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Erwarte ich zu viel von meiner Therapeutin?!

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Jolle, 21 Januar 2010.

  1. Jolle
    Jolle (29)
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    vergeben und glücklich
    Hallo!

    Also. Ich leide ja, wie einige von euch vielleicht wissen, seit Jahren an ner Panikstörung (Angst vorm Zugfahren z.B.) und seit ca. einem Jahr an einer ziemlichen Übelkeit. Dazu kommt jetzt die Angst davor, dass ich krank werden könnte. Also auch wenns nur ne normale Erkältung wäre. Ich hätte dann z.B. Angst davor, dass ich auf der Arbeit absagen müsste, weil ich halt krank bin. Und dann würde ich mir sofort denken "Oh nein, was denken die von mir? Sind die jetzt böse, kann ich doch nicht machen?!" Sowas halt. Aber das ist jetzt hier garn icht so das Thema.

    Das Thema ist eher meine Therapeutin. Ich war gerade zum ungefähr 10. oder 11. Mal bei ihr und irgendwie ... ich wieß auch nicht. Passt das vielleicht nicht so?!

    Es fängt immer so an: Sie setzt sich hin, sagt hallo, und dann sitzt sie da und starrt michan :ratlos: Sie starrt dann einfach so lange bis ich anfange irgendwas zu erzählen. Dann berichte ich, wie meine Woche so war, was passiert ist, was mich vielleicht gestört hat. Irgendwann hab ich dann halt nichts mehr und dann sitzen wir da und sie starrt wieder :ratlos:

    Sie schreibt sich auch nie irgendwas mit. ICh hatte halt so die Vorstellung von ner Therapie, dass der Therapeut sich Sachen mitschreibt und dass man dann die Woche drauf wieder darauf eingeht. In etwa wie "Letzte Woche hatten sie x und y angemerkt. Wie ist das denn verlaufen, haben sie nochmal darüber nachgedacht, da können wir ja nochmal ansetzen". Wisst ihr wie ich meine?!

    Ich mach ne tiefenpsychologische Therapie und wir haben noch KEIN Wort über meine Kindheit verloren. Ich sitze da jede Woche und berichte, wann mir mal wieder schlecht gewesen ist, wann dann mal wieder ne Attacke da war und das wars dann. Da geht sie dann einfach nicht drauf ein. Sie fragt mich dann höchstens mal, was ich denn meine, wie ich meine Übelkeit "kleiner" kriegen könnte. Dann hab ich gesagt "Joa, mit Medikamenten ne?". "Jaa das ist doch gut!" :ratlos: Ich meinte dann, dass ich das eigentlich nich so geil finde. Klar, mit Medikamenten gegen Übelkeit, gehts dann auch weg, aber ich will natürlich nicht ständig meine Anti-schlecht-Tropfen nehmen. Jaaa aber das würde die Übelkeit ja trotzdem eindämmen, also hätte ich ja was, wo ich wüsste ,dass ichs damit abstellen kann. Ja. Hmm :hmm:

    Irgendwann sagte meine Therapeutin dann mal, dass sie das Gefühl hat, sie wäre die treibende Kraft bei uns. Ich hätte ein mal die Woche die Möglichkeit und den Raum, meine Gedanken zu äußern und dann sollte ich halt auch vollkommen banale Sachen erzählen (das meinte sie, nachdem ich etwa 20 Minuten aktuelle Sachen berichtet habe und dann einfach nichts mehr hatte!). Ich hätte mir gewünscht, dass sie dann vielleicht einfach mal was fragt, dass sie mich auf irgendein Thema bringt, mich quasi ein wenig "aus der Reserve lockt" oder so, denn ich hatte einfach nichts mehr zusagen. Sie hätte dann doch einfach ein Thema aufn Tisch bringen können (z.B. "Letzte Woche haben wir über x und y gesprochen. Wie war das nochmal?" Ooooder "Dann reden wir doch mal über ihren Vater. Wie ist denn ihre momentane Beziehung zu ihm?"). Irgendwie sowas?! :confused:

    Heute wars dann also wieder soweit. Sie kommt rein, starrt, ich fang an zu erzählen. Ich fang dann an zu erzählen, dass das mit der Angst vorm Krankwerden immer schlimmer wird, und ich gar nicht weiß, wie ich damit umgehen soll. Dass ich eben Angst davor habe, was andere Leute dann denken würden (das ist generell mein Problem, schimpft sich allgemein wohl Sozialphobie). Und was macht sie? Nichts! Sie SAGT einfach nichts dazu!

