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Eine Geschichte ohne Titel

Dieses Thema im Forum "Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches" wurde erstellt von Eierbrötchen, 4 März 2003.

  1. Eierbrötchen
    0
    Also

    Ich hab mal vor ner Weile angefangen, eine Geschichte über das Leben und darüber, was ich vom Leben halte zu schreiben. Irgendwie wüsste ich mal gerne, wie der Anfang so ankommt, ob ihr Bock habt auf mehr.

    Lets go:

    -------------Einen Titel muss ich noch finden-------------

    03. März 2003. Es war da. Irgendwo da draußen. Sie konnte es spüren.

    Melanies Spiegelbild war klar der Meinung, dass sie sich unmöglich so in der Schule zeigen könnte. Was ihr an diesem Morgen allerdings ziemlich egal war. Sie hatte sich gestern wieder mit ihrem Vater gestritten. Es war das altbewährte Thema – ihr Freund Daniel, der ihrem Vater nicht gefiel. An sich war Daniel ganz in Ordnung, ein sehr freundlicher Junge, er war gerade 16 geworden und damit ein halbes Jahr jünger als Melanie, aber ihr Vater hasste es, einen Jungen zu sehen, von dem er wusste, was er mit seiner Tochter anstellte. Zumindest bildete er sich ein, das zu wissen.

    Melanies Vater war im Bezug auf Jungen sehr konventionell. Er war der Überzeugung, dass man Sex erst nach der Ehe haben sollte, und versuchte seiner Tochter jegliche freie Minute mit ihrem Freund zu verbieten. Gestern Abend wieder hatten sie sich gestritten; dabei hatte Melanie noch relativ viel Rücksicht auf ihren Vater genommen. Sie hatte vor, während der anstehenden Osterferien bei Daniel zu übernachten, da seine Eltern über das Osterwochenende in die Schweiz fahren würden und sie dann – endlich einmal – wirklich viel Zeit füreinander gehabt hätten. Doch ihrem Vater schien das zuviel zu sein. „Ihr seit noch nicht einmal achtzehn, und jetzt wollt ihr schon mit so was anfangen!“

    Meistens arteten diese Diskussionen darin aus, dass Melanie ihn als verklemmten Alkoholiker beschimpfte und die Türen knallen ließ und Melanies Vater sich betrank. Das tat er zwar sehr oft, allerdings kam es oft vor, dass er sich nach solchen Diskussionen am nächsten Nachmittag erst in seinem Sessel wiederfand und dann mit einem riesigen Rausch in der Birne.

    Melanie hasste ihren Vater für seine Ansichten, für das, was er über ihre Freunde dachte und ganz besonders über Daniel, der nun wirklich der liebste Mensch war, den sie je kennengelernt hatte.

    Ihre Mutter war ausgezogen, als Melanie gerade zwölf gewesen war; seitdem reiste sie ziellos durch die Welt, schickte Melanie gelegentlich Ansichtskarten oder Briefe aus den entlegensten Regionen der Welt und schien nirgends es wirklich aushalten zu können. Melanie war daher gezwungen, bei ihrem Vater zu leben. Shania, ihre Mutter, war von einem Haufen Neonazis verprügelt worden, als sie noch bei ihrer Familie gelebt hatte. Dass ihr Mann sie allerdings nicht mal während ihres zweimonatigen Krankenhausaufenthaltes besucht hatte, hatte schließlich dazu geführt, dass sie sich getrennt hatten. Seitdem war es mit David Föster – ihrem Mann – immer weiter bergab gegangen, er hatte schon zwei abgebrochene Entziehungskuren hinter sich und versank immer tiefer im Drogensumpf. Melanie hatte schon so oft nachts gehört, wie er die verschiedensten Rauschgifte heimlich im Haus versteckte.

    Sie hasste ihn dafür, dass er nie wirklich mit den Drogen aufgehört hatte.

