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Ehe + Liebe VERSUS (katholisches) Zölibat

Dieses Thema im Forum "Off-Topic-Location" wurde erstellt von Bea, 23 Juni 2003.

  1. Bea
    Bea (30)
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    vergeben und glücklich
    Hallo ihr!

    Ich bin z.Z. grad etwas vernarrt in das Lied "Gloria" von Juliane Werding. Hier mal der Text:

    Chor: Gloria, Gloria ...

    Heute kam der Brief aus Rom.
    Heute ist sein letzter Tag.
    Und er legt die Stola an.
    Hält seine letzte Messe ab.
    Seine Kirche ist gefüllt.
    Bis zum allerletzten Platz.
    Alle warten was passiert.
    Jeder lauscht dem nächsten Satz.

    Chor: Gloria, Gloria ...
    Ich bin schuldig.
    Weil ich liebe.
    Ich bekenne.
    Denn ich liebe eine Frau.
    Die Konsequenz kenn ich genau,
    doch ohne sie will ich nicht sein.

    Nicht der Papst, aber Gott wird mir verzeihen.

    Die Gemeinde applaudiert.
    Weil es keinen interessiert.
    Weil er ein guter Priester war.
    Denn er war immer für sie da.

    Chor: Gloria, Gloria ...
    Ist man schuldig?
    Nur aus Liebe?
    Wer ist schuldig?
    Denn ich liebe eine Frau.
    Die Konsequenz kenn ich genau,
    doch ohne Sie will ich nicht sein.

    Nicht der Papst, aber Gott wird mir verzeihen.
    Nicht der Papst, aber Gott wird mir verzeihen.

    Chor: Gloria, Gloria ...


    Und jetzt wollte ich mal die Diskussion anleiern, ab das Zölibat der katholischen Geistlichen wirklich Sinn hat. Immerhin muss man bedenken, dass die mittelalterlichen Päpste grundsätzlich mal mehrere Frauen und Kinder hatten, obwohl das Zölibat bestand.
    Und ich denke, folgender Satz trifft auch ganz gut, was ich denke: "Kein Mensch kann ohne Liebe leben".

    Liebe gibt es natürlich auf verschiedene Weisen. Für einen Geistlichen kann die Liebe zu Gott vollkommend erfüllend sein. Aber ist das wirklich das non-plus-ultra? Fehlt da nicht irgendwie das "Zurückbekommen"?

    Und warum ist im evangelischen (das ja auch zum Christentum gehört) die "Priesterehe" erlaubt?

    Warum darf sich ein katholischer Priester nicht verlieben? Weil er einzig und allein dem Gott, den die Kirche vorschreibt, dienen muss? Ist die Liebe nicht auch eine Art, Gott zu dienen? Ist der Gott, den die (katholische) Kirche entwirft und vertritt wirklich ein Gott oder nur eine Figut, um an Geld und v.a. Macht zu kommen? Ist Gott nicht überall?

    Nunja... Einen Haufen Fragen... Vielleicht (hoffentlich) hat ja jemand Lust, seine Meinung zu posten.

    Bis dann
    Bea, die unbedingt bis Dienstag wieder richtig schreiben können muss *heul*
     
    #1
    Bea, 23 Juni 2003
  2. muenti
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    Single
    Liebe gibt es natürlich auf verschiedene Weisen. Für einen Geistlichen kann die Liebe zu Gott vollkommend erfüllend sein. Aber ist das wirklich das non-plus-ultra? Fehlt da nicht irgendwie das "Zurückbekommen"?
    Die Liebe zu Gott kann sehr wohl erfüllend sein. Sie gibt einem das, was ein Mensch nicht in dieser Weise geben kann. Das ist jetzt ziemlich schwer zu verstehen. Das "zurückbekommen" kann auch eine Erfüllung sein und zwar in der Sicht, dass man Menschen glücklich gemacht hat, oder froh. so sehe ich das zumindest...

