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ein Hinundher der Gefühle

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von das_känguruh, 8 Mai 2004.

  1. das_känguruh
    0
    Hallo ihrs!

    Ich bin seit ca. 7 Wochen mit jmd. zusammen und seitdem erinnert mich meine Gefühlswelt nicht einfach nur an Ebbe und Flut, sondern eher an eine unstetige Funktion mit zahlreichen unendlichen Sprüngen. :zwinker: (Nee, muss man nicht verstehen. *g*)

    Auf jeden Fall fand ich ihn am Anfang total attraktiv und vom Charakter her ist er jemand, den ich mir schon immer gewünscht hatte. Nach den ersten Küssen hatte ich aber das Gefühl, mich selbst zu verlieren und nicht mehr zu wissen, was ich will. Es gab keine "Schmetterlinge" und mir war nicht klar, ob ich denn verliebt sei. Das habe ich ihm auch gesagt, doch nach einer Woche habe ich mich dafür entschieden, es mit ihm zu "versuchen", weil dann doch das Kribbeln einsetzte (der Reiz des "wir bleiben erstmal nur Freunde" erzeugte wohl eine Menge Spannung und ich hielt es gar nicht mehr aus, nicht von ihm in den Arm genommen zu werden) und ich mir auch gesagt hatte: Wenn du's jetzt nicht versuchst, dann wirst du's vielleicht dein Leben lang bereuen. Dazu muss man sagen, dass ich eh viel zu viel mit dem Kopf zu entscheiden, alles durchzuanalysieren versuche etc. und meine Gefühlswelt dabei schon mal "unterdrückt" werden kann.

    Das kenne ich nämlich schon aus meiner alten Beziehung (2,5 Jahre, im letzten Sommer ging sie endgültig in die Brüche). Ich hing sehr an meinem Ex und obwohl mein Herz mir schon seit längerem sagte, dass da was nicht stimme, ignorierte ich das geflissentlich und fand immer wieder neue Argumente, um ihn oder die Beziehung zu ihm zu verteidigen.

    Als ich meinen jetzigen Freund kennenlernte, wollte ich eigentlich noch keine neue Beziehung. Zu oft kommen mir noch die Gedanken an meinen Ex (ok, seit Anfang dieser Beziehung aber auch schon wesentlich seltener *g*). Nicht, weil ich noch etwas für ihn empfinden würde, sondern weil er so lange mein Ein und Alles im Leben gewesen ist und ich danach sehr enttäuscht war, zu merken, was mir meine rosarote Brille vorenthalten hatte. Für die (wohlgemerkt: Fern-!) Beziehung mit meinem Ex hatte ich so ziemlich alle meine sozialen Kontakte abgebrochen (hatte davor auch nur recht wenige und nur zu Jungs, aber mein Ex war so extrem eifersüchtig...). Nach der Beziehung hatte ich mir geschworen, mich nie wieder so naiv und selbstverachtend zu verhalten. Bis ich zu dieser Erkenntnis gekommen bin, hat es allerdings lange gedauert.

    So viel zu meiner "Vorgeschichte". Das eigentliche Problem ist - ich schwanke jetzt ständig, was meine Gefühle für meinen Freund angeht. Mal ist es so, dass ich ihn nur sehe und am liebsten gar nicht mehr von ihm weg will und mir zu 100% sicher bin: Er ist es! Und dann wieder ist mir seine Nähe gleichgültig oder sogar ein wenig unangenehm. Ich kann das so schlecht beschreiben... Es sind wirklich zwei Extreme, zwischen denen ich hin- und herschwanke. Und ich frage mich immer wieder: Ist das unfair ihm gegenüber, ihm das nicht zu sagen? Andererseits bin ich mir ziemlich sicher, dass ich im Grunde meines Herzens etwas für ihn empfinde, aber entweder mit der Vergangenheit nicht ganz abgeschlossen habe (These 1) oder mich irgendwelche Kleinigkeiten an ihm bzw. unserem Zusammensein stören, die ich dann verdränge, anstatt sie klar wahrzunehmen und es ihm zu sagen (These 2).

