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Ende des Studiums naht, Zukunftsängste

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Dirac, 14 Oktober 2005.

  1. Dirac
    Dirac (34)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Tja, nun ist es langsam soweit-mein Studium wird in recht absehbarer Zeit beendet sein und es geht zielsicher auf die Diplomarbeit zu. :eek: Ich mach jetzt dieses Semester noch mein Hauptpraktikum am Lehrstuhl für Theoretische Physik III und am 27.3.2006 beginnt dann offiziell die 12-monatige Diplomarbeit. Seit vorgestern hab ich ein Büro an der Uni (nur noch keinen Schlüssel-dummer Verwaltungskram :grrr: ) und ne Übungsgruppe leite ich ab nächster Woche auch-kurzum, es wird irgendwie "ernst". :eek4:
    Irgendwie ändert sich jetzt alles ganz schnell und ich trete in ne Art neue Phase der Ausbildung ein-zwar alles irgendwie cool und es macht Spaß, aber andererseits hab ich natürlich auch Angst vor diesem neuen Abschnitt und ob ich das alles überhaupt schaffe. Vorher war alles irgendwie "einfach"-man ging zu den Vorlesungen bzw. Übungen, sah zu, dass man seine Klausuren schaffte und die Scheine kriegte und machte halt irgendwann Prüfungen-aber alles war, wie soll ich es nennen, "unverbindlich". Jetzt wächst die Verantwortung und auch das, was von mir erwartet wird-ich soll anderen was beibringen (=> Übung) und an die Forschung herangeführt werden (=> Hauptpraktikum) bzw. demnächst an dieser teilhaben (=> Diplomarbeit). Und mein Prof hält irgendwie immer große Stücke auf mich-bin ja so ein guter Student, und ich will ja sicher auch promovieren und er würde mich dann unterstützen, bla bla... :rolleyes2 Dabei hab ich einmal eine Prüfung bei ihm gemacht (OK, die auch mit 1,0 bestanden, aber die Note war doch beschönigt und nur der Beisitzerin, die meine ehem. Übungsleiterin in zwei Übungen war, zu verdanken-was er auch indirekt zugegeben hat.) und eines seiner Seminare besucht-warum glaubt der also, ich sei so gut? :ratlos: Irgendwie hab ich das Gefühl, alle denken das-dabei bin ich faul wie ne alte Socke und besonders gut verstehen tue ich den Stoff auch nicht. :schuechte OK, besser als der Durchschnitt vermutlich schon, aber nix herausragendes. Ich glaube, ich kann letztlich nur alle (mich inklusive) enttäuschen, und das will ich nicht. :flennen: Und ich weiß auch nicht, wie ich mit der steigenden Verantwortung umgehen soll-das war mir immer schon ein wenig unheimlich. In mein Büro zu gehen vermeide ich auch (obwohl ich den Schreibtisch ja schon habe und nutzen könnte-entweder wäre der Kollege halt da oder die Sekretärin würde mir aufschließen, bis mein eigener Schlüssel endlich kommt) und sitze lieber in der Bereichsbibliothek herum, so wie früher. Mit meinen Leuten mittags in die Mensa gehen (was ich immer sehr gerne getan habe, war quasi eine feste Institution im Tagesablauf und auch oft die einzige Möglichkeit, einige zu sehen) wird wohl auch nicht mehr möglich sein, weil man am Lehrstuhl wohl erwarten wird, dass ich mit den Mitarbeitern essen gehe. (Ist zumindest bei nem anderen Prof am selben Lehrstuhl so)
    Ich weiß, ich sollte mich wohl darüber freuen endlich soweit zu sein, denn dafür hab ich ja die letzten vier Jahre studiert-aber ich mache mir momentan nur Sorgen darüber, wie das wird und ob ich nicht letztlich einsehen muss, dass ich doch zu dumm bin, um das zu schaffen. :geknickt: Denn Durchschnitt will ich nicht sein, ich will zu den besten gehören-womit schon eine 2.0 in der Diplomarbeit eine herbe Enttäuschung wäre. (Zumal zumindest in den Prüfungen an unserem Fachbereich die Einsen mit dem Kübel ausgeschüttet werden-keine Ahnung, ob bei den Diplomarbeiten auch so lasch benotet wird oder da härtere Maßstäbe angesetzt werden.) Irgendwie behagt mir das alles nicht-keine Ahnung, was ich dagegen tun soll oder kann.
    Vielleicht mal ne Frage an die Studenten/-innen hier, die ähnlich weit sind (oder weiter)-wie ist/war das bei euch so kurz vor dem Ende? Irgendwer auch solche Sorgen gehabt (und wenn ja: Wie habt ihr das überwunden? Oder kam das einfach von selbst, mit der Zeit?) oder habt ihr euch alle nur gefreut, dass es bald geschafft ist?
    Ich hab auch die Befürchtung, dass das Ganze zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung wird, denn weil ich denke, ich schaff das vermutlich nicht ist auch die Motivation eher gering und ich mache nicht soviel, wie ich könnte bzw. sollte-und damit schaff ich es erst recht nicht. :frown: Und selbst wenn ich die Diplomarbeit schaffe-was soll dann danach werden? Würde ja wirklich gerne promovieren, aber ob ich das hinkriege, ich weiß nicht...
    Keine Ahnung, ob mir irgendwer weiterhelfen kann, aber danke jedenfalls fürs Lesen. (Und sorry für den furchtbar langen Text. :schuechte )
     
    #1
    Dirac, 14 Oktober 2005
  2. ich hab das nur überflogen aber du hast wirklich ein echtes problem mit dir selbst. das liegt so offen wie ein buch und daran solltest du dringend arbeiten. du hast eine geringe selbstachtung, glaubst nicht an dich, glaubst nicht an deine fähigkeiten. bist insgesamt unsicher (das sieht man auch schon an der körperhaltung auf deinem foto). wenn du dir diese negativen eigenschaften nicht abgewöhnst/trainierst, wirst du dich durchs leben quälen und nicht sehr weit kommen. du hast kein problem mit deinen fähigkeiten, sondern mit deiner einstellung. du versuchst dich praktisch selbst abzuwerten. was schlechteres kann man sich selbst fast nicht antun!
     