    Und warum ist im evangelischen (das ja auch zum Christentum gehört) die "Priesterehe" erlaubt?
    Hab dazu mal was kopiert:
    In der Kirche der ersten zwei Jahrhunderte gab es keinen Pflichtzölibat, wohl aber die Aufforderung zur Ehelosigkeit in der Nachfolge Jesu um des Reiches Gottes willen. Aber bereits Ende des 4. Jahrhunderts wurde in Rom das Verbot der geschlechtlichen Beziehung der damals verheirateten Priester in der Nacht vor der Feier der Eucharistie erlassen. Ähnliches galt bereits im alttestamentlichen Priestertum. Als in westlichen Kirchen - im Unterschied zu den Ostkirchen - die Eucharistie täglich gefeiert wurde, entstand logischerweise die Zölibatsverpflichtung.

    Allgemein wurde der Zölibat im 12. Jahrhundert angeordnet. Da der Klerus Grund- und Herrschaftsrechte besass, die von den Nachkommen geerbt wurden, hatte die Kirche ein großes Interesse daran, den Besitz zu erhalten und Erbteilung zu verhindern. Dies erwies sich nur wirksam mit der Verpflichtung zum Zölibat.

    Seit der Reformation wurde der Zölibat zu einem Zeichen der Abgrenzung vom Protestantismus. Die Praxis der evangelischen Pfarrerehe führte dazu, den Zölibat auf katholischer Seite theologisch zu begründen und spirituell zu deuten, und zwar im Sinne der Ehelosigkeit um des Reiches Gottes willen.

    Danach ist die Ehelosigkeit ein Zeichen dafür, dass Gott das Leben des Priesters auszufüllen vermag. Der Lebensstil sollte dem entsprechen. Wichtig ist die Freude an seinem Beruf. Keinesfalls darf er zum Funktionär werden. Hierin aber sehen gegenwärtig viele das Problem. Denn in einer Kirche, in der wegen des zunehmenden Priestermangels der Priester oft nur noch Manager und Organisator wird, droht sein geistliches Leben Schaden zu nehmen.

    Die beiden anderen von Ihnen gehörten Erklärungen sind keine wesentlichen Gründe und gelten im übrigen auch für vergleichbare Berufsgruppen wie Ärzte, Anwälte und Berufspolitiker. Es muss auch klar sein, dass gelebte Ehelosigkeit weder die Abwertung der menschlichen Liebe noch die Verdächtigung der menschlichen Sexualität einschliesst.

    Quelle: http://www.autobahnkirche.de/info-container/sachauskunft/glossar/name/z/004.htm


    Warum darf sich ein katholischer Priester nicht verlieben? Weil er einzig und allein dem Gott, den die Kirche vorschreibt, dienen muss? Ist die Liebe nicht auch eine Art, Gott zu dienen? Ist der Gott, den die (katholische) Kirche entwirft und vertritt wirklich ein Gott oder nur eine Figut, um an Geld und v.a. Macht zu kommen? Ist Gott nicht überall?
    Gott ist natürlich überall. Aber was hat das damit zu tun, dass er Geld und Macht will? Ein Kaplan bei uns hat mal gesagt, wenn Jesus heute leben würde, wäre er sicherlich nicht in der Katholischen Kirche. Ich kann das schon verstehen. Da läuft im Moment nicht so viel gutes: Da werden Priester zwangsbeurlaubt, nur weil sie bei einem evangelischen Abendmahl waren, usw. Man darf aber nicht den Glauben an Gott und die Kirche (egal welche sie jetzt ist) in einen Topf werfen. Man muss das schon differenziert betrachten. Du glaubst ja nicht an die katholische Kriche, sondern an Gott. Da ist schon ein Unterschied!
     
    #2
    muenti, 23 Juni 2003
  3. Bea
    Bea (30)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    vergeben und glücklich
    Re: Re: Ehe + Liebe VERSUS (katholisches) Zölibat

    Japp. Ein großer Unterschied sogar. Ich finde es immer wieder schlimm, was im Glaubensbekenntnis steht:

    [...]Ich glaube an den Heiligen Geist,
    die heilige katholische Kirche,
    Gemeinschaft der Heiligen,
    Vergebung der Sünden,
    Auferstehung der Toten
    und das ewige Leben. Amen.


    Ich glaube nicht an die "heilige katholische Kirche" - was soll an dieser Kirche heilig sein? Intoleranz (siehe deine Erwähnung mit der Zwangsbeurlaubung)? Kreuzzüge? Und was machen sie aus Gott? Ursprünglich war es mal ein strafender Gott - und was ist es jetzt? Ein hingeschneiderter lieber, gütiger, allmächtiger (!!!) Gott, der alles verzeiht.