    Irgendwann fing sie dann wieder an, dass sie das Gefühl hat, dass ich von ihr erwarte, dass sie mir sagt, was ich jetzt machen soll. Und wieder das Ding, dass ich hier ein mal die Woche nen Raum hätte zum Reden blabla. Und ich würde meine Verantwortung für mich selbst an sie abschieben. Ich müsste ja selbst gucken, dass ich das alles wieder auf die Reihe bekomme. DAnn hab ich gesagt, dass ich, wenn ich das könnte und z.B. wüsste wie ich meine Übelkeit in den Griff kriege, nicht zu ner Therapie gehen würde und dass sie doch dafür da ist, mir Hilfestellungen zu geben und mir zu helfen und mir Tips oder sowas zu geben. Seh ich das so falsch!?:ratlos: Sie meinte auch, dass sie mir sicherlich Tips geben könnte und auch ganz viel dazu sagen könnte, aber das macht sie halt nicht.

    Ich hab dann auch gesagt, dass mich das stört, dass man jede Woche 5 Themen anspricht, total durcheinander und unstrukturiert und dass ich dann genauso gut mit ner Freundin über meine Probleme reden kann (die gibt mir sowas noch mehr Feedback :ratlos:).

    DAs einzige was meineTherapeutin dann noch meinte, wo sie auch recht hat, ist, dass mir die Therapie eigentlich schon ein bisschen geholfen hat. Anfangs war ich echt fertig, NULL Antrieb, depressive Verstimmung, Stress mit meiner Mutter. Jetzt ist es so, dass ich wieder Antrieb habe, wieder super mit meiner Mutter klar komme und über meinen SChatten gesprungen bin und mir endlich nen Job gesucht habe, wovor ich auch immer Angst hatte ("Ich kann das alles nicht usw."). Es ist auch richitg, dass ich dann auch an die positiven Aspekte zurückdenken muss. Ich verdräng die leicht und denk nur dran, wie doof alles im Moment ist. Da hat meine Therapeutin also recht.

    Aber ansonsten?! Läuft so ne Therapie?! Dass ich dahin gehe und "der Profi" mich da sitzen und reden lässt und nichts dazu sagt und hinterfragt?! Ich hab ihr echt erzählt wei scheiße das für mich ist, dass ich ich Angst habe krank zu werden und das wird so untern Tisch gekehrt?! Habe ich einfach so falsche Vorstellungen von ner Therapie? Sitzt man da halt nur rum und erzählt?

    Sie hatte mir letzte Woche z.b. Fragebögen mitgegeben, die ich ausfüllen soll, wenn ich mal wieder ne Attacke hab. Und heute? Hat sich das durchgelesen, meinte "Oh das ist ja schön, nur 4 Attacken in einer Wochen" und DAS WARS DANN! Nicht darauf eingegangen was genau ich da rauf geschrieben habe. Genauso wenig ist sie auf den Fragebogen den ich ganz zu Angst ausgefüllt habe jemals eingegangen. Das waren 50 Fragen, ich hab alles total ausführlich beschrieben, was wo meine Probleme sind und es wurde niemals wieder über diesen Bogen gesprochen.

    Erwarte ich zu viel?! Ich hoffe das ist jetzt nich zu wirr geschrieben und ihr versteht überhaupt, was ich will :ashamed:
     
    #1
    Jolle, 21 Januar 2010
  2. Chérie
    Chérie (30)
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    Hey, ich habe keinerlei Erfahrung mit Therapeuten/Therapien, aber das finde ich eigentlich dne zentralen Satz in deinem Post. Es muss passen, sonst bringt das doch nichts. Und so wie du sie beschreibst, genauso sind doch die in den TV-Serien auch drauf.

