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Ein kleines Drama...

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Dunsti, 22 Dezember 2007.

  1. Dunsti
    Dunsti (39)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    ... spielte sich heute hier bei mir zu Hause ab. Nein, es ist niemand verstorben, niemand krank oder verletzt und es hat sich auch niemand gezofft; man kann es eher mit einem winzigen Seufzen sehen. Ganz winzig.

    Ich kam heute von der Arbeit nach Hause, hatte gegessen, es war etwa 16.15 Uhr, als eine in einem Einkaufszentrum gelegene und somit noch geöffnete Apotheke bei mir anrief. Der Apotheker persönlich, ein von mir ausgestelltes Privatrezept stimme ihn nachdenklich. Es sei heute (Samstag!) morgen auf einen jungen Mann ausgestellt worden, und zwar über ein nicht verschreibungspflichtiges Medikament, also eins, das auch ohne dieses Rezept frei in der Apotheke käuflich gewesen wäre. Dennoch sei die Verordnung durch die Angabe einer Diagnose begründet worden. Bei dem Verordnungsblatt handele es sich um einen schwarzen Ausdruck eines Laserdruckers und bei der Unterschrift um einen schwarzen Faserstift. Ich stünde nicht im Telefonbuch, obgleich er mich in einem Verzeichnis der Ärztekammer gefunden hätte. Jeder einzelne Umstand ließe sich zwar sicher irgendwie erklären, dennoch käme ihm das ganze insgesamt betrachtet komisch vor; somit möge ich die einfache Frage erlauben, ob die Verordnung wirklich von mir stammt.

    Stammte sie natürlich nicht. Das habe ich mir allerdings erstmal verkniffen. Ich bat den Apotheker, den jungen Mann kurz hinzuhalten. Da ich sowieso noch etwas aus der Apotheke bräuchte, die Apotheke auch keine fünf Autominuten von mir entfernt lag, käme ich kurz persönlich vorbei. Kein langes Gelaber, aufgelegt, hingefahren.

    Im Kundenbereich der Apotheke wartete wie ein Häufchen Elend ein junger Mann, den ich aus einer meiner Sport-Übungsgruppen kenne. 14 oder 15 Jahre alt, sehr schüchtern, still, Einzelgänger, stets um Aufmerksamkeit und übermäßige Anerkennung bemüht und durch sein leicht altkluges Verhalten eher nervig.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe den Apotheker gebeten, das Rezept zu beliefern (nachdem ich es mir angesehen hatte; ich habe bewusst nicht gesagt, dass es von mir stammt), ihn gebeten, darauf (wie üblich) den Empfang des Geldes zu quittieren, das Medikament, das gefälschte Rezept und den Jungen eingesackt und ihn draußen zur Rede gestellt. Er wisse auch nicht, was in ihn gefahren sei, er sei so einsam und wollte ausprobieren, ob das klappt; wenn ja, hätte er weitere Rezepte ausgestellt und vor seinen Freunden (?!) damit angegeben, dass er zu mir ein engeres Verhältnis hätte als sie immer glaubten. Das sei ihm wichtig. Die Fälschung stamme aus dem Laserdrucker seines Vaters...

    Auf meine Frage, was er gemacht hätte, wenn ich gesagt hätte, dass es eine Fälschung ist, der Apotheker die Polizei geholt, die ihn verhaftet hätten, eine Anzeige geschrieben hätten, den Drucker seines Vaters eingezogen hätten, er aus dem Verein rausgeflogen wäre und eine Vorstrafe wegen Urkundenfälschung hätte? Darüber, sagte er mit Tränen in den Augen, habe er nicht nachgedacht.

    Er flehte mich an, seinen Eltern nichts zu sagen. Seine Eltern wären sehr enttäuscht von ihm. Ich sagte, dass sich das wohl nicht vermeiden lässt und er sich sowas vorher hätte überlegen müssen. Da hielt er mich mit Gewalt fest und wurde richtig panisch, wir müssten weiterreden und ich dürfte nicht wegfahren und ich dürfte seinen Eltern auf keinen Fall etwas erzählen, das müsse sich anders regeln lassen, ob er Schweigegeld zahlen solle. :eek:

    Unter seinem Versprechen, so etwas nie wieder zu tun, habe ich mich letztlich erweichen lassen, die Sache zu vergessen. Noch einmal würde ich ihn ganz sicher nicht decken.

