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Einen gemeinsamen Weg finden

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von Dezember, 11 Februar 2008.

  1. Dezember
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    Single
    Was ich hier nun schreiben werde, wird sehr, sehr viel werden. In diesem Text stecken die letzten 18 Monate. Ich habe versucht, all das, was in der Beziehung von meinem Freund und mir vorgefallen ist, so knapp wie möglich und dennoch detailliert genug wiederzugeben, um ein halbwegs genaues Bild davon zu liefern, was zwischen uns vorgefallen ist, was geschehen ist, wie unsere Beziehung sich entwickelt hat, und wie sie heute ist. In diesem Text stecken die wichtigsten Dinge, die vom 5. August 2006 bis heute zwischen meinem Freund und mir vorgefallen sind. Was wir beide zusammen erlebt haben. Der Text ist sehr lang, und ich habe ehrlich gesagt wenig Hoffnung, dass sich wirklich jemand die Mühe macht, das alles zu lesen. Dennoch habe ich versucht, alles aufzuschreiben, in der Hoffnung, dass es doch irgendjemand liest, und vielleicht etwas Klarheit in dieses Chaos bringen kann. Ich wäre wirklich sehr, sehr dankbar, wenn das jemand versuchen würde.
    Falls es jemand liest: Lasst euch bitte nicht davon irritieren, dass ich mit einem so „banalen“ Thema wie Sex beginne. Ich denke einfach, dass es am besten ist, damit anzufangen. Und ihr werdet sehen, es geht um viel, viel mehr als nur das.


    Was genau da zwischen uns vorgefallen ist... na ja, das war so: Wir fingen halt irgendwann (so nach drei Monaten) langsam mit Petting an. Das war ja noch in Ordnung. Das Problem war nur, dass ich mir damals nicht sicher war, ob ich das wirklich wollte. Da ich es aber nicht schlimm fand, habe ich auch nicht Nein gesagt. Irgendwann habe ich dann gemerkt, dass es mir doch zu viel wurde. Ich war einfach noch nicht bereit, so weit zu gehen. Mein Freund wollte das eigentlich akzeptieren - das hat nur leider nicht funktioniert. Wenn er einmal angefangen hatte, dann konnten wir nicht aufhören. Wir bekamen es einfach nicht hin, nur bis zu einem bestimmten Punkt zu gehen. Danach habe ich mich dann immer total schlecht gefühlt, weil ich einfach noch nicht bereit war.
    Jetzt kommt das wirkliche Problem: Wenn wir abends im Bett lagen und mein Freund nicht schlafen konnte, dann fing er an, mich zu streicheln. Ganz normal, am Bauch oder an den Beinen. Ich bin sehr sensibel und habe das immer sofort gemerkt. Er ist dann immer langsam weitergegangen (als ich also schon mehr oder weniger wach war). Aber dadurch, dass ich noch benommen vom Schlaf war, habe ich das nicht wirklich realisiert und deshalb auch nicht Nein gesagt. Irgendwann war ich dann ganz wach, und dann merkte ich, dass ich das gar nicht wollte. Da hat mein Freund dann auch immer sofort aufgehört.
    Grundsätzlich wäre daran nichts Schlimmes. Aber dadurch, dass ich grundsätzlich solche Zweifel hatte, und dann, weil ich mich noch im Halbschlaf befand, nicht wirklich in der Lage war, klar zu denken und zu entscheiden, war das natürlich schlimm für mich.
    Wenn es einmal passiert wäre: okay. Wenn es ein zweites Mal passiert wäre: da kann man mit klar kommen. Aber es ist nicht nur ein- oder zweimal passiert. Es ist immer wieder passiert. Über mehrere Wochen hinweg.
    Es war nicht ganz gegen meinen Willen, das nicht. Nur konnte ich (wenn ich wach war) das nur bis zu einem bestimmten Punkt genießen, bis mir dann Zweifel kamen. Und die waren natürlich noch immer da. Nur durch die Situation (Halbschlaf) war mein Verstand natürlich mehr oder weniger ausgeschaltet. Im Wachzustand hätte ich gedacht: "Okay, das fühlt sich jetzt zwar nicht schlecht an, aber du weißt genau, danach wirst du dich schlecht fühlen. Sag ich ihm lieber, dass wir es in ein paar Wochen noch mal probieren."
    Aber im Halbschlaf funktioniert das natürlich nicht.

    Mein Freund ist daran so ziemlich kaputt gegangen. Er hat da so sehr drunter gelitten, konnte aber dennoch nicht aufhören. Wenn ich ihm sagte, er solle aufhören, schien er aus einer Art Trance zu erwachen. Er fing an zu weinen, konnte sich gar nicht mehr beruhigen. Ich musste ihn festhalten, um ihn davon abzuhalten, gegen die Wände oder sich selbst ins Gesicht zu schlagen.
    Das war wohl der Auslöser dafür, dass er erneut so depressiv wurde. Wir gingen zu einer Beratungsstelle, um das Problem in den Griff zu bekommen. Doch er konnte nicht darüber sprechen. Als unsere Beziehung fast daran zerbrach, schaffte er es, aufzuhören. Das war Anfang 2007. Es ist danach nur noch ein einziges Mal passiert, in den Sommerferien.
    Mit meinem Freund wurde es dennoch immer schlimmer, auch nachdem es aufgehört hatte. Seine Depressionen wurden immer schlimmer. Extreme Minderwertigkeitskomplexe, autoaggressives Verhalten, Suizidgedanken. Ich habe ihm nie einen Vorwurf gemacht. Aber er selbst konnte sich nie verzeihen, was passiert war. Diese Zeit war sehr schwer. Das war Anfang 2007, wo es langsam aber stetig immer schlimmer wurde. In diesen Monaten hörte ich von meinem Freund hauptsächlich die Sätze: "Ich will nicht mehr", "Ich kann nicht mehr", "Es ist alles meine Schuld" und "Mein Leben hat doch überhaupt keinen Sinn mehr".
    Ich habe ihm keine Vorwürfe gemacht. Das hätte ja nichts besser gemacht. Ich war für ihn da, wenn er wieder einmal stundenlang in Tränen aufgelöst in meinen Armen lag. Ich habe ihm Verständnis entgegengebracht ... so viel Verständnis. Aber das hat leider nicht bewirkt, dass er sich selbst verzeihen konnte.
    Irgendwann konnte ich das einfach nicht mehr mit ansehen. Er war wirklich so kaputt. Ich konnte ihn zu einer Therapie überreden. Bei seinem Aufnahmegespräch sprach er auch über das, was zwischen uns vorgefallen war. Der Psychologe, mit dem er sprach, versuchte meinem Freund zu erklären, dass sein Verhalten nicht so krank und unnormal war, wie er selbst dachte. Er erklärte ihm, dass dieser Druck (das sexuelle Verlangen), welcher sich über Monate hinweg aufstaute, irgendwann einfach zum Vorschein kam, und diesen Kontrollverlust bewirkte. Mein Freund machte sich dennoch weiterhin Vorwürfe.
    Wie es es der Zufall wollte, ist es so, dass genau in der Nacht vor diesem Aufnahmegespräch dieser "Rückfall" war. Das das wieder geschehen war, war so schlimm für meinen Freund, dass seine Selbstmordgedanken wiederkehrten und noch schlimmer wurden. In der Klinik musste er mehrere Fragebögen ausfüllen. Bei einem musste er den Satz "Am liebsten würde ich..." ergänzen. Mein Freund beendete den Satz mit "tot sein".
    Von diesem Tag an verletzte er sich täglich selbst. Das hat er zum Glück nach einiger Zeit wieder in den Griff bekommen. Er fing an, Antidepressiva zu nehmen, und machte eine Therapie. Im Moment wartet er darauf, dass ein ambulanter Therapieplatz frei wird.

