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Er will nicht zum Arzt obwohl es ihm schlecht geht.

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von sunnycatty, 20 Januar 2009.

  1. sunnycatty
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Bitte lest das, es ist mir wichtig! Habt vielen Dank!


    Mal in den Raum geworfen:
    Wie bringe ich einen Menschen dazu zu einem Arzt zu gehen? Ich weiß nicht was ich von euch hören möchte, letztendlich ist es jedem Menschen selbst überlassen ob er zu einem Arzt will oder nicht. Aber warum sind denn Menschen so "dumm" und lassen sich bei Verdacht auf Krankheiten nicht untersuchen? Warum lassen sie sich von der Angst besiegen?


    Geschichte zur Frage: Vater (56 Jahre) hat massive Herzprobleme (unten beschreibe ich gleich mal wie es ist wenn er als auf der Couch liegt), kommt aus einer "Krebs"Familie, raucht viel, etc. Meine Eltern sind getrennt. Ich lebe bei ihm. Bin 17.

    Trotz seiner Probleme war er seit Jahren bei keinem Arzt, hat noch nie eine Krebsuntersuchung gemacht etc. Er weigert sich, wird sauer wenn ich das Thema Arzt anspreche. Dann sagt er wenn er stirbt, dann weil ihm Leute wie ich Stress machen er solle zum Arzt (meiner Meinung nach ein Vorwand)
    Es tut mir weh wenn ich ihn immer wieder (in letzter zeit öfters!)auf der Couch liegen sehe mit Atemproblemen und Herzschmerzen. Er schaut mich dann nur an mit seinen Augen, sagt nichts mehr bzw. nur leise/undeutlich. Ich muss heulen habe dann furchtbare Angst und bin alleine. Blöderweise habe ich zuerst gefragt ob ich einen Krankenwagen holen soll (ich war so unsicher) und er schaut mich entsetzt an und tut so (ich glaube was jetzt kommt, war übetrieben:smile: als ginge es ihm DESWEGEN, weil ich einen ARZT HOLEN wollte, nun ganz schlecht.
    Bis jetzt ging es ihm nach einigen Stunden immer wieder besser, dann konnte er wieder aufstehen und hat nichts anderes als seinen Job im Kopf (unten dazu mehr)
    Ich finde es nicht ok, dass es nicht auf seine Gesundheit achtet, er ist der wichtigste Mensch für mich (mutter ist mit ihrem neuen macker nach spanien abgehauen) und ich möchte nicht dass es ihm so schlecht geht. Er ist 56 und immernoch gibt es kaum etwas wichtigeres als seine Job. Erste Sorge immer: "Wenn ich ins krankenhaus käme, dann könnte ich nicht mehr arbeiten gehen." SO sagt er es wörtlich... und dann sagt er dass er keine zeit hat zum arzt zu gehen. aber für andere sachen (zb zahnarzt, pokerabend :mad:) hat er immer zeit. ja er geht zum zahnarzt, aber nicht zum allgemeinarzt. (meine theorie: zahnartz kann "Nur" löcher feststellen und das ist schnell geheilt und nicht bedrohlich, bei einem allgemeinartz sieht das schon ander aus, wenn ihr wisst wie ich meine)

    - Ich habe ihn mal angemeldet bei einem Arzt. er hatte einen Termin ist aber nicht hin (hat ihn abgesagt). Nur bei diesem verdammten Thema ARZT blockt er ab (nicht zahnarzt augenarzt etc. meine theorie: diese ärzte sind harmlos: ein loch ihm zahn oder eine sehschwäche sind nicht gefährlich, wenn ihr wisst wie ich meine) ein allgemeinmediziner kann u.U. Krankheiten feststellen und ich glaube davor hat er Angst. Seine Eltern sind auch früh gestorben (Krankheiten, keine Unfälle)

    - Ich habe ihm heulend gesagt wie wichtig er mir ist und dass ich mir Sorgen mache. Er hat auch geheult. (Er heult eigentlich nie) aber zu einem Arzt o.Ä. ist er trotzdem nicht.

