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Diskussion: Ehebruch ist doch Betrug! (?)

Dieses Thema im Forum "Off-Topic-Location" wurde erstellt von Farivar, 3 September 2005.

  1. Farivar
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Habt Ihr Euch eigentlich schonmal Gedanken darüber gemacht warum Ehebruch nicht mindestens genauso unter Strafe gestellt wird wie ein stinknormaler Betrug?
    Wenn Jemand z.B. bei der Steuererklärung usw. anderweitige Einkommen verschweigt, kann man ihn wegen Betrug rankriegen... wegen ein paar Euro fuffzich.
    Wenn aber z.B. eine Frau ihren Mann betrügt -was in sehr vielen Fällen auch zu Mord & Totschlag geführt haben soll- geht das meist mit enormen psychischem Leid einher.
    Der Schaden liegt viel höher als bei vielen anderen Betrugsdelikten. Selbst wenn man das Ganze nüchtern und rational nach volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet (was man ja in Deutschland gerne macht):
    Der verlassene Ehepartner befindet sich lange Zeit in psychischem Ausnahmezustand und kann an seiner Arbeitsstelle nicht mehr die gewohnte Leistung bringen... oder Belastung der Krankenkassen usw. usw. usw. ....

    Natürlich gibt es die selben Probleme bei einem unverheiratetem Liebespaar, jedoch sollte man der Institution Ehe ein gewisses Gewicht beimessen... wozu heiratet man denn dann überhaupt, wenn es keinen Unterschied macht? Man spricht doch immer so gern von "Schutz der Familie" usw. ...steht soweit ich weiss sogar im Grundgesetz!
    Wieso ist dieses Dokument, welches eine Ehe offiziell macht und auch ein Vertrag ist im Grunde genommen weniger wert als das Blatt auf dem es steht?
    Stattdessen werden von der Regierung Gesetzesentwürfe vorgestellt, die geradezu ein Freifahrtschein für Ehebruch sind:
    Stichwort: Verbot von Vaterschaftstests ohne Einverständnis des Ehepartners

    Man ist erwachsen, wenn man heiratet und wenn Gefühle vergehen oder man merkt, dass er/sie doch nicht der/die Richtige ist kann man sich sauber trennen. Aber den Partner mit Jemand anderem zu betrügen und ihn somit zu demütigen ist eine enorme psychische Verletzung, die man ihm zufügt... was sind dagegen 1000, 10000 oder 100000 Euro um die man den Staat betrügt?

    Was meint Ihr?

    Vielleicht sind hier sogar ein paar (angehende) Juristen, die es anschaulich erklären können.

    ps: Es geht mir nicht darum, eine Diskussion um ein mögliches Strafmaß zu führen, sondern nur darum, dass man dieses genauso kriminalisieren soll wie andere Betrugsdelikte auch.
     
    #1
    Farivar, 3 September 2005
  2. cojobo
    Gast
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    Und was möchtest du dann machen wenn man nur nicht mehr glücklich ist in der Beziehung und sie beenden will?
    Das tut dem einen Partner doch auch weh und kann dieselben Effekte haben wie von dir beschrieben.

    Würdest du in solchen Fällen dann auch eine Strafe verhängen wollen?

    Ich finde das ist einfach nicht praktikabel deine Idee.
     
    #2
    cojobo, 3 September 2005
  3. Farivar
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    nicht angegeben
    Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob ein Paar entschließt sich zu trennen oder wenn ein Partner in einer bestehenden Ehe mit Jemand anderem Körperflüssigkeiten austauscht.
    Vielleicht bin ich ja ein Sonderling, wenn ich da differenziere... :grrr:
     
    #3
    Farivar, 3 September 2005
  4. User 29206
    User 29206 (32)
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Ah, Frischfleisch!

    Was tust du, wenn ein Interessenskonflikt besteht, in dem eine der Parteien die Trennung will und die andere nicht? Wird dann die Trennung obligatorisch?
    Was tust du mit dem Konflikt Erzeuger vs. Ernährer?
    Wo fängt der Ehebruch für dich an?