    Jedenfalls hatte ihr Vater ihr deutlich gemacht, dass es für ihn absolut nicht in Frage kommen würde, dass sie bei ihrem ach so netten Daniel übernachten würde, der Streit war explodiert und Melanie war unter Tränen in ihr Zimmer verschwunden.

    Sie hasste seine Sucht.

    Sie wollte nicht so leben wie ihr Vater. Sie wollte leben.

    Kann das das Leben sein? In seiner Vier-Zimmer-Wohnung zu sitzen, sich von morgens bis abends zu betrinken und dann vor dem Fernseher einzuschlafen?

    Kann das das Leben sein?



    Sie verschwand in der Dusche, kam nach dreißig Minuten wieder hinaus und fand ihren Vater unten mit blutender Nase, blutendem Mund und halb geöffneten Augen. „Scheiße, scheiße, scheiße!!!“, fluchte sie laut und wählte die Nummer eines Freundes ihres Vaters, der Sanitäter war und wusste, wie man mit Überdosis-Fällen umging. Er war eigentlich daran gewöhnt, gelegentlich bei den Fösters vorbeizukommen, was auch immer David gerade geraucht oder genommen hatte, aber an diesem Morgen war er doch schockiert, als er ankam. „Verdammt, was hat der denn genommen? Ich fürchte, der wird ins Krankenhaus müssen.“ Melanie wusste, dass das für ihren Vater ernste Probleme – auch rechtlicher Art – bedeuten würde. An die gesundheitlichen war er gewöhnt. Aber heute morgen gönnte sie es ihm eigentlich.

    In der Schule fiel sie Daniel in die Arme. Es tat so gut, ihn wieder zu spüren, ihn wieder umarmen zu können, bei ihm zu sein. Sie hatte schon oft mit ihm über ihr Zuhause geredet, über die Probleme mit ihrem Vater, über die ihres Vaters, über einfach alles konnte sie mit diesem Jungen reden. Das war das Besondere an Daniel.


    Daniel war eigentlich das absolute Gegenteil des Lebens, das Melanie führte. Er war ziemlich unbeliebt in der Schule, hatte Noten, mit denen er sich gerade über Wasser halten konnte und lebte bei seinen Vorbildliche-Familie-Eltern. Insgeheim wollte er zwar immer schon lieber weg von zuhause, doch er war irgendwie zu bequem dazu. Seine Mutter war fest davon überzeugt, dass er alles machen darf – sobald er nur sein Abitur bekommen würde. Und darauf würde er noch warten müssen.

    Mit Melanie war er seit dem ersten Tag, an dem sie zusammen waren, immer absolut vertraut gewesen. Sie hatte sich gerade mit ihrem Vater gezofft und lief mit Tränen in dene Augen durch Keln, einen kleinen Vorort von Dresden, wo sie beided lebte, als er sie sah. Er kannte sie vom sehen, sie war auf der nebenan liegenden Gesamtschule und war ihm immer aufgefallen, weil sie sehr hübsch und attraktiv war. Allerdings hatte er sich nie getraut, sie anzusprechen.

    Er sah sie damals im Regen stehen, im Eingang eines geschlossenen Juweliers, als er sich entschloss, sie anzusprechen. Es war das erste mal, dass sie nicht von Freundinnen umringt war, und es ging ihr so schlecht, dass er nicht anders konnte.

    Sie waren seitdem jetzt schon eineinhalb Jahre zusammen, und er war erst zweimal bei Melanie zuhause gewesen – weil sie nicht wollte, dass ihr Vater Probleme machte.


    „Wer von euch hat die Hausaufgaben nicht gemacht?“
    .. keine Meldungen ..
    „Dann wollen wir doch mal sehn, wer sie gemacht hat und wer sie abgeschrieben hat.. Denise, komm doch mal vor, zeig uns, was wir letzte Stunde vorbereitet haben!“
    „Frau Bandler, ich muss leider sagen, ich habe das nicht so ganz verstanden...“
    „Soso, dann sehn wir weiter.. Melanie! Wie wärs?“

    Sie hatte natürlich wieder keine Ahnung von dem Stoff.
    Wie sollte man auch vernünftig lernen können, wenn zuhause immer ein Vater herumhockte, der, wenn ihm langweilig war, zu ihr kam, nur um sie wieder mit Themen der Sorte Jungs, Schule oder wie dick sie war zu nerven. Dann lebten sie auf einer Art Baustelle, sie wohnten mitten in einem Gebiet in dem ständig Presslufthämmer zu hören waren. Und zu guter Letzt war sie oft so deprimiert, dass sie einfach nicht lernen wollte.