    Für These 1 spricht: Ich hatte, noch bevor ich ihn kennenlernte, Angst, eine neue Beziehung einzugehen, weil ich dachte: Ich muss erst mich selbst besser kennenlernen und sehen, dass ich auch selbständig leben kann, also ohne in Abhängigkeit von jmd. zu verfallen. Anfangs habe ich auch immer wieder Angst gehabt, ich würde ihn ihm irgendwelche negativen Charakterzüge meines Ex' wiederfinden, z.B. eben jene Eifersucht. Das war/ist mir extrem wichtig und vom Charakter her ist er (im positiven Sinne) wirklich in vielem anders. Zwar in angemessener Weise eifersüchtig, aber er lässt mir meine Freiheiten (was ich natürlich vor kurzem gleich ausprobieren musste *g*). Nicht so ängstlich-verklemmt-unsicher, wie mein Ex. Und so weiter (ich HASSE diese Vergleiche, aber ich kann nichts dagegen machen, sie drängen sich mir einfach auf). Es macht mir aber auch jedes Mal totale Angst, mich selbst zu verlieren und damit meine eigenen Fehler aus der vorherigen Beziehung zu wiederholen. Jedes Mal, wenn ich den Eindruck habe, über etwas nicht selbst nachgedacht, sondern einfach seinem Wunsch nachgegeben zu haben, ziehe ich sozusagen die Notbremse, indem ich mich innerlich von ihm distanziere und alles hinterfrage. Ich versinke in Gedanken wie: "Will ich das wirklich?".

    Für These 2 spricht: Das war auch in meiner vorigen Beziehung so, nur eben in ziemlich krasser Weise. Wir haben uns beide nicht getraut, über jegliche sexuellen Dinge zu sprechen. Aber das ist ja nicht alles. Jedes Mal, wenn mich allgemein irgendetwas an seinem Verhalten störte und ich versuchte, ihn darauf anzusprechen, nahm er es sofort als persönlichen Angriff auf und schien Panik zu haben, ich würde auf der Stelle Schluss machen oder fing an, sich zu verteidigen. Konstruktiv wurden diese Gespräche jedenfalls nie. Und, wie bereits bei These 1 erläutert, um so mehr Angst habe ich jetzt immer, irgendwas nur zu tun, weil er es eben so wollte und nicht, weil ich mich bewusst dafür entschieden habe. Andererseits fällt es mir aber schwer, über meinen eigenen Schatten zu springen und etwas zu sagen. Ein Teufelskreis, der zu der o.g. "Notbremsung" führt.

    Hinzu kommt, dass mich die Haltung meiner Mutter auch ein Stück unter Druck setzt. Ich wollte letztens bei ihm übernachten und meine Mutter meinte zwar, verbieten könne sie es mir nicht (ich bin ja auch schon 19), sie halte das aber für einen großen Fehler und sie war dann zwei Tage lang total kühl zu mir, was zu einer recht hysterischen Reaktion von mir geführt hat. Als ich danach dennoch bei ihm übernachtet habe, hatte ich ständig meine Mutter und ihre Haltung dazu im Hinterkopf und konnte vielleicht auch deswegen das Zusammensein mit ihm nicht wirklich genießen. Ich glaube, es wird schon noch eine Weile dauern, bis ich wieder bei ihm übernachten werde, auch wenn er es mir letztlich wieder vorgeschlagen hat (ich hatte ihm nur erzählt, dass meine Mutter zwar dagegen war, aber letztlich mir die Entscheidung überlassen hatte, mehr nicht). Und auch sonst - meine Mutter hat in manchen Dingen ganz schön altmodische Vorstellungen und ich fühl mich dann immer so hin- und hergerissen zwischen dem, was ich will (oder eben nicht, das ist immer die Frage) und dem, was meine Mutter davon halten würde. Ist schon eine blöde Situation.

    Was noch hinzukommt: Ich habe z.Z. kaum Freunde (Nachwirkungen meiner Ex-Beziehung?) und bin jetzt plötzlich so viel mit meinem Freund unterwegs, davor saß ich eher die ganze Zeit über zu Hause rum. Ich habe den Eindruck, wir würden uns (für meinen Teil) zu oft sehen und ich würde mich gewissermaßen "eingeengt" fühlen, weil ich so viel Zeit nur mit ihm verbringe, aber andererseits: ein paar Mal die Woche sich für ein paar Stunden zu treffen, ist doch ok, oder? Hier ist es im Übrigen auch so, dass meine Mutter es z.B. nicht mag, wenn ich allzu spät nach Hause komme oder auch mal bissel mit Unverständnis reagiert, wenn wir uns ein paar Tage lang hintereinander treffen (nein, sie sagt da nichts dagegen, aber ich merke, dass sie das komisch findet).

    So, und nun, wie gesagt, weiß ich nicht, was ich tun soll. Diese Ungewissheit darüber, wie es weitergehen soll, macht mich fertig, aber ich weiß auch nicht, was richtig oder falsch ist. Mir ist klar, dass ihr nicht in meinen Kopf reinschauen und meine Entscheidungen übernehmen könnt. Aber vielleicht war jemand von euch schon mal in einer ähnlichen Situation und kann von seinen Erfahrungen berichten? Oder habt ihr ein paar Tipps parat?

