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Er wirkt völlig überfordert und ich weiß nicht weiter

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von SottoVoce, 9 November 2007.

  1. SottoVoce
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    Es geht um meinen Sohn. Ich weiß nicht genau, ob das ins Kinder-Kneipchen gehören würde, aber das ist schon ein richtiger Kummer, den ich hab, daher setz ichs jetzt mal hier rein. Wenns falsch ist - bitte verschieben!

    Mein Sohn wird Anfang Dezember 7 Jahre alt und ist im September in die Schule gekommen. Alles fällt ihm total leicht, er lernt schnell, er liest die Buchstaben, die er kennt, überdurchschnittlich flüssig und tut sich total leicht damit und rechnen tut er sowieso schon länger von sich aus. Das Schreiben findet er ein bisschen ätzend, weil das sowas wie malen ist und malen mag er ja auch nicht, aber seit er ganze Wörter und sogar schon kleine Sätze schreiben kann, findet er das auch okay.

    Aber er hasst die Schule. Ich verstehe absolut nicht, wieso, weil er mit einem Freund dort ist, mit dem er sich super versteht, sie von niemandem geärgert werden (sagen beide Jungs übereinstimmend und auch die Lehrerin hat nichts beobachtet) und ihm der Stoff und das Lernen ja auch total leicht fallen. Jeden Morgen ist es ein Kampf, dass er rechtzeitig fertig wird, um hinzugehen und wenn er mittags heimkommt, ist er so angespannt und unter Strom, dass er absolut unausstehlich ist. Aggressiv, heult sofort los, kriegt ganz schnell Trotz- und Wutanfälle und mich-hat-doch-eh-keiner-lieb-Ausbrüche, ist quengelig und unausgeglichen.

    Normalerweise ist er tagsüber bei meiner Mutter, die mir von dem Problem schon Ende September erzählt hat. (Ich bin berufstätig, daher kann ich ihn tagsüber nicht betreuen) Da dachten wir noch, das würde sich wieder geben. Anfang Oktober bestand das Problem immer noch, nach ungefähr einem Monat Schule. Sie ging daraufhin in die Sprechstunde zur Lehrerin und wollte einfach mal nachfragen, wie sie den Kleinen so empfindet. Die Lehrerin sagt, er wirkt in der Schule fröhlich und vergnügt, hat anscheinend Freude am Unterricht und ist gut in die Klassengemeinschaft integriert. Sie hat den Eindruck, dass er sich mit Stillsitzen und Leisesein sehr schwer tut, aber ansonsten klappt es prima und sie war wirklich VÖLLIG überrascht von dem, was meine Mutter ihr erzählte, wie der Kleine daheim drauf ist. Sie meinte, das würde sich wieder geben, er würde sich gewöhnen.

    Jetzt ist noch ein Monat rum und weil ich gerade Urlaub habe, hab diese Woche ich die geballte Ladung abbekommen. Es ist wirklich kaum auszuhalten. Er wirkt nachmittags, wenn er aus der Schule kommt, wie ein gespannter Bogen und ein bisschen und dann geht er an die Decke. Seine Nase läuft, ich mach ihn drauf aufmerksam, dass er sie putzen soll, er schreit sofort los, er habe sie aber eben erst geputzt und überhaupt "Ich WILL aber nicht!!!", er ist aggressiv und wütend beim kleinsten bisschen, schreit JEDES Mittagessen aus irgendeinem anderen Grund herum und wirkt einfach völlig unausgeglichen und unglücklich.

    Ich bin echt mit meinem Latein am Ende. Gestern hab ich ihn nach dem Essen eine Runde um den Block rennen lassen und ihm gesagt, er soll dabei mal laut schreien, dann müsse er das nicht immer im Zimmer tun. *g* Als er wiederkam, war er außer Puste, immer noch schlecht gelaunt, aber nicht mehr ganz so aggressiv.

    Ich finde es wirklich schwierig. Er wirkt, als sei er mit der Schule völlig überfordert und all sein Verhalten würde auch Sinn geben, wenn es so wäre, aber so IST es ja nicht. Er tut sich mit allem doch so leicht! Ich weiß einfach nicht, wie ich ihm helfen kann, und momentan zerrt er mit seinem Verhalten so an meinen und an den Nerven meiner Mutter, dass wir auch ständig mit ihm schimpfen (auch teilweise wirklich MÜSSEN, weil er lauter Unfug auf einmal macht - Bettkasten mit Edding anmalen zum Beispiel! :eek:). Das macht ihn natürlich auch nicht ruhiger und ausgeglichener, aber wir sind halt auch keine Übermenschen...

    Hat hier irgendjemand einen Rat, wie man ihm die Schule erträglicher machen kann? Wie er lernen kann, GERN hinzugehen? Und wie man seinen aufgestauten (negativen) Gefühlen mittags am besten begegnen könnte, ohne dass man sich ständig in die Wolle bekommt? Ich bin echt für jeden Tipp dankbar...
     
    #1
    SottoVoce, 9 November 2007
  2. glashaus
    Gast
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    Hach, das ist schwierig, da was zu raten, weil es ihm ja anscheinend dann doch gefällt, wenn er erstmal da ist.

