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Ersttrimester Screening

Dieses Thema im Forum "Schwangerschaft, Geburt & Erziehung" wurde erstellt von netAction, 5 November 2007.

  1. netAction
    netAction (34)
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    Hallo!

    Vorweg möchte ich sagen, dass ich in einer Firma arbeite, die verschiedene Screeningmethoden verkauft, also von da aus eine bestimmte Sichtweise habe.

    Es geht beim Ersttrimester Screening darum, Frauen vor einer Chorionzottenbiopsie oder Fruchtwasseruntersuchung präzise zu sagen, ob diese wirklich sinnvoll ist. Momentan werden solche Untersuchungen bei Schwangeren ab 38 sehr häufig durchgeführt, weil die Mutterschaftsrichtlinien dies vorsehen, obwohl ein als ungefährlich geltendes Ersttrimester Screening gezeigt hätte, dass ihr Risiko für eine Fehlbildung fast null ist.
    Auf der anderen Seite würden manche jungen Frauen ihre Schwangerschaft abbrechen, wenn sie sicher wüssten, dass der Fötus ein Down-Syndrom hat. In dieser Richtung wird bei ihnen aber in der Regel nicht abgeklärt. Mittlerweile haben die Kinder mit Down-Syndrom mehr jüngere Mütter als ältere, weil diese von der Diagnostik nicht erfasst wurden.

    Das Ersttrimester Screening geht in einem sehr frühen Stadium, bürgt praktisch kein Risiko und erspart fast immer eine teure und in den Körper eindringende Diagnostik. Denn in den allermeisten Fällen zeigt es, dass das Kind mit hoher Wahrscheinlichkeit gesund sein wird.

    Es gibt nur recht wenige Zentren auf der Welt, die das ETS letztendlich berechnen, und die haben ihr Programm in der Regel schon gekauft, dehalb haben wir als Softwarehersteller nicht wirklich etwas davon, wenn ihr das machen lasst. Ich bin einfach der Meinung, dass unsere Produkte genau so wie die von der Konkurrenz einfach gut sind, deshalb möchte ich euch ermuntern, euch darüber zu informieren.

    Andererseits stehe ich allem was ich mache auch immer kritisch gegenüber. Ich kenne aber nur Meinungen aus der Fachwelt und nicht aus einem Forum mit "normalen" Frauen. Deshalb würde ich hier gerne Kritiken lesen. Das ist auch der eigentliche Grund, aus dem ich genau hier schreibe.

    Dass das Ersttrimester Screening nur für Frauen ist, die schon im dritten Monat wissen wollen, ob sie ein gesundes Kind erwarten, ist klar. Die anderen haben mit diesen ganzen Verfahren nichts zu tun.

    Eure Meinung würde mich persönlich (und nicht unsere Marketingabteilung) wirklich interessieren,
    Thomas
     
    #1
    netAction, 5 November 2007
  2. SottoVoce
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    Ich wurde mit 17 schwanger und ich wurde von der Frauenärztin ermuntert, eine Fruchtwasseruntersuchung machen zu lassen. Sie wusste, dass meine Schwangerschaft ungeplant und im ersten Moment eher sowas wie eine mittlere Katastrophe war, deshalb hat sie das vorgeschlagen, damit ich eventuell doch noch eine Abtreibung vornehmen lassen könnte, wenn das Kind das Down-Syndrom haben sollte. (Ich hab mich da dann zwar dagegen entschieden, aber eher, weil ich nicht so ganz überzeugt davon war, dass diese Untersuchung für das Baby ungefährlich ist - ich hätte zwar auch ein Kind mit Down-Syndrom bekommen wollen, aber das wäre trotzdem gut gewesen, das frühzeitig zu wissen, dann kann man sich ja auch besser drauf einstellen...) Bei mir wurde das also an sich schon abgeklärt, nur hab ich die Untersuchung dann eben von mir aus nicht gewollt.

