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Ein vollkommen falsches Leben geführt

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von kazaa, 24 Januar 2008.

  1. kazaa
    kazaa (28)
    Verbringt hier viel Zeit
    32
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    0
    Single
    Hi,

    ich habe immer mehr das Gefühl, mein Leben vollkommen falsch gelebt zu haben. Ich liege abends im Bett und werde panisch, weil ich eine der besten Zeiten meines Lebens einfach verpasst habe. Die letzten 13 Jahre sind kaum mehr als einen einzige Vergeudung.

    Kaum jemand wird verstehen können, wie es mir geht. Ich galt früher als überdurchschnittlich intelligent, arbeite neben der Schule und verdiene sehr viel Geld (und habe auch noch Spaß dabei), habe materiellen Reichtum, von dem andere nachts träumen - aber ich habe keine Freunde, geschweige denn eine Freundin.

    In dem Job, den ich neben der Schule ausführe, bin ich beinahe erstklassig, weil ich in den letzten Jahren zu Hause gesessen habe, anstatt mich mit anderen Menschen zu beschäftigen. Ich weiß nicht, woran es lag, aber ich war die ganze Zeit bloß der Außenseiter. Der, der als letzter im Sport in die Mannschaft gewählt wurde. Der alleine nach Hause fuhr. Von dessen Geburtstag niemand Notiz nahm. Mit dem keiner etwas zu tun haben wollte.

    Vor drei Jahren trug es sich zu, dass mich ein Mädchen wohl irgendwie interessant fand. Was genau sie getrieben hat, ist mir unbegreiflich, aber sie nahm mich mit, zwar nicht zu Partys, aber immerhin zu einigen treffen, während denen ich dann plötzlich andere Menschen kennen lernte.

    Es war, als hätte von einem Tag auf den anderen ein neues Leben begonnen. Oder zumindest ein neuer Lebensabschnitt. Plötzlich freuten sich andere Menschen auf mich, fragten, ob ich Zeit für sie hätte. Ich hatte plötzlich Freunde. Einfach so.

    Und ich konnte nicht mit ihnen umgehen. Ich war das ja überhaupt nicht gewöhnt. Ich kannte bisher meinen Computer und meine Software und beide taten für gewöhnlich, was sie sollten. In der wirklichen Welt war ich unendlich schüchtern und vorsichtig, um keinen meiner neuen Freunde zu verlieren.

    In dieser Zeit habe ich mir vermutlich mein weniger angebrachtes Verhalten angewöhnt, meine eigenen Bedürfnisse hinter die meiner Freunde zu stellen. Meine Freunde waren mir wichtiger als ich selbst. Ich hätte alles für sie getan. Und so süß das auch klingen mag, ist es eigentlich eine ziemlich gefährliche Einstellung.

    Wie es die Zeit so will, kommen und gehen Freunde. Übrig blieb bis gestern meine beste Freundin. In Ermangelung anderer Menschen habe ich sie vermutlich in den letzten drei Jahren viel zu sehr beansprucht. Ich will nicht ausschließen, dass ich mich zwischenzeitlich in sie verliebt habe und es möglicherweise immer noch bin, jedenfalls wies unser Verhältnis mehr Merkmale einer Liebesbeziehung als einer Freundschaft auf.

    In der Zeit, in der ich mit ihr befreundet war, kam immer stärker der Kontrast zwischen uns beiden zum Vorschein. Sie war intelligent, erfolgreich, attraktiv. Sie hat viele Freunde, geht auf Partys und in Discotheken, hat seit drei Jahren ständig irgendeinen Freund.

    Und ich gehe vollständig in ihrem Schatten unter - denn ihr Erfolg ist mein Untergang. Es liegt wohl daran, dass diese „Wir sind eins“-Stimmung vom Anfang unserer Freundschaft ziemlich schnell verflogen ist, nachdem sie ihren ersten Freund kennengelernt hatte.

    Wann immer sie glücklich war, wurde ich beinahe automatisch unglücklich. Wenn sie strahlend erzählte, dass sie in den Ferien zu irgendwelchen Uni-Tagen fährt, am nächsten Wochenende wieder eine Fahrradtour mit ihrem Freund macht oder ab jetzt mit ihrer besten Freundin jedes Wochenende die Discotheken unsicher machen möchte, werde ich gleich daran erinnert, dass wir in den Ferien viel Zeit miteinander verbringen wollten, dass ich seit Monaten auf eine Fahrradtour warte oder sie auch mal mit mir in die Disco gehen wollte.

    Wenn ich sie nach derartigen Aktivitäten frage, holt sie ihren Terminkalender raus. Ein grausiges Teil. Er ist so voll, dass ich Treffen teilweise lange im Voraus arrangieren muss. Und wenn ich über ihre Schulter einen Blick hineinwerfe, sehe ich die vielen tollen Dinge, die sie in nächster Zeit mit anderen Freunden erlebt.

    Andere Freunde sind etwas, was ich mir leider nicht zugelegt habe. Und das rächt sich jetzt. Das ist das erste Problem.

    Das zweite Problem ist ihre unglaubliche Arroganz, die sich mit ebensolcher Naivität paart. Ein paar Beispiele?

    Wir sind für einen Nachmittag verabredet. Ich stehe pünktlich vor ihrer Haustür, aber sie ist nicht da. Ich rufe sie an, sie geht nicht ran. Fünf Stunden später bekomme ich eine SMS, dass sie noch zu tun hatte.

    Keine Entschuldigung, keine Spur davon, dass ihr das Leid tat. Ich sprach sie darauf an und erfuhr, dass sie anscheinend so viel zu tun hatte, dass zwar Zeit war, zu Hause ihr Mittagessen abzusagen, aber keine Zeit war, mir vorher mal eine Nachricht zu schicken. Und sie sah auch überhaupt keinen Grund, sich zu entschuldigen, weil sie ihrer Ansicht nach überhaupt keine Schuld traf. Sie redete mich einfach in Grund und Boden. Ich kam nicht dagegen an.

    Wir wollten gemeinsam zu unserem Abi-Ball gehen. Das war fest vereinbart, als ihr Freund sie wohl fragte, ob er mit ihr hingehen könne. Den Wunsch konnte sie ihn nicht abschlagen und schickte mir eine SMS von wegen, dass es doch nicht klappt. Keine Entschuldigung, kein Bezug auf unsere Vereinbarung, einfach so dahin geschmiert. Stellt man sie zur Rede, trifft sie keine Schuld. Sie kann ihrem Freund seinen Wunsch schließlich nicht abschlagen.

    Seit zwei Jahren freue ich mich darauf, in diesem Sommer mit ihr in eine Wohngemeinschaft zu ziehen. Das war seitdem ebenso fest vereinbart. Weil sie in Hamburg ein duales Studium beginnt, sah ich mich nach Zivildienststellen im Hamburger Raum um. Und plötzlich beschloss sie, dass ihr Freund am Wochenende bei ihr sein solle. Und weil ihr Freund mich aufgrund unser vielen Streitereien nicht ausstehen kann, müsste einer von uns beiden die Wohnung am Wochenende verlassen. Und sie wird nicht mit mir eine Wohngemeinschaft gründen, bis ich dieses Problem gelöst habe. Sie kann sich das anscheinend erlauben.

    Und beim letzten Thema reichte es mir. Es war mir zu eindeutig, dass sie andauernd irgendwelche Bedingungen stellt, die ich erfüllen muss, um ihr zu gefallen. Und darauf habe ich einfach keine Lust.

    Denn so langsam habe ich begriffen, dass wir uns nicht dauernd stritten, weil ich so an ihr hing, wie ich erst dachte, oder gar so ein schlechter Mensch war, wie ich später dachte, sondern weil sie eine seltsame Art hat, mit ihren Freunden umzugehen.

    Ich möchte nicht länger zu Hause sitzen und über ihren Terminkalender mitbekommen, wie sie die Dinge, die wir gemeinsam machen wollten, lieber mit anderen Menschen erlebt und mich zu Hause sitzen lässt. Mein gesamter Jahrgang an der Schule hält mich für das letzte Arschloch, weil wir beide uns andauernd in den Haaren liegen, aber so langsam merke ich, dass ich daran nicht allein Schuld bin, wie mir jeder suggeriert.

    Und nun? Nun bin ich wieder alleine. Wie vor drei Jahren. Niemand da, der mit mir irgendwas unternehmen möchte. Oder mich irgendwie lieb hat.

    Mag sein, das vieles von dem, was ich beschrieben habe, die geplatzten Träume eines verrückten Teenagers sind - aber ich bin nicht einmal so weit, mich als Teenager bezeichnen zu können. Ich weiß noch immer nicht, inwiefern mein Verhalten meiner - ehemaligen - besten Freundin richtig war und wann ich der Idiot gewesen bin.

