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Es ist mir so fremd...

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Like_A_Stranger, 17 November 2007.

  1. Like_A_Stranger
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Hallo, im Folgenden werde ich ein paar meiner Gedanken niederschreiben. Sie sollen keine Verurteilungen sein und ich möchte auch Niemanden damit persönlich angreifen, doch es ist genau dass, was mich schon seit langer Zeit beschäftigt.
    Meiner Meinung nach hat sich unsere Gesellschaft menschlich miserabel entwickelt, ganz im Gegensatz zum technischen und wirtschaftlichen Fortschritt. Obwohl, vielleicht hat sich dies mittlerweile vermischt.
    Zunächst etwas über mich. Ich bin ein sehr nachdenklicher Mensch, der noch bestimmte Werte vertritt, die, wie ich es bisher erfahren habe und jeden Tag mitbekomme, nicht mehr so stark verbreitet sind. Mein Ziel ist es, die große Liebe zu erfahren und mit diesem Menschen alles durchzustehen. Doch erkenne ich immer wieder, dass sich dies in der heutigen Zeit kaum noch mit meinen Vorstellungen vereinbaren lässt. Es fängt schon beim Thema Freundschaft an und mit dem damit zusammenhängenden Begriff: Vertrauen! Wie ist jedoch Vertrauen aufgebaut? Für mich fängt diese sehr früh an.
    1. Pünktlichkeit: Im Laufe meines Lebens habe ich schon sehr viele Menschen kennen gelernt und immer wieder feststellen müssen, dass Menschen von Pünktlichkeit sehr unterschiedliche Vorstellungen haben. Ein früherer bester Freund kam grundsätzlich immer zu spät- nicht nur 5- 10 Minuten, sondern gleich eine halbe bis dreiviertel Stunde. Und auch andere Kumpels kommen ohne Bescheid zu sagen nach dem vereinbarten Termin. Allerdings gab es auch Leute, die es pünktlich geschafft haben, selbst über einen längeren Zeitraum. Doch so jemanden wie mich habe ich in diesem Punkt nicht getroffen. Ich kam noch nie zu spät (wenn man verkehrsbedingte Verspätungen nicht dazu zählt, was ich aber auch bei anderen nicht mache) und selbst wenn es mal passieren würde, hätte ich den Anstand, es den Wartenden frühzeitig mitzuteilen, denn so etwas weiß man nicht erst fünfzehn Minuten NACH diesem Zeitpunkt.
    2. Wo wir auch beim zweiten Punkt sind: Zuverlässigkeit: Ich bin absolut zuverlässig, was nicht nur in Bezug auf Freunde zutrifft, sondern ebenfalls auf neue Bekanntschaften. Wenn ich etwas verspreche, halte ich es. Auch dies ist mir noch nicht untergekommen. Irgendwie muss ich andauernd Menschen hinterherlaufen. Allerdings kann es doch nicht so schwer sein, mal an andere zu denken, oder?
    3. Punkt 3: Ehrlichkeit. Im Zusammenhang mit Vertrauen, das wichtigste Wort. Auch das ist heute nicht mehr viel wert. Es wird gelogen, nur um sein Gesicht zu wahren oder um nicht als Arschloch dazustehen, gerade bei Freundschaften – aber noch mehr in Beziehungen. Ich rede nicht von kleinen Notlügen, sondern drastische Lügen, wie „Ich liebe dich auch“, „Nein ich habe kein Problem, es ist alles in Ordnung“.

    Natürlich ist man sehr leicht angreifbar und verletzlich, wenn man dies immer umsetzt. Deshalb habe ich mit der Zeit gelernt, nicht mehr so schnell zu vertrauen.

