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Ein Freitext

Dieses Thema im Forum "Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches" wurde erstellt von Lupus69, 23 Juli 2007.

  1. Lupus69
    Lupus69 (28)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Moinsen liebe Leser,

    ja das ist weder eines der typischen "mir gehts so schlecht"/"Die Menschheit ist so schlecht"-Gedichte sondern einfach ein Freitext. Ich kann nicht in Reime fassen wie es mir geht.

    Wie könnte man mein Leben derzeit nennen? Eingesperrt? Teufelskreis? Aber wo hat das alles begonnen?

    Nun, ich möchte zurück gehen von vor einem Jahr. Und zwar am 01.04.07 - mein Einzug in die Bundeswehr. Ich habe geweint, meine Freundin hat geweint. Zwar hat jetzt meine Arbeitslosigkeit ein Ende, aber damit auch das wir uns jeden Tag sehen. Viel mehr nur noch jedes Wochenende - oh Schreck - oder erst jedes Zweite.
    Damals war ich vollgestopft von Ethik, Moral und den Glauben das es noch gute Menschen gibt. Oder das jeder Mensch etwas gutes in sich trägt.
    Dann kam die Bundeswehr und mit ihr die Grundausbildung, sie war hart und brachte mich an meine Grenzen. Es war eine schiere Freude. Hier lernte ich pragmatisch zu denken und nicht immer alles von der emotionalen Seite. Auch mal "nein" zu sagen, wenn man auch "ja, aber" hätte sagen können. Meine Beziehung befand sich ab dem ersten (!) Wochenende an dem ich wieder zurück kam bereits auf einen Sinkflug. Sie hatte alles vorbereitet. Kerzen, eine Decke und selbstgekochtes. Doch als ich angekommen bin hatte sie kein Lächeln, nur noch tränen über die Ungerechtigkeit der Welt: Ich hatte mich verändert.
    Bereits nach einer Woche. Damals konnte ich das nicht glauben, heute bin ich fasziniert das es tatsächlich so schnell geschehen ist. Sie sagte ich wäre ein Arschloch geworden. Besser konnte sie es nicht beschreiben. Ich dachte mir nur: Ideale Begrüssung, freue mich auch dich wieder zu sehen.
    Naja, die Zeit kam und wir haben diesen Riss in unserer Beziehung wieder geflickt. Aber die Gefühle zu ihr nahmen immer weiter ab, ihre hingegen nahmen immer weiter zu. Es war nach meinen Lehrgang zum Unteroffizier, im September, als sie zu mir sagte "eigentlich lebe ich nur noch für dich". Tja, so etwas hört man nicht gerne wenn man versucht schluss zu machen. Ich liebte sie nicht mehr. Ich begann sie damals zu hassen. Für ihre weltfremde Einstellung. Für Dinge die mir nie so aufgefallen waren: Sie stellte sich immer über mich, zweifelte bei allem meine Meinung an und wusste es dennoch besser. Gleich um was es ging: Gehalt, Urlaub bei der Bundeswehr, Dienstvorschriften, Autos... Tja, damals habe ich es scherzhaft "die arroganz der Gymnasiasten" genannt.
    Die Beziehung dauerte nicht mehr lange. 3 Monate lang habe ich versucht jedes Wochenende schluss zu machen. Die Wochenenden wurden monoton: Am Freitag weinte sie, am samstag schluchzte sie und am sonntag waren wir überglücklich.
    Tja, im Oktober kam ich auf meine zivile Aus- und Weiterbildung der Bundeswehr. Lernte 2 gute Kameraden kennen, aus datenschutz gründen natürlich falsche namen: Richard und Julia. Richard und Julia waren ein ungleiches paar. Sie verheiratet und wollte sich scheiden lassen, richard ein alkoholiker. Aber dennoch verband sie eine Liebe und ein gleichzeitiger hass den ich damals selten erlebt habe. Diese beiden wurden meine besten Freunde - wen hatte ich noch in meinem Heimatort wo die wochenenden zu kurz für meine kumpels waren, weil ich doch meine Freundin sehen wollte.
    Ich wollte das meine Freundin Richard und Julia kennen lernt, diese 2 Menschen sind mir so ans Herz gewachsen. Aber es interessierte sie nicht. Das war wie ein Schlag ins Gesicht. Es interessierte sie nicht. Tage später gestand sie mir das es sie auch nciht interessierte wie es mir bei der bundeswehr erging, nur das wochenende mit ihr wäre wichtig... Tja. Bis ich an einem Mittwoch entschieden habe, dass zu beenden: Ich rief sie an und machte per Telefon schluss. Die einzige Möglichkeit die ich damals gesehen habe, denn ich konnte es ihr nicht ins Gesicht sagen. Oh wie feige ich geworden war!
    Aber der Schmerz hielt nicht lange an...

