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Essstörung, Selbsthass und Psychiater

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Kexi, 2 November 2006.

  1. Kexi
    Kexi (30)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Wo soll ich anfangen?
    Als ich ca. 11 Jahre alt war, begannen meine Mitschüler mich als "Dampfwalze" zu bezeichnen, das ging täglich so...drei Jahre lang, bis ich schlussendlich aufhörte zu essen. Mein ganzes Leben drehte sich von diesem Zeitpunkt an nur noch darum, wieviel bzw. wenig ich essen sollte...alles, was zählte, waren die Kalorien, die ich tagtäglich zu mir nahm und vor allem wieder abtrainierte...Schlussendlich wog ich nur noch knapp 45 Kilo auf eine Größe von 1m70 und klappte auch ein paar Mal zusammen...Meine Mutter reagierte wohl knapp bevor ich eingeliefert hätte werden müssen...irgendwie brachte sie mich dazu, wieder zu essen und so normalisierte sich mein Zustand einigermaßen...
    Jahre vergingen, ich hatte meine erste Beziehung, fühlte mich wunderbar...ich hatte zwar immer um die 63 Kilo, aber dennoch mochte ich mich...Ich dachte, ich hätte die Essstörung überwunden...
    Dann machte er vor einem Jahr Schluss und ich fiel in ein Loch...ich begann - statt meiner sonstigen Gewohnheit - viel zu viel zu essen, nahm zu, bis ich sowas um die 72/73 Kilo wog...dennoch war ich glücklich, machte mir keine Gedanken...
    Bis eines Tages ein Bekannter ankam und meinte: "Du hast aber ordentlich zugelegt..." Das war der Zeitpunkt, als ich abermals aufhörte zu essen...ich nahm ab und tue es immer noch...Jeder Tag beginnt mit einem schlechten Gewissen, weil ich schon einen Salat mit Brot als zu viel ansehe...Es ist beinahe so als wäre ich wieder 15, nur dass ich diesmal die Bremse ziehen möchte, bevor ich wieder zusammenbreche...
    Ich wiege noch nicht zu wenig, aber ich habe das Gefühl, dass ich es einfach nicht mehr steuern kann...
    Ich weiß, es gibt viele Menschen, die weniger wiegen als ich und deshalb nicht gleich eine Essstörung haben, aber ich weiß, wie es ist, krank zu sein und ich fühle, dass ich wieder in dieses Loch zu fallen drohe...
    Meine Freunde machen sich Sorgen, sie essen fast dauernd mit mir, damit ich mich nicht drücken kann...aber sobald ich ein wenig mehr esse, plagt mich den ganzen Tag mein schlechtes Gewissen...ich habe Appetitzügler genommen, schon oft mit dem Gedanken gespielt, das Essen wieder rauszuspeiben, nur um die Kalorien loszuwerden...
    Ich wirke nach außenhin sehr selbstbewusst und ich bin es auch in fast allen Lebenslagen und doch kann ich in dieser Beziehung einfach nicht anders...Ich weiß ja sogar - wie man hier sieht -, dass das nicht normal ist, aber ich kann mir nicht helfen...
    Auch finde ich meine Umgangsweise mit der Problematik extrem seltsam...auf der einen Seite weiß ich, dass das nicht normal ist, was ich tue, auf der anderen, prahle ich damit, wieviel Gewicht ich verloren habe, nur um gelobt oder auch besorgt angesehen zu werden...ich will also auch noch Lob für meine Essstörung...ich verstehe mich nicht...
    Was soll ich tun? Hat jemand von euch Erfahrungen mit diesem Thema? Meine Mutter will mich zum Psychiater schicken - sie meint, selbst, wenn ich es diesmal überwinde, könnte es immer wieder kommen...wie man sieht, liegt sie damit auch nicht falsch...
    Nur, habe ich keine Erfahrung in dieser Richtung...damals dachte ich, ich könnte die Störung auch ohne fremde Hilfe überwinden, doch scheint es so als ginge das einfach nicht...
    Ich weiß, das Forum kann mir nicht helfen, darum geht es mir auch nicht...es ist nur so, dass es mir 1. hilft, darüber zu sprechen und 2. es vielleicht auch schön wäre, über eure Erfahrungen (vor allem mit dem Heilungsprozess) zu lesen!
     