    Die Sechs in Physik störte sie heute ausgenommen wenig. Zumindest, bis sie nach hause kam.

    Sie knallte ihren Ranzen in die erstbeste Ecke und hoffte, schnell in ihr Zimmer verschwinden zu können, aber ihr Vater erblickte sie und hielt sie auf. Er lief auf zwei Krücken und hatte einen ziemlich glasigen Blick.

    „Melanie! Deine Lehrerin hat mich vorhin angerufen!“
    „Hmm..“
    „Du wirst das Jahr nicht schaffen, wenn du nicht sofort anfängst zu lernen!“
    „Hmm..“
    „Antworte mir gefälligst!“
    „Ach mann, nerv mich nicht.“
    „Wie redest du eigentlich mit mir? Wer hat hier Grund, sauer zu sein?“
    „Seit wann interessieren dich meine Noten?“
    „Halt den Mund! Du hast zwei Wochen Hausarrest. Du verschwindest hier Morgens um viertel vor Acht und bist um Zwei da.“
    „Sag mal, du spinnst doch!?“
    „Das ist nicht alles. Diesen Daniel siehst du nicht wieder in der Zeit.“
    „Du kannst mich mal!!“
    „Ich glaub du brauchst..“
    „Fick dich! Du bist kein Vater, du bist ein Bastard, ein Monster, tausendmal schlechter als jeder Mensch!“

    Es knallte so laut, dass ein Stockwerk tiefer die siebzigjährige Frau einen riesigen Schrecken bekam.

    Der Knall, der darauf folgte, war der zweite große Schock für die Alte.

    Es war eine Tür.

    ---

    Das Gefühl ist nichts neues.
    Es ist so vertraut.
    Und trotzdem das schlimmste Gefühl, das es für sie gibt.

    Danach kommt immer die Kälte.

    Und dann stirbt sie langsam. Jedes mal wieder.


    ---

    „Keitel, hallo?“
    „Kann ich mit Daniel sprechen?“
    „Ich bin dran, wer ist da?“
    „Ich will, dass Melanie sofort nach Hause kommt!“
    „Melanie? Ist nicht hier, wieso?“
    „Die ist bei dir, du kleiner Scheisskerl, ich weis das ganz genau. Und wenn die nicht gleich hier auftaucht, mach ich dir eine ganze Menge Ärger!“
    „Wer ist da überhaupt? Sind sie ihr Vater?“
    „Ja, der bin ich, und ich werde mich nicht wiederholen.“

    Daniel wunderte sich. Er (@Bea korrigiert *g*) wusste, dass Melanies Vater ständig auf Drogen war, aber das hier war merkwürdig. Melanie schien sich irgendwo herumzutreiben.

    Ihr Handy war nicht an.

    ---

    Nach zwei Stunden hatte er sie gefunden. Sie lag im Park neben einer Bank. Sie war dreckig, aber in seinem Innersten fand er sie sogar jetzt noch schön. Er kniete sich neben sie. Es war halb Zwölf.

    ---

    Am nächsten Morgen gingen sie beide nicht zur Schule. Sie waren über Nacht bei ihm geblieben. Sie hatten lange geredet. Über ihr Leben. Melanie gestand ihm, dass sie sich überlegt habe, sich das Leben zu nehmen.