    Sylvester war es. Sylvester war es als ich _sie_ sah. Sie, Tanya. Groß, schlank, wunderschön. Kommt aus einer zerstörten Familie wie ich und arbeitet hart. Verdient geld und hat eine eigene Wohnung.
    Ich lernte sie auf der Sylvesterparty von Richard kennen... Ab diesem Zeitpunkt begann mein zweiter Absturz. Ich verliebte mich schnell in Tanya, doch für Tanya war klar: SIe hatte noch gefühle für ihren ex und wollte mir keine Hoffnung machen, sagte aber das sie nicht wüsste wohin sie der Weg noch führt. Also wartete ich. Oft habe ich stundenlang mit Richard da gesessen und versucht sie zu verstehen - es klappte nie. bis ich einst Richard fragte "sag mal, lief da was?"... nein. Nie.
    Irgendwie kam das Gespräch dann auch mal bei tanya... Tja, sie hatte eine Affäre mit Richard. Jahre her, aber dennoch existent. Ich war nicht wütend weil Richard etwas mit ihr hatte, ich war wütend weil er gelogen hatte. Doch bevor ich mich einem Streit aussetzte wollte ich das mit Julia absprechen... Sie erzählte mir jedoch, dass auch Richard ihr erzählt hätte das da nie etwas lief. Gemeinsam stellten wir ihn zur Rede. Er streitete weiter alles ab, brach sogar den Kontakt mit Tanya gänzlich ab. Ich jedoch hatte da auch schon meine Wahl getroffen. Oft sass ich an einem Samstag in einer Pension (tanya wohnt zu weit weg, deswegen musste ich in Pensionen übernachten) und starrte die Decke an. Mit Selbstmordgedanken. Mit der Sehnsucht nach dem Tot - wer vermisst dich schon? Tanya? Sie vermisst nur ihren Ex.
    das waren meine Gedanken damals. Ich versuchte damals oft mit Julia oder Richard darüber zu reden, aber sie verschoben mich. "wir haben gerade keine zeit"... "wir sind gerade in einer kneipe".
    Ich bin kein Mensch, der sich nicht klar ausspricht. ICh sagte offen was los ist - aber das Bier war wohl wichtiger.
    Damit war dann auch für mich klar: ich konzentriere mich weiter auf Tanya und breche den Kontakt zu Richard und Julia ab. Von da an waren sie weder Freunde noch bekannte. Sie waren Kameraden. Leute mit denen ich zusammen arbeiten musste - und das merkten sie auch.
    Mit Tanya lief es nicht so wie es sein sollte. Wir kuschelten miteinander, versuchten im gleichen Bett einzuschlafen, telefonierten 5 stunden am stück miteinander. Einig waren wir uns: Das war keine Freundschaft mehr. Aber es war auch keine Beziehung.
    Sie hielt mich mit fadenscheinigen Begründungen hin... bis ich sie in eine Sackgasse drängte und eine Antwort forderte.
    Es war ende April als mein Glaube an die Menschheit völlig verloren ging.
    Sie hatte eine Affäre mit ihrem Ex seit 5 monaten und hatte mich mehrmals versetzt weil sie mit ihm geschlafen hatte.
    Warum mein Glaube verloren ging, fragt ihr euch? Ich konnte sie verstehen. Ich konnte all den Schmerz in ihr verstehen als sie es mir weinend gestand. Förmlich konnte ich ihren Schmerz in mir spüren, wie zerissen sie war. Weil sie mich belogen hatte. Weil sie keine Gefühle für mich hatte. Weil sie mich verletzt hatte. Weil sie so dumm war und noch mit ihrem ex zusammen schlief.

    Ich war sauer. Mächtig sauer. Und habe den Kontakt zu ihr abgebrochen. Die nächsten Monate waren traurig. Ich verlor meine Moral, verlor meinen Lebenswillen. Jeden Tag verbrachte ich mit einem Gedanken an Tanya und wie ungerecht das Schicksal ist. Sicher, ich versuchte andere kennen zu lernen, aber keine schien interessiert zu sein. Oder ich verstellte mich eifnach zu sehr.
    Bis Anfang Juli... Ich meldete mich wieder bei Tanya. Unsere gespräche mehrten sich und wurden eindeutiger. Wir beide wollten eine Beziehung, aber sprachen es nicht gegenseitig aus. Bis ich sie dann besuchen gefahren bin. Ich merkte sofort das etwas nicht stimmte. Wir waren zwar eng aneinander, aber noch immer hatte ich sie nicht geküsst. Bis ich es versuchte... sie blockte ab. ich entschuldigte mich und fuhr sofort los. völlig verwirrt. Es war eine lange Nacht im Auto, weil ich auf sie warten wollte - und als Hotelfachfrau hat man halt erst nachts um 5:00 Schluss.

    Da war sie dann also... wir besprachen es. Es stellte sich heruas, ihr ex hätte sich wieder gemeldet und hatte alles geklärt. Und in ihr bauten sich wieder Gefühle auf. Und in mir der Entschluss zu kämpfen. Zu Kämpfen auf verlorenen Terrain. Es ist wie damals. Sie sagt mir, sie hätte keine Gefühle für mich. Hätte aber gerne eine Beziehung mit mir, die sie aber nicht eingehen kann weil sie keine Gefühle für mich hat - weil sie noch gefühle für ihren Ex freund hat.