    Die Methoden bei einem anderen Therapeuten müssen ja nicht mal anders sein, aber vielleicht stimmt es bei euch zwischenmenschlich nicht oder du fühlst dich von ihrer "Los, erzähl schon...!" Art nicht so gut betreut, wie andere, die vielleicht genau das wollen: Reden, weil sie keine Freundin haben.
     
    #2
    Chérie, 21 Januar 2010
  3. Sadi
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    Ich glaub ich hab verstanden worauf du hinaus willst. Als angehende Psychologin kann ich dir sagen, dass das nicht so laufen sollte. Was mir als erstes aufgefallen ist - du machst eine tiefenpsychologische Therapie. Grade bei Angst- oder Panikstörungen ist das eigentlich genau das Falsche. Hast du dich vorher über die verschiedenen Richtungen informiert? Eigentlich würde ich dir eher eine kognitive Verhaltenstherapie empfehlen. Dort wird nämlich nicht nur rumgesessen und nichts getan :zwinker:
    So sollte jedenfalls keine Therapie ablaufen, hast du deine Therapeutin eigentlich mal auf dein "Problem" mit ihr angesprochen?

    (Ich halte nicht viel von Tiefenpsychologie, wie man vielleicht merkt)
     
    #3
    Sadi, 21 Januar 2010
  4. aiks
    Gast
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    Also ich war bei mehreren Therapeuten wegen Angstattacken und kann dir sagen, dass das nicht normal ist. Vorallem, dass sie sich keine Notizen macht irritiert mich sehr.
    Bei mir war es oft so, dass ich anfang nur über banale Sachen rede und das erst im Laufe der Monate intimer wird und soweit ich mich erinnern kann, hat mich meine Therapeutin anfangs auch immer angeschaut, bis ich etwas erzähle. Aber normal ergibt sich dann immer ein Gespräch, das sie dann leitet. Sie ist ja die Therapeutin.
    Außerdem sind mir auch immer Tipps gegeben worden, wie ich mit den Panikattacken umgehen kann. Wenn ich von meinen Attacken erzählt habe, dann hat sie (also die Therapeutin bei der ich am allerlängsten war) mich immer gefragt, wie ich eigentlich in so einer Situation handeln sollte, wie ich glaube, dass andere Menschen diese Situation sehen, was sie sich dabei denken und wo der Unterschied zu meinen Gedanken liegt.
    Sie hat Grundsätze aufgebaut wie "das Vermeiden vermeiden" und hat aber auch in besonderen Situationen eingesehen, dass ich doch mal was vermieden hab.

    Aber wir haben auch viel über aktuelle Ereignisse geredet, weil Angstkrankheiten oft Freundschaftsknüpfungen und so verhindern. Das war dann aber mehr so, dass ich erzählt habe und sie genickt hat.

    Aber mitgeschrieben hat sie immer.
     
    #4
    aiks, 21 Januar 2010
  5. Ört
    Ört (29)
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    nicht angegeben
    Jolle, ich bin natürlich keine Psychologin,a ber ich denke auch, dass du dir jemand Neues suchen solltest- der Sinn ist doch auch, dass man sich da wohl fühlt, oder etwa nicht?!

    Vorallem sie SCHNALLT ja anscheinend einfach nicht, was los ist, auch wenn du es ihr tausend Mal sagst. Sie findet immer noch, sie ist die treibende Kraft? Wo das denn? Indem sie da sitzt und glotzt? Herrje, jedes Mal regt mich diese Frau mehr auf. Tss.

    :herz:
     
    #5
    Ört, 21 Januar 2010
  6. User 53338
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    Hallo Jolle,

    Therapeuten schreiben nicht unbedingt während der Sitzung mit. Meine ehemalige Therapeutin hat sich das _nach_ der Stunde immer aufgeschrieben, damit sie sich während der Sitzung voll und ganz auf mich konzentrieren konnte.

    Bei mir war das damals irgendwie anders. Wir haben immer über das gesprochen, was bei mir grade ganz akut war und meine Therapeutin hat mir geholfen Gefühle zu verstehen, einzuordnen, mit bestimmten Triggern umzugehen, bla... das war wie beim Tennis spielen - sie warf mir den Ball am Anfang zu, ich fing an, gab an sie wieder ab und so weiter.

