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Emetophobie

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Spaceflower, 11 August 2007.

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  1. Spaceflower
    Meistens hier zu finden
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    Single
    So, nun möchte ich auch mal etwas loswerden. Es hat sehr lange gedauert bis ich festgestellt habe unter was ich nun wirklich leide.. Und es belastet mich sehr.

    Um mal erst eine Beschreibung abzugeben: Ich leide unter Emetophobie http://de.wikipedia.org/wiki/Emetophobie kurz unter der "Angst vorm Erbrechen".

    Vor etwa. 2 Wochen habe ich endgültig herausgefunden was nun mein eigentliches Problem ist, welches ich seit Dezember 2006 wieder ausgeprägter habe. Erst dachte ich ja ich leide unter Angstzuständen oder sonstewas.. bis ich 1+1 zusammenzählte. Da diese "Krankheit" auch eher unbekannt ist hat es auch so lange gedauert bis ich endlich wusste was mein Problem ist.

    Die Angst davor hatte ich allerdings schon sehr lange. Angefangen hat alles in meiner Kindheit. Ich sass manchmal stundenlang Abends in meinem Bett.. mit einem Becken an meinem Bett, klopfte mir auf die Brust und hoffte das alles nur Luft in meinem Magen ist. Was dann auch meist der Fall war. Aber mein Hals war wie zugeschnürt und jedes Schlucken erweckte bei mir einen Brechreiz (was auch heute in manchen Situationen noch so ist). Ich kann mich noch ganz gut erinnern als ich mich jede Stunde bis zur Galle übergeben musste... für mich ein schrecklicher Alptraum. Es ist ja nicht nur das Übergeben wovor ich mich so sehr fürchte.. sondern auch weil mir jedesmal schwarz vor Augen wird. Es gab Situationen da kippte ich um während dem Erbrechen, träumte etwas von einem Autounfall, kam wieder zu mir und lag in meinem eigenen Erbrochenem. :geknickt:

    Seit Dezember 2006 hat es mich wiedereinmal erwischt.. ich wurde am Tag nach Weinachten krank und erbrach mich mehrere Male. Und das war der Zeitpunkt wo ich eigentlich zu meinem Freund fahren wollte. Ich wollte unbedingt zu ihm.. allerdings hatte ich solche Angst davor mich zu Erbrechen.. im Zug oder egal wo.. mich einfach zu Erbrechen.. am schlimmsten noch wenn andere Leute dabei sind. Also wartete ich, und ging dann mit leerem Magen zu meinem Freund. Ich traute mich nicht einen Bissen zu Essen aus Angst zu erbrechen. Ich verbrachte bei meinem Freund einbisschen mehr als 1 Woche.. in der ich nichts als villeicht mal ein Stück Brot zu mir nahm und was trank. Am Tag meiner Abreise ging es mir besonders schlecht.. weil ich einfach Angst hatte vor all den Leuten im Zug oder so zu erbrechen. Ich ass also keinen Bissen bevor ich losfuhr... schliesslich kann ja dann auch nix rauskommen. Allerdings trank ich etwas.. auf dem Weg zum Bahnhof wurde mir schlecht, ich krallte mich in den Autosessel und probierte mir etwas Schönes vorzustellen.. aber alles vergeblich.. Ich erbrach das Getränk noch im Auto in einen Beutel den ich extra für solche Momente mitgenommen habe.

    Bei meinem Freund stiess ich auf Unverständnis.. ja er motzte mich sogar an.. glaubte ich könne das verhindern und sagte das sei doch nicht normal. (Da wusste er noch nichts von der ganzen Geschichte, ich ja auch nicht :/) Er zwang mich auf den Zug zu gehen obwohl ich es unbedingt verhindern wollte.. ja ich hab ihn sogar angefleht mich da nicht abzusetzen.. Zum glück war er damals "standhaft" und hat mich auf den Zug gebracht. Mit Sicherheit wäre das gleiche Szenario am nächsten Tag wieder passiert. Heute bin ich ihm unheimlich dankbar.. er hatte mich nämlich sozusagen meiner Angst gestellt. Nunja. Im Zug konnte ich mich dann nach kleinen Anfangsschwierigkeiten erholen und schlafen.

    Aber nach dieser Zeit ging es mir einfach nur noch schrecklich. Es gab Tage da ass ich in der Schule gar nichts.. und hatte immer einen konstanten Brechreiz und Horrorvisionen wie, wo etc. ich mich übergeben müsste. Schlussendlich führte das soweit dass ich nicht mehr in die Schule konnte. Ich nutzte die Zeit wo meine Eltern Ferien machten und besuchte die Schule nicht mehr. Allerdings habe ich mich in der Zeit nicht mehr in der Schule gemeldet.. was die Lehrer aufhorchen liess und sie mir einen eingeschrieben Brief zukommen liessen, welcher missverständlicherweise an meine Eltern ging (sie wussten nicht das ich schon volljährig war zu dem Zeitpunkt) Natürlich habe ich meine Eltern angelogen, ihnen gesagt läuft alles bestens... und als mein Vater noch am gleichen Tag wo sie wieder Zuhause waren die Post abholte... ja da durfte ich mir etwas anhören. Ich habe geheult wie ein Schlosshund. Und konnte ihnen auch nicht sagen was mich dazu bewogen hat. Schlussendlich musste ich zur Schulpsychologin.. meine Internetzeit wurde eingeschränkt, auch am Wochenende.. ich hatte ettliche Gespräche mit den Lehrern etc. und ich konnte nie so richtig sagen was mein Problem ist.. Im Nachhinein frag ich mich wieso ich nicht eher darauf gekommen bin.. aber ich hielt alles immer nur für Angstzustände...

    Was ich vielleicht noch vergessen hab zu erwähnen.. ich war damals auch wegen dieser Zustände beim Arzt und habe mir Medikamente verschreiben lassen gegen solche Anfälle... und es macht mich wirklich ruhig und müde.. So ne Tablette ist für mich fast schon ein Muss bevor ich einen Zug betrete oder eine lange Reise mache.. Und alles kommt immer unerwartet und schnell auf.. Es ist einfach nur schrecklich.. :flennen:

    Sobald sich Aufregung in mir breit macht habe ich das Gefühl kotzen zu müssen.. Es ist egal bei was.. bei Vorträgen, bei Treffen mit Freunden, bei langen Reisen, unter Leuten, beim Rennen, Sport, während dem Unterricht. Ich erbreche mich ja zum Teil schon nur wenn ich daran denke.. ich steigere mich so hinein dass ich schlussendlich erbreche obwohl ich gar nicht müsste.

    Ich werde jetzt wohl dann wieder meine Psychologin aufsuchen müssen und das "behandeln" lassen.. jetzt wo ich endlich weiss woran ich leide ist es vielleicht einfacher dieses Problem zu lösen.

    So... das wars.. musste mich einfach mal... aus"reden".. :geknickt:
     
    #1
    Spaceflower, 11 August 2007
  2. Bambi
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Hallo Spaceflower,

    nur mal so zum Mutmachen: Ich kenne jemanden, der in seiner Teenagerzeit (so bis Anfang 20 glaube ich) darunter gelitten hat. Das lässt sich wunderbar behandeln und bestimmt bist du deine Angst mit Hilfe eines guten Therapeuten schnell los :smile:
     
    #2
    Bambi, 11 August 2007

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