    Und ich weiß noch immer nicht, wo ich die Freunde finden soll, die ich so dringend nötig habe. In der Disco, klar, und dann? Ich kann’s mir einfach nicht vorstellen.

    Und so werde ich weiter alleine bleiben. Im Sommer werde ich meinen Zivildienst antreten, danach vielleicht studieren, vielleicht eine Ausbildung beginnen. Mein Traum wäre, mich einfach so selbstständig zu machen - genügend qualifiziert wäre ich. Bloß bin ich das gewinnen nicht mehr gewöhnt.

    Aber egal, was ich tue: vermutlich werde ich es alleine tun.

    So wünsche ich mir nichts mehr, als die Zeit zehn Jahre zurückdrehen zu können und dort den Weg einzuschlagen, den auch alle anderen gegangen sind. Aber stattdessen sitze ich hier mit fast zwanzig Jahren und habe weniger Lebenserfahrung als so mancher Teenie. Vielleicht wäre es schon mal ein Anfang, nicht in Selbstmitleid unterzugehen. Noch so eine Sache, in der ich erstklassig bin.
     
    #1
    kazaa, 24 Januar 2008
  2. Linguist
    Linguist (26)
    Verbringt hier viel Zeit
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    13
    vergeben und glücklich
    1) Du bist nicht der Einzige mit solchen oder ähnlichen Problemen. Mir geht's in Sachen "echte" Freundschaften auch so und deshalb kann ich ganz gut nachvollziehen wie du dich jetzt fühlst.

    2) Willst du deine Probleme wirklich anpacken? Denn dazu braucht's mehr als in Selbstmitleid zu versinken und sich daheim einigeln. Irgendwas muss "klick" machen. Wenn das noch nicht passiert ist, kannste den Rest meines Posts getrost in den Wind schlagen. Du musst es wirklich wollen und die Probleme bei dir suchen. Menschen um dich rum werden sich nicht verändern, aber du kannst was an dir oder deinem Verhalten ändern.

    3) Fixier dich nicht so auf deine vermeintlich "beste" Freundin! Es sieht für mich so aus als wärest du ihr nun relativ egal, aber sobald sie sich wieder in einem emotionalen Tief befindet, darfst du als Tröster herhalten. Ich finde es schade das sie nicht fähig ist Prioritäten abzustecken und wenn sie nicht merkt wie sehr sie dich enttäuscht, dann ist sie es auch nicht wert ihr eine Träne nachzuweinen. "Wie du mir, so ich dir!", so würde ich vorgehen. Steck nicht mehr in die Freundschaft als du herausbekommst. Wenn sie wirklich Interesse an dir hat, wird sie schon merken wie sehr du ihr fehlst.

    4) Brust raus und Kopf hoch! Du bist kazaa, ein überaus attraktiver, junger und intelligenter Mann dem die Welt zu Füßen liegt :tongue:
    Ernsthaft! Auch wenn's dir jetzt nicht so vorkommt, du bist ein extrem liebenswerter Mensch. Wieso ich die Behauptung einfach mal in den Raum stelle obwohl ich dich kein Stück kenne? Ganz einfach und auch wenn's ausgelutscht klingt: Auf jeden Topf passt ein Deckel. Irgendwo da draußen gibt's Mädels und Jungs die suchen jemanden wie dich und denken sich warscheinlich auch "Man, wieso finde ich nicht das was ich suche". Gib die Suche nicht auf! Du bist kein Freak, du hast andere Interessen, du bist etwas besonderes. Versteh das endlich mal! Sei selbstbewusst und lass dich von Niederlagen nicht sofort entmutigen.

    5) Soziale Kontakte entstehen nicht einfach so aus dem Nichts. Erster Schritt ist folgender: Was macht mir Spaß und lässt sich super mit neuen Bekanntschaften verbinden? Zweiter Schritt: Recherchieren, Informationen besorgen, vllt. Preise vergleichen etc.. Dritter Schritt: Nicht nachdenken! z.B. ohne zu zögern ein Probetraining in einem Verein absolvieren. Kein "Ach die kennen mich doch nicht und mögen mich auch alle nicht". Scheiß doch mal drauf. Man geh raus und zeig der Welt mal wer du bist. Fass all deinen Mut zusammen und pack's an. Es gibt so viele Möglichkeiten Kontakte zu knüpfen du wirst Freunde und sogar eine intelligente und gutaussehende Freundin finden. Aber setz dich selber nicht so unter Druck. Man du bist 19! Das ist kein Alter, sollte sich in 10 Jahren nichts geändert haben kannste dich nochmal beschweren.

    6) Komm von deinem Trip runter das du deine Jugend versäumt hast! Du kannst alles nachholen. Party machen, Erfahrungen mit Frauen sammeln und stockbesoffen in nem Vorgarten liegen! Das ist alles mit 19 kein Ding.

    Also, jetzt tu auch was! Ansonsten komm ich vorbei und mach dir Beine und glaub mir, das willst du nicht :tongue:
     
    #2
    Linguist, 24 Januar 2008
  3. metamorphosen
    Sehr bekannt hier
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    227
    vergeben und glücklich
    Ich glaub Du hast einfach nur ein paar Dinge falsch interpretiert und falsche Rückschlüsse draus gezogen.

    Sie ist aus Deiner Sicht Deine beste Freundin, einer der wichtigsten Menschen die es für Dich gibt.

    Die große Frage ist nur, wie es auf ihrer Seite aussieht. Und ich fürchte, bei nüchterner und objektiver Betrachtung sieht es da eben völlig anders aus. Du bist ein Freund, einer von vielen. In der Priorität liegen wahrscheinlich eine ganze Menge Leute vor Dir, ihr Freund, etc.

    Aus dieser Diskrepanz und Deinem Anspruchsdenken (Du verhältst Dich letztendlich als wäre sie Deine Partnerin) ergeben sich eine ganze Menge Probleme, die letztendlich zu einer weiteren Verschlechterung des Verhältnisses geführt haben.

    Aus ihrem Verhalten geht zweifelsfrei hervor, dass sie eben diese Wichtigkeit gar nicht wirklich realisiert, die Du in eure "Beziehung" legst. Vielleicht nimmt sie Freundschaften auch insgesamt nicht so ernst, das ist ja durchaus auch verbreitet.

    Auch von Deiner Seite aus sind doch etliche Verhaltensweisen bemerkbar, die wenig mit Freundschaft zu tun haben (Missgunst ihr gegenüber).

    Die Situation ist wohl mehr als festgefahren und von daher gibt es wohl bezüglich dieser Freundin keinen wirklich guten Rat.

    Ich schätze Du kannst das abschreiben, da wird wahrscheinlich so schnell kein normaler Kontakt mehr draus.

    Um andere Bekanntschaften solltest Du Dich trotzdem bemühen und nicht völlig aufgeben. Das ist in manchen Situationen schwer, das sollte man gar nicht abstreiten, aber allein bleiben oder wie in Deinem Fall sich völlig auf eine Person fixieren ist sicherlich ungesund.
     
    #3
    metamorphosen, 24 Januar 2008
  4. kazaa
    kazaa (28)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Single
    Ich bin dazu durchaus gewillt, trage aber in mir drin so viele Probleme herum, die mich daran hindern. Einer davon ist eben die Vermutung, dass meine soziale Unerfahrenheit jedwede Freundschaften verhindert.

    Aber vielleicht ist es noch einmal an der Zeit, dem Schicksal jeden Schritt abzuringen.


    Ich find’s gerade interessant, dass du die Problematik mit dem Trösten findest, obschon ich sie gar nicht explizit beschrieben habe. Es ist so, dass ihre Beziehungen meistens vier, fünf Monate lang in der rosaroten Phase sind, wo dann über Heiraten und Kinder gesprochen wird, danach aber die Luft raus ist.

    Sie würde mit mir nie über ihre Probleme reden, ich habe mit ihren Partnern meistens nichts zu tun. Ihren jetzigen habe ich noch nicht einmal gesehen. Aber, sobald die Luft raus ist, war ich plötzlich wieder interessant. Dann ging wieder was. Kino, Shoppen, Ausflüge. Dann braucht sie mich, damit ich ihr raten kann, ihre Beziehung zu beenden, weil sie sich in jemanden anders verliebt hat und alles beginnt von vorne.

    Genug des Bashings - ich fürchte, diesmal wird’s anders laufen. Erstmal hab ich keine Lust mehr auf sie und zweitens wird sie im Sommer genügend Menschen kennen lernen, die mich ersetzen können.


    Auch wenn ich diesem Spruch - wie du vermutlich erwartet hast - nicht vollends zustimmen kann, so ergibt sich doch hier das Problem, dass meine Umwelt schon ziemlich abgegrast ist. Ich bin eigentlich stadtbekannt. Warum weiß ich nicht, aber darum möchte ich hier verschwinden, so dass mir eine Zivildienststelle in Hamburg ganz gelegen käme. Ich hoffe, dort quasi noch mal einen unbefleckten Neuanfang wagen zu können - mit 20 Jahren...


