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ende eines wochenendes

Dieses Thema im Forum "Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches" wurde erstellt von schoko-keks, 3 Februar 2001.

  1. schoko-keks
    0
    ich hab mir gedacht, nicht einfach zu schreiben, wie ich mit meinem freund zusammengekommen bin, sondern einfach eine (ich gebs zu, hoffnungslos kitschige) kurzgeschichte von mir zu posten, die aber eigentlich... hm, den leuten mit fernbeziehung verständlich sein dürfte :smile:

    Ende eines Wochenendes

    Es beginnt zu regnen. Die herabfallenden Tropfen vermischen sich vor meinem Auge grau in grau mit dem Beton des Bahnsteiges. Ich stehe dicht an dich gedrängt, möchte deinen Geruch, deine Wärme, einfach dich, festhalten und bewahren, den Augenblick nie vorübergehen lassen.

    Noch 5 Minuten, sagt mir der Blick auf die Uhr, und das ungute Gefühl in meinem Bauch wird immer beklemmender. Verzweifelt umarme ich dich, will dich nicht loslassen, nie mehr. Und doch muss ich es, als kurz darauf mein Zug einfährt. Unangenehm quietschen die Bremsen in meinen Ohren, verstärken das Grummeln in meinem Bauch. Könnte ich doch bloß die Zeit zurückdrehen, die letzten Tage noch mal erleben, dich länger für mich haben. Eine letzte Umarmung, ein geflüstertes "Ich liebe Dich" und schon muss ich mich aus deiner Umarmung lösen und streiche noch schnell über deine Hand.

    Die Reisetasche in meiner Hand fühlt sich zentnerschwer an, obwohl nur Gepäck für 3 Tage darin ist. Ich klettere in den Zug, stelle die Tasche ab und drehe mich zu dir um, suche deinen Blick, der auf mir ruht. Wie klein und verloren du auf dem Bahnsteig ausschaust. So gerne würde ich einfach wieder aus dem Zug springen, in deine Arme laufen. Mich wärmen, dich wärmen. Dieser verzweifelte Wunsch formt sich in meinem Kopf, doch zu spät. Die Türen schließen sich mit einem lauten Klacken, und du bist durch den Schleier von Regen und Dreck auf dem Fenster kaum noch zu erkennen.

    Das Gefühl in meinem Bauch wird fast unerträglich, es steigt in meine Kehle, aber ich schlucke die Tränen herunter und versuche, zu dir zu lächeln. Ein schrilles Pfeifen, und der Zug fährt an, langsam, dann immer schneller. Ich kann dir gerade noch zuwinken, und schon bist du aus dem Blickfeld des Bahnfensters verschwunden.

    Ich schlucke noch mehrmals, drehe mich dann herum, nehme meine Reisetasche und drängele mich durch die Waggons, auf der Suche nach einem Sitzplatz. Meine Gedanken schweifen ab, ich denke an dich, das Wochenende und wünsche mich nur noch zurück, will aus dem überfüllten Zug und in deine Arme. Ich möchte gar nicht daran denken, wie es sein wird, wenn mich der Alltag zurück hat, denn das Wochenende war so unvergleichlich schön dagegen. Dein trauriger Blick geht mir nicht aus dem Kopf. So gerne hätte ich etwas dagegen getan.

    Kurz darauf habe ich einen Platz gefunden, neben mir eine alte Frau, vor mir ein Mann im Anzug, der mit seiner Zeitung beschäftigt ist. Im Gepäcknetz meine Reisetasche, eigentlich müsste mir warm sein, denn der Waggon ist beheizt, aber ich friere. Ich lächele der Frau kurz zu, lehne den Kopf ans Fenster und bin schon wieder in Gedanken bei dir. Das Wochenende zieht an mir vorbei wie ein Film. Als der Schaffner kommt und ich nach der Fahrkarte krame, fällt ein Foto von uns beiden zwischen den Bücher in meinem Rucksack hervor. Ich betrachte es lange.

    Als ich aufschaue, fühle ich mich unwohl zwischen all den Fremden im Zug und möchte nach Hause, noch lieber aber zurück zu dir, wo ich mich sicher fühlen kann. Ich krame mein Handy aus der Vordertasche meines Rucksacks, versuche meine Gedanken auf 150 Zeichen zu beschränken und lehne mich dann zurück.

    Ich suche meine Schulbücher heraus, von dem Vorsatz geplagt, wenigstens auf der Zugfahrt etwas zu lernen, aber die Buchstaben verschwimmen vor meinen Augen, die Wörter ergeben keinen Sinn, ich kann mich nicht konzentrieren und bin in Gedanken schon wieder bei dir.

    Ich schaue auf das Display meines Handys, ein Lächeln stiehlt sich auf mein Gesicht: du hast mir geantwortet.


    [Dieser Beitrag wurde von schoko-keks am 22.02.2001 editiert.]
     
    #1
    schoko-keks, 3 Februar 2001
  2. passion_love
    0
    Hallo!

    Ich weiß zwar nicht, ob es üblich ist, auf solche geschichten zu antworten, aber ich tue es jetzt jedenfalls:

    Deine Geschichte hat mich total gerührt. Nicht nur weil ich dieses Gefühl ebenfalls schon mal gespürt habe, bzw. eigentlich alle paar Wochen spüren "muss", weil mein Freund dann nach Deutschland fährt und ich hier in Wien bleiben muss, sondern weil ich das Gefühl des Abschiednehmens generell kenne.
    Du hast wirklich 1 : 1 meine Gedanken wiedergegeben; das Einzige was mir in deiner story "abgegangen" ist, waren die Tränen, die mir dann spätestens im Zug runtergeronnen wären.
    ICH HASSE ES GOOD-BYE ZU SAGEN, ABER DAFÜR IST DANN DIE ZEIT DES WIEDERSEHENS UMSO SCHÖNER!!!

    Alles Gute noch mit deinem Freund,



    ------------------
    passion_love
     
    #2
    passion_love, 22 Februar 2001
  3. schoko-keks
    0
    naja... die tränen habe ich ja wie gesagt heruntergeschluckt... hm.. bin doch ein tapferes mädchen... :smile:

    p.s.: extra für docpixel das hüpfende herz ersetzt :grin:

    ------------------
    wenn zwei menschen immer wieder die gleichen ansichten haben, ist einer von ihnen überflüssig
     
    #3
    schoko-keks, 22 Februar 2001

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