    Meinem Freund geht es inzwischen besser. Sein Zustand ist weitergehend stabil, und er lernt, mehr auf sich selbst zu achten. Zwischen uns gibt es leider einige Probleme, da er nach der Therapie kaum noch in der Lage war, mit mir über unsere Probleme zu sprechen. Inzwischen weiß ich, dass mein Freund kaum Erinnerungen an die letzten Monate hat. Deshalb fällt es ihm so schwer, zu sprechen. Er hat so viel vergessen, und er vergisst auch jetzt noch Dinge. Da er das aber zuerst selbst nicht realisiert hat, hat das bei uns zu ziemlich großen Problem geführt. Wir hatten Probleme, ich wollte eine Lösung finden, was aber nicht ging, da ich ja nicht wusste, was er darüber dachte. Was immer ich auch sagte, die Antwort war stets: "Ich weiß es nicht." Erst mit der Zeit realisierte mein Freund, dass er ständig alles vergaß, und dass er auch deshalb oftmals nicht wusste, wovon ich sprach. Er vergaß sogar, dass er Dinge vergessen hat. Deshalb konnte er mir das erst vor zwei Tagen erklären.
    Er hat mir jetzt den Vorschlag gemacht, dass wir uns demnächst mal zusammen hinsetzen und unsere Beziehung rekonstruieren. So möchte er auch herausfinden, was er alles vergessen hat.
    Ich hoffe, das bringt uns irgendwie weiter.