    Ganz abgesehen davon, dass sexuell unbefriedigte Ehepartner genauso volkswirtschaftlichen Schaden anrichten (können), ist eine Trennung immer noch mit gesellschaftlicher Stigmatisierung in manchen Lebensbereichen behaftet, genauso wie die Ehe einen gesellschaftlichen Bonus erfährt. Würden diese beiden Dinge nicht bestehen, könnte ich deinem Vorschlag positiver entgegensehen, aber so wird nicht nur in das Selbstbestimmungsrecht eingegriffen, sondern auch sexuelle Unterdrückung unterstützt.
     
    #4
    User 29206, 3 September 2005
  5. fire cat
    fire cat (32)
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    vergeben und glücklich
    Wie soll man das den kriminalisieren? Ich kann mir nicht vostellen wie das ablaufen sollte. Sowas kann man doch net mit ner Geld- oder Haftstrafe abtun...oder sollte die Person die fremd gegangen ist ne öffentliche Strafe bekommen???
    Sowas kann man nicht kriminalisieren...wie auch?!
    Damit ist dem Betrogenem auch nicht geholfen...Wie soll das aussehen...Schmerzensgeld für Ehebruch, oder was???
    Kann ich nicht so richtig nachvollziehen.
    Ich kann zwar nachvollziehen wie du das meinst, aber eine Juristische Lösung wird es wohl nie geben, bei solch einer Angelegenheit.
     
    #5
    fire cat, 3 September 2005
  6. einsam
    einsam (38)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Zitat:"Es geht mir nicht darum, eine Diskussion um ein mögliches Strafmaß zu führen, sondern nur darum, dass man dieses genauso kriminalisieren soll wie andere Betrugsdelikte auch."

    Meine erste Assoziation? TYPISCH DEUTSCH! Die Idee ist laecherlich, sorry!

    Kurze Recherche: "Jede dritte Ehe wird getrennt" Quelle taz vom 14.7.05

    Warum sollen Menschen ungluecklich in einer Ehe leben? Wenn zwei Erwachsene sich treffen und es passiert nun mal ausserehelicher Geschlechtsverkehr, so what. Ich rufe doch nicht kurz vor dem Akt bei meiner Frau an und sage: "Schatz, ich muss mich mal eben scheiden lassen, weil ich bin kurz davor Ehebruch zu begehen und wollte ungerne von Dir auf Schadenersatz verklagt werden, ok?".

    So spielt das Leben, solche Risiken kann man weder versichern, noch gesetzlich reglementieren, ohne dabei den Buerger ein weiteres Stueck zu Entmuendigen!

    Ich meine nun wo die CDU wohl die Wahlen gewinnt, kann ich mir gut vorstellen dass derartig wirres Gedankengut Einzug in unsere Gesetzeslandschaft findet *lol*...

    Wir leben nur einmal und keiner weiss wie lang! Auf die Freiheit des Seins, Denkens und Lebens!

    Gruß,

    Gem-1-Sam.
     
    #6
    einsam, 3 September 2005
  7. CharlySchneider
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Was ne Schnapsidee. Erst werden Gefühle reglementiert, und dann Gedanken? "Wer Gedanken hat, die geeignet sind, den Staat, seine Vertreter und Symbole oder die öffentliche Ordnung und Moral zu verunglimpfen oder zu stören, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter 26 Jahren bestraft"? Irgendwo muß doch dieses Law-and-Ordder-geben-Sie-Ihre-Rechte-an-der-Garderobe-ab-Gefasel mal seine Grenzen finden :angryfire Ein unaufgeräumter Schreibtisch richtet auch volxwirtschaftlichen Schaden an, soll man sowas auch unter Strafe stellen???