    Was machen die Kinder denn in den Pausen? Toben die sich draußen aus? Rennen, spielen Ball, was weiß ich?
    Ich kann mir vorstellen, dass der Keks sich vielleicht extra-doll austoben muss, wenn ihm stillsitzen und zuhören, leisesein usw. schwer fällt?
    Merkt er denn ansonsten selbst, dass er schlecht gelaunt ist, wenn er Mittags nach Hause kommt? Oder macht es ihm vielleicht ein Problem dass du jetzt nicht mehr so häufig zu Hause bist? Und er quasi die Schule als Grund dafür ansieht?

    Hm, ich merk schon, was RICHTIG schlaues fällt mir auch nicht ein. Hast du Kontakt zu anderen Müttern, die ähnliche Probleme haben?
     
    #2
    glashaus, 9 November 2007
  3. *Gelini*
    *Gelini* (28)
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    nicht angegeben
    Hallo :smile:

    Ich weiß nicht ob ich dir helfen kann...aber mein Tip wäre gewesen, IHN mal zu fragen, wie es ihm in der Schule geht, wieso er so gereizt ist. Oder habt ihr darüber schonmal ein (ruhiges) Gespräch geführt? Er sollte doch am Besten wissen, was ihn stört oder evtl. nervt und traurig macht.

    Weil wenn er ja scheinbar keine Probleme mit dem Schulstoff und den Klassenkameraden hat, dann muss der Haken irgendwo anders sein...

    Ich hoffe, dass ihr das wieder hinkriegt :smile:
     
    #3
    *Gelini*, 9 November 2007
  4. User 37284
    User 37284 (31)
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    vergeben und glücklich
    Ich finde es irgendwie merkwürdig, dass er ja in der Schule selbst sehr fröhlich zu sein scheint. Es irritiert mich ein wenig, dass die Lehrerin sagt, er sei wirklich immer gut gelaunt und es gefalle ihm aber wenn er nach Hause kommt, steht er so unter Strom :ratlos:

    Inwiefern meinst du, dass er sehr gut mit dem Stoff klarkommt und ihm alles so leicht fällt? An was merkst du das denn konkret?

    Das er morgens nicht gern zur Schule geht, könnte man daraus schließen, dass er sich dort womöglich einfach langweilt und es ihm keinen Spaß macht, solche Kinder gibt es immer wieder aber dann stellt sich natürlich die Frage, weshalb er so schlecht gelaunt ist wenn er nach Hause kommt und weshalb er in der Schule einen so entspannten Eindruck macht, das widerspricht sich ja vollkommen :ratlos:

    Hat dein Sohn denn mehrere Lehrerinnen oder nur eine Klassenlehrerin, die den ganzen Unterricht übernimmt?
     
    #4
    User 37284, 9 November 2007
  5. Cinnamon
    Cinnamon (30)
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    vergeben und glücklich
    Hm, ich kann dir nur die Geschichte von meinem kleinen Cousin erzählen...

    Ihm viel auch alles sehr leicht und zu hause wirkte er immer völlig unausgeglichen. Konnte ihm jemand seine Fragen nicht beantworten, wurde er ziemlich wütend und man merkte ihm an, dass er unzufrieden war. Geärgert wurde er in der Schule jedoch auch nicht o.ä., aber nach ner Zeit hat sich dann rausgestellt, dass er überdurchschnittlich intelligent ist und er einfach unterfordert war und daraus dann diese Unausgeglichenheit resultierte...
     
    #5
    Cinnamon, 9 November 2007
  6. User 37284
    User 37284 (31)
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    vergeben und glücklich
    Das glaube ich in diesem Fall aber nicht, weil es ihm ja in der Schule gut gefällt und er fröhlich ist. Das widerspricht sich ja irgendwie..
     
    #6
    User 37284, 9 November 2007
  7. Larissa333
    Gast
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    Vielleicht solltest du ihn mal fragen, was er an der Schule gerne mag, was nicht so, und was ihm gar nicht gefällt.
    Somit würdest du vielleicht einen Tip bekommen, an was es liegen könnte.

    Anosnten wäre mein Rat, ihn vielleicht nach der Schule immer erstmal zum Spielen/Toben zu schicken für eine bestimmte, abgemachte Zeit (zb halbe Stunde). Vielleicht hilft ihm das, sich nach der Schule etwas zu entspannen.

    Haben die kleinen schon viele Hausaufgaben auf? Macht er die gerne? Helft ihr ihm bei den Hausaufgaben
    Vielleicht fühlt er sich ja von den Hausaufgaben überfordert, eingeschränkt (zb in der Freizeit).
    Es könnte ja sein, dass er den ganzen Weg nach Hause denkt: "boah, und jetzt erst noch Hauaufgaben machen, och ne, das kotzt mich an."
    Dass man dann schlecht gelaunt ist, ist ja klar.

    Ich hoffe,ihr findet heraus, an was es liegt, und dass ihr die Situation in den Begriff bekommt.