    Als ich das zu Hause meinem Freund erzählte, sagte er, dass ich mich falsch verhalten hätte. Ich hätte ihn anzeigen müssen. Was, wenn derjenige das nochmal versucht mit Medikamenten, mit denen er sich umzubringen versucht oder die er bei Ebay vertickt und im Zuge irgendwelcher Ermittlungen die Geschichte von heute ans Licht kommt? Ich würde mich zudem erpressbar machen. Leute mit so viel krimineller Energie sollte man nicht vor einer Strafe bewahren.

    Ich erwiderte, dass ihm das Drama heute hoffentlich eine Lehre gewesen ist, kann mich der Argumentation meines Freundes aber auch nicht verschließen.

    Würdet ihr doch noch die Eltern informieren?
     
    #1
    Dunsti, 22 Dezember 2007
  2. davinci
    davinci (30)
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Er hat dir glaubhaft versichert, das nie wieder zu tun. An das Gute im Menschen darf ja wohl noch immer geglaubt werden. Ich finde nicht, dass du dir selbst dann Vorwürfe machen müsstest, wenn etwas passiert.

    Für sein Verhalten dir gegenüber hat er aber es verdient, sich noch von seinen Eltern belehren zu lassen. Denn es wäre ja vergleichbar, einen nicht im Rollstuhl sitzenden Menschen am Kragen zu packen und ihm etwas zu sagen... (was auch sehr stark an das Verhalten von deinem Vater grenzt).
     
    #2
    davinci, 23 Dezember 2007
  3. Prof_Tom
    Prof_Tom (28)
    Meistens hier zu finden
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    78
    nicht angegeben
    Find ich jetzt nich so schlimm ... würde es für total überzogen halten, ihn anzuzeigen. War ja eigentlich nichts schlimmes, und wer ihn anzeigen würde naja, der hat auf jedenfall ein kaltes herz wie ich meine.
     
    #3
    Prof_Tom, 23 Dezember 2007
  4. Augen|Blick
    0
    Nein würde ich nicht und in Deinem Verhalten sehe auch nichts erpressbares. Für mich hast Du Dich vollkommen einwandfrei und ethisch richtig verhalten. Und ich verstehe die Einwände durchaus.
    Aber man ist auch Mensch und so hast Du Dich verhalten.
    LG
     
    #4
    Augen|Blick, 23 Dezember 2007
  5. Ich_Tarne_Eimer
    Verbringt hier viel Zeit
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    1
    Es ist kompliziert
    Also ich denke, dass du dich richtig verhalten hast. Es würde mir irgendwo zu hart erscheinen, ihn deswg. anzuzeigen wobei die Argumentation deines Freundes nicht unbedingt falsch ist. Denke aber auf die Strategie, dass er dadurch dazu lernt, hätte ich auch gebaut und wenn du ihm wirklich glauben kannst, dass er es nicht nocheinmal macht, dann ist dein Verhalten vollkommen in Ordnung wie ich finde.
     
    #5
    Ich_Tarne_Eimer, 23 Dezember 2007
  6. User 54458
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Ich kann Dein Verhalten verstehen, sehr menschlich eben.

    Aber: "wehret den Anfängen"... Das ist schon ganz schön heavy, was der junge Mann da geliefert hat.
    Daher würde ich mindestens die Eltern auf jeden Fall informieren.
    Was eine evtl. Anzeige betrifft...da würde ich auch mit mir ringen. Doch in Abhängigkeit von der Rechtslage und letztlich schon aus Selbstschutz würde ich wohl auch Anzeige erstatten. Wie Dein Freund schon anmerkte - was, wenn es doch irgendwann mal herauskommt und Du bekommst einen Haufen Scherereien, bloß weil Du jetzt Gnade vor Recht ergehen lassen hast?


    @Prof_Tom
    Sag mal, geht's noch? :eek:
    Hier handelt es sich nicht um einen Dumme-Jungen-Streich! Wo bitteschön fängt denn für Dich "was Schlimmes" an? Und hier geht es um Recht und Unrecht und die Konsequenzen daraus, nicht um kaltes oder warmes Herz.
     