    Doch es ist noch nicht zu Ende. Mit der Therapie hat sich sehr viel verändert. Mein Freund hat sich auch in seinem Verhalten geändert, was für mich nur schwer zu akzeptieren ist. Leider muss ich es akzeptieren, denn einen anderen Weg scheint es nicht für meinen Freund zu geben.
    Früher hat mein Freund immer alles heruntergeschluckt. Jeden Kummer und jeden Ärger, er hat einfach alles in sich hineingefressen. Das hat ihn kaputtgemacht. In der Therapie hat er dann endlich erkannt, dass er mehr auf sich selbst achten muss. Das finde ich ja gut – ich habe ihm selbst nie etwas anderes gesagt. Das Problem dabei ist nur folgendes: Wenn mein Freund seine Wut nicht gegen sich selbst richtet, dann richtet er sie auf andere. Es ist jetzt nicht so, dass er sich total asozial verhalten würde. Aber mir reicht das auch so schon. Ich habe seine so stark ausgeprägte Höflichkeit und Hilfsbereitschaft immer so sehr an ihm geschätzt. Dass er auch mal laut werden, mal ungerecht oder unfreundlich sein kann, dass er andere mit seinem Verhalten verletzen kann – das ist für mich nur schwer zu akzeptieren. Ich selbst bin ein Mensch. Der nie jemandem absichtlich wehtut. Ich versuche immer, es zu vermeiden, anderen wehzutun. Und dass mein Freund jetzt so anders ist, und dass er die Eigenschaften, die ich so an ihm geschätzt habe, ablegt, das ist schlimm für mich. Ich möchte nicht, dass er sich so verhält.
    Leider ist es so, dass mein Freund – wie ich bereits erwähnte – irgendwann kaum noch mit mir gesprochen hat. Da ich also nicht mehr wusste, was in ihm vorging, musste ich es also selbst herausfinden. Das führte leider dazu, dass ich sein Verhalten falsch deutete. Ich ging davon aus, dass es ihm wieder schlechter ging und er deshalb so gereizt und beinahe aggressiv war. Dafür gab es auch Anhaltspunkte, beispielsweise hatte er etwa einen Monat nach der Therapie eine Phase, in der er wieder von Selbstmord sprach. Aber wie gesagt habe ich das völlig falsch gedeutet. Ich sah sein Verhalten als „Fehler“ an. Ich kritisierte ihn, versuchte ihm zu helfen, diese Verhaltensweisen abzulegen. Da er nicht mit mir sprach, kam ich erst viel zu spät auf den Gedanken, dass es sich dabei um einen Selbstschutzmechanismus handelte. Dass er sich so verhielt, weil es ihm half, mit seinen Gefühlen besser zurecht zu kommen. Das hatte ich zu diesem Zeitpunkt ja nicht gewusst. Ich konnte nicht verstehen, warum er keinen Mittelweg finden konnte. Warum er seine Gefühle nicht anders verarbeiten konnte. Warum er immer entweder sich oder anderen wehtun musste. Ich versuchte ihn dazu zu bringen, sich wieder „normal“ zu verhalten. Doch damit machte ich es natürlich nur noch schlimmer. Ohne dass ich wirklich verstanden hatte, was los ist, fing er an, ich abzukapseln. Über unsere Beziehung und vor allen Dingen über seine Gefühle sprach er so gut wie gar nicht mehr. Das hängt wie ich bereits erwähnt habe auch damit zusammen, dass er so viel vergisst.
    Er war plötzlich so verändert. Plötzlich fingen wir an, uns zu streiten. Er war plötzlich wütend auf mich, was er früher nie gewesen war. Er hatte mir immer das Gefühl gegeben, alles richtig zu machen. Für ihn war ich immer perfekt gewesen. Ich wollte gar nicht perfekt sein (zumindest dachte ich das), ich bat ihn sogar darum, mich zu kritisieren, mir zu sagen, wenn ich etwas falsch machte. Aber in seinen Augen war ich damals wie gesagt perfekt. Irgendwann fing er dann wie gesagt an, mich zu kritisieren. Aber so habe ich das absolut nicht gewollt. Er war wütend auf mich – und nannte mir den Grund nicht. Ich habe ihn verletzt, ohne es zu wollen ... ohne es zu merken. Ist es meine Schuld? Ich weiß es nicht. Auf der anderen Seite hat er mir durch sein Schweigen auch kaum eine Möglichkeit gegeben, ihn zu verstehen. Er hat geradezu verlangt, dass ich sein Schweigen automatisch richtig deuten, also sozusagen seine Gedanken lesen konnte. Teilweise hat er mir die Dinge ja erklärt. Aber ich war damals nicht in der Lage, das auch zu verstehen. Ich war völlig durcheinander durch die veränderte Situation. Immer war ich für ihn perfekt gewesen – und plötzlich gab er mir das Gefühl, alles falsch gemacht zu haben. Ich fragte ihn, warum er mir nie sagte, was er dachte. Da wurde er wütend, und meinte, er würde deshalb nichts sagen, weil seine Meinung ja eh nicht zählen würde. Ich würde ihn immer bevormunden, wurde immer über seinen Kopf hinweg entscheiden. Mit diesem Vorwurf hat er mich sehr verletzt. Kurz darauf sprachen wir erneut darüber, versuchten es zu klären. Ich fragte ihn, ob er denn vergessen hätte, dass ich ihn immer nach seiner Meinung gefragt habe. Wenn es ein Problem gab, dann habe ich versucht, für uns beide eine Lösung zu finden. Wenn ich meinte, eine Lösung gefunden zu haben, dann erzählte ich ihm davon. Ich habe ihn immer gefragt, was er davon hielt. Er fand meine Vorschläge immer gut. Jedes Mal fragte ich nach, ob es auch wirklich in Ordnung für ihn war. Ich fragte einmal, auch ein zweites oder drittes Mal. Stets lautete die Antwort „Ja“. Ich sagte ihm, dass ich Angst hätte, ihn zu bevormunden. „Das tust du nicht. Mach dir keine Sorgen“, versuchte er mich zu beruhigen. Ich bat ihn, mir zu sagen, falls er doch einmal das Gefühl hätte, ich würde es tun. Er sagte, das würde er tun. Ich solle mir keinen Gedanken machen. Als er mir das dann wie gesagt einige Monate später zum Vorwurf machte, erinnerte ich ihn an dieses Gespräch. Ich fragte ihn, ob er das denn vergessen hätte. Er warf mir vor, immer über seinen Kopf hinweg entschieden zu haben, obwohl ich ihn immer nach seiner Meinung gefragt habe. Ich fragte ihn, ob er das denn vergessen hätte. Ja. Das hatte er wirklich. Er entschuldigte sich dafür.
    Dennoch hatte ich immer öfter das Gefühl, alles falsch zu machen. Ich war es gewohnt, für uns – und auch für ihn – Lösungen zu finden. Und er hatte mich immer davon überzeugt, dass mein Weg der richtige ist.
    Doch jetzt ist es anders. Er hat sich mir so weit entzogen, dass ich nicht mehr in der Lage bin, Wege zu finden. Da er kaum mit mir spricht, kann ich nur schwer einschätzen, was in ihm vorgeht. Ich habe das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Dadurch, dass er sich so abkapselt, wächst meine Angst, ihn zu verlieren.
    Unsere Ziele, unsere Wünsche … das, was gut für uns ist, das ist leider nicht gleich. Er möchte vergessen, einen Neuanfang starten. Ich möchte die Dinge verarbeiten, möchte darüber sprechen. Er möchte eigenständig werden, seinen eigenen Weg finden. Ich brauche ihn mehr denn je, möchte bei ihm sein.
    Natürlich möchte ich, dass er seinen Weg findet. Aber ich möchte dennoch an seiner Seite sein. Das möchte er ja auch. Aber dennoch geht er diesen Weg irgendwie alleine, indem er nicht mit mir spricht. Ich muss das alles verkraften, was hinter uns liegt. Ich muss das alles erst einmal verarbeiten. Und dazu brauche ich seine Unterstützung. Während er Zeit braucht, um zu sich selbst zu finden, brauche ich es einfach, dass er mich in den Arm nimmt und mir Sicherheit gibt.
    Ich denke schon, dass das beides möglich ist. Dass es möglich ist, einen Zwischenweg zu finden. Aber dass ist nur möglich, wenn wir miteinander sprechen. Und das ist wie gesagt nicht so einfach.


    Das war sie nun, unsere Geschichte. An einigen Stellen ist sie wohl etwas wirr. Ich habe mir Mühe gegeben, sie halbwegs strukturiert niederzuschreiben, und ich hoffe, dass ich nicht für all zu viel Verwirrung gesorgt habe.
    Viel weiß ich jetzt nicht mehr dazu zu sagen. Ich hoffe einfach nur, dass jemand all das hier liest … und mir vielleicht einfach nur einen klitzekleinen Rat geben kann, wie ich all das verarbeiten kann, und was ich jetzt am besten tue. So dass ich einen Weg finden kann, zusammen mit meinem Freund. Einen Weg, der für uns beide, für ihn und für mich, der richtige ist.
     
    #1
    Dezember, 11 Februar 2008
  2. broken|dreams
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    sehr bewegende geschichte... ich hab mir alles durchgelesen und ich finde es sehr bemerkenswert das ihr euch trotz alldem nicht ganz auseinandergelebt habt.
    Warum ? (es reicht wenn du dir die frage selbst beantwortest)

    Du solltest nicht die Antwort für die Probleme bei dir selbst suchen. Es gehören immer 2 Schuhe zu einem Paar. Das du für ihn perfekt bist ist ein normales Zeichen dafür, das er dich über alles liebt und von seiner Seite aus nie irgendeinen Zweifel hören wirst (zumindest wars in der Vergangenheit so).
    Das er die Therapie als solches akzeptiert hat ist vorblidlich, die meisten hätten sich in Selbstmitleid und ihren Agressionen vergraben.