    #2
    flying_suicide, 14 Oktober 2005
  3. Rainbow_girl
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Ich denke es ist ganz normal, dass man Angst vor einem neuen Lebensabschnitt hat!
    Gewohnte Strukturen werden plötzlich geändert, man muss sich von vielen alten Freunden, Gewohnheiten, Sicherheiten verabschieden...Das ist nicht leicht, für niemanden!
    Aber du wirst das schaffen! Vielleicht gehörst du zu den Leuten, die sich selbst sehr unter Druck setzen und noch nicht mal mit superguten Leistungen zufrieden sind. Damit machst du es dir selbst ganz schön schwer. Ich weiß aber auch, dass man das nicht so einfach ändern kann. Aber glaub doch einfach dem Prof, wenn er meint du würdest das schaffen. :smile:
    Und such dir eine Person in deinem Freundeskreis (ich hab jetzt nicht in dein Profil geschaut ob du Single bist oder nicht - wenn nicht, dann sollte deine Freundin diese Person sein), die auf jeden Fall hinter dir steht und die dich immer wieder aufbaut, wenn mal etwas schief läuft.
    Du erinnerst mich an meinen Freund - der hat solche Angst, nach dem Studium nicht zurechtzukommen, dass er einfach weiterstudiert, ohne seine Prüfungen zu machen. Und das kann ja nicht die Lösung aller Dinge sein.
    Ich wünsche dir alles Gute! Glaub ein bisschen an dich selbst (und such dir wirklich jemanden, der dir 1000x versichert, dass du es schaffen wirst!), dann wird das schon!
     
    #3
    Rainbow_girl, 15 Oktober 2005
  4. User 37583
    User 37583 (37)
    Meistens hier zu finden
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    nicht angegeben
    Wieso hast du so viel selbstzweifel?
    Wenn ich soviel an mir zweifeln würde, dann würde ich mein Studium nie beenden.
    Um auf deine Frage zurück zu kommen, nein mir geht es nicht so, dass ich mir Sorgen mache. Ich bin froh fertig zu werden. Klar gibt es das eine oder andere Motivationstief aber ich studiere sicher nicht Jahre lang um es dann, weil ich an mir und meinen Fährigkeiten zweifel, zu riskiere dass ich einen sinnvollen und guten Abschluss mache.
    Wo ist das Problem zu promovieren? Ich mache sicher kein 1. Diplom aber habe trotzdem vor zu Promovieren.
    Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, wieso du dich selbst so schlecht einschätzt.
     
    #4
    User 37583, 15 Oktober 2005
  5. Dirac
    Dirac (34)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Single
    @flying_suicide: Schön, dass du dir nicht mal Zeit nimmst, meinen Beitrag wirklich zu lesen und dennoch meinst, mich aburteilen zu müssen. :grrr: Und was z.B. mein Profilfoto jetzt damit zu tun hat, wirst wohl auch nur du wissen...

    Mag ja sein, aber irgendwie komme ich mir blöd bei vor-denn deswegen hab ich ja studiert, weil ich in die Forschung wollte und das erreichen wollte, vor dem ich jetzt stehe. Und nun hab ich einfach Angst vor der Veränderung und den neuen Anforderungen. :frown:

    Hmm, da könnte evtl. was dran sein... :schuechte

    Ich frage mich halt nur, worauf der seine Meinung stützt. :ratlos: Und andererseits befürchte ich eben auch, dass er mich für viel zu gut hält und mir daher schwierige Aufgaben gibt, weil er denkt, das sei ja bestimmt einfach für mich. Ich mein, der Kerl ist nicht irgendwer, der hat nen Namen in der Physikwelt (der Durchschnittsbürger wird ihn aber natürlich nicht kennen, so berühmt ist er nun beileibe nicht)-so einer erwartet schon was. Andererseits komme ich menschlich gut mit ihm klar und er hilft auch bei Fragen gerne weiter-ich weiß nur nicht, inwieweit er das bei der Diplomarbeit noch tun wird bzw. tun darf, denn die muss ja eigenständig sein. Wo genau die Grenzen der Betreuung liegen kann ich mir nicht so recht vorstellen.

    s.links unter meinem Namen-das Profil muss man dazu gar nicht aufrufen. :zwinker: Und ne Freundin gibt es folglich nicht, aber das ist ein anderes Thema. Und so richtig gute Freunde-tja, hab eigentlich nur einen, der aber woanders wohnt und der momentan viel Stress und wenig Zeit hat (Job, bevorstehender Umzug etc.). Und meine Leute an der Uni will ich damit nicht nerven-die würden das ja eh nicht verstehen, weil die immer nur meine Prüfungsnoten sehen und denken, der ist ja sowieso der beste von uns. (Na ja, oder der zweitbeste, aber eben dennoch sehr gut.) Nur dass das Lernen für die Prüfungen und das, was jetzt ansteht, eben zwei ganz verschiedene Dinge sind...

    Vor den Prüfungen hatte ich nie Angst, denn dafür lernen kann ich gut-den Aufbau einer Theorie und die wesentlichen Begriffe, Sachverhalte etc. zu extrahieren fällt mir sehr leicht. Nur wenn es dann mal an konkrete Details geht und man irgendwelche längeren Rechnungen machen muss (was in den Prüfungen ja nicht der Fall ist, demnächst aber schon), dann krieg ich Probleme bzw. hab einfach viel zu wenig Übung drin. (Was z.T. auch daran liegt, dass zu den Spezialvorlesungen grundsätzlich keine Übungen angeboten werden und man da selbst in Büchern Aufgaben suchen müsste-nur sind die in den seltensten Fällen mit Lösungen versehen, so dass es gar nicht viel bringt.)