    #6
    User 54458, 23 Dezember 2007
  7. User 25480
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Ich denke, es ist eine verzwickte Situation. In dem Alter kommt man schon mal auf "dumme" Gedanken, vielleicht auch aus einer Art Gruppenzwang heraus.
    Deine Reaktion und dein Handeln in der Sache ist in meinen Augen sehr gut gewesen, da du dich erstens mit Jugendlichen in dem Alter durch den Sport etc. auskennst und zum anderen ja auch den Jungen selbst kennst.

    Die Sache an sich kann und will ich nicht als Dummen-Jungen-Streich abtun, denn ein Rezept (wenn auch für ein nicht verschreibungspflichtiges Medikament) zu fälschen, ist kein Kavaliersdelikt mehr und von einem Dummen-Jungen-Streich weit entfernt, finde ich zumindest.

    Ich kann dich verstehen, aber auch die Argumentation deines Freundes. Ok, eine Anzeige würde ich wohl nicht gleich machen wollen, aber ich würde wirklich darüber nachdenken, mit seinen Eltern zu sprechen, vielleicht in einem gemeinsamen Gespräch mit dir, dem Jungen und den Eltern.

    In dem Alter sollte man davon ausgehen, wenn dieser Junge nicht total abgebrüht ist, dass es ihm eine Lehre ist, aber ein wenig Schuldgefühl kann als Nachdruck wohl nicht schaden.

    Das sind mal so meine Gedanken in der Sache, so als Mutter einer Tochter in etwa dem gleichen Alter. Wobei ich mir als Mutter wohl wünschen würde, wenn in so einem Fall jemand mit mir reden würde, denn in dem Alter weiß man teilweise gar nicht mehr, was die Kids so treiben. Sicher müssen sie sich "abnabeln", da spricht auch nichts dagegen, aber ich denke, so ganz haben sie in dem Alter ihre Grenze noch nicht verinnerlicht, auch wenn sie sich manchmal schon für so wahnsinnig erwachsen halten.
     
    #7
    User 25480, 23 Dezember 2007
  8. cynthia_ann
    Verbringt hier viel Zeit
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    12
    nicht angegeben
    Ich kann dein Verhalten gut nachvollziehen, dennoch wäre mir das zu heiß gewesen. Ich kenne mich rechtlich nicht aus, denke jedoch, dass man dir da sicherlich einen Strick draus drehen könnte. Wäre es sogar möglich, dass dir sozusagen das Misstrauen ausgesprochen wird und du nicht mehr praktizieren darfst?
    Wenn dem so ist, würde ich an deiner Stelle ein Gespräch mit den Eltern des Jungen und ihm selbst suchen - es sei denn, du kannst den Jungen so gut einschätzen, dass du dir sicher sein kannst, dass es eine einmalige Handlung war.
     
    #8
    cynthia_ann, 23 Dezember 2007
  9. DanielW86
    DanielW86 (30)
    Verbringt hier viel Zeit
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    101
    0
    Single
    Also, ich finde du hast richtig gehandelt. Eine Anzeige ist sinnlos! Was willst du damit bezwecken? Du hast denn Jungen eh genug eingeschüchtert mit der Lüge das die ihn verhaftet hätten und der Drucker seines Vaters eingezogen wird. Die Eltern sollten auch nichts erfahren, den Junge wird jetzt vermutlich eh sein schlechtes Gewissen plagen und Kriminelle Energie sehe ich da keine, er ist erst 15!

    Mich würde eher interessieren welches Medikament es war und ob es ein nutzen hat. Oder war es wirklich nur um bei seinen Freunden anzugeben? Wenn dieses Medikament Missbrauch fähig ist dann schaut das alles ein bissl anders aus. Ein typisches Medikament was gerne missbraucht wird ist ..xtr..et.or...n , gerade in diesen Alter um die ersten Erfahrungen zu sammeln (Frei und Billig). Wer weiß wie fad der Jugend heute ist und was sie alles in Internet entdecken.
    Medikamente zum umbringen bekommt man auch ohne Rezept.