    Solang er das versteht, schätzt und es auf Gegenseitigkeit beruht, seh ich ich keinesfalls schwarz für eine gemeinsame Zukunft.
     
    #2
    broken|dreams, 11 Februar 2008
  3. Dezember
    Benutzer gesperrt Themenstarter
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    Single
    Danke dass du dir das alles wirklich durchgelesen hat...

    Die Frage nach dem Warum ... ich bin einfach noch nicht so weit, denke ich.

    Und das zweite ... leider kann er nicht so für mich da sein, wie ich ihn brauche. Er braucht wie gesagt Zeit für sich. Und beides zusammen ... das geht nicht so leicht.
     
    #3
    Dezember, 11 Februar 2008
  4. pübbi
    pübbi (27)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    hey Dezember,

    also ich habd mir deine gscheichte durchgelesen und zwar nich alles verstanden aber ich habe eine vage vorstellung. ich kann mich im gewissen sinne auch mit dieser geschichte etwas indetifizieren. meine Mutter war selbst mal depressiv und ich weiß wie es ist, so etwas mitzuerleben, das jemand der einem nahe steht so etwas durchmacht, zwar nicht ganz so schlimm wie bei deinem freund aber schon ähnlich.

    ich verstehe nich so ganz warum dein freund so vieles aus eurer vergangenheit vergessen hat... das er dir da nun vorwürfe macht für dinge die gar nicht so waren ist nicht schön, abe rwenn er nicht mehr weiß was los war und auch nich weiß das er das vielleicht vergessen habe könnte ist nicht gut.

    das er darüber nicht sprechen will.. eigentlich hilft es den meisten menschen mit depressionen darüber zu reden aber wie es scheint will er damit einfach nur abschließen. und das du da gerne drüber reden willst kann ich verstehen. man versteht nicht alles was depressive menschen tuen und durchmachen, und will ihnen heolfen aber das geht oft nicht.
    ich glaube wenn dein freund da nicht drüber sprechen will, dann solltest du das vielleicht vorerst dabei lassen, das er erstmal soweit klar kommt mit allem. für ihn ist es denke ich wichtig das er erstmal mit sich seolber klarkommt und vielleicht ist er irgendwann dazu bereit darüber zu sprechen. jedoch sollte er dir keine solchen vorwürfe mehr machen.

    das er sich so verändert hat, das ist sicher sehr schwer für dich, da er wie du sagst die eigenschaften die du an ihm so sehr geschätzt hast nun abgelegt hat. es ist schon richtig das er sagt was er denkt und sich durchsetzt, aber dabei sollte er nicht verletztend werden !!! weder zu dir noch zu anderen. und das ist auch nich unbedingt damit zu entschuldigen das er in therapie war, trotz allem sollte er vernünftig mit seinen mitmenschen umgehen und vor allem auch mit dir und ich denke das du ihm das uach sgaen kannst und solltest.

    mehr fällt mir im mom nicht dazu ein das war aber auch sehr viel zu lesen und viele gedanken dazu. lg pübbi
     
    #4
    pübbi, 11 Februar 2008
  5. Alex877
    Alex877 (29)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Mein vollsten Respekt hast du, wie ich in dieser Geschicht gelesen habe musst du deinen Freund echt überalles Lieben, wenn du dies alles mitmachst.

    Also dein Freund scheint wirklich nach deiner Beschreibung sehr Krank zu sein was ich vermute eine Schweredepressive erkrankung die schwere Psychischefolgen hat, was ich auf Seelischenschmerz zuruckführe das wahrscheinlich was mit seiner Kindheit zu tun hat. Das problem bei Schwerdepressiven Menschen ist sie wissen nicht mehr mit Emotionen umzugehen weil sie meisten keine mehr haben und besonders bei der einnahme von Antideprissiva ist das oft zu sehen. Du fragst dich woher ich das so weiß? Weil ich selber an Depressionen leide aber das noch einigermaßen im griff habe also ich bin kurz davor zu Psychologen zu gehen. Nun seine Reaktionen musst du als Hilfeschrei deuten, denn er selbst sieht bestimmt alles nur noch negativ und mit seinen anschuldigungen will er eigentlich nur erreichen das man ihm Aufmerksamkeit schenkt was ich auch auf seine Minderwertigkeitskomplexe schließe und damit umzugehen mit so einem Menschen ist es sehr sehr schwierig und man braucht sehr viele Geduld und um so mehr Nerven was auch zu gefahr kommt das man selber dadruch Psychisch erkranken kann wenn man keine Professionelle hilfe finden weil das an die Substanz geht und man den jenigen der die Depression hat sein Handeln schwer Nachvollziehen kann.

    Wenn du sagst dein Freund ist verschlossen, dann glaub ich liegt es daran das er selber nicht wirklich versteht was in ihm vorgeht und er im endeffekt in einer Sackgasse gelandet ist ich hoffe wirklich dein Freund hat einen guten Psychologen der ihn gut Therapiert. Denn Depressionen gehen und kommen besonders wenn man sie schon über einen langen Zeitraum hat können diese immer wieder ausbrechen. Deshalb hast du mein vollsten Respekt wie du deinem Freund zur Seite stehst denn gerade jetzt braucht er so einen Menschen wie dich die an seiner Seite ist und ihn unterstütz. Ich denke das er die auch nicht wirklich wahrnimmt was du für ihn für ne stütze bist in seiner situation, ich glaub würdest du ihn verlassen würde er komplett daran kaputt gehen.