    Für Vereine und ähnliches fehlt mir leider momentan vollends die Zeit. In einem Monat schreibe ich mein Abitur und bis dahin müsste ich noch etwas an Material wiederholen, als dass ich jetzt derartige Dinge in Angriff nehmen möchte. Ich weiß, das klingt gleich wieder nach einer Ausrede.

    Immerhin habe ich mich in einige Lerngruppen herein geschummelt. Darunter sind sogar Menschen, die mich noch nicht als Arschloch abgestempelt haben und ich merke, dass sie mir recht gut tun. Ich darf dort ich selbst sein. Das darf ich bei meiner ehemals besten Freundin schon länger nicht mehr.

    Und ansonsten? Ich glaube nicht, dass man mit Softwareentwicklung jemanden begeistern kann. Und mit meinem Geld möchte ich niemanden begeistern, das ist mir zuwider. Ich fotografiere sehr gerne - natürlich mit dem neusten Equipment -, schreibe für die örtliche Lokalzeitung. Darüber lerne ich auch hin und wieder Menschen kennen, die mich dann ansprechen, weil sie von mir fotografiert werden möchten. Eigentlich ziemlich peinlich, dass ich diese Gelegenheit nicht weiter genutzt habe.


    Aber bedeutet „Nachholen“ nicht, etwas verpasst zu haben? Vielleicht sollte ich langsam davon absehen, mich an Kleinigkeiten wie Wortbedeutungen festzuhalten. Und stattdessen mal meinen Arsch hochbekommen.
     
    #4
    kazaa, 24 Januar 2008
  5. Linguist
    Linguist (26)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Aber deine Probleme würden durch neue Freundschaften immer weiter in den Hintergrund rücken. Wenn du jemanden hast der dir zuhört und in schweren Situationen beisteht, dann brauchst du keine Angst vor Problemen haben und diese lassen sich auch leichter bewältigen. Ja, es ist definitiv an der Zeit!

    Das hatte ich einfach mal vermutet, da es leider ziemlich oft so abläuft. Es ist der richtige Weg nicht mehr nach ihrer Pfeife zu tanzen. Glaub mir, ich spreche auch da aus Erfahrung. Du bist nicht zu ersetzen. Du bist einzigartig, aber sie erkennt das einfach nicht. Aber der Fehler bist nicht du - sondern sie.

    Dann musste ja aus einer ländlichen Gegend kommen. Hamburg bietet ja genug Möglichkeiten neue Bekanntschaften zu knüpfen und die Dichte an Menschen die zu dir passen könnten ist einfach viel höher. Je früher destso besser! 20 Jahre sind wie gesagt kein Alter, hauptsache du machst jetzt einen Schlussstrich und gehst motiviert deinen Neuanfang an.

    Das kann ich verstehen, du stehst kurz vorm Abi, da hätte ich auch keine Zeit. Trotzdem ist es wichtig den Willen zufassen.

    Diese Lerngruppe ist doch schon eine erste Möglichkeit. Ich finde Fotografie sogar sehr interessant, kreatives Talent findet man einfach nicht oft.

    Dann hast du halt "etwas" verpasst. Na und?! Der Zug ist noch längst nicht abgefahren. Wer weiß, vllt. wird die nachgeholte Zeit um einiges schöner als mit 15-16. Davon mal ab: Sooo viel hast du garnicht verpasst. Wenn du so viel Wert auf Diskobesuche oder Erfahrungen mit Alkohol legst, dann vielleicht. Aber ich würde wetten, dass der Großteil der diese Erfahrungen gemacht hat, auch nicht erfüllt ist oder behaupten kann Freunde für's Leben gefunden zu haben.
     
    #5
    Linguist, 24 Januar 2008
  6. kazaa
    kazaa (28)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    0
    Single
    Ich hab ja gar nicht erzählt, dass früher mal in liebestechnischer Hinsicht an mir interessiert war. Wir haben damals ein paar Mal miteinander herumgeknutscht (immerhin muss ich mich nicht mit dem Prädikat ungeküsst schmücken). Selbst als sie sich dann für jemanden anders entschieden hatte und ich „nur“ ihr bester Freund war, kamen noch immer eindeutige Anspielungen. Sei es, dass wir sicher noch mal ein Paar würden oder ich derjenige wäre, den sie heiratet oder sie plötzlich ihre Hand in meiner Hose hatte. Vermutlich habe ich das damals falsch interpretiert, wenn ich auch der Meinung bin, dass sich sowas von einer vergebenen Person eigentlich nicht schickt.

    Vielleicht wäre es wirklich besser gewesen, sie hätte sich auch in mich verliebt. Möglicherweise hätten wir uns längst zerstritten und seit langer Zeit kein Wort mehr miteinander gesprochen, aber ich wäre zumindest für ein paar Wochen oder Monate glücklich gewesen. Und es hätte auch mein Sprungbrett in die wirkliche Welt sein können.


    Es ist ja nicht so, dass ich von Grund auf missgünstig bin, bloß habe ich im Laufe der Zeit so viele Dinge erfahren, dass ich sofort daran denke, welche Auswirkungen etwas auf mich hat. Das läuft inzwischen geradezu automatisch ab. Es ist inzwischen so verzwickt - ich sollte mich eigentlich freuen, wenn sie bei irgendwelchen Einsätzen Geld verdienst und Spaß hat, bloß stehe ich während der gleichen Zeit vor ihrer Haustür, weil wir eigentlich verabredet waren. So lief das in letzter Zeit bei uns.

    Für andere freuen kann ich mich allerdings immer noch. Nur bei ihr klappt es eben nicht.


    So einfach ist das mit ihr nicht. Nachdem wir uns gestern gestritten hatten und ich ziemlich fertig war - nach sowas mache ich nachts meist kein Auge zu - kam sie heute morgen total happy an wie immer und hat mich ganz normal knuddeln wollen, als wäre überhaupt nichts passiert. Das ist für mich wiederum ein Zeichen, wie wenig ihr der Streit zugesetzt hat und sie eben sehr viel weniger davon betroffen ist als ich.


    Tja. Das nächste „Du bist der wichtigste Mensch in meinem Leben“ werde ich mir erstmal eine lange Zeit aufsparen. Das ist zwar unglaublich süß, aber verschwendet, wenn das Gegenüber damit nichts anfangen kann. Oder eben anders denkt.


    Es ist ja nun auch so, dass sie noch genügend andere einzigartige Menschen um sich herum hat. Da ist bei ihr der Bedarf vermutlich nicht allzu groß.


    Eine ländliche Gegend ist das hier eigentlich gar nicht. Aber anscheinend ist hier sehr wenig los, so dass genug Platz für derartige Neuigkeiten ist.

    Ich überleg grade, wie das in Hamburg ablaufen müsste. Vermutlich werd sogar ich abends mal aus dem Haus herauskriechen und mich dort aufhalten, wo man andere Menschen kennenlernt. In Hamburg gibt’s ja genügend Universitäten, da fall ich unter den ganzen Nerds nicht so sehr auf.


    Ich trinke überhaupt keinen Alkohol. Aber ich hätte gerne mehr erlebt in meiner Jugend. Discos wären schon cool gewesen, aber auf jeden Fall irgendwas unter Menschen. Hauptsache irgendwas. Und andere quatschen jeden Tag darüber, was sie erlebt haben. Bei mir dauert es immer eine Weile, bis genügend zusammen kommt.
     
    #6
    kazaa, 24 Januar 2008
  7. sternschnuppe83
    Verbringt hier viel Zeit
    1.105
    121
    0
    Verheiratet
    [...]
     
    #7
    sternschnuppe83, 24 Januar 2008
  8. mäuseohr90
    Verbringt hier viel Zeit
    245
    103
    2
    vergeben und glücklich
    hey!

    Kann mir gut vorstellen wies dir geht...

    aber ich denke mir wenn du jetzt zum zivildienst gehst und dann studierst lernst du ne menge leute kennen die die selben interessen haben wie du und ich denke da wirst du auch freunde finden die dich so respektieren wie du bist.

    hab bis vor en paar ajhren vor meinen freunden auch nich gesagt was ich will und was nich...aber irgendwie musst du lernen deine meinung zu äußern... so wirst du nich ausgenutzt und die anderen lernen dich kennen...
     
    #8
    mäuseohr90, 24 Januar 2008
  9. Schweinebacke
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
    4.251
    348
    4.660
    nicht angegeben
    Du hast dich aber auch echt an eine arrogante Zicke rangeschmissen. Sei froh das die Zeiten vorbei sind.
    Im Studium findet man eigentlich immer genug Freunde, selbst wenn man selber eine "Nerd" ist, gibt genug Leute mit ähnlichen Interessen an der Uni. Und beim Zivi findet man eigentlich auch immer genug nette Leidensgenossen.