    Wie kann ich ihm helfen?
    Übertreibe ich?
     
    #1
    sunnycatty, 20 Januar 2009
  2. Naja, ich denke das wichtigste ist wohl, rauszufinden, warum er nicht zum Arzt und will und da fragst du am besten mal deinen Vater direkt.
     
    #2
    Chosylämmchen, 20 Januar 2009
  3. Mìa Culpa
    Gast
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    ....
     
    #3
    Mìa Culpa, 20 Januar 2009
  4. D-Man
    D-Man (30)
    Meistens hier zu finden
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    in einer Beziehung
    Der Grund warum viele Menschen nicht zum Arzt gehen ist eigentlich ganz einfach. Sie müssen sich dann damit auseinander setzen, dass es sie auch treffen kann, und dass sie möglicherweise ernsthaft krank sind und unter sich möglicherweise durch diese Krankheit ihre Lebensumstände drastisch ändern, oder sie sogar daran sterben können.
    So lange sie aber nicht beim Arzt waren, existiert die Krankheit nicht wirklich und kann auch nicht in ihr Leben eingreifen.


    Da kannst du eigentlich rein gar nichts machen... ausser ihm versuchen zu verdeutlichen, dass du Angst um ihn hast und wie wichtig es dir wäre, dass er das mal untersuchen lässt.
     
    #4
    D-Man, 21 Januar 2009
  5. mdotm
    mdotm (33)
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Ist das vielleicht eine psychische Komponente?

    Ich z.B. meide Ärzte ebenfalls wie der Teufel das Weihwasser. Früher im Jugendalter war es so schlimm, dass mir meine Mutter erst einen Tag vor dem Termin (den sie ausgemacht hat) Bescheid gegeben hat, weil ich richtiggehend aggressiv wurde wenn es um das Thema Arzt ging. Ich habe dann Dinge von mir gegeben die völlig unangemessen waren und mir im Nachhinein leid taten. Wohlgemerkt bei so Kleinigkeiten wie Impfung, Blutentnahme, etc.

    In Krankenhäusern fühle ich mich extrem unwohl, weshalb ich Besuche dort so kurz wie möglich gestalte oder mich währenddessen permanent ablenke.

    Die Ursache ist bei mir wohl eine Art "Spritzenphobie". Bei meiner letzten, immerhin schon fast 5 Jahre zurückliegenden, Blutentnahme wurde mir danach schwarz vor Augen und ich wäre fast umgekippt, beim Anblick von Infusionen wird mir schlecht und/oder schwarz vor Augen. Impfen oder Injektionen sind grenzwertig, werden aber subjektiv als nicht so schlimm empfunden wie eine Entnahme.

    Alleine das Denken an solche Situationen ist mir unangenehm, weshalb es mir sehr, sehr schlecht gehen muss bevor ich freiwillig zum Arzt gehe. Könnte ja sein dass er zur Diagnose Blut abnehmen muss und das gilt es zu vermeiden...

    Ich weiß selbst dass das rational gesehen grob fahrlässig ist, aber in solchen Momenten denke ich nicht rational. Wenn man nicht davon betroffen ist kann man sich das nicht vorstellen - das ist nicht einfach nur Angst die wohl jeder in gewisser Weise mehr oder wenig vor einem Arztbesuch hat, das ist viel schlimmer.

    Da schiebt man trotz starker Schmerzen den Anruf oder den Besuch beim Arzt solange wie nur irgend möglich hinaus. Für Außenstehende ist das verständlicherweise völlig unlogisch.