    Also deine Situation ist wirklich schwierig und man kann wirklich nur schwer Ratschläge geben da Depression selbst manchen Psychologen schwierigkeiten bereiten sie zu Heilen. Also das einzige ihr müsst beide bereit sein zu Kämpfen und ich denke was gibt es besseres als die Liebe und eure Partnerschaft um seine Krankheit zu besiegen nur vergiss nicht du darfst daran nicht selber Kaputt gehen denn die Gefahr ist sehr groß. Deshalb versuch irgendwie an ihn heran zu kommen reden reden kann euch in eurer Beziehung nur noch helfen und ihr müsst beide dies verstehen, was in dem fall deines Freundes wahrscheinlich sehr schwer sein wird da ihm dies alles wie es dir persöhnlich in deiner Gefühlslage geht nicht richtig bewußt ist und dies musst du ihm sagen das du verstehst wie schlecht es ihm geht und im klar machen das er und auch eure Beziehung nur dann gerettet werden können, wenn ihr zusammen hält und alles langsam versucht zu besprechen. Versuch mehr über sein Vergangenheit zu reden. Vielleicht können seine Eltern die mehr über seine Probleme sagen aufjedenfall. Ihm muss klar werden das ohne seinen eigenen Willen und der Wille die Beziehung zu retten und seine Depressionen zu besiegen er Untergehen wird.

    Also ich wünsche dir sehr viel KRAFT das du und dein Freund das schafft!
     
    #5
    Alex877, 11 Februar 2008
  6. lost Romance
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    das traurigste an deiner Geschichte ist, ich bin plötzlich froh um meine Probleme...

    Du tust mir wirklich leid und ich bewundere deine Stärke, wie du das ganze bis jetzt durchgestanden hast. Die meisten Menschen, darunter wahrscheinlich auch ich, hätten schon längstens aufgegeben.

    Ich würde dich mal fest drücken, wenn ich es könnte. Wenn du hilfe brauchst, dann schreibe mir eine PM, ich antworte dann so schnell ich kann.


    "Du kannst nur jemanden lieben, wenn du auch dich selbst liebst". Dein Freund hat viele Probleme mit sich, ich befürchte er kann von Zeit zur Zeit nicht einmal sich selbst leiden. So eine Beziehung zu führen ist wirklich schwer, auch für dich.

    Das mit dem Vergessen kann auch ein Selbstschutz sein, weil er sich an jeder Kleinigkeit die Schuld gibt und sich daran zerfrisst.
    An seinem Verhalten und seinem Zustand hast du keine Schuld. Auch nicht wegen der Geschichte im Bett. Der Ursprung dafür liegt wo anders, da bin ich mir sicher. Ich hab mich mal ähnlich über etwas in der Art fertig gemacht.

    So weh es auch tut, wenn er seinen Weg alleine gehen möchte, dann musst du ihn lassen. Bei Problemen mit dir selbst kann dir niemand helfen, du kannst höchstens unterstützt werden und das musst du zuerst zulassen.
    Wenn er nicht will dass du ihn unterstüzt, dann kannst du ihm nicht helfen.

    Du bist sehr liebenswert und geduldig, aber du darfst dich nicht zerstören lassen, von niemandem. Wenn du an ihm zerbrichst, dann geh! Dich darf niemand so verletzen dass du selbst eine Theraphie brauchst. Nicht einmal die Liebe deines Lebens.


    Ich wünsch dir viel Glück und hoffe, dass ihr einen gemeinsamen Weg findet. Wenn man deine Situation betrachtet, gibt es viele Wege die euch trennen, aber wenn ihr beide an euch glaubt und euch mühe gebt, dann findet ihr einen der euch weiterhin zusammen durchs Leben bringt!
     
    #6
    lost Romance, 11 Februar 2008
  7. *Sawya*
    *Sawya* (25)
    Meistens hier zu finden
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    vergeben und glücklich
    Kannst du vielleicht nicht auch mal an einer Therapiesitzung teilnehmen? Das würde euch vielleicht auch helfen, einen gemeinsamen Weg zu finden...

    Sonst weiss ich leider keinen guten Rat, aber ich wünsche euch alles Gute!
     
    #7
    *Sawya*, 11 Februar 2008
  8. broken|dreams
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    hast du ihm das auch so klargemacht das er es richtig verstanden hat ?
     
    #8
    broken|dreams, 11 Februar 2008
  9. Dezember
    Benutzer gesperrt Themenstarter
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    Wow, es antworten plötzlich so viele ... damit habe ich absolut nicht gerechnet!
    So schnell komme ich ja gar nicht nach mit dem antworten... :zwinker:

    Erst einmal DANKE an euch alle!

    Also ... ich bin selbst auch der Meinung, dass Reden der einzige Weg sind. Aber wie du schon sagtest, pübbi, muss ich akzeptieren, dass mein Freund scheinbar einen anderen Weg gehen muss. Für ihn ist es besser, nicht zu reden ... aber will soll ich damit klarkommen? Wie soll es so funktionieren? :cry:

    Ich habe selbst den Fehler gemacht, immer alles auf seine Depressionen zu schieben. Inzwischen denke ich, dass all das weniger Auswirkungen von seiner Krankheit sind, sondern vilmehr die Auswirkungen die sein Heilungsweg hat. Er versucht, seinen Weg zu gehen.
    Aber wie kann man das mit meinen Wünschen und Bedürfnissen verbinden?

    Ich wollte nie zulassen, dass er mir so wichtig wird ... aber nachdem ich zwei Jahre lang hauptsächlich damit verbracht habe, mich um ihn zu kümmern, ist die Verbindung zwischen uns so groß geworden, dass ich mir ein Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen kann.
    Vielleicht war ich naiv. Vor ziemlich genau zwei Jahren, im Februar 2006, habe ich für mich eine Entscheidung getroffen. Ich wollte ihm helfen. Damals, mit 14 Jahren, habe ich diese Entscheidung getroffen. Vielleicht war ich jung, naiv ... Ich habe nicht daran gedacht, dass mein Freund sich verändern würde.
    So lange wir uns haben, können wir alles gemeinsam durchstehen. Daran habe ich fest geglaubt ... tue es vielleicht immer noch.
    Doch dass sich alles so verändern würde ... das habe ich nicht gewusst. Vielleicht konnte ich es auch gar nicht wissen.
    Ich wollte nicht, dass er mir so wichtig wird. Aber ich kann es nicht rückgängig machen. Lieber ertrage ich all das, als ihn zu verlieren. Er ist längst ein viel zu großer Teil meines Lebens geworden.

    Ich habe vor, zu einer Beratungsstelle zu gehen, oder zum Schulpsychologen. Ich glaube, ich muss selbst einmal über all das reden, um es verarbeiten zu können.
    Allein diesen Text zu schreiben, und ihn danach auch zu lesen ... das ruft in mir ein so merkwürdiges Gefühl hervor. Ungläubig, verzweifelt ... Kann das alles wirklich wahr sein?