    #1
    Kexi, 2 November 2006
  2. User 62847
    User 62847 (26)
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    hey kexi,
    mir hat das grade richtig weh getan, als ich deinen beitrag gelesen habe...du klingst so verzweifelt und irgendwie erkenn ich mich tlw. in deinem Beitrag wieder. Ich hatte selbst Bulimie mit anorektischen Phasen. Bei mir war der Hauptauslößer auch Mobbing.
    So aber nun zu dir...ich glaube, deine Mutter hat recht und du solltest wirklich eine Therapie machen oder sogar in eine Klinik gehen. Es gibt sogar eine spezial Klinik in Deutschland für Essgestörte sowie viele psychatrische Stationen/Psychatrien die Essstörungen behandeln. Wenn du dich für eine Therapie entscheidest, hast du die Auswahl zwischen verschiedenen Therapieformen wie z.B. Tiefenpsychologie, Gestalttherapie, Bewegungstherapie, Gesprächstherapie...da musst du für dich rausfinden, was das beste für dich ist. Leider haben Psychologen lange Wartezeiten...du ruft einfach dort an und wenn du einen Termin hast, hast du zuerst 5 Probestunden und enttschließt dich anschließend gegen oder für eine Therapie bei diesem Therapeuten. Du kannst also beliebig viele Therapeuten "testen". Wenn du vorerst nicht zu einem Psychologen möchtest, kannst du dich auch erstmal anonym an eine Beratungstelle für Esssgestörte in deiner Stadt wenden. Soweit zu den Möglichkeiten - wenn du noch Fragen hast, nur her damit^^
    Zu deinen Freunde...es ist nicht gut, wenn sie dich zum Essen "zwingen", da du dadurch ja nicht gesund wirst. Du musst auf jeden Fall aufhören, Apettitzügler oder Abführmittel zu nehmen, da du dadurch nur deinem Körper/dem Stoffwechsel schadest, desweiteren kann man Abhängig davon werden...
    Pass auf dich auf und ich wünsche dir viel Erfolg beim Kampf gegen die Essstörung/Magersucht.
    Viele liebe Grüße, ann
     
    #2
    User 62847, 2 November 2006
  3. User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
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    vergeben und glücklich
    och kexi, mensch... ich erinner mich noch an deinen trennungsthread, dein name ist mir im kopf geblieben. (oder war eine andere trennung gemeint?)

    erstmal: du hast erkannt, dass du in gefahr bist. du bist dir des problems mit deiner ernährung bewusst. das ist wichtig und ein erster schritt!

    auch wenn dein gewicht jetzt nicht schon lebensbedrohlich wenig ist, du hast ne essstörung und bist verzweifelt. du hast es allein probiert, deiner mutter hilft - aber wenn man es allein nicht packt, dann ist es gut, sich hilfe zu holen. wenn du dir den fuß brichst, lässte dir den ja auch beim arzt eingipsen und machst nicht auf gut glück einen verband drum...

    es gibt beratungsstellen gerade zum thema essstörung, die dir psychotherapeuten nennen können. ob jetzt aktuell im angepinnten thread "beratungsstellen" oben im kummerkasten dazu etwas verzeichnet ist, weiß ich nicht, ich kann noch mal nachschauen.

    du steckst schon lange - mit pausen - in dieser abnehm-zunehm-sache drin - deinen mitschülern von damals würd ich zumindest virtuell gern einen tritt verpassen. nun, heute bist du erwachsen und hast selbst zu entscheiden, wie es weitergehen soll. sich beraten und behandeln zu lassen, halte ich für eine exzellente idee. es wird auch dann sicher mal rückschläge geben, ne essstörung ist halt "nicht ohne". aber ich bin sicher, dass du das hinkriegst.
     
    #3
    User 20976, 2 November 2006
  4. User 37284
    User 37284 (31)
    Benutzer gesperrt
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    vergeben und glücklich
    hi kexi!
    das ist ja wirklich eine schlimme situation! und ich denke, dass es stimmt, dass so etwas immer wieder kommen kann. Du weißt eigentlich selbst, dass du Hilfe benötigst und ich denke, du solltest eine Therapie machen denn wahrscheinlich kommst du nur dadurch wieder auf einen grünen zweig! Es hört sich so an, als bräuchtest du auch etwas aufmerksamkeit...dadurch, dass du selbst weißt, dass es nicht richtig ist was du tust, es aber nicht ändern kannst, ist irgendwie klar, dass dir kein anderer weg als eine Therapie übrigbleibt!