    Grüß mein kleines Mäuschen mal von mir :zwinker:
     
    #7
    Larissa333, 9 November 2007
  8. User 15499
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    Mein Bruder war genauso, in der Grundschule. Wollte nicht hingehen, hat rumgemotzt, geheult und getreten, wenn es morgens ans losgehen ging. Ihm ist alles leicht gefallen, er konnte schon rechnen und auch ein bißchen lesen und schreiben. Deshalb hat er sich gelangweilt und hat nicht eingesehen, warum er da hingehen soll. Er war in der Schule dann, so wie dein Kleiner auch, gut gelaunt, aber ihm war langweilig, sodaß er auf jede Provokation angesprungen ist (er hatte damals schulterlange Haare, sah aus wie "der kleine Lord" und alle haben ihn deswegen gehänselt und Mädchen genannt. Jetzt ist das modern :zwinker: ) und angefangen hat, sich zu schlagen, wo es nur ging.
    Daraufhin haben meine Eltern ihn testen lassen und nach eingehenden Gesprächen mit einem Psychologen und nach einem wirklich erschreckendem Film im Fernsehen, der den weiteren Weg hochbegabter Kinder, die nicht gefördert und, ganz wichtig, gefordert wurden, gezeigt hat, ihn ein Schuljahr springen lassen.
    daraufhin ging es ihm wirklich besser!
    Er war ausgeglichener, deutlich weniger aggressiv, ist gerne in die Schule gegangen und hat auch seine Hausaufgaben ordentlicher gemacht!

    Vielleicht überlegst du es dir doch und läßt ihn einfach mal testen. Das tut ihm nicht weh und vielleicht stachelt das seinen Ehrgeiz auch an. Er schien sich ja wirklich zu langweilen, solange sie keine Sätze schreiben durften.
    Dann weißt du einfach, ob er vielleicht eher unter- als überfordert ist und kannst entsprechend reagieren.

    Du bist ja auch sehr intelligent, deshalb finde ich den Gedanken nicht unbedingt aus der Luft gegriffen :zwinker:
     
    #8
    User 15499, 9 November 2007
  9. SottoVoce
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    Danke für die vielen Antworten. :smile: Das ist jetzt zwar vergleichsweise ein "kleines" Problem, aber der Keks tut mir einfach auch schrecklich Leid und ich möcht ihm gern helfen. Und mich dauernd mit ihm streiten, bis er bitterlich weint und ich ihn lange trösten und in den Arm nehmen und ihm tausendmal versichern muss, dass ich ihn liebe, das ist dauerhaft irgendwie auch nicht so das Wahre, glaub ich... :ratlos:

    Ich antworte mal nacheinander:

    Sie MÜSSEN raus in den Pausenhof, außer es regnet. Ich glaube, sie rennen da schon viel, da gibts ein auf den Boden gemaltes Labyrinth und sie spielen bestimmt fangen. Muss ihn mal fragen, genau weiß ichs nicht. Aber ich weiß jedenfalls, dass sie herumflitzen.

    Zum Ausgleich ist er auch noch einmal die Woche im Fußballtraining und hat samstags meistens ein Spiel, also auch nochmal körperliche Betätigung. Nach den Hausaufgaben spielt er auch viel im Freien, wenn das Wetter es zulässt (also immer dann, wenn es nicht gerade in Strömen regnet *g*).

    Halb/halb. Er sagt morgens, dass Schule blöd ist und er da nicht hin will und nur deshalb so schlechte Laune hätte. Mittags, wenn er dann daheim ist, ist in seinen Augen immer nur der kleine Aufhänger Schuld, weshalb er austickt, sei es das Naseputzen oder das Hausschuheanziehen oder dass es ein Essen gibt, das er nicht so mag oder dass er mal 2 Minuten nicht reden darf, weil ich geschwind mit jemand anderem rede. Er gibt dann immer der jeweiligen Situation oder eben mir die Schuld, dass er so ausrastet. Er sagt dann "Wenn DU nicht immer sagen würdest, dass ich Naseputzen muss, dann würde ICH nicht immer rumschreien, Naseputzen ist einfach doof!!!", oder was eben auch immer zur Situation passt. Wenn mann dann fragt, wieso er so schlechte Laune hat, kommt als Antwort: "Weil ich immer Naseputzen und machen muss, was Du mir sagst und das WILL ich einfach nicht!" - er ist also aus Prinzip gegen alles und das ist seiner Meinung nach der Grund für die schlechte Laune.

    Ich hab immer eigentlich irgendwie gearbeitet. Als er 1 Jahr alt war, wars erst die Schule, als er dann 3 war, wars das Studium, dann war ich zwar ein halbes Jahr daheim, hab da aber dreimal die Woche Nachhilfe gegeben, da war er auch bei meiner Mutter. Und ich arbeite schon wieder seit 1. Juni und seine schlechte Laune und Aggressionen haben erst angefangen, als er Anfang September in die Schule kam, also 3 Monate später.

    Nein, ich kenne gar keine. Sein kleiner Freund, mit deren Mutter ich öfter rede, ist zwar wohl auch erstmal immer überdreht, wenn er heimkommt, aber das gibt sich bis nach dem Mittagessen, dann ist er normal. Der Keks ist die ganze Zeit so angespannt, nur am Wochenende oder abends beim Kuscheln fühlt man, dass er etwas ausgeglichener wird.

    Ich hab ihn schon mehrmals gefragt, wieso die Schule doof sei. Dann zuckt er die Schultern "Ist halt doof.". Ich frage dann weiter "Aber WARUM denn? Was IST denn doof?", dann kommt "Ach, alles halt, ich mag die Schule halt nicht". Wenn ich dann weiterbohre und vorschlage, die Lehrerin sei es oder die Mitschüler oder ob er was nicht verstanden hat oder ein Fach nicht mag oder was weiß ich, dann ist er immer voll verständnislos. Die Lehrerin sei lieb, die Mitschüler wären lustig, er hat alles verstanden, aber mögen tut er gar nichts und die Schule ist halt doof.