    Psychische Verletzung, schön und gut, aber Gefühle zu versichern und zu reglementieren ist Bullshit. Die Dinger lassen sich nicht berechnen und nicht kontrollieren und nicht versichern und nicht finanziell bewerten. Selbst wenn man davon ausgeht, daß man sich selbst 100% unter Kontrolle hat während dem Ehebruch, dann würde es bedeuten, daß man in so ziemlich den privatesten Teil des Lebens eingreift. So in etwa, als würde man bestimmen, daß nur noch Missionarsstellung erlaubt sind und Oralsex ein Verbrechen ist.

    Nee, echt nich... :mad:
     
    #7
    CharlySchneider, 3 September 2005
  8. Sternschnuppe_x
    Benutzer gesperrt
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    2
    Single
    Simpler Unterschied: Der Straftatbestand des "Betruges" setzt (unter anderem) einen bezifferbaren Vermögensschaden voraus!

    Wo genau wäre beim Ehebruch der Vermögensschaden? Verletzte Gefühle? Zerbrochenes Vertrauen? Kann man ja kaum messen und auch nicht unter Strafe stellen...

    Wenn du auch nur die geringste Ahnung hättest, wie das StGB aufgebaut ist, wüßtest du, wie abwegig deine Idee ist.
    § 263 I StGB: "Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erragt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft".

    Ok, Täuschung und Irrtumserregung: Ja, mag gegeben sein beim Ehebruch. Tja, aber schon bei der erforderlichen Vermögensverfügung durch den Getäuschten scheitert es. Betrug ist ein "Selbstschädigungsdelikt", d.h., der Getäuschte wird durch die Täuschung veranlaßt, eine Verfügung zu treffen und damit sein eigenes Vermögen zu schädigen. Paßt auf Ehebruch nicht so wirklich.

    Sternschnuppe
     
    #8
    Sternschnuppe_x, 3 September 2005
  9. machb
    machb (37)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Hallo,
    mein erster Beitrag hier. :smile:

    Ehebruch war schon mal in Deutschland strafbar. Das wurde, der Frauenbewegung und der 68er "Revolution" sei Dank, im Jahre 1969 abgeschafft.
    http://www.wdr.de/themen/kultur/stichtag/2004/05/09.jhtml

    Warum sollte sich der Staat in ein Problem zwischen zwei Menschen einmischen? Wenn jemand Ehebruch begeht muss ja schon etwas in der Beziehung nicht richtig gelaufen sein. Und dazu gehören immer zwei.
    Als Betrug wird in unserem Rechtsstaat andere Dinge angesehen. Siehe auch die vorherigen Beiträge.
    Und so abstrakte Gedankengänge wie Volkswirtschaftliche Schäden durch seelische Niedergeschlagenheit sind kaum messbar und ich würde behaupten, die Schäden, die z.B. durch übermäßigen Alkoholkonsum entstehen wären da um einiges größer. Trotzdem darf man saufen so viel man will...
    Solche Forderungen kommen mir eher einem Einführen einer Scharia gleich.
    Btw (auch wenns nichts direkt mit dem Thema zu tun hat): Wurde Vergewaltigung in der Ehe erst 1997 faktisch unter Strafe gestellt.

    http://www.zeit.de/archiv/1997/21/ehe.txt.19970516.xml

    Das muss man sich mal geben. Davor konnten sich Frauen nur bedingt gegen erzwungenen Beischlaf in der Ehe wehren.
    Ich glaube keiner will in diese Zeit zurückkehren. Und das ist auch gut so.

    Gruß machb
     
    #9
    machb, 4 September 2005
  10. Trogdor
    Trogdor (40)
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Also Betrug ist sicher zu weit hergeholt. Eher Diskutierbar waere, ob es ein zivilrechtlicher Vertragsbruch ist und Anspruch auf Schadensersatz besteht.
     
    #10
    Trogdor, 5 September 2005
  11. gwyneth
    Gast
    0
    das gibt es eh in einigen ländern....
    das ist dort, wo auch frauen, die vergewaltigt worden sind unter dem vorwand des "ehebruchs" hingerichtet werden.
     
    #11
    gwyneth, 5 September 2005

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