    Ich glaube nicht, dass du zu viel erwartest. Ich kenne mich mit der Form der Therapie auch (noch) gar nicht aus, ich kann dir leider nicht sagen, ob es normal ist, dass es zunächst (?) wohl so erstmal abläuft. Ich weiß aber auch, dass viele Therapeuten ihre Klienten einfach erstmal reden lassen, um sich so ein Bild von der Person und ihren Problemen machen zu können - aber ehrlich gesagt, 10 bzw. 11 Stunden halte ich für viel zu viel! Inzwischen sollte sie sich dieses Bild gemacht haben.

    Du hast ja schon einige Dinge bei deiner Therapeuten angesprochen, was dich so stört. Auch in diesem Umfang so wie hier? Geht sie darauf wirklich Null ein? Krass.

    Also, wie gesagt, ich kenne es von keinem Therapeuten so, dass ich da Monologe führe - war eben schon bei mehreren. Aber ich finde, wenn du dich bei ihr einfach nicht Wohl fühlst, dann schau dich mal nach einem anderen Therapeuten um. Das ist dein gutes Recht, dass habe ich auch schon gemacht (und bin dann am Ende doch bei meiner Therapeutin geblieben :zwinker: ).
     
    #6
    User 53338, 21 Januar 2010
  7. aiks
    Gast
    0
    Jap, ich hab auch eine Verhaltentherapie gemacht, aber da haben wir erst nach ein paar Jahren angefangen was zu tun.
     
    #7
    aiks, 21 Januar 2010
  8. User 92211
    Sehr bekannt hier
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    Verlobt
    Das kann ich so unterschreiben. Wer hatte dir denn zu der tiefenpsychologischen Therapie geraten? Möglicherweise bist du schon dort falsch beraten worden.
     
    #8
    User 92211, 21 Januar 2010
  9. Jolle
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    vergeben und glücklich
    Oh schon so viele Antworten :smile:

    Ja, ich weiß, dass man da besser ne Verhaltenstherapie machen sollte. Das hab ich anfangs auch gemacht. Ich bin für 3 Stunden bei einer anderen Therapeutin gewesen, einer Verhaltenstherapeutin und zwar wegen diesem Problem Ich brauche dringend Hilfe, ich weiß nicht mehr, was ich machen soll.

    Allerdings wurde ich dann nach 3 Stunden quasi "rausgeschmissen". Sie sagte, dass meine Probleme ganz viel mit meiner Mutter zusammenhängen, eben mit Kindheitssachen, und dass sie denkt, dass ich erstmal ne tiefenpsychologische Geschichte brauche. Und dann hat sie mich verabschiedet und ich bin gegangen. Ja. Und dann dachte ich mir "Ist vielleicht nicht schlecht die ganzen Kindheitssachen aufzuarbeiten" und gerade weil viele meiner Probleme mit meiner Mutter zutun haben bzw. diese durch meien Mama ausgelöst wurden.

    Deswegen die Tiefenpsychologie. War wohl die falsche Entscheidung :ratlos:

    Ja, heute dann eben. Als sie wieder anfing dann zu meinen, dass ich meine Verantwortung zu ihr rüberschiebe und Sachen verlange nach dem Motto "Frau Doktor, das und das sind meine Probleme, was soll ich machen?". Das hat sie gesagt. Ja, und genau DAS erwarte ich von ner Psychologin! Wofür ist sie denn da? Ich hab zu ihr gesagt, dass wenn ich wüsste, wie ich mit meiner Übelkeit und der ANgst vor anderen Leuten zu kotzen und mich zu blamieren und meinem nicht vorhandenen Selbstbewusstsein umzugehen, ich nicht zur ihr kommen bräuchte. Sie ist doch dazu da mich zu unterstützen und mir Hilfestellungen zu geben! Auf nichts wird näher eingegangen, auf die Zugangst nicht, die Angst mich ständig vor anderen zu blamieren, NICHTS.
    ICH (!) schieb sie schon immer in die Richtung, wo ich denke, dass es dahin gehen muss. ICH sag schon immer "Ja, ich glaube das bei mir könnte ne Sozialphobie sein weil ....". ICH diagnostiziere mich quasi selbts. Das kann doch nicht sein?!

