Willkommen auf Planet-Liebe

diskutiere über Liebe, Sex und Leidenschaft und werde Teil einer spannenden Community! :)

jetzt registrieren

Einfach mal ein bißchen Urlaub auf Kosten der Krankenkasse

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Dunsti, 25 Februar 2008.

  1. Dunsti
    Dunsti (39)
    Verbringt hier viel Zeit
    590
    103
    2
    vergeben und glücklich
    Ja, richtig gelesen. Ich mache gerade Urlaub auf Kosten der Krankenkasse. Und hoffe mal, dass mich das nicht meinen Job kostet, da ich einen zeitlich befristeten Vertrag habe und die vor Verlängerungen immer sehr genau auf Krankheitszeiten schauen.

    Krank bin ich allerdings nicht. Sondern kerngesund. Arbeitsunfähigkeit besteht dennoch wegen eines fehlenden Hilfsmittels. Es ist einfach nur noch unglaublich.

    Mein Rollstuhl hatte nach 6 Jahren Dauereinsatz die üblichen Ermüdungserscheinungen, so dass ich im November 2007 einen Austausch beantragte: Verordnung vom Arzt, Bescheinigung des Sanitätshauses, dass eine Reparatur unwirtschaftlich ist und einen Kostenvoranschlag für eine Neuversorgung. Drei Wochen später bekam ich die Bewilligung, rief mein Sanitätshaus an bat darum, dass der Rollstuhl bestellt wird. "Sobald die Kostenübernahme auch bei uns vorliegt, geht die Bestellung raus. Produktionszeit (Maßanfertigung) im Moment etwa 10 Wochen." Alles klar.

    Letzte Woche liegen zwei Zettel in meinem Briefkasten, und zwar von einem Paketdienst. "Wir haben Sie nicht angetroffen." Kunststück, wenn ich arbeiten muss... Erstens eine Lieferung (Sperrgut) - bitte Termin ausmachen. Zweitens eine Abholung (Sperrgut) - bitte Termin ausmachen. Ich rufe bei der Nummer an und frage, worum es geht, da ich weder ein Paket noch eine Abholung erwartet habe, schon gar kein Sperrgut. Die freundliche Dame nannte mir als Auftraggeber für beides ein Sanitätshaus in der Nähe von Berlin, 500 km von hier entfernt. Ich rufe dort an und frage, was die mir schicken - und wieso. "Na Ihren neuen Rollstuhl!" Chic sehe er aus. Ich möge bitte meinen alten zur Einlagerung an den Paketdienst übergeben, das sei Bedingung für die Auslieferung, es handele sich ja um eine Leihgabe der Kasse und sie seien mit der Einlagerung beauftragt worden.

    Auf meine Bitte, mir mal die entsprechenden Dokumente zu faxen, bekomme ich die Kostenübernahme-Erklärung meines Kostenträgers - beauftragt wurde offensichtlich nicht das Sanitätshaus, von dem ich den Kostenvoranschlag eingereicht hatte, sondern eins in der Nähe von Berlin. Ich rufe bei "meinem" Sanitätshaus an. Der Chef persönlich: "Wir warten täglich auf Deinen Rolli. Ich hätte jetzt Anfang nächster Woche bei der Produktionsfirma angerufen und gefragt, wo er bleibt." Ich bin völlig irritiert und frage: "Das heißt, Du hast bestellt?" - "Na, so war es doch vereinbart! Sobald wir das Okay von Deinem Kostenträger hatten, wurde er bestellt."

    Ich frage noch einmal: "Du hast ein Okay von meinem Kostenträger?" - "Ja." Ich konfrontiere ihn mit der Geschichte von dem Sanitäthaus nahe Berlin. Er versteht nur Bahnhof. Dann ruft er bei der Produktionsfirma an und fragt, wo mein Rollstuhl bleibt. Antwort: "Na den haben wir an die Berliner Firma ausgeliefert in der letzten Woche."

    Die Aufträge werden bei der Produktionsfirma personenbezogen erfasst. Also nach den Daten desjenigen, der später den Rollstuhl bekommt. Als eine Woche später der gleiche Auftrag noch einmal kam, hätte man es für ein Versehen gehalten und gar nicht gesehen, dass auf der letzten Seite eine Firma aus Augsburg stand und nicht aus Berlin - sonst hätte man natürlich angerufen. Der zweite, gleichlautende Auftrag wäre nur abgeheftet worden.