    Wie funktioniert so ein Screening denn? Auf was wird da geachtet? Und gibts da dabei irgendein Risiko für den Fötus?
     
    #2
    SottoVoce, 5 November 2007
  3. netAction
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    Hallo SottoVoce!

    Wenn du nur die Info hast, dass du 17 und schwanger bist, dann hast du ein so geringes Risiko für eine Trisomie21 (=Down-Syndrom), dass man dir keine Fruchtwasseruntersuchung empfehlen kann. Hattest du wirklich ansonsten keine Auffälligkeiten? Denn wenn die Blutwerte zum Beispiel sehr schlecht sind, wird die Aussage schon etwas genauer und die Missbildungswahrscheinlichkeit erheblich größer.

    > Bei mir wurde das also an sich schon abgeklärt
    Es hätte abgeklärt werden sollen, aber du wolltest das nicht, oder was meinst du?

    Beim ETS wird ein Ultraschall gemacht. Da achtet der Arzt auf bestimmte Merkmale. Außerdem wird das mütterliche Blut untersucht. Das Labor achtet wiederum dort auf bestimmte Merkmale. Das alles gibt irgend jemand, meist der Laborarzt in den Computer ein und bekommt bei einer guten Software eine sehr präzise Wahrscheinlichkeit für Missbildungen.
    Sowohl Blutabnehmen (einfach im Arm), als auch Ultraschall werden seit Jahrzehnten gemacht, davon sind keine nennenswerten Risiken bekannt.

    Für die Fruchtwasseruntersuchung ist das Risiko nicht wirklich klar. Wahrscheinlich ist es unter 0,1%, aber das kann man nicht sagen. Denn 5% der Frauen, die eine Fruchtwasseruntersuchung hatten, bekommen eine Fehlgeburt. Aber auch 5%, wenn sie nicht untersucht werden. Man kann nicht 5.03% und 5,00% miteinander vergleichen, da müsste man Millionen Frauen in einer Studie haben, um eine Aussage treffen zu können. In einer Studie wurden ein paar tausend Frauen wahllos zur Hälfte untersucht und zur anderen nicht. Die, die untersucht wurden, hatten weniger Fehlgeburten. Man darf daraus aber nicht schließen, dass eine Fruchtwasseruntersuchung gut für das Kind ist.

    Thomas
     
    #3
    netAction, 5 November 2007
  4. SottoVoce
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    Ich war wirklich nur 17 und schwanger, die Frauenärztin hat das trotzdem vorgeschlagen. Meine Blutwerte waren, soweit ich das weiß, in Ordnung. Mir wurde jedenfalls nie gesagt, dass sie NICHT in Ordnung gewesen seien und bei den Risikoschwangerschaften im Mutterpass ist außer "unter 18" auch nichts angekreuzt.

    Mit "wurde abgeklärt" meine ich, dass das von der Ärztin angesprochen wurde und ich mich gut dabei gefühlt hab, dass sie irgendwie "mitdenkt", dass ein eventuell behindertes Kind mein ganzes Leben noch viel mehr übern Haufen geworfen hätte. Es war dann wirklich nur meine Entscheidung, das nicht machen zu lassen, weil ich nirgends herausfinden konnte ob und wenn ja was für ein Risiko es birgt. Ich glaub, in dem Alter war ich mit so einer Entscheidung auch einfach völlig überfordert. *g*

    Wird bisher bei einem normalen Screening auf diese Merkmale, die Du jetzt meinst, nicht geachtet? Warum nicht?

    Würde so eine Untersuchung (also insbesondere der Mehraufwand, der zumindest ja das in-den-PC-eingeben ist) von der Krankenkasse bezahlt werden? Und wenn nein, wie teuer wäre das für die Mutter?

