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Erasmus, die Hure...

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von Seerosengieser, 10 Dezember 2009.

  1. Seerosengieser
    Verbringt hier viel Zeit
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    in einer Beziehung
    (Sorry für die vielen Rechtschreibfehler, ich hab diesen Text einfach runtergeschrieben und keine Energie mehr das nochmal zu verbessern)


    Es ist schon eigenartig, wie weit weg dieser ganze Seifen-Oper Beziehungskram von mir weg ist und ich doch irgendwie meine eigene Geschichte erzählen kann. Das ganze liest sich dabei wie ein Klischee:
    Meine Freundin und ich (beide 24) sind seit über 3 Jahren zusammen, waren davor beste Freunde für etwa nochmal die selbe Zeit. Es fühlt sich dementsprechend nach einer für unser Alter schon sehr langen Beziehung an. Ich habe nie eine Person so nah an mich gelassen, so mein Herz geöffnet. Weder Freunden noch meiner Familie. Niemand kennt mich besser als sie, und in ähnlicher weiße gilt das auch umgekehrt. Sie hatte im Gegensatz zu mir schon einige Exfreunde, viele davon kannte oder kenne ich sehr gut, da wir - wie gesagt - ja beste Freunde waren bevor wir zusammenkamen. Gegen diese Leute kann ich nichts sagen. Sie sind alle in Ordnung und Probleme damit habe ich natürlich auch keine.
    Im Sommer ging sie nach Barcelona, um dort ein Jahr Erasmus zu machen. Nie kam mir Idee, sie daran zu hindern oder deswegen unsere Beziehung in Frage zu stellen. Sicher kann ich mir was schöneres vorstellen als 1 Jahr ohne Ihr, aber daran gezweifelt dass es weiter funktioniert, habe ich nie. Unsere Beziehung war als sie ging auf einem neuem Höchststand angekommen, die Probleme die wir hatten lösten sich wie in Luft auf, und ich war sicher dass dieses Jahr uns nur darin bestätigen wird, wie gefestigt unsere Beziehung ist.
    Tja, Pustekuchen. Nicht mal einen Monat hat es gedauert, da stieg sie mit einem französischem Straßenmusiker in die Kiste. Er war aufregend, interessant und exotisch. Ich war der selbe wie vorher, Alltag, langweilig, und vorallem: ganz weit weg, im kalten Hamburg. Sie hat mir zu diesem Zeitpunkt nichts davon erzählt, obwohl wir regelmäßig telefonierten oder Skypten.
    Als ich dann vor 3 Wochen sie zum ersten Mal besuchen kam (da war sie 2 Monate weg), kam das ganze ans Tageslicht. Dummerweiße kann ich hier auch meine Weste nicht im sauberen lassen. Am zweiten Tag, als ich bei ihr war, musste sie Morgens noch für eine Stunde in die Uni, von der ich sie danach abholen sollte. Ihr Tagebuch lag neben mir in ihrer leeren Wohnung, und da konnte ich meine Finger nicht davon lassen. Es mag komisch klingen, aber ich hatte, obwohl sie mir nichts von alldem angedeutet hatte, schon so eine Ahnung. Weil sie natürlich von ihm erzählt hat, und ich vorallem aus der Zeit bevor wir zusammen kamen wusste, wie sie über Männer redet, die ihr "besonders viel Bedeuten".
    Schande über mich, so ein Vertrauensbruch. Schande über mich, das ich es trotzdem nur so wenig bereuen kann, weil ich ja genau das fand was ich suchte. Mir wurde schlecht, schwindelig, und ich hatte nur zwei oder ein paar mehr Sätze gelesen, dann konnte ich nicht mehr weiterlesen, und das obwohl da noch gar nichts explizietes drinnenstand. Ich taumelte durch die Wohnung wie nach 4 Weizen, und mindestens so schlecht war mir auch, weil mir Weizen nicht schmeckt.
    Zu ihrer Uni sind es 35 Minuten zu Fuß. Ich hatte kurz mit meiner Schwester telefoniert, was ich machen solle, da ich selbst keinen klaren Gedanken fassen konnte. Und sie sagte, ich solle einfach auspacken, rauszögern bringe gar nichts. In diesen 35 Minuten ist mir etwa gefühlte 1 Millionen mal das Herz in die Hose gerutscht. "Warte lieber bis zum richtigen Zeitpunkt ab" und ähnliche Gedanken dringten sich mir ständig auf. Naja, ich habe versucht zu fokusieren was der Rat aus weiter Ferne war, schließlich lassen sich von Außen die Sachen leichter beurteilen.
    Sie kam aus der Uni und erzählte mir noch irgendwas von irgendeine Freundin oder so, doch ich quatschte einfach rein "ich habs gelesen". Pheeww.. wenigstens das habe ich geschafft, hat ganz schön viel Kraft gekostet. Und natürlich konnte ich überhaupt nicht einschätzen, was Folgen würde.
    Viele Gespräche. Sehr lange, sehr intensive Gespräche. Sie erzählte mir Alles. Was ich wissen wollte und wahrscheinlich noch viel mehr als das. Sie wisse nicht, was damals mit ihr los gewesen sei... mittendrinnen traf es sie wie Schock, sie Sprang auf und sperrte sich im Bad ein (was ironischerweiße quasi die gleiche Situation war als wir beide zusammen kamen). Tränen flossen, ich habe noch nie so geweint, sie wohl auch nicht. Sie hat ihm gesagt, dass sie das nicht wollte, das sie nur Freunde sein können und nicht mehr. Er ist 1 Woche später nach Portugal geflogen. Kurz nachdem es passiert war, wollte sie es niemanden sagen. Niemand darf es wissen und es wird totgeschwiegen bis ins Grab. Doch sie plagte das Gewissen und unsere Abmachung stets im Hinterkopf: "Egal was passiert, wir müssen alles immer sofort ehrlich sagen". Tja. Über Skype? Am Telefon? Sie beschloss es mir zu sagen, wenn ich vor ihr Stehe, in Barcelona. Das glaube ich ihr auch. Sie wollte sicher mit mir ins Reine gehen. Die Frage ist nur, ob sie letztenendes auch den Mut dazu gehabt hätte. Vorallem sagt sie, hätte ich sie einfach danach gefragt, hätte sie mich nicht anlügen können. der Punkt geht an sie.