    Ja so soll es doch auch sein oder? WIe schon geschrieben: Wenn ich wüsste, wie ich mit meinen Sachen hier umgehen soll, dann bräuchte ich da nicht hingehen.

    Um mal ein Beispiel zu geben:
    Vor 2 Wochen hat mein bester Freund bei mir geschlafen. Nichts neues. Ich kenn ihn seit 10 Jahren und hab ihn super gerne um mich. Man hat keine Geheimnisse voreinander und mir ist (eigentlich) rein GAR nichts vor ihm peinlich.

    So. Dann vor 2 Wochen. Mittwoch nachts. Ich bin aufgewacht und mir war auf einmal so unglaublich schlecht wie schon lange nicht mehr. Ich konnte ne Stunde nicht einschlafen, es war wirklich scheußlich. Und was war das einzige woran ich denken konnnte? "Er muss hier weg, er muss weggehen, ich weck ihn nachher auf und sag er soll früher nach Hause fahren. Was ist, wenn ich jetzt kotze? OH Gott das wäre das schlimmste. Er darf nicht mitkriegen wie ich mich übergebe, darf das nicht hören, oh nein oh nein, nicht kotzen, bitte nicht, er muss hier weg!"

    Hallo?! Ich war am nächsten Tag so schockiert. So hab ich noch nie gedacht, SO extrem! Das hab ich ihr dann in der nächsten Stunde erzählt. Und? NICHTS! Es wird NICHT drauf eingegangen.

    Jetzt wo ich das so runterschreibe find ichs echt immer beschissener :ratlos:


    Es ist ja auch total in Ordnung und normal, dass ich über die ganz akturen Sachen spreche. Aber ich erzähl jede Woche an welchem Tag mir jetzt schlecht war und wann mal wieder ne Attacke hatte. Punkt. Letzte Woche wars eben sehr aktut (siehe Geschichte oben) und ich bekomme keine Hilfe, keine Tips wie ich damit umgehen kann, es wird nicht wirklich drauf eingegangen.

    Und auch wenn ich dann mal keine akuten Sachen habe: Wenn ich dann nichts zu erzählen weiß, dann wird gesagt, dass ich ja auch banale Sachen sagen kann blabla. Anstatt dass sie mal was hinterfragt.


    --

    Ich hab jetzt allerdings ja schon den Therapievertrag unterschrieben und 25 Stunden bewilligt bekommen. Könnte ich denn jetzt theoretisch mir nochmal ne Überweisung holen und einfach diese Probestunden bei jemand anderem haben obwohl ich noch bei ihr bin? Und den Vertrag da hab? :hmm:
     
    #9
    Jolle, 21 Januar 2010
  10. aiks
    Gast
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    Ist das ein Institut wo du bist oder ist das sie alleine? Bei einem Insitut wird das sicher gehen.
    ----

    Wenn sie dir keine Tipps gibt, wie du mit Angst umgehen kannst dann bist du falsch. Wenn du nicht einer der seltenen Fälle bist, dann werden deine Angstattacken niemals weggehen, sie werden sich einfach sehr viel verbessern, aber du musst einfach mit einem gewissen Prozentsatz Angst leben können. Und das ist eben auch nicht schlimm, wenn man weiss wie. Durch meine Therapie hab ich herausgefunden wie ich 90% der Angstgefühle so unterdrücken kann, dass ich mich nicht blamiere oder mich selber verrückt mache. Das sollte das allererste Ziel einer Therapie sein, weil das der erste Sieg über die Attacken ist.
    Du brauchst doch eine Methode wie du deine Gedanken abschalten oder umlenken kannst. In erster Linie sind sie es ja, die alles noch viel mehr verschlimmern. Wenn dir da deine Therapeutin nicht hilft, dann musst du dir dringend eine andere suchen. Kaffeetratsch kannst du auch so machen.
     
    #10
    aiks, 21 Januar 2010
  11. User 53748
    User 53748 (28)
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    in einer Beziehung
    Hi Jolle, mein Freund studiert auch Psychologie und sagt, das tiefenpsychologische Therapien à la Freud (alles liegt an der Kindheit...) mittlerweile total überholt sind und eigentlich nichts bringen, aber das sie eben immer noch so "in" sind weil alle die toll finden.. ..-.- von daher und von dem was du hier berichtest würde ich dir auch zu einer anderen Therapieform und Therapeutin raten :zwinker:.