    Bleibt die Frage zu klären, wie die Berliner Firma an meine Daten kommt und wieso man angeblich zwei Sanitätshäusern dieselbe Kostenzusage macht. Also rufe ich bei meinem Kostenträger an: "Wieso Augsburg? Der Auftrag ging nur nach Berlin." - "Und wieso hat Augsburg eine Kostenübernahme-Erklärung von Ihnen?" - "Haben die nicht. Der Auftrag ist nach Berlin gegangen. Einmal per Post und einmal per Fax, nachdem die Post angeblich nicht angekommen war." - "An welche Faxnummer haben Sie das denn geschickt?" - "0821 ..." - "Ja, das ist doch Augsburg, Berlin hat 030." - "Oh, dann ist da wohl ein Fehler passiert. Ich dachte, als die anriefen und sagten, sie hätten es nicht bekommen, das sei die Firma aus Berlin. Aber dann hatte Berlin das doch bekommen und Augsburg sollte das gar nicht bekommen."

    Tja, das war die nächste Frage. Wieso wird ohne mein Einverständnis der Auftrag nach Berlin gegeben? - Ja, man habe im Interesse der Wirtschaftlichkeit nur noch fünf Vertragspartner bundesweit. Mein Sanitätshaus gehöre nicht dazu und so habe man das Berliner Sanitätshaus, das Vertragspartner sei, mit der Lieferung beauftragt. Aber nach den gleichen Maßen, den gleichen Rollstuhl.

    Ich sag: "Und wenn der dann mal repariert werden muss, dann fahre ich 500 km nach Berlin oder was?" - "Nein, die haben einen bundesweiten Außendienst mit 24-Stunden-Notdienst." Ich fass es nicht. Und dann noch der Hinweis: "Bitte denken Sie daran, dass Sie der Firma unseren alten Rollstuhl mitgeben, sonst darf Ihnen der neue nicht ausgehändigt werden."

    Ich konfrontiere mein Augsburger Sanitätshaus mit dem Schwachsinn und der sagt nur: "Tut mir echt leid für Dich, aber das scheint die neue Mode zu sein. Das ist leider nicht das erste mal, vermutlich hat der mich um 20 Euro unterboten."

    Also vereinbare ich einen Termin mit dem Paketdienst. Donnerstag abend zwischen 18 und 20 Uhr, anders kann ich nicht wegen der Arbeit. Ein großer Karton, darin mein Rollstuhl, in Folie verpackt mit 20 Schaumstoffpolstern umwickelt, Lieferschein klebt drauf, scheint auf den ersten Blick alles in Ordnung zu sein. Ich versuche mit dem Typen zu verhandeln, ob er den anderen nicht abholen kann, wenn ich weiß, dass mit dem neuen alles in Ordnung ist. Nein, der Auftraggeber hat einen Zug-um-Zug-Austausch beauftragt, entweder annehmen und den alten mitgeben oder den alten behalten und Annahme verweigern.

    Also trenne ich mich wehmütig von dem Gefährt, das mich die letzten sechs Jahre jeden Tag meines Lebens durch die Gegend transportiert hat. Durch Schnee und Eis, am Strand, beim Job, zum Sport, in allen möglichen Städten und Ländern, ... *schluchz*

    Und muss auf der Erde krabbelnd meinen neuen Rollstuhl auspacken. Und zusammenbauen. Er sieht wirklich chic aus und auf den ersten Blick auch, als wäre alles okay. Ich setze mich rein und denke: Irgendwas stimmt nicht. Der fährt sich wie ein Panzer. Schwerfällig, träge. Beim Umsetzen packe ich mich fast auf die Nase, weil eine der beiden Bremsen überhaupt nicht funktioniert. Ich nehme den Zollstock zur Hand und messe nach: Einige Maße weichen erheblich von denen des Maßblattes ab. Teilweise um sieben Zentimeter - und das bei einer zentimetergenauen festverschweißten Maßanfertigung. Ein Lenkkopflager ist defekt und eine Bremse funktioniert überhaupt nicht, ein Rad hat eine leichte Acht.

    Hinzu kommt ein gravierender Mangel: Mein Alter Rollstuhl hatte eine absolute Breite von 54 Zentimetern. Damit passte ich durch jeden 55-Zentimeter-Türrahmen. Der neue ist 61 Zentimeter breit (obwohl er laut Maßblatt 54 Zentimeter breit sein sollte). Somit passe ich an meinem Arbeitsplatz nicht durch alle Türen. Außerdem hätte er mit defekter Bremse überhaupt nicht ausgeliefert werden dürfen. Ich rufe am nächsten Morgen beim Sanitätshaus in Berlin an und bitte darum, dass mir mein alter Stuhl sofort wieder zurückgeschickt wird - und der neue wieder abgeholt.

