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Ein Hilferuf an die Windel-Fetischisten

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Roggenbrötchen, 12 März 2008.

  1. Roggenbrötchen
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    vergeben und glücklich
    Mein liebes Forum,

    über die Überschrift und das gewählte Unterforum sind bestimmt einige auf den ersten Blick verwundert, aber beim zweiten Hinsehen gibt es einen Sinn.

    Ich bin zur Zeit sehr traurig und nachdenklich, fast schon verzweifelt. Es geht um meine geliebte Mutter. Sie ist 84 Jahre alt und hat bis vor kurzem ihren Haushalt noch völlig alleine gemeistert. Seit einigen Wochen ist sie nicht mehr richtig auf dem Damm, kam mit Magen-Darm-Beschwerden in ein Krankenhaus. Nach einer gründlichen Untersuchung hat man sie auf ihren ausdrücklichen Wunsch wieder nach Hause entlassen. Man hat unabhängig von dem Magen-Darm-Infekt einen bereits streuenden Hautkrebs diagnostiziert und ihr eine eher schlechte Prognose gestellt. Von Wochen bis wenigen Monaten ist die Rede.

    Sie möchte gerne zu Hause in ihrem gewohnten Umfeld sein, was ich gut verstehen kann, und ich möchte es ihr auch so weit nur irgend möglich ermöglichen, in der Hoffnung, dass uns die Verlegung in ein Pflegeheim oder Krankenhaus erspart bleibt und sie in Ruhe und ohne Schmerzen einschlafen wird. Das ist ihr Wunsch.

    Der Sozialdienst des Krankenhauses hat uns einen Pflegedienst vermittelt, der einmal morgens kommt und meine Mutter wäscht. Um alles andere kümmere ich mich im Moment nebenbei. Der Hausarzt ist sehr nett, schaut alle Tage vorbei und geizt nicht mit Dingen, die sie braucht. Auch die Krankenkasse kümmert sich super um sie. Sie hat ein Pflegebett bekommen, in ihrem Bad wurden Haltegriffe montiert, sie hat einen Gehwagen bekommen, der Pflegedienst ist nett, sie bekommt ausreichend Schmerzmittel und Flüssigkeit, es ist alles vorbildlich, nach meinem Dafürhalten als Fachidiot.

    Aber in einem Punkt kommen wir auf keinen grünen Zweig und da ist mir dieses Forum eingefallen, weil ich mich an einige schräge Diskussionen hier erinnerte. Ich erinnere mich, dass es hier einige sehr fundierte Aussagen zu meinem Problemthema gab, weiß aber nicht mehr von wem. Ich bitte einfach um Hilfe und bitte ausdrücklich darum, das hier nicht in eine sexuelle Richtung zu schieben. An die Fetischisten hier: Reißt euch einfach einmal zusammen.

    Denn genau die Fetischisten sind es vermutlich, die mir weiterhelfen können. Meine Mutter soll Inkontinenz-Vorlagen bekommen. Sie benötigt dringend welche. Mit mir redet sie nicht drüber, sondern verheimlicht ihr Problem. Der Pflegedienst sprach mich an, ich hatte das auch bereits gemerkt, aber war auch ratlos. Der Arzt schreibt sofort alles auf, was er aufschreiben darf, sagt er. Wir sollen uns beraten lassen.

    Und das ist der Knackpunkt: Das eine Produkt bezahlt die Kasse gar nicht, das andere ist nicht geeignet, beim nächsten muss immens zugezahlt werden, dann ist eins nicht lieferbar, dann passt es nicht, dann ist es zu stark, dann bekommt meine Mutter es nicht angelegt, dann ist es zu schwach, dann ist es ... katastrophal. Proben über Proben, jeder, den man fragt, hat eine eigene Meinung. Aber niemand hat eine ehrliche Meinung. Denn alle wollen nur ihr Produkt verkaufen und dabei den größten Gewinn machen. Nur mal so als Beispiel: Eine Firma hat ihr einfach über einen Paketdienst einen Karton Windeln ins Treppenhaus stellen lassen. Ich bin abends von einer Nachbarin angesprochen worden, sie hatte den Karton aus dem Weg geräumt, nachdem schon 10 Mitmieter darüber gefallen waren und Kinder bereits damit spielen wollten. Meine Mutter sagte am Tag danach: Der Karton soll wieder abgeholt werden, sie kommt damit nicht zurecht. Herrschaftszeiten!

    Nun dachte ich, Fetischisten kennen doch den Markt, wissen, was gut ist, wissen, worauf man schauen muss, kennen halbwegs die Preise. Zwar aus einem anderen Hintergrund, aber das kann doch einmal, diesmal, egal sein, oder? Könntet ihr bitte mal für einen Moment euren Schwanz Schwanz sein lassen und mir helfen? Ich wäre euch wirklich sehr dankbar.

    Ich schreibe es hier und nicht in einem Fetisch-Forum, weil ich denke, hier noch einigermaßen ernst genommen zu werden und vor allem die Moderatoren in guter Erinnerung zu haben, was das Entfernen von unpassendem Schweinkram angeht. Ich danke euch vielmals.
     
    #1
    Roggenbrötchen, 12 März 2008
  2. Gazalia
    Verbringt hier viel Zeit
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    12
    Verheiratet
    ich hoffe dass dir jemand ein paar gute Tipps geben kann:smile:

    und wenn ich das schreiben darf (?), wende dich doch vielleicht mal per PN an die Userin Hexchen (sie ist keine "Fetischistin"), vielleicht kann sie dir etwas empfehlen?
     