    Der Tag unseres ersten Gespräches, der Tag an dem die Wahrheit ans Licht kam, war Gefühlsmäßig der krasseste in meinem Leben. Ich buchte mir einen Flug für verschissene 400Euro für den nächsten Tag zurück nach Deutschland. Wie soll ich noch eine Woche hier bleiben, wie soll das alles aussehen?! Ich brauchte Zeit und war total überfordet mit Allem. Bevor ich sie hatte, habe ich mir immer geschworen, wenn jemand so etwas mit mir macht, mach ich sofort Schluss, ohne drüber nachzudenken. Es ist immer anders wenn man doch in der Situation ist. Ich hatte mir auch seitdem wir zusammen waren nie wieder Gedanken darüber gemacht, weil das so Fern war wie Fussballstar-Werden oder Weltfrieden für mich. Ich liebte sie doch so sehr, und gerade deßhalb tat es so wahnsinnig weh was sie mir antat. Doch sie kämpfte. Mit aller Kraft die sie hatte. Sie bereute alles so sehr, und sie würde alles tun damit ich bei ihr bleibe. Ihr Erasmus Jahr abbrechen, mit mir nach Deutschland kommen und überhaupt alles. Ich konnte sie nicht einfach abschießen. Genauso wenig konnte ich ihr das aber einfach Verzeihen. Ich brauchte Zeit, und sie sagte ich kriege alle Zeit die ich brauche, sie werde immer da sein für mich wenn ich sie brauche. Ich hatte mir kein Hotel oder so gebucht. Ich schlief diese eine Nacht noch in ihrem Zimmer, neben ihrem Bett auf einer Matratze auf dem Boden. Und sie weinte. Und ich weinte. Und so kam es, das wir irgendwie beide dann doch Nebeneinander lagen...
    Es war so komisch. Ich war so verletzt wie nie zuvor in meinem Leben, und doch war sie die einzige Person die mich so gut kannte, um mich trösten zu können. Alles war so intensiv, im Guten wie im schlechten Sinne. Sie war mir so vertraut, alles was wir machten fühlte sich so richtig an, und gleichzeitig immer im Hinterkopf wie sie so etwas mit einem anderen Mann machen konnte? Mit wird jetzt noch schlecht wenn ich daran denke.
    Am nächsten Tag bin ich geflogen. Wir waren nicht zusammen, aber ganz sicher waren wir nicht getrennt. Sie war so verständnisvoll und gab mir alles was ich wollte, und nach dieser Nacht...