    Ich wünsche dir dabei jedenfalls ganz viel glück!!!
     
    #4
    User 37284, 2 November 2006
  5. Kexi
    Kexi (30)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    vergeben und glücklich
    Das mit den Mittelchen habe ich Gott sei Dank auch wieder sein lassen...Es war einfach nur eine Zeit lang sehr verlockend...
    Danke auch für deine Ausführungen zu der Therapie...es hilft, das von jemandem zu hören, der offenbar selbst Erfahrungen damit gemacht hat...Dir auch ganz viel Glück!

    Ja, mosquito, das ist genau die Trennung...und sie hängt mir auch immer noch nach...Das ist wohl auch ein Grund, warum es mir psychisch ohnehin schon nicht besonders gut geht...
    Kinder können grausam sein, das habe ich miterlebt...ich wünschte, ich könnte ihnen sagen, was sie mir damit angetan haben, aber auch, wenn ich sie heute noch hin und wieder sehe, ich kann und will ihnen diese Genugtuung nicht geben...
    Das ist eben das Problem...ich stecke da jetzt seit 5 Jahren mehr oder weniger fest...weg war es nie, nur hin und wieder verschüttet...Es gab auch in den Jahren, in denen ich glaubte, es überwunden zu haben, immer wieder Phasen, in denen ich kurze Rückfälle hatte...nur bekam ich das immer sehr schnell in den Griff, sodass es kaum jemand merkte...*seufz* Warum kann das Leben nicht einmal nur einfach sein? Warum bin ich nur so ein problembeladenes Etwas?

    Und das mit der Aufmerksamkeit ist auch etwas, das mir Angst macht...ich genieße es ja richtig, umsorgt zu werden, ich erwische mich manchmal sogar bei dem Gedanken, so viel abzunehmen, dass ich endlich ins Krankenhaus komme, damit alle kommen und staunen, wie dünn ich doch geworden bin...und das sind Dinge, die mir wirklich Sorgen machen...Zwei Minuten später finde ich es schon wieder pervers, dass ich überhaupt jemals sowas gedacht habe, aber in der Situation scheint es wirklich ein realistisches Ziel zu sein...Ich kann das nicht verstehen...wie gesagt...in allen anderen Lebensbereichen bin ich so stark und selbstbewusst, viele würden nie denken, dass ich es nötig habe, so Aufmerksamkeit zu erregen...und doch ist es offenbar so :kopfschue
     
    #5
    Kexi, 2 November 2006
  6. User 67018
    User 67018 (33)
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    in einer Beziehung
    hi kexi,

    erstmal ne kurze wahrnung von mir. ich würde nicht zu nem psychiater gehen. die versuchen dir nur pillen anzudrehen und meinen damit ist es getan. ist heute leider immer noch so. ich hatte anorexie und bin stolz darauf, dass endlich hinter mir zu haben. nun, wenn du wirklich angst hast, dass dir das alles wieder entgleitet, dann gehe in eine klinik. wenn du denkst, du kriegst das hin, dann machen psychotherapie!! erkundige dich mal nach den therapieformen und welche dir zusagen. ich denke es spielt auch ne rolle, was die kasse übernimmt oder nicht. wenn du reden willst, dann schreib mir per pn (nur wenn du magst. ich kenne das und würde dir gerne helfen! :smile: )
     
    #6
    User 67018, 3 November 2006
  7. Kexi
    Kexi (30)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    vergeben und glücklich
    Nein, also in eine Klinik muss ich mit Sicherheit nicht...ich bin weder so abgemagert, noch so gefährdet, dass ich rund um die Uhr Betreuung brauchen würde...
    Psychotherapie klingt da schon etwas besser...Nur, was ist der Unterschied zwischen einfachen Psychiater-Besuchen und einer Psychotherapie? Sind das Gruppensitzungen oder auch einzeln?
    Danke aber schon einmal für deine Tipps! :smile:
     
    #7
    Kexi, 3 November 2006
  8. User 20976
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    vergeben und glücklich
    dass ein psychiater einem nur "pillen andrehen will", ist so auch nicht richtig, und sicher nicht einfach so bei ner essstörung. ein psychiater ist ein ARZT, also ein mediziner mit der fachrichtung psychiatrie.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Psychiater
    behandlungen durch einen psychiater können durchaus sinnvoll sein, es gibt auch psychiater mit ausbildung zum psychotherapeuten - die sind nicht vorrangig zum pillenandrehen da...