    Das hilft mir echt überhaupt nicht weiter. :ratlos:

    Ich persönlich (so rein als Vermutung) denke, dass ihm besonders das Leisesein schwer fällt und er da auch öfter ermahnt wird, weil er auch hier daheim nie die Klappe halten kann und jedem ständig ins Wort fällt, obwohl er das inzwischen längst wissen müsste, dass man andere aussprechen lässt... Aber wie er sich da dran gewöhnen soll, ist mir schleierhaft, denn wie gesagt, das klappt hier bei uns auch nicht. :ratlos:

    Ich hab das schon fast vermutet, denn wenn es dann wirklich losgeht zur Schule, geht er wirklich gern hin. Er rennt dann auf seinen Freund zu, wenn sie sich treffen, sagt mir kaum richtig tschüß (dafür ist keine Zeit mehr *g*) und dann rennen sie los zur Schule. Sie RENNEN den ganzen Weg, damit sie AUF JEDENFALL rechtzeitig da sind, dabei gehen sie wirklich superfrüh los und hätten Zeit, gemütlich zu bummeln. Es wirkt, als könnten sies kaum erwarten, dass es losgeht.

    Er erzählt auch zwischendrin mal wirklich begeistert, was sie gemacht haben (mit der Taschenlampe im dunklen Klassenzimmer ihre Jacken angefunzelt, um zu gucken, ob die Reflexstreifen haben, zB *g*) und ist sehr stolz auf das, was er schon gelernt hat und demonstriert das auch total gerne. Also er lehnt nicht wirklich die ganze Schule ab, sonst würde er ja nicht freiwillig alle Wörter, die er überhaupt finden kann und die aus Buchstaben bestehen, die er kennt, versuchen zu lesen. :ratlos:

    Bei Lesehausaufgaben liest er die Worte sehr schnell flüssig vor, auch wenn man sie durcheinander lesen lässt, er das also nicht nur auswendig weiß, sondern wirklich lesen muss. Das fällt ihm leicht. Man kann mit bekannten Buchstaben auch neue Wörter oder ganze Sätze bauen, das kann er dann auch lesen ("Timo malt Lotta mit Oma. Lotta ist im Tal. Oma ist alt."). Er bastelt erst die Buchstaben aneinander und wiederholt dann das ganze Wort und beim Wiederholen schon versteht er, was das heißen sollte.

    Bei seinem Freund, der mit ihm zur Schule geht, ist das wohl ganz anders. Der hat wohl schon extreme Mühe, die Buchstaben überhaupt zu verbinden zu einem Wort und wenn er das dann vorliest, VERSTEHT er nicht, was er da liest.

    Neulich hatten sie eine Art "Test" (jedenfalls musste ich das dann unterschreiben). Da haben sie zum Beispiel von verschiedenen abgebildeten Dingen den Anfangsbuchstaben hinschreiben müssen und alle Anfangsbuchstaben in der Reihe gaben dann ein Wort und das mussten sie dann wiederum malen. Oder gemalte Dinge mit den passenden geschriebenen Wörtern verbinden und sowas halt. Er hatte 56 von 56 Punkten und die Lehrerin hatte ein "Sehr gut, [Name vom Keks]" und einen Smiley hingemalt.

    Auch bei den Hausaufgaben merkt man es ja, er macht sie gut und so gut wie fehlerfrei. Wir lassen ihn die Aufgaben selbst machen und kontrollieren nur hinterher, während er Hausaufgaben macht, mischen wir uns nicht ein. Man merkt dann schnell, wenn er was nicht können würde, aber das geht alles hervorragend.

    Ja, außerdem konnte er vorher nicht lesen, das lernt er erst jetzt, also glaub ich jetzt nicht so sehr, dass er sich langweilt. Nur in Mathe, aber da üben sie Buchstaben schreiben und DAS konnte er bislang ja auch nicht (nur rechnen ohne schreiben *g*). Ich glaub nicht, dass es langeweile ist.

    Er hat die Klassenlehrerin in Deutsch, Englisch, Mathe, Heimat- und Sachunterricht und Sport. Ansonsten hat er für Religion eine andere Lehrerin. Er mag beide Lehrerinnen.
     
    #9
    SottoVoce, 9 November 2007
  10. Chielo
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    Wirklich eine sinnvolle Idee hab ich auch nicht :ratlos:

    Dass es ihm Probleme macht leise zu sein und still zu sitzen könnte schon sein, das wird er bestimmt auch noch lernen, da braucht er einfach noch bischen Zeit. Aber irgendwie glaube ich nicht so wirklich dass das alleine der Grund für sein Verhalten sein kann.

    Was mir noch eingefallen ist, hört er denn jetzt eigentlich wieder richtig? Oder könnte es sein dass es für ihn einfach auch sehr anstrengend ist wenn er den ganzen Vormittag zuhören muss :ratlos: Immerhin hatte er da ja mal Probleme mit...
     
    #10
    Chielo, 9 November 2007
  11. SottoVoce
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    Das ist eine gute Idee, das probiere ich mal (erhoff mir jetzt aber nicht soviel davon, weil er sicher sagen wird, dass gar nichts gut und alles doof ist :rolleyes:).

    Das darf er. Auf dem Heimweg ist er auch noch meistens vergnügt, und beim Spielen auch noch. Wir achten drauf, dass er immer mindestens ne halbe Stunde noch für sich hat. Er kommt dann oft in die Küche zum Reden und Erzählen, spielt aber auch viel ruhig und alleine in seinem Zimmer. Das erste Geschrei gibts dann aber schon, wenn man ihn zum Essen ruft, weil er "gar keinen Hunger" hätte. :ratlos: Und dann isst er aber mindestens 2 Teller.

