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    1 Februar 2018
    #1

    Erziehung in Beziehungen

    Ich bin einfach neugierig (und war mir nicht sicher, wo ich das hier jetzt hinposten soll - hoffe, ich bin im richtigen Bereich gelandet).

    Ich bekomme immer wieder mit, dass Frauen wie Männer, in meiner Wahrnehmung aber mehr Frauen, ihre Partner "erziehen" wollen. Das beginnt bei Dingen wie Augenbrauenzupfen und geht dahin, ihnen irgendwelche Hobbys nur zu bestimmten Zeiten oder gar nicht zu erlauben.

    Damit einher geht im Gegensatz zu partnerschaftlicher Konsensfindung eine Attitude, die besagt, dass der erziehende Partner es besser weiß als der Zögling.
    Beispielsweise werden PC-Spiele eingeschränkt, weil "das schadet dem Gehirn", der Partner/die Partnerin darf keinen Rucksack tragen weil "sich das nicht gehört, wenn man über 20 ist" oder die Kleidung des Partners/der Partnerin wird kritisiert, weil man sich sonst für ihn/sie schämt.

    Ich gebe zu: Ich kapiere das nicht. Mein Partner ist nicht die Verlängerung meiner Selbst. Wenn er mit einem schrecklichen Shirt durch die Gegend laufen will, soll er doch.

    Wenn mich etwas wirklich Beziehungsbezogenes stört, dann sage ich das. Beispiele im Vergleich zu oben: Wenn mir Hobbys zuviel werden, weil sie die gemeinsame Zeit einschränken (vs. "weil ich eine konkrete Meinung über die Wertigkeit des Hobbys habe). Wenn mir der Bart zu lang wird und mich beim Küssen nervt (vs. "das sieht dann aus wie ein Waldschrat").
    Ich gestehe auch Leuten durchaus zu, dass optische Präferenzen ihnen in der Beziehung deutlich wichtiger sind als mir, wenn es da zur "Beziehungsgefährdung" kommt - kann ich nicht nachvollziehen, ist aber nochmal was anderes.

    Wie ist das bei euch: Erzieht ihr eure Partner oder werdet ihr erzogen? Habt ihr sowas schon mal in Beziehungen erlebt und wie seid ihr damit umgegangen? Nehme nur ich das als so ein großes Kuriosum war oder passiert das wirklich so häufig?
     
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    1 Februar 2018
    #2
    jap, ist mir auch schon aufgefallen und lässt mich mit unverständnis zurück.
    bin ja schließlich partnerin und nicht die mama^^
    würde man mich so behandeln, würde ich demjenigen wohl auch den puls fühlen.
     
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    1 Februar 2018
    #3
    Hm, ja, den Schuh muss ich mir auch anziehen. In Sachen Kleidung sage ich oft was, z.B. dass es mal wieder an die Zeit wäre, neue Hemden oder Hosen zu kaufen. Er hat auf Klamotten kaufen einfach keine Lust und würde heute noch mit seinen Klamotten von 1995 rumlaufen, würde ich nichts sagen. Gefällt mir halt nicht, ich finde ausgewaschene, deutlich unmoderne oder ausgeleierte Klamotten nicht schön, daher nehme ich mir das Recht heraus, was zu sagen.
    Mein Partner ist dafür aber auch dankbar, er sagt mir auch, dass er es gut findet, dass ich ein Auge dafür habe und dann auch was sage. Er bekommt ja auch von Anderen positives Feedback dafür und freut sich darüber.
    Er sagt auch wirklich oft, dass er durch mich sozialer geworden sei und auch das findet er gut.
    Man sollte halt beide Seiten der Medaille betrachten: Da ist nicht nur eine böse Partnerin, die sich ihren Mann zurechtformt, sondern auch ein Partner, der das entweder zähneknirschend zulässt oder es sogar dankbar annimmt (wie in unserem Fall). Fällt einem vielleicht schwer, nachzuvollziehen, wenn man es selbst gar nicht so kennt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1 Februar 2018
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    1 Februar 2018
    #4
    Allein die Sache mit den Augenbrauen muss ich in die Hand nehmen. Theo Waigel-Look ist sowas von out.

    Ansonsten erziehe ich nicht und mein Mann auch nicht. Wünsche aussprechen: ja. Zwänge oder Manipulation: nein.
     