    #2
    Gazalia, 12 März 2008
  3. Kaya3
    Kaya3 (33)
    Sehr bekannt hier
    1.229
    168
    292
    nicht angegeben
    ----
     
    #3
    Kaya3, 12 März 2008
  4. Dunsti
    Dunsti (39)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Es tut mir Leid um Deine Mutter und ich drücke fest die Daumen, dass sie nicht leiden muss. Ich finde es toll, dass Du Dich um sie kümmerst.

    Du darfst mir auch gerne eine PM schreiben. Möglicherweise ist es aber sogar besser, hier zu schreiben, damit andere ggf. auch noch etwas sinnvolles beitragen können.

    Ich versuche, das mal so weit wie möglich zusammen zu fassen und zu strukturieren. Leider hast Du nicht viele Informationen gegeben, warum genau Deine Mutter diese Hilfsmittel benötigt.

    Ich gehe davon aus, dass man Deine Mutter so weit wie möglich in Ruhe lassen möchte. Das heißt: Keine aufwändige Diagnostik mehr, keine Operationen. Unter diesem Grundsatz sind die nachfolgenden Absätze zu verstehen.

    Als erstes wäre wichtig zu wissen, ob sie Stuhl oder Urin oder beides verliert und warum das so ist. Danach richtet sich nämlich die Therapie, auch die mit Hilfsmitteln.

    Wenn man davon ausgeht, dass sie Stuhl verliert, wäre zu klären, ob sie das selbst bemerkt (so erscheint es mir, wenn Du schreibst, ihr sei das unangenehm) oder ob sie das gar nicht mehr mitbekommt (was eher unwahrscheinlich ist, wenn sie den ganzen Tag noch in ihrer eigenen Wohnung lebt und nur morgens Unterstützung bekommt). Wenn sie es selbst bemerkt, sie also alles unternimmt, damit das nicht in die Hose geht, sie das aber trotzdem nicht packt, wäre die Frage, ob das daran liegen könnte, dass der Stuhl zu flüssig und/oder der Darm zu aktiv ist. In diesem Fall könnte man mit dem Haus- oder Facharzt darüber diskutieren, darmlähmende und somit stuhlverdickende Medikamente einzusetzen, wie zum Beispiel Loperamid, Codein oder sogar Opium. Wobei bei den beiden letztgenannten der Allgemeinzustand und die Gesundheit von Herz und Lunge eine große Rolle spielen; gerade das letzte aber auch positive Auswirkungen auf die Schmerzen haben könnte. Sofern der Stuhl jedoch in Ordnung ist, wären Analtampons auf jeden Fall einer Windel vorzuziehen. Das aber nur am Rande.

    Ist ihr Problem jedoch, dass sie Urin nicht halten kann, wird man unter der Vorgeschichte und in dem Alter um saugende Hilfsmittel nicht herum kommen. Hier ist jetzt erneut zu beurteilen, ob sie vergeblich versucht, Urin zu halten oder ob sie gar nicht (mehr) bemerkt, dass sie "undicht" ist. Kommt sie nicht schnell genug zur Toilette, verliert sie beim Aufsetzen, Umdrehen, Husten, bei Schmerzen was oder läuft da ständig irgendwas? Oder passiert nur zeitweise im Schlaf etwas?

    Wichtig ist, zu wissen: Muss das Produkt auf einen Schlag große Mengen aufnehmen können? Wird es sofort danach gewechselt? Oder geht es nur darum, ein paar Tropfen sicher aufzusaugen, die sie in bestimmten Situationen verliert? Oder läuft das alles nach und nach raus, so dass die Menge schon sehr groß ist, diese aber nicht auf einmal aufgesogen werden muss? Passiert das nur manchmal, ist das absehbar, oder passiert das immer? Will sie damit ins Bett oder ist sie tagsüber in der Wohnung mobil und braucht dann auch eine Vorlage?

    Bei großen Mengen, die sich plötzlich komplett entleeren, kommt sie um eine Windelhose nicht herum. Hier gibt es jedoch Produkte, die sehr gut sind und von allen Kassen komplett bezahlt werden. Ein Beispiel ist das Produkt "Attends" von der Firma PaperPak.

    Sind es nur einzelne Tropfen, gibt es so etwas wie dickere Damenbinden mit unterschiedlichen Saugstärken. Hier gibt es eine Vielzahl guter Anbieter, es muss nicht die teure Tena Lady sein. Sofern ein Wäschetrockner vorhanden ist, gibt es auch sehr gute wiederverwendbare Produkte, also Baumwollslips, in die im Schritt eine Funktionsfaser eingearbeitet ist, die die Feuchtigkeit in einem Saugkern einschließt und später normal ausgewaschen werden kann.

    Kommt es ständig zum Urinabgang, ist eine Versorgung mit saugenden Hilfsmitteln eigentlich nicht das Mittel der Wahl, weil es schnell zu Komplikationen mit der Haut kommt. Hier wäre es wichtig, viel zu trinken und häufig zu wechseln. Darum kommen hier eher Vorlagen, die keine große Saugkapazität haben, für tagsüber in Frage. Also ein Zwischending zwischen dicker Binde und Windelhose.

    Solange es nur hin und wieder mal nachts zum unkontrollierten Urinabgang kommt, würde man eher eine saugende Unterlage ins Bett legen und den Rest des Bettes so präparieren, dass die Federkomponenten keine Feuchtigkeit aufnehmen. Als saugende Unterlagen kommen wiederverwendbare Stecklaken mit Saugkern in Frage, die bis zu 3 Liter aufnehmen, sicher einschließen und später wieder ausgewaschen werden können. Von dicht am Körper getragenen Hilfsmitteln würde man in diesen Fällen Abstand nehmen, da sie allgemein der Haut nicht gut tun.