    Das mit der Übelkeit hatte ich auch mal, als ich 12 war. Ich hatte panische Angst vor Krankheiten, insbesondere vor Magen Darm. Ich hab mir jedes Essen genau angeguckt aus Angst, es könnte schlecht sein etc. Ich weiß auch nicht mehr so genau wie es wegging, einfach durch die Erfahrung glaub ich, das mir nichts passiert ist, ich nie Magen Darm bekommen habe und das ich mich auf meinen Geschmackssinn verlassen kann. Vielleicht hilft dir die Vorstellung, deinen Körper wie eine schützende Hülle wahrzunehmen, der alle Keime und Bakterien gar nicht zu dir durchlässt. Einfach versuchen wenn du Angst hast, dir vorzustellen das du von einer schützenden Haut umgeben bist, die nichts durchlässt. Ich wünsch dir alles Gute!! :smile:
     
    #11
    User 53748, 21 Januar 2010
  12. User 42447
    User 42447 (31)
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    nicht angegeben
    Naja, ich will mich da auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber stimme da im Großen und Ganzen Sadi zu.
    Die tiefenpschologischen Sachen laufen ja meist auf der Schiene, dass der Patient halt einfach alles erzählt was ihm einfällt und immer weiter assoziiert, bis er dann irgendwann zu dem Punkt kommt, an dem er die Sache findet, die der Auslöser für alles war.
    Kommt mir aber so vor, als ob das für dich in dem Moment nicht das richtige ist, da du ja klare Vorstellungen hast, was du dir von der Therapie erwartest, nämlich: konkrete Anweisungen, lösungsorientierte Ansätze, Handlungshinweise.
    Da dich ihre Art und Weise aber eher aufregt, als weiterbringt, wäre ein Wechsel oder etwas in der Art sicherlich nicht verkehrt. Kannst du dich nicht bei deiner Krankenkasse erkundigen, wie du weiterverfahren kannst? Die sind ja sicherlich auch daran interessiert, dass du Erfolge verbuchen kannst, da die Sache ja immerhin von ihnen finanziert wird.
     
    #12
    User 42447, 21 Januar 2010
  13. User 20526
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    Verheiratet
    Hi Jolle!
    Ich finde das Verhältnis zwischen dir und deiner Therapeutin auch ganz, ganz komisch. So sollte das nicht laufen. Wenn sie auf deine Kritik nicht reagiert und dich immer nur anstarrt, hätte ich schon längst das Weite gesucht. Manche Leute kommen damit klar und nehmen dementsprechend viel aus dieser Situation für sich mit (gerade das Angestarrt werden ist ja bei sozialen Ängsten besonders fies und eine Herausforderung), aber du scheinst nicht zu diesen Leuten zu gehören; das sollte sie merken und ihre Konsequenzen daraus ziehen. Die gute Dame verdient immerhin ihr Geld an dir, dann sollte sie ihren Job auch so machen, dass er DIR hilft.

    Als ich vor 3 Jahren wegen sozialer Ängste meine erste Sitzung hatte, bin ich hinterher rausgegangen und habe gestrahlt, weil endlich jemand meine Probleme ernstgenommen hat und mir dabei helfen wollte.
    Direkt am nächsten Tag habe ich eine Riesenaufgabe (nach einem Praktikum fragen) gemeistert, von der ich auch in der nächsten Sitzung gleich wieder berichten konnte, wieviel Überwindung es gekostet hat, wie auf mich reagiert wurde und wie ich es letztendlich geschafft habe. Meine Therapeutin hatte mich in der ersten Sitzung ganz vorsichtig gefragt, ob es möglich wäre, dass ich diese Aufgabe bis zum nächsten Mal bewältige und war völlig überwältigt von meiner sofortigen Umsetzung. :grin: Aber so sollte es ja auch sein, dass man einfach angespornt wird!
    Überhaupt habe ich von meiner Therapeutin immer nur gehört, wie gut ich das alles mache und wie sehr ich mich in der Zeit meiner Therapie verändert und wie viele Aufgaben ich gemeistert hätte. Also seeeehr viel positive Bestärkung. An sich hat sie mir auch nicht viele Lösungen vorgegeben, sondern einfach mit mir zusammen evaluiert, woher meine Ängste kommen und was ich gegen sie unternehmen kann. Alleine das Reden hat mich selbst auf die Lösungen gebracht. Aber auch nur, weil ich ihr vertrauen konnte.
    Am Ende meiner 2,5 Jahre (51 Sitzungen mit Pausen zwischendurch) konnte sie dann einfach nichts mehr beisteuern, aber da hatte ich auch das gute Gefühl, "austherapiert" zu sein.