    Aber wenn Gott wirklich allmächtig wäre, warum gäbe es Kriege? Warum Hunger? Warum Not in irgendeiner Form? Aufgrund des freien Willens des Menschen? Dann hätten wir vielleicht darauf verzichten sollen.

    Und warum soll Gott alles verzeihen? Warum soll er gnädig zu massenmördern sein? Warum soll er ihnen verzeihen, nur weil sie mal zu irgendeinem Priester gegangen sind und gebeichtet haben? Warum jemanden verzeihen der nicht bereut?

    Für mich ist Gott vorhanden. Ich glaube an einen Gott - einen Gott, der sowohl gütig wie auch zornig sein kann, der hilft und bestraft.

    Wir sind nach Gottes Ebenbild entstanden - also warum sollte Gott nicht auch zornig sein, warum nicht strafen, wenn wir doch wie er sein sollen?

    Für mich ist Gott Gott nicht zwei oder dreigeteilt, es ist einfach Gott. Ich stelle ihn mir als Wesen aus reinem Licht vor. Licht, das Gefühle hat und Gedanken, aber keine Gestalt. So stelle ich mir Gott vor. Ein Wesen, das reines WARMES Licht verstrahlen kann, jemanden trösten, helfen, wärmen eben. Aber gleichzeitig auch ein Wesen, das eisKALTES Licht aussenden kann, andere erzittern lässt und straft, wo gestraft werden muss.

    Ich glaube nicht ans Paradies, aber ich glaube an ein Leben nach dem Tod - wie immer es aussehen mag.

    Bea, die noch ihr Kunstzeug packen und ihre Hand einbinden muss...
     
    #3
    Bea, 24 Juni 2003
  4. spacko
    spacko (41)
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    vergeben und glücklich
    Hallo,
    auch wenn das hier bald wahrscheinlich leider wieder zu einem „Ach, die Katholen sind doch eh alle scheiße“ Thread ausartet, möchte ich ein zwei Gedanken von mir geben. Sie werden wohl unpopulär sein und angegriffen werden, aber was soll´s.

    @ Bea

    glaubst du an Christus? Wenn ja dann deute es doch mal so rum:
    die Kirche ist die Nachfolge Christi und vertritt die Werte die Christus vermitteln wollte (ich meine jetzt im idealen/ursprünglichen Sinne. Nicht das was MENSCHEN mal daraus gemacht haben)
    Wenn du also sagst ich glaube an die Kirche, geht es nicht um die Amtskirche sondern um das Vermächtnis von Jesus.
    Glaunst du natürlich nicht an Jesus und seine Werte brauchst du das natürlich nicht beten, aber dann bist du wohl auch im falschen Gottesdienst. :zwinker:

    Und zum „katholischen“
    Katholisch bedeutet allumfassend. Wenn wir also katholisch beten meinen wir die allumfassende christliche Kirche. Da sind quasi alle Christen mit eingeschlossen. Warum wir es dann noch nicht geändert haben? Warum sollten wir. Erstens sind wir ja Katholisch und was ist ehrenrühriges daran seine Glaubensrichtung mir anzusprechen? Zweitens ist das Wort Katholisch in dem oben erklärten Sinne noch globaler um umfassender als das Wort christlich. Und würden wir eine adäquate übersetzung des Wortes Katholisch einsetzen, bräuchten wir drei Sätze mehr um das gleiche zu sagen. (und ganz nebenbei: Natürlich akzeptieren wir auch die evangelische Kirche. Natürlich glauben wir auch das evangelische in den "Himmel" kommen. Auch wenn das viele gerne mal vergessen, weil man dann besser wettern kann.)

    ähem, leider ist es nun mal so das Jesus genau das gepredigt hat. Und wir folgen seinen Lehren nach. Wenn du den strafenden „Auge um Auge“ Gott willst bist du bei den Juden besser aufgehoben, die warten nämlich noch auf den Messias und leben nur nach dem alten Testament.

