Willkommen auf Planet-Liebe

diskutiere über Liebe, Sex und Leidenschaft und werde Teil einer spannenden Community! :)

jetzt registrieren

erschöpft

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von *havingadream*, 23 April 2009.

  1. *havingadream*
    Verbringt hier viel Zeit
    267
    103
    1
    nicht angegeben
    Mir fehlt die Luft zum Atmen, .. bin unendlich erschöpft.

    Mein Freund liegt seit ein paar Tagen im Krankenhaus. Gestern wurde er operiert & bekam die Niere seines Vaters transplantiert - alles verlief sehr gut & wie geplant, ich freue mich sehr darüber, auch wenn ich momentan nichts empfinde, wenig mit meinen Gefühlen anfangen kann, eigentlich traurig bin und nur weinen könnte.

    Ich leide seit gut einem Jahr an Depressionen die bisher noch nicht richtig behandelt werden konnten. Ich fühle mich so schon häufig ängstlich und hilflos, ohne motivation, alleine und hilfsbedürftig. (Stehe auf der Warteliste für einen stationären Aufenthalt in der Uniklinik) Doch ich muss stark sein & will stark sein - für ihn da sein.
    Ich bin seit Montag immer an seiner Seite, er schläft sehr viel, ist erschöpft und hat immer wieder Schmerzen. Jeden Morgen komme ich an, hülle mich in einen Kittel, trage Handschuhe und Mundschutz wegen der Infektionsgefahr und sitze an seinem Bett. Aber nach nur diesen wenigen 4 Tagen kann ich bereits nicht mehr. Ich bin heute früher gegangen, ich konnte einfach nicht mehr. Fühle mich so leer.. und so erschöpft.

    Wie kann ich neue Kraft finden.. ich weiß nichtmal ob ich es morgen schaffe nochmls aufzustehen. Er wird noch mind. 2 Wochen im Krankenhaus bleiben, jedoch wird es ihm die Tage auch zunehmend deutlich besser gehen. Das ist schön.
     
    #1
    *havingadream*, 23 April 2009
  2. *havingadream*
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    267
    103
    1
    nicht angegeben
    Mir geht es nicht gut.. ich bin nur am weinen, die Tränen kullern und ich kann nichts tun. Ich habe meine Gefühle nicht unter Kontrolle, weiß nichtmal was ich fühle, warum bin ich nur so unendlich traurig..
    Ich stelle plötzlich die Beziehung etwas in Frage,.. warum? Warum fällt mir gerade alles nur so schwer, ich kann eifnach nicht mehr, will nicht mehr, weiß gerade gar nicht weiter und will nichtmal mehr weinen, ich will nicht weinen, will nicht erschöpft sein, weiß nicht was ich will.
     
    #2
    *havingadream*, 23 April 2009
  3. User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
    13.614
    398
    2.056
    vergeben und glücklich
    Ach Mensch, das klingt ja gar nicht gut.

    Dir ging es eh schon nicht gut - und dann noch die "Ausnahmesituation" mit Deinem Freund und dessen schwerer Operation. Das bringt Dich nun ans Ende Deiner Kräfte und überfordert Dich.

    Von Deinen Problemen weiß er ja, oder? Ich bin sicher, er ist Dir nicht böse, wenn Du Dir morgen Ruhe gönnst und ihn mal nicht besuchst. Du bist im Moment nicht stark. Und das ist in Ordnung! Du hast Dich bemüht, aber wenn Du nun mal gerade nicht für Deinen Freund da sein kannst, dann geht es eben nicht. Ruh Dich aus!

    Du wartest auf die stationäre Therapie - aber hast Du jetzt denn irgendeine "Begleitung" in professioneller Form?

    Kannst Du mit jemandem über Deine Situation reden? Es gibt auch Kriseninterventionsangebote und Ähnliches (siehe Sammlung Hilfsangebote im angepinnten Thread).

    Neue Kraft finden - ich denke, dazu musst Du erst einmal hinnehmen, dass Du im Moment keine Kraft hast und Du Ruhe benötigst.
     
    #3
    User 20976, 23 April 2009
  4. *havingadream*
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    267
    103
    1
    nicht angegeben
    Das ist leichter gesagt als getan.

    Ausruhen empfinde ich mittlerweile bereits als Qual, ich suche nach einer Beschäftigung und will doch keiner nachgehen, es ist so schwierig das zu erklären. Ich tue bereits seit Wochen nichts und gehe meinem damaligen Leben mit Uni, Stress, Hobbys, Freunden schon lange nicht mehr nach. Ich habe Ruhe, sehr viel Ruhe sogar, schlafe sehr viel und tue nichts. Ich weiß nichtmal mehr wie ich mich da noch ausruhen sollte?.. ich schlafe doch bereits schon jede Minute die ich nicht gerade wach bin^^

    Natürlich weiß er davon, und er wäre mir auch nicht böse, sicher nicht. Ich weiß auch selbst wie überfordert ich bereits mit mir bin und dass es schwer ist da noch für jemanden da zu sein der gerade auch Beistand benötigt. Ich möchte mich einfach in der Lage fühlen ihm helfen zu können, mir helfen zu können. Ich weiß einfach nicht weiter.

