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Erinnerungen

Dieses Thema im Forum "Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches" wurde erstellt von HerrWirt, 27 Juni 2004.

  1. HerrWirt
    Gast
    0
    Erinnerungen

    Wenn ich daran denke wie es war und wie es vielleicht niemals mehr sein wird, wird mir ganz anders. Der Himmel verzieht sich mit dunklen Wolken und es beginnt zu Regnen. Meine Zunge belegt sich mit einem Geschmack, den ich nicht leiden kann und in meinem Magen breitet sich ein flaues Gefühl aus. Jede Sekunde wird zu einer Minute, jede Minute zu einer Stunde und ein einziger Tag erscheint mir wie eine Ewigkeit.
    Bilder aus vergangenen Tagen breiten sich in meinem Kopf aus und verdrängen jeden anderen Gedanken. Bilder. Immer mehr Bilder, immer mehr Erinnerungen.
    Ich versuche mich zu beschäftigen. Versuche etwas zu lesen oder vielleicht ein wenig zu lernen, aber länger als wenige Augenblicke kann ich mich auf nichts konzentrieren. Zu tief ist die innere Leere, die unentwegt neue Erinnerungen ansaugt und meinen Kopf damit verstopft.
    In solchen Augenblicken bin ich zu keinem klaren Gedanken fähig, starre stur gerade aus, auf die Wand oder aus dem Fenster und manchmal fällt mir erst Minuten später auf, dass ich mal wieder „die Zeit verloren“ habe.
    Wäre ich doch nur wirklich in der Lagen, die Zeit zu verlieren, dann bliebe mir die Tortur erspart, mich durch jeden Tag zu quälen, den ich ohne Dich hinter mich bringen muss!
    Dies bedeutet die Hölle für mich. Dieser Augenblick des Fallens, ausgedehnt auf die Zeit eines Tages, einer Ewigkeit. Bilder, Erinnerungen. Nichts zum greifen, zum halten! Nur Gedanken und Splitter dessen, was einst war.
    Ein Rückzug in stille Apathie, in gedankenverlorene Teilnahmslosigkeit den ich aus eigener Kraft nicht zu beenden vermag. Zu weit fortgeschritten ist mein Sturz in die Tiefe, um an dieser Stelle noch den Aufprall zu verhindern. Ich fürchte den Aufschlag, fürchte den damit verbundenen Schmerz und die von neuem hervorbrechende Ratlosigkeit. Ich kann nichts tun. Außer hoffen, dass diese letzte Realität, der Aufschlag in die Wirklichkeit, mir für immer erspart bleiben wird.
    So bin ich ein Gefangener meiner eigenen Taten, Erinnerungen und Hoffnungen. Zur Rastlosigkeit verdammt. Auf ewig gefangen zwischen dem himmlischen Augenblick, da ich euphorisch meine Füße in der engelsgleichen Phantasie ich könne fliegen vom Boden abstieß, und dem Aufschlag, den ich nicht zu meiner Realität zu machen vermag.
    Doch bedeutet die Hölle nicht auch Abwesenheit von Hoffnung? Ja, ist die Hölle nicht die schiere Hoffnungslosigkeit an sich? Die Falle ohne Ausweg, der Streit ohne Lösung, der Sturz ohne Rettung?
    Dann plötzlich kommt ein Aufwind, hebt mich hinauf wenn ich mich darauf einlasse, bringt Distanz zwischen mir und dem Aufprall, vertreibt die Wolken aus meinem Tag. In diesen Augenblicken weiß ich, dass dies nicht die Hölle ist! Doch ahne ich bereits zum selben Zeitpunkt, da ich des Aufwindes gewahr werde, dass, dieser kleinen Bö beraubt, sich mein Himmel wieder mit Wolken verhängen wird und ich dem Grund nur noch schneller entgegenstrebe. Fast wäre es leichter, wenn ich die tragenden Lüfte vorbei ziehen ließe, wäre ich nur dazu in der Lage. Wenn mein Verstand sich erinnerte, dass die Luft, die der neue Wind bringt mich schlussendlich nur noch schneller auf den Grund zwingt.
    Man kann verlieren, auch wenn man gewinnt. Man kann gewinnen, auch wenn man verliert. Das Drehen von Redewendungen führt zu nichts, bringt nur eine Erkenntnis: Wenn ich Dich gewinne, bin ich für immer verloren! Verloren in einem letzten dieser Aufwinde, der mich hinaufbefördert in einen wolkenleeren Himmel, mich vor dem Aufschlag rettet, mich aber zugleich der Gefahr aussetzt, die Höhe des letzten Sturzes zu vergrößern; dann nämlich, wenn ich nicht in Dir verloren bin, sondern Dich verloren habe.
    So bin ich rastlos. Verdammt zu stürzen und geschlagen an jede Böe, die mir neue Hoffnung gib, auch wenn sie vielleicht mein Leiden vermehrt. Verstand kommt von verstehen, doch mit verstehen hat dies schon lange nichts mehr zu tun. Nur damit, nicht aufzugeben!
     
    #1
    HerrWirt, 27 Juni 2004
  2. Arusha
    Arusha (29)
    Verbringt hier viel Zeit
    133
    101
    0
    Single
    Ahhh..

    Toll :cry:

    Ich glaub genau dieses Gefühl plagt mich seit Tagen... *grummel*
    Der Tag heute will auch nicht zuende gehen! Argh...
     
    #2
    Arusha, 27 Juni 2004

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