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    1 Februar 2018
    #5
    Wir erziehen einander gegenseitig :grin:
    Da ist nichts von Schüler und Lehrerin. Das geschieht einfach, schmerzlos und unbemerkt. Es ist eine Art sanfte Anpassung, wir werden uns ähnlicher, wir verlieren gewisse Eigenheiten und Marotten die nicht so gut passen, wenn man zusammen lebt.
    Dass man einander hilft, einander vor Peinlichkeiten bewahrt (z.B.Kleidung, usw.) hat nicht mit Erziehung zu tun. Das ist eine Dienstleistung unter Freunden.

    Ich vermute Eswareinmal denkt eher an Eheleute die einander "schurigeln", dauernd kritisieren und den Partner nach ihrem eigenen Bild modellieren wollen. Ob aus Güte oder Befehlsucht.
    Das kann dann übrigens auch die Kinder betreffen. So etwas finde ich dann gar nicht schön, und ich kenne das sehr gut, auch schon aus meinem Beruf.

    Zum sich befehlen lassen braucht es auch Bereitschaft. Und die fehlt uns beiden, definitiv :grin:
     
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    1 Februar 2018
    #6
    Da entsteht für mich zum Beispiel schon ein Fragezeichen. Mein Mann ist erwachsen. Wenn ich wirklich irgendwas total peinlich fände (auch wenn ich nicht weiß, was das sein sollte), dann würde ich ihn maximal fragen, ob er das anziehen will, und wenn ja, dann - soll er doch? Ich weiß nicht, er ist erwachsen und ich traue ihm genug Urteilsvermögen zu, um zu entscheiden, was er trägt. Dass ich ihn auf bislang ungesehene Löcher in der Hose hinweise, das mache ich durchaus, aber solange er das Kleidungsstück vorher selbst inspiziert und für ausreichend erachtet hat, sehe ich das nicht als meine Aufgabe.

    Ich meine auch wirklich nicht solche Sachen, wie, dass man lernt aufeinander einzugehen. Ich werde ordentlicher, er macht TWD aus, wenn ich ins Wohnzimmer komme. Aber das sind ja Dinge, die man füreinander macht und - das Gefühl hab ich eben häufiger - nicht für das ominöse, große "Man sollte".

    Und warum tangiert dich, ob es "out" ist oder nicht? Oder ist es da eher so, dass du deinen Partner mit ungezupften Brauen wirklich so unattraktiv findest, dass du dich abgestoßen fühlst?

    Ich hab die Frage wirklich aus Neugier gestellt, weil ich das Bedürfnis schlicht nicht kenne.
    Ich liebe meinen Mann, wie er ist - was andere von ihm halten, ist mir egal, wenn es ihm selbst nicht wichtig ist.
    Bei der von dir geschilderten Situation sehe ich noch einen Unterschied zu dem, was ich meine, darin, dass dein Partner da ja Feedback von dir WILL.
    Unverständnis hab ich da in erster Linie gegenüber dem "zurechtformen". Wenn ich mir meinen Partner formen müsste, wäre es irgendwie der Falsche für mich persönlich.

    Wir sind aber - wenn man jetzt das Kleidungsthema nimmt - auch beide Menschen, die der Überzeugung sind, dass zu viele Personen ihre eigene Meinung in Bezug auf, hm, generelle Konventionen zu wichtig nehmen. Wir gehen auch in Jeans in die Oper, weil wir es einfach egal finden und beide nicht nachvollziehen können, was an einem schicken Outfit außer der ominösen Etikette relevant ist.
    Es ist auch nicht so, dass nicht einer den anderen bei irgendwelchen Anlässen fragt "Kann ich das anziehen" oder sowas, aber ich käme eben nie auf die Idee, etwas, für das er sich bewusst entschieden hat - mit wieviel modischem Sachverstand auch immer - in Frage zu stellen. Es hat aber halt auch keiner von uns das Bedürfnis, anderen Menschen großartig zu gefallen oder als "akzeptabel" markiert zu werden. Und "Peinlichkeit" beginnt bei manchen Menschen halt leider schon sehr früh (mein Bruder findet mich im Poncho zum Beispiel bis heute unglaublich peinlich :grin:).
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 1 Februar 2018 ---
    Ich weiß nicht, was schurigeln ist außer ein lustiges Wort, aber so meinte ich das, ja. :grin:
     