    zum beispiel bei depressionen können medikamente helfen, da depressionen auch bedingt sein können durch neurobiologische faktoren - ungleichgewichten im hirnstoffwechsel, die durch psychopharmaka beeinflusst werden können.


    psychotherapien gibt es in verschiedenen formen: gesprächstherapie, verhaltenstherapie - einzeln patient und psychotherapeut. es gibt auch gruppenangebote.


    was für dich geeignet ist, kann ich nicht beurteilen, vielleicht "gugelst" :zwinker: du dich mal durch zum thema essstörung, beratung, therapie, ...?
     
    #8
    User 20976, 3 November 2006
  9. laura19at
    laura19at (31)
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    vergeben und glücklich
    Flake, ich finde du hast recht!! In meiner Familie und im Bekanntenkreis gibts nur negative Erfahrungen mit Psychiatern.
    Sie suchen selten nach den Ursachen, pumpen einen gerne voll mit Pillen, die alles nur noch schlimmer machen.
    Mosquito verniedliche das ganze nicht. Klar gibts auch gute Psychiater, aber es wimmelt nur so von schwarzen Schafen und negativen Erfahrungsberichten.
    Es gibt auch genug psychopharmaka, die in einigen Ländern verboten sind, in anderen erlaubt. Das gibt einem auch zu denken.
     
    #9
    laura19at, 3 November 2006
  10. Immortality
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    Single
    Wenn ein Psychiater nicht in Frage kommt, dann geh doch zu einem Psychologen.
    Dass Psychiater einen nur voll pumpen wollen, halte ich für ein Vorurteil. Da mags sicherlich "schwarze Schafe" geben, aber deshalb generell zu sagen, nee, die sind alle inkompetent, ist sicher nicht die Wahrheit.
     
    #10
    Immortality, 3 November 2006
  11. User 67018
    User 67018 (33)
    Sehr bekannt hier
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    in einer Beziehung
    :jaa: :anbeten:

    hahaha , soll ich dir mal was erzählen. ich hatte damals ich krasse magersucht. wog weniger als 40 kg bei 1,68m. und dieser idiot sitzt großkotzig vor mir und will die telefonnummer meiner eltern haben. ich frage ihn warum das denn. da meinte er, er sei sich nicht sicher ob ich die tabletten, die er mir aufschreibt, dann auch nehmen würde. :schuettel ich habe mich innerlich vor lachen nicht mehr eingekriegt. dieses A...loch meint doch tatsächlich magersucht mit tabletten behandeln zu könne. :kopf-wand wenn das tatsächlich ginge, warum gibt es denn wohl immer noch spezialkliniken dafür wo die leute echt monatelang bleiben müssen (einschließlich ich). ich bin beim ersten mal vier monate drin geblieben und das war nicht mal ne es-klinik!! :angryfire
     
    #11
    User 67018, 3 November 2006
  12. manticore
    manticore (35)
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    Single
    Also für mich hört sich das so an, als würdest du in einer Art von Gedankenschleife fest hängen. Dabei wird immer und immer wieder das selbe erlernte Muster angewendet.

    Fangen wir mal ganz anders an. Deine ehemaligen Mitschüler haben ein bestimmtes Ideal von den Medien rein gestopft bekommen. Die Werbung, die Musik Gruppen eben allgemein das Bild der Frau wurde ganz bestimmt geprägt. Da hat man noch normal Gewicht als Frau und wird als mollig oder schlimmer bezeichnet. Also diesem Bild sind wir zumindest Teilweise ausgesetzt. Auch wenn einige es für richtig und anderen für falsch halten. Dann ist dieses Gerangel um Macht und Überlegenheit ebenfalls eine schlechte Eigenschaft von Menschen die dich als Opfer auserkoren haben. Die Gründe dafür können sehr unterschiedlich sein. Da könnte man Vermutungen aufstellen wie: Du warst schon immer sehr Stark und man hatte eine „Schwäche“ gefunden usw. usw. Also ich denke du solltest dich bemühen die Dinge so zu sehen und sie damit zu überwinden. Es ist dir hilfreich erst einmal die Dinge für dein Verhalten zu erkennen und sie hinter dir lassen zu können.