    Bloß muss ich das dann selbst erstmal glauben... :schuechte

    Wie oben gesagt: Was bisher ablief (Sachen aus Büchern lernen etc.) konnte ich gut, nur was ich jetzt tun muss (Forschungsartikel lesen, selber neue Resultate liefern), das macht halt Probleme. Kann ja sein, dass es nur Anlaufschwierigkeiten sind, nur ich denke halt, im 9.Semester müsste ich in der Lage sein, so ein blödes paper zu verstehen ohne immer wieder beim Prof nachfragen und mir Dinge erklären lassen zu müssen. Die sind halt leider so geschrieben, dass praktisch alle Rechnungen weggelassen werden und die Leute nur ihre Ergebnisse zitieren-und um von Formel A nach B zu kommen müsste man teilweise erstmal ne Seite selber rechnen. Und da weiß ich oft gar nicht so richtig, wie ich anfangen müsste, weil ich damit nicht vertraut bin.

    Wie, 1.Diplom? Es gibt doch nur eins. :ratlos:
    Und wenn ich beim Diplom schon keine 1 kriege, wird es bei der noch viel schwierigeren Promotion wohl eh nix werden. Und bevor ich da dann ne 3 oder 4 habe, lass ich es lieber bleiben. Dafür 3 Jahre oder so konzentriert arbeiten um nachher ne schlechte Note zu haben? Nee danke, das würde ich dann gar nicht erst anfangen.
     
    #5
    Dirac, 15 Oktober 2005
  6. speakingstick
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Moin Dirac,

    hey erstmal Gratulation, das Du soweit gekommen bist !
    Wievie Prozent von Studies sind denn bei Euch übrig geblieben ?
    Ich wette es haben ne Menge das Handtuch geschmissen und DU hast dich durchgebissen ! HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH zu dieser LEISTUNG !!!

    Aber ich muss flying_suicid leider Recht geben:

    "...Du glaubst nicht an dich, glaubst nicht an deine fähigkeiten. bist insgesamt unsicher (das sieht man auch schon an der körperhaltung auf deinem foto)...."

    Ich finde auch, das Du auf dem Foto keine Selbstsicherheit ausstrahlst und die ist verdammt wichtig. Ohne die geht nichts, ohne sie werden Entscheidungen (ob privat oder im Berufsleben), die getroffen werden müssen immer vor sich hergeschoben. Und die Körperhaltung ist ein wesentliches Merkmal für Deine Mitmenschen, ob da einer ist, der einen wachen freundlichen Gesichtsausdruck, der eine "sichere" Körperhaltung hat, oder jemand, der einen Gesichtsausdruck von "Angela Merkel" hat und die Schultern nach vorne hängen und einen Katzenbuckel macht.
    Damit sendest Du Deiner Umwelt gewisse Signale, die auch belegt sind.

    Versteh mich bitte nicht falsch, ich möchte Dich nicht nieder machen.

    Und Rainbow_girl hat sicherlich auch recht:

    ".... Vielleicht gehörst du zu den Leuten, die sich selbst sehr unter Druck setzen und noch nicht mal mit superguten Leistungen zufrieden sind. Damit machst du es dir selbst ganz schön schwer. ..."

    Kollege ich habe auch mein Diplom gemacht und wärend meiner Studizeit, gab es auch Klausuren, die nicht immer optimal abliefen und die Welt ist trotzdem nicht untergegangen.

    Die anderen kochen auch alle nur mit Wasser, das solltest Du Dir vor Augen führen.
    Deshalb lösch Deine Selbstzweifel, genieß das Leben, tu Dir was Gutes, mach mit Freude und Energie Dein Diplom und gieß Dir mit Kumpels hin und wieder mal einen hinter die Binde, das tut manchmal richtig gut.

    Gruß speakingstick
     
    #6
    speakingstick, 15 Oktober 2005
  7. Sternschnuppe_x
    Benutzer gesperrt
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    Single
    Hey Dirac,
    ich kann dir sagen, da hilft nur eins: Augen zu und durch! :zwinker:

    Klingt vielleicht bescheuert, ist aber so. Ich bin NOCH nicht so weit im Studium, komme jetzt erst ins 5. Semester, aber im Prinzip hab ich dasselbe Problem wie du: Angst vor der Verantwortung, Angst, andere zu enttäuschen oder auch mich selbst (wie bei dir wohl deshalb, weil ich immer ganz automatisch zu den Besten gehörte, aber nicht immer sooo von mir überzeugt bin, auch mal denke, daß besonders gute Leistungen eher "Zufall" sein könnten bzw. "Glück" mit dem Korrektor etc....).

    Jeder scheint irgendwie zu denken, ich würde eh alles ganz locker packen, Eltern, Kommilitonen... Klar gibt's Leute, die da sagen würden: "Freu dich doch, daß es Leute gibt, die glauben, daß du gut bist!" Aber ganz so einfach ist das nicht. Denn es glaubt einem auch keiner, wenn man WIRKLICH mal Angst vor irgendwas hat. Da heißt es dann nur: "Ach komm, du packst das doch eh wieder locker!" Ich bin auch (genauso wie du :zwinker:) MEHR als faul, um nicht zu sagen gnadenlos faul. Ich tu weit weniger als die allermeisten meiner Kommilitonen. Und hab immer Angst, damit eben doch IRGENDWANN mal auf die Nase zu fallen. Andererseits denk ich dann zwar auch wieder, na ja, wenn ich trotz Faulheit so gut durchkomme, kann ich so ganz unfähig ja nicht sein. Aber trotzdem, es ist eben immer ein gewisser Druck da.