    Du kannst auf jeden Fall noch bei anderen Therapeuten Probesitzungen machen, da spricht nichts gegen. Was ich empfehlen kann, ist, es mal bei der Psychiatrischen Ambulanz einer Uni zu versuchen. Da war ich und fand es super, dass die immer auf dem neuesten Stand der Forschung sind, ich jedesmal einen Feedbackbogen ausfüllen konnte und meine Therapeutin regelmäßig eine Supervision hatte, wo ihre Arbeit beurteilt wurde. Vielleicht gibts ja sowas auch in deiner Nähe!?
    Und wie die anderen schon sagten, vielleicht ist die Tiefenpsychologie einfach nicht das Richtige in diesem Fall. Ich kann mir gut vorstellen, dass man gerade diese Krankheitsängste viel besser per Konfrontation inner- und außerhalb einer Verhaltenstherapie loswird, genau wie es bei den sozialen Ängsten ist.

    Ich wünsch dir alles Gute!
     
    #13
    User 20526, 21 Januar 2010
    • Danke (import) Danke (import) x 1
  14. Starla
    Gast
    0
    Also bitte, das kann man nun wirklich nicht sagen. Ich finde, dass jede Therapieart ihre Berechtigung hat und es liegt eben an dem Menschen, ob er damit zurecht kommt oder nicht. Das ist individuell verschieden.

    Nur weil diese Frau anscheinend nicht kompetent ist, kann man doch nicht gleich eine gesamte Therapierichtung schlecht machen...

    Jolle, ich find's schade, dass Dir die Therapie nichts bringt, aber genauso schade finde ich es, dass Dich Deine frühere Therapeutin einfach weggeschickt hat. Machen wir uns nichts vor, da in Deutschland nur zwei Therapierichtungen abgerechnet werden können, steht bei vielen natürlich z.B. Verhaltenstherapeut drauf, aber das heißt doch nicht, dass man NUR nach Manual arbeitet.

    Normalerweise führt man doch auch trotzdem Gespräche, auch wenn man eine Verhaltenstherapie macht.

    Welche Therapierichtung jetzt etwas für Dich ist, kann Dir aus der Ferne auch niemand kompetent beantworten... aber dass es mit Deiner jetzigen Therapeutin nicht weitergeht, liegt auch auf der Hand.

    Wenn Du Dir eine andere Person suchst, solltest Du diese Dinge (Deine Erwartungen, die Du ja ganz klar formulieren kannst!) schon in den Vorgesprächen ansprechen, damit man gucken kann, ob ihr beide kompatibel seid.
     
    #14
    Starla, 21 Januar 2010
    • Danke (import) Danke (import) x 2
  15. Mìa Culpa
    Gast
    0
    ....
     
    #15
    Mìa Culpa, 21 Januar 2010
  16. User 20526
    Verbringt hier viel Zeit
    649
    113
    26
    Verheiratet
    Da hast du allerdings Recht. Ich hab auch mal den Wunsch geäußert, dass ich gerne etwas tiefer in meiner Vergangenheit nach Ursachen suchen würde und das war gar kein Problem, trotz meiner Verhaltenstherapie. Dann haben wir eben ein paar Sitzungen lang über mich und meine Familie geredet - war super interessant und hat mich definitiv weitergebracht. Überhaupt haben wir hauptsächlich geredet, mal mehr sie, mal mehr ich.
    Ich kann mir vorstellen, dass das für Jolle auch wichtig sein könnte. Dass ihre alte Therapeutin sie deswegen weggeschickt hat, ist schon sehr seltsam.
     