    Die Woche danach war die schlimmste. Ich bin einfach aus manchen Uni Stunden rausgegangen weil ich Angst hatte gleich losflennen zu müssen. Dabei bin ich in meinem Freundeskreis eher als das Gegenteil bekannt. Stets Rational und ein Kopfmensch... Sie kam dann am Nächsten Wochende. Wir Skypten davor jeden Tag mehrere Stunden, und ich merkte wie sehr ich sie vermisse, und wie ich eigentlich keine andere Möglichkeit habe, als zu versuchen bei ihr zu bleiben. Es waren gute Gespräche, 100% offen und ehrlich. Es tat war, es tat gut und es bestätigte mich in meinen Gefühlen.
    Das Wochende, an dem sie da war, war wunderschön. Ich sagte ihr, als ich sie am Flughafen abholte, dass ich es versuchen will, was aber noch nicht bedeute, dass ich all das Geschehene schon verarbeitet hätte. Egal wie sehr man sich liebt und kennt, man muss immer für eine Beziehung arbeiten. Und das erste mal in den Jahren war mir bewusst geworden, dass dies auch für uns galt.

    Tja, jetzt sind wir halt noch zusammen. Und ich sitze zu Hause und sie ist wieder in Spanien. Wir telefonieren viel, und immer wenns mir schlecht geht kümmert sie sich so gut es geht auf die Entfernung um mich. Meine Gefühle sagen mir 95% der Zeit, dass es das richtige war. Doch leider gibts noch die anderen 5%. Manchmal steigen mir die Bilder in den Kopf, und mein Herz sticht wahnsinnig. Zudem kommt noch mein Kopf. Immer denk ich daran, wie ich über mich selbst richten würde, kennte ich meine Geschichte von außerhalb. Bin ich ein dummer, naiver trottel? Ich habe das doch eigentlich nicht verdient, wo ich doch so viel Energie in diese Beziehung gesteckt habe und Ehrlich zu mir und Ihr war? Hätte sie es mir Wirklich gesagt, wo es doch so viel einfacher gewesen wäre es nicht zu tun? Woher weiß ich denn WIRKLICH, dass sie mir jetzt 100% die Wahrheit sagt? Ich kenne sie so gut, so lange, ich weiß doch eigentlich alles über sie. Aber war das nicht davor genauso? Wie blöd bin ich eigentlich?
    Die Zweifel sind nicht vergangen... und ich denke sie werden das auch nicht so schnell tun. Ich hoffe das sie das überhaupt irgendwann tun. Ich stelle mir manchmal vor wie es wäre, hätte ich mit ihr Schluss gemacht. Doch ich weiß, dass mich das zumindest im Augenblick keinen deut glücklicher gemacht hätte.
    Erasmus, du Hure! Wie kann das so einfach passieren? Davor haben wir beide noch geschmunzelt über diese geschichten... Wir kannten ein Pärchen, das 6 Jahre zusammen war, und sie hat ihn in der ersten Wochen Erasmus betrogen. Und das war nicht die einzige Geschichte. Undvorstellbar irgendwie. Die Beziehung bei uns lief doch auch so gut... Wie soll ich jetzt jemals wieder so ein Vertrauen wie davor aufbauen können, dass das nie wieder passiert?

    Keine Ahnung. Ich weiß es nicht. Ihr könnt es gar nicht wissen. Niemand kann das. Ich versuche es halt, und vielleicht bin ich am Ende wirklich der große Idiot. Aber seis drumm. Wenigstens etwas, dass ich dann auch in meiner Lebensgeschichte auch vorweißen kann.

    Danke,
    bye
    Seerosengießer
     
    #1
    Seerosengieser, 10 Dezember 2009
  2. celavie
    celavie (35)
    Sehr bekannt hier
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    Verheiratet
    Vielleicht hättet ihr vor ihrem Aufenthalt" L'auberge espangole" kucken sollen, da wäre der Aufprall icht so hart gewesen!

    Das tut mir sehr leid für dich!
     
    #2
    celavie, 10 Dezember 2009
  3. Naila89
    Gast
    0
    Tut mir leid, aber ich muss es mal ganz hart sagen: Selber schuld. Was liest du auch ihr Tagebuch. Hättest du das nicht gemacht, wär das nie rausgekommen, und ihr wärt immer noch glücklich zusammen. Wenn sie nicht so dumm wäre, dir das zu sagen. Du warst halt nicht da und sie brauchte Sex, mehr nicht.