    Er macht keinen Aufstand, wenn er sie machen muss, das ist schon viel. *g* Wenn man ihn fragt, sagt er "wir haben heute soundsoviel Sachen auf, das ist nicht soviel, wir hatten schonmal SECHS Sachen auf!". Scheint das ganze also nicht so negativ zu sehen.

    Er weiß auch immer genau, was er machen muss. Wir lassen uns zeigen, was er auf hat und erklären, was er da machen muss und dann lassen wir ihn in Ruhe arbeiten. Danach schauen wir drüber, ob er sorgfältig gearbeitet hat, aber das ist eigentlich kein Problem, das macht er sehr gewissenhaft.

    Er ist allerdings ziemlich leicht abzulenken und sehr unkonzentriert dabei, 5 Minuten arbeitet er toll, dann muss er einen ganz spitzen Stift unbedingt spitzen, kaut an seinem Bleistift und guckt 10 Minuten aus dem Fenster. Dann macht er weiter. Meine Mutter und ich haben ihn anfangs immer angetrieben, aber darauf reagiert er allergisch. Also lassen wirs ihn jetzt im eigenen Tempo machen und das klappt dann eigentlich auch sehr gut, wie gesagt, er macht alles richtig und sehr ordentlich.

    Das bestimmt, Spielen wäre ja viel schöner. An den Aufgaben führt trotzdem kein Weg vorbei...

    Auf dem Heimweg hat er meistens noch gute Laune, die schlechte kommt erst so ungefähr beim Essen oder wenn man ihn bittet, irgendwas zu tun (Naseputzen, aufs Klo gehen, damit er dann nicht während dem Essen wegrennen muss, Händewaschen).

    Mach ich. :zwinker:
     
    #11
    SottoVoce, 9 November 2007
  12. D!883Z
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    Hab mir jetzt nicht die ganzen anderen Beiträge durchgelesen,
    aber

    wäre es vllt möglich das er unterforder ist ?
    So wie du beschreibst wie einfach ihm alles fällt, klar ist die 1. Klasse nicht schwer....aber so einfach wie du das beschreibst... ?


    Ich kann nur soviel sagen das ich in dem Alter genauso war, aber das hat bei mir eine andere Vorgeschichte.
     
    #12
    D!883Z, 9 November 2007
  13. SottoVoce
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    Darin erkenne ich ein bisschen den Keks wieder. Er schlägt nicht, er ist eher der Klassenclown, hab ich so den Eindruck. Er macht ständig Unsinn, wenn ich seine Erzählfetzen und die seines Freundes und die der Lehrerin richtig zusammensetze (sie hat nichts dergleichen gesagt, aber da war er ja auch erst einen Monat in der Schule). Sie hat ihn inzwischen jedenfalls von seinem Freund weggesetzt und er muss bei einem Mädchen sitzen und er hat auch mal durchblicken lassen, dass sein Tisch (als es noch Vierertische gab, inzwischen sind es Reihen) irgendwas weggenommen bekommen hat (da hatte wohl jeder Tisch ne Frucht, die wegkam, wenn es dort zu laut war und wenn sie weg war und alle waren immer noch laut, dann gabs wohl noch eine Strafe - das war einem anderen Tisch passiert und der Keks erzählte, dass bei SEINEM Tisch nur die Orange weg wäre aber die andere Strafe sei noch nciht eingetreten). Kann mir gut vorstellen, dass da viel auf seine Kappe geht. Wenn man ihn normalerweise in Gruppen beobachtet, hat er schnell eine Führungsposition und ist von allen der lauteste und überall der erste. (nicht wirklich negativ mein ich das jetzt - er ist nicht immer ein totaler Störenfried, aber er gibt halt gern den Ton an). Da reagiert er dann auch schon auf Kleinigkeiten und muss dazu seinen Senf abgeben (und er kann echt verdammt schlagfertig sein! *g*).

    Er könnte schon allein deshalb nicht springen (momentan jedenfalls), weil er noch nicht alle Buchstaben beherrscht. Er KANN ja nicht lesen und schreiben.

    Mit Aggressiv meinte ich nicht, dass er schlägt. Er hat mich noch nie geschlagen und meine Mutter noch nie und er haut auch andere Kinder nicht, soweit ich das überblicken kann. Er provoziert mit Worten aber halt so lange, bis man dann selbst ausrastet und ihn dann auch anschreit, und dann fängt er schrecklich zu heulen an und schluchzt: "Jetzt hab ich Dich gar nimmer lieb! Ich will gar nicht mit Dir an einem tisch sitzen, ich such mir jetzt ne andere Mama!!!" und man ist völlig ratlos, wie man nun reagieren soll, weil man ihn einerseits packen und schütteln will, weil er ständig wegen jedem Mist so einen Riesenaufstand macht und andererseits tut er einem so Leid und seine echten Tränen tun einem richtig weh, dass man ihn dann nur in den Arm nehmen und ganz doll trösten will. :geknickt:

    Hausaufgaben macht er jetzt auch schon ordentlich.

