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Erotik und Zärtlichkeit für Behinderte

Dieses Thema im Forum "News zu Liebe, Erotik und Sexualität" wurde erstellt von DocPixel, 18 Juni 2004.

  1. DocPixel
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    Single
    Schweiz - Das umstrittene Projekt «Berührerinnen – Zärtlichkeit und Sexualität für Behinderte» ist nach dem Ausstieg von Pro Infirmis unter neuer Trägerschaft gestartet.

    Sechs Frauen und vier Männer haben am vergangenen Wochenende ihre Ausbildung zur Sexualassistentin oder zum Sexualassistenten abgeschlossen. Geleitet wurde der Kurs von der Holländerin Nina de Vries, die seit mehreren Jahren selber als Berührerin mit Behinderten tätig ist.

    «Der grösste Teil dieser zehn Ausgebildeten arbeitet bereits», sagte die Präsidentin des Fördervereins «Behinderung und Sexualität – gegen sexualisierte Gewalt» (FaBS), Aiha Zemp, auf Anfrage. Der FaBS hatte im November 2003 die Trägerschaft des Projekts von Pro Infirmis Zürich übernommen.

    Das Hilfswerk war wegen des Projekts in die Kritik geraten. Die Behindertenorganisation hatte sich damit zum Ziel gesetzt, geistig und körperlich Behinderten ein Angebot im Bereich der Sexualität zu bieten. Die Spenden gingen darauf deutlich zurück.

    Ein Projekt im Bereich dieses Tabuthemas müsse klar von einer spendenfinanzierten Organisation abgekoppelt werden, begründete Pro Infirmis damals ihren Rückzug. Seither ist die FaBS Trägerin und auch zuständig für die Ausbildung der Berührerinnen und Berührer. Der Verein will sich aber aus der Öffentlichkeit zurückhalten.

    Auch die zehn Sexualassistenten wollen anonym bleiben. «Sie haben Angst, als Huren abgestempelt zu werden», sagte Zemp. Das Problem sei auch, dass das Handelsregister immer noch keinen Unterschied zwischen Erotik und Prostitution mache. Die Leute übten nebenbei alle «gut bürgerliche Berufe» aus, sagte Zemp.

    In ihrer Freizeit bieten die Sexualassistentinnen und -assistenten Behinderten für 150 Franken in der Stunde Massagen, Zärtlichkeit, sinnliche Erfahrungen, erotische Spiele und Ratschläge, wie sie ihre Sexualität autonom ausleben könnten. Die Grenze, wie weit die Berührerinnen und Berührer gehen dürfen, bestimmen die Kunden.

    In den vergangenen Monaten erhielt der FaBS rund zwei Anfragen pro Woche. Diese kommen gemäss Zemp aus der ganzen Schweiz – das Tessin ausgenommen – und auch aus Süddeutschland. Vorwiegend fragen die Behinderten selber, in der Deutschschweiz hätten aber auch schon Institutionen ihr Interesse angemeldet.

    Bevor nun weitere Personen zur Sexualassistentin oder zum Sexualassistenten ausgebildet werden, will der Förderverein zuerst die Erfahrungen mit dem ersten Ausbildungsgang auswerten. Der zweite Ausbildungsgang wird frühstens in einem Jahr durchgeführt und soll für Kandidaten aus der ganzen Schweiz offen sein.

    Der FaBS will zudem eine schweizerische Fachstelle gründen. Dort sollen Supervisionen, Weiterbildungen für Betroffene und Beratungen angeboten werden. Ebenfalls vorgesehen sind verschiedene Forschungsprojekte. Dem FaBS fehlen aber noch Mittel. «Mit diesem Tabuthema will niemand etwas zu tun haben», sagte Zemp.

    Quelle: Tagesanzeiger.ch
     
    #1
    DocPixel, 18 Juni 2004
  2. WoW! Also wenn das keine Grauzone ist... :eek4:
     
    #2
    LittleByLittle, 18 Juni 2004
  3. Damasus
    Gast
    0
    Heikel, sehr heikel.

    Gerade die männlichen "Sexualassistenten".

    Hoffentlich nutzen sie ihre stellung nicht aus, denn eine geistig Behinderte kann sich schlecht wehren und vor Gericht gilt ihre Stimme auch wenig.

    Ich will nicht unbedingt schwarz malen, aber gerade Triebtäter suchen sich leider oft "passende" Jobs (z.B. Piester oder Sportlehrer).
     
    #3
    Damasus, 19 Juni 2004
  4. <~~Maniac~~>
    0
    oh, das ist echt mal krass un ich fands schon schwierig mir mal gedanken dazu zu machen wie man mit sexualität unter behinderten in institutionen umgehen sollte, das allerdings ist ja noch n stück heftiger.
     
    #4
    <~~Maniac~~>, 3 Juli 2004
  5. lin
    lin
    Gast
    0
    ich, aus der schweiz und kenne das projekt und alle diskussionen drum herum schon lange, finde es gut.

    es existiert nämlich ein grosses problem... geistig behinderte menschen zum beispiel können in der pubertät und danach nicht mit der sexualität umgehen, was dazu führt dass sie andere personen auf der strasse berühren und derartige sachen.

    diese aufgestaute sexualtitätssache (mir fehlen da die fachausdrücke für) muss irgendwie abgebaut werden oder diese personen reagieren immer aggressiver.

    ich selbst arbeite teilweise auch mit behinderten und ich merke das tagtäglich. auch die projektion dieser geistig behinderten, meist männer, auf ihre betreuerinnen, lehrerinnen und ähnliches ist seeehr seeehr gefährlich, mühsam... je nach dem halt.

    auch behinderte, körperlich behinderte, männer und frauen, die keine partner finden, können sich auch keinen prostituiertenbesuch leisten, von ihrer rente her.

    es gibt viele aspekte, aber ich finde die sexualssistenten eine gute sache, ich wünsche ihnen viel kraft dabei, und ich hoffe dass sie sich irgendwann nicht mehr anonym verstecken müssen.
     
    #5
    lin, 6 Juli 2004
  6. simon1986
    simon1986 (30)
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Verlobt
    Ich war vor 1 Jahr in einem Lager für behinderte Kinder und habe mir die Frage auch schon gestellt wegen dem Sex. Ich las auch von den "BerührerInnen".

    Alle Menschen die sexuelle Gefühle haben, solten sie irgendwie ausleben können. Wenn wir alle gut wären und nie ein Mensch einen Anderen ausnützen würde, wäre es das natürlichste der welt.

    Aber "BerührerInnen" ist eine sehr schwierige Tätigkeit. Das müssen fast Mönche oder Nonnen sein oder dann Sex Profis. Jedenfalls Menschen die nicht die eigenen Sex Bedürfnisse befriedigen.

    Wenn das möglich ist, bin ich dafür. Ich habe weniger Bedenken als bei Sterbehelfern deren Organisationen dann von den ins Jenseits beförterten noch Erbschaften annehmen.
     
    #6
    simon1986, 11 Juli 2004

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