    Möglicherweise ist es auch schon ausreichend, eine Bettflasche oder einen Toilettenstuhl neben das Bett zu stellen, vielleicht auch nur über Nacht und morgens wird er weggeräumt, wenn ihr das zu peinlich sein sollte.

    Wichtig ist für Dich, herauszufinden, welcher Bedarf überhaupt besteht, also was Deine Mutter verliert (Urin und/oder Stuhl) und wieviel, wie oft und wann. Mit diesen Infos darfst Du Dich gerne wieder an mich wenden.

    Und dann würde ich empfehlen, das Produkt zu testen und anschließend über einen Lieferanten in größerer Menge zu bestellen, damit diese Lieferprozedur sich nicht jede Woche wiederholt, sondern nur einmal jemand vor Ort sein muss, der zwei, drei Kartons annimmt. Entsprechende Adressen und Empfehlungen kannst Du auch von mir bekommen.

    Ich hoffe, ich konnte Dir damit ein wenig weiterhelfen.
     
    #4
    Dunsti, 12 März 2008
  5. Beelion
    Beelion (29)
    Verbringt hier viel Zeit
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    1
    Single
    da du so offen schreibst frage ich jetzt einfach offen auch wenns mir unangenehm ist...


    trägst denn du als rollstuhlfahrerin (gibts da was politisch korekteres?) immer eine windel?
    oder ist die nur für nen notfall dran?
    oder hast du eben einfach hin und wieder damit erfahrungen gemacht (was weiß ich längere reise, flugzeug oder so)



    sorry für die dummen fragen - musst mir auch nicht antworten! (oder via pn)
    ich kenn mich da halt gar nicht aus also sorry wenn das jetzt für manche die hier länger sind "dumm und unwissend" oder auch ein wenig plump klingt :ratlos:


    edit:
    ich lasse mich gerne zurechtweisen! ihr müsst nicht sparsam sein!
    deswegen frage ich ja damit ich nichtn mehr so unwissend bin :smile:

    eigentlich schade das man NIE was über generell behinderungen usw lernt... eigentlich müsste da ein schulfach her - irgendwas mit "soziale erziehung"...



    edit:
    ein user hat mir ne pn geschrieben.
    habe viele alte threads gefunden - auch von und mit dunsti.
    da gibts erstmal vieeeeel zu lesen^^
    bin also versorgt und brauche keine ifos mehr :smile:
     
    #5
    Beelion, 12 März 2008
  6. Hexchen
    Hexchen (27)
    Verbringt hier viel Zeit
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    1
    Single
    Tut mir auch leid mit deiner Mutter. :knuddel:

    Ich kenn mich zwar auch ein kleines bißchen aus aber lange nicht so gut wie Dunsti. Dunsti hat mir auch schon mal geholfen und zwar an einer Stelle wo ich mir auch die Zähne ausgebissen habe. Als Ärztin hat sie natürlich ein ganz andern Überblick über die ganzen verschiedenen Krankheiten und Hilfsmittel als jemand der nur sein Produkt kennt oder so. Daher kann ich sie dir nur wärmstens empfehlen. :anbeten:

    Früher konnte man über die Krankenkasse die ganzen Markenprodukte kriegen, aber das geht heute nicht mehr. Das einzige Markenprodukt was geblieben ist ist Attends und das ist auch nach meiner Meinung das beste was du auf Rezept kriegst.

    Kann sogar sein dass man verschiedene Produkte nehmen muss und das je nach Situation wechselt. Ich hab z.B. 4 verschiedene Hilfsmittel, für unterwegs, fürs Bett usw. Ich kann ja auch verstehn wenn deiner Mutter das peinlich ist aber viell kann ja auch der Arzt mal vernünftig mit ihr reden oder so? Ich mein, ist doch besser man redet einmal so richtig drüber und das wird einmal bißchen peinlich als wenn man immer wieder ne nasse Hose hat und das jedes Mal wieder peinlich wird oder?

    Bevor ich die Tipps von Dunsti gekriegt hab hatte ich auch so ne völlig beknackte Versorgung weil man mir einfach das gegeben hat, was den meisten Gewinn abwirft und dann einfach so getan hat als wenn das genau das richtige für mich ist und es nichts besseres gibt. Und meine Mutter hat das damals auch noch geglaubt und immer wenn ich gemeckert hab taten alle so als wenn ich zu doof bin für diese Welt und haben mich bevormundet. Und irgendwann kam der Kontakt zu Dunsti und die hat da erstmal richtig "aufgeräumt" und seit dem bin ich super zufrieden. Das einzige was ich bißchen bereue ist dass ich sie nicht schon 10 Jahre vorher getroffen hab. :zwinker: :tongue:
     
    #6
    Hexchen, 13 März 2008
  7. Roggenbrötchen
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    86
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    vergeben und glücklich
    Ich bin ganz gerührt von der Hilfe, die ich hier bekomme. Da setzen sich tatsächlich Leute hin und schreiben mir richtig hilfreiche und fundierte Antworten. 1000 Dank. :kiss:

    Ich wollte euch die eher unappetitlichen Einzelheiten ersparen, aber ich sehe ein, dass ich dann nicht weiter komme, sondern die, die mir helfen, die 10fache Arbeit mache, sorry.

    Es ist nichts so richtig von dem, was Dunsti beschreibt, sondern ein Mischmasch aus allem möglichen. Sie überspielt auch sehr viel, weil ihr das grundpeinlich ist, und deswegen bekomme ich auch nicht alles mit.