    Das ginge nicht: Der alte Stuhl geht nicht nach Berlin, sondern auf direktem Weg zur Entsorgung. Nach sechs Jahren wird der nicht mehr aufbereitet, wer soll den noch fahren?! Mir platzt echt der Kragen: Dann hätte man mir den auch belassen können.

    Das mit den Maßen und der Bremse könne man sich überhaupt nicht vorstellen. Ob ich die denn auch richtig angezogen hätte. Man würde am Mittwoch oder Donnerstag vorbei kommen (soviel zum Thema 24-Stunden-Notdienst). Sollte sich dann herausstellen, dass die Bremse in Ordnung ist und die Maße stimmen, müsse ich die Anfahrt selbst zahlen.

    Im Moment habe ich einen Leihrollstuhl vom Augsburger Sanitätshaus, damit ich wenigstens zum Klo komme. Ein Schiebeteil, mit dem man sonst Omas in Altenheimen oder Gipsbeine in Krankenhäusern herumschiebt. Dass die einen auf meine Maße angepassten Aktivrollstuhl dort stehen haben, kann man freilich nicht erwarten. Da ich damit nicht arbeiten kann, bin ich erstmal arbeitsunfähig geschrieben. Ich gehe davon aus, dass der Rollstuhl (es handelt sich um eine festverschweißte Maßanfertigung) neu gebaut werden muss. Durch den Fertigungsprozess (Sintern) bedingt beträgt die Wartezeit mindestens drei Wochen (die "normale" Wartezeit nach Auftragseingang etwa 10 Wochen). Hinzu kommt, dass ich vermutlich die 3.800 Euro für den zweiten Stuhl erstmal auslegen und später einklagen muss, es sei denn, jemand räumt sofort seinen Fehler ein.

    Na, da ham wir aber mal wieder 20 Euro gespart! Und ich habe erstmal Urlaub auf Kosten der Krankenkasse (Krankengeld). Mit etwas Glück dauert der ein paar Wochen und kostet mich meinen Job. Ich bin im Moment restlos bedient. :cry:
     
    #1
    Dunsti, 25 Februar 2008
  2. User 29904
    Beiträge füllen Bücher
    5.645
    248
    780
    nicht angegeben
    x
     
    #2
    Zuletzt bearbeitet: 22 Februar 2016
    User 29904, 25 Februar 2008
  3. Phoebe82
    Phoebe82 (34)
    Verbringt hier viel Zeit
    72
    91
    0
    Verheiratet
    Das ist ja wirklich eine riesen Schweinerei!!!! :angryfire_alt: Manchmal glaube ich, die Leute bei den Krankenkassen sind total bekloppt!!! Welche Krankenkasse ist das? Kannst dir jemand bestätigen, dass es nicht dein Verschulden ist, dass der Rollstuhl nicht passt? Wer hat die Maße gemessen? Ich würde wirklich bei der Krankenkasse Druck machen und sagen, dass sie von deinem Anwalt hören, wenn sie nicht kooperativ sind und weiter würde ich ihnen sagen, dass die Gefahr besteht, dass du deinen Job verlierst!BIst du rechtschutzversichert?? Wenn ja, geh zum Anwalt, du bist im Recht!!! Lass es dir nicht gefallen!!!!!
     
    #3
    Phoebe82, 25 Februar 2008
  4. Schmusekatze05
    Meistens hier zu finden
    1.918
    133
    57
    Verheiratet
    Ich würde die Geschichte auf den Fall der Krankenkasse mitteilen. Vielleicht hilft es nicht jetzt sofort, aber wenn nach und nach mehr Beschwerden eintrudeln trennen die sich vielleicht mal von dem Haus in Berlin.

    Ich drück dir die Daumen, dass es schnell geht, damit du wieder arbeiten kannst!
     
    #4
    Schmusekatze05, 25 Februar 2008
  5. Energy2006
    Verbringt hier viel Zeit
    218
    101
    0
    Single
    cih würde auch sagen, dass du versuchen solltest dsa richtig öffentlich zu machen. so richtig schön über die großten TV-Sender. haben ja genug in deutschland. ich finde es ja schon eine frechheit, dass der alte mitgenommen wird und du aufm boden hocken mußt.
     