    Das war nur ein kleiner Einblick in meine Welt- jetzt zum gesellschaftlichen Aspekt. Irgendwie passe ich schon mit eben diesen Erwartungen an zwischenmenschliche Beziehungen nicht mehr ganz in diese Gesellschaft. Ganz schlimm wird es aber, wenn man die Menschen noch nicht kennt. Ich bin jemand, der sehr gerne beobachtet und auch ansonsten sehr aufmerksam ist. Mit entgeht so gut wie nichts und ich kann mir fast alles merken. Nun, ich sitze in der Bahn oder im Bus oder befinde mich in einem Laden und beobachte die Menschen. Was tun sie? Wie verhalten sie sich? Wenn ihr euch fragt, warum ich das mache… ich versuche immer den Menschen beziehungsweise den Charakter hinter der aufgesetzten Maske zu erkennen. Das gelingt natürlich nicht immer – aber sehr oft.
    Es ist teilweise sehr erschreckend. Gerade bei den Jugendlichen. Ich mache jetzt etwas, was man nicht tun sollte, denn Ausnahmen gibt es jedes Mal und überall.
    Die junge Generation im Alter von 12-19 hat jeglichen Respekt verloren. Ich sitze in der Bahn, es kommen zwei „Kleinkinder“ rein entweder am Rauchen oder am Saufen. Vor Gewalt schrecken sie lange nicht mehr zurück. Wenn jemand, diese Menschen zurechtweist, kommt sofort als Spruch „Halt dein Maul du H**ensohn“. Dann die Mädchen, aufgestylt, so dass sie schon lange nicht mehr als hübsch durchgehen, alle sehen gleich aus, Stiefel, Zigarette in der Hand, teilweise schon um 19 Uhr betrunken…man möchte sie eigentlich fragen, wie viel sie für die Nacht verlangen, aber damit würde man eigentlich die Prostituierten beleidigen. Sie sind umgeben von Jungs, die sich verarschen und beleidigen, doch die Mädchen laufen ihnen hinterher- naja was soll man erwarten. Um das nicht zu tun, muss man über einen eigenen starken Willen und Charakter verfügen…
    So, dass war jetzt eine krasse Verallgemeinerung. Natürlich gibt es genug, liebe, nette und vor allem schlaue Jugendliche. Nur stelle ich fest, dass der Großteil leider genauso wie eben beschrieben ist. Das Problem daran, diese werden sich später nicht verändern und bekommen dann Kinder, die sie genauso erziehen. Das erlebe ich hier jeden Tag.
    Ein weiterer Aspekt ist der Egoismus. Ich sehe eine Frau mit Kinderwagen vor einer Treppe. Es laufen ca. 30 Leute an ihr vorbei ohne ihr auch nur einen Blick zu würdigen. Ich gehe zögernd auf sie zu (ich bin nämlich sehr schüchtern), ich erkenne die Verlorenheit ihn ihren Augen und frage sie, ob sie Hilfe bräuchte. Sofort ist ihr Gesicht von einem Lächeln geprägt. Das man einem anderen Menschen helfen konnte, gibt einem ein gutes Gefühl und man denkt nicht mehr all zu negativ über das Menschenbild, doch das ändert sich wieder schnell. Denn so etwas ist heute sehr selten. DENN: Freundlichkeit wird heute nicht mehr belohnt. Zwar gibt es einem selber wie eben beschrieben ein gutes Gefühl, man fühlt sich menschlich, aber es gibt einfach zu viele Menschen, die genau das ausnutzen.
    Nach all diesen Gedanken komme ich schließlich zu meinem Hauptanliegen. Die Liebe- die Beziehung. Ja, ich habe sehr hohe Ansprüche, keine Äußerlichen. Ich finde Mädchen nicht attraktiv, die sich übertrieben stylen, viel Make-Up benutzen, zum Beispiel Stiefel tragen etc. Sie kann ganz normal angezogen sein, Jeans, Pullover, Turnschuhe…wo ist das Problem. Ihre Stiefel werden nicht auf die Idee kommen, mich zu umarmen. Ihr Charakter ist das Entscheidende (gepflegt sein, ist hingegen ein MUSS). Leider findet man aber heute nicht mehr, diese Menschen, wie ich sie beschrieben habe. Ich hatte bisher eine Freundin. Es hielt knapp 2 Monate. Ich hab viel in diese Beziehung investiert und alle meine positiven Aspekt kamen ihr zu Gute: Zuverlässigkeit, Freundlichkeit, Aufmerksamkeit! Wenn sie einen langen Tag hatte, habe ich sie massiert, ihr zugehört (ich wollte es auch wirklich wissen), ich versucht bei schwierigen Dingen zu helfen, ihr viele Aufmerksamkeiten geschenkt. Sie war für mich das einzige Mädchen. Trotzdem habe ich ihr auf Freiraum gelassen. Dann macht sie plötzlich Schluss, mit der Begründung sie hätte keine Gefühle für mich entwickelt…das fällt ihr nach 2 Monaten auf. Das Problem was ich hier sehe ist folgendes: Überall hört man die Meinungen von Frauen: Männer können nicht zuhören, sie wollen Frauen nur ausnutzen um sie ins Bett zu bekommen, sie interessieren sich nur für sich bla bla bla. Das witzige daran. Genau die Männer, die nicht so sind, sind Langzeitsingle. Freunde von mir die so sind, oder auch viele hier im Forum, wie ich bisher gelesen habe. Diese Männer werden nämlich nicht beachtet, während der Frauenheld eine nach der anderen abschleppt.