    Tja... und jetzt steh ich da. Im Geiste habe ich sie schon abgeschossen. Und ich bin wieder allein. Vielleicht ist es auch besser so. Diese Geschichte hat weder einen roten Faden, noch aht sie ein Ende. Vielleicht wird das Ende nie geschrieben sein.
     
    #1
    Lupus69, 23 Juli 2007
  2. Lupus69
    Lupus69 (28)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Single
    Jaha, es ist wieder Zeit den Text ein wenig ins detail zu nehmen. Das war ja nur die ganze Geschichte, Details habe ich weg gelassen.

    Aber auch die werden nachgerüstet. Ich denke, dass schreiben hilft dem Menschen wie das Reden. bis auf den Unterschied das man sich einfach nicht einen Menschen öffnet oder seine Formulierungen so zu wählen, dass der andere sie auch versteht. Es gibt nichts zu verstehen, es gibt einfach nur diesen Text.

    Es war die Beziehung meiner ex, die mich innerlich aufgefressen hatte. Sie war ein ehrlicher Mensch und vielleicht gerade deswegen innerlich zerrissen. Ich weiss es nicht. Ehrlichkeit... So hoch geschätzt von uns Menschen. Ist es doch moralisch richtig und eine Schandtat seinen Gegenüber anzulügen. Lieber ehrlich sein und schmerzen ertragen als unehrlich sein und sich herabzuwürdigen, nicht wahr?
    Ehrlichkeit hat ihren Preis. bei uns hat es die Zuneigung des anderen gekostet. Sie sagte immer, ich wäre nur eine Notlösung und nur mit mir zusammen weil sie kein anderer will. Dennoch betonte sie immer dass sie mich über alles liebt. Ich werde es ihr nie glauben können und immer sagen das sie nur mein Verhalten geliebt hat.
    In dem Punkt bin ich sehr eingebildet - ich halte mich für einen fantastischen Partner. Ich bin direkt, ehrlich, kreativ, umsorgend und gleichzeitig nicht besitzergreifend, eifersüchtig oder einschränkend. Eine Aufmerksamkeit mitzubringen war für mich an der Tagesordnung. Oder sie zu massieren, wenn sie schmerzen hatte. Oder einfach nur bei ihr sein, wenn ihr das besser gefiel.
    Welche Frau mag es nicht auf Händen getragen zu werden? Gedichte von sich zu hören wie toll man sei?
    Oder einfach nur zu spüren, dass da jemand ist der alles für einen tun würde.
    Tja - so ein schönes Gefühl ist leicht mit Liebe zu verwechseln. Traurig, aber nicht so traurig wie die Tatsache das man vor so einen Menschen schnell jeden Respekt verliert und ihn irgendwann als selbstverständlich ansieht.
    Nunja. Sie war immer für offene Beziehung, sie wollte sich offen halten falls dann doch jemand käme. Warum ich nicht wollte, dass jemand anderes mit ihr schlief konnte sie nie verstehen. 6 Monate billigte ich ihren Willen, in der Zeit ist sie mir 2x fremd gegangen, hat es mir aber beide mal direkt danach gesagt. Sauer deswegen war ich nie. Nur enttäuscht. Nach 6 monaten konnte sie - trotz unverständnis - einwilligen das wir eine echte Beziehung führten. Also uns gegenseitig treu sind. Was für mich ohnehin in Frage kommt, ich bin kein Typ der fremd geht.
    Naja, dennoch mussten wir sehr oft so tun als wären wir nicht zusammen. Sie owllte nicht das ihre Schulklasse erfährt, sie wäre mit mir zusammen. Denn ihre Schulklasse war gleichzeitig meine alte Klasse - in der ich nicht besonders beliebt gewesen bin. Und vor Angst das sie gemobbt werden könnte stritt sie die beziehung immer ab. Und brachte mich soweit das ich es ebenfalls tat. Wie erniedrigt ich mich damals habe ist mir erst heute wirklich klar. Damals sagte ich mir, ich könnte sie verstehen und wollte sie vor sprüche beschützen. Dachte mir das es mich ja nichts kostet und sie vor soviel rettet. Aber das Gleichgewicht gibt es immer. IMMER.
    Was viel bringt, kostet viel.

    All das führte dazu, dass ich immer mehr meine Ex verabscheute. Ihre ganze Lebenseinstellung verabscheute ich. "na und, werde ich halt arbeitslos, kann doch auch auf kosten des staates leben"... "ich beende mein studium und wander dann aus, was schulde ich schon meinen Land?"

    Versteht mich nciht falsch, ich bin nicht ignorant. Aber ich hasse es wenn man ein Land ausnimmt. Gleich welches Land, jeder hat die Verpflichtung seinem Land auch ein bißchen was zurückzugeben. Wer sich davor drückt ist in meinen Augen undankbar...
     
    #2
    Lupus69, 26 Juli 2007
  3. User 77157
    User 77157 (28)
    Verbringt hier viel Zeit
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    6
    vergeben und glücklich
    alles nicht so einfach:ratlos: .

    hat es dir denn geholfen,all das aufzuschreiben?
     
    #3
    User 77157, 15 August 2007

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