    Wenn ihr drei Jahre lang glücklich zusammenwart, solltest du ihr die Geschichte einfach verzeihen und es vergessen. So wild ist das ja nun wirklich nicht. War doch nur eine einmalige Sache. Wenn sie jetzt die ganze Zeit mit ihm zusammengewesen wäre, bis du dann treudoof aus Deutschland angeflogen kommst, wär das ja wieder was anderes gewesen.

    Also ich an deiner Stelle würde versuchen, wieder mit ihr zusammen zu kommen.
     
    #3
    Naila89, 10 Dezember 2009
  4. xoxo
    Sophisticated Sexaholic
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    Merkst du was ? Alles über den Partner wissen, ihn in- und auswendig kennen, sodass er vorrausschaubar wird --> Das ist absolut langweilig. Keine Spannung, keine Vorfreude, nichts. Weil alles vorhersehbar ist. Und da kam der Fremde, über den sie so gut wie nichts wusste.

    Solltet ihr also beschließen zusammen zu bleiben. Dann bewahrt kleine Geheimnisse und klebt nicht wie Kletten aufeinander. Unternehmt getrennte Dinge, unternehmt aufregende Dinge, die euer Vertrauen zueinander wieder stärken.
     
    #4
    xoxo, 10 Dezember 2009
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  5. User 77547
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    Das ist natürlich eine harte Nuss. Ich kann gut nachvollziehen, wie Du dich fühlst.
    Mein Ratschlag: Wenn Du den Eindruck hast, dass es deiner Freundin wirklich weiterhin ernst mit dir ist, dann verzeih ihr und ziehe einen Schlussstrich unter diesen "Ausrutscher". So schwer Dir das auch fällt. Klar, das Vertrauen ist erstmal vielleicht beschädigt. Das kann aber durchaus wieder wachsen.

    Wenn Du aber den Eindruck hast, dass Du die Situation nicht aushältst (Mistrauen, Ängste wieder verletzt zu werden. Vielleicht ist auch etwas von der Liebe kaputt gegangen etc.?), dann wird wohl eine Trennung die beste Lösung sein. So wie Du die Sache beschreibst, sind deine Gefühle gegenüber deiner Freundin aber trotzallem ausgeprochen stark oder irre ich mich da?
     
    #5
    User 77547, 10 Dezember 2009
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  6. many--
    many-- (32)
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    Verheiratet
    Du bist in einer Situation, die, kurz gesagt, für diese Art von Vorfall absolut typisch ist. Erasmus hin oder her: man ist lange zusammen, alles super, und dann betrügt der eine den anderen. Der andere findet es von sich aus heraus. Stress, Konfrontation, "man versucht es nochmal", weil die Liebe gar so stark ist - aber der Betrogene wird nun das Misstrauen nicht mehr los, hat die Bilde rim Kopf, denkt sich, wer`s einmal tut, tut`s auch zweimal.

    Kurz gesagt: ihr habt ein Problem. Ein typisches, aber das macht es ja im Einzelfall nicht besser. Das Problem ist: du bist der jenige, dem etwas angetan wurde, aber auch derjenige, der jetzt einen Vorschuss zahlen muss. Sie hat dich betrogen - und ist jetzt von deinem Vertrauen abhängig.
    Es ist also etwas eingetreten, was für eine Partnerschaft ohnehin immer schwierig ist: ein Missverhältniss.

    Und das alles ist halt schon problematisch. Jetzt einfach zu sagen "Ist doch ganz normal, wenn man in Erasmus ist, sucht man sich ein kleines Abenteuer, ist doch nichts dabei, hättest du halt nicht nachgefragt, müsstest du jetzt nicht unglücklich sein" - das ist absoluter BULLSHIT (sorry). Fremdgehen ist Fremdgehen, Betrug ist Betrug. Wenn man sich vorher über gewisse Dinge einigt, gewisse Abenteuer miteinander abspricht - ok. Wenn aber ganz klar ist, dass man Treue vereinbart hat, dann ist es einfach das Letzte, bei der ersten Gelegenheit, da der Partner mal nicht da ist, sofort mit einem X-beliebigen in die Kiste zu hüpfen.