    Diese Semesterferien hab ich ein Praktikum in einer Anwaltskanzlei gemacht, hat total viel Spaß gemacht. Dann hieß es, so, ich könnte mich ja auch mal an einem Schriftsatz versuchen. Und schon hatte ich wieder ein ganz mulmiges Gefühl im Magen :schuechte - es war was Neues, was ich noch nie versucht hatte, wo ich auch nicht vorher sicher sein konnte, daß ich das kann --> Angst zu versagen. Da ich aber nun nicht zu meinem Anwalt sagen konnte: "Nein, ich trau mich nicht!" :smile:p), hab ich eben mal drauflosgeschrieben - und siehe da, es hat geklappt und war sogar richtig gut. :smile:

    Im nächsten Winter will ich ein Auslandssemester in Schweden machen - auch sowas, wo ich Angst davor hab. Erstmal der ganze Bewerbungskram, da muß man ja auch alles mögliche schreiben, dann aber auch alles andere... ich hab noch nie woanders als zu Hause länger gewohnt, ich hab noch nie alleine gewohnt, schon gar nicht in einem fremden Land, wo ich niemanden kenne, Klausuren in einer fremden Sprache schreiben, mich in einer Umgebung zurechtfinden, wo alles neu ist, alles, was so anfällt, selbst regeln (egal ob Papierkram, Haushalt, etc...)... so im Moment geht's irgendwie noch, aber vermutlich wird spätestens im Februar/März, wenn ich eine endgültige Zusage hab, nochmal so RICHTIG die Angst kommen...

    Es gibt Leute, die stürzen sich in so neue Lebensabschnitte mit Begeisterung und am liebsten kopfüber rein. :zwinker: Und andere haben Angst davor, ein mulmiges Gefühl... das sind meistens die, die viel nachdenken, über alles mögliche, was schiefgehen KÖNNTE... die nicht einfach sagen "ach, irgendwie wird das schon klappen, gestorben ist noch keiner dran", sondern eben eine - wenn auch irgendwie unbestimmte - Angst haben...

    Aber so ist das eben im Leben, es geht immer weiter. Und ich denk mir dann auch immer, klar hätte ich es als Verkäuferin im Supermarkt an der Kasse irgendwie "leichter". Praktisch keine Verantwortung, keine schwierigen Herausforderungen, nichts Unbekanntes... Andererseits denk ich dann auch: Aber SO will ich doch nicht leben. Ich will doch was erreichen, was mit meinem Leben anfangen!

    Was bleibt da nur als Fazit? --> Augen zu und durch! :smile: Wenn der Anfang erstmal überstanden ist, wird's leichter. Und auch die Zukunftsängste werden weniger mit der Zeit. Als ich noch in der Schule war, hatte ich höllische Angst vor der Zeit nach dem Abi - ich WUSSTE einfach nicht, was mich erwarten würde, hatte zum ersten Mal so richtig das Gefühl, selbst Verantwortung für mein Leben übernehmen zu müssen (denn in der Schule bekommt man ja alles vorgekaut, hat immer eine "Anleitung", wird da eben 13 Jahre so automatisch durchgeschleust, ohne irgendeine Entscheidung für sein weiteres Leben treffen zu müssen, das ist ja im Prinzip Kinderkram). Ich hatte Angst vor dem "danach". Und jetzt? Komme ich ins 5. Semester und fühle mich total wohl an der Uni. :smile: Natürlich kommt jetzt langsam die Angst vor der Zeit NACH dem Staatsexamen, ich weiß noch nicht, wo ich in 5 Jahren bin.

    Aber dann denk ich mir, immer schön ein Schritt nach dem anderen, das kommt schon alles mit der Zeit. Bisher hat's noch jeder überlebt. :smile:

    Sternschnuppe
     
    #7
    Sternschnuppe_x, 15 Oktober 2005
  8. CK1
    CK1 (41)
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    Single
    Das Problem kenne ich auch, in einigen Fächern bin ich unschlagbar gut, aber wenn ich dann an anderer Stelle Befürchtungen habe oder wie damals im Grundstudium die technische Mechanik erst im 3.Anlauf gepackt habehieß es bei Zweifeln meiner seits eigentlich immer, da brauchst du doch keine Ängste, du dürftest das doch locker schaffen ......., und dann Kotzt es mich (auch heute noch) an, wenn keiner dabei auch mal Versteht wie es in einem aussieht und das man sich hin und wieder auch mal klein fühlt. Letzten Endes hilft es aber nichts sich zu sher unter den Erwartungsdruck der anderen zu stellen sondern sich selber zu fragen, tue ich alles was ich zum Erfolg des Projekts beitragen kann. In diesem sinne sollte man die Diplomarbeit für sich selbst als Projekt sehen und sich auch einen Eigenen Projektplan machen, um Probleme rechtzeitig zu sehen. Dies Vorgehen hat mir bei meiner Studienarbeit sehr geholfen, und ich werde es auch im nächsten Semester bei meiner Diplomarbeit so machen.
     
    #8
    CK1, 15 Oktober 2005
  9. Henk2004
    Henk2004 (33)
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    vergeben und glücklich
    Ich denke auch, dass du mal an dir selber arbeiten solltest, dass du mal mehr Selbstbewusstsein bekommst.

    Ich bin selber auch in so ner Phase, dass ich nicht weiß wo ich wirklich hinwill.

    Bin jetzt 5. Semester und teilweise sind die bei uns schon am Diplomarbeiten vergeben. Das find ich auch mal krass.

    Ich gehöre irgendwie auch zu den besten, dabei bin ich eigentlich mal ziemlich faul. Hab eigentlich immer nur gemacht, was man von mir wollte.

    Nach der Ausbildungsprüfung hab ich Post von der Begabten-Förderung bekommen. Ey hallo, was wollen die denn jetzt? Hab ich mir da gedacht, nur weil ich ne 1 vorm Komma hatte bin ich doch nicht begabt.

    Auch mein Chef hat überall rumerzählt, dass ich der Beste Azubi war, den er je gehabt hätte. Und wie das auf dem Dorf so ist, spricht sich das so schnell rum. Alle denken von mir ich wär jetzt der Ober-Held oder sowas.

    Mit dabei ist dann die Erwartungshaltung der anderen. Schrecklich sowas.

    Aber mittlerweile hab ich mich damit abgefunden und denke mir immer, wenn ich was neues anfangen muss: "Andere stellen sich bestimmt viel dämlicher an als du, von daher scheiß doch was drauf!"

    Jeder ist mal klein angefangen und nicht alles muss sofort perfekt sein.

    Und als Student hab ich auch das Problem, dass man zwar Unmassen gelernt hat, aber nichts wirklich kann. (Geht mir jedenfalls so)

    Man lernt für ne Klausur, besteht die und vergisst den ganzen Kram wieder.