    Ich würde, wenn es so eine Möglichkeit gäbe, beim nächsten Kind sowas wohl auf jedenfall eher machen lassen als eine Fruchtwasseruntersuchung, weil ichs irgendwie als befremdlich finde, dass jemand in meiner Gebärmutter herumpiekst, wenn da ein Baby drin ist *g*, ich aber auf der anderen Seite schon gerne wüsste, ob mit dem Baby alles okay ist (ich würds wohl in jedem Fall bekommen, aber ich wär gern vorgewarnt, wenn was nicht stimmt).
     
    #4
    SottoVoce, 5 November 2007
  5. netAction
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    Jetzt bist du 25, vor acht Jahren war die Wissenschaft einfach noch nicht so weit, ETS gab es noch nicht in der heutigen Form. Vielleicht wollte die Ärztin sicher gehen und hatte keine Alternative.

    Bei einem normalen Screening wird kein ETS durchgeführt, weil die Richtlinien das nicht vorsehen, aber in der Regel vom Arzt empfohlen. Die Kassen bezahlen es oft.

    > Würde so eine Untersuchung (also insbesondere der Mehraufwand, der zumindest ja das in-den-PC-eingeben ist) von der Krankenkasse bezahlt werden? Und wenn nein, wie teuer wäre das für die Mutter?
    Der Mehraufwand ist schon die Ultraschallmessung und die Blutanalyse. Gute Ärzte können daraus das Risiko abschätzen. Genauer ist eine Software, die auch in seltenen Konstellationen und an der Grenze Aussagen trifft.
    Ein Labor verlangt ca. 30-45 Euro für die Blutanalyse. Der Arzt füllt die Ultraschalldaten auf dem Formular ans Labor mit aus, dann schicken viele Labore das Risiko kostenlos mit.
    Die Software alleine kostet pro Berechnung je nach Qualität und Absicherung durch Tests und Studien 1-15 Euro, aber das bezahlt in der Regel das Labor.
    Wie gesagt, die Kasse bezahlt das meistens.

    Ein ETS ist keine Alternative zur Fruchtwasseruntersuchung, sondern ein Indikator, ob diese sinnvoll ist. Denn es ist nicht 100%ig sicher, und keine Frau wird eine Schwangerschaft abbrechen, ohne sicher zu sein.
     
    #5
    netAction, 5 November 2007
  6. User 69081
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    Ist das Ersttrimesterscreening die Nackenfaltenmessung? :ratlos:
     
    #6
    User 69081, 5 November 2007
  7. netAction
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    Ja. Man bekommt eine genaue Aussage, wenn man die Nackentransparenz und die Scheitel-Steiss-Länge mit dem Ultraschall misst und Papp-A sowie Beta-HCG aus dem Blut bestimmt.
    Man kann auch nur Blut oder nur Ultraschall zu Grunde legen, aber dann wird es nicht so genau. Bei reiner Ultraschalluntersuchung werden z.B. nur 70% der Trisomien erkannt und sehr viele Frauen ungerechtfertigt verrückt gemacht.

    Früher musste man die Schwangerschaftswoche und das Alter der Mutter wissen. Heutzutage ist das nicht mehr notwendig, weil eine Frau mit 40 durchaus in dieser Hinsicht einen Körper wie eine Zwanzigjährige haben kann. Deshalb verfälscht die Angabe des Alters nur die Berechnung. Die Schwangerschaftswoche weiß die Frau in aller Regel nicht so genau wie der Arzt, wenn er die Länge des Kindes misst. Und die wird eh mit eingegeben.
     
    #7
    netAction, 5 November 2007
  8. User 69081
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    OK

    Ich habe keinerlei zusätzliche Untersuchungen machen lassen. Beim Ultraschall in der 12. SSW sagte meine damalige FÄ, dass da die Nackenfalte quasi nicht vorhanden ist und das messen damit hinfällig wäre.
    Ich hab mich drauf verlassen, eine Abtreibung wegen Down-Syndrom käme für mich eh nicht in Frage.
     