    Mein Fazit aus der Ganzen Sache: klingt hart, aber der Schwarze Peter liegt bei dir. DU musst entscheiden, ob du den krassen Vertrauensbruch verzeihen willst. UND du musst entscheiden, ob du in Zukunft genug Vertrauen aufbringen kannst, um die Beziehung ohne Kontrollwahn weiterzuführen.
    Ich muss dir ganz ehrlich sagen: ich bin kein Fan strikt monogamer Langzeitbeziehungen, ich bin für gewisse Abenteuer durchaus zu haben, wenn sie mit dem Partner abgesprichen wurden - aber ich an deiner Stelle hätte schon arge Schwierigkeiten, eine Beziehung nach dem Vorfall, den du schilderst, weiterzuführen. Eben wegen der Dreistigkeit: kaum bist du mal für ein paar Monate ein paar hundert Kilometer weit entfernt, schon wird fremdgefickt. Ist das eine Basis für Vertrauen? Ich denke nicht. Ich persönlich könnte schon diesen Vorfall kaum vergeben, geschweige denn genug Vertrauen für eine normale Fortführung der Beziehung aufbringen.
    Aber das musst du wissen. Musst sehen, ob die Liebe mehr wiegt als das schlechte Gefühl. Ist alles nicht ganz einfach, zumal sie ja noch länger in Spananien sitzt und du dir jeden Tag ausmalen kannst, welcher nette Straßenmusikant heute wichtiger war als gegebene Versprechen. Wichtiger war als du.

    Wenn du dich dafür entscheidest, die Sache weiter durch zu ziehen, dann musst du in der Lage sein, diese Gedanken und das Bedürfnis nach verstärkter Kontrolle restlos runterzuschlucken und zu vergessen. Wenn das in deinem Hinterkopf bleibt, hat die Beziehung keine Chance. Früher oder später. Du musst also in der Lage sein, tabula rasa zu machen. Nochmal: ich könnte das nicht. Aber ich bin ja auch nicht du :zwinker:
     
    #6
    many--, 10 Dezember 2009
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  7. Schattenflamme
    Öfters im Forum
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    nicht angegeben
    Eins sollte klar sein, für dich (das solltest du ihr nicht sagen, sondern nur dir selber versprechen): Wenn sie das nochmal macht ist es vorbei. Vollständig und ohne jeden Zweifel.

    Ich kann wenig Verständnis dafür aufbringen, warum jemand eine glückliche Beziehung für ein bisschen Abenteuer aufs Spiel setzt (damit meine ich nicht, dass es nur monogame Beziehungen geben darf - aber wenn man sich für eine solche entschieden hat, warum setzt man sie dann mit so einer Sache auf Spiel? - es geht dabei für mich eher um den Vertrauensbruch als um das "körperliche Fremdgehen"). Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Vertrauen braucht Zeit um wiederhergestellt zu werden. Ich weiß nicht, ob es je "völlig" geheilt werden kann und das ist wohl auch eine persönliche Sache. Gib dir selber Zeit, überleg dir auch, wie viel du dir geben möchtest. Ein Jahr, zwei, drei? Und wenn du dann immer noch merkst, dass die Bilder einfach nicht aus deinem Kopf verschwinden, du bei jedem bisschen (sie flirtet mit einem anderen, sie trifft einen guten Freund) austickst, dann solltest du die Beziehung nochmal überdenken.

    Und: Versuch mal, alles ein bisschen "lockerer" zu sehen. Das mag unromantisch klingen, aber versuch mal, sie mal wenigstens ein paar Monate nicht Mittelpunkt deines Lebens sein zu lassen - leb dein eigenes Leben, denk nicht drüber nach wie perfekt ihr füreinander seid, wie einzigartig. Dann bekommst du auch ein bisschen mehr Gelassenheit, was die ganze Sache betrifft... Sie ist jetzt ein Jahr weg, sieh das doch für dich auch mal als Chance, nicht nur als Aufgabe. Als Chance im Sinne von: Ich habe ein Jahr niemanden, der mir so und so oft in der Woche sehen will, ich kann intensiv Hobbys nachgehen, neue Leute kennenlernen (nein ich meine nicht mädels...). Telefonier nicht ganz so oft mit ihr, vielleicht nicht jeden Tag stundenlang. Sie möchte Auslandserfahrungen sammeln und du solltest ein bisschen dein Leben leben, sonst habt ihr beide nichts von dem Jahr!
     