    @broken|Dreams: Ja, das habe ich.
     
    #9
    Dezember, 11 Februar 2008
  10. pübbi
    pübbi (27)
    Verbringt hier viel Zeit
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    hey dezember,

    ja akzeptieren musst du das alles, aber da du ja selbser sagst du willst all das weiter mitmachen als ihn zu verlieren... das kannst du vielleicht eine gewisse zeit aushalten udn mit glück und viel arbeit geht es deinem freund dann besser und ihr könnte beide all das erlebte verarbeiten. aber wer weiß wie lange er dafür braucht, du musst dabei auch daran denken das diese akzeptanz ihm gegenüber, alles zu ertragen, dir vielleicht auf dauer auch nicht gut tut. das musst du für dich abwägen, aber ihch will nun nicht sagen du sollst das aufgeben. du hast schon so viel für ihn gekämpft und das is dir hoch anzurechnen das du so viel für deinen freund da warst.

    durch eine therapie kann sich wie du ja selber mekrst ein mensch sehr verändern, auch bei meiner mutter war das nicht anders, aber wir haben gelernt damit zu leben und kommen nun damit klar. es is aber logisch das sich jemand dadurch verändert, schließlich kann es ja so wie vorher nicht weitergehen, sonst wäre es ja nicht so weit gekommen.

    das du auch mal zu gesprächen gehen willst ist denke ich eine sehr gute idee, du hast es auch nicht leicht mit dem ganzen. und sowas kann nie schaden sondern hilft einem mit den dingen zurechtzukommen.

    also versuch das zu akzeptieren was dein freund durchmacht und tut, aber wie gesagt er darf dabei auch nicht zu weit gehen und muss dich auch akzeptieren so wie du ihn. geh zu gesprächen dsa ist eine gute sache damit du damit besser klar kommst. und irgendwann wird er mit sich selber vllt besser zuerchtkommen und dann kannst du mit ihm drüber reden aber erstmal bruacht er seine zeit mit sich ins reine zu kommen.

    ich denke du wirst noch viel kraft und geduld brauchen und ich wünsche dir das du das alles schaffst !!! wenn er dir so sehr wichtig ist, dann gib nicht auf, zumindest nich soweit wie du es ertragen und mitmachen kannst.
     
    #10
    pübbi, 11 Februar 2008
  11. Dezember
    Benutzer gesperrt Themenstarter
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    Single
    Das "Tolle" ist: Früher hat mein Freund sich nicht um sich gekümmert. Gelitten habe ich trotzdem darunter, weil ich mit ansehen musste, wie er sich kaputt macht.
    Jetzt achtet er auf sich - und ich leide auch darunter, weil ich wieder zurückstecken muss.
    Es ist sch*ißegal, was ich mache ... ich muss eh immer zurückstecken. Ich muss irgendwie selbst gucken, dass ich klarkomme. Mir hilft auch keiner.
    Erst habe ich gelitten, weil es ihm schlecht ging - jetzt leide ich, weil ich ihm dabei im Weg stehe, gesund zu werden. (Auch wenn er immer sagt, wenn ihm einer im Weg stehen würde, dann wäre das er selbst.)
    Ich weiß, dass das jetzt egoistisch klingt ... aber könnt ihr euch vorstellen, dass ich das einfach ungerecht finde? :cry:
     
    #11
    Dezember, 12 Februar 2008
  12. Beastie
    Beastialische Beiträge
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    DAS ist es also, was dein freund vergessen hat, was du in deinem anderen thread geschrieben hast?

    ich denke, du solltest wirklich mal an einer oder zwei sitzungen teilnehmen. und vll auch mit seinem doc sprechen

    aber ehrlich gesagt.. ich denke nicht, dass das noch lange mit euch hält.
    nicht wegen dem was vorgefallen is sondern weil dein freund sich ein anderes eigenes leben aufbauen will, muss und wird, in dem fraglich ist, ob es einen platz für dich gibt.
    und du sagst ja selbst, dass er nicht mehr der ist, den du eigentlich kennst. und er wird sich weiter verändern.
    jeden schritt, den er nach vorne macht, ist (wahrscheinlich) ein schritt von dir weg.
    und ich hoffe sehr, dass er dir nicht eines tages sagt:
    tut mir leid, aber du passt nicht mehr in mein leben

    ich sage nicht, dass ihr euch trennen sollt... aber irgendwann wirst du nicht mehr können.. und dann zieh die notbremse... rechtzeitig!
    du musst dann auch an dich denken, auch wenns erst mal hart ist und so aussieht, als wäre das der schlechtere und schmerzhaftere weg
     
    #12
    Beastie, 12 Februar 2008
  13. pübbi
    pübbi (27)
    Verbringt hier viel Zeit
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    klar kann ich verstehen das du das ungerecht findest, ginge mir nicht anders.
    du solltest für dich überlegen was du dir weiter vorstellen kannst und was du willst, entweder du bleibst bei deinem freund und musst wohl nohch weiter zurückstecken, und vielleicht ändert sichd as dann wieder, oder du gehst deinen eigenen weg. weir weiß inwiefern sich dein freund und eure situation noch verändern wird, schau was du für dich selber willst, entweder deinen freund oder das du wieder mehr für dich selbst tun kannst. weil du kannst auch nich immer rücksicht auf andere nehmen sons gehst du auch kaputt daran.
     
    #13
    pübbi, 12 Februar 2008
  14. Dezember
    Benutzer gesperrt Themenstarter
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    @Beastie: Ja, unter anderem ... aber er vergisst grundsätzlich so viel.
    Leider ist er ja im Moment gar nicht in Therapie. Er steht zwar auf der Warteliste, aber das dauert nunmal.
    Ich habe vor, zum Schulpsychologen oder ähnlichem zu gehen, allerdings möchte mein Freund da nicht mit hin gehen.

    @pübbi: Leider weiß ich halt nicht, wie sich das alles entwickelt ... ich habe immer Hoffnung, dass sich alles zum Positiven wendet. Aber das kann man nunmal leider vorher nicht wissen.