    Zur Zeit habe ich keine "professionelle Begleitung".. reden hilft mir aber auch nicht weiter, habe die Erfahrung gemacht dass es mir nichts bringt. Die eine Person, Psychologe, Psychater wer auch immer, Freunde, Eltern mit wem ich auch redete - klar haben sie zugehört, verstanden mich teils mehr teils weniger, aber im Endeffekt hatte es keinen Nutzen für mich. Auch jetzt mag ich gar nicht mehr reden, bin müde vom vielen reden, habe meine Situation schon so oft geschildert und kann auch hier einfach nicht mehr..
    Genaues Datum für die Aufnahme habe ich nicht, sollte aber in zwei oder drei Wochen soweit sein.
     
    #4
    *havingadream*, 23 April 2009
  5. Rennsemmel
    Rennsemmel (45)
    Sorgt für Gesprächsstoff
    32
    31
    0
    Single
    Hallo Havingadream!

    Wenn zwei Menschen eine Beziehung eingehen, bedeutet das nicht automatisch, dass sich jeder von ihnen über seine Kräfte hinaus für den anderen aufopfern beziehungsweise aufgeben sollte, denn das kann und darf nicht der Sinn und Inhalt einer Beziehung sein.

    Deinem Freund wurde geholfen, und Du hast ihn auf seinem schweren Weg begleitet, so gut und so lange es ging. Jetzt wird es höchste Zeit, dass Du in erster Linie einmal an Dich denkst und Dir hilfst. Für ihn sind immer noch genügend Menschen da, die sich um ihn kümmern und ihm bei seiner Genesung helfen können, ohne jeden Moment selbst in den Abgrund zu stürzen. Ich rede von seinen Eltern, und dem qualifiziertem Personal im Krankenhaus. Du hast Depressionen und in dieser Situation Dir mehr zugemutet, als Du verkraften kannst. Wenn er Dich so liebt, wie Du es tust, wird er verstehen, dass Du jetzt einzig und allein an Dich denken musst, nur an Dich denken darfst. Tust Du es nicht, wirst Du zerbrechen, und damit am Ende auch eure Beziehung. Im Augenblick bist Du wie ein Motor, der eine Reparatur benötigt und dennoch immer noch auf Höchstleistung läuft. Es ist eine Frage der Zeit, wann der Motor seinen Geist aufgibt, und eine Frage der Zeit, wann Du aufgeben musst. Lass es nicht so weit kommen.

    Du hast später, wenn Du so weit "geheilt" bist, dass Du Dein Problem im Griff hast, und nicht das Problem Dich, immer noch genügend Zeit, Dich um Deinen Freund, um eure Beziehung zu kümmern.

    Du willst es vielleicht, aber musst und darfst in Deiner Situation nicht die Kraft für euch beide aufbringen, denn das kann auf Dauer nicht mal ein gesunder Mensch. Sein "Akku" lädt sich langsam wieder auf, auch ohne Dein tägliches dazutun. Jetzt bist Du dran, Deinen "Akku" nicht nur wieder aufzuladen, sondern erst einmal zu reparieren. So schwer es Dir auch fällt, denk erst einmal an Dich.

    Eure Beziehung steht jetzt auf einem der schwersten Prüfstände, die das Leben bereit hält. Jetzt wird sich zeigen, wie haltbar sie wirklich ist. Sowohl von deiner, als auch von seiner Seite. Vertrau auf Deinen Freund. Vertrau auf eure Beziehung.

    Depressionen müssen in erster Linie medikamentös behandelt werden, und danach erst durch geschultes Personal.
     
    #5
    Rennsemmel, 23 April 2009
  6. *havingadream*
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    267
    103
    1
    nicht angegeben
    Danke für eure Worte, aber was soll ich nur tun? Was kann ich tun? Okay, ich nehme mir eine Auszeit, besuche ihn nicht! Aber es wird mir dadurch nicht besser gehen. Ich weiß nichtmal mehr wie man neue Kraft findet..

    Ich nehme auch seit einem Jahr ein Mittel,.. es hat sich schon herausgestellt dass es mir damit zwar besser geht, ich stabiler bin in Hinsicht auf Stimmungsschwankungen, es jedoch nicht die optimale Wahl für mich ist. Jedoch soll ich jetzt erstmal auf die Uniklinik warten und dort durchgechekt werden bevor ich jetzt noch mit Medikamenten experimentiere.
     