    Er hat aber einfach den Sinn nicht eingesehen, 2 Zeilen lang nur AAAAA zu schreiben. Die Fähigkeit, ein ganzes Wort oder gar einen ganzen Satz schreiben zu können, fasziniert ihn dagegen und auf dieses Können ist er dann auch stolz. Ein A schreiben zu können, hat ihn überhaupt nicht stolz gemacht...

    Vielleicht müsste man das doch mal machen... Geht aber erst im neuen Jahr, mein Urlaub ist jetzt vorbei und meine Mutter sagt, ihr ist das zuviel, sie macht das nicht...

    Ich hab nie übersprungen. Ich bin nicht hochbegabt.
     
    #13
    SottoVoce, 9 November 2007
  14. User 44981
    User 44981 (29)
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    Ich kann mir auch gut vorstellen, dass dein Sohn unterfordert ist.
    Du sagst, er kann ziemlich gut lesen und rechnen kann er eh schon lang... also wird es ihm in der Schule wohl eher langweilig sein. Auch aus den anderen Threads von dir, scheint dein Keks ein ziemlich schlaues Kerlchen zu sein (damit oute ich mich dann auch als heimlicher Keks-Fan :grin:).
    Dann ist es besonders schwer, ruhig zu sein und aufzupassen (besonders, wenn man sowieso Probleme hat, ruhig zu sitzen, etc.).

    Unterforderung in der Schule sollte man nicht unterschätzen! Denn aus Unterforderung wird Langeweile und dann passt man im Unterricht nicht auf, so dass man einiges vom Stoff nicht mitkriegt und somit schlechte Noten schreibt, obwohl man eigentlich "zu schlau" ist. Genau aus diesem Grund wird das Problem wohl auch so selten erkannt.

    Bei mir kam diese Unterforderung zwar erst viel später (in der Oberstufe) in wirklich großem Ausmaß und ich konnte eigentlich auch relativ gut damit umgehen, aber ich habe jetzt in der Uni Probleme, weil ich einfach nicht weiß, wie man lernt (das musste ich bis zum Abi eigentlich nie machen).
    Aber ich musste in der Schule eigentlich nie wirklich lernen (mal abgesehen vom stupiden Gedicht auswendig lernen, etc., weil ich jemand bin, der Dinge eher kapiert und nicht auwendig lernt :zwinker:). Mehr als einen Nachmittag habe ich nie für Klassenarbeiten gelernt.

    Also mein Tipp: Finde heraus, ob dein Sohn wirklich unterfordert ist und wenn das der Fall ist, suche eine Lösung für das Problem (z.B. Klasse überspringen, Zusatzangebote für hochbegabte Kinder, o.ä.), bevor er größere Probleme in der Schule hat. Es gibt schon einige Möglichkeiten, hochbegabte Kinder zu fördern. Nur wird meiner Meinung nach eine Hochbegabung zu selten erkannt und an manchen Schulen werden auch Informationen über entsprechende Angebote nicht weitergereicht.

    Ach ja... mit hochbegabt meine ich jetzt nicht unbedingt "Wunderkinder", die schon als 10jährige Abiaufgaben lösen können, sondern eher Kinder, die sich in der Schule einfach langweilen, weil ihnen das Niveau etwas zu niedrig ist.
     
    #14
    User 44981, 9 November 2007
  15. SottoVoce
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    Fällt mir irgendwie auch schwer zu glauben, aber mir fällt sonst nichts ein. :ratlos: Und wenn ich mich daheim mit meinem Freund (oder irgendwem anderes unterhalte) und er uns mitten im Satz unterbricht und einfach was völlig anderes erzählen will und ich ihm dann sage, er solle bitte kurz warten, ich müsse doch erstmal fertig reden, dann tickt er völlig aus. Dann schreit er rum, haut mit der Faust auf den Tisch und kreischt "Und jetzt hab ichs vergessen!!!". Da könnt ich VERRÜCKT werden!

    In der Schule kann er natürlich nicht so austicken, aber er darf auch nicht jeden Gedankenfetzen, der ihm kommt, sofort laut erzählen. Vielleicht ist das der Grund, dass sich das dann nach innen staut und er daher so aggressiv wird?

    Als festgestellt wurde, dass die Paukenröhrchen raus sind, wurde ein Hörtest gemacht, der bei 100% war. Sieht also schon so aus, als würde er gut hören. Hab ihn auch heute Nachmittag schon gefragt, ob er in der Schule alles versteht, er war ganz erstaunt, dass ich überhaupt frage, hat aber versprochen, sofort Bescheid zu sagen, wenn er die Lehrerin nicht mehr gut verstehen kann, wenn sie normallaut redet. Aber er ist halt oft unkonzentriert oder tut sich schwer damit, seine Konzentration längere Zeit auf irgendwas zu richten, was er anstrengend findet (und schreiben zum Beispiel findet er anstrengend, weil Feinmotorik ihm schwer fällt). Dagegen kann er sich 2 Stunden auf irgendwas konzentrieren, was ihm Spaß macht, und da kann ihn dann auch NICHTS ablenken.

    Also generell ein Konzentrationsproblem isses wohl eher auch nicht...