    #5
    Energy2006, 25 Februar 2008
  6. User 38494
    Sehr bekannt hier
    3.930
    168
    395
    Verheiratet
    ja, die krankenkassen sparen. :smile:

    ich gehe mal davon aus, das du deinen anspruch auf schadenersatz geltend machen wirst, oder?
    obendrein würde ich auch gleich noch die entgangene lebensfreude (gibt doch auch entgangene urlaubsfreude) mit einklagen, denn der mangel am rollstuhl ist ja nunmal ein erheblicher einschnitt in dein leben. :zwinker:

    wen zieht man denn da eigentlich jetzt zur rechenschaft als "endkunde"?
    muss man nun die krankenkasse verklagen, oder die berliner?

    wir deutschen leben in einem wunderbaren land von deutscher bürokratie, wo sich jeder sesselpfurzer was neues einfallen lässt, um die welt komplizierter zu machen als sie ist und um sich so seine daseinsberechtigung zu sichern.

    stell dir doch mal vor, was das für ein chaos gibt, wenn jeder seinen alten rollstuhl entsorgt.
    wo soll das denn hinführen?
    es würde vielleicht einen schwarzmarkt geben, wo rollstuhlfahrer mit ihren rollstühlen geschäfte machen. :eek:

    als nächstes kommen dann vielleicht noch einige leute auf die idee ihre goldzähne mit ins grab zu nehmen. :kopfschue

    nein, nein!
    ordnung muss sein.
    wo kämen wir denn da hin?
    wir leben doch nicht bei den hottentotten. :rolleyes:

    dein beispiel zeigt mal wieder auf wie "durchdacht" mancher sparplan doch ist.
    man möchte sparen?
    dann soll man als erstes im verwaltungsbereich anfangen ... aber wir haben ja diesen ... äh ... ähm ... herr ... frau .... äh ... eu ... äh .... entbüro ... äh ... kratisierungs ... äh oberaufseherbeamtenrentner .... ähm ... stoiber, der künftig dafür sorge trägt, das alles entbürokratisiert wird. :cry:
     
    #6
    User 38494, 25 Februar 2008
  7. User 29904
    Beiträge füllen Bücher
    5.645
    248
    780
    nicht angegeben
    x
     
    #7
    Zuletzt bearbeitet: 22 Februar 2016
    User 29904, 25 Februar 2008
  8. twinkeling-star
    Sehr bekannt hier
    1.567
    168
    269
    Single
    ehrlich gesagt finde ich es gar nicht so verkehrt, das eben nicht jeder seinen Rollstuhl selber entsorgt, denn nicht jeder Rollstuhl wird bis kurz vor Entsorgung genutzt und diese können durch Aufarbeitung wieder für jemand anderen zu Verfügung gestellt werden und das wesentlich günstiger, als wenn man ständig einen neuen herstellt.

    In ökologischer und ökonomischer Hinsicht ist das schon sinnvoll.

    Allerdings ist das System wie beim TS das hinterletzte.
    Man sollte da doch schon eine zweiwöchige Übergangsfrist setzen. Sprich der neue Rollstuhl kommt und dann hat man erstmal generell das Recht seinen alten bis zu zwei Wochen noch zu behalten, sollten sich Schwierigkeiten mit dem neuen ergeben, ist ein altbewährter Rollstuhl vor Ort und die Frist kann von zwei Wochen auch auf einen längeren Zeitraum ausgedehnt werden.

    Entfallen würde da zum einen der Ersatzrolli, der Kosten verursacht. Und zum anderen wäre man in der Lage, seinem gewohnten Lebensrythmus beizubehalten. Vor allem in Anbetracht auf Arbeit etc. sehr sinnvoll.

    @ TS
    weiß das Arbeitgeber, warum du jetzt zu Hause bist?
    Wenn nein, würde ich ihm das mitteilen und auch mit dem Arbeitgeber überlegen, ob er auch etwas unternehmen möchte. Die ersten 42 Tage muß er ja den Lohn weiterzahlen und das obwohl die Verursachung deines Ausfalles eindeutig ein Fremdverschulden ist, das ohne weiteres hätte vermieden werden können.
     
    #8
    twinkeling-star, 25 Februar 2008
  9. User 4590
    User 4590 (33)
    Planet-Liebe ist Startseite
    8.102
    598
    9.730
    nicht angegeben
    Aber bei der TS ist ja vom Sanitätshaus bescheinigt worden, dass der Rollstuhl so hinüber ist, dass sich eine Reparatur nicht mehr lohnt, und die Berliner haben den auch gleich zur Entsorgung gegeben, weil er für eine weitere Nutzung eben nicht mehr geeignet ist. Und in solchen Fällen ist es doch total überflüssig, dann trotzdem der TS den alten Rolli quasi unter'm Hintern wegzuziehen. Das ist halt das Problem, Vorschriften gut und schön, aber wenn die Strukturen einfach zu starr sind, als dass man auch mal Einzelfälle mit gesundem Menschenverstand beurteilen könnte, dann bringt das alles mehr Schaden als Nutzen.
     