    Ich beschreibe mal eine Situation, wenn es ok ist. Sie liegt im Bett, schaut Fernsehen. Dann sagt sie plötzlich: Oh, ich muss austreten. Dann steht sie auf, hat ihren Gehwagen, geht mühsam zur Toilette und dann dauert es und dauert es. Und dann fragt man ob alles ok ist und dann kommt ein hektisches "bin gleich wieder da" und dann hat sie hinterher andere Sachen an. Es sieht so aus, als wenn es "zu spät" ist, sobald sie im Badezimmer ankommt, also als wenn es immer kurz vor dem Klo passiert. Dann gehen wir zurück zum Bett und dann ist da ein nasser Fleck, vielleicht so groß wie ein Bierdeckel, und dann bekommt sie einen knallroten Kopf und dann sagt sie: Oh, was ist da denn passiert und das ist mir ja unangenehm und kannst du das mal bitte frisch beziehen. Da habe ich mir wohl die Blase verkühlt... Mache ich natürlich, aber das passiert wohl öfter und entsprechend riecht das auch alles ein bißchen. Ich habe dann schonmal so ein Trockenpulver gekauft und als sie auf Klo war, mal die Matratze kurz damit abgepudert, aber das bringt nicht wirklich etwas. Für den Moment ja, aber am nächsten Tag ist alles wieder wie vorher.

    Mit dem Stuhlgang hat sie keine Probleme, das schafft sie ganz normal. Ab und zu hat sie mal einen "Pups mit Festland", ich weiß, es ist eklig, aber ich glaube, das liegt am Alter und wir werden alle mal alt. Das war auch mehr wegen des Infekts, der jetzt aber wieder weg ist.

    Ich danke sehr für die Hilfen. Ihr seid dufte Kumpels.
     
    #7
    Roggenbrötchen, 13 März 2008
  8. Dunsti
    Dunsti (39)
    Verbringt hier viel Zeit
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    2
    vergeben und glücklich
    Okay. Du weißt, dass Ferndiagnosen niemals verbindlich sein können und keinesfalls einen Arzttermin ersetzen können. Darum diskutiere bitte mit dem behandelnden Arzt meine Meinung, die ich mir ausschließlich aufgrund Deiner subjektiven Schilderung gebildet habe:

    Bei Deiner Mutter liegt eine Mischform aus Drang- und Belastungs-Inkontinenz vor. Ursache hierfür sind einerseits eine durch das Alter und die zunehmende Immobilität bedingte Erschlaffung des Beckenbodens, so dass beim Anspannen der Bauchmuskeln der Schließmuskel dem Blasendruck nicht mehr standhalten kann; andererseits ein vermutlich durch das Alter und möglicherweise durch die Krebs-Erkrankung (oft auch durch Alters-Diabetes) bedingtes Ungleichgewicht bei den beiden gegeneinander spielenden Nerven- und Muskelgruppen, die die Blasenentleerung kontrollieren. Mal ganz laienhaft und hoffentlich verständlich ausgedrückt.

    Ich würde auf jeden Fall einmal Blut abnehmen, die Nierenwerte kontrollieren und einmal in den Becher pinkeln lassen und auch die Urinwerte bestimmen, insbesondere Blut im Urin und Eiweißgehalt. Was diesen plötzlichen Harndrang im Bad angeht, kann man versuchen, mit bestimmten Medikamenten dieses Ungleichgewicht dieser beiden Muskelgruppen in den Griff zu bekommen. Bestimmte Medikamente vermindern die Anspannung der glatten Muskulatur der inneren Organe, so dass kein so hoher Blasendruck mehr zustande kommt. Ein Wirkstoff ist Oxybutynin, die Nutzen-Risiko-Abwägung obliegt aber dem behandelnden Arzt.

    Was Du machen kannst: Zunächst würde ich darüber nachdenken, Deiner Mutter eine neue Matratze zu kaufen und vielleicht auch ein neues Kissen und ein neues Federbett. Wenn sie die nächsten Wochen und Monate überwiegend im Bett verbringt, ist es doch für alle angenehmer, wenn das sauber ist. Vorausgesetzt, die Anschaffung schmerzt niemandem.

    Dann gibt es im Fachhandel zum Beispiel von der Firma Suprima-Herzlieb Produkte, mit denen man Matratze, Kissen und Decke vor Flüssigkeit schützen kann. Es handelt sich um PVC-Spannbettlaken, Kissen- und Deckenbezug. Diese sind atmungsaktiv, stoppen jedoch Flüssigkeit zuverlässig (das ist eine Sache der Oberflächenspannung von Flüssigkeiten, das gleiche Prinzip wie bei Jacken mit Klima-Membran). Man schläft dabei nicht auf der PVC-Folie, sondern man zieht über diese Folie noch das normale Bettlaken, den Kissen- und den Deckenbezug, so dass im Falle eines Falles nur die waschbaren Laken und die Bettwäsche in die Waschmaschine müssen, der Rest des Bettes aber unversehrt bleibt. Diese Produkte können vom Arzt rezeptiert werden. Es handelt sich dabei um hochwertige Artikel, die weder knistern noch zum Wärmestau führen oder irgendwelche Plastik- und Mülltüten-Assoziationen wecken.

    Dann würde ich empfehlen, ein waschbares Stecklaken mit Saugkern ins Bett zu tun. Diese Dinger können bis zu drei Liter Flüssigkeit aufsaugen, speichern diese im Saugkern (so dass die Oberfläche trocken bleibt) und werden bei 60° in der Waschmaschine gewaschen und hinterher getrocknet. Wenn dann wirklich was passiert, liegt Deine Mutter einerseits nicht in der Nässe, andererseits ist so ein Stecklaken sehr schnell gewechselt und es schwimmt nicht das ganze Bett. Die Dinger gibt es in vielen verschiedenen Farben, muss kein Klinik-Weiß sein. Auch diese werden von der Kasse bezahlt.