    Nun ja Gott verzeiht alles was du aufrichtig bereust. Wenn es dir wirklich tief in deinem innersten Leid tut, dann vergibt dir Gott. Warum? Weil Gott die reinste und mächtigste Liebe ist die man sich vorstellen kann. Wenn du mist baust und zu deinem Freund gehst. Ist es dann nicht gut das er sagt, ich verzeihe dir? Warum soll Gott das nicht auch tun? Und ich glaube im übrigen nicht, dass es ein spaziergang wird, wenn der Massenmörder vor Gott rechenschaft ablegen muss. Ich glaube nicht dass Gott ein Gruppenkuscheln veranstaltet, nein aber er gibt die Möglichkeit der vergebung, es ist nicht alles aus, aber es hängt an dir ganz allein, ob du diese Vergebung erhalten kannst oder nicht. Die Beichte ist nichtig, wenn du nur ein Lippenbekenntnis abgibst. Aber wie soll der Priester das wissen? Also gibt er jedem der in den Beichtstuhl kommt immer wieder das Versprechen: Gott vergibt dir, wenn dir ehrlich leid tut was du getan hast.
    So über Himmel Hölle und Fegefeuer schwadroniere ich aber nur auf Anfrage, aber auch dazu habe ich so meine Gedanken.

    Nur eins: Wenn du ein Leben nach dem Tod hast, und dann wieder mit all denen vereint bist die du liebst. Wenn du die Unglaubliche Liebe Gottes spürst und dich wirklich geliebt fühlst (nimm das Glück, wenn du neben deinem Freund einwschläfst und wieder aufwachst mal 10.000 und mehr.) ist das nicht das Paradies?

    Und nun @ Thema
    Es schlagen da zwei Herzen in meiner Brust:
    Ich möchte zu dieser Diskussion jetzt nicht mit für und wieder anfangen, denn dann würde der Text 10 Seiten lang.

    Deshalb möchte ich dazu nur eins sagen: Das ist eine Thema das die Priester oder Priesteranwärter ganz alleine ausdiskutieren müssen. Ich denke nicht das wir das Recht haben ihnen vorzuschreiben was gut für sie ist.
    In meinem Beruf möchte ich auch nicht, dass irgendwer daher kommt und mir an meiner Arbeitsphilosophie rumkrittelt.
     
    #4
    spacko, 24 Juni 2003
  5. Suzie
    Gast
    0
    @Bea: Nur eine kurze Anmerkung - bei uns Evangelischen heißt es "... ich glaube an die CHRISTLICHE Kirche" - ist schon besser, oder?!

    Und na ja, es wird ja immer wieder von Ökumene geredet, aber im Zweifelsfall weigert sich die katholische Kirche auch einfach, z.B. solche Sachen aufzugeben bzw. nachzugeben... hab manchmal das Gefühl, das ist alles ein sehr einseitiger Kompromiss..

    Suzie
     
    #5
    Suzie, 24 Juni 2003
  6. Dragonlord
    Dragonlord (36)
    Verbringt hier viel Zeit
    83
    91
    0
    Single
    Ich glaube nicht an Gott und schon garnicht an einen der heiligen katholischen Kirche! Das Leben (und das Universum selbst) ist nur eine Summe von Wahrscheinlichkeiten und jeder der an Gott glaubt verneint meiner Meinung nach das Leben, weil er sein Leben nicht an sich selber ausrichtet, sondern an einer fiktive Figur!
     
    #6
    Dragonlord, 28 Juni 2003
  7. Mondmann
    Mondmann (31)
    <b>V</b>ery <b>I</b>mportant <b>P</b>enis
    703
    101
    0
    Single
    Der Mensch ist eben ein Herdentier. Er braucht seine Leitfigur, dass macht für ihn da sLeben ungemein leichter. Denn dann hat er selber keine verantwortung.

    "die ernte ist kaputt gegangen, weil gott es so wollte, es ist eine probe..." vs.
    "die ernte ist kaputt gegangen weil ich den boden nicht umgepflügt habe..."

    Mondmann sucht den führer
     
    #7
    Mondmann, 28 Juni 2003
  8. spacko
    spacko (41)
    Verbringt hier viel Zeit
    223
    101
    0
    vergeben und glücklich
    Gott sagt: "gehe verantwortungvoll mit der Erde um, nutze sie aber zerstöre sie nicht."

    vs

    "hey wenn ich den Boden noch ein wenig stärker überdünge kann ich zwei jahre den doppelten Ertrag razsholen. Was dann kommt inetressiert mich erastmal nicht.
     
    #8
    spacko, 28 Juni 2003

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