    #9
    User 4590, 25 Februar 2008
  10. twinkeling-star
    Sehr bekannt hier
    1.567
    168
    269
    Single
    Ich hab mich auf den Post bezogen, wo es hieß, jeder solle den selber entsorgen, es war allgemein betrachtet, nicht speziell auf eine Person. Es ist eben nicht jeder Rollstuhl so verschlissen, das man ihn nicht aufbereiten und weitergeben könnte.

    Ich hab ja auch geschrieben, das das Vorgehen beim TS das hinterletzte ist.
     
    #10
    twinkeling-star, 25 Februar 2008
  11. Dunsti
    Dunsti (39)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    590
    103
    2
    vergeben und glücklich
    Zuständig hierfür ist gerade die Bayerische Landesunfallkasse.

    Nur geschreddert.

    Das sowieso, denn ich als Patientin vermesse überhaupt nichts. Offiziell.

    Das Augsburger Sanitätshaus. Und sie stimmen auf den Millimeter. Schlecht nur, wenn die Firma, die den Rollstuhl baut, nicht nach dem Maßblatt arbeitet oder Abweichungen von bis zu sieben Zentimetern hat.

    Welcher Schaden denn? :zwinker: Bislang ist ja aus deren Sicht keiner entstanden. Ich bekomme meinen Lohn ja weiter bzw. eine Ersatzleistung und einen Ersatzrolli habe ich ja übergangsweise auch. Ich glaube, das kann man vergessen.

    Den Kostenträger, denn gegen den habe ich einen Anspruch auf die Versorgung mit Hilfsmitteln.

    Genau. Schließlich bekommt man ja auch zehn verschiedene, zu jedem Abendkleid einen passenden. Da fällt es gar nicht auf, wenn man mal einen oder zwei verkauft.

    Mal im Ernst: Man bekommt ja erst einen neuen Rolli, wenn der alte hinüber ist. Wem soll man die alte Gurke noch verkaufen? Vor allem: Wer ist daran interessiert? Jeder, der in Deutschland so ein Teil braucht, bekommt es - und zwar neu. Und falls nicht, hat derjenige auch nicht das Geld um einen gebrauchten abzukaufen. Oder es fiele unter "gute Tat", wenn man, statt zu verkaufen, ihn verschenkt. Aber bevor ich mir bei Ebay eine mir nicht passende Mühle hole, von der ich nicht weiß, wie oft die schon eine Treppe runtergerattert ist und wer alles aus Versehen mal draufgepisst hat :wuerg:, frag ich doch einfach mal die Krankenkasse oder das Sozialamt.

    Das wird ja auch gemacht und das ist ja auch völlig in Ordnung. Nur wenn jemand den sechs Jahre täglich benutzt hat, dann ist der einfach verbraucht. Für einen kurzfristigen Ersatz, mal ne Woche oder zwei, ist er noch zu gebrauchen, aber um jemanden damit komplett neu auszustatten, reicht es nicht mehr. Es ist mir nur ein Rätsel, warum der unbedingt verschrottet werden muss.

    Ja, auf jeden Fall. Allerdings wird sich sein Verständnis dafür genauso in Grenzen halten wie meins. Und das kann dann eben mal ziemlich schnell böse Folgen haben.
     
    #11
    Dunsti, 25 Februar 2008
  12. User 29904
    Beiträge füllen Bücher
    5.645
    248
    780
    nicht angegeben
    x
     
    #12
    Zuletzt bearbeitet: 22 Februar 2016
    User 29904, 25 Februar 2008
  13. User 44981
    User 44981 (29)
    Planet-Liebe Berühmtheit
    4.098
    348
    2.107
    Single
    Wenn ich so etwas lese, könnte ich mal wieder an der glatten Wand hochgehen! :angryfire
    So etwas darf einfach nicht sein!

    Ich kann dir nur einen Rat geben, falls du noch die Hoffnung hast, dass es möglich ist, dass sich diese beschissenen Zustände in unserem Land ändern:
    Kämpfe um dein Recht, fordere Schadensersatz, o.ä., falls eine Aussicht auf Erfolg besteht, bringe den Fall in die Öffentlichkeit.
    Auch wenn das alles viel Zeit und Kraft kostet, ist es die einzige Möglichkeit, dass sich etwas an diesen Zuständen ändert!