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    1 Februar 2018
    #7
    Ich bin ja einverstanden mit dir. Bloss beharre ich nicht darauf erwachsen zu sein. Und dann gibt es eben manchmal auch Rückwirkungen auf die Partnerin oder den Partner, wenn man total andere Massstäbe z.B.an die Kleidung an legt. Meine Mam z.B. hat meinen Pa irgendwie dazu "erziehen" müssen dass er nicht in Lieblings-Jeans und Pulli ins Opernhaus kommt wenn sie in der Abendrobe dabei ist. Solche punktuelle "Erziehung" kann die Beziehung angenehm beleben, ich erinnere mich gern daran :grin:

    Off-Topic:
    Ich hätte auch schreiben könen "die Hühner eintun" :grin:
    Im Zusammenhang versteht man fast alles
     
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    1 Februar 2018
    #8
    Also einige Dinge haben wir aufgegeben, dem anderen beibringen zu wollen :grin:. Zweimal "Ich einfach unverbesserlich" unter einem Dach.

    Andere Dinge aber sind wohl so ein wenig "erziehen". Allerdings läuft es bei uns so wie bei simon1986 : Meistens wollen wir einfach fürsorglich sein und dem anderen wirklich eine Art "Dienst" erweisen. Bei uns heißt es auch öfter "Kann ich so rausgehen?" als "So kannst du nicht rausgehen!". Einen Befehlston höre ich zurecht, was mein Trinkverhalten betrifft. Ich vergesse das leider einfach und mittlerweile habe ich Nierenschmerzen :cautious:. Man muss mich manchmal schon anraunzen, bis ich mal was kapiere.

    Ok; Ich hab meinem Mann und mir vor Jahren zu Weihnachten ein kleines Hängeschränkchen für den Flur geschenkt, wo man an Haken unsere Schlüssel aufhängen und in die Schubladen Portemonnaie und Handy packen kann, um morgens nicht wie angezündet durch die Bude rennen zu müssen, weil nichts da ist und man zu spät zur Arbeit kommt. Und ja, das finde ich :ichsagnichts: , war mehr er als ich :ninja:. Das kann man alles als Erziehung umdeuten, weil der andere es nicht gebacken bekommt, einfache Sachen wie Trinken oder Schlüssel an dieselbe Stelle legen zu machen...aber ist nicht so gemeint.

    Wobei der Grat zwischen "ich meine es gut" und "ich stülpe dir über, was mMn besser für dich ist" sehr schmal ist und der andere kann sich schnell mal gemaßregelt und erzogen fühlen. Diese Rollen sind schneller da als man so denkt.
    Kniffelig.
     
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    1 Februar 2018
    #9
    Naja ich glaub dass da bei uns prinzipiell eine ganz andere Dynamik herrscht, alleine schon weil mein Mann aus Russland ist und das auch so erwartet, dass ich ihn da ein bisschen bemuttere in manchen Sachen.
    Ich kaufe die meiste Kleidung für ihn, ich schaue auf seine Körperpflege, schneide seine Haare, kaufe seine Hygieneprodukte und wähl sie auch aus, etc. etc. :grin:
    Ich muss ihn auch immer wieder daran erinnern, dass er essen muss und wenn ich ihm nicht ab und zu was bringen würde, dann würde er wahrscheinlich einfach irgendwann verhungern :hmm:
    Dadurch dass ich aber selber aus dem Osten stamme hab ich das auch von zuhause so mitgekriegt, dass man das als Frau eben so macht. Ich hab ja auch meine Vorteile dadurch - mein Mann hat immer schicke Kleidung an, riecht gut für mich und schaut immer gepflegt aus.

    Da ist dann halt aber auch nix mit rummeckern, sondern er lässt das gerne über sich "ergehen" bzw. ist das ja auch ein bisschen verwöhnen.

    An seinem Charakter oder irgendwelchen anderen Ausdrücken seiner Persönlichkeit mecker ich aber nicht rum oder verbiete gar was - ich hab ihn ja geheiratet, ich mag ihn so wie er ist.
     
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    1 Februar 2018
    #10
    Nein, also erzogen gegenseitig nicht.
    Sie sagt ihre Meinung und ich die meine. Und dann wird gemacht was ich sage. :cool: Nein, Quatsch, natürlich nicht. :link:

    Das war mehr so sich auf einander einlassen und schauen was die Zeit bringt und ob wir mit den jeweiligen Marotten, Macken oder Ticks des Anderen leben können und wollen.
    Ob es auf Dauer passt. Und das tut es.

