitsmodus) und ich muss dazu sagen, dass diese "hintenrum" Art ihrer Familie und diese Sprüche von wegen "sie hätte was besseres verdient" in dieser Hinsicht auch mal überhaupt nicht hilfreich sind. Du fühlst dich erdrückt und nicht geborgen und verhälst dich dementsprechend zurückhaltend. Letztlich musst du einsehen, dass du dir damit eine Form der selbsterfüllenden Prophezeiung schaffst: Dadurch, dass du diese Angst hast, die Leute könnten dir misstrauen, verhälst du dich in einer Weise, die die Leute dann wirklich dazu bringt, dir zu misstrauen. Solche Dinge können wirklich paradoxe Formen annehmen. Die Angst, allein zu bleiben führt bereits dazu, allein zu bleiben.

    Was du dagegen tun kannst, ist dich diesen Ängsten bewußt zu stellen, was für dich extrem unangenehm werden wird. Du musst jeden Tag daran arbeiten, Problemsituationen für dich nicht mehr zu vermeiden, sondern bewußt herbeizuführen. Bei mir ist es beispielsweise so, dass ich mich teilweise selbst zwinge, unter Menschen zu gehen oder für mich untypische Dinge zu tun, weil es sonst einfach keine Möglichkeit gibt, diese Macke loszuwerden. Gerade im Alter fahren sich solche Charaktereigenschaften so prägend fest, dass man nur noch schwer dagegen angehen kann.

    Wenn du aber damit beginnst, wird sich dein Radius langsam erweitern können, so dass du zunächst Freunde finden kannst, denen du überhaupt ein wenig etwas "anvertraust". Dass du gegenüber dir eher feindlich gesinnten Familienmitgliedern oder Fremden dich noch genauso verschlossen verhalten wirst, ist mehr oder weniger "normal". Man kann jedoch daran arbeiten, wenn man scharf mit sich ins Gericht geht, sein eigenes Verhalten reflektiert und vorallem konsequent bleibt.

    Was unternimmst du, um Leuten näher zu kommen? Was können Menschen von dir erwarten? Was schießt dir durch den Kopf, wenn ich dich auf der Straße grüße oder dich einfach nur anlächel? Beobachte dich selbst, analysiere dein Verhalten und dann frage deine Freundin, wie sie es sieht. Feedback von anderen ist extrem wichtig, wenn man unsicher ist und nicht weiß, was man richtig oder falsch macht.

    Schreibe mal ein wenig, was du dazu denkst! Dich hier in einen Forum zu äußern ist übrigens auch schon ein guter Schritt von dir gewesen. Ich würde da an deiner Stelle nicht locker lassen :zwinker:

    edit: ich habe noch ein paar Rechtschreibfehler beseitigt...
     
    #3
    Fuchs, 4 September 2008
  4. sommerregen89
    Verbringt hier viel Zeit
    391
    103
    4
    Single
    Ich kenne das Gefuehl, in einer Gruppe von Leuten den Mund nicht aufzukriegen, nur zu gut. Oder ueberhaupt: Wenn man was sagt, koennte es das Falsche sein. Sie koennten einen nicht moegen...

    Du musst dir zwei Sachen bewusst machen:
    1.) Den meisten Leuten ist eine charakterstarke Person lieber als eine, die ihnen charakterlos oder misterioes erscheint. Sprich: Keiner verlangt, dass du extreme Standpunkte vertrittst und darauf beharrst, aber es wirkt sympatisch, wenn du von deinen Vorlieben und Abneigungen erzaehlst, auch wenn sie sie vielleicht nicht teilen.
    2.) Unperfekte Menschen werden geliebt. Perfekte Menschen machen Angst... Ich hab lange Zeit den Fehler gemacht, meine Schwaechen zu sehr zu verstecken. Das Unglaubliche ist, dass viele Menschen das nicht merken, aber sie moegen einen nicht, weil sie keine Moeglichkeiten sehen, sich zu identifizieren. Auch hier gilt: Du musst nicht deine tiefsten inneren Probleme auf den Tisch legen. Aber zu zeigen, dass auch dein Leben nicht perfekt ist, wirkt sympatisch und warm statt kalt und unberuhrbar.

    Bei der Suche nach Freunden: Sei mit ihnen nicht so kritisch (weiss nicht, ob du das bist, ich war es...), erwarte nicht immer und gleich eine enge Freundschaft, in der man sich alles sagen kann, sowas kann sich nur ergeben oder nicht, geniesse auch die Smalltalk-Freundschaften. Und versuche, dich zu oeffnen. Du kannst nicht von ihnen erwarten, viel von sich selbst preiszugeben wenn du es selbst nicht tust, das machen nur wenige Menschen. Vielleicht ist deine Freundin so eine Person, aber so viele Menschen gibt es nicht, die das tun...

    Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen helfen, ich kann dich gut verstehen!
     
    #4
    sommerregen89, 4 September 2008
  5. shoockker
    shoockker (31)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    3
    86
    0
    vergeben und glücklich
    Vielen vielen dank !
    Grade der Text von dir Fuchs !!! Alles was du geschrieben hast stimmt zu 10000000% !!!
     
    #5
    shoockker, 4 September 2008
  6. Freibeuter
    Gast
    0
    Ich kann dich gut verstehen, bin selbst sehr schüchtern. Du musst dir klar machen, dass du eigentlich nichts falsches sagen kannst. Das einzige was falsch ist, ist gar nichts zu sagen. Du musst ja nicht gleich deine intimsten Gefühle offenbaren, es reicht wenn du über irgendwelche belanglosen Themen redest (das Wetter, die Arbeit...).
    Und du kannst versuchen, einfach mal von dir aus eine Frage zu stellen. Die kann genauso belanglos sein, Hauptsache du sagst mal was und zeigst Interesse.

    Es ist sehr schwierig sich zu überwinden, deshalb muss man sich manchmal dazu zwingen. Wenn du das einmal geschafft hast, wirds beim nächsten Mal dafür leichter :smile:
     
    #6
    Freibeuter, 5 September 2008
  7. shoockker
    shoockker (31)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    3
    86
    0
    vergeben und glücklich
    Das komische ist ja, dass ich ganz selten so Fasen habe wo ich dann mein Maul auf bekomme ABER dann werd ich wieder still und die Leute halten mich alle für total bekloppt weil se sich gefreut haben das ich mal mein Maul aufreisse....

    Ich finde das ja auch scheisse das ich so schüchtern bin ABER warum muss dann sowas kommen wie "deine freundin hat wen besseres verdient" und dann hinten rum ?

    Die Leute üben dann Druck auf mich aus und das macht es dann wieder schlimmer :-(
     
    #7
    shoockker, 5 September 2008

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