    Aber mal muss nicht alles wissen, man muss nur wissen wo es steht!

    Und mittlerweile sehe ich das Studium nur noch als ne Zugangsvorraussetzung zu irgendwas an. Denn das ich irgendwas richtig kann, kann ich nicht sagen. Aber der Trost bei der Sache ist, dass es allen anderen bei uns im Semester genauso geht.

    Letztens hat nen Prof. in ner Vorlesung Stoff aus dem Grundstudium abgefragt. Meinste auch nur einer hat das noch richtig gewusst? Alle guckten sich schulterzuckend an und so einzelne Fetzen fielen einem dann ein. Aber alle wussten wo sie es nachlesen konnten...

    Jedenfalls denke ich mir immer, dass es so viele Leute gibt, die blöder sind als ich, da kann man doch gar nichts verkehrt machen.

    Früher war ich noch Messdiener und als Blag war man ja am Anfang immer noch nervös, weil man ja nicht wusste, was man jetzt genau wann machen muss. Da meinte unser Pastor mal, dass du nur dein Ding durchziehen musst und sicher dabei wirken musst, dann fällt das den meisten Leuten überhaupt nicht auf, das du was völlig falsches machst.

    Recht hat er. Und Professoren sind auch nur Menschen, jedenfalls kann ich jetzt nicht sagen, dass die Übermenschliche Fähigkeiten haben. Niemand ist fehlerfrei.

    Von daher: Trau dich einfach, wird schon schiefgehen!
     
    #9
    Henk2004, 15 Oktober 2005
  10. speakingstick hat das auf den punkt gebracht was ich meine. dass du kritik zu deiner person nicht vertragen kannst, ist schade für dich. was hast du von diesem beitrag erwartet? tausend leute die dir auf die schulter klopfen und dir sagen, dass du wieder deiner eigenen meinung doch ein (fachlich) toller kerl bist (was du wohl eh nicht wirklich glauben würdest)? ich weiß, ich hab mit meiner meinung recht, lies mal deinen beitrag aufmerksam durch und vlllt fällt dir selbst was auf. wenn nicht, juckt mich das auch nicht.
     
    #10
    flying_suicide, 16 Oktober 2005
  11. AquaOne
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    @flying suicide: tolle Haltung, das bringt echt weiter !! :mad:

    Zum Thema kann ich eigentlich auch nichts mehr hinzufügen, meine Meinung ist schon tausend Mal geschrieben worden. Versuche, dir selbst zu vertrauen, so schwer es auch klingen mag. Finde heraus, was das schlimmste ist, was dir überhaupt passieren kann (z. B. in den Übungen verrechnen) und prüfe, was du dagegen tun kannst. Tu das ruhig schriftlich, dann weißt du wenigstens, woran du bist und hast nicht mehr dieses diffuse Angstgefühl.

    Ich bin auch vor zwei Wochen zwecks Studium umgezogen und, ganz ehrlich, Zukunftsängste hatte ich mir schon lange abgewöhnt, also war mir, nachdem meine "Umzugshelfer" gegangen waren, nur genau zwei Minuten etwas unwohl. Ab dann gings mir gut. Du musst dir eine psychische Grundlage schaffen, auf der DU stehst, anders gehts einfach nicht. Aber, sehr schwierig ist es nicht. Ich hab es auch geschafft :gluecklic Also Kopf hoch !

    Was noch wichtig wäre, inwieweit stehst du auf eigenene Füßen, sowohl finanziell als auch im Kontakt zu deinen Eltern (fühlst du dich ohne sie verlassen? und sei ehrlich mit der Antwort, wenigstens zu dir selbst), wenn du da im Reinen mit dir selbst bist, kannst du dich ruhig glücklich fühlen und das erleichtert dir die Sache mit dem Selbstbewusstsein auch ziemlich.
     
    #11
    AquaOne, 16 Oktober 2005
  12. was hast du für ein problem mit meiner "haltung"?

    ich hab ihm gesagt, was für ein problem er wirklich hat. was gibts denn da die ganze zeit zu maulen? soll er seine probleme bei der wurzel packen, statt drum herum zu spachteln
     
    #12
    flying_suicide, 16 Oktober 2005
  13. AquaOne
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Ich stimm dir zu, aber ihn bringt das nicht weiter ! Wenn man sowas im Inet stehen sieht, ist das was ganz anderes, als wenn man das im RL gesagt bekommt. Also, solche Sprüche nutzen hier niemand, auch wenn sie richtig sind.
     
    #13
    AquaOne, 16 Oktober 2005
  14. ist doch scheiß egal, wie er´s checkt
     
    #14
    flying_suicide, 16 Oktober 2005
  15. walkie
    Verbringt hier viel Zeit
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    Nach dem Studium geht das richtige Leben los, und das bringt allerhand neues und spannendes, freu Dich, nichts wie hin. Ich vermisse keinen Tag meines Studentendaseins.
     
    #15
    walkie, 16 Oktober 2005
  16. Dirac
    Dirac (34)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Single
    Erstmal danke für die vielen Antworten! :smile: So, nun zu den einzelnen Beiträgen:

    Weiß ich nicht so genau, wie viele übrig sind, da ich die meisten ja schon lange nicht mehr gesehen habe. Schätzen würde ich ganz grob, dass so 50-60% meines Jahrgangs noch dabei sind, die anderen haben irgendwann abgebrochen.

    Mann, jetzt lasst doch mal endlich das dumme Foto in Ruhe. :angryfire Ist nicht gerade das beste (richtig gute hab ich leider nicht-höchstens eins, auf dem ich nicht alleine zu sehen bin und solche Fotos hier reinzustellen finde ich blöd), das stimmt schon, aber das steht hier auch gar nicht zur Debatte!

    Tja, nur wenn keine 1,x bei rauskommt (eigentlich wäre auch 1,7 noch zu wenig, das ist ja quasi ne 2+) kann ich nun mal nicht zufrieden sein. :schuechte Dass ich die Diplomarbeit gar nicht schaffe, es also nicht mal mehr für ne 4,0 reicht, das glaube ich ja gar nicht.