    Hin und wieder sind gegensätzliche Auffassungen da. Darüber wird gesprochen und meist ein Kompromiss gefunden.
    Wir sind jetzt schon so lange zusammen, dass es für uns passt.
    Aber Erziehung in der Form, du darfst dieses oder jenes nicht, nein.



    Manchmal trifft sich meine Frau mit ihren Freundinnen. Da bekomme ich auch schon mal was mit, was da so gesagt wird.
    Und durchaus sind da weibliche Äußerungen dabei, wie und was der Mann zu tun hat.
    Hab mich auch schon mal eingemischt und gefragt, ob der Männe denn noch eigenständig atmen und aufs Klo gehen darf.
    Oder vielleicht das Stöckchen holen und mit dem Schwanz wedeln solle. :cool:
    Trug zwar zur Erheiterung bei wurde dann aber mit den Worten, so schlimm ist es ja gar nicht, relativiert.
    In meinem männlichem Umfeld höre ich das eher nicht. Meist nur, die Frau/mein Weib oder die Alte geht mir mal wieder auf den Sack.
    Redet ihr nicht, frag ich, ne, höre ich da oft. Ich will nur meine Ruhe haben.

    Ich weiß, dass nicht alle Frauen oder Männer so sind, bevor ich wieder Schimpfe bekomme.
    Aber das oben Beschriebene ist auch eine Realität.
    Und ja, gibt es bestimmt auch umgekehrt. :smile:
     
    Zuletzt bearbeitet: 1 Februar 2018
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    1 Februar 2018
    #11
    Ich weiß einerseits, was du meinst - es gibt diese Paare, da guckt man zu und denkt: Oh gott, warum sind die nur zusammen? Sie ist doch offentsichtlich unzufrieden mit ihm, er erträgt ihr Gemecker nicht.

    Es gibt aber Situationen, in denen ich es verstehen kann - z. B. dann, wenn es ein Verhalten des Partners gibt, das nicht vorausschauend ist und unter dem dann mittelfristig auch der Partner leidet. Wenn z. B. die Frau für eine längere Stadtbesicherigung unbedingt High Heels tragen will, obwohl das schon auf den letzten zwei Städtetrips nach kaum einer halben Stunde fast für Tränen gesorgt hat, finde ich es total okay, wenn der Partner dann sagt: "Bitte zieh dir andere Schuhe an, wir wollen doch etwas länger laufen." Das ist meinen Augen schon "erziehend/bevormundend", aber die Alternative, sie nach einer halben Stunde im Café abzusetzen oder nach Hause zu gehen um die Schuhe zu wechseln, finde ich beim dritten Mal eben auch nicht mehr so prickelnd.

    Stichwort "Schämen für den Partner" - da muss man natürlich eine Balance finden. Natürlich ist der Partner nicht das verlängerte Selbst - aber man hat ihn eben schon irgendwie "ausgesucht" und das weiß das Umfeld ja auch. Grobe Peinlichkeiten fallen also auch auf einen selbst zurück. Wenn der Partner einem natürlich ständig peinlich ist, sollte man sich schon fragen, ob es vielleicht an der Partnerwahl liegt. Sonst finde ich, dass man bspw. bei einzelnen modischen Verfehlungen schon etwas sagen darf. Es ist ja schon eine Frage des Außmaßes - einer guten Freundin würde ich ja ggf. auch sagen, dass ihr der Rock einfach nicht steht oder ich frage sie selbst, ob sie findet, dass diese enge Hose billig an mir aussieht. Bisher ist sowas noch nicht vorgekommen, aber notfalls kann man ja auch bitten, für die Party/den Besuch bei den Eltern doch etwas anderes anzuziehen und das Tshirt, das zwei Nummern zu eng ist, doch lieber auf dem nächsten Männerabend anzuziehen.

    Das Verhalten, das auf der Grundthese beruht, dass es einer besser weiß und einfach entscheidet, finde ich auch schlimm, solange der andere das nicht will. Manche Paare entscheiden sich aber auch dafür, dass einer von beiden bestimmte Aufgaben übernimmt, auch wenn er dadruch Entscheidungen für beide trifft - das ist einfach effizienter. Oft kauft z. B. nur einer ein und entscheidet dann teileweise allein, was es in der nächsten Woche zu essen gibt. Wenn einer von beiden sich einfach nicht für Einrichtung und Kleidung interessiert, der andere aber schon, dann ist es doch okay, wenn einer das für beide entscheidet.