    Ich glaube du könntest auch mal ein wenig "Pick Up" Training vertragen, was Umgang mit anderen Leuts und insbesondere dem anderen Geschlecht angeht.
     
    #9
    Schweinebacke, 24 Januar 2008
  10. User 48403
    User 48403 (47)
    SenfdazuGeber
    9.405
    248
    657
    nicht angegeben
    Ich beschränk mich mal nur auf die Sache, dass Du den Eindruck hast, Du hättest nix erlebt und stattdessen so vieles verpasst.
    Du bist erst 19, Du hast noch alles vor Dir:smile: Warum ich das sage? Weil ich bis 18 noch viel weiter unten war als Du.
    Ich hatte bis dahin:
    - kaum Freunde und sonstigen soziale Kontakte
    - aufgrund schwerer Krankheit keine Kindheit
    - wurde durchgehend von Grundschule bis 10. Klasse gemobbt
    - an Kontakten mit Mädels brauchte ich gar nicht erst zu denken.
    - Disco? Was ist das? Erst mit 19 hatte ich mal eine von innen gesehen....
    - Kneipen? Wozu? Hatte ja eh keine Freunde......

    Quasi fing meine Jugend, die bei anderen mit 13/14 beginnt, erst mit 19 an, als ich zum ersten Mal einen guten Kumpel kennengelernt hatte, der mich mal unter die Leute genommen hatte. Dann ging es sehr schnell. Ich hatte in kürzester Zeit eine Menge Freunde, mit denen ich was unternehmen konnte. Ich begann auch mich Für Frauen zu interessieren, und verliebte mich zu ersten Mal. Mit 20 hatte ich nen Job. Ich hatte keinen Schulstress mehr, und hatte meine gesamte Freiziet zur verfügung, umherzuziehen und mit Leuten was zu unternehmen. Ich liess auch keine Gelegenheit aus. So von 20-30 tobte ich mich in einer Weise aus, die andere blass aussehen liessen.
    Zumindest kann ich jetzt sagen, dass ich meine Jugend ausgelebt hatte. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass ich halt einige Jahre später dran war. Ja und? Auch jetzt fühle ich mich noch immer jung, auch wenn ich jetzt Familienvater bin:schuechte
    Das ganze Geheimnis besteht darin einfach nur, Gelegenheiten, wo was los ist, wo man Leute kennenlernt, wahrzunehmen. Ich hatte das sehr schnell raus.

    Mit meiner Geschichte will ich Dir sagen, dass bei Dir noch alles drin ist, dies und das zu erleben, diese und jene Ziele erreichen zu wollen. Betrachte es mal so: Wenn Du schon alles hinter Dir hättest, wäre es doch jetzt langweilig, oder?:smile:

    Verpasst hast Du nix. Du hast lediglich noch einiges vor Dir:zwinker: Also freu Dich schon mal darauf:cool1:
     
    #10
    User 48403, 25 Januar 2008
  11. DumDiDum89
    DumDiDum89 (27)
    Verbringt hier viel Zeit
    13
    86
    0
    Single
    Du bist 19 und verdienst sehr viel Geld, Geld ermöglicht dir alles!
    Ich bin 18, hab keine Freunde, geschweige denn eine Freundin, geschweige denn Geld.
    Vielleicht gehst du bald auf eine Universität (Da du ja ne Schule besuchst und überdurchschnittlich intelligent bist), dort findet man Freunde und Freundinen.

    Ich geh auf eine HöHa, mit Leuten mit denen man nix anfangen kann, bin Polizeibekannt und sitze schon deshalb zuhause um nicht irgendwas falsches zu machen, habe nur meine PS3 und warte auf irgendwelche Demos mein Leben lang weil die Spiele auf Dauer zu teuer sind. Meine Wochenenden verbringe ich mit irgendwelchen anderen Versagern hinterm Supermarkt, sinnlos "saufen".

    Das schreibe ich auf, damit du siehst das es anderen Leuten noch schlechter geht. Du schriebst, das du eine beste Freundin hattest, dann klappt es doch mit dem Leute kennenlernen und das in Verbindung mit Geld, du kannst dir schöne Kleidung kaufen, auffallen, in Discotheken gehen, du hast ne Zukunft. Und das mit 19!
     
    #11
    DumDiDum89, 25 Januar 2008
  12. celavie
    celavie (35)
    Sehr bekannt hier
    1.288
    198
    625
    Verheiratet
    Ich kann django da nur zustimmen. Du bist zumindest nicht jemand der sich zu hause verkriecht. Also nimm nach dem Abi die neuen Dinge und die Herausforderung an. And er Uni lernt man sehr schnell echt nette Leute kennen. Dazu muss man sich nicht in Kneipen rumdrücken.

    Außerdem kannst du froh sein, dass das mit der WG nicht geklappt hat. Das wäre doch die pure Selbstgeißelung gewesen.

    celavie
     
    #12
    celavie, 25 Januar 2008
  13. metamorphosen
    Sehr bekannt hier
    3.418
    168
    227
    vergeben und glücklich
    Ich werde im folgenden nicht auf ihre Fehler eingehen. Das erscheint mir uninteressant, denn an denen kannst Du nichts ändern. Wenn ich jetzt nur auf Dinge eingehe die Du verbessern hättest können und Dinge aus denen Du lernen kannst, sollte bei Dir nicht der Eindruck entstehen es wäre alles nur Deine "Schuld". Aber es ist eben immer viel wichtiger sich an die eigene Nase zu packen.

    Selbst wenn immer mal irgendwelche Sachen da waren, selbst wenn ihr vielleicht beinahe ein Paar gewesen seid: Ihr seid eben kein Paar. Du verhältst Dich aber als wäre sie Deine Partnerin. Noch dazu bist Du einengend.

    Das ist relativ typisch für die Dinge die Du immer wieder schreibst. Sie hätte als die Funktion eines Sprungbrettes für Dich übernehmen können. Sie hatte die Funktion Dir soziale Kontakte zu verschaffen. Die Funktion das Dich jemand braucht und das Dich jemand mag. Und so weiter...

    Du erwartest da verdammt viel von einem anderen Menschen. Mit Freundschaft in dem Sinn hat das nicht so viel zu tun, wenn man jemand als Mittel zum Zweck sieht, und wenn Du mal ganz ehrlich bist, ist das bei diesem Verhältnis durchaus auch der Fall.

    Sie ist ein ganz normaler Mensch, weder Dein persönlicher Engel, noch die personifizierte Lösung all Deiner Probleme.

    Das zeigt eben leider, wie schlecht das Verhältnis inzwischen ist. Missgunst sollte unter wirklichen Freunden nicht vorhanden sein.

    Das ist doch zumindest ein gutes Zeichen. Entweder ziehst Du Dich zurück, bist Du das auch bei ihr wieder kannst oder Du siehst sie einfach nur als eine Bekannte, mit der Du hin und wieder ein paar nette Stunden verbringen kannst.


    Sie hat nicht die geringste Ahnung von den Erwartungen, die Du an sie hast und könnte das auch nicht nachvollziehen. Du bist ein Freund für sie und sie sieht das alles viel viel lockerer.

    Wenn Du drei Tage nichts von ihr hörst, bist Du enttäuscht. Sie würde sich nach drei Wochen wieder melden und wüsste gar nicht, warum Du erwarten solltest, dass sie sich öfters meldet.

    Du bist eben nicht der wichtigste Mensch in ihrem Leben. So leid mir das tut, Du wirst Dich damit abfinden müssen.

    Damit wirst Du wahrscheinlich recht haben.

    Ich würde Dir insgesamt raten, in Zukunft genauer hinzuschauen und Dein Verhältnis zu anderen Menschen objektiver zu betrachten und vor allem darauf zu achten, was von denen zurückkommt. Wenn nicht allzuviel kommt, dann bist Du eben nicht so wichtig für die. Das ist ja leider nicht immer völlig ausgeglichen, dass Du den Leuten genauso wichtig bist, wie sie Dir.

    Ansonsten konzentrierst Du Dich jetzt eben auf Dein Abi, sammelst wieder neue Energie und startest dann in Hamburg durch.

    Deine Gedanken, was Du versäumt haben könntest und das Du ein "falsches" Leben geführt haben könntest, kannst Du getrost vergessen.

    Du bist nicht die anderen. Du bist Du und da lief eben einiges anders, als bei anderen. Es gehört zu Dir, dass Du eben nicht in den Discos warst etc., es hätte Dir ja freigestanden da hin zu gehen und Du hast es aus irgendwelchen Gründen nicht getan. Du hast eben Deine Dir eigenen Stärken und Schwächen, Deine Eigenarten und damit musst Du leben oder versuchen die zu ändern.