    Damit möchte ich nicht die Frauen verurteilen, sondern es ist wieder dieses generelle Problem an der Gesellschaft. Freundlichkeit und Ehrlichkeit sind heute eher die Ausnahme und werden von den meisten Menschen sogar als Schwäche angesehen.
    Dies sollte - um es noch einmal zu betonen - keine Kritik sein oder wieder nur ein weiterer aus Wut und Selbsthass entstandener Bericht. Wenn es jetzt viele gibt, die sagen…was willst du eigentlich, ich habe einen netten Freund/ nette Freundin, der/die mich wirklich liebt oder ich habe ganz tolle Menschen in meinem Umfeld, die sich nicht andauernd besaufen, mich belügen und denen ich wichtig bin, dann kann ich nur sagen: Herzlichen Glückwunsch, ich hoffe ich wisst, wie glücklich ihr sein könnt…aber denkt mal genau nach und beobachtet richtig! Es gibt so viele Scheinbeziehungen, in denen die Partner nur aus Angst vor der Einsamkeit oder aus Gewöhnung zusammen sind und eigentlich schon wieder auf der Suche nach neuen Menschen sind und Freundschaften, in den man zwar viel miteinander unternimmt aber wo es auch nicht schlimm wäre, wenn man plötzlich nicht mehr da wäre. Natürlich kann man so leben. Lieber Schein als Alleine, die Frage ist nur, wer ist von den beiden wirklich einsam? Ich gebe mich mit ersterem nicht zufrieden, ich möchte nur wahre Freundschaft und Liebe, doch diese ist nicht mehr leicht zu finden.
    Selbst wenn ihr es nach diesem Statement nicht glauben könnt. Ja ich habe Freunde, nein ich sitze nicht jeden Tag alleine zu Hause, doch diese lernen mich nicht richtig kennen. Jedenfalls nicht ganz. Meine „Ex“ wäre kurz davor gewesen, aber auch ihr habe ich nicht völlig vertraut, was ja letztendlich die richtige Entscheidung war.
    An alle, denen es ähnlich geht, die sich oft fremd vorkommen und sich nie völlig verstanden fühlen oder auch die, die sich unbedingt eine Freundin oder einen Freund wünschen: Macht euch nicht schlecht- ihr seid es nicht, ich habt viele positive Eigenschaften- es ist nicht eure Schuld, wenn sie nicht erkundet werden wollen. Beneidet nicht die Menschen, die viele Freunde haben oder sich andauernd in Beziehungen befinden. Es ist nicht das einzige, was auf dieser Welt Spaß macht. Klar wünscht man sich Umarmungen, Küsse und jemanden, der sich für einen interessiert, doch wenn dies alles nicht von Herzen kommt und nicht ernst gemeint ist, ist es als Single besser! Was nützt es euch, wenn euer Partner euch andauernd sagt: Ich liebe dich über alles, du bist das tollste der Welt…wenn er dann ein paar Wochen später Schluss macht oder euch betrügt und es ab sofort dem nächsten Menschen sagt?
    Sex ist für mich ebenfalls so eine Sache, ich möchte ihn nur mit einer mir sehr vertrauten Person haben. Auf keinen Fall ein ONS aber dieses Thema wird in der Gesellschaft auch anders gesehen… überall wird es als das Wichtigste überhaupt und als etwas, was man bis zum 18. Lebensjahr mindestens mal ausprobiert haben sollte, beschrieben. Ich habe nicht gegen andere Meinungen, nur komme ich mit solchen Menschen nicht klar und ich möchte mich diesen nicht anvertrauen. Andersrum natürlich ebenso. Für viele bin ich wahrscheinlich viel zu ernst, zu langweilig… JA kann sein, aber ich gebe mir Sicherheit, ebenso wie diese Sicherheit auf meine Partnerin und meine Freunde übertragen würde. So bin ich, warum sollte ich das ändern? Nur weil diese Werte in der Gesellschaft, in der ich lebe nicht mehr stark vertreten sind?
    Würde mich über eure Meinungen freuen, aber immer schön konstruktiv bitte!
     