    Allerdings ist das in meinen Augen keine "gute Erziehung". Denn auch bei guter (Kinder)Erziehung erklärt man ja, warum man etwas für richtig hält und überlässt dann auch gerne die letzte Entscheidung dem Kind. Dieses Überlassen der letzten Entscheidung finde ich in der Beziehung noch zentraler, weil es eben kein Eltern-Kind-Verhältnis ist. Wenn einer etwas besser weiß, finde ich es dennoch gut und völlig okay, aufzuklären. Ich muss doch meinen Partner nicht gegen jede Wand laufen lassen. Wer würde seinem Partner z. B. nicht sagen, dass das Urlaubsland recherchiert hat und nun weiß, dass man vorher ein Visum braucht? Würdest du dir da sagen: "Er ist schon groß, dass muss er selber merken - und wenn nicht, dann wird es ihm eine Lehre sein zu merken, dass man ihn so nicht ins Land lässt."?
     
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    1 Februar 2018
    #12
    Ich muss da nicht alles als seinen Charakter hinnehmen :grin: Dass er Wäsche direkt sortiert und in passende Körbe wirft musste ich ihm anerziehen. Kannte er so nicht, hat er nicht gemacht. Mich hat es genervt. Ebenso wie andere Kleinigkeiten, bei dessen Unterlassung ihm kein Schaden entsteht, unser Umgang aber dafür entspannter.
     
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    1 Februar 2018
    #13
    Bestimmte Dinge musste ich meinem Mann anerziehen, ja. Zb keine Tabletten in Griffweite unserer Kinder herum liegen zulassen. Oder beim Duschen entweder Töpfchen rausstellen oder Tür auflassen, weil sonst eine kleine Person in Nöte kommt. Oder das Baby erst wickeln, bevor es die Abendflasche bekommt, damit es nicht mit vollgekackter Windel ins Bett gelegt wird, etc, etc.
    Nett einmal drüber reden nutzt halt einfach nichts, wenn man einen zerstreuten Professor zuhause wohnen hat, der es trotzdem noch 100 mal macht...

    Und ja, ich habe auch meine Macken, auf die er mich hinweist.
     
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    1 Februar 2018
    #14
    Vielleicht muss ich auch ergänzen, dass es für mich noch einen Unterschied gibt zwischen Fürsorglichkeit und Erziehung. Zum Beispiel das mit dem Visum - da wäre das gegenteilige Verhalten für mich eher Erziehung (quasi "Ich will, dass er lernt, sich zu informieren") als die Information, dass er ein Visum braucht. Ist ja jetzt auch hinsichtlich der entstehenden Familie so - mal weiß der eine besser Bescheid über eine Sache, mal der andere, und klar informiert man dann den anderen darüber. Wir insistieren auch, wenn es Dinge gibt, die uns wirklich am Herzen liegen.

    Ich hab nochmal drüber nachsinniert, und ich glaube, mir geht es oft um die Begründungen für das erzieherische Verhalten. Was deep voice schildert kenne ich eben auch von Treffen mit Bekannten. Da hocken dann die Mädels und mokieren sich, weil ihr Freund dies und jenes und haaaach... und dann frag ich "Joa, und warum willst du unbedingt, dass er sich das Gesicht eincremt?" In den meisten Fällen kommt halt ein "Das macht man so". Na ja, offenbar macht "man" es ja nicht so :grin: Oder halt z.B. bei Augenbrauen (und keiner der Freunde sieht aus als würde er vom Survivaltrip kommen!). Es kommt halt selten ein "MICH stört das" oder "ICH finde das nicht attraktiv".
    Bei PC-Spiel-Verhalten finde ich es bei Hobbys am extremsten und da hatte ich das halt in einer Beziehung auch schon. Ich zocke halt gern, und ich find es komisch, das einschränken zu müssen, weil es kein gesellschaftlich anerkanntes Hobby ist. Ich verstehe nicht, was für die Mädels der Unterschied ist zwischen "Wir hocken beide da und lesen" oder "Einer hockt da und liest, einer zockt". Sie verstehen den Unterschied halt auch nicht oder können ihn mir nicht erklären. Und dann hab ich Fragezeichen überm Kopf. :zwinker:

    Ja, mit Sicherheit. Und ich glaube auch, dass manche Menschen eher dazu tendieren als andere - einfach vom Typ Mensch her. Ich sage auch nicht, dass es grundsätzlich da ein richtig oder falsch gibt, wie man an froschteich zum Beispiel sieht, gibt es ja auch kulturelle Unterschiede - und wenn das für beide Partner wirklich in Ordnung ist, dann passt das ja. Aber den Eindruck hab ich halt oft nicht, sondern eher den, dass sich einer unterbuttern lässt und der andere mit der Zeit in so ein Permanent-Gemecker verfällt, bei dem ich mich dann schon frage... wenn der Partner echt so eine grundlegend falsche Ausstattung mit in die Beziehung gebracht hat, warum ist man dann überhaupt mit ihm zusammen?

    Ja. Das ist ja auch, was ich ganz oben meinte: Das ist dann ein Verhalten, das sich direkt auf die Beziehung auswirkt. Da gibt es einen vernünftigen Grund. Insofern finde ich das auch angemessen.

    Ich glaube, es fällt mir einfach schwer, mir vorzustellen, dass mir mein Partner peinlich ist. Das klingt vielleicht für viele seltsam, aber ich kann mir einfach schlicht nicht vorstellen, weder bei meinem Mann noch bei meinen Exen, dass sie sich so grob peinlich verhalten, dass es mir wiederum selbst peinlich ist... ich tu mir auch schwer, mir da konkrete Situationen vorzustellen, in denen mir das Verhalten eines anderen Menschen peinlich ist oder ich überhaupt etwas wirklich peinlich finde. Wie gesagt, da mag ich irgendwie auf der Peinlichkeitsempfindenskala irgendwo am Rand der Norm liegen und es deshalb nicht verstehen. Das kann durchaus sein und ist auch nicht besser oder schlechter, nur eben... anders.

    Ja, auch dem würde ich zustimmen.
     
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    1 Februar 2018
    #15
    Ich finde das auch enorm irritierend, mir begegnet immer mal wieder ein "mein Mann lässt mich nicht Fahrrad fahren wenn es regnet" oder so was, also andersrum scheint das durchaus auch vorzukommen... grundsätzlich stößt es mir sauer auf, wenn Partner einander etwas "erlauben" oder "verbieten". Die viel zitierte Fürsorge ist für mich kein gutes Argument. Als erwachsener Mensch darf und will ich trotzdem für mich selbst entscheiden. Auf die Belange des anderen Rücksicht nehmen - klar. Sich etwas vorschreiben lassen, das einen einschränkt - keine Chance.

    Wir erziehen uns nicht gegenseitig. Aber wir machen durchaus füreinander Dinge, die uns jeweils nicht wehtun, aber den anderen glücklich machen. Ich spüle die Messer sofort nach Benutzung, er wirft (meistens) die Wäsche in (nicht neben) den bereitgestellten Korb. So Kleinigkeiten halt. Und ja, da habe ich meinen Kerl auch schon mal sanft konditioniert, ich habe beobachtet wo er seine Wäsche hinwirft und genau da einen Korb hingestellt :ninja: Und jetzt braucht es nur noch den Korb, egal wo er steht. :tongue:

    Dooooch, mein Mann war mir schon das ein oder andere Mal peinlich, aber ich bin auch ganz schnell dabei mit dem Fremdschämen :grin: Er wird, wenn er was getrunken hat, gerne mal etwas großmaulig und findet das selber unangenehm (eigentlich ist er nämlich ein bescheidener Typ). Die naheliegende Lösung wäre nun, nichts mehr zu trinken, das ist aber unrealistisch und auch nicht erwünscht, also nehme ich ihn dann durchaus mal zur Seite und mache ihn darauf aufmerksam, das er grad ein eine doofe Richtung driftet. :grin:
     
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    1 Februar 2018
    #16
    Jo, das gabs bei uns auch gegenseitig. :grin: En masse. Bis sich alles eingespielt hat.
    Ich habs nur nicht als Erziehung für uns deklariert.
     