    Sprich deinen Vater doch mal ruhig darauf an warum er nicht zum Arzt möchte. Das kann alle möglichen Gründe haben, aber ich denke er weiß selbst dass es keine Alternative zum Arztbesuch gibt. Bei mir hilft auch heute noch der "sanfte Druck" meiner Mutter wenn ich mal wieder einen Arztbesuch vor mir her schiebe (ich werde dann auch nicht mehr aggressiv :zwinker: ). Eventuell braucht dein Vater das auch. Mach nicht einfach nur einen Termin aus, sondern nimm dir für die Zeit des Termins frei und fahr ihn persönlich vorbei.

    P.S.: Übrigens habe ich mit dem Zahnarzt seltsamerweise ebenfalls keine Probleme, auch nicht was die Betäubungsspritzen und die Behandlung selbst angeht. Selbst das Ziehen aller 4 Weisheitszähne unter örtlicher Betäubung sowie die Schmerzen danach empfand ich subjektiv als weniger unangenehm als die oben angesprochene Blutentnahme 1 Jahr zuvor. Woran das liegt kann ich auch nicht sagen, ist aber eigentlich sehr seltsam.
     
    #5
    mdotm, 21 Januar 2009
  6. drusilla
    Verbringt hier viel Zeit
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    14
    vergeben und glücklich
    Es gibt meiner Meinung nach noch weitere Gründe, nicht zum Arzt zu wollen, als "nur" die Angst vor der Diagnose.
    Ich selbst leide an einer gewissen Form der Iatrophobie (Angst vor Ärzten). Bei mir ist der Grund, dass ich es nicht ausstehen kann, mich ausziehen zu müssen und/oder angefasst zu werden.
    Beim Frauenarzt war ich einmal und nie wieder, beim letzten Arztbesuch (von meiner Mutter arrangiert) hab ich zitternd im Raum gestanden, den Tränen nahe.
    Beim Zahnarzt ist das alles kein Problem, der kümmert sich nur um den Mundraum. Augenarzt wär auch ok, denke ich. Allgemeinmediziner nicht.

    Wie du am besten mit deinem Vater umgehst, weiß ich nicht. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass es andere Gründe für seine Verweigerung geben kann. Wenn du mich auf schlimme Krankheiten hinweist, schlafe ich kaum vor Angst, aber das bringt mich so schnell leider nicht zum Arzt.

    Zu der Situation auf der Couch würde ich allerdings beinahe schon sagen, ruf mal den Notarzt. Wenn es schon so schlimm ist in dem Moment, dann kann es ja vielleicht auch mal ein Infarkt sein, oder etwas Ähnliches.
    Wenn mein Freund den Notarzt rufen würde, wenn ich starke Nierenschmerzen oder Blut im Urin habe (als Beispiel, denn ich bin nierenkrank), dann wär ich ihm auch nicht wirklich böse.
     
    #6
    drusilla, 21 Januar 2009
  7. User 48403
    User 48403 (47)
    SenfdazuGeber
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    nicht angegeben
    Andere Frage: Hat oder hatte er sonst noch häufige gesundheitliche Probleme im Laufe seines Leben? Wenn er sonst immer gesund war, kann seine Abneigung, einen Arzt zu konsultieren, einfach nur die Angst sein, dass nach einem Problem das nächste kommt und irgendwann als Pflegefall endet.
    Bei meiner Grossmutter war es ähnlich. Zwar war sie dann und wann mal zum Arzt gegangen, aber hatte sich nie an seine Anweisungen gehalten, z.B. mit dem Rauchen aufzuhören oder zumindest kürzer zu treten (sie rauchte zwei Schachteln/Tag). Sie ist dann mit 78 an Raucherlunge gestorben.
    Nun bin ich selbst quasi seit meinem ganzen Leben in regelmässiger ärztlicher Behandlung und hab auch schon manches hinter mir und hab immer noch mit vielen Gebrechen zu kämpfen, und hab auch immer wieder Angst, wegen irgendeiner Sache zum Arzt gehen zu müssen, weiss aber auch, dass ich nicht daran vorbei komme. Ich hab akzeptiert, dass ich nicht über das gleiche gesundheitliche Spektrum wie andere Leute verfüge und daher die regelmässigen Untersuchungen zu meinem Leben gehören. Würde ich diese ignorieren, käme das russischem Roulette gleich.
    Ich sehe das Ganze also aus einer völlig anderen Perspektive, aber ich glaub, man muss auch selbst mal damit konfrontiert, um soweit denken zu können, dass bei einem Ernstfall gar nicht erst überlegt werden soll, ob man zum Arzt muss oder nicht.
    Denn wenn man zu Entscheidung erst noch Zeit benötigt, kann es unter Umständen schon derweil zu spät sein.