    Man könnte auch mal ansprechen, ob man ihr nicht einen Toilettenstuhl ans Bett stellt. Das muss ja kein chromfarbener Rollstuhl mit grauem Eimer sein, es gibt ja auch schönere Dinger. Oder eine Bettschüssel - falls es eben mal wieder sehr eilig ist. Zahlt in der Regel die Pflegekasse.

    Ansonsten würde ich zu wieder verwendbaren Baumwoll-Unterhosen tendieren mit Saugkern im Schritt. Ein Beispiel. Diese Dinger unterscheiden sich nicht von normaler Unterwäsche, sind in der Maschine waschbar, Du hast keinen Zellstoffmüll und keine Plastikfolie. Allerdings ist das nur für Deinen "bierdeckelgroßen Fleck", diese Dinger fassen nicht den kompletten Blaseninhalt. Auch die kann man auf Rezept bekommen.

    Soviel fürs Erste von mir. Alles weitere musst Du dann nochmal konkret anfragen. Alles Gute für Dich und Deine Mutter!
     
    #8
    Dunsti, 13 März 2008
  9. Kahu
    Kahu (29)
    Verbringt hier viel Zeit
    43
    93
    1
    vergeben und glücklich
    Hab jetzt nicht alle Antworten gelesen, aber mein Opa hat dasselbe Problem und wir haben dann Pflegestufe 2 bei der Krankenkasse beantragt. Und seitdem werden die Windeln bezahlt und der Pflegedienst kommt 2 mal am Tag und kümmert sich um ihn. Zahlen müssen wir nur 20 Euro im Monat für Medikamenteneingabe.
    Ist zwar nicht einfach, Pflegestufe 2 zu bekommen, aber man spart sich sehr sehr viel Geld damit.
     
    #9
    Kahu, 13 März 2008
  10. Hexchen
    Hexchen (27)
    Verbringt hier viel Zeit
    123
    101
    1
    Single
    Ich hab Pflegestufe 1 und krieg meine Pampers auch bezahlt.

    Bei der Mutter vom Roggenbrötchen kommt doch auch schon der Pflegedienst zwar nur 1x morgens aber sie wird also auch schon eine Pflegestufe haben. Das hat doch aber nix damit zu tun ob sie die Pampers bezahlt kriegt! Und es geht auch nicht ums bezahlen, sondern das Problem ist doch hier ein ganz andres!
     
    #10
    Hexchen, 13 März 2008
  11. Dunsti
    Dunsti (39)
    Verbringt hier viel Zeit
    590
    103
    2
    vergeben und glücklich
    Lass mich erwähnen, dass mir viel mehr an der Einstellung des Menschen zu mir liegt als an politisch korrekten Ausdrücken. Ich verwende mir und meinen rollstuhlfahrenden Freunden gegenüber auch politisch unkorrekte Ausdrücke. Jemand, der mich mit politisch korrekten Worten spüren lässt, dass er allgemein was gegen Rollstuhlfahrer hat, wird mir nicht dadurch sympathischer, dass er statt über Behinderte nun über behinderte Menschen wettert.

    Auch was das Schulfach angeht, bin ich nur bedingt Deiner Meinung. Ich bin schon der Meinung, dass in den Schulen sehr viel mehr für das Miteinander getan werden muss, dann würden nämlich Gewalt und Kriminalität sicher zurück gehen. Was das Verhalten gegenüber behinderten Menschen angeht, so erlebe ich sehr häufig anerzogene Berührungsängste, die man mit noch so viel theoretischem Unterricht nur noch verschlimmert. Nach meiner Meinung. Es gibt in einigen Städten immer mal wieder Modellprojekte, in denen sich Schülergruppen mit den Themen "Behinderung" und "Krankheit" beschäftigen. Leider fehlt es nach wie vor an einem sinnvollen Gesamtkonzept, und so lange selbst die Lehrer oft größte Ängste im Umgang mit behinderten Menschen haben, halte ich den Schulunterricht im Moment für wenig geeignet.

    Auch muss man bedenken, dass keine Behinderung der anderen gleicht. Alleine die gut bekannte Querschnittlähmung hat, von der Höhe der Verletzung im Rückenmark abhängig, 24 verschiedene Lähmungsbilder (zuzüglich drei Lähmungshöhen im Sakralbereich mit identischen Lähmungsbildern und drei Lähmungshöhen im Cervicalbereich, die mit dem Leben nicht vereinbar sind), aufgeteilt in jeweils noch fünf verschiedene Lähmungs- und fünf verschiedene Sensibilitätsgrade, unterschieden in erworben und angeboren, verbunden mit jeweils bis zu sieben häufigen Sekundär-Erkrankungen. Das bedeutet, Du hast 8.400 Leute nebeneinander sitzen, alle erzählen Dir, wenn man sie fragt, von unterschiedlichen Einschränkungen, Beschwerden, Komplikationen - und alle haben eine Querschnittlähmung. Der eine geht normal aufs Klo, der zweite muss sich kathetern, der dritte trägt Pampers, der vierte müsste Pampers tragen, nimmt aber Medikamente und kathetert sich, der fünfte geht normal auf Klo, nimmt keine Medikamente, muss sich aber trotzdem kathetern, der sechste hat es wie der fünfte, muss aber zusätzlich noch Pampers tragen, ... so etwas sprengt den Schulunterricht. Nicht ohne Grund dauert ein Medizinstudium so lange.