    Dann aber bitte im hier und jetzt und nicht in Deinen Gedanken und in Deiner Vergangenheit. Da brauchen wir uns gar nicht weiter drüber zu unterhalten, dass das Zeitverschwendung und Selbstzerfleischung ist. Die Vergangenheit ist, wie sie war, versuch sie und Dich zu akzeptieren und mach jetzt das Beste aus Deinem Leben.
     
    #13
    metamorphosen, 26 Januar 2008
  14. kazaa
    kazaa (28)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Single
    Dass ich einengend bin, steht wohl außer Frage, wenngleich ich mir doch relativ häufig Gedanken gemacht habe, was genau an mir denn ein einengendes Verhalten darstellt. Ich sehe sie geradezu als meine Partnerin an und verlange von ihr ein Verhalten, dass meiner Vorstellung entspricht. Ich glaube, aus der Tatsache lässt sich das alles ganz gut ableiten.

    Wahrscheinlich ist es einfacher, für den nächsten Schritt noch einmal die Gesamtsituation zu betrachten: es ist ja so, dass ich - aufgrund meiner Unerfahrenheit - quasi alles auf mich zukommen ließ. Ich wäre ja nie auf die Idee gekommen, selbst die Initiative zu ergreifen und ihr etwaige Vorschläge für Freizeitunternehmungen zu unterbreiten. Und wenn sie nun ankommt und mir eine lange Liste von Dingen, die sie gerne mit mir unternehmen möchte, runterbetet, im Endeffekt den ganzen Kram aber mit ihrem Freund oder anderen Bekannten unternimmt, ist doch meine Nachfrage, wann ich denn mal an der Reihe bin, eigentlich legitim, oder?

    Nun ist mir durchaus klar, dass mein einengendes Gebaren ihr gegenüber sich nicht bloß auf die Freizeitgestaltung bezieht, aber ich denke, dass sie doch einen ganz wesentlichen Teil dazu beigetragen hat, dass ich sie in dieser Hinsicht bedrängt habe.


    Ob nun der Begriff „Freundschaft“ für unser Verhältnis seit längerem noch angebracht ist, mag ich ja durchaus bezweifeln. Früher waren wir Freunde, aber dann, nach ein paar Monaten, ging das ja auseinander. Sie war plötzlich immer unterwegs und ich saß alleine zu Hause. Das wäre der Punkt gewesen, an dem ich meine bisher erlangte Sozialkompetenz zum Aufbau weiterer Freundschaften hätte nutzen sollen.

    Es war wohl so, dass der Zeitraum, der sich als Freundschaft betiteln ließe, seitdem Vergangenheit ist. Ich wünschte mir damals immer, ich könnte auch mal mitkommen zum Billiard, in die Disco oder irgendwelchen anderen Partys, um auf diesen Weg mal neue Menschen kennenzulernen.

    Aber sie war ja durchaus nicht bloß mein Mittel zum Zweck. Denn ganz gleich, ob ich nun in sie verliebt war oder nicht, so war es dennoch mein ständiges Bemühen, unser Verhältnis wieder zu verbessern. Allerdings hätte auch das zu keinem guten Ende geführt, denn egal, ob meine Bemühungen zu einer Verbesserung unserer freundschaftlichen Situation oder gar zu einer Beziehung geführt hätten, so hätte ich noch immer das Problem, dass sich mein ganzes Leben ausschließlich um sie gedreht hätte. Und das ist selbst für eine Beziehung eine sehr schlechte Basis.


    Ist es denn aus der Situation heraus halbwegs „normal“, dass ich diese Missgunst aufgebaut habe, oder bin ich sowas wie ein schlechter Mensch?


    Ich glaube nicht, dass ich bei ihr eines Tages wieder happy sein werde, weil sie wieder irgendwo so unglaublich erfolgreich war. Dazu hänge ich viel zu sehr in der Vergangenheit fest, wie man in diesem Thread unschwer erkennen kann. Das würde höchstens funktionieren - und das klingt jetzt wieder besonders scheiße - wenn ich auch ein Stück abbekommen könnte von ihrem Erfolg, weil wir beispielsweise beide als Krönung eines Geschäftsabschlusses gemeinsam verreisen oder zumindest ins Restaurant oder Kino gehen.

    Ein paar nette Stunden möchte ich zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht mit ihr verbringen. Ich weiß überhaupt nicht, ob die Zeit, die wir bisher miteinander verbracht haben, überhaupt auch für sie nennenswert „schön“ war oder ob es ganz andere Gründe gab, die sie dann noch ein kleines bisschen an mir gehalten haben.

    Denn im Grunde genommen zeigt sie in letzter Zeit nie, was andere Menschen für sie bedeuten. Ich weiß, dass ihr Partner geradezu in „Ich liebe dich“ und ähnlichen Komplimenten ertrinkt, aber beispielsweise kann sie nichts damit anfangen, wenn ich ihr sage, dass ich sie lieb habe. Sowas käme von ihrer Seite aus nie. Ich habe ihr eine ganze Zeit lang abends immer eine Gute-Nacht-SMS geschrieben, aber höchst selten eine zurückbekommen. Sie meinte, sie hätte kein Geld oder wäre schon im Bett gewesen - sie hätte ja auch schreiben können, wenn sie als erster ins Bett steigt. Um mal wieder meinen Neid aufzugreifen: Freund und andere Bekannte haben über den Tag verteilt dutzende Nachrichten bekommen. By the way: Ist das wieder ein Beispiel dafür, dass ich einengend bin?

    Sie zeigt ja auch nie, dass sie es schade findet, wenn ein Treffen nicht stattfinden kann oder tröstet mich nicht, wenn mir etwas misslingt. Genau betrachtet ist sie eigentlich ziemlich gefühlskalt. So gesehen ist momentan auch meine Motivation relativ gering, etwas mit ihr zu unternehmen.


    Sie müsste eigentlich ganz gut um unsere Situation bescheid wissen. Ich habe ihr häufig genug erläutert, warum ich zu einem Zeitpunkt so reagiert hatte und sie schien es eigentlich auch verstanden zu haben. Dass wir beide eine ziemlich asymetrische Beziehung führen, ist mir ja nichts neues.


    Das hingegen funktioniert so einfach nicht, weil sie nicht einfach für drei Wochen verschwindet, ohne zuvor ausgiebig zu versprechen, mir andauernd zu schreiben und mindestens einmal am Tag zu telefonieren. Und wenn ich dann drei Wochen lang nichts von ihr höre, bliebe auch wieder die Frage, ob mein Ärger dann nicht auch berechtigt wäre.


    Mir hätte es seit längerer Zeit schon gereicht, wieder einer der wichtigeren Menschen in ihrem Leben zu werden. Aber ich konnte mich abstrampeln, so viel ich wollte, für mich ging es trotz allem immer wieder abwärts.


    Wie erkennt man denn am Besten, wie wichtig ich jemandem bin? Sind die einzigen Indikatoren dafür, welches Gefühl er mir in meiner Nähe vermittelt und ob er den jeweiligen Level der freundschaftlichen Basis mithalten kann?


    Ich habe ja einen kurzen Moment gedacht, dass es ja ganz cool und naheliegend wäre, sich dann mal mit einigen Menschen hier aus dem Forum zu treffen, um mal ein bisschen über den Dom oder den Weihnachtsmarkt zu laufen. Aber vermutlich wäre das auch wieder kein glatter Start, weil die anderen über meine vielen Vergangenheitsprobleme und Selbstzweifel schon bescheid wüssten. Aber lustig wär’s ja trotzdem. Dann kennt man immerhin schon mal jemanden in der großen, dunklen Stadt.


    Eben. Aber ich wünschte, damals auch viel mehr am Leben teilgenommen zu haben. Wie auch immer - die Vergangenheit lässt sich nicht ändern und liegt nicht umsonst in der Vergangenheit. Ich werde mal zusehen, es in Zukunft besser zu machen.
     
    #14
    kazaa, 26 Januar 2008
  15. kazaa
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    Sie hat gemerkt, dass ich mich von ihr distanziere. Was los ist, wollte sie wissen.

    Also erzählte ich ihr, dass ich mich von ihr genervt fühle. Falscher Ansatz für ein solches Gespräch, ich weiß, und vollkommen falscher Ansatz, um bei ihr etwas zu erreichen. Sie biss sich sofort am „genervt sein“ fest. Es ging ihr nicht um die Gründe, warum ich mich so genervt fühle, sondern eher darum, was mir überhaupt einfällt, ja, dass ich es überhaupt wage, mich an Dingen zu stören, die für mich zwei Jahre lang in Ordnung waren.

    Nachdem ich sie dahingehend irgendwie niedergerungen habe, erklärte ich, dass mit ihr ja keine vernünftige Diskussion möglich sei. Ich brüllte in diesem Moment fast so laut wie sie. Denn Diskussionen zwischen uns, so ist mir langsam aufgegangen, laufen leider viel zu häufig so ab, dass sie eine These vertritt und ich eine These vertrete. Im Unterschied zu ihr bringe ich jedoch auch Argumente, während ich mich nicht erinnern kann, dass ihre Thesen irgendwann einmal gestützt gewesen wären.