    (Ich habe diese Hoffnung auf Veränderung allerdings schon so ziemlich aufgegeben... ich hoffe mal, dass ich nach meinem Studium ein anderes Land finde, in dem ich mich wohl fühlen kann...)
     
    #13
    User 44981, 25 Februar 2008
  14. User 76250
    Planet-Liebe Berühmtheit
    3.193
    348
    3.050
    Single
    Ich hoffe stark, dass dieser Fall dokumentiert ist inklusive Fehlerursache und Verursacher. Denn wenn Dein Vertrag nur wegen der Fehlzeiten nicht verlängert wird und diese Nummer zum Nachteil wird (schriftliche Bestätigung!), würde ich die Landesunfallkasse auf Schadenersatz verklagen. Und die Entscheider Deines AG als Zeugen benennen, dass ausschließlich Deine Fehlzeiten Grund für die Verweigerung einer Verlängerung waren.

    Denn: Du hast weder einen Vertrag mit dem Berliner Sanitätshaus geschlossen noch mit dem Rollihersteller. Den einzigen Vertrag hast Du mit der Landesunfallkasse geschlossen. Die kann sich das Geld dann vom Sanitätshaus wiederholen und das wiederum vom Hersteller (und als einziger verdient der Staat über die Verfahrenskosten dran...), aber sie alle haben dann ihre Sorgfaltspflicht verletzt und müssten einen Kostenteil auf die eigene Kappe nehmen. Was Dir egal sein könnte.
     
    #14
    User 76250, 29 Februar 2008
  15. Karry87
    Verbringt hier viel Zeit
    622
    103
    4
    nicht angegeben
    Hallo zusammen,

    ich bitte zu bedenken, dass es nicht nur die eine Seite gibt.

    Ihr müsst auch mal den Verwaltungsaufwand und Kostenaufwand der Unfall- und Krankenkassen beachten. Es ist nun einmal am einfachsten, nur alt gegen neu zu tauschen. Wenn man jedem eine zweiwöchige Frist einräumen würde, wäre das ein riesen Aufwand. Man müsste dafür bestimmt ne Vollzeit mehr hinsetzen um hinterherzutelefonieren.
    Klar, ihr sagt, das Ding ist Schrott und hat keinen Wert mehr. Aber ist das bei jedem so? Da kann man doch nicht jedesmal einen Gutachter rausschicken. Also ist es am einfachsten das Ding einzubehalten und den neuen rauszugeben.
    Genauso sollte man auch verstehen, dass die Kassen sich den billigsten Anbieter aussuchen. Wenn es bei diesem einen Rolli nur um 20 EUR geht, summiert sich das bei mehreren Rollstuhlfahrern doch.

    Die Kranken- und Unfallkassen wollen ihrern Versicherten nichts böses, nur sie müssen auch an ihr eigenes Budget und an ihren Verwaltungsaufwand denken, auch wenn das von außen manchmal nicht nachvollziehbar ist. Aber gerade deshalb ist es wichtig, dass du deiner Kasse mitteilst, dass die Stelle, die dir den Rolli zugesendet hat, totaler Mist ist. Jetzt werden ja nur noch mehr Kosten entstehen. Vielleicht können die dir auch helfen, Klage zu erheben.

    Off-Topic:
    Ach im Übrigen: Wenn dein Kostenträger eine Unfallkasse ist, erhälst du Verletztengeld und kein Krankengeld, auch wenn deine Krankenkasse das Auszahlen übernehmen mag. ;-)
     
    #15
    Karry87, 29 Februar 2008
  16. Sternschnuppe_x
    Benutzer gesperrt
    6.884
    0
    2
    Single
    Ja, aber von der Problematik bei Dunsti, daß der neue Rollstuhl unbrauchbar und der alte längst zerschreddert ist, mal ganz abgesehen: Ich halte es für eine Unverschämtheit, bei jemandem, der körperlich so eingeschränkt ist, daß er einen Rollstuhl BRAUCHT, den neuen nur im Austausch gegen den alten auszuliefern. Denn selbst WENN der neue absolut in Ordnung ist - da wird von jemandem mit Querschnittslähmung erwartet, OHNE Rollstuhl ein riesiges Paket auszupacken und den neuen Rollstuhl zusammenzubauen. Sorry, aber DAS kann doch nicht sein!
     