    Sicherlich sollte man in seiner Erziehung das eine oder andere mit auf den Weg bekommen und auch das Thema "Behinderte" sollte in jeder Schule und in jedem Elternhaus mal angeschnitten werden. Aber auf so ein Detail wie "Inkontinenz" wird man sicher nicht abschließend eingehen können.

    Um Deine Frage verständlich zu beantworten, benötigst Du eigentlich eine Menge Fachwissen, das ich Dir in so einem Forum nicht vermitteln kann. Ich versuche, es kurz und in einfachen Erklärungen zusammenzufassen.

    Bei mir liegt durch die Rückenmarksverletzung eine sogenannte Reflex-Inkontinenz vor. Danach kann man googlen, ebenso nach dem Phänomen der "autonomen Blase". Bis zu einem bestimmten Füllzustand managt jede Blase ihre Aufgabe alleine. Das heißt: Erst ab einem bestimmten Füllzustand merkst Du, dass Du musst. Dieses "mal müssen" ist bereits eine Meldung der Blase an das Gehirn, dass ein gewisser Füllzustand erreicht ist. Das Gehirn meldet dann zunächst unterbewusst zurück, dass die Blase sich nicht entleeren soll. Füllt sie sich weiter, geschieht diese Rückmeldung aus dem bewussten Bereich. Das ist dann das, was wir als "dringend müssen" bemerken. Sobald das Gehirn den Befehl zum Entleeren gibt, entspannt sich die Blase.

    Ist die Verbindung zwischen Blase und Gehirn unterbrochen, meldet die Blase ab einem bestimmten Füllzustand zwar ein "ich muss mal" an das Gehirn, es kommt dort aber nicht an. Die Blase wartet vergeblich auf eine Rückmeldung, ob sie sich entleeren soll und spielt verrückt. Wie ein kleines Kind, das seine Mutter verloren hat. Diese Symptomatik, die unmittelbar nach der Durchtrennung der Nervenbahn zwischen Gehirn und Blase eintritt, nennt man Schockblase. Man findet sie immer bei frischen Querschnittlähmungen, in unterschiedlicher Ausprägung und für unterschiedliche Dauer.

    Anschließend sucht sich die Blase alternative Kommunikationswege. Inwieweit sie damit Erfolg hat, hängt von der Lähmungshöhe ab. Hat sie keinen Erfolg, entleert sie sich niemals mehr und es muss regelmäßig ein Katheter durch die Harnröhre eingeführt werden, um den Harn abfließen zu lassen. Sofort danach wird dieser Katheter wieder entfernt. Diese Anwendung wird durch den Patienten selbst etwa 4 bis 6 Mal pro Tag vorgenommen.

    Hat sie damit Erfolg, bemerkt man den Füllzustand ab sofort durch eine Gänsehaut, durch ein Kribbeln im Bauch, durch ein Völlegefühl oder ähnliches. Die Antwort, auf die die Blase mit Entleerung reagiert, kann dann ein Bestreichen der Bauchhaut, eine Erschütterung oder ähnliches sein. Die Blase entleert sich also reflektorisch auf Reize, die eigentlich gar nicht für sie bestimmt sind. Das nennt man dann "Reflex-Inkontinenz".

    Und genau so etwas liegt bei mir vor. Das heißt, vom Gefühl her ist es bei mir immer so, als wenn die Blase leer ist. Weil ich das nicht merke. Ist sie voll, bemerke ich eine Art Völlegefühl, so, als hätte ich zu viel gegessen und mir ist etwas übel. Dann wartet die Blase auf das Bestreichen der Bauchhaut oder eine Erschütterung, um sich zu entleeren. Innerhalb der eigenen vier Wände klappt diese Form der Kommunikation sehr gut. Auch ist sie nachts völlig ruhig. Meistens zumindest. Unterwegs habe ich das Problem, dass ich zwar meistens dieses Völlegefühl mitbekomme und zuordnen kann, aber mir vor der nächsten öffentlichen Toilette noch mindestens 20 Mal beim Rollstuhlfahren gegen den Bauch komme, über Unebenheiten und Schwellen fahre - und dass meine Blase das als "bitte entleere Dich jetzt" missversteht. Außerdem ist meine Blase relativ ungeduldig, also mit viel gutem Willen wartet sie fünf Minuten auf den Entleerungsbefehl. Damit das dann keinen ungewollten See unter mir gibt, mache ich mir grundsätzlich, bevor ich mein Haus verlasse, eine Pampers um.
     
    #11
    Dunsti, 13 März 2008
  12. Roggenbrötchen
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    86
    0
    vergeben und glücklich
    Das mit der neuen Matratze und mit dem Austausch von Kissen und Decke ist eine gute Idee, darauf hätte ich auch selbst schonmal kommen können. Am Geld soll es nicht scheitern.

    Ich habe heute morgen bei dem Sanitäts-Fachgeschäft in der Innenstadt nachgefragt, die haben diese Artikel sogar da, also diesen Matratzenschutz und diese Schutzbezüge für Decke und Kissen. Das werde ich auf jeden Fall machen. Wenn du als junge Frau sagst, dass man den Unterschied nicht spürt und das nicht unangenehm im Bett ist, dann glaube ich dir das. Ich hätte das von mir aus nicht gemacht, weil ich immer denken würde: Da schwitzt man doch wie ein Tier und das muss doch unendlich unangenehm sein, überall jucken, ... aber dass man darüber noch die normale Bettwäsche zieht ... manchmal ist man echt doof. Ich hatte gedacht, man hat dieses Plastik auf der nackten Haut und mich gefragt, wer das wohl kauft, als ich das letzte Mal diese Produkte gesehen habe. Das ist fast schon peinlich.