    Hm, er liest aber nur die Buchstaben, die sie in der Schule gelernt haben und wenige Ergänzungen, die er bei mir erfragt hat. Das sind bisher M, A, O, I, L, T, jeweils groß und klein. Erfragt hat er noch das kleine n, weil das in seinem Namen vorkommt und er den schreiben wollte, daher kennt er dann auch noch das x und das s kennt er wohl auch. Mehr aber nicht eigentlich. Aber er liest halt im Rahmen dessen alles, was ihm unterkommt. Sucht in einem Buch die "im" und "am" und "ist" raus. Oder liest auf meinem Radio "on - Mama, was heißt das? Geht das da an?" oder schreibt Zettel und schreibt da drauf "Lama, Lamm, Mama, Oma, Omi, Mami, Lotta, Timo", dann will er wissen, wie man "von" schreibt und signiert mit seinem Namen. *g*

    Und beim Rechnen ... er tut sich leicht damit, nimmt aber die Finger zu Hilfe und dann ist es letztendlich ja auch nur abzählen. Oder zählt das dann trotzdem zu hochintelligent, allein schon, weil er das KANN, auch über 10 hinaus? :ratlos:

    Darf ich fragen, aus was Du das schließt? Ich weiß es wirklich nicht und bin neugierig. :zwinker:

    Das wäre es dann, wenn das zutreffen würde, ja.

    Ja, das weiß ich.

    Ich hab auch im Studium nie gelernt, bis ich durch meine allerletzte Prüfung durchgefallen bin. *g* Das erste mal, dass ich überhaupt irgendwas nicht bestanden hatte... :rolleyes: Hab mich dann sehr schwer getan beim Wiederholen, weil ich auch nie gelernt hab, wie man lernt. Ich fand immer, mit gut aufpassen im Unterricht (und nebenher allen Freundinnen Briefe und Zettelchen schreiben, Hefte anmalen und Hausaufgaben für die nächste Stunde machen *g*) kann man jede normale Arbeit schon gut lösen und damit hab ich nen wirklich guten Abischnitt geschafft, ohne auch nur aufs Abi zu lernen. *g* Ich weiß, wovon Du redest. :zwinker:

    Wie gesagt, überspringen halte ich für unmöglich, wenigstens jetzt noch, weil er noch nicht alle Buchstaben kann, nur eine gute Handvoll und weil er in vielem nicht weiter ist. Ich glaube, nur das TEMPO, in dem sie lernen, ist ihm vielleicht zu langweilig. Es nervt ihn ja auch total, dass sie soviel malen müssen als Hausaufgaben, immerhin sei er doch nicht mehr im Kindergarten.

    Gut, damit kann ich mich anfreunden. Vielleicht ist der Keks dann wirklich hochbegabt, keine Ahnung... :ratlos:

    Er lernt halt anscheinend so leicht wie das bei mir auch immer war. Deshalb ist ihm das Unterrichtstempo zu langsam und er macht nebenher Blödsinn und kann nicht stillsitzen. DAS wäre mal ne Erklärung, die ich auch logisch finde. *g*
     
    #15
    SottoVoce, 9 November 2007
  16. cat85
    Gast
    0
    Hey sotto,

    das kind, auf das ich jetzt schon fünf jahre aufpasse, ist auch gerade eingeschult worden. die mama meint auch, dass er seitdem schwieriger geworden ist, oft gerade nach der schule schlecht gelaunt usw...ich kann dir nur sagen, was ich ihr auch gesagt habe...

    er geht nicht "schon" drei monate zur schule, sondern "erst" drei monate. ich könnte mir vorstellen, gerade weil er ja deinen erzählun gen nach ziemlich aktiv scheint, dass er nach der schule einfach k.o. ist und deswegen so unansgeglichen...und wenn du ihn dir nach der schule erstmal schnappst für ne kleine auszeit (vorlesen, kuscheln oder vielleicht ein kleines brettspiel), dass er ein bisschen runterkommt?!

    zu dem dazwischenreden (das kann "mein" kleiner auch ganz toll) kann ich nur sagen, dass er von klein auf einfach viel zu viel im mittelpunkt stand und deswegen auf sein "recht" pocht, er müsse zuerst angehört werden...ist vielleicht bei dem keks ähnlich?

    und zu dem "schule ist doof" würde ich fast vermuten, dass er es doof finden möchte, weil vielleicht irgendwer in seinem umfeld ihm das eingeredet hat oder einfach nur mal nen spruch abgelassen hat?!
     
    #16
    cat85, 9 November 2007
  17. SottoVoce
    SottoVoce (34)
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    Da hast Du Recht, das müsste ich mir vielleicht öfter vor Augen halten...

    Er möchte wohl wirklich am liebsten seine Ruhe oder von sich aus zu mir kommen und was erzählen. Das ist ja auch in Ordnung. Spielen tun wir nach den Hausaufgaben ganz viel und kuscheln besonders abends. Er ist am ausgeglichensten, wenn er in seinem Zimmer etwas Ruhe haben kann.

    Eigentlich nicht, den Kampf führe ich mit ihm seit mindestens 2 Jahren und wir haben auch mindestens einmal die Woche Krach deswegen. Ich bin meistens so weit, dass ich ihn einfach ignoriere, wenn er dazwischenquasselt, weil ich es so Leid bin, ihm das immer und immer wieder sagen zu müssen, aber meine Gesprächspartner lassen sich eben immer draus bringen und reden dann nicht weiter, sondern gucken verwirrt das dazwischenquasselnde Kind an. *g* Ich muss dann doch jedesmal einschreiten und er kräht wieder herum. Wenns ganz schlimm ist, muss er auch mal für 2 Minuten in sein Zimmer, damit ich fertig reden kann und dann kann er kommen und selbst erzählen.