    #7
    Schattenflamme, 10 Dezember 2009
  8. Augen|Blick
    0
    Irgendwie kommt mir die Geschichte ja sehr bekannt vor :zwinker:

    Ich habe mal was ähnliches erlebt, wenn auch unter etwas unterschiedlichen Bedingungen. Zufällig war ich auch in etwa in Deinem Alter. Sehr glücklich mit einer Traumfrau liiert und sie hatte als lange gehegten Plan durch Südamerika zu reisen, mindestens sechs Monate lang. Und Hölle, eine mutige Frau, mit dem Rucksack allein durch z.B. Kolumbien, es war schon eine Herzensangelegenheit von ihr.

    Anders als ihr, waren wir aber so vernünftig vorher zu klären, wie wir das mit der Treue handhaben wollen. Denn eines ist auch klar, ein halbes Jahr oder länger sexuelle Abstinenz, wir fandes es beide etwas albern, zumal es ja niemals hätte rauskommen können. Also lieber freie Hand, die Zeit genießen, aber ehrlich zueinander. Kontakt hielten wir über Fax, Internet gabs noch nicht :zwinker:

    Und es kam, wie es kommen mußte, ich lernte eine unglaublich interessante Frau kennen, aus Amsterdam für ein paar Monate in Berlin, wir stolperten an den verrücktesten Orten übereinander und wie es der Zufall will, auch noch eine Nachbarin von mir. Wir kamen näher und näher und wäre ich nicht liiert gewesen, ich hätte mich ganz böse verknallt. Und an dem Abend, als sie mit mir schlafen wollte, habe ich einen Rückzieher gemacht. Nicht wegen dem Sex, sondern weil es eben mehr gewesen wäre. Wäre der Point-of-no-return gewesen. Ihr Herz ist trotzdem gebrochen, aber ich fühlte mich moralisch richtig.

    Als ich nach Hause kam, war ein ellenlanges Fax im Gerät, sie wäre ja mit einem englischen Kinderbuchautor eine Woche in Ecuador auf den und den Vulkan gestiegen, er sei ja verheiratet mit Kindern und überhaupt, naja, sie hätten halt auch miteinander geschlafen. 100 Pluspunkte für Ehrlichkeit.

    Aber ich war überrascht wie sehr es mich traf. Obwohl wir uns das ja großherzig oder besser realistisch, vorher erlaubt hatten. Aber solche Vereinbarungen sind ne Kopfangelegenheit, dass Herz hat da ne andere Meinung zu. Ich war einfach am Boden, meine Liebste, ne Woche mit einem offensichtlich auch noch tollen Typen eine Woche in den Bergen, es hat sich unglaublich Scheiße angefühlt. Das ich mir genau das kurz vorher verkniffen hatte, setzte dem Ganzen nur noch die Krone auf.

    Um diese Anekdote abzurunden, als sie wiederkam, brauchten wir ne Runde um uns wieder aneinander zu gewöhnen, die Zeit hatte uns doch verändert, wir kamen aber wieder richtig zueinander und waren danach noch über zwei Jahre durchaus glücklich zusammen. Der legitimierte Seitensprung war nie wieder ein Thema zwischen uns, was mir half, war der Gedanke, dass sie das a) niemals hätte erwähnen müssen und b) es ja nix an unserer Beziehung ändert.

    Und was erwartest Du, dass Du Deine Freundin ein Jahr lang in eine der spannendsten und schönsten Städte der Welt lebt und das keine Spuren hinterläßt? Man macht solche Reisen ja gerade, damit sie Spuren hinterlassen und dazu gehört eben auch die eine oder andere Liebelei. Wenn ihr eine so tolle Beziehung habt, wie Du beschreibst, dann überlebt sie sowas mit links, verbuche es unter Erfahrung.

    Und das sie Dir sowas nicht via Skype unter die Nase reibt, spricht eher für sie. Wenn sie nicht sehr an Dir hängen würde, hätte sie von vornherein gesagt, laß uns einfach mal in einem Jahr schauen.
    Kopf hoch, so mies sich das anfühlt, später wirst Du das lockerer sehen.
    Gruß
     