    #8
    User 69081, 5 November 2007
  9. User 75021
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    Ich habe solche Untersuchungen noch nicht machen müssen-finde es aber toll, das es sowas mittlerweile gibt.
    Gerade für Mütter über 38, wo das Risiko für das Down Syndrom eh schon höher ist, finde ich diese Untersuchungen sehr sinnvoll.
    Da aber gerade die Fruchtwasseruntersuchung auch eine Fehlgeburt hervorrufen könnte, würde ich es wirklich nur machen lassen, wenn mein Arzt es mir dringend empfiehlt (wegen dem Alter oder Auffälligkeiten bei der Schwangerschaftsvorsorge). Ich würde auch kein Kind mit Down Syndrom abtreiben lassen-fände es nur ganz gut, wenn man so etwas in der Schwangerschaft auch weiß, damit man sich auf die neuen, besonderen Lebensumstände einstellen kann.
    Ich fände es unverantwortlich, wenn solche Untersuchungen von den Patientinnen dazu "genutzt" werden, behinderte Kinder zu erkennen und Abtreibungen vorzunehmen! Man sollte das Kind so nehmen, wie es ist, solange es unter der Krankheit nicht allzu sehr leidet.
     
    #9
    User 75021, 5 November 2007
  10. netAction
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    Engelchen85, ein einzelnes Indiz für ein gesundes Kind reicht nur für eine grobe Abschätzung. Bis vor wenigen Jahren war das Vorgehen so, wie du es beschreibst. Die Frau ist jung, hat also ein niedriges Risiko. Der Ultraschall sieht normal aus, alles klar. Das ist aber nur eine Hausnummer. Ein eigentlich unauffälliger Wert kann nämlich in Verbindung mit einem auffälligen Wert das Endergebnis noch weiter verschlechtern. Deshalb muss man für eine Aussage alle Parameter gleichzeitig betrachten.
    Dies können ein paar Ärzte mit viel Erfahrung, aber dafür braucht man schon mehrere tausend Schwangerschaften pro Jahr. In manchen Zentren ist das gegeben.


    ~Sweety~, dein letzter Absatz ist ethisch nicht haltbar. In jeder Zivilisation wurden behinderte Neugeborene in der Regel gemieden. Sie haben es auch in unserer Gesellschaft schwer, ich sehe fast nie welche auf der Straße. Nicht alle Familien können für ein behindertes Kind aufkommen, da ist die Belastung sehr hoch, und in der Schwangerschaft geht es in erster Linie um das Wohl der Mutter.

    Sowohl nach den christlichen Werten, als auch nach den Menschenrechten, als auch nach unserem Grundgesetzt, als auch nach der Ethik der Mediziner ist ein Schwangerschaftsabbruch bei Behinderungen nicht verboten. Was nicht verboten ist, ist erlaubt, so steht es in den meisten Verfassungen. Wenn du jemandem vorschreibst, er dürfe sein Kind nicht abtreiben, dann bist du derjenige, der für das Leid der Mutter verantwortlich ist. Sowohl als Arzt, als auch als Mitmensch muss man sich in jeder Richtung an die Werte der Menschen der letzten Jahrtausende auf der Welt halten. Und das kann manchmal unangenehm sein. Zwinge bitte niemandem deine Meinung auf.

    Ethisch ist dein Gedanke aus einem anderen Grunde schon geklärt worden: Was ist, wenn der Arzt sich weigert, die Schwangerschaft abzubrechen und die Mutter leidet? Der Arzt macht sich schuldig! Das ist nicht einfach für ihn.

    Da du kein Arzt bist, kannst du froh sein, dass du diese Verantwortung der Pflicht zu helfen nicht tragen musst. Es wird von dir nur das Mindestmaß erwartet, die Toleranz gegenüber anderen.
     