    Stattdessen versucht sie mich niederzuringen. Sie prügelt so lange verbal auf mich ein und versucht, meine Argumente zu zerstören, aber nicht, indem sie etwa Gegenargumente liefert, sondern so lange nachstochert, bis ich mich nicht mehr erklären kann. Dann gilt das Argument als ungültig. Nachdem wir alle meine Argumente auf diese Art durchgekaut haben, gilt ihre These als bewiesen. So läuft das bei uns.

    Ganz oft beispielsweise in Physik oder Informatik. Da habe ich glücklicherweise mehr Ahnung als sie. Sie behauptet irgendetwas, was sie irgendwo mal aufgeschnappt hat, wovon sie meint, es sei richtig, was nach meiner Ansicht nach völliger Blödsinn ist. Dann diskutieren wir nach obigem Schema und am Ende gebe ich mich geschlagen, zweifelsohne mehr als nur etwas überfordert mit der gesamten Situation.

    Dann ging es darum, dass wir uns eigentlich nicht mehr wie beste Freunde, nicht mal mehr wie bessere Bekannte verhalten. Sich mit ihr zu verabreden gestaltet sich inzwischen noch schwieriger, nicht etwa der langen Wartezeiten oder die relativ häufigen Versetzungen, so fällt mittlerweile jede dritte Verabredung aus, ohne dass sie sich vorher oder überhaupt mal meldet. In den Tagen, die ich auf ein Treffen warten muss, werde ich hin und her geschoben. Erst waren wir Sonnabend verabredet, dann möchte sie sonnabends mit einer Freundin lieber shoppen gehen, also fällt unser Treffen auf Sonntag. Da hatte sie aber auch nicht viel Zeit, weil sie abends noch mit ihrem Freund verabredet war und nachmittags noch irgendetwas erledigen musste. Später hat ihr Freund sie wohl zum Essen eingeladen, so dass Sonntag jetzt auch nicht mehr klappt. Also bin ich Freitag dran. Dachte ich bis eben. Freitag will sie kurzfristig mit ihrem Freund zu seinen Eltern fahren. Jetzt wurde ich erstmal auf die nächste Woche verschoben. Da bin ich gut aufgehoben. Es handelt sich dabei übrigens um einen DVD-Abend. Auf den warte ich seit über anderthalb Monaten.

    Sie wird schon wissen, was sie tut. Ich hoffe, dass mir das mittlerweile egal ist. So habe ich am Wochenende immerhin Zeit zum Lernen.
     
    #15
    kazaa, 31 Januar 2008
  16. Schweinebacke
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    nicht angegeben
    Warum zum Teufel suchst du überhaupt nocht den Kontakt zu ihr? Selber Schuld, würde ich mal sagen.
    Wenn dich im Prinzip so ziemlich alles an ihr ankotzt, dann stell sie doch einfach mal komplett auf ignore. Also so wie ich die Lage hier einschätze, bringt sie dich ungefähr mal Null weiter im Leben.
     
    #16
    Schweinebacke, 31 Januar 2008
  17. kazaa
    kazaa (28)
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    Ich habe ja nun wahrlich nicht den Kontakt zu ihr gesucht, so verrückt bin ich nun doch nicht. Ich bin bloß immer noch verrückt genug, mir diese Erinnerungen anzutun, wie es früher war. Ich meine, ich gehe ohnehin nicht davon aus, dass dieses seit langem angesetzte Treffen noch einmal stattfindet und trotzdem rede ich mit ihr und trotzdem staune ich, wie leichtfertig sie mit all dem umgeht. Und wie wenig mich das eigentlich noch stört. Früher hätte mich den ganzen Tag lang ein absolutes Unwohlgefühl geplant und heute sitze ich schon mehr oder weniger guter Laune zu Hause.

    Ich meinte, ihr irgendwie sagen zu müssen, was ich von ihr halte. Ob das vernünftig war oder ob es das wert war, das ist wahrlich nicht sicher.
     
    #17
    kazaa, 31 Januar 2008
  18. metamorphosen
    Sehr bekannt hier
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    vergeben und glücklich
    Da solltest Du möglichst bald an Dir arbeiten. Selbst wenn sie Deine Freundin wäre, was sie nicht ist, ist der Großteil Deines Verhaltens nach meiner Meinung inakzeptabel. Du kannst nicht Verlangen, dass das Verhalten eines anderen Menschen Deinen Vorstellungen entspricht. Du kannst auch nicht Erwarten und Verlangen, dass Dir jemand Liebe oder Freundschaft schenkt. So etwas kann man nicht einfordern.

    Du kannst doch nicht völlig passiv sein, nur weil Du wenig Erfahrung hast. :ratlos: Das Leben kommt nicht mundgerecht auf dem Löffel daher, Du musst Verantwortung übernehmen und aktiv werden.

    Das Du wenig Erfahrung hast, ist eine absolut ausreichende Entschuldigung dafür, dass Du dann etwas probierst und es vielleicht misslingt.

    Es ist aber KEINE Entschuldigung dafür, dass Du erst gar nichts versuchst. Wo soll die Erfahrung denn dann herkommen?

    Warum zur Hölle kommst Du nicht auf diese Idee? :ratlos:

    Nein, ich denke nicht! Das sie gerne was machen möchte, z.B. auch mit Dir, ist in meinen Augen noch kein Versprechen. Sie kann so viel davon und so oft sie will auch mit anderen Leuten machen.

    Wenn ihr eine konkrete Verabredung zu einer Aktivität habt, dann kannst Du Dich beschweren, aber vorher nicht. Da darfst Du auch ruhig mal die Initiative zeigen, zumal wenn Du weißt, dass sie das oder jenes gern mal machen würde. Und wenn sie öfter mal Verabredungen sausen lässt, steht es Dir natürlich frei Deine Konsequenzen daraus zu ziehen und z.B. nichts mehr mit ihr zu unternehmen. Aber warum Du Dich dazu berufen fühlst sie zu erziehen, ist mir nicht ganz klar.

    Es kommt nicht darauf an, wer "Schuld" hat. Der Zustand ist so für beide völlig unbefriedigend, das ist das entscheidende.

    Und seither zickt ihr euch gegenseitig an, weil ihr ganz unterschiedliche Vorstellungen über euer Verhältnis und jeweils ganz andere Ansprüche an den anderen habt? Was habt ihr eigentlich davon, euch gegenseitig das Leben schwer zu machen.

    Freundschaften kommen und gehen, werden intensiver oder weniger intensiv. Das ist oft bedauerlich, man kann im Gewissen Rahmen auch etwas machen um die Freundschaften wieder zu intensivieren, aber das müssen dann auch beide wollen. Größtenteils muss man sich damit abfinden.

    Damit das Du ständig sauer bist, ständig forderst und versuchst die zu maßregeln, hast Du den letzten Rest der Freundschaft wahrscheinlich kaputt gemacht. Sie scheint auch keinen großen Wert darauf zu legen, wie ihre Aktionen und ihr Verhalten Dir gegenüber, das oft recht unfair und nicht gerade nett ist, deutlich zeigen.

    Das wäre ein möglicher Punkt gewesen. Aber auch jetzt ist das noch möglich, besonders wenn Du demnächst in einer anderen Stadt einen neuen Start hast.


    Da muss ich Dir absolut recht geben, das ist eine verdammt schlechte Basis. Auch eure Kommunikation ist eine schlechte Basis, die scheint überhaupt nicht zu funktionieren. Ich glaube nicht, dass eine Beziehung mehr als 2 Monate überstanden hätte.

    Ich will keinesfalls behaupten, dass Du ein schlechter Mensch bist. Es ist aber ohne Frage ein nicht so wirklich schöner Charakterzug, seinen Freunden etwas zu missgönnen oder ihnen etwas schlechtes zu wünschen. Du solltest wohl einsehen, dass die Situation zu verkorkst ist und im Moment zwischen euch eher weniger als eine Bekanntschaft besteht.

    Das ist eines Deiner wirklich massiven Probleme, die Du möglichst schnell überwinden solltest. Du stehst bald von einem neuen Anfang und solltest Dich hauptsächlich auf die Zukunft konzentrieren und nicht auf die Vergangenheit.

    Du solltest anfangen Dein eigenes Leben zu führen. Du bist zu sehr auf andere fixiert und machst Dich völlig unnötigerweise selber hilflos und abhängig.

    Ja, das ist ein Beispiel dafür.

    Vielleicht findet sie es nicht schade? Vielleicht interessiert sie sich auch nicht all zu stark für Deine Misserfolge?