    Ich habe vorhin nochmal mit meinem Freund telefoniert. Ich habe ihn wieder total zugequatscht, und ihm gesagt, dass es mir leid tut, dass ich so viel rede im Moment, aber das das für mich der beste Weg ist, mit der Situation klarzukommen. Ich habe ich erzählt, wie ich mich fühle, und was ich über bestimmte Dinge denke und so. Ich habe ihm gesagt, wie schlimm das alles für mich ist und wie verwirrend, und dass ich ihn überhaupt nicht mehr verstehe, und nicht weiß, was ich tun soll. Und dass ich Angst habe, das falsche zu tun. Mein Freund hat mir gesagt, dass er sich total nutzlos und überflüssig vorkommt, aber auch nicht weiß, woher dieses Gefühl kommt. Er hat auch gesagt, dass er sich so schuldig fühlt, weil ich unglücklich bin, und er er ja sogesehen der Grund dafür ist. Ich habe ihm gesagt, dass ich das nicht wirklich verstehe, und habe Situationen angesprochen, in denen er mir wehgetan hat.
    Zum Beispiel war da vor ein paar Wochen folgendes: Meine Jacke war nicht ganz zu, deshalb zog meinen Freund den Reisverschluss zu. Dabei klemmte er mir die Haut am Kinn im Reisverschluss ein. Das tat höllisch weh, deshalb habe ich ihn angefaucht: "Jetzt pass doch mal auf, das tut weh!!" Er war dann wütend auf mich, weil ich ihn so angemeckert habe. Ich habe ihm mehrmals erklärt, dass das einfach sehr wehgetan hat und ich deshalb überreagiert und ihn angeschnauzt habe. Ich habe ihm erklärt, dass das mit ihm gar nichts zu tun hatte. Er hatte sich direkt entschuldigt, und meinte jetzt, ich würde seine Entschuldigung nicht akzeptieren. Dabei war ich ihm doch gar nicht böse; ich habe ihn nur so angefaucht, weil das so wehgetan hat. Wenn ich mich irgendwo gestoßen hätte, hätte ich vermutlich genau so reagiert. Er wollte nicht akzeptieren, dass das mit ihm gar nichts zu tun hatte. Er war wütend auf mich, weil ich ihn trotz seiner Entschuldigung angefaucht hatte. Er hat das auch noch in einer Lautstärke deutlich gemacht, dass einige aus unserem SoWi-Kurs schon witzelten, wir hätten mal wieder eine "Ehe-Krise". Den Rest des Tages war er dann erst mal wütend und hat nicht mit mir geredet.
    In meinen Augen ist das völlig absurd. Das er mir wegen soetwas böse war! Und dass er das dann auch noch vor unseren Mitschülern ausdiskutieren muss. Ich bin nun wirklich nicht scharf darauf, vor denen lächerlich gemacht zu werden. Unsere Beziehung geht die doch nichts an.
    Wegen so einer unbedeutenden Kleinigkeit hatten wir also Streit. Egal was ich sagte, mein Freund lies sich nicht umstimmen, das einfach zu vergessen.
    Es hat mir wehgetan, dass er 1. wegen soetwas wütend auf mich war, 2. deswegen einen Streit angefangen hat, 3. das auch noch vor unseren Mitschülern ausdiskutieren musste, und 4. sich dann einfach den restlichen Tag nicht gemeldet hat.
    Ich habe ihn dann also vorhin gefragt, warum er sich einerseits Vorwürfe macht dass es mir schlecht geht, und mir andererseits wegen so einem Kinderkram wehtut. Da meinte er dann plötzlich, dass er wisse, dass er damals falsch reagiert hätte. Plötzlich tat ihm das dann leid.
    Das ist oft so. Wegen irgendeiner Kleinigkeit (meistens unwichtige Missverständnisse) macht er Theater, womit er mir dann wehtut. Wenn wir dann ein paar Wochen später drüber sprechen, dann sieht er das dann plötzlich ganz anders und macht sich Vorwürfe.
    Ich denke, den Schmerz den er mir durch sein Verhalten zufügt, ist viel größer als der, den er dadurch erfährt, dass ich irgendetwas ein bisschen ungenau formuliere und er es dann falsch versteht. Dass er dann nicht einfach einsieht, wie unsinnig ein Streit wegen soetwas ist, das verstehe ich nicht. Vor allem, weil es ihm ja dann später eh wieder leid tut.

    Wir haben auch wieder darüber gesprochen, dass er so viel vergisst. Er war auch ganz ehrlich zu mir und hat mir gesagt, dass er vieles was ich ihm heute gesagt habe, vermutlich wieder vergessen wird. Er hat gesagt, dass er sich das so gerne alles merken würde, aber dass er das nicht verhindern kann.
    Ich habe ihm gesagt, wie verzweifelt ich bin, weil ich das alles nicht verstehen kann. Da hat er gesagt, dass er mir so gerne alles erklären würde. Aber dass er es nicht kann, weil er es selbst nicht weiß, und weil er kaum einen klaren Gedanken fassen kann.

    :cry:
     
    #14
    Dezember, 12 Februar 2008
  15. pübbi
    pübbi (27)
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    nein es is klar das man das nicht wissen kann wie sich das entwickelt... leider.

    was du im darunterfolgenden text geschrieben hast verstehe ich nich so ganz alles. aber ich verstehe das du verletzt warst das er das vor deinen mitschulern gemacht hat und dann auch nich mehr gemeldet hat, und das nur wegen dem reißverschluss...

    hat es eigentlich einen bestimmten grund das er so viele dinge vergisst ? oder ist das einfach so ?
    als kleine hilfe dafür, vielleicht könnte er anfangen tagebuch zu schreiben oder du schreibst ihm briefe, in denen du ihm sagst was du fühlst, das kann er sich immer wieder durchlesen und es ist ihm vielleicht eine gedächtnisstütze und vielleicht würde es euch beiden helfen. das er zum beispiel wenn ihr so ein telefonat oder gespräch hattet danach kurz aufschreibt was war, und dann sich das nochmal durchliest die tage danach. das is mir so dazu eingefallen das er so vieles vergisst.
     
    #15
    pübbi, 13 Februar 2008
  16. Dezember
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    Ich denke, er verdrängt vieles einfach ... und dadurch vergisst er automatisch auch andere Dinge. Vielleicht ist das einfach alles zu viel für ihn, und sozusagen ein Selbstschutzmechanismus von ihm, damit die Belastung nicht noch größer wird.
    Das mit dem Tagebuch habe ich ihm auch schon vorgeschlagen, aber das will er nicht. Allerdings schreibe ich ja hier im Forum auch vieles, das kann ich ja auf dem PC speichern und es ihm je nachdem zum lesen geben.