    #8
    Augen|Blick, 10 Dezember 2009
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  9. User 53748
    User 53748 (28)
    Meistens hier zu finden
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    59
    in einer Beziehung
    Ich denke einige die hier schon gepostet haben und die diese Erfahrung gemacht haben können da mehr zu sagen. Denn, was man vorher sagt und dann wenn man in der Situation ist kann durchaus unterschiedlich sein... ich sags mal so: Mein Freund will auch in einigen Semestern ins Ausland. Und was ich hier lese macht mir schon sehr Angst..für mich bedeutet Treue eben mehr als für manch anderen. Ich bin jemandem treu weil ich ihn liebe, weil ich Sex nur mit ihm schön finde und weil ich den anderen nicht verletzen will. Wenn mich nun jemand betrügt sind all diese Dinge für mich von ihm infrage gestellt... ich weiß nicht ob ich damit leben könnte. Allerdings gibt es bei uns jetzt schon einige Dinge die ich nicht ganz verarbeitet habe ... vllt hängt es damit zusammen. Aber ich glaube ich würde das nicht verzeihen können, mich ewig schlecht fühlen in der Beziehung - und das ist nicht der Sinn davon. Ich würde daran zerbrechen.... und bevor ich das tun würde... würde ich denke ich - so unendlich schwer es mir fallen würde - Schluss machen..
     
    #9
    User 53748, 10 Dezember 2009
  10. Goldmund_76
    Ist noch neu hier
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    nicht angegeben
    Hallo Seerosenkrieger,

    das Leid passiert in deinem Kopf. Wenn du es schaffst, die blöden Gedanken zu bezwingen, wird es gut gehen. Ich hab so etwas ähnliches auch mal erlebt - die große Liebe vögelt fremd. Und ich bin da sehr stark hervorgegangen, weil ich gewusst hab, dass dieser Typ sie nie so haben kann, wie ich sie haben kann.

    Du kannst dir mit deinen zweifeln und deiner Unsicherheit all das kaputt machen - also kämpf dagegen an. Mach den Sex von ihr und dem anderen nicht zu groß ... Stell dir vor, du hast mit ner anderen Sex - und weißt ja auch, dass es für dich dann auch nur Spaß wäre, ein blöder Spaß, aber mehr nicht. Die Frau könnte dir nie das geben, was dir deine Partnerin gibt. Und so ist es umgekehrt auch. Zeig ihr, dass du stark bist und es vergessen kannst. Und das Verzeihen ist nicht so schwierig - wenn man bedenkt, dass man selbst nicht perfekt ist und auch möchte, dass einem selbst verziehen wird. Und wie wundervoll würde sie dich ansehen, wenn du sagst: Schatz, es ist vergessen. Sie wäre dir unglaublich dankbar ...

    Alles gute.
     
    #10
    Goldmund_76, 10 Dezember 2009
  11. Del_bosque
    Del_bosque (36)
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    8
    nicht angegeben
    Off-Topic:
    Wow, diese Einstellung ist eine Bankrotterklärung an alle Fernbeziehungen und Teilzeitfernbeziehungen. So stelle ich mir das auch mal vor: ich reise durch die Welt und hole mir meinen Sex, auf den ich natürlich überhaupt nicht verzichten kann, genausowenig wie auf meine liebe, zuhause auf mich wartende Frau zuhause.


    Ich habe leider keinen Rat an den TS. Gleichwohl wüsste ich nicht, wie ich das ein Jahr auf Distanz aushalten sollte. Woher soll der TS denn wirklich wissen, dass nicht mehr passiert?

    Off-Topic:
    Verfolgt man die Threads der letzten Wochen, bekommt man ja schon ein eigenartiges Bild: Jeder Vertrauensbruch in Form eines gelesenen Tagebuchs, einer SMS oder eines Chatverlaufs fördert dunkelste Geheimnisse zutage. Wobei diejenigen, die nichts finden, sich wohl hier auch nicht melden.
     
    #11
    Del_bosque, 11 Dezember 2009
  12. Seerosengieser
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    8
    86
    0
    in einer Beziehung
    Hallo! Vielen dank für die Vielen Antworten!