    Natürlich sind Essstörungen ab einen bestimmten Punkt lebensbedrohend und das hast du schon erkannt. Doch mache dir darüber noch etwas mehr Gedanken wie die folgen bis dahin aussehen können. Werde dir darüber bewusst aber vermindere die Angst davor, die Panik oder ähnliches. Es geht darum ein Vertrauen zu entwickeln das es eben nicht richtig ist seinen Körper so leiden zu lassen. Außerdem werden andere durch dein Verhalten ebenfalls Trauer und Schmerz erleiden müssen.

    Weiterhin denke mal darüber nach was nicht normal sein soll. Es ist keine Pflicht „normal“ zu sein. Hast du erst einmal gesehen was zu deinen Verhalten geführt hat, dann kannst du auch die Nachteile ohne Wertung und Gefühle wahrnehmen. Außerdem wirst du dir sagen können, dass du die Möglichkeit hast für dich in der Zukunft durch ausreichend Essen etwas gutes zu tun. Das du damit rum prahlst das du Gewicht verlierst ist eben auch nicht vorteilhaft. Weil du doch damit auch anderen anzeigst, dass die es dir am besten gleich tun sollen. Damit gehst du verantwortungslos mit deinen Worten um. Diese müssen nicht schädigend sein, können es aber werden und auch für dich. Weil du willst dir damit wo möglich etwas beweisen oder Anerkennung oder eben Besorgnis damit erregen. Doch du bist gleich zu den anderen. Nicht mehr und nicht weniger Wert.

    So jetzt gehen wir noch einen Schritt weiter und das du nicht Ordnung bist oder einfach Fehler machst. Wir tun jeden Tag Dinge die nicht zu unseren Vorteil sind und oft lernen wir daraus nichts. Weil wir meinen daran nichts ändern zu können. Doch einen Versuch unternehmen wir nicht. Auch ein Abwarten und zu späteres Handeln bringt immer wieder Nachteile. Also fange gleich damit an die Dinge in die Praxis umzusetzen ohne Hast und zu großen Erfolgsdruck. Es wird Rückschläge geben die nur Ansporn sein sollten daraus zu lernen. Dieser Prozess kann Jahre dauern. Etwas anderes zu behaupten wäre schlicht eine Lüge. Es kommt nur zu einer langsameren Umformung von unseren Gedanken. Das werden dir Menschen bestätigen können die noch viel schlimmere Dinge zu erleiden haben als du.

    Weiterhin musst du für dich selbst erst einmal für etwas mehr Ruhe sorgen. Damit die ständig wechselnden Gedanken zu einer positiven Veränderungen kommen und sich festigen. Die Zweifel und die Ansichten von den „falschen“ Denken werden sich dann auflösen können. Du wirst wirkliche Ziele im Leben sehen und das Thema als etwas zu dir gehörendes annehmen, was dazu führt das du es nicht mehr so als wichtig und bedeutsames ansieht. Wenn das passiert, dann verfolgst du einen Weg der dich immer weniger mit deinen alten Ansichten konfrontieren wird. Was wiederum zu mehr Lebensqualität und Freude führt.

    Selbst wenn du die alten Gedanken hast und du denkst die sind falsch. Dann ist das nichts schlechtes sondern etwas gutes worüber du dich freuen solltest. Denn wenn du dich darüber ärgerst, dass du überhaupt so denkst blockiert das nur. Nimm lieber die Einstellung an das nun ändern zu können und sein einfach glücklich darüber das erkannt zu haben.

    Ich hoffe den Impuls zum vorteilhaften Denken und selbständigen Erkennen angestoßen zu haben. Wenn du fest entschlossen bist und weiterhin die Hindernisse erkennst. Dann wirst du eines Tage die Dinge hinter dir lassen können und dennoch werden sie ein Teil von dir sein mit dem du Leben kannst.

    Liebe Grüße

    manticore
     
    #12
    manticore, 4 November 2006
  13. Kexi
    Kexi (30)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    vergeben und glücklich
    Nur ein kleines Update:
    Ich habe nun einige Zeit über meine Situation nachgedacht, auch mit meinen Eltern und Freunden darüber gesprochen und mich jetzt endgültig dazu durchgerungen, eine Therapeutin zu kontaktieren.
    Ich hatte ziemlich viel Angst vor dem Ganzen, einfach, weil ich noch nie zuvor so etwas gemacht habe und irgendwie befürchtete, dass sie mich nicht ernst nehmen könnte (So á la "Du wiegst ja noch über 40 Kilo, was willst du eigentlich?")...aber wahrscheinlich ist das Quatsch, schlussendlich ist es ihr Job, sich mit Problemen anderer Leute auseinanderzusetzen...
    Tja, jedenfalls habe ich morgen meinen ersten Termin und bin gespannt, ob es mir etwas bringt...
     