    #1
    Like_A_Stranger, 17 November 2007
  2. User 35148
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    nicht angegeben
    *seufz* Du sprichst mir bei vielen Dingen aus dem Herzen...

    Dem habe ich eigentlich kaum etwas hinzuzufügen.

    Nur eines: versuch bitte, trotz aller Gesellschaftskritik, nicht nur das Negative zu sehen.
    Bleibe standhaft als leuchtendes Beispiel der Vernunft und Freundlichkeit.
    Mutiere nicht zum Ego, denn dann würdest Du nicht besser sein, als alle anderen.

    Du schreibst selber dass es durchaus starke Verallgemeinerungen waren.
    Zum Glück gibt es immer noch gute Beispiele, und dass nicht alle Eltern ihre Kinder falsch erziehen.

    Der allgemeine Werteverfall ist traurig, aber kann aufgehalten werden, wenn es immer wieder Leute gibt, die mahnen, erinnern, gute Dinge tun.

    Du bist jung, und wenn es im Moment nicht mit Freundin und Freunden klappt, konzentriere Dich auf die Dinge, die wichtig sind für Deine Zukunft (Ausbildung, Studium, Job...)

    :engel_alt:
     
    #2
    User 35148, 17 November 2007
  3. User 53748
    User 53748 (28)
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    Wow, jemand der mir aus der Seele spricht! Bitte bleib so wie du bist! Ich weiß wie glücklich ich mich schätzen kann, das ich meiner Meinung nach zu den Menschen gehöre die all die Werte die du beschrieben hast noch vertreten und die einen Freund hat, der genauso ist.

    Mich plagt ebenso warum es so viele "verzogene" Jugendliche gibt und wohl weiterhin geben wird. Der Gedanke, dass sie in meinem Alter sind und früher oder später wohl auch politischen Einfluss haben werden mach mich krank... ebenso der Egoismus.. die meisten Menschen tun wirklich nur noch Dinge für sich selbst und ihr Leben... so etwas wie Hilfsbereitschaft, Mitgefühl etc sind alles Fremdworte geworden.

    Mehr kann ich dem denke ich auch nicht hinzufügen... was bringt es auch sich darüber aufzuregen... ich kann mich selbst ändern, aber nicht andere Menschen... leider.
     
    #3
    User 53748, 17 November 2007
  4. Neptun
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    Als Kind dachte ich immer, Erwachsene wären die "besseren" Menschen.......heute sehe ich das anders. Sie sind schlimmer als Kinder.
     
    #4
    Neptun, 17 November 2007
  5. User 53748
    User 53748 (28)
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    Ja und vor allem: wenn ich "Freundschaften" zwischen Erwachsenen beobachte so sind das nicht Freundschaften wie ich sie im Moment habe und kenne... sie sind oberflächlicher, einseitiger, egoistischer,... man hat es schwerer Leute kennenzulernen und im Alter, wenn vllt auch noch der Partner stirbt ist man ganz alleine. Hinzu kommt die ungenügende, grausame Behandlung in so manchem Altenheim... :wuerg: :kopfschue :cry:
     
    #5
    User 53748, 17 November 2007
  6. User 35148
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    Wenn die Eltern aus Bequemlichkeit ihre Kinder alles machen lassen, was diese tun wollen, um nur ja kein Geschrei und keinen Stress zuhause zu haben, werden diese Kinder verzogen.
    Werte wie Anstand und Moral sind nicht einfach zu vermitteln,
    und sobald die Gören in ihre Trotzphase kommen, ist es ganz aus mit guter Erziehung.
    Die verzogenen Kinder werden irgendwann auch mal zu "Erwachsenen" und zu Eltern, aber da sie schon selber nichts Anständiges mit auf den Weg bekommen haben, sind sie erst Recht überfordert bei der Erziehung ihrer Kinder.
    Da wird dann viel eher auf die armen Erzieherinnen und Lehrer eingeprügelt, obwohl diese sich viel mehr als die Eltern mit den Kindern auseinandersetzen (müssen).
    Die Folge ist dann nur noch schlechter erzogene Kinder.

    Hut ab vor den Familien, denen die gute Erziehung der Kinder immer noch sehr wichtig ist, und die es wagen und die Kraft haben, alles dafür zu tun, damit Werte bestehen bleiben!

    :engel_alt:
     
    #6
    User 35148, 17 November 2007
  7. Neptun
    Verbringt hier viel Zeit
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    Ich meine halt, weil es immer heißt, die Jugend - dumm und verroht. Aber woher kommt das?