    Ein wenig provokant gesagt: Was kümmern mich die anderen? Auf meine Leistung kommt es mir an. Nur weil viele andere vielleicht schlechter sind macht das meine Leistung nicht automatisch besser.

    Mit Freude bin ich dran, wenn es gut läuft-wenn nicht, sinkt die Motivation leider schnell in den Keller... :frown:

    @sternschnuppe_x: (Hier zitiere ich mal nicht, damit der Beitrag nicht zu lang wird) Oha, eine "Leidensgenossin"-hätte nicht gedacht, dass sich jemand findet. :zwinker: Hast wahrscheinlich recht mit dem "Augen zu und durch"-kann mir auch gut vorstellen, dass ich alles in nem halben Jahr oder so wieder entspannter sehe, nur im Moment ist es schwer. Wenn ich daran zurückdenke, wie es mir die erste Zeit nach dem Abi ging, du liebes bisschen... :eek: Dagegen ist das jetzt nix. Aber irgendwann war es wieder OK und ich hoffe, das wird es auch jetzt. Das Hauptpraktikum ist ja jetzt dazu da, mich an die Forschung heranzuführen und Praxis in den notwendigen Rechnungen zu liefern-ich hoffe mal, das klappt auch, damit ich einfach ein sichereres Gefühl habe.
    *g* Ja, das mit dem "Gute Noten sind Glückssache" kommt mir doch arg bekannt vor. :schuechte Aber bei so mancher 1,0 frage ich mich echt, ob der Prüfer irgendwie besoffen war oder sich so von anderen Noten hat blenden lassen, dass nix Objektives mehr rauskam. Aber glaubt das irgendwer? Nein, alle winken nur ab und denken "Der spinnt doch, der kann das doch eh alles, was soll er sonst für ne Note haben?" :madgo: Und dass mit der Faulheit glaubt auch keiner-und wenn ich dann sage, dass ich für ne Prüfung oft nur 3-4 Stunden am Tag lerne während andere 8-10 Stunden investieren, dann ist die Überraschung bzw. Skepsis groß-dabei bin ich einfach zu faul, so lange am Tag zu lernen. Ne Komillitonin von mir macht da locker 10 Stunden am Tag, und das über mehrere Wochen. Aber die auch eh ziemlich krass-studiert quasi zwei Fächer, gleichzeitig auf Diplom und auf Lehramt. Sowas würde ich nie hinkriegen. :eek: Hätte ich nur ein wenig von ihrem Arbeitseifer, das würde mir gut tun. :schuechte
    Auslandssemester? Das hab ich mich auch nie so recht getraut (OK, machen aber auch nur sehr wenige bei uns, ist nicht so ein Nachteil.)-und in einem Land, dessen Sprache ich nicht kann, schon gar nicht. :eek4: (Oder kannst du Schwedisch? Selbst wenn an der Uni vielleicht alles auf Englisch ist, im Alltag ist es das nicht.)
    Kopfüber in neue Herausforderungen stürzen, das würde ich auch gerne können-aber ich bin halt so jemand, der immer über alles nachdenkt (in allen Belangen, nicht nur dabei). :schuechte *g* Ja, an der Kasse bei ALDI, das wäre echt mal was, sowas in der Art denke ich auch manchmal. :tongue: Aber mir würde sowas wohl auch auf Dauer nicht reichen-nicht so sehr wegen dem geringen Verdienst, sondern weil es langweilig wäre. Irgendwo muss wohl ein Haken sein-entweder ist es interessant, dafür aber anstrengend und mit viel Verantwortung verbunden, oder es ist einfach und dafür langweilig.
    Danke jedenfalls für deine aufmunternden Worte! :smile:

    Tjaja, tolles Gefühl sowas, ne? :grrr: Aber vielen Leuten wird man sowas wohl nie klarmachen können. :rolleyes2

    Kenn ich auch von irgendwo her... :tongue: Ich glaube, aus dem ersten Semester weiß ich höchstens noch ein Drittel oder so-wie gut, dass die Übung die ich leite für ne Fünftsemestervorlesung ist...

    Schon klar-nur frage ich mich schon öfters, ob die nicht als Studenten doch deutlich besser gewesen sein müssen als ich es bin, wenn sie es so weit gebracht haben. :ratlos:

    Es geht nicht darum, dass ich keine Kritik vertragen könnte-nur du sagst selber, du hast den Beitrag nur überflogen und urteilst mich dennoch erstmal kräftig ab, obwohl du mich nicht kennst. Da gibt's auch nix zu "checken"-für mich bist du offensichtlich nur ein Sprücheklopfer, den die Probleme anderer gar nicht wirklich interessieren, Hauptsache seine Meinung vom Stapel lassen. Auf dich geh ich auch gar nicht mehr ein, brauchst mir überhaupt nicht antworten. :rolleyes2

    In den Übungen verrechnen sehe ich nicht als dramatisch an-Fragen der Studenten nicht beantworten können wäre evtl. etwas peinlich, aber da kann man ja nicht vorbeugen. Nee, die Befürchtungen drehen sich schon um die Diplomarbeit und das, was danach kommt.

    Nicht, dass mir jetzt klar wäre inwiefern das wichtig ist, aber macht ja nix...
    Also unabhängig von ihnen bin ich im Wesentlichen schon. Finanziell unterstützen könnten die mich sowieso nicht (ich bekomme BAFÖG, Eltern Sozialhilfe bzw. Rente)-im Kontakt mit ihnen bin ich aber schon regelmäßig und besuche sich auch zweimal im Monat. Aber mehr ihnen zuliebe als aus eigenem Bedürfnis...