    #16
    Sternschnuppe_x, 29 Februar 2008
  17. User 44981
    User 44981 (29)
    Planet-Liebe Berühmtheit
    4.098
    348
    2.107
    Single
    Ich frage mich bei solchen Sachen, ob die Praxis der Krankenkassen oder wasweisichwas wirklich günstiger ist...
    Es wird hier ein großer Aufwand betrieben, dass der alte, kaputte Rollstuhl sofort zucückgeschickt werden muss... dieser aktion kann, wie man am Fall von Dunsti sieht noch viel höhere Kosten und große Probleme für alle Betieligten verursachen.
    Dass es noch aufwändiger für die Krankenkasse wäre, dem Empfänger des Rollis eine zweiwöchige Frist einzuräumen, bis der alte Rollstuhl zurückgeschickt werden muss, ist mir auch klar.
    Aber wäre es nicht vielleicht auch mal günstiger, den alten Rollstuhl dem Empfänger des neuen Rollstuhls als Ersatz zu überlassen und überhaupt nicht einzuziehen?
    Natürlich wird es dann irgendwo ein paar schwarze Schafe geben, die das ausnutzen und sich einen neuen Rollstuhl beantragen, wenn ihr Alter noch in Ordnung ist, aber lohnt es sich wirklich wegen ein paar schwarzen Schafen unter so vielen Rollstuhlfahrern, einen solchen (finanziellen) Aufwand zu betreiben, dass jeder Rollstuhl zurückgeschickt wird? - Wäre es da nicht evtl. günstiger, auf das Gute im Menschen zu vertrauen, als immer vom Schlimmsten auszugehen und versuchen, jegliche Form des Missbrauches zu verhindern, in dem man allen Kunden Steine in den Weg legt?

    Wenn die Kunden der Krankenkasse merken, dass die Krankenkasse ihnen unbürokratisch hilft und nicht versucht, mit allen Mitteln (die dann auch für die Kunden äußerst unangenehm sein können) die Kosten zu senken, werden die meisten Kunden wohl auch weniger versuchen, die Krankenkasse auszutricksen, um mehr Leistungen zu erhalten.
    So etwas könnte im Endeffekt durchaus günstiger sein...
     
    #17
    User 44981, 1 März 2008
  18. Karry87
    Verbringt hier viel Zeit
    622
    103
    4
    nicht angegeben
    Das Gute im Menschen? *g*

    Das ist alles nicht so einfach. Man sieht's doch auch bei diesen ganzen Steuerhinterziehungen. Ein bisschen Freiraum wird sofort ausgenutzt, oder man schafft sich den Freiraum selbst und nutzt ihn dann.

    Ich verstehe die Problematik bei diesem Fall voll und ganz und kann's auch nachvollziehen. Ich finde auch, dass die Situation total blöde gelaufen ist, aber dennoch sollte man nicht gleich verallgemeinern.
    Auch reden hier immer alle von den Krankenkassen, es handelt sich hierbei aber um eine Unfallkasse, die vielleicht auch gar nicht soviel Erfahrung mit Rollstühlen und dem Austausch hatten und sich nur an das gehalten haben, was ihnen vom Gesetzt oder irgendwelchen Richtlinien her aufgetragen wurde.

    Doch sich hier gemeinsam über so etwas aufzuregen bringt ja gar nichts. Genauso wie ihr an das Gute im Menschen glaubt, solltet ihr auch an das Gute an den Kassen appellieren. Also hin da und sagen: So ist das gelaufen, das war blöd. Muss geändert werden und ruhig auch gleich mal sagen, dass das System mit dem Austausch für einen Rollstuhlfahrer bescheuert ist.
    Nur wer sagt (und das bitte freundlich) was schiefgelaufen ist, kann Änderungen bewirken.

    Und wenn ihr möchtet, dass man an das Gute im Menschen glaubt, sollten die vielleicht nicht immer gleich das Böse in den Kassen usw. sehen.

    Es läuft nicht immer alles perfekt, aber die Unfall- und Krankenkassen haben auch immer nicht die perfekten Kunden. Und manchmal zwingt einen eine schlechte Erfahrung mit einem eher unperfekten Kunden Richtilinien zu schaffen, die sich auf nette Kunden eben blöde auswirken.

    Ich will das ganze auf keinen Fall irgendwie gutreden. Ich seh das so wie ihr alle. Bescheuert und blöd gelaufen, im großen und ganzen eine Frechheit und alles andere als Rollstuhlfahrerfreundlich.
    Ich wollte nur den Denkanstoss geben, dass die Kassen sowas nicht aus Boshaftigkeit machen und das ganze im Allgemeinen nicht unbedingt aus Boshaftigkeit passiert ist, sondern aufgrund eines Fehlers, fehlender Zusammenarbeit, einem Fehler in der Übermittlung oder im System oder oder oder. Und deshalb finde ich einfach, dass Aufregen zwar angebracht ist, aber nachdem die Wut hoffentlich ein wenig nachlässt, sollte man sachlich an die Sache rangehen und versuchen, etwas zu ändern. Für sich selbst und für die eigene Situation aber auch für andere - damit sowas in Zukunft nicht mehr passiert.
     