    Ich habe mal gelesen, wie es bei den Lehrern im BVJ zugeht. Die tun mir fast leid :-D, wobei ein Lehrer da gemeint hat, dass die Eltern da nicht besser zu sein scheinen.
     
    #7
    Neptun, 17 November 2007
  8. Like_A_Stranger
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Wie gesagt, ich verurteile diese Jugend gar nicht, man merkt nur, dass man mit Nächstenliebe und Freundlichkeit nicht mehr weit kommt.
    Wie soll ein Jugendlicher, dessen Eltern sich getrennt haben, nie da sind oder selber nur Gewalt kennen, einen Sinn für Gerechtigkeit entwickeln? Meistens lernt man dies erst, wenn man selbst tief verletzt wird, die Frage ist dann nur- was passiert dann?
    Klar kann man sagen: Du bist es immer noch der die Entscheidung trifft, nicht die Umstände veranlassen dich zu dieser. Aber von Jugendlichen kann man da so viel nicht erwarten. Man befindet sich schließlich in der Entwicklung und macht Fehler. Nur wer fängt dich auf? Meistens doch nur diese sogenannten "Scheinfreunde"

    Letztenendes ist es doch heute viel einfacher sich alle dem zu fügen. Als Jugendlicher hast du es heute nicht mehr einfach. Wenn du die erste Zigarette, den ersten Schluck Alkohol oder der ersten Schlägerei ausweichst, stehst du möglicherweise alleine da. Ich hatte immer das Glück bei genau diesen Entscheidungen verständnisvolle Menschen um mich herum zu haben. Ansonsten wäre ich auch alleine gewesen.
    Nur heute könnte es dir passieren, dass du nicht nur zum Außenseiter wirst, sondern du dann das Opfer bist. Da ist das Mitmachen die viel einfachere Variante.
    Ok, viele Jugendliche sind heute so...nur fühlt man sich selbst irgendwo fehl am Platz.
    Nene, keine Sorge, ich werde mich niemals ändern...starker Wille und so :zwinker: Es fällt einem nur sehr schwer, so freundlich und ehrliche Menschen zu finden. Gerade eine Partnerin! Und wenn man dann sieht, wie viele Menschen am Feiern sind und glücklich aussehen, überkommt einen schon mal der Gedanke...Vielleicht sollte ich etwas oberflächlicher werden und bestimmte Werte nicht mehr so streng vertreten, aber dann beobachte ich wieder etwas genauer und siehe da: Der Schein trügt...
     
    #8
    Like_A_Stranger, 17 November 2007
  9. User 35148
    User 35148 (43)
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    nicht angegeben
    Versuch einfach, Dich nicht von dieser schlechten Welt demotivieren und demoralisieren zu lassen ;-)

    :engel_alt:
     
    #9
    User 35148, 17 November 2007
  10. Neptun
    Verbringt hier viel Zeit
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    Obwohl ich selbst immer dachte, die Medien haben auf so etwas keinen Einfluss, so denke ich jetzt ein bisschen anders. Nicht nur der Schrott im privaten Fernsehen, sondern vor allem das Internet, wo man problemlos die perversesten Dinge antrifft, wie irgendwelche Enthauptungs-, Foltervideos usw.

    Darum wäre ich sogar mittlerweile für eine gewisse Zensur.
     
    #10
    Neptun, 17 November 2007
  11. User 4590
    User 4590 (33)
    Planet-Liebe ist Startseite
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    nicht angegeben
    Off-Topic:
    Das ist jetzt nicht direkt ein Kommentar zu deinem Post, aber ich musste in dem Zusammenhang grad an ein Lied von Wir sind Helden denken ...

    "Nicht deine Zeit, nicht deine Füße,
    nicht dein Beat, nicht deine Leute,
    deine Welt nicht, und nicht mal dein Schmerz
    Du musst hier nicht dazugehören, aber such dir, was zu dir gehört
    Du musst nicht tanzen, aber beweg dein Herz"
     