    Hab schon mal von dem Film gehört, vielleicht schau ich ihn mir ja bei Gelegenheit mal an. Dann kann ich auch mein Französisch aufbessern :zwinker:




    Hallo Naila. Danke für deine ehrliche Meinung, aber ein bißchen anders sehe ich das schon. Ich weiß nicht, ob sie mir das alles verschwiegen hätte. Ich glaube ihr auf jeden Fall, dass sie vorhatte es mir zu erzählen. Aber selber Schuld finde ich passt nicht. Es war falsch was ich gemacht habe, aber ich habe die Einstellung das Vertrauen und Ehrlichkeit zu den Wichtigsten Dingen in einer Beziehung gehören. Und mit einer Person, die mir so etwas verschweigt, auch wenn es nichts bedeutet hat, möchte ich eigentlich nicht zusammen sein.
    Aber es tut gut zu hören dass du siehst dass das alles nicht so schlimm ist. Allerdings wars wohl ein bißchen mehr als nur das Verlangen nach Sex. Trotzdem nicht so schlimm das es länger ging oder so, sie hat ja selbst erkannt das sie das nicht wollte, wenn auch leider viel zu spät.


    Generell ein guter Tip, Danke :zwinker: Aber es ist natürlich auch utoptisch zu denken, man könne Jahrlang für den Partner ein Erotisches Mysterium sein. Nach längerer Zeit wandelt sich dieses Gefühl halt in Vertrauen und Innigkeit, was in meinen Augen auch Anreiz für Erotik sein kann. Allerdings stimme ich dir zu, alles wissen heißt ja in gewisser Weiße nichts neues Erfahren zu können, und das klingt langweilig.

    Schön, das die meißten hier mir so viel Mut zusprechen, das hilft schon! Ich will es auf jeden Fall versuchen, und ich bin mir auch sicher das sie es ernst meint. Ich denke, die Option Schluss zu machen bleibt mir ja trotzdem offen. Aber so kann ich wenigstens sagen ich habs versucht falls es dann doch nicht klappen sollte.


    Ich stimme dir eigentlich 100% zu. Wir haben die gleichen Ansichten. Ich denke auch, das Monogamie nicht unbedingt der richtige weg sein muss, aber unsere Beziehung war so aufgebaut und deshalb ist es ein Vertrauensbruch. Wie gesagt, bevor ich mit ihr zusammen gekommen bin, habe ich auch genauso geredet wie du: Das kann ich auf keine Fall verzeihen, ich muss Schluss machen. Aber wenn ich dann meine Freundin vor mir sehe, merke wie sehr ich sie liebe, und spüren kann wie viel ich ihr bedeute und wie sehr sie den Vorfall bereut, spüre ich einfach, dass es das richtige ist es zumindest nochmal zu versuchen, ohne Garantien und Sicherheit. Wenn ich davor schon Zweifel an der Beziehung gehabt hätte, sähe das bestimmt anders aus.
    Sie kommt Weihnachten wieder, und ich kann es kaum erwarten bis sie da ist. Bleibt natürlich noch das Problem der weiteren 6 Monate die sie weg ist...




    Du hast sooooo recht. Fällt schwer nach so kurzer Zeit alles locker zu sehen, aber das ist genau das was ich eigentlich brauche. Sie hat eine super Zeit dort, und ich will nicht derjenige sein der im kalten Deutschland Trübsal bläst. Ich hatte eigentlich vor mir eine neue Wohnung zu suchen, aber nach dem Vorfall hab ich gar nichts mehr gemacht... Vielleicht sollte ich das wieder in Angriff nehmen. Mein Leben einfach ein bißchen aufpeppen :smile:




    Danke für die Geschichte :smile:
    Ich habe jetzt schon oben auf ähnliche Kommentare geantwortet. Aber auch dir Danke für die aufmunternten Worte, und wenn ich das so lese werde ich auch ein bißchen zuversichtlicher das es klappen könnte.





    Ich hoffe einfach, dass ich mich nicht ewig schlecht fühlen werde. Vielleicht sehe ich ja irgendwann, dass die ganze Aktion mit mir einfach gar nichts zu tun hatte. Aber du weißt ja, so habe ich davor die Sache auch genau gesehen (und tu es zum großen Teil immer noch)



    Danke. Ich weiß dass der Sex mit ihm nicht vergleichbar war, mit unserem "Liebe machen", weil sie mir das auch sehr häufig versucht zu erklären. Ich hoffe ich kann so stark sein wie du es mir sagst!


    Sie hat diese Einstellung nicht, sie sieht es als Fehler und will es nicht wieder tun. Wie ich das weiß? Tu ich nicht... aber wer weiß schon ob sein Partner immer treu ist, egal ob Erasmus oder nicht? Das kann man nicht...

    Zum letzten teil kann ich nichts sagen ;D





    Vielen Dank nochmal an alle
    bye
    Gießer
     
    #12
    Seerosengieser, 11 Dezember 2009

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