    #10
    netAction, 5 November 2007
  11. User 75021
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    Es kommt ja auf den Grad der Behinderung an. Einem Kind mit Down Syndrom zB sollte man doch eine Chance auf Leben geben...oder?
    Ich finde schon.
    Wenn das Kind unter seiner Behinderung nur leiden würde, und sein Leben lang nur Schmerzen hätte, dann wäre eine Abtreibung sicherlich sinnvoller.
    Ich sag ja nur, das man so eine Entscheidung gewissenhaft abwägen muss. Viele Frauen würden aber wohl abtreiben, wenn sie wüssten, das sie ein Kind mit Down Syndrom bekommen-weil es bequemer für sie ist. So ist das nun mal.
    Wie viele Frauen unterziehen sich einem geplanten Kaiserschnitt, nur um den Geburtsschmerzen und eventueller Schönheitsmakel, die bei der Geburt entstehen können, zu umgehen.
    Das tue ich nicht-gebe nur meine Meinung zu dem Thema wieder.
    Es ist ja jedem selbst überlassen, wie er denkt und handelt.
     
    #11
    User 75021, 5 November 2007
  12. User 4590
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    Mit dem Wort 'bequem' in dem Zusammenhang wär ich sehr vorsichtig. Ein behindertes Kind stellt das bisherige Leben völlig auf den Kopf und ist eine wahnsinnige emotionale und finanzielle Belastung - das sind keine Kinkerlitzchen, über die wir da reden, und jemandem, der sich das einfach nicht zutraut, Bequemlichkeit zu unterstellen, find ich schon ein starkes Stück ...
     
    #12
    User 4590, 5 November 2007
  13. xihix
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    Ich habe das Ersttrimesterscreening machen lassen und bin auch ganz bewusst mit dem Gedanken, ist mein Kind behindert, werde ich es, wenn es eine Behinderung ist die mein Kind entsprechend stark einschränkt oder ihm kein glückliches Leben ermöglicht, abtreiben lassen.
    Das ETS musste ich im Übrigen selber bezahlen, kostet ca 150€. Kenne auch aus meinem Bekanntenkreis niemanden bei dem die Krankenkasse die Kosten übernommen hat. Aber mir persönlich ist es das Geld allemal wert.
    Man muss sich aber darüber im Klaren sein, dass man keine 100% Aussage bekommt, sondern nur eine Wahrscheinlichkeit für Trisomie.
     
    #13
    xihix, 5 November 2007
  14. User 75021
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    Da hast du Recht, man muss der Verantwortung dann auch schon gewachsen sein. Ich kann mir gut vorstellen, das eine junge Mutter mit so einer Nachricht wohl total überfordert wäre.
    Ich sehe das wohl viel gelassener, weil ich schon 2 Kinder habe und genau weiß-auch mit so einer Situation würde ich klarkommen!
     
    #14
    User 75021, 5 November 2007
  15. netAction
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    xihix, mir fällt gerade auf, ich habe gesagt, man würde eine Wahrscheinlichkeit bekommen. Das ist aber nicht ganz richtig. Man bekommt lediglich die Aussage, ob eine Trisomie wahrscheinlich ist oder nicht. Es gibt heutzutage noch keine Aussagen wie: "von 10000 Schwangeren mit deinen Werten werden statistisch gesehen 5 Down-Syndrome." Diese Verhältnisse liegen locker um Faktor 100 daneben. So viele Patienten wurden nämlich noch nicht untersucht. Dafür bräuchte man Millionen. Die alten Produkte, die solche Verhältnisse ausgeben, sind ungenau und irreführend. Ich lästere damit nicht über die Konkurrenz, auch wir haben so eines im Angebot. Das ist das billigste.
    Moderne ETS wissen das und geben der Frau nur einen Anhaltspunkt. Der ist dafür sehr viel genauer. Man kann mittlerweile 2/3 weniger Trisomien nicht erkennen und gleichzeitig 2/3 weniger Fruchtwasseruntersuchungen unnötigerweise durchführen als bei den Verfahren, die ein Verhältnis ausgeben.