    #11
    User 4590, 17 November 2007
  12. starlight169
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Zuerst mal: ich stimme dir auch größtenteils zu. Leider kann man ja aber nicht mal sagen, dass die Leute selbst an ihrer Oberflächlichkeit schuld sind - ich gehe sogar so weit zu sagen, dass unsere Gesellschaft einfach daran schuld ist. Ich habe manchmal das Gefühl, ohne Vitamin B kommst du einfach nicht mehr weit, du musst möglichst viele Leute kennen und Beziehungen aufrecht erhalten, die dann logischerweise oberflächlich werden, weil man einfach nicht die Zeit für alle aufbringen kann, die es braucht um eine wirkliche Freundschaft aufzubauen. Und was mich noch mehr wundert ist, dass diese Leute auch noch glücklich zu sein scheinen. Manchmal denke ich mir, ich mache etwas falsch, weil ich so wenige Freunde zu haben scheine und immer nur mit den gleichen Leuten was mache und weggehe. Wenn ich dann aber wieder sehe oder mitbekomme wie einsam manche dieser Menschen mit 200 Freunden aufwärts im StudiVZ sind, freue ich mich auch wieder, dass ich eben so wenige, aber gute Freunde habe und wert darauf lege, mir selbst treu zu bleiben, statt mich an alles anzupassen. Ich habe beispielsweise noch nie geraucht, obwohl es an meiner alten Schule praktisch unnormal war nicht zu rauchen. Und wie der TS es geschrieben hat, ich hatte das Glück einige Freunde bei mir zu haben die meinen Ekel davor akzeptiert haben, und ich hatte noch mehr Glück dabei, dass mein Freund darüber genauso denkt wie ich. Das soll jetzt aber nur mal ein Beispiel sein.
     
    #12
    starlight169, 17 November 2007
  13. Like_A_Stranger
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    @starlight169: Das wollte ich damit auch sagen. Es ist die Gesellschaft, die aus den Menschen so oberflächliche Wesen macht. Wie gesagt, es ist auch viel leichter so zu leben. Man hat viele "Freunde" eine "glückliche" Beziehung, alles ist wunderbar, solange man nicht genau hinsieht, beziehungweise ein großes Problem hat und plötzlich alleine da steht. Jeder Mensch kann schließlich so leben, wie er es will.
    Für mich ist das unmöglich. Ich brauche richtige Freundschaften und Menschen, auf die ich mich so verlassen kann, wie sie sich auf mich verlassen können. Nur ist so etwas heute selten zu finden. Nicht nur in der Jugend, auch bei Leuten in meinem Alter und bei noch viel älteren. So oft herrscht diese Kälte. Vielleicht weil die Menschen ebenfalls solche Erfahrungen gemacht haben. Zum Teil liegt es meiner Meinung nach auch an den Medien.
    Überall bekommt man eingeredet: Sex ist das Wichtigste der Welt, man macht den Fernseher an und schon siegt man Menschen darüber reden oder es ausüben... Jungs bekommen Druck gemacht, es fehlen aber die Ansprechpartner...Mädchen lesen in diesen Frauenzeitschriften: Männer nutzen Frauen nur aus und wollen sie ins Bett bekommen, Männer können nicht zuhören. Schon bilden sich viele eine Meinung.
    Dadurch werden die wirklich ehrlichen Menschen zurückgedrängt.
    Letztens fiel in dem Film "wie werde ich ihn los in 10 Tagen" der Spruch: Die Fehler, die Frauen machen in Bezug auf Männer: Häufig anrufen, ihre Zuneigung gestehen...
    Ich würde mich freuen, so ein Mädchen zu treffen. Warum muss es immer ein Spiel geben, bei dem mindestens eine Person, sich die ganze Zeit sorgen macht? Wieso kann man einem Menschen nicht gleich sagen: Hey du bist mir sympathisch, ich mag dich! Wieso verschreckt man damit gleich jemanden?
    Da hat man es als ehrlicher Mensch mittlerweile sehr schwer mitzukommen. Es muss doch nicht immer gleich um Beziehung und Sex gehen. Man kann doch einfach mal den Menschen hinter dem ganzen Aussehen toll finden...
    Aber wahrscheinlich mache ich mir nur zu viele Gedanken...
     
    #13
    Like_A_Stranger, 18 November 2007
  14. Neptun
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Junge, du sprichst meine Gedanken aus! Ich sehe es auch, wie sich frühere enge Freunde in diese Richtung verändert haben. Die sagen sogar selbst, dass sie sowas ankotzt, aber niemand will daran etwas ändern. Lieber weiterhin in Arbeit versinken und abends die Freundin ficken. Dann muss ein neues Auto, ein LCD-TV und Möbel von Ikea her, damit man sich von seinem Alltag etwas ablenken kann. In meinem Umkreis kenne ich abgesehen von mir nur 2, die keine Schulden haben.