    Da würde ich einfach mal von solchen Versprechen absehen und sie auch nicht ernst nehmen. Täglich bei einem Kumpel melden? Das klingt ja alles recht wenig nach Freundschaft, eher nach Auflagen vom Bewährungshelfer. :ratlos: :zwinker:


    Ich fürchte Dein Abstrampeln war kontraproduktiv. Das hat sicher viel mehr geschadet als genutzt, denn das war sicherlich auch viel zu einengend und Du hast einfach zu hohe Forderungen und Ansprüche an sie.


    Da gibt es viele Indikatoren. Musst Du Dich immer melden oder meldet sie sich auch mal. Denkt sie an Deinen Geburtstag, versucht sie, Dir da eine besondere Freude oder ein besonders nettes Geschenk zu machen. Gibt es gute Gespräche, kann jeder seine Sorgen, Ängste und Träume dem anderen anvertrauen. Hat der andere ein ehrliches Interesse daran. etc. etc.

    Wenn Du Lust hast Dich mit jemanden zu treffen, dann mach das doch. Es geht doch nicht um die Probleme der Vergangenheit, sondern um das jetzt und ob Du jemandem sympathisch bist und ob die Leute Dir sympathisch sind.

    Aber aus irgendwelchen Gründen hast Du nicht teilgenommen. Entweder weil Du nicht wolltest oder weil Du nicht konntest. Das war eben zu dem Zeitpunkt so und der Wunsch, dass es anders gewesen wäre beinhaltet ja, dass Du Dir eigentlich wünscht, jemand anders gewesen zu sein.

    Vergiss den ganzen Quatsch mit dem Bedauern der Vergangenheit. Akzeptier Dich und Deine Vergangenheit wie sie eben war und schau, dass Du zufriedener mit Deiner Gegenwart und Deiner Zukunft wirst.
     
    #18
    metamorphosen, 31 Januar 2008
  19. kazaa
    kazaa (28)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Single
    Momentan läuft alles nur noch scheiße. Ich soll mich für mein Abitur vorbereiten, weil nächste die ganzen Klausuren anstehen, aber ich komme zu nichts, weil ich nur noch am Durchdrehen bin. Ich habe mir die beste Zeit meines Lebens versaut! Ich war immer derjenige, den alle hassen, den keiner ausstehen konnte und habe es nie zu mehr als Selbstmitleid gebracht.

    Inzwischen reagiere ich schon auf einzelne Signalwörter wie Disco, Freundin, Party. Schwupps, schon geht?s mir vollkommen beschissen, weil ich nichts davon bisher erlebt habe. Ich sitze bloß zu Hause und eigne mir meine tollen Webentwicklungs-Skillz an ? mit denen findet man aber leider keine Freunde.

    Ich bin bald 20 und hatte noch nie eine Freundin, noch nie das Gefühl der Geborgenheit und ganz nebenbei erwähnt war ich nie so richtig glücklich, weil die Evolution dem Menschen das Verlangen nach Sozialverhalten einpflanzen musste. Und jetzt, in den restlichen Jahren meines Lebens, jetzt soll ich das alles nachholen. Jetzt soll ich plötzlich mein Selbstbewusstsein auf etwas aufbauen, was ich nicht habe, irgendwie alleine in Discos Mädchen ansprechen, weil ich niemanden kenne, der eine kleinere Party veranstaltet. Dann kommt der ganze Zeitraum, den ihr alle in der Pubertät hattet, in dem ich Erfahrungen sammeln soll, mir einen Korb nach dem anderen abhole, weil niemand mit jemandem zusammen sein möchte, der sein gesamtes Leben verkackt hat. Und selbst falls ich noch jemanden damit blenden kann, ließe das Interesse an mir schnellstens nach, weil sie einen Tag später oder einen Meter weiter jemanden trifft, der besser ist als ich.

    Es ist ja nicht bloß so, dass ich verzweifelt bin, weil ich bisher keine Freundin hatte, ich bin verzweifelt, weil mir die völlige Grundlage eines sozialisierten Menschen fehlt, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Denn ich bin eben nie auf eine Party eingeladen worden, hatte nie Freunde, mit denen ich etwas unternehmen konnte, ich saß immer nur alleine zu Hause. Selbstredend habe ich die einzige Freundschaft, die ich in meinem Leben hatte, kaputtgemacht. Klasse Leistung, das schindet bestimmt Eindruck.

    Das war alles nie ein Problem, weil mein Leben so stinklangweilig war, weil ich wüsste, ich ginge morgen immer noch zur Schule und in einem Jahr und in drei Jahren immer noch. Nie war etwas am Horizont zu erkennen, was auch nur den Anschein ließ, dass sich daran etwas ändern könnte. Aber plötzlich, plötzlich steht mein Abitur vor der Tür, ich muss mich ganz eigenständig um ein Leben nach der Schule kümmern und merke, dass ich alles bloß verschwendet habe. Dass die Zeit, die ich in der Schule saß, eben nicht unendlich war, als dass ich mir hätte Zeit lassen können mit dem Freunde finden und Kontakte aufbauen, sondern dass das alles vorbei ist. Und ich wünsche mir wieder, die Zeit zurückzudrehen, denn jetzt, mit einem Mal stehe ich unter dem Druck, mir das alles anzueignen, Freunde zu finden und irgendwann eine Freundin, und am besten alles noch bevor ich so alt bin, dass meine Freundin schon alt und faltig wäre und am Stock ginge. Ich will auch noch etwas von der Jugendlichkeit mitnehmen und die wildesten Sachen mit einem Mädchen erleben und nicht erst nachher in vierzig Jahren mit meiner ersten großen Liebe tatterig Musikantenstadl schauen.

    Bloß ist für mich eben kein Mädchen da. Zumindest nicht, bis ich gehörig an mir gearbeitet habe. Und dann bin ich 30 und kann langsam auf die Suche gehen, ob es jemanden gibt, der mit 30 ebenfalls so unerfahren ist wie ich, damit nicht gleich wieder diese Unterschiede zu Tage treten und alles so ähnlich läuft wie bei meiner ehemaligen besten Freundin.

    Dummerweise will aber niemand etwas mit einem jungen Mann zu tun haben, der sein erstes Mal noch nicht hatte und ansonsten so voll neben dem Leben steht, dass er fast am Durchdrehen ist. Ich brauche mehr Selbstbewusstsein, aber woher soll ich das nehmen? Wie soll ich mich definieren, wenn ich doch nichts habe? Ich möchte so gerne mit einer Freundin zusammen sein, die vor Lebensfreude bloß so sprüht, irgendwie fest im Leben steht und sich auch mal sexy kleidet. Ich will das nicht alles bloß aus dem Fernsehen kennen. Aber wie soll ich, der kein Selbstbewusstsein, keinen Erfolg, keine Freunde, kein Glück, keine Freude hat, mit jemandem zusammen sein, der das krasse Gegenteil meines Charakters wäre? In selbstmitleidige Menschen verguckt sich niemand ? wäre ja auch schlimm.

    Und so lese ich mir 20 und Jungfrau .. und und du glaubst ich bin stark??? und Bin 22, hatte noch nie ne Freundin und weiß nicht warum und Mit fast 16 noch keine Freundin gehabt?! und jungfrau 24 männlich ungeküsst = verzweifelt! und 23 j. männlich bekommt sein leben nicht in den griff...! durch und merke, dass alles das der Weg ist, den auch ich ganz unfreiwillig einschlagen werde.

    Am besten wird es sein, wenn ich es wie so manch anderer Verzweifelter halte und eben erkenne, dass mir dieser Weg mit Freunden und Beziehungen und Sex eben auf immmer versperrt sein wird. Ich gehöre eben nicht zu der genetischen Oberschicht, die glücklich ihre Partys feiert. Dann versuche ich, diese wirren Gedanken, die ich mir andauernd mache, abzustellen und werde mein Leben ganz isoliert in Arbeit gestürzt verbringen. Wenn das mein Schicksal ist, so werde ich mich dem ergeben.

    Habe ich übrigens erzählt, wie es meiner ehemaligen besten Freundin geht? Mit ihrem Freund, der ihr vor ein paar Wochen einen Heiratsantrag gemacht hat, geht sie beinahe jeden Abend auf irgendwelche Schampus-Partys, Gala-Empfänge und Ü30-Partys. Dementsprechend betrunken kommt sie jeden Morgen zur Schule und hat, nachdem ein Lehrer sie auf ihre Fahne ansprach, wörtlich gemeint, dass ihr ein Leben in der ?High-Society? wichiger sei als ihre Karriere. Ich war ja geneigt, an dieser Stelle festzustellen, dass jeder das bekommt, was er sich wünscht.

    Nur ich irgendwie nicht.


    Weil ich es einfach nicht besser wusste. Da kamen plötzlich ein, zwei, drei Menschen auf mich zu und wollten ein paar Stunden mit mir verbringen. Woher sollte ich wissen, wie man sich in solchen Situationen verhält? Ich hatte sowas von überhaupt keiner Erfahrung und wurde quasi ins kalte Wasser geworfen. Bis ich gemerkt hatte, wie der Hase läuft, waren die ersten Monate schon gelaufen und es war zu spät. Ich brauchte erstmal ein paar Wochen, um mich in der Wirklichkeit zurechtzufinden, weil das wenige, was ich wusste, eine Mischung aus Erlebnissen aus Büchern und Filmen war.