    Sweety, eine junge Frau mit zwei Kindern hat eine wesentlich geringere Erwartung als eine vierzigjährige in der ersten und wahrscheinlich einzigen Schwangerschaft. Das ist für das Kind traurig, wenn es von einer Rentnerin von der Schule abgeholt wird, aber das ist bei uns leider der Trend. Eine Vierzigjährige will ein perfektes Kind, und zwar sofort.
     
    #15
    netAction, 5 November 2007
  16. User 69081
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    Ich finde auch, dass jedes Kind eine prizipielle Daseinsberechtigung hat. -meine Meinung-

    Ich denke nicht, dass man beim Ersttrimesterscreening den Grad der Behinderung, sofern vorhanden, erkennen kann, oder?
    Daher bleibt es dann eine Entscheidung über Leben und Tod, unabhängig davon, ob die Auswirkungen der Trisomie 21 nun leicht und übersehbar sind oder ob sie so schwer wären, dass man die Pflege dieses Menschens nicht alleine/zu 2. stemmen kann.

    @TS: ich denke nicht, dass du mit diesem Thread eine Grundsatzdiskussion über die Abtreibung potentiell behinderter Kinder bezwecken wolltest, oder?

    Ich habe mich bewusst gegen die ganzen möglichen Zusatzuntersuchungen entschieden, DENN:
    *ich war zum Zeitpunkt der Schwangerschaft erst 21
    *in meiner Familie gibt es keine Behinderungen, weder angeboren noch erworben
    *in der Familie meines Mannes genauso
    *ich würde auch ein Kind mit Behinderung haben wollen AUßER es wäre kaum lebensfähig

    Auch wenn man mit den ersten 3 Punkten nur "grob abschätzen" kann, mir reicht das. Ich will kein völlig durchgeplantes Kind, wo ich vermutlich noch durch irgendwelche Behandlungen das Geschlecht bestimmen konnte (das wird sicher bald kommen) ich will Mutter Natur da freien Lauf lassen. Wir bekommen seit Anbeginn der Menschheit unsere Kinder auf die gleiche Art und Weise, die Natur hat genug Schutzmechanismen eingebaut, um die Kranken und Schwachen raus zu selektieren. Entweder es klappt oder es klappt nicht, aber wenn ich schwanger bin, dann nehme ich das Kind so wie es kommt. Schon in der Schwangerschaft habe ich es ansatzweise gemerkt aber jetzt WEIß ich genau, was der Mutterinstinkt ist. *seufz* ich könnte einfach nicht abtreiben
     
    #16
    User 69081, 5 November 2007
  17. User 75021
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    :jaa: Genau so sehe ich das auch.

    Übrigens finde ich, das der TS einen superinteressanten Job hat.
    :smile: Ungewöhnlich, das ein junger Mann sich mit solchen Themen befasst. Find ich gut.
     
    #17
    User 75021, 5 November 2007
  18. netAction
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    Wie stark die Trisomie 21 ausgeprägt sein wird, kann man nach heutigem Stand nicht erkennen.

    Über Abtreibungen im Allgemeinen wollte ich nicht sprechen, aber ich wollte mein Position zu diesem Thema überprüfen. Wenn wir mit unseren Methoden dafür sorgen würden, dass man das Geschlecht aussuchen kann, würde ich nicht mehr dabei sein. Aber das scheint mir aus heutiger Sicht so gut wie ausgeschlossen zu sein. Zumindest vor der Befruchtung. Bei einer In Vitro Fertilisation würde das nach der Befruchtung gehen.

    Na klar finde ich meine Arbeit interessant, aber die hier besprochene Thematik geht im Alltag verloren. Da möchte ich sensibel bleiben. Für manche Mediziner ist eine Patientin ein interessantes Forschungsobjekt. Ich sehe die Patientin nie, und dennoch ist sie für mich ein Mensch und kein Laborwert.

    Leute, erhaltet tolle Jobs, kauft immer die modernsten Screeningmethoden!
     