    Mein Freund war heute schon wieder so komisch ... von einen Moment auf den anderen war er plötzlich wieder so niedergeschlagen und auch gereizt. Ich habe ihn gefragt, was los wäre, aber er meinte, er wisse es nicht. Danach haben wir uns nur angeschwiegen, da es ja nicht wirklich etwas zu sagen gab.
    Als er dann los musste, meinte er: "Ich geh dann mal..." Er ist dann ein paar Schritte gegangen, dann stehengeblieben und meinte: "Tut mir leid, aber ich kann das gerade einfach nicht." Dann hat er kurz gezögert, kam dann zurück und hat mich in den Arm genommen und sich nochmal entschuldigt.
    Seitdem hat er sich nicht gemeldet. Online ist er auch nicht (ist er abends eigentlich immer). Ich habe schon überlegt, ihn mal anzurufen, habe den Gedanken aber wieder verworfen. Was sollte ich ihm denn sagen? Ich kann ihn ja auch nicht schon wieder fragen, was los ist ... wenn ich ihn andauernd frage, fühlt er sich bestimmt nur unter Druck gesetzt, weil er die Antwort ja nicht weiß.

    Aber ich finde es gut, dass er mich zumindest umarmt hat ...
     
    #16
    Dezember, 13 Februar 2008
  17. Beastie
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    also ich denke, ich würde mich zurückziehen...
    in meinen augen isses nur noch eine frage der zeit, bis er dich abschießt...

    tut mir leid für dich :knuddel:
     
    #17
    Beastie, 13 Februar 2008
  18. Dezember
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    Das denke ich inzwischen eigentlich gar nicht mehr ... er zeigt mir ja schon, dass ich ihm viel bedeute ...
    Aber er ist in manchen Dingen irgendwie so unsensibel geworden ... ganz anders als er früher war. Heute schon wieder ... er hat wieder etwas gemacht, was mir wehgetan hat, und hat nicht einmal verstanden, worum es ging! Als ich es ihm erklärt habe, hat er ziemlich betreten geguckt. Als ich ihn dann gefragt habe, ob ihm das wirklich nicht klar gewesen wäre, hat er verneint.

    Er ist so lieb ... nimmt mich in den Arm, sagt mir andauernd wie sehr er mich liebt ... er wurde sogar schon öfters von unseren Lehrern ermahnt, weil es ihm schwer fällt, im Unterricht die Finger von mir zu lassen (er streichelt dann oft meine Hand oder sowas).
    Aber er tut mir so oft weh, ohne es zu merken. Früher war das ganz anders, da war er wirklich extrem feinfühlig.
    :cry:
     
    #18
    Dezember, 14 Februar 2008
  19. Beastie
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    also ich kann es ja jetz nur nach deinen erzählungen beurteilen, ich kenn ja deinen freund nich, aber für mich hört sich das einfach nach schlechtem gewissen an.
    so nach dem motto: oh, das is ihr aufgestoßen, dann bin ich mal schnell lieb, damit sie mich nich verlässt.
    die frage is eben, wie lange er das noch so macht, bis er sich denkt: och was solls, die alte nervt eh nur ab und passt nich mehr in mein leben.. und tschüss

    ich hoffe sehr, dass es nich so kommt... aber meine erfahrung sagt halt was anderes

    ich würde mir für dich wünschen, dass es gaaaaanz anders kommt
     
    #19
    Beastie, 14 Februar 2008
  20. Dezember
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    O je, jetzt hab ich erstmal viel zu erzählen ... aber zur Abwechslung mal was Positives. :smile:

    Ich war jetzt übers Wochenende bei ihm, und es war richtig schön. Wir haben uns nochmal "Liebe braucht keine Ferien" angesehen, sind spazieren gegangen ... er hat sogar einen Schokoladen-Kuchen gebacken. :zwinker:
    Aber vor allen Dingen haben wir geredet. Ich hatte hier ja geschrieben, dass mein Freund den Vorschlag gemacht hatte, unsere Beziehung zu "rekonstruieren". Das haben wir am Samstag gemacht. Er konnte sich noch genau an unseren ersten Kuss erinnern und daran, wie wir zusammengekommen sind. Doch da hörte es auch schon wieder auf. Also habe ich erzählt. Als ihm irgendwann die Tränen übers Gesicht liefen, habe ich ihn gefragt, ob ich aufhören sollte, aber er bat mich, weiter zu erzählen.
    Irgendwann war dann vermutlich alles wichtige gesagt, aber er bat mich, ihm alles zu erzählen, alles was mir einfällt.
    Er sagt, dass es schockierend für ihn war, was da alles geschehen ist. Was er getan hat, und was er vergessen hat. Er möchte sich erinnern, sagt er.
    Wir haben lange darüber gesprochen, was wir möchten, und haben überlegt, was wir tun können, was wir ändern müssen.
    Irgendwann ging das Reden ganz von selbst, und wir haben uns alles mögliche erzählt. Mein Leben, sein Leben ... natülich haben wir da auch früher schon drüber gesprochen, aber wir haben diesmal halt versucht, es wirklich zu "rekonstruieren", uns einen Überblick zu schaffen, was wann geschehen ist.
    Mir geht es gut seitdem ... Es hat mir so sehr geholfen, endlich mit ihm über alles sprechen zu können. Auch wenn es schockierend ist, zu sehen, was er alles vergessen/verdrängt hat. Zu sehen, dass er das alles gar nicht mehr wusste. Vermutlich war es für ihn noch erschreckender als für mich.
    Ich habe Angst gehabt, dass es für ihn vielleicht nicht so gut war wie für mich. Er hat sich ja all die Zeit so dagegen gewehrt, zu reden. Aber er hat mir versichert, dass er wirklich mit mir reden wollte, und dass es ihm geholfen hat, und dass er eingesehen hat, dass es besser ist ...
    Wir möchten, dass dieses Gefühl bleibt, was nach diesem Wochenende zwischen uns ist ... Ich hoffe, dass wir das hinkriegen...
     
    #20
    Dezember, 17 Februar 2008

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