    #16
    User 20526, 21 Januar 2010
  17. Luc
    Luc (29)
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    148
    108
    nicht angegeben
    Verhaltenstherapie geht doch eher auf speziefische Ängste und weniger auf flottierende Ängste, oder?

    Jolle, ich finde du kannst die Therapeutin ruhg konfrontieren. Sie kann ja dann mit ihren gegenübertragungen kommen usw. Ich meine halt, wenns ein bisschen anfängt zu fetzen, passiert sicher eine Wandlung. Wenn sie damit dann nicht klarkommt, ist sie einfach nicht kompetent. Fragt sie denn wirklich nie nach, wenn du etwas erzählst?
     
    #17
    Luc, 21 Januar 2010
  18. aiks
    Gast
    0
    Sie hat ja spezifische Ängste. Das man sonst auch anderweitig Angstattacken bekommen kann ist normal.
     
    #18
    aiks, 21 Januar 2010
  19. User 86199
    User 86199 (36)
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    128
    168
    Verheiratet
    Hi Jolle,

    beim Lesen der anderen Kommentare sind mir ein paar Dinge eingefallen, die ich gern noch ergänzen würde.

    Erstens: Nachdem du bereits 11 Stunden bei deiner Therapeutin absolviert hast, kann es in der Tat schwierig sein, jetzt noch zu wechseln. Möglicherweise macht eine Krankenkasse das nicht ohne weiteres mit, weil deine jetzige Therapie somit als abgebrochen gilt. Ein Anruf bei deiner Krankenkasse könnte helfen, um deren Tendenz erkennen zu können.

    Zweitens: Du berichtest selbst von bereits erzielten Erfolgen wie Verbesserung des Verhältnisses zu deiner Mutter, verbesserte Stimmung (wenn ich mich recht erinner) und weniger Panikattacken. Mich würde interessieren, worauf du diese Erfolge zurückführst, wenn sie nichts mit der Therapie zu tun haben.

    Drittens: Wenn du für dich und deine Therapeutin noch eine Chance siehst, würde ich sie bitten (noch einmal?) zu erklären wie die Therapie bei ihr funktioniert und wie sie wirkt. Meiner Meinung nach ist diese Art von Transparenz ganz wichtig in der Therapie und wenn sie dich hier nicht als mündigen Menschen behandelt, wäre ich an deiner Stelle wohl sehr skeptisch.

    Viertens: Ja, auch ich würde bei einer Angststörung eine kognitive Verhaltenstherapie machen. Der Tiefenpsychologie allerdings ihre Wirksamkeit abzusprechen, halte ich für überheblich. Der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie klick sieht es jedenfalls anders.

    Fünftens: In der BRD gibt es drei von den Kassen bezahlte Therapieverfahren: Kognitive Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologie, Psychoanalyse.

    Jolle, ich weiß dass ich mit meinem Beitrag eher die Fakten rund um dein Problem abgearbeitet habe, hoffe aber, dass dir diese Hintergrundinfos auch ein bisschen weiterhelfen können.
     
    #19
    User 86199, 21 Januar 2010
    • Danke (import) Danke (import) x 2
  20. Starla
    Gast
    0
    Nach einer abgeschlossenen Therapie wird die Krankenkasse für einen Zeitraum von 2 Jahren keine Therapie bezahlen, wenn die gleiche Diagnose angegeben wird. Inwiefern man das umgehen kann, wenn man eine andere (ähnliche) angibt und ob das auch bei einer "abgebrochenen" Therapie gilt, weiß ich allerdings nicht, aber das könnte man ja in Erfahrung bringen.



    Ja schon, ich hatte allerdings nur von Therapierichtungen gesprochen (Psychoanalyse ist ein tiefenpsychologisches Verfahren) und wollte darauf hinaus, dass z.b. andere Ansätze wie systemische Therapie nicht bezahlt werden. Letztendlich kann aber niemand nachprüfen, was genau in den Sitzungen durchgeführt wird und das hat natürlich Vor- aber auch Nachteile.
     
    #20
    Starla, 21 Januar 2010

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