    #13
    Kexi, 21 November 2006
  14. Tweety
    Gast
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    Hi Du!

    Ich finde es echt gut, dass du mit deinem Umfeld darüber gesprochen hast und nun professionelle Hilfe suchst. Den Mut hätte nicht jeder.

    Ich wünsche dir alles, alles Gute, dass du mit Hilfe der Therapeutin endgültig endgültig mit dem Kapitel abschließen kannst!
     
    #14
    Tweety, 21 November 2006
  15. Maus1988
    Maus1988 (28)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verlobt
    Huhu du,
    hier kann ich endlich mal was sagen, worüber ich auch genug weiß.

    Ich selbst war mit 14 magersüchtig- und bin auch jetzt noch teils essgestört.

    Wog damals bei 1.70m etwa 84 kg und nahm normal ab,bis ich bei 38 kg ankam und in die Klinik musste.

    Eigentlich ging alles ziemlich schnell & ich nahm zu und konnte die Klinik nach ein paar Monaten verlassen...


    Klar hatte ich zwischendurch Termine zur Therapie,die ich auch wahrnahm,aber wirklich gesund bin ich nicht geworden.

    Ich wiege nun um die 61 kg und fühle mich dennoch dick & hässlich.
    Ich kann nur sagen,wenn du wirklich den Willen hast und den Glauben an dich, dann such dir gute Hilfe & mach was draus,denn die beste Therapie nützt nichts, wenn du es selbst nicht möchtest bzw. dran glaubst.

    Wichtig hierbei sind auch Leute, die dich unterstützen und dir Mut zusprechen.

    Ich leider,habe zwar die Leute,aber noch nicht den Willen- aber ich kann deine Gedanken so verdammt gut nachvollziehen!
    Doch Sachen, wie das es jmd gefällt,wenn sich andere Menschen Sorgen machen,weil man so dürr geworden ist- das ist nicht normal,ich denke da stimmt mir jeder zu.

    Wünsche dir viel Glück & geb mal Bescheid, wie es so läuft.
     
    #15
    Maus1988, 21 November 2006
  16. Lari
    Lari (35)
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    86
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    vergeben und glücklich
    mir gehts ähnlich

    huhu, mir gehts ähnlich wie dir, hab am übermorgen (donnerstag nachmittag) meinen ersten termin beim ner ärztin für psychiatrie und psychotherapie.
    fast vier jahre wusste keiner von meinem essproblem, dann hat`s meine familie rausbekommen und sich große sorgen gemacht. meine mutter hat für mich den termin beim arzt gemacht und mir freigestellt, ob ich da hingehe... werd ich auch machen, aber ist schon ein komisches gefühl.
    ich hab seit 4 jahren phasen von hungern wo ich schnell fast 10kg abnehme, dann ess ich wieder normal, oder zu viel, nehme langsam wieder alles zu, bekomme dann panik und fange wieder an das essen zu reduzieren... ich weiß selber, dass das total krank ist, aber das außenstehenden zu erzählen ist schwer, vorallem, weil ich es jahre lang mit allen mitteln verheimlicht habe...
    schreib doch bitte mal, wie dein erster besuch ablief, würd mich freuen, wenn ich noch vor meinem termin lesen könnte, wie es bei dir war... lg, lari
     