    Tschüss
     
    #9
    DanielW86, 23 Dezember 2007
  10. Kahu
    Kahu (29)
    Verbringt hier viel Zeit
    43
    93
    1
    vergeben und glücklich
    Ich würd mir ja eher Gedanken machen, wieso der Junge so panische Angst vor seinen Eltern hat, dass er gleich Schweigegeld bezahlen würde, nur damit die es nicht erfahren...
     
    #10
    Kahu, 23 Dezember 2007
  11. Cruzifix
    Cruzifix (26)
    Verbringt hier viel Zeit
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    103
    1
    in einer Beziehung
    Weil solche Sache bestimmt nicht zum ersten Mal passiert sind...
     
    #11
    Cruzifix, 23 Dezember 2007
  12. User 34605
    User 34605 (31)
    Sehr bekannt hier
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    Verheiratet
    Also gerade mit bereits 15 Jahren würde ich mehr Grips erwarten.

    Von einer Anzeige würde ich auch absehen, es kam ja niemand zu Schaden. Die Eltern würde ich allerdings doch informieren, denn falls der Vorfall auf irgendeine Weise herauskommt, dann könnten dich seine Eltern vielleicht drankriegen wegen Beihilfe, was weiß ich, wie man das nennt. Immerhin hast du seine Tat gewehren und dich mit reinziehen lassen. Aber ich kenne mich da auch nicht aus, ich versuche es nur gerad aus der Sicht der Eltern zu sehen. Ich würde mich um meinetwillen mehr absichern.
     
    #12
    User 34605, 23 Dezember 2007
  13. many--
    many-- (32)
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    Verheiratet
    Mh.

    Man sollte nicht unterschätzen, was ein solcher "Schuss vor den Bug" für eine Wirkung auf einen 15-jährigen hat.
    Ich denke mal, du hast versucht, ihn einzuschätzen: ist er ein innerlich knallharter Typ mit schon vorgezeichneter Verbrecherkarriere, der hier eine Heulnummer abzieht, um aus der Sache rauszukommen, oder ist er ein dummer Junge, der nicht richtig weiß, was er da getan hat, und einfach mal einen ordentlichen Dämpfer braucht?
    Aus deinem Text entnehme ich, dass letzteres eher deiner Einschätzung entspricht. Und für den Fall, finde ich, hast du dich richtig entschieden. Vermutlich ist ihm das Ganze jetzt unendlich peinlich (und er wird immer, wenn er dich sieht, daran erinnert werden!); ich finde, als Warnschuss, als Dämpfer genügt das für einen 15jährigen, der einfach nicht einschätzen konnte, was er da gemacht hat.
     
    #13
    many--, 23 Dezember 2007
  14. DanielW86
    DanielW86 (30)
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    Single
    Mit 15 mehr Grips? Geh war vielleicht sein erster Fehler in seinem Leben aus den er hoffentlich lernt. Es wird ihm sicher peinlich sein vor seinem eltern und wir kennen ja seine Familiären Verhältnisse nicht.
    Ja, LOL unterstützende Beihilfe beim kauf eines Rezeptfreihen Medikamentes. Die Richter, Staatsanwälte habe heutzutage etwas besseres zu tun.
     
    #14
    DanielW86, 23 Dezember 2007
  15. Die_Kleene
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    vergeben und glücklich
    Na, da maßt du dir ja auch ganz schön was an deinen ersten Beitrag gleich mit so einem Angriff gegen dunsti zu starten.
    Du kannst davon ausgehen, dass Dunsti hier keine Lügenmärchen erzählt.
     
    #15
    Die_Kleene, 23 Dezember 2007
  16. User 35148
    User 35148 (43)
    Beiträge füllen Bücher
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    295
    nicht angegeben
    Wenn Dunsti Rettungsärztin ist, dann hat sie keinen Eintrag - als Ärztin - im Telefonbuch, oder? :zwinker:
    Dann wäre der Eintrag nämlich der einer Rettungsorganisation oder eines Krankenhauses...