    Lustigerweise ist es andersrum. Letzte Woche waren Herbstferien und wir waren bei einer Freundin zu Besuch, deren Tochter auch jetzt eingeschult wurde. Wir waren da auf einer großen Familienfeier dabei und alle haben das Mädel gefragt, wie es in der Schule gefällt. Sie geht supergerne und hat das auch jedem mitgeteilt, dass Schule ja GANZ TOLL wäre. Der Keks, wenn er dann gefragt wurde, hat das gleiche gesagt - Schule ist toll, obwohl er davor hier immer was ganz anderes gesagt hat... Ich hatte schon gehofft, die positive Einstellung des Mädels hätte ihn vielleicht angesteckt, aber kaum waren wir wieder hier, war Schule wieder "ganz doof". Ich hab vorsichtig nachgefragt, und gemeint, im Urlaub hätte er sie doch noch gut gefunden, dann meinte er nur abfällig: "Ach, da wusste ich das nicht mehr, wie doof die eigentlich ist". :ratlos:

    Sein Freund geht auch gerne hin und auch sonst kenn ich kein Kind, das NICHT gerne geht, das jetzt so alt wieder Keks ist...
     
    #17
    SottoVoce, 9 November 2007
  18. cat85
    Gast
    0

    dann ist er vielleicht wirklich nur etwas gestresst. ich meine, wenn einer von uns nen neuen job beginnt, müssen wir uns ja auch erst dran gewöhnen - ich jedenfalls war bis jetzt immer die ersten wochen total erledigt :tongue:


    immer dranbleiben:zwinker: find ich aber ne gute reaktion, auch wenns bestimmt manchmal schwerfällt

    das klingt dann doch eher so, als wenn es wenig mit der schule zu tun hat. hat sich denn sonst bei dir zuhause was geändert, was ihn aufwühlen könnte und der grund schule ist jetzt sozusagen sein grund für alles...?
     
    #18
    cat85, 9 November 2007
  19. User 48246
    User 48246 (30)
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    vergeben und glücklich
    Dieses Problem haben ganz viele Kinder.

    Diese Übergangs-Problematik entsteht eben beim Eintritt in die Grundschule und auch später dann beim Übertritt in eine weiterführende Schule.

    Je nachdem wie sensibel die Kinder sind, reagieren sie auf diese Veränderung und die veränderten Anforderungen.

    Gib ihm einfach noch Zeit sich daran zu gewöhnen.

    Wenn das ganze nicht besser wird, würde ich nochmal das Gespräch mit der Lehrerin aufsuchen und mich evtl an den Schulpsychologen wenden. Da kann euch die Lehrerin dann auch weiterhelfen.
     
    #19
    User 48246, 9 November 2007
  20. f.MaTu
    f.MaTu (31)
    Benutzer gesperrt
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    nicht angegeben
    huhu!

    Ich denke, noch kann es daran liegen, wie Mietzie gesagt hat: dass er sich einfach noch eingewöhnen muss.


    das ist am ANfang des 1. Schuljahres noch völlig normal, das wird sich bestimmt bald geben. Die Kinder müssen ja auch das erstmal lernen und ihr eigenes Arbeitsempo finden.

    Ich denke, da kommt noch ein Stückchen "erwachsenwerden" hinzu. Immerhin ist er jetzt in der Schule, also kein "Kleiner" mehr. Das ist ein großer Schritt für ihn und ich denke, er will auch mehr selbst entscheiden - Beispiel "Naseputzen". Er hat es schon von sich aus gemacht, und dann kommst du und sagst er solle die Nase putzen, sagst ihm also, was er zu tun hat, obwohl er das ja eigentlich schon weiß und selber gemacht hat/machen will. Und das macht ihn dann vielleicht noch zusätzlich aggressiv, weil du ihn - aus seiner Sicht - in seiner Entscheidungsfreiheit einschränkst.

    in meinem Praktikum in einer 1.Klasse anfang des Jahres war ein Junge, der hochbegabt war - und genau bei solchen Sachen hatten wir die größten probleme mit ihm. er hat einfach nicht eingesehen, wieso er jetzt dauernd "A"s schreiben muss, er kann es doch und es ist langweilig und überhaupt. Man konnte ihn dann zwar trotzdem dazu bringen, die "A"s zu schreiben, aber glücklich und vor allem motiviert dabei war er nicht.
    Allgemein war er recht oft unaufmerksam (bzw. wirkte so, er bekam trotzdem alles mit), wollte seine Gedanken auch immer recht schnell loswerden, hat teilweise auch den Klassenclown gespielt.

    Vielleicht wäre ein Test wirklich nicht schlecht. Danach kann man dann immernoch weitersehen.


    Ich denke, dein Kleiner ist wirklich intelligent und langweilt sich teilweise - und so wird die Schule negativ für ihn, obwohl er ja unterm Strich gerne hingeht. Vielleicht ist er auch frustriert, weil er sich so auf die Schule gefreut hat und seine Erwartungen an die Schule (dass er jetzt viel lernt) temporär nicht erfüllt werden (es müssen ja erstmal die Grundlagen geschaffen werden, sonst können die Kinder ja nicht weiter lernen - und das scheint ihn einfach etwas zu langweilen).
    Und diesen Frust lässt er dann zu Hause aus.

    Lass ihn noch ein bisschen Zeit, und rede nochmal mit der Lehrerin.


    wünsche euch, dass es bald besser wird! :smile:


    lg
     
    #20
    f.MaTu, 9 November 2007

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