    #18
    Karry87, 2 März 2008
  19. Hexchen
    Hexchen (27)
    Verbringt hier viel Zeit
    123
    101
    1
    Single
    Also ich muss da auch noch was zu sagen ^^

    Das ist ja nicht so dass man jede Woche zum Arzt gehen kann und sich ein neuen Rolli aufschreiben lässt. Erstmal fragt der Arzt wieso es denn unbedingt ein neuer sein muss. Gut manche Ärzte viell nicht aber die meisten. Dann reicht man das bei der Kasse zur Genehmigung ein, am besten gleich mit einem Kostenvoranschlag vom Sanitätshaus.

    So und da gehts doch schon los: Wenn der Rolli erst 2 Jahre alt ist dann gibs einfach kein neuen! Eben weil der andre noch zu gebrauchen ist. Ansonsten muss das Sanitätshaus auch gleich noch ein Gutachten schreiben warum der alte nicht mehr zu gebrauchen ist und das guckt sich die Kasse unter Garantie sehr genau an und fragt auch noch ein zweites Sanitätshaus und so. Und wenn das zweite sagt: Och kann man noch reparieren, haben die den Auftrag. Also so einfach ist das alles nicht.

    Wenn so ein Rolli nach 6 Jahren ausgetauscht wird, dann ist das Ding wirklich hin. Also nur mal so nebenbei: Reifendecken halten ungefähr 1000 km. Bei mir sind die nach 4 Monaten abgefahren. Also 3000 km im Jahr kannst du rechnen. Nach 6 Jahren hat die Gurke zwischen 15 und 20 Tausend Kilometer runter und 6 Jahre lang hat 12 oder mehr Stunden jemand jeden Tag drin gesessen und ist hin und her gefahren und Bordsteine rauf und runter und hat sich da drin ne Hose angezogen und das Ding wurde ins Auto verladen und aufgeklappt und zusammengeklappt und durch Regen und Schnee und am Strand und über Kopfsteinpflaster ... ja hallo, das Ding ist dann irgendwann einfach Schrott.

    Kann ja sein, dass ein Kind rausgewachsen ist oder bei fortschreitenden Krankheiten dass sich das verschlimmert hat oder so. Aber dann wird das der Arzt auch so aufs Rezept schreiben und wenn man dann den bisherigen Rolli einsackt und aufbereitet und wieder neu vergibt, ist ja alles klar (wird ja auch gemacht). Aber wenn der sowieso nur noch in den Müll geworfen wird dann kann man den auch beim Patienten lassen, wenn er das will. Damit macht doch keiner mehr Geld. Also ich will das alte Ding von Dunsti nicht haben und Geld würd ich dafür erst recht nicht ausgeben.

    Und das alles liegt nur an dem blöden Sanitätshaus aus Berlin das da jetzt diesen Auftrag gekriegt hat. Bei meinem ist das nämlich so, dass der ankreuzt, dass er den alten einkassiert und verschrottet hat. Inventuraufkleber ab und gut. Natürlich nur wenn die Kasse gesagt hat dass er verschrottet werden soll. Ich denke dass Dunstis Sanitätshaus in Augsburg das auch so machen würde aber durch diesen Sparblödsinn ging das ja nicht.
     
    #19
    Hexchen, 2 März 2008
  20. Neo2001
    Neo2001 (36)
    Verbringt hier viel Zeit
    193
    103
    19
    nicht angegeben
    Ist natürlich ein ganz schwaches Bild von diesem Berliner Sanitätshaus (das dann wohl auch demnächst mal Pleite gehen wird). Aber du hast doch jetzt leihweise einen Notrollstuhl. Kannst du nicht damit einfach zur Arbeit, wenn du dir Sorgen wegen deiner Probezeit machst?
     
    #20
    Neo2001, 2 März 2008

jetzt kostenlos registrieren und hier antworten
Die Seite wird geladen...

Ähnliche Fragen - Einfach mal bißchen
Sihu
Kummerkasten Forum
26 März 2016
12 Antworten
Kalle85
Kummerkasten Forum
27 November 2015
6 Antworten
change90
Kummerkasten Forum
10 Juni 2013
3 Antworten