    Aber du musst dennoch zugeben, dass es etwas seltsam ist, sich einerseits hinzustellen und eine lange Liste von Aktivitäten herunterzurattern, die man gerne mit mir erleben möchte, andererseits dann, wenn es soweit ist, lieber andere Menschen zu fragen. Wenn ich dann mal Initiative ergriff, stand meist schon eine kurzfristige Verabredung im Weg. Meistens zu einer der Dinge, die wir mal miteinander machen wollten. Und dann fragt man sich schon, warum so und nicht mit mir.

    Dass nicht von ihr abließ, wird daran liegt, dass ich einfach zu sehr an ihr hing. Ich kannte bloß das Leben als Einzelgänger und das Leben mit ihr. Mehr hatte ich nicht. Und von dem wenigen wollte ich ungern ablassen.


    Tja. Bloß hatte ich, und vielleicht auch sie ein wenig, eben das Gefühl, dass sich nichts ändern dürfe. Dass sich schon so viel geändert hatte, übersahen wir glattwegs. Aber wir waren eben beste Freunde und während dieser Durststrecke galt es halt durchzuhalten und mit allen Mitteln um den alten Zustand zu kämpfen. Das war im Endeffekt ziemlich sinnlos, aber so sind Menschen eben.


    Bevor ich Freunde finde, muss ich mit mir selbst klarkommen. Aber bevor ich mit mir selbst klarkomme, glaube ich irgendwoher Unterstützung zu brauchen. Denn so, wie es im Moment ist, schaff ich es einfach nicht.


    Wer weiß. Ich bin zwar von meinem Leben vor meinem 16. Lebensjahr schon deutlich vorbelastet, aber möglicherweise hätte mir ja diese Beziehung plötzlich eine ganz andere Tür zu mehr Selbstbewusstsein, mehr Freunde und mehr Kontakten geöffnet. Damals hätte ich noch etwas lernen können. Vielleicht wäre dann mein ganzes weiteres Leben anders verlaufen. Ich will das jetzt nicht alles erörtern ? aber vielleicht wäre es passiert.


    Das möchte ich aber nun noch einmal genauer wissen. Missgunst ist gerade unter Freunden eigentlich ziemlich tödlich, wie ich nun gemerkt habe, aber ist es in irgendeiner Weise in der Gesamtsituation verständlich gewesen? Ich habe das einmal mit einem Hund verglichen, dessen Besitzer im fünf Mal täglich mit einer leckeren Wurst vor der Nase herumwedelt, ihm volllabert, wie lecker und toll sie schmecken wird und dass er sie gleich bekommt ? er sie dann aber selbst verschlingt. Der Hund war ich, weil ich treudoof dort stand und sie gewähren ließ anstatt meine Sachen zu packen und abzuhauen. Ein Hund haut in der Regel auch nicht ab von seinem Herrchen.


    Wie man oben liest, habe ich damit momentan noch so meine Probleme.


    Aber auch das ist eigentlich nicht wieder so einfach festzustellen. Ich will nicht leugnen, dass ich viel Scheiße gebaut habe und auch nicht immer nach Ausreden suchen, sondern die Ursachen ergründen.

    Und sie hat mir ja nach manch schönem Tag erzählt, dass sie mir ab jetzt wieder eine SMS schicken möchte. Es kamen dann auch ein paar Tage oder Wochen lang welche, auf die ich antwortete, und plötzlich setzte es aus, weil sie kein Geld oder keine Lust hatte.


    Meines Erachtens sind Freunde aber durchaus dazu da, einen anderen Freund auch mal in den Arm zu nehmen, wenn irgendwas scheiße gelaufen ist. Mag aber Auslegungssache sein.

    Dass sie unseren Verabredungen, die sie abgesagt hat, nicht nachtrauert, ist ja nun offensichtlich und weißt eigentlich schon darauf hin, dass sie nicht mehr viel Wert auf meine Gegenwart legte.


    So ähnlich hatte ich damals auch gedacht, aber es war mir durchaus recht. Ich hätt mich eben über ihre SMS gefreut, denn solche Ankündigungen sind ja nun ein ziemliches Zeichen dafür, dass sie mich gern hatte. Sich dann überhaupt nicht zu melden, war ein ziemliches Zeichen dafür, dass ich ihr egal war.



    Ich wüsste bloß im Nachhinein gerne, wie ich mich hätte verhalten sollen. In der Vergangenheit habe ich mir so viele Gedanken gemacht und es hat nichts gebracht. Um kurz etwas anderes aufzugreifen: Ihre beste Freundin ist noch schlimmer als ich. Sie hängt den ganzen Vormittag an ihr dran, bekommt in der Schule keine Aufgabe ohne Hilfe gelöst, ist unselbstständig und nimmt sie andauernd in Beschlag. Meine ehemalige beste Freundin kann sich mit niemandem anders unterhalten, weil die andere immer und ohne irgendeinen Bezug ihre eigenen Erlebnisse kundtut. Vor ein paar Tagen quatschte sie ihr sogar ihre Wochenenderlebisse rein, als sie gerade in Physik einen Sachverhalt erklärte. Das ist auch sehr einengend, aber es funktioniert. Sie ist ihre beste Freundin, die erste Wahl für Probleme und Sorgen, obwohl sie so ein seltsames Wesen ist. Ich hatte versucht, irgendwie einen Mittelweg zu finden. Auf meine beste Freundin einzugehen, aber nicht zu einengend zu sein. Aber ich habe es eben nicht geschafft. Vermutlich kommt es nicht bloß auf das Verhalten an sich an, sondern auch auf eine Art grundsätzliches Sympathieverständnis. Und die beiden sind sich scheints sympathisch. Ich war es wohl nicht mehr. Und daher habe ich mich umsonst bemüht.


    Seit sie mit ihren Beziehungen begann, war ich eigentlich derjenige, der sich melden musste. Ganz am Anfang, als ich fast noch nicht wusste, dass es Mädchen und Jungen gab, war?s ja mal umgekehrt. Später hatte sie scheints gar kein Interesse mehr.

    An meinen Geburtstag hat sie in bestimmter Hinsicht schon gedacht. Ich bekam zwar weder SMS noch Anruf, aber zwei Tage später immerhin eine Umarmung und eine 100-Gramm-Tafel Milka. Das alles scheint mir mittlerweile nur noch ein schlechter Witz zu sein, denn ich hatte an ihrem Geburtstag eine DVD mit einem Filmchen aus hunderten Bildern, auf denen wir oder Orte, an denen wir waren, abgebildet sind, mit unterlegter Musik gebrannt. Ich glaube, das könnte man noch als ?süß?, wenigstens aber als kreativ abtun.

    Gute Gespräche gab es durchaus, das schwankte allerdings immer ein wenig. Mal kamen sie nicht so richtig in Gang, was wohl nicht bloß ihr verschuldet war. Über Probleme konnten wir länger schon nicht mehr reden. Sie hatte nach eigener Aussage keine, weil sie rundum glücklich ist und wenn ich ein Problem mit meinen schulischen Leistungen, der Firma oder meinen Eltern hatte, sollte ich mehr lernen, mehr arbeiten oder mit ihnen reden. Das waren weniger wertvolle Ratschläge, aus denen auch schon ein gewisses Desinteresse an mir zu erkennen gewesen wäre.

    Ich komme mir irgendwie vor wie der letzte Idiot.

    An dieser Stelle übrigens noch mal ein Dankeschön für die ausführliche Beantwortung meiner seltsamen Beiträge.
     
    #19
    kazaa, 2 März 2008
  20. yourdelilah
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Nur du selbst kannst dich aus deinem Selbstmitleidsumpf rauskriegen aber alles was du tust ist deine gesamte Vergangenheit mit vielen "was wäre wenn"s zu analysieren und das wird deine Situation nicht verbessern. Du sagst dir fehlt die Basis und die Zeit und du sagst das wären keine Ausreden aber ich wette, dass das doch Ausreden sind, weil du Angst hast und weil du da diesen (wie du glaubst) unbezwingbaren Berg an Arbeit vor dir siehst der deinem privaten Glück im Weg steht.
    Du musst irgendwo anfangen, von nichts kommt nichts und im Moment scheinst du ja genau das zu haben (was Sozialleben anbelangt): nichts. (also diese seltsame Dame da mal außer acht gelassen, mit der wär ich längst fertig)
    Und was kann man verlieren wenn man nichts hat? Richtig: nichts.
    Also krieg deinen Arsch hoch! :angryfire :knuddel:
     
    #20
    yourdelilah, 2 März 2008

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