    Aber ich kenn mich da auch nicht aus :engel:

    Zurück zu Dunstis Anliegen:

    Ich finde Deine Reaktion und Dein Vorgehen großartig! :smile:
    Der arme Kerl muss echt Angst gehabt haben,
    es sei denn, er war so ein guter Schauspieler, aber das hättest Du hoffentlich durchschaut.
    Sicher ist das eine Gratwanderung gewesen, aber jeder macht mal Fehler, und jeder sollte die Chance bekommen,
    nicht gleich bestraft zu werden (es kommt natürlich auf das Alter und die Tat an sich an).
    Da letztendlich nichts passiert ist, wird er mit dem Schrecken davon kommen.
    Er kann echt froh sein, an Dich und an den Apotheker geraten zu sein, andere hätten vielleicht wirklich die Polizei geholt.

    Kannst Du ihn denn weiter beobachten?
    Du sagtest, du würdest ihn kennen...
    Vielleicht kannst Du trotzdem mal mit seinen Eltern reden... ohne den Vorfall zu erwähnen...

    :engel_alt:
     
    #16
    User 35148, 23 Dezember 2007
  17. User 53463
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    vergeben und glücklich
    ....
     
    #17
    User 53463, 23 Dezember 2007
  18. Bavid Dowie
    Verbringt hier viel Zeit
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    18
    vergeben und glücklich
    Ich finde es gut von Dir dass Du ihm den ganzen Ärger mit Eltern, Polizei usw. erspart hast.
    Ich denke der hat jetzt schon mitgekriegt, dass das Fälschen von Rezepten vielleicht nicht ganz so einfach ist und er ziemlichen Stress damit bekommen kann.
    Aber hey, der Typ ist 14-15, in so einem Alter macht man nun mal irgendwelche Scheiße, das würde ich nicht überbewerten.
    Hoffentlich hat er seine Lehre draus gezogen (klingt für mich jedenfalls danach) und da kann man ja schon mal ein bißchen Nachsicht walten lassen.
    Was für Medikamente waren das eigentlich?
     
    #18
    Bavid Dowie, 23 Dezember 2007
  19. User 44981
    User 44981 (29)
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Single
    Der Junge hat wohl durchaus seine Lektion gelernt...

    Wenn du selbst durch diese Aktion keine rechtlichen Konzequenzen zu befürchten hast, würde ich auch von einer Anzeige absehen.
    (Wenn aber Konzequenzen für dich möglich sind, würde ich Anzeige erstatten)

    Mit seinen Eltern zu reden, fände ich aber durchaus gerechtfertigt. Es muss nicht unbedingt sein, aber das wäre echt OK.
    Es war ja doch kein kleiner, harmloser Streich, sondern Urkundenfälschung.
    Von einem 15-jährigen würde ich schon so viel Verstand erwarten, dass er weiß, dass so etwas kein dummer Streich ist.
     
    #19
    User 44981, 23 Dezember 2007
  20. Dunsti
    Dunsti (39)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    vergeben und glücklich
    Ich glaube immer zuerst an das Gute im Menschen. Das habe ich auch bei diesem Menschen getan, bis er mich enttäuscht hat. Im Moment mag ich nicht "einfach so" auf das Gute in ihm vertrauen, sondern möchte da schon ein wenig sicherer sein.

    Das heißt nicht, dass er in meinen Augen ab sofort ein Böser ist. Aber das heißt schon, dass ich ihm in dieser Hinsicht nicht mehr blind vertrauen kann. Dafür war das ein kleines bißchen zu heftig, was er sich geleistet hat.

    Ich hatte es bisher nicht für nötig gehalten, zu erwähnen, dass es sich bei ihm auch um einen Rollstuhlfahrer handelt. Das rechtfertigt zwar keinen körperlichen Übergriff, dennoch waren wir wenigstens "auf Augenhöhe". Und er hat mich "nur" festgehalten, mir nicht weh getan.

    Ich denke, dass es mehr als nur ein Dummer-Jungen-Streich war.

    Mit dem Gedanken spiele ich im Moment auch noch. Vielleicht nicht gerade am Tag vor Heilig Abend, aber vielleicht in der nächsten Woche. Ich habe auch überlegt, ob ich ihm ein paar Tage Zeit gebe, selbst mit seinen Eltern zu sprechen und lediglich zu sagen, ich möchte mit einem Elternteil sprechen, es liegt an ihm, wie er sie vorbereitet. Gerne kann das Gespräch auch persönlich und mit ihm zusammen stattfinden, aber ich bin nicht bereit, das einfach so unter den Teppich zu kehren.