    Es scheint hier haupsächlich 2 Lebensweisen zu geben: Komplett allein oder mit einem Partner. Wahrscheinlich wird das Paarsein auch deshalb als so wichtig angesehen, weil man sonst vor lauter "nur-Bekannten" innerlich völlig allein dasteht. Zumindest hatte ich nie wirklich das Verlangen, mit einer Frau jetzt unbedingt zusammenzukommen. Erst in letzter Zeit, die ich hauptsächlich allein verbrachte, kommen solche Gedanken auf. Aber ich bin dennoch realistisch genug, dass das Quatsch für mich ist, weil eine Freundin nicht 10 Freunde ersetzen kann (und auch nicht soll :zwinker:). Sie allein würde mein Leben also auch nicht so viel verändern. Eine Freundin sollte das Sahnehäubchen im Leben sein und nicht das Einzige, woran man sich noch erfreuen kann!
     
    #14
    Neptun, 18 November 2007
  15. Dr.Seltsam
    Dr.Seltsam (43)
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    Single
    so viel Wahres, mehr kann ich dazu nicht sagen:engel:
     
    #15
    Dr.Seltsam, 18 November 2007
  16. User 72261
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    ....
     
    #16
    User 72261, 18 November 2007
  17. User 35148
    User 35148 (43)
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    nicht angegeben
    Und was ist dann der Sex? Die Moccabohne oder das Kakaopulver darüber? :drool:

    Spass beiseite.
    Für sich selber zufrieden und glücklich zu sein, hat die höchste Priorität.
    Ob man das alleine oder mit einem Partner bzw. einer Partnerin schafft, ist im Prinzip egal.
    Alleine muss man sich nicht rechtfertigen und sich auch keine Gedanken für andere machen.
    Doch gemeinsam kann vieles schöner und auch einfacher sein.

    Aber wir schweifen da grad ab... es ging eher um Gesamtgesellschaftliche Themen, Moral usw. :engel:

    :engel_alt:
     
    #17
    User 35148, 18 November 2007
  18. Like_A_Stranger
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    @sara-mira: ich wollte damit auch nicht sagen, dass diese ganze Entwicklung negativ ist und vor allem nicht den Jugendlichen die ganze Schuld zuweisen. Ich meine insgesamt diese Zeit, darunter fallen auch die Erwachsenen. Es ist mittlerweile einfacher egoistisch zu sein und nicht all zu viel an sich ranzulassen. Dann kann man nicht mehr so leicht verletzt werden. Die Jugendlichen habe ich nur aufgelistet, weil auf sie diese Gesellschaft am stärksten aufprallt. Erwachsene sind teilweise reifer, haben mehr Erfahrungen und sind verantwortungsbewusster (natürlich nicht alle). Letztenendes gewinnt die Oberflächlichkeit mehr und mehr Einfluss.
    Klar kann es sein, dass ich nur das Negative sehe. Allerdings stammt dies alles aus meiner Erfahrung. Ich sehe natürlich auch Jugendliche oder Ältere, die gerne bereit sind, anderen zu helfen...aber es kommt seltener vor- wie ich finde. Solche menschlichen Gesten zaubern mir dann ein Lächeln auf das Gesicht. Es erzeugt Wärme und man fühlt sich anderen verbunden.
    Letztens bin ich einem Mann begegnet, er hatte dreckige Sachen an, sah etwas heruntergekommen aus. Aus irgendeinem Grund mussten wir gemeinsam lachen. Daraufhin haben wir uns unterhalten und ich habe viel üben ihn herausgefunden, dass er im Gefängnis war, dies bereut, sein Leben gerne anders angegangen wäre... Klar war auch ich anfangs etwas zurückhaltend, versuche jedoch ständig den Menschen hinter der Verkleidung zu sehen, während ihn die meisten nicht mal angeschaut haben, als er sie angesprochen hat. Da gibt es so viele Leute, die die Ansicht vertreten: Guck dich erstmal an, bevor du mit mir redest:kopfschue

    Ich führe natürlich selbst auch viele oberflächliche Freundschaften. Allerdings habe ich allen die Chance zu einer richtigen angeboten. Diese Dinge, die ich angesprochen habe...Pünktlichkeit etc. habe ich auch bei allen angewandt. So bin ich nun mal. Teilweise bin ich ihnen hinterhergelaufen um ihnen weitere Chancen zu geben. Doch irgendwann gab ich auf. Um es noch einmal zu sagen- ich verurteile die Menschen nicht dafür. Nur wo lernt man ähnlich denkende kennen?