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    1 Februar 2018
    #17
    Da macht ja auch der Ton - und die dahinter stehende Haltung - die Musik. Ich find das bei Mamas ganz schlimm, die dem Vater das Kind mit einem gefühlten "Du machst das eh viel schlechter als ich" aus der Hand zuppeln. :ashamed: Ich find es hingegen vollkommen legitim und normal, wenn man dem anderen sagt "Bitte pass auf, dass keine Tabletten rumliegen, das kann echt gefährlich werden". Wenn ich das einmal, zwei Mal gesagt hätte und danach wäre es immer noch so, würde ich stinksauer werden. Des Kindes wegen. Aber es gibt ja auch Frauen, die den Mann grundsätzlich nicht wickeln lassen zum Beispiel, weil er "das nicht kann". Oder die immer noch nach zwanzig erfolgreichen Wickelversuchen daneben stehen um zu überprüfen, dass er das auch ja richtig macht... :what:

    Ja, sowas kenn ich vom Stall auch und das finde ich äußerst merkwürdig. Das hat auch sowas mit völlig fehlendem Vertrauen in das Einschätzungsvermögen des Partners zu tun.

    Jupp.
     
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    1 Februar 2018
    #18
    Das kann ich so unterschreiben. Fuersorge ist eine Sache, Bevormundung aber eine ganz andere. :annoyed: Ich entscheide, wann ich wo wie bin. Und wenn ich meinen Schirm vergesse, werde ich halt auch mal nass.

    Ich muss meinen Kerl nicht erziehen, der ist gut erzogen. Wir haben ein paar Regeln angepasst, damit wir uns beide wohlfuehlen und damit das Leben etwas komfortabler läuft, aber ich wähle weder seine Kleidung noch seinen Look oder gar seine Pflegeprodukte (derer er ähnlich wie ich sehr wenige benutzt).

    Er findet meine Art Zwiebeln zu hacken unpraktisch. :ROFLMAO: Das wiederum finde ich praktisch, denn da lass ich ihn einfach hacken. Ich muss dann nicht heulen und er kann in bester Sheldon-Manier seine Hackmethode anwenden. Win-win! :whoot:

    Ansonsten hat er mich anfangs immer mal ermahnt, wenn ich bestimmte Aspekte der Kindersicherung nicht beruecksichtigt habe. Das aber ganz normal und freundlich. Und das galt ja schliesslich der Sicherheit der Kids, sodass diese zum Beispiel nicht versehentlich die heisse Pfanne vom Herd ziehen und sich verbrennen. Das sind Routinen, die ich am Anfang so als kinderloser Single nicht drin hatte, aber das hatte nichts Erzieherisches an sich.

    Allerdings hat meine Mutter meinen Vater ganz gut "erzogen". So gut nämlich, dass er sich einfach auf sie verlässt. Sie wählt seine Klamotten, sie wäscht, sie buegelt. :confused: Finde ich seltsam, aber naja, so sind die beiden eben.
     
  • User 135804
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    1 Februar 2018
    #19
    Sowas maße ich mir nicht an. Außerdem gebe ich mich erst gar nicht mit Männern in amouröser Hinsicht ab, wenn sie mir nicht so gefallen, wie sie sind.
    Und natürlich wagt sich so ein Scheiß bei mir niemand! Derjenige würde dann direkt von mir aus meinem Leben gekickt. Ich lass mir in keinster Weise von außen in mein Leben reinquatschen, wer das versucht, hat verloren.
    Ich hab Schluss gemacht, als ich erfuhr, ein Ex bzw. mein damaliger Freund habe zu meiner Mutter gesagt, das putzen brächte er mir auch noch richtig bei...
    Keine Ahnung, ich persönlich kenne kaum jemanden, der so tickt. Die meisten schauen natürlich clevererweise im Vorfeld drauf, dass man gut zusammenpasst und gehen erst dann eine Beziehung ein.
     
  • froschteich
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    1 Februar 2018
    #20
    Das ist aber auch oft eine Sache der Formulierung bzw. wie das Gespräch wirklich ausgeschaut hat. Ich könnt auch von vielen Sachen sagen, dass mein Mann sie mir verbietet - aber in Wirklichkeit nehm ich halt einfach Rücksicht auf ihn und auf seine Sorgen.
    Ich finds übrigens persönlich irritierender, dass jemand kritisiert, wie der Partner die Wäsche in oder neben den Korb oder in wieviele Körbe wirft anstatt dass jemand nicht will, dass der Partner im Regen Rad fährt. So unterschiedlich sind die Menschen :bier:
     
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