    PS: Wer hat das hier verbrochen, dass man nach 15min schon automatisch ausgeloggt wird? :angryfire Ein Glück, dass ich den Beitrag vorher immer im Texteditor abspeichere... :eek4:
     
    #16
    Dirac, 17 Oktober 2005
  17. hehe :rolleyes:
     
    #17
    flying_suicide, 17 Oktober 2005
  18. machb
    machb (37)
    Verbringt hier viel Zeit
    4
    86
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    Single
    Also ich kann deine derzeitige Gefühlslage recht gut nachvollziehen. In ein paar Punkten entdecke ich mich auch wieder.
    Ich bin gerade selber an diesem Scheitelpunkt am Ende des Studiums. Meine Diplomarbeit habe ich letzte Woche fertig gemacht. Das ist bei mir zum Glück alles wie am Schnürchen gelaufen. Da muss ich auch sagen, das ich manchmal das Gefühl hatte die Leute überschätzen sich irgendwie. Die haben die Arbeit mit Begeisterung betrachtet und einige meinten dann auch, wie es mit einer Promotion wäre. Die Arbeit wird jetzt wohl auch als Grundlage für Forschungsprojekte dienen und höchstwahrscheinlich als 1.0 bewertet werden. Dabei kann ich das alles eigentlich gar nicht verstehen warum der ganze hype da aufkommt. So toll finde ich die Arbeit persönlich gar nicht. Das hätte fast jeder hinbekommen.
    Das ist vielleicht auch ein bisschen fehlendes Selbstbewusstsein und zu hohe Anforderungen die man an sich selbst stellt. Denn realistisch betrachtet kommt es für das eigene (berufliche) Vorankommen doch nur darauf an, dass die anderen die Arbeit als sehr gut bewerten. Ob das jetzt dein Prof oder dein Chef ist. Da solltest du dir nicht so viele Gedanken machen und nicht irgendwelche Erklärungen für Noten oder Bewertungen suchen. Was haben die den für einen Grund dir, ohne das wirklich Leistung da war, eine gute Note zu geben?
    Wenn du anführst, das es dir persönlich nicht reicht und egal ist, wie andere sind , dann lass dir gesagt sein, das Noten immer ein relatives, also auf die Gesamtheit der an der Prüfung teilnehmenden Personen bezogenens Leistungsmaß darstellt und kein absolutes. Jedenfalls ist das bei mir so. Die Punkteverteilung steht vor der Prüfung meist noch nicht fest und wird erst nach dem korrigieren festgelegt, bei mir meist nach dem Kriterium, das pro Prüfung ein bestimmter Prozentsatz durchfallen muss (das hat mal ein Prof verraten als er die Notenstatistik der letzten 15 Jahre aufgelegt hatte). So werden dann die Punkte skaliert. Mit solchen Verfahren werden die Prüfungen vergleichbarer, weil man annimmt, dass alle Jahrgänge gleich dumm sind. Und ich glaube solche Herangehensweisen sind auch in anderen Studiengängen vertreten.
    Darum hängt deine Note sehr wohl von den anderen ab. Und wenn du im Vergleich zu den anderen eine gute Note hast, bist du auch gut!
    Und nun zum Lernen und Faulsein. Ich kann auch nur 3-4 Stunden am Tag richtig lernen. Wenn ich höre das andere 10 Stunden da dran sitzen, kann ich mir das irgendwie nicht so richtig vorstellen. Ab einem gewissen Zeitpunkt kann ich mich nicht mehr richtig konzentrieren. Vor allem bei den vielen rechnerischen Prüfungen, die ich machen musste. Deshalb mache ich lieber 3-4 Stunden hochkonzentriert durch und entspanne mich den Rest vom Tag. Das ist besser als 10 Stunden vor den Büchern zu hocken und mangels Konzentration nur einen Bruchteil des Stoffes aufzunehmen.
    Und jetzt zurück zum eigentlichen Thema. Ich glaube es ist normal, wenn man in dieser Phase des Studiums etwas unsicher wird, was die Zukunft anbelangt. Jetzt geht es ja schließlich darum das Studium hinter sich zu lassen und in den Beruf zu gehen. Das ist ein herber wechsel, vom studienalltag ins Berufsleben. Ich bin selber trotz Diplomarbeit noch nicht ganz fertig. Ich brauche noch 5 Monate Industriepraktikum. Da bin ich auch gerade am Bewerben, und das sollte kein Problem darstellen. Aber trotzdem zögere ich das unbewusst immer weiter heraus, weil ich genau weiß in ca. 6-8 Monaten werde ich dann mit der Anmeldung der DA exmatrikuliert, bekomme ein Diplomszeugnis in die Hand gedrückt und das war’s einfach. Dann muss man sich einen Job besorgen und sitzt 8 Stunden am Tag im Büro und das für die nächsten 30 bis 40 Jahre. Zwar mit einer nicht ganz zu verachtenden „Aufwandsentschädigung“, aber das ist trotzdem im Vergleich zum Studentenleben ein herber Schnitt.
    Das ist zwar eine herbe Vorstellung, aber man darf sich nicht vor der Realität verstecken. Es muss weiter gehen und es wird weiter gehen. Und als Physiker wirst du auch einen Job finden. Da schaut es ja wie bei den Ingenieuren zwar nicht super, aber im Vergleich zu den anderen einfach nur blendend aus!
    Und ein kleiner Tipp. Wenn du die Möglichkeit hast zu promovieren, dann mach das! Als Physiker sowieso, wenn du mal in die Forschung gehen möchtest. Das überlege ich mir gerade auch zu machen. Ich kenne viele Doktoranten die teilweise schon fertig sind und eigentlich sagen alle, dass das eine Erfahrung ist, die man auf jeden Fall mitnehmen sollte. Meist geht es ja an den Instituten recht locker zu, so dass das ganze sicher auch eine Menge Spaß macht. Zudem steigert es die Berufsaussichten enorm.
    Und wenn du meinst, interessante Tätigkeiten sind meist mit viel Arbeit und Verantwortung verbunden, dann hast du vollkommen Recht. Aber das sollte keine Last darstellen, sondern eine Herausforderung, die wenn es auch noch eine interessante Arbeit ist, dich glücklich machen wird.
    Sei einfach nicht so pessimistisch eingestellt und schau erhobenen und selbstbewussten Kopfes in die Zukunft. Wenn du es bis hierher geschafft hast, wirst du es auch noch weiter bringen.
    Gruß machb
     