    Mit meiner Ex war das auch so eine Sache: Weil ich bis zu meinem 21. Geburtstag keine Freundin hatte und noch nie ein Mädchen geküsst hatte, dachte ich die ganze Zeit, ich bin nicht gut genug dafür, hätte keine Chance... Doch mittlerweile weiß ich, dass es nicht stimmt. Da ich viel geben kann, erwarte ich auch viel. Ich fordere es nicht, ich möchte,dass solche Gesten ebenfalls von Herzen kommen, wie bei mir. Dadurch fallen schon mal sehr viele Mädchen heraus. Mit geringen Ansprüchen findet man natürlich leichter einen Parter. Und von diesen gibt es heute genug.
    Als ich dann aber dieses Mädchen kennenlernte, war es mir egal. Ich wollte unbedingt eine Freundin. Anfangs klappte es gut, doch dann... merkte ich, dass ich unzufrieden war. Ich dachte häufig an sie, gab ihr viel, kümmerte mich um sie, hörte ihr zu. Doch da war ich der einzige. Und auf lange Sicht betrachtet, können so unterschiedliche Menschen nicht lange klarkommen. Ich mache ihr das nicht zum Vorwurf, sie konnte einfach nichts geben. Glücklich wird sie bei einem ähnlichen Menschen, der nicht so nachdenklich ist bzw. lockerer.

    Was ich sagen will: Warum sind so viele freundliche und liebenswerte Menschen alleine? Wurden im Stich gelassen, verraten, betrogen? Sie denken an andere, würden alles für sie tun, aber erhalten nichts zurück?
    Ich denke, die Antwort ist: Weil es einfacher ist, oberflächlich zu sein, sich zu betrinken, ein Leben im Schein zu führen, denn die Alternative ist nicht so berauschend. Und das liegt an der Gesellschaft!

    Ich bin aber nicht so unglücklich wie ihr jetzt vielleicht denkt. Ich erfreue mich schnell an kleinen Dingen. Ich sollte mich vielleicht jetzt wieder mehr beschäftigen. In der Woche habe ich für solche Gedanken eh keine Zeit :zwinker:
    Die Welt kann sehr schön sein, gerade wenn man im Sport Erfolge hat! Das sollte man nicht vergessen... Und gegen das Beobachten kann ich auch was machen. Auf dem Weg ein Buch lesen:grin:
     
    #18
    Like_A_Stranger, 18 November 2007
  19. butterflyyy
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    nicht angegeben
    Das denke ich auch! Ich finde es wirklich schwer richtig gute Freunde zu finden! Selbst unter "besten Freunden" bekomme ich immerwieder mit, wie übereinander gelästert wird. Selbst bei Leuten, bei denen man dachte, dass sie wirklich 100%ig zusammenhalten und eine Einheit sind! Nur bei meinem Freund habe ich wirklich das Gefühl, dass ich ihm richig wichtig bin! Auch andere Leute sind mir nicht wirklich wichtig! Nur mit meinem Freund kann ich über alles reden. Bei anderen "Freunden" denke ich häufig, dass sie sich für die Probleme anderer Menschen gar nicht oder nur an der Oberfläche interessieren! Sie warten viel mehr darauf ihre los zu werden und über sich zu erzählen. Besonders merkt man, wie unwichtig man anderen ist, wenn man krank ist und sich keiner meldet. Als wäre man einfach verschwunden und somit unwichtig. Aber auch bei mir selber merke ich, dass ich mich bei solchen Leuten nur aus pflichtgefühl melde und nicht aus echter Sorge um sie!
    Besonders deutlich merke ich bei mir, dass ich mich an meine Umwelt anpasse. Meine Fassadeist immer so, dass sie den Leuten in meinem Umfeld gefällt und ich dadurch beliebt bin (natürlich nicht bei Einstellugen, die vollkommen mir wiedersprechen: Tierquäler, Nazis etc.) Der Mensch dahinter interressiert nicht! Man ist auch selbst Schuld daran. Man schauspielert den Leuten schließlich etwas vor, was man nur teiweise oder gar nicht ist!

    Ich finde es auch schade, dass "Anderssein" in der heutigen Gesellschaft entweder Kult wird (zb Emo), also dannnicht anderes mehr ist, oder man wirklich die Angst haben muss verprügelt zu werden oder keine Freunde zu haben!
     
    #19
    butterflyyy, 18 November 2007
  20. Neptun
    Verbringt hier viel Zeit
    540
    103
    2
    Single
    Das Lästern gehört auch ein bisschen dazu, finde ich :-D. Das ist ja nicht immer wirklich böse gemeint.
     
    #20
    Neptun, 18 November 2007

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