    Das mit dem Sauglaken zum Einstecken werden wir auch machen. Das habe ich heute morgen gleich mit meiner Mutter besprochen, da sagte sie (es geschehen noch Zeichen und Wunder): "Wenn es sowas gibt, dann besorg das ruhig mal." Ich hätte niemals gedacht, dass sie sich auf so etwas einlässt. Ich bin heute morgen gleich beim Arzt vorbeigefahren, Rezepte habe ich gleich bekommen, nun muss das aber bestellt werden. Mit bißchen Glück nehmen wir das Anfang nächster Woche alles in Angriff, dann machen wir einmal alles ordentlich und dann fühlt sie sich hoffentlich wieder bißchen wohler.

    Von diesen waschbaren Saug-Unterhosen (man muss sich ja wundern, was es alles gibt) habe ich ihr auch eine gekauft. Über 30 Euro! Aber wenn es ihr hilft, ist es in Ordnung. Allerdings muss die erst einmal gewaschen werden, damit der Saugkern aktiviert wird. Wenn sie sowas trägt und damit zurecht kommt, bestellen wir welche über die Krankenkasse hinterher. Das müssen wir erstmal abwarten.

    Einen Klostuhl will sie aber nicht am Bett haben. Das findet sie übertrieben. "Wer soll den leeren? Dann stinkt das da stundenlang!" Auch so eine Bettschüssel oder "Pfanne" wird sie nicht mit ihrem Gehwagen durch die Wohnung balancieren können hinterher. Gibt es da eventuell noch eine Alternative, irgendetwas, was man fest verschließen kann? Falls sie merkt, dass sie es nicht mehr bis zum Klo schafft, kann sie erstmal das verwenden und es dann hinterher ausleeren?

    Ich habe deinen für Beelion bestimmten Beitrag über die Reflex-Inkontinenz gelesen, Dunsti. Ich habe zwar keine Ahnung von Medizin, aber das habe selbst ich einigermaßen verstanden. Was es alles gibt und auf was für Ideen der Körper kommt! Unglaublich.

    Ich bin sehr zuversichtlich, dass diese Tipps meiner Mutter helfen werden. Als ich ihr erzählt habe, woher ich diese Tipps habe, war sie plötzlich sehr aufgeschlossen. Ich werde weiter berichten und danke allen von ganzem Herzen!
     
    #12
    Roggenbrötchen, 14 März 2008
  13. Sternschnuppe_x
    Benutzer gesperrt
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    Single
    Ich kann dir zwar bei deinen Fragen nicht weiterhelfen, weil ich davon keine Ahnung habe, aber ich finde es unglaublich toll, daß du dir für deine Mutter so eine Mühe machst, dir hier Hilfe suchst und dich mit dem Thema jetzt so intensiv auseinandersetzt!

    Ich denke mal, deine Mutter wird sich auch erstmal an den Gedanken gewöhnen müssen, so auf Hilfe angewiesen zu sein und vor allem auf einem doch so intimen Gebiet, wo man sich als Erwachsener ja eigentlich selbst versorgt und niemanden braucht. Aber das hat Hexchen ja schon recht gut zusammengefaßt, lieber einmal kurz peinlich, als jedes Mal wieder. Und bei dem, was es heute an Produkten gibt, sind die Möglichkeiten, damit doch recht "normal" umgehen und zurechtkommen zu können, ja wirklich groß! :smile:

    Ich wünsche euch alles Gute, und ich finde es toll, wie du/ihr mit der Situation umgeh(s)t und das meister(s)t!
     
    #13
    Sternschnuppe_x, 14 März 2008
  14. Kahu
    Kahu (29)
    Verbringt hier viel Zeit
    43
    93
    1
    vergeben und glücklich

    Wollte ja nur helfen!!
    Und die negative Bewertung ist total daneben!!
     
    #14
    Kahu, 14 März 2008
  15. User 75021
    Beiträge füllen Bücher
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    Verheiratet
    Erst mal tut es mir natürlich leid, was mit deiner Mutter ist. Ich finde es ganz toll und bemerkenswert, das du dich zu Hause um sie kümmerst. Respekt, ich würde es auch tun!

    Ich arbeite im Altenheim und haben daher täglich mit der Thematik zu tun, es muss dir weder peinlich noch unangenehm sein, über Inkontinenz zu reden-und erst recht nicht deiner Mutter.
    Auch wenn es als Tabuthema gehandhabt wird, so ist es doch fast normal das viele ältere Menschen Probleme haben Stuhl oder Urin zu halten.
    Wir benutzen in unserer Einrichtung Einlagen von Tena, die wirklich toll (allerdings auch teuer) sind. Die gibt es in verschiedenen Größen und Dicken, je nachdem was deine Mutter braucht.
    Gibt sicherlich auch günstigere Alternativen, da kenn ich mich aber nicht so aus.

    Dunsti hat ausserdem viele gute Tips gegeben.

    Hoffe, das deine Mutter lernt mit der neuen Situation zu leben, sie muss sich wirklich nicht schämen.
     
    #15
    User 75021, 14 März 2008
  16. Roggenbrötchen
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    8
    86
    0
    vergeben und glücklich
    Leider bezahlt unsere Krankenkasse die Tena-Produkte nicht. Wir müssten sehr viel zuzahlen. Sollte es irgendwann mal schlimmer werden und der Tipp mit Attends nichts bringen, werden wir auf jeden Fall auf deine Empfehlung zurück kommen. Vielen Dank!