    #16
    Lari, 21 November 2006
  17. Teresa
    Teresa (32)
    Verbringt hier viel Zeit
    701
    103
    1
    vergeben und glücklich
    Mich hats besonders schockiert, wie deine Schulkameraden dich behandelt haben... Kinder und Jugendliche können echt grausam sein. Zu mir hat zwar keine/r gesagt, ich sei fett, aber als ich so ungefähr 12 oder 13 war, haben die Jungs aus meiner Klasse das Gerücht verbreitet, ich sei "verätzt", und wer mich berührt, der sei auch "verätzt"... das heißt, jedes Mal, wenn ich in die Nähe von einem dieser Jungs kam, dann haben die sich in die Ecke gedrängt und übertrieben hysterisch getan und ständig aufgepasst, dass ich sie nur JA NICHT berühre... das hängt mir manchmal bis heute noch nach und macht es mir schwer, Kontakt zu anderen aufzunehmen, auch wenn ich inzwischen viele Freunde habe...
    nun ja, aber es ist leider so, dass viele Leute erst verschiedene Therapeuten ausprobieren müssen, ehe sie den richtigen finden... meine Banknachbarin in der Sechsten (Zehnten) hat sich geritzt und wurde zwei Jahre lang mit allen möglichen Tabletten "behandelt", ehe sie endlich eine Therapie gefunden hat, die richtig für sie war... das Problem war, dass der erste Therapeut immer ihr die Schuld für ihre Probleme gegeben hat... was total falsch ist, denn ein Therapeut muss doch auf der Seite seines Patienten stehen...
    aber dass es einem gefällt, wenn sich andere Sorgen machen, weil man so dünn geworden ist, kann ich schon bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen, ich glaube, das ist eine unerfüllte Sehnsucht nach Zärtlichkeit und Liebe, die einem fehlt oder zu einem gewissen Zeitpunkt gefehlt hat...
     
    #17
    Teresa, 22 November 2006
  18. Kexi
    Kexi (30)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    vergeben und glücklich
    Heute Vormittag hatte ich meinen ersten Termin bei der Therapeutin und es lief überraschend nett und entspannt ab!
    Sie fragte zuerst, warum ich da sei und fing dann ganz dezent an, immer tiefer zu graben - durch Fragen oder auch einfach Feststellungen, auf die ich dann reagierte.
    Ich begann mit meiner Essproblematik, kam dann aber immer mehr auf andere Themen, was interessant war. Natürlich konnte ich auch noch nicht alles anbringen, was ich zu sagen hatte, aber für den Anfang gefiel es mir doch recht gut!
    Sie hat festgestellt, dass ich offenbar einen Kontrollzwang habe, der mein ganzes Leben beherrscht - daher auch der Zwang, nichts zu essen - ich will Kontrolle über meinen Körper und mein Gewicht ausüben. Das klang wirklich plausibel, zumal ich tatsächlich einen auffälligen Hang zu Dominanz und Kontrolle habe. (Als ich meinen Freunden danach von den Erkenntnissen berichtet habe, meinten die nur: "Und...gibt's was Neues? Das hätten wir dir auch sagen können!" - Mir war nie bewusst, dass das so offensichtlich ist!)...
    Ich habe jetzt die Aufgabe bekommen, bis nächste Woche alles aufzuschreiben, was ich esse und in welchen Situationen ich besonders den Hunger unterdrücke (z.B. durch ganz viel Wasser trinken statt essen)...Damit habe ich dann heute gleich begonnen!

    Es war wirklich spannend, mit einer Außenstehenden über all diese Dinge zu sprechen und sie hat mir klargemacht, dass die Essstörung nur einer von vielen Effekten meines Kontrollzwanges ist. Wir werden jetzt also an meiner Lebenseinstellung, meinem Selbstbild und im Zuge dessen auch an meiner Essstörung arbeiten, aber wir betrachten diese nicht als einziges Ziel der Therapie und das finde ich wirklich gut:smile:

    Und Teresa: Ja, so etwas ähnliches haben sie bei mir auch gemacht...sie sind eben nur in großflächigen Kreisen ausgewichen, wenn ich auf der Bildfläche erschienen bin...ich kenne das also...das tut weh...und diesen Kindern ist nicht einmal klar, was sie damit anrichten...
     
    #18
    Kexi, 22 November 2006
  19. Lari
    Lari (35)
    Verbringt hier viel Zeit
    23
    86
    0
    vergeben und glücklich
    ui, freut mich für dich, dass es so gut lief... ich bekomm langsam schon leicht panik vor morgen. ich denke man muss auch das glück haben, dass einem der therapeut auf anhieb sympatisch ist... hast du ja echt glück gehabt.
     
    #19
    Lari, 22 November 2006
  20. Kexi
    Kexi (30)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    101
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    vergeben und glücklich
    Ich hatte auch Angst vor dem Termin und dann war es halb so schlimm, also warte erst einmal ab :smile: Und wenn dir die Therapeutin nicht liegt, dann geh eben zu einer anderen! Ist ja nichts dabei...schlussendlich muss man ja menschlich auch zusammenpassen!
     
    #20
    Kexi, 22 November 2006

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