    Grüßli,
    das Känguruh
     
    #1
    das_känguruh, 8 Mai 2004
  2. cranberry
    cranberry (27)
    Verbringt hier viel Zeit
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    121
    0
    nicht angegeben
    Bloß einen ganz, ganz kleinen: Rede mit deinem Freund über all das, was dich ja anscheinend sehr bewegt (auch über deine Mutter)!
     
    #2
    cranberry, 8 Mai 2004
  3. Belzebüb
    Verbringt hier viel Zeit
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    86
    0
    Verliebt
    Und noch ein kleiner von mir: Rede auch mit deiner Mutter darüber. Wenn du oft zuhause warst vorher, wird sie dich jetzt sicher oft vermissen. Mach ihr klar, dass du auch wenn du jetzt öfter mit deinem Freund zusammen bist, sie trotzdem noch genauso lieb hast wie vorher.

    Und frag sie auch warum sie so skeptisch ist angesichts deiner neuen Beziehung. Du bist schließlich 19, da sollte sie dir schon deine Freiheiten zugestehen und zwar nicht bloß widerwillig erlauben, sondern dich auch dahingehend unterstützen.

    Dann zu deinen beiden Thesen. Da du ja anscheinend die Fehler, die du selbst in deiner ersten Beziehung gemacht hast, erkennst, kannst du doch aus ihnen lernen und sie nun verhindern. Rede einfach mit ihm offen über sexuelle Dinge usw. Und wie mein Vorredner bereits gesagt hat, offenbare dich ihm. Ich denke dann wird sich auch deine Unsicherheit mit der Zeit immer mehr geben. Und wenn dich etwas an ihm stört, mach ihm eben klar, dass es nur eine Kleinigkeit ist und du nur darüber reden willst, es aber kein Grund für dich ist mit ihm Schluss zu machen. Immer alles ganz ruhig und behutsam.

    Viel Glück und Erfolg...
    Belzebüb
     
    #3
    Belzebüb, 8 Mai 2004
  4. das_känguruh
    0
    Danke für eure Antworten, langsam sehe ich wieder ein Stück klarer, glaube ich (aber nur ein kleines Stück :zwinker:).

    ... und dann ist er total verunsichert und weiß nicht, wodran er ist. Das ist es, was ich befürchte. Ich denke zwar auch, dass ich um ein Gespräch mit ihm nicht rumkommen werde, aber ich weiß noch nicht, wie ich ihm was erklären soll. *fragend guck*

    @ Belzebüb: Ich habe mich mit meiner Mutter ja ausführlichst darüber unterhalten, warum ich nicht bei ihm übernachten solle. Und ich muss sagen, ich konnte ihre Argumente einfach nicht nachvollziehen. Das waren dann solche Sachen, wie, dass meine Umgebung sich da ja was denken könnte und auch er selbst und dann würde man mich etwas anders sehen. Aber diese Argumentation passt meiner Meinung nach nun mal nicht in die heutige Zeit. Was soll denn mein Freund schon von mir denken, wenn ich bei ihm übernachte ??? :zwinker: Ihre Vorstellungen von einer Beziehung decken sich nun mal nicht mit meinen.

    Und das mit den Thesen, na ja, es geht mir ja auch nicht vordergründig um den sexuellen Teil. Ich habe heute noch etwas über das Ganze nachgedacht und ich glaube, es ist eher, dass ich das Gefühl habe, "eingeengt" zu sein, was ich aber auch nicht so richtig erklären kann. Vielleicht habe ich auch Angst davor, irgendwas machen zu MÜSSEN, weil man's von mir erwartet (z.B. ihn unbedingt treffen zu WOLLEN, ihm jeden Tag SMS zu schreiben etc.), das hatte mich schon in der vorherigen Beziehung gestört. Aber darüber sollte ich wohl wirklich mal mit ihm reden.

    Gruß,
    das Känguruh
     
    #4
    das_känguruh, 8 Mai 2004
  5. Belzebüb
    Verbringt hier viel Zeit
    29
    86
    0
    Verliebt
    Naja, deine Mutter scheint ja recht konservativ zu sein. Aber wenn du sie wirklich nicht überzeugen kannst, stör dich nicht zu sehr dran. Sie wird schon sehen, dass es so schlimm nicht sein kannst, wenn du bei deinem Freund übernachtest. Tu das, was du für dich als richtig erachtest.

    Dann wegen dem "eingeengt" fühlen. Natürlich muss man in einer Beziehung einen kleinen Teil seiner Freiheiten aufgeben, aber eben nur einen kleinen und überleg mal, was man dafür im Gegenzug alles bekommt.
     
    #5
    Belzebüb, 8 Mai 2004

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