    Ich weiss nicht, ob Du was an der Uneinsichtigkeit Deines Vaters ändern kannst. Ich konnte meine Grossmutter damals auch nicht umstimmen, so sehr ich mich auch bemüht hatte.

    Ich wünsche Dir, dass bei ihm irgendwann der Moment kommt, wo sich der Schalter im Verstand umlegt und er sich zum Arztbesuch aufrafft.
     
    #7
    User 48403, 22 Januar 2009
  8. Kaya3
    Kaya3 (33)
    Sehr bekannt hier
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    nicht angegeben
    Hallo,

    also ich kenne das auch ähnlich von meinem Vater, der auch ein Risikokandidat für Krebs und Herzinfarkt ist (Raucher, übergewichtig, seit Jahren ohne Untersuchung, etc etc).
    Ich hab dafür auch kein Verständnis, aber im Grunde kann ich derzeit nichts machen, er riskiert halt sein Leben.
    Allerdings, muß ich ehrlich sagen (und ich will dir keine Angst oder Vorwürfe machen), hört sich die Situation(en) die du beschrieben hast, doch schon recht krass an und ich glaube, ich hätte unter den Umständen einen Krankenwagen gerufen.
    Mal abgesehen davon, dass doch der dringende Verdacht besteht, dass etwas mit ihm nicht stimmt, wenn er halt Risikokandidat ist und schon mehrere solcher "Anfälle" hatte, bei denen er nicht aufstehen und nur schlecht reden kann, ist das doch auch die Gelegenheit für dich, etwas zu unternehmen.
    Ich sehs auch ein bißchen so: Wenn er nicht mehr in der Lage ist, so etwas zu entscheiden oder man ernsthaft annehmen muß, dass er in einer akuten Situation halt nicht zu seinem Besten und definitiv selbstzerstörerisch handelt, bist du doch die nächste Verwandte, die entscheiden muß.
    Ich würde ihn wohl fragen, ob er einen guten Grund hat, nicht zum Arzt zu gehen und ob der Grund gut genug ist, dass er zu Hause sterben möchte (was ja anscheinend das ist, was du befürchtest) und ob du ihn dann da liegen lassen sollst, wenn etwas passiert. (und ob er dir ernsthaft so etwas antun will, mal abgesehen von emotionalen Schäden, bist du am Ende noch wegen unterlassener Hilfeleistung oder sowas dran).
    Ansonsten würd ich einfach den Krankenwagen rufen, sobald dein Vater das nächste Mal entsprechend schlimm aussieht. Auch gegen seinen Willen. Für mich wäre das der einzige Handlungsweg in so einer Situation.
    Ihr könnt euch danach immernoch darüber auseinandersetzen, ob er deswegen nun sauer ist oder nicht. Aber das scheint ja lebensbedrohlich zu sein, das ist wesentlich wichtiger.

    Übrigens, hab ich aus deinen Erzählungen fast das Gefühl, dass er ahnt, dass er etwas hat. Ist ja auch naheliegend, wenn er so krank ist. Vielleicht will er es einfach nicht wissen. Aber das ist meines Erachtens kein Grund, ihn einfach sich selbst zu überlassen.


    Alles Gute,
    Kaya
     
    #8
    Kaya3, 23 Januar 2009

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