    #18
    netAction, 5 November 2007
  19. SottoVoce
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    Den Satz finde ich schrecklich. :kopfschue Ich weiß, dass Du damit Recht hast und ich find ihn auch nicht Deinetwegen schrecklich, eigentlich find ich nur das, was dahinter steht, grausam.

    Jedes Kind ist perfekt! Und gerade auch Kinder mit dem Down-Syndrom gibts in meiner Gegend etliche, weil hier Einrichtungen für solche Kinder oder eher Jugendliche sind (die meisten Down-Syndrom-Leute, die ich sehe, sind irgendwas zwischen 15 und 20, im Sommer im Freibad hab ich aber auch eigentlich bisher bei JEDEM Besuch mindestens ein KIND (bis 10 Jahre) gesehen, dass das Down-Syndrom hatte). Ich weiß, dass das für die Eltern garantiert eine große Belastung ist, weil die Kinder immer irgendwie "besonders" behandelt werden müssen und irgendwie nichts mehr normal läuft. Aber mir fällt immer diese Fröhlichkeit der Kinder auf, und gerade beim Down-Syndrom sind doch recht viele trotzdem recht selbstständig.

    Ich finde es schlimm, dass man "ein perfektes Kind" braucht. :ratlos: Kinder sind entweder alle und immer perfekt - oder wenn mans andersherum sieht, gibts perfekte Menschen eh nicht. Mein Sohn hatte zwar vor seiner Geburt keinerlei erkennbare Behinderung, dafür die Nabelschnur doppelt um den Hals und hat sich bei der Geburt fast erdrosselt damit. Er musste beatmet werden und durch den fehlenden Sauerstoff (er war einige Minuten ganz ohne) hat er bis heute Defizite. Das kann man vor einer Geburt nicht erkennen, ne Zusatzbelastung ist es aber dennoch (Krankengymnastik, Logopädie, bereits 3 - zum Glück eher kleinere - OPs im Hals-Nasen-Ohren-Bereich). Perfekt ist sowas nicht - ja und? Die Kinder sind doch trotzdem einfach nur toll und liebenswert und genau richtig so, wie sie sind! Und was macht eine Vierzigjährige, wenn sie SO ein Kind bekommt? Empfindet sie das auch als nicht-perfekt und als Enttäuschung?

    -------------------------

    Ich sehe das ansonsten so wie Engelchen. Eventuell würde ich ein Screening machen lassen (ich glaube, mein Freund würde massiv wollen, dass ich es machen lasse), aber BRAUCHEN würde ich das nicht. Ich käme auch gut ohne klar. Ich weiß, dass es nur eine grobe Einschätzung ist, aber ich habe bereits ein gesundes Kind geboren, dazu kommt, dass weder in meiner noch in der Familie meines Freundes eine Behinderung vorkommt und ich, wenn ich das nächste Mal schwanger werde, auch noch nicht vierzig sein werde. *g* Sofern man das überhaupt beurteilen kann, ist meine Wahrscheinlichkeit, ein Kind mit Down-Syndrom zu bekommen, damit dann so gering wie es überhaupt sein könnte. Und das bisschen "Restrisiko" würde ich auch wieder blind in Kauf nehmen - wie gesagt, ein Kind mit Down-Syndrom würde ich ja eh bekommen wollen.

    Wenn ichs überhaupt machen würde, dann eher, weil ich eben gern "vorgewarnt" wäre.

    Darüber musst ich lachen. *ggg*
     
    #19
    SottoVoce, 6 November 2007
  20. netAction
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    vergeben und glücklich
    Daran, dass es spezielle Einrichtungen gibt und du eben wirklich nur dort behinderte Kinder siehst, merkst du, wie sie bei uns behandelt werden. Sie werden aus den Familien und aus dem Alltagsleben geschmissen, haben anscheinend in der Gesellschaft nichts zu suchen.

    Das war auch ein Witz.
     
    #20
    netAction, 6 November 2007

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