    #6
    *havingadream*, 23 April 2009
  7. User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
    13.614
    398
    2.056
    vergeben und glücklich
    Was Du tun kannst? Dich nicht mehr fragen, was Du im Moment tun kannst. Das zermürbt. Du hast keine Kraft mehr und fühlst Dich erschöpft. Du bräuchtest Ruhe, um wieder "zu Dir zu kommen".

    Versuche das Gedankenkarussell abzustellen, es gibt keine Sofortlösung.

    Sag Dir jetzt nicht, dass Dir das nicht helfen wird - wenn Du keine Kraft mehr hast, musst Du Dich ausruhen. Dann schau weiter.

    Dein Freund ist versorgt, kümmer Du Dich jetzt um Dich.
     
    #7
    User 20976, 24 April 2009
  8. *havingadream*
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    267
    103
    1
    nicht angegeben
    Mir geht es bereits ein wenig besser, womit ich nicht ausdrücken möchte dass es mir gut ginge.. Ich habe vorhin den Anruf aus der Klinik bekommen dass meine bisher 4 wöchige Wartezeit ein Ende nimmt. Das ist schön endlich Gewissheit zu haben. Am Montag kann ich endlich in stationäre Behandlung. Hoffentlich geht alles gut.
     
    #8
    *havingadream*, 24 April 2009
  9. *havingadream*
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    267
    103
    1
    nicht angegeben
    Ich möchte wieder neben meinem Partner einschlafen können, und morgens neben ihm aufwachen, fest umarmt werden, ihn auf den Mund küssen können.. aber ich kann ihn nur mit Mundschutz besuchen und ihn nur mit Gummihandschuhen berühren wegen der Infektionsgefahr.
    Ich weiß, die Zeit geht vorüber, aber ich bin gerade zu tiefst traurig und am Boden. Ich muss mir einreden, dass wir das schaffen obwohl ich gerade nicht daran glaube.

    Morgen geht es für mich in der Klinik los. Ich bin aufgeregt und will das plötzlich alles nicht mehr. Also, ich möchte es schon aber ich bin so hin und hergerissen :-/ Habe noch nicht sehr viele Erfahrungsberichte darüber lesen können.. habe Angst dass mir dort letztendlich vielleicht auch nicht geholfen werden kann, ich meinen Partner auf Grund dessen verliere, nie wieder normal werde, mein Studium hinschmeisse und ein nichts werde - lächerlich wenn man das geschriebene Wort nochmals liest und diese absurde Spirale vor sich hat. Doch kann ich nichts tun. Ich werde noch etwas schlafen.
     
    #9
    *havingadream*, 26 April 2009
  10. User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
    13.614
    398
    2.056
    vergeben und glücklich
    Klingt nach einer Art Lampenfieber.
    Diese Therapie ist eine Chance. Du hast Probleme und kümmerst Dich drum, damit zurechtzukommen. Sehr gut. Wie schnell dir geholfen werden kann, weiß keiner, aber auf jeden Fall ist es gut, dass Du Dich für die Therapie entschieden hast und das angehst. Deine Nervosität und Unsicherheit halte ich für normal...wenn auch lästig. Ich drück die Daumen, dass Du Dich wohlfühlst und einen "Draht" zu den Ärzten/Therapeuten hast und gut klarkommst. Und nicht zu schnell kapitulieren, wenns erst "doof" sein sollte, gestatte Dir eine Gewöhnungszeit.
    Und versuche, nicht den übernächsten Schritt vor dem ersten zu machen. Nicht jetzt schon daran denken, was nach der Therapie kommt, jetzt ist erstmal die Therapie dran. Und da bekommst Du hoffentlich Rüstzeug mit, um nicht den großen Problembatzen zu sehen, sondern eben separat anzugehen. Du wirst nicht "ein Nichts". Du bist wer. Auch mit Problemen. Selbst falls Du Dein Studium nicht erfolgreichen beenden solltest, bist Du kein "Nichts". Es gibt viele Lebenswege. Scheitern als Chance und so :zwinker:. Noch biste eh nicht gescheitert, sondern halt in einer Krise. Und du bist auf dem Weg, Dich da herauszukämpfen.

    Was Deinen Freund angeht: Ausnahmesituation, die Du am liebsten loswärst, er sicher auch. Ich weiß nicht, wie lange nach einer Transplantation das Immunsystem durch die Immunsuppressiva so geschwächt ist, dass ein Mundschutz zwingend nötig ist. Soweit ich weiß, ist im näheren Umfeld zuhause dann als erstes möglich, auf den Mundschutz zu verzichten, wenn die Angehörigen gesund sind - oder die Angehörigen tragen einstweilen den Mundschutz. Ich drück die Daumen, dass er die Folgen der OP gut verkraftet, sich gut und bald erholt und auch Du mit der Änderung klarkommst.

    Ich wünsch Dir Kraft, Geduld mit Dir selbst und einen guten Start in die stationäre Therapie!
     
    #10
    User 20976, 26 April 2009

jetzt kostenlos registrieren und hier antworten