    --.--

    Noch ein Feedback ... wir haben heute diese eine Unterhose ausprobiert. Die musste erst einmal gewaschen werden, damit der Saugkern aktiviert wird. Heute habe ich meiner Mutter sie gegeben und erklärt, was es damit auf sich hat. Erst hat sie sich total aufgelehnt und gemeint, sie sei doch nicht alt und so etwas bräuchte sie nicht, dann habe ich gesagt, sie soll sich das doch erstmal ansehen, man merkt doch überhaupt keinen Unterschied zu ihrer anderen Baumwoll-Unterwäsche, diese ist sogar noch etwas moderner geschnitten als diese 0815-Teile von Karstadt.

    Nach viel Gerede habe ich dann die Keule geschwungen und gesagt: "Mama, früher hast du dich immer über die Starrköpfigkeit deiner Mutter aufgeregt und gesagt, ich soll dich warnen, wenn es mal mit dir so weit ist. Was brichst du dir ab, wenn du das Ding mal 2 Stunden anprobierst? Dann kannst du es gerne wieder ausziehen und zur Seite packen. Aber probiere es doch wenigstens mal aus, das ist ja hier wie beim Suppenkasper."

    "Nun gib schon her." Das war heute mittag. Heute abend hat sie sich mit dem Gehwagen ins Wohnzimmer bewegt und mit ihrer Schwester telefoniert. Was sie seit Wochen nicht mehr gemacht hat! Früher alle paar Tage. "So sauber und schön!" waren ihre Worte. Dickkopf! :grin:

    Ich habe ihr erklärt, dass diese Unterwäsche nur begrenzte Saugkraft hat und nur auf 200 ml ausgelegt ist. Das ist ja eigentlich schon eine ganze Menge, zwei Tassen voll. Sie hat sich sogar die Brille rausgeholt, um die Anleitung zu lesen. "Nun muss ich erstmal schauen, was das ist." Sie hat früher selbst als Schneiderin gearbeitet. "Was es alles gibt."

    Auf jeden Fall danke ich allen, die etwas beigetragen haben, von ganzem Herzen. Ihr habt mir sehr weiter geholfen.

    --.--

    Hast du das zufällig auch so, wie Dunsti das für meine Mutter vorgeschlagen hat? Kannst du mir das auch bestätigen, dass man diese Plastikgeschichten zum Schutz von Matratze, Decke und Kissen nicht bemerkt, falls du sie auch hast? Meine Mutter sträubt sich dagegen gerade noch ein bißchen. "Nun lass man erstmal." Ist klar, sie hat über 80 Jahre so etwas nicht benutzt und soll sich nun umgewöhnen und fühlt sich, da sie so etwas nicht kennt, ein wenig verraten und verkauft. Ich denke, wenn nun noch eine zweite junge Frau so etwas bestätigen würde, würde ihr die Entscheidung vielleicht noch leichter fallen. Ich kann mir vorstellen, dass man im jungen Erwachsenenalter noch viel sensibler auf solche Veränderungen achtet, gerade wenn man auch mal einen Partner mit ins Bett nimmt oder noch viel kuschelbedürftiger ist als eine ältere Frau. Kannst du dazu was sagen? Wenn nicht, ist es auch nicht schlimm, ich sammel nur gerade noch ein paar überzeugende Argumente. :zwinker:
     
    #16
    Roggenbrötchen, 16 März 2008
  17. Cornflakes
    Gast
    0
    Auflagen fürs Bett kenne ich noch von früher (war mal inkontinent) die wir hier hatten und auch aus dem Krankenhaus. Es gibt diese grünen Dinger, fühlen sich wie Riesenbinden an, ich kann die nicht erklären. Die sind aber für die nacht mMn nicht geeignet.

    Diese Betttücher die ich auch hier hatte sind aus einem festen Stoff der halt das aufsaugt. Da spürt man kein Unterschied und es ist einfacher eine Unterlage zu wechseln als jedesmal das Bett neuzubeziehen.

    Also überzeug sie, so schlimm sind die Dinger nicht :smile: Finde ich zumindest :zwinker:
     
    #17
    Cornflakes, 16 März 2008
  18. Hexchen
    Hexchen (27)
    Verbringt hier viel Zeit
    123
    101
    1
    Single
    Ja ist bei mir genauso. Ich habs aber noch bißchen anders. Ich hab dieses Spannbettlaken und diese Hülle für Decke und Kissen und auch diese Saugunterlage. Ich hab allerdings diese Saugunterlage unter dem Bettlaken weil ich das schöner finde wenn man erstmal gar nichts davon sieht und zweitens mag ich das lieber wenn das eine ebene Oberfläche ist. Wenn man z. B. ein Satinbettlaken hat mag ich da nicht so gerne noch was drauf liegen haben. Aber das ist Geschmackssache und hat auch den Nachteil dass ich immer das Laken mit waschen muss.

    Ich hab jetzt mal für dich das dunkelblaue Spannbettlaken an einer Ecke abgezogen und dann kannst du mal bei mir unters Bettlaken gucken *g*. Dieses weiße ist dieses Plastikbettlaken, dadrüber dieses lila Saugdings und dann das dunkelblaue Frotteelaken auf dem ich dann schlaf.

    Klick 1
    Klick 2
    Klick 3

    Ich hoffe dass das jetzt bißchen verständlicher ist. Bei den Bildern sieht man ja schon dass man mit dieser Folie gar nicht in Berührung kommt das fühlt sich alles vollkommen normal an. Ich kuschel ganz viel mit meiner Bettdecke und schlaf fast immer nackt und hab auch Sex in dem Bett das ist alles überhaupt kein Prob.
     
    #18
    Hexchen, 16 März 2008

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