    #18
    machb, 30 Oktober 2005
  19. Dirac
    Dirac (34)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    793
    113
    33
    Single
    Gut zu wissen, dass ich nicht der einzige bin... :smile:

    Na ja, "fast jeder so hinbekommen" ist dann wahrscheinlich auch wieder übertrieben. :zwinker: (Die würden das ja nicht als Grundlage für weitere Forschungen benutzen, wenn sich das nicht lohnen würde.) Aber im Prinzip kann ich das gut verstehen-sollte meine Diplomarbeit auch so bewertet werden, werde ich es sicher auch nicht verstehen können.
    Aber diese ständige Überschätzung, das nervt echt. :madgo: Im Seminar vom meinem Prof, das war auch wieder toll... Als er in der Vorbesprechung zu einem bestimmten Thema kam, meinte er sowas wie "Oh, this is a really complicated topic... Mr.XXX, could you do that please?" (Dass ich dann nicht Nein sagen werde ist ja klar-wäre irgendwie nicht so toll wenn ich sage, ich hab da keine Lust drauf. :schuechte ) Na klar, nur her mit dem anscheinend schwierigsten Vortrag (der zudem wie das ganze Seminar gar nix mit meinem Diplomarbeitsthema zu tun hat), ist ja alles ein Klacks für mich... :madgo: :kotz: Und letztens hat er davon schwadroniert, dass ich bei seinem nächsten Forschungsprojekt dann ja auch offiziell als Mitautor des Artikels mitwirken kann-beim aktuellen anscheinend nur nicht, "weil da schon genug Autoren draufstehen". Ach ja, beim aktuellen soll ich ja auch überlegen, ob man da vielleicht was besser darstellen könnte. Und so nebenbei soll ich auch noch "proofreading" für ihn machen, also Kapitel aus seinem noch nicht ganz fertig geschriebenen Lehrbuch lesen und auf Fehler durchsehen bzw. Verbesserungsvorschläge machen. Jessas, der hat doch einen an der Klatsche... :rolleyes2 Vielleicht sollte ich ihn mal dezent daran erinnern, dass ich bei ihm Hauptpraktikum mache-er scheint mich irgendwie mit einem seiner Doktoranden zu verwechseln. :grrr: :tongue:

    Ich erwarte keine Wunderdinge von mir, so ist das nicht-aber ich bringe ja quasi gar nix mehr an Leistung. :flennen: Heute hätte ich den ganzen Tag Zeit gehabt, sinnvolles zu tun-stattdessen dümpel ich nur rum und les ne halbe Stunde oder so nen Review Artikel.
    Aber ich weiß schon, was ich mache: Ich schalte einfach den PC gar nicht ein-oder noch besser, ich entferne das Netzwerkkabel. Dann kann ich nicht ins Internet und bin nicht wieder stundenlang mit was anderem beschäftigt. :schuechte

    In unserem Fachbereich kriegt jeder viel zu gute Noten. Oder hältst du es z.B. für normal, dass ein Prof einem Studenten nach der Prüfung bescheinigt, er habe quasi keine Ahnung, worum es in der Experimentalphysik eigentlich geht, ihm aber dennoch eine 1,7 gibt? Das ist nicht erfunden, das hat sich bei einem echt so zugetragen! Und bei dem Prof, bei dem ich mein Hauptpraktikum mache, hab ich in der Theorieprüfung auch ne relativ schlechte Leistung abgeliefert und er hat selber gesagt, dass das eigentlich allenfalls ne 1,3 war. (Selbst das wäre eigentlich noch Blödsinn, das war gar nix mit ner 1 vor dem Komma.) Als Note steht dennoch ne 1,0 im Protokoll... :rolleyes2

    Ach, und wenn ich bei dem Prüfer der einzige aus meinem Jahrgang war? So geschehen im oben beschriebenem Fall.

    Vielleicht bei den Klausuren, da mag es sowas auch hier in Dortmund geben. Aber bei den mündlichen Prüfungen fällt niemand durch, das hab ich noch nie gehört, dass das jemandem passiert ist! Wenn das passiert, dann nur in Nebenfächern, aber nie in Physik!!

    Öhm, nein. Wenn alle richtig schlecht sind und ich nur schlecht-bin ich dadurch dann gut? :zwinker: So pauschal stimmt das definitiv nicht-man müsste auch mit anderen Jahrgängen, quasi mit allen, die man je geprüft hat, vergleichen. Höchstens das könnte ein halbwegs gescheites Maß liefern.
    Ich halte einfach nix davon, Leistungen zu beschönigen. Wer schlecht ist, sollte das auch attestiert bekommen-und ne 1,0 sollte nun echt eine absolute Ausnahmenote sein.

    Ich krieg momentan nichtmal das hin... :frown:

    Über das Berufsleben mache ich mir im Moment noch gar keine Gedanken, es geht nur um den Übergang von studieren = altes Zeug lernen zu forschen = neues Zeug liefern.

    Ich möchte eigentlich nicht in die freie Wirtschaft-das reizt mich nicht die Bohne. Ich studiere, um später in der Grundlagenforschung mitzuarbeiten-und nun wächst eben die Angst, dass mir das über den Kopf wachsen wird und ich es nicht bewältigen kann. :geknickt:

    Na ja, nur wenn dann nachher ne 4 oder so bei rauskommt, davon hab ich auch nix... Ich werde es nur dann machen, wenn ich das Gefühl habe, ich kriege da ne 1 hin-und wenn mir das bei der Diplomarbeit schon nicht gelingt, dann bei einer Doktorarbeit wohl erst recht nicht.

    Das stimmt allerdings schon-ist hier auch nicht anders.

    => Und genau das nimmt jeder so selbstverständlich an und genau das ist es, was ich nicht verstehe. :grrr:

    So, und wenn ich den in die Finger kriege, der das hier mit dem nach 15min automatisch ausgeloggt sein verbrochen hat, dann gibt es nen Satz heiße Ohren. :angryfire :tongue: Regt mich jedesmal von neuem auf...
     
    #19
    Dirac, 1 November 2005

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