    Daniels Mutter kam um elf Uhr nach Hause. Sie war in Berlin gewesen, auf einem Seminar für Astrologie – seine Mutter hatte einen leichten Hang zu sämtlichen mystischen Dingen, Ahnenkunde, Spiritualismus, Religionen, Horoskopen. Sie wurde hysterisch, wollte Melanie sofort aus dem Haus haben, besonders nachdem ihr Vater noch einmal anrief und anfing, Beleidigungen und Drohungen („Ihr dreckigen Ossischweine, ich lass euch einsperren...“) gegen sie auszusprechen, aber Daniel beschloss, sie erst mal bei sich zu lassen.

    Als am nächsten Morgen die Polizei vor der Haustür stand, versuchte Daniel den beiden Beamten klarzumachen, dass es die ganze Situation nur noch viel, viel schlimmer machen würde, wenn Melanie zu ihrem Vater zurück müsste. Melanie war noch zu fertig, um irgend etwas zu sagen. Sie war nach dem halben Tag, den sie im Regen und im Dreck verbracht hatte, noch viel zu krank und zu schwach, um Widerstand zu leisten.

    ---

    Daniel stritt sich noch lange mit seinen Eltern. Sein Vater schien die ganze Sache damit als abgehakt anzusehen, dass Melanie abgeholt war und auch Daniels Mutter war relativ glücklich damit. Als Daniel nur auf verständnisvolle, aber gleichzeitig leere Blicke stieß – wir kennen sie alle, diese Blicke „Ach Kleiner, wenn du mal groß bist, wirst du uns verstehen“ – gab er auf. Er wollte heute Nacht bei Melanie sein.

    Er verließ das Haus um 1:42 Uhr.

    Es war das letzte Mal, dass er in dem Haus seiner Eltern gewesen war.

    --------------------------

    Soll ich weitermachen?

    Wie fandet ihrs?

    Wars arg langweilig?

    Freu mich auf Kommentare

    Eierbrötchen
     
    #1
    Eierbrötchen, 4 März 2003
  2. ~ann~
    Gast
    0
    nöhö war garnet langweilig!

    mach weiter *gespannt*
     
    #2
    ~ann~, 5 März 2003
  3. bitte, bitte...schreib schnell weiter, ich will weiter lesen..is total spannend....*grins*

    *mi schu freu*

    lg Sun
     
    #3
    Mikes Sunnybunny, 5 März 2003
  4. Eierbrötchen
    0
    Hm ich muss zugeben weiter hab ich se noch nie geschrieben :smile2:

    Ich halt mich ran

    Baibai und thx fürs Loben :eckig:

    Brötchen mit Ei
     
    #4
    Eierbrötchen, 5 März 2003
  5. Rapunzel
    Rapunzel (33)
    Sehr bekannt hier
    5.723
    171
    1
    Verheiratet
    Ich würde auch gerne weiterlesen, war echt bissi enttäuscht, dass es aufgehört hat :smile:
     
    #5
    Rapunzel, 6 März 2003
  6. kaninchen
    Gast
    0
    Schnella!!! :smile:
     
    #6
    kaninchen, 6 März 2003
  7. Eierbrötchen
    0
    Oh immer dieser Stress :smile2: ich hau am wochenende mal kräftich rein

    wenn ich zeit hab *g*

    eierbrötchen
     
    #7
    Eierbrötchen, 6 März 2003
  8. Bea
    Bea (30)
    Verbringt hier viel Zeit
    1.311
    121
    0
    vergeben und glücklich
    Gut... ich hatte Glück und bekomm keine Ärger ^.^ Braches brötchen, muss nix zensieren :zwinker: Habs nämlich überlesen, dass was neues hier ist :zwinker:))

    Eine Sache noch:
    Da ist dir ein kleiner Fehler unterlaufen. Es muss heißen "Er wusste,. ..." sonst stimmt der Bezug nicht :zwinker:

    Aber sonst: Ganz gut ^.^ *mit lob sparsam sei grad irgendwie*

    Ehrlich gesagt: Ich will nicht aufräumen :flennen:
     
    #8
    Bea, 7 März 2003
  9. XaTriX
    Gast
    0
    ohja, weitermachen! :drool:
     
    #9
    XaTriX, 3 April 2003

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