    Mein Problem ist, dass ich nicht weiß, was da zu Hause "abgeht", wenn er mir sogar "Schweigegeld" anbietet. Ich habe früher auch Scheiße gebaut, so wie wohl jeder mal mehr oder weniger, und natürlich ist eine Gardinenpredigt mehr als unangenehm. Aber warum reagiert der Junge so krass? Das hält mich im Moment davon ab, dort einfach anzurufen; wenn die Eltern nämlich völlig ausrasten, wäre mir das nicht lieb, dass sie das erfahren.

    Nein, erstens habe ich keine Praxis und zweitens habe ich mit keinem Wort gesagt, dass diese Verordnung von mir kommt, sondern den Apotheker nur gebeten, er möge sie beliefern und abstempeln - und dann habe ich alles eingesackt. Das heißt, handfeste Beweise gibt es nicht und ich sehe obendrein nicht, wo ich mich strafbar gemacht haben könnte. Insofern wird es mich nicht meine Approbation kosten.

    Ein Zweck wäre, dass der Vorfall aktenkundig ist und somit bei Wiederholungsfällen da irgendwann mal richtig jemand auf den Busch klopft. Auch wenn am Ende wohl kaum etwas dabei herauskommen wird (außer einer Einstellung), könnte so ein Verfahren Eindruck machen.

    Man kann auch mit 15 Jahren schon kriminelle Energie haben und das hier war mehr als ein spontaner Bonbonklau.

    Es ist frei verkäuflich, ich denke, das ist erstmal das wichtigste. Das heißt, es hätte gar keinem Rezept bedurft, um das Medikament zu bekommen. Und nein, es handelte sich nicht um DXM, sondern um ein Antazidum.

    Ja. :jaa:

    Zu 1) Das stimmt so nicht, gerade in Städten gibt es Hausärzte, die samstags morgens Sprechstunde haben. Außerdem könnte es sich ja auch um einen Hausbesuch, eine Notfallsprechstunde oder sonstwas gehandelt haben.

    Zu 2) Das stimmt so nicht, es gibt private Krankenkassen, die auch apothekenpflichtige Medikamente erstatten und es gibt etliche apothekenpflichtige Medikamente, die in Ausnahmefällen doch noch zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnet werden dürfen, dann unter Angabe der Diagnose (wie hier geschehen, wobei die Diagnose zwar zum Medikament passte, jedoch keine der möglichen Ausnahmen darstellte).

    Zu 3) Das stimmt so nicht, im Regelfall steht sie zwar nicht drauf, das ist richtig, dennoch gibt es Ausnahmefälle, in denen eine Verordnung mit der Diagnose begründet wird. Bei Hilfsmitteln ist die Diagnose beispielsweise immer erforderlich.

    Zu 4) Das stimmt so nicht, bei Kassenrezepten hast Du Recht, Privatrezepte sind jedoch nach wie vor an keine Form gebunden, auch wenn viele Ärzte das (sonst rosa) Formblatt in hellblau für private Verordnungen verwenden.

    Zu 5) Das ist halb richtig, es hat fälschungssicher zu sein und es gibt die Empfehlung, mit blauem Kugelschreiber zu unterschreiben, da Kopien von Privatrezepten so einfacher zu erkennen sind.

    Zu 6) Es hat niemand gesagt, dass ich eine Praxis habe. Ich arbeite in einem Krankenhaus.

    Zu 7) Auf Privatrezepten muss keine Zulassungsnummer angegeben werden. Da ich keine Kassenzulassung habe, habe ich auch keine Zulassungsnummer. Trotzdem gibt es ein Ärzteverzeichnis der Ärztekammer (nicht der KV = Kassenärztliche Vereinigung), und in dem wird er mich unter dem Namen gefunden haben.

    Das merkt man.

    Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

    Ich arbeite in einem Krankenhaus. Und wenn ich keine Praxis habe, muss ich die auch nicht im Telefonbuch eintragen. Und mit seiner Privatadresse muss sich niemand ins Telefonbuch eintragen lassen. So einfach ist das - Du hast also völlig Recht. :smile:
     
    #20
    Dunsti, 23 Dezember 2007

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