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Sonstiges Ethische Frage: Schmerzensgeld Ja oder Nein

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Morgen, 25 Mai 2010.

  1. Morgen
    Morgen (30)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Es ist kompliziert
    Hallo zusammen,

    ich stecke in einer etwas misslichen Lage und wollte hierzu Eure Meinung hören. Vor ein paar Wochen hatte ich und drei Freunde von mir einen Autounfall. Der Verursacher hatte 1 ‰ Alkohol im Blut, war zu schnell unterwegs und hatte schlechte Reifen auf dem Auto (es war auch sehr feucht und rutschig diese Nacht). Er kam voll auf meiner Spur und ich konnte nichts mehr machen. Ich hatte 0‰ Alkohol und war komplett auf meiner Fahrbahnspur. War dann noch eingeklemmt im Auto,... ich und der Mitfahrer hinter mir hatten ein Riesen Glück, dass wir den Unfall überlebt haben und zu dem noch fast unbeschadet. Bis auf ein Knochenbruch bei einem Freund von mir ist uns allen, außer schwere Prellungen nichts passiert. Das Auto ist nur noch ein Häufchen Blech.

    Jetzt zu meinem Anliegen, es geht jetzt natürlich um die Sache wer will Schmerzensgeld. Meine Eltern meinen sie würde nicht auf Schmerzensgeld klagen. Der Versucher (Anfang 20) hatte sich hinterher bei uns allen persönlich entschuldigt. Dadurch, dass er alkoholisiert war trägt er natürlich bis max. 22.000 EUR die gesamten Kosten. Ich weiß jetzt nicht so recht was ich machen soll, als Student ist Geld natürlich immer Mangelware. Ich muss das Auto nicht ersetzten oä., es war ein sehr altes Auto und wurde nur in der Firma meiner Eltern ab und an gefahren. Es genügt mir aber auf der einen Seite, dass ich den Unfall überlebt habe und sonst nichts weiters passiert ist und dafür bin ich sehr dankbar.

    Nun ja, soviel zu meinen Gedanken.
     
    #1
    Morgen, 25 Mai 2010
  2. krava
    krava (35)
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    Hast du eine Rechtschutzversicherung?
    Wenn nein, dann musst du ja erstmal Geld für einen Anwalt investieren, um klagen zu können oder wolltest du das alleine durchziehen?

    Gibts nicht ohnehin ein Strafverfahren gegen den Unfallverursacher?
    Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, fahrlässige Körperverletzung ....aber ich will jetzt nicht zu sehr in Richtung Rechtsberatung abdriften.

    Bist du durch den Unfall irgendwie "geschädigt"? Also arbeitsunfähig oder so?

    1 Promill Alkohol finde ich persönlich erheblich zu viel und eine poplige Entschuldigung würde mich in keinster Weise beeindrucken.
     
    #2
    krava, 25 Mai 2010
    • Danke (import) Danke (import) x 2
  3. User 12900
    where logic cannot intervene
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    nicht angegeben
    Ganz ehrlich: der Typ war angetrunken, zu schnell und hatte keine gescheite Bereifung. Ich würde Schmerzensgeld wollen, allein schon, damit der Kerl was draus lernt und nicht einfach so davonkommt. Dass er sich entschuldigt hat ist zwar sicherlich eine sehr nette Geste, aber das macht es auch nicht ungeschehen. Wenn er nur wegen der Wetterverhältnisse o.ä. einen Unfall gebaut hätte, würde ich es mir nochmal überlegen mit dem Schmerzensgeld, aber in dem Fall wäre es für mich persönlich eindeutig.

    Mein Ex und einer seiner besten Freunde haben mal einen "Handtuchkampf" mit nassen Handtüchern gemacht, sein Freund hat ihm das Handtuch ins Auge gepeitscht und mein Ex hat seitdem ne künstliche Linse und Sehprobleme. Selbst da hat er Schmerzensgeld bekommen, obwohl es ein Unfall war.
     
    #3
    User 12900, 25 Mai 2010
  4. Stonic
    Stonic (41)
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    Wo hast du das mit den max. 22000 Euro her ?? nur aus Neugier aber ich würde an deiner Stelle Schmerzensgeld verlangenund das wird nicht mal zum Gericht kommen da es seine Haftpflicht bezaheln muß und du bei Prellungen ich sagmal so nur ein recht geringes Schmerzensgeld in Höhe von max 500 Euro in Deutschland erhalten wirst...also nichts womit du dem kerl das Leben ruinierst aber immerhin einen Denkzettel verpasst
     
    #4
    Stonic, 25 Mai 2010
    • Danke (import) Danke (import) x 3
  5. many--
    many-- (32)
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    Verheiratet
    Ich würde mich in einer solchen Situation abhängig von meiner eigenen Finanzkraft (dh ob ich mir den Rechtsweg leisten kann) bei einem guten Anwalt orientieren und dann den normalen Rechtsweg gehen. Warum in einer solchen Situation Mitleid mit so einem Idioten haben, warum auf das verzichten, was dir zusteht? - Wenn du "ethische Bedenken" hast, dann überleg dir mal, dass ihr alle jetzt auch tot oder fürs Leben verkrüppelt sein könntet, und dass euer Unfallverursacher, wenn er quasi schadlos aus der Sache rauskommt, morgen vermutlich wieder besoffen rumrast.
    Und wer weiß, das nächste Mal haben vielleicht nicht alle Beteiligten so viel Glück.

    Also, für mich wär`s da mit einer Entschuldigung nicht getan. Wenn der Typ dir in der Disco unprovoziert aufs Maul geschlagen und deinem Freund die Beine gebrochen hätte, wärst du da auch mit einer Entschuldigung zufrieden?
     
    #5
    many--, 25 Mai 2010
  6. User 76250
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Single
    Sind das solche Eltern wie bei Stinkesocke?
    Wenn man nicht aufpasst, läuft das so, obwohl es so aussehen müsste.

    Am Ende schadest Du Dir selbst. Und glaubst Du, dass andere, wenn Dir das passiert wäre, so zimperlich mit Dir umgehen würden?

    Woher hast Du denn sowas?!?
     
    #6
    User 76250, 25 Mai 2010
  7. User 66279
    Sehr bekannt hier
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    Ich würde Schmerzensgeld verlangen.
    Gerade als Student sollte man wohl vernünftig genug sein, um sich mit 1 Promille nicht mehr hinters Steuer zu setzen.

    Wäre der Unfall unalkoholisiert geschehen, hätte ich auch gezögert, aber das, was er da getan hat, war grob fahrlässig und du hättest durch seine Dummheit tot sein können.
     
    #7
    User 66279, 25 Mai 2010
  8. Morgen
    Morgen (30)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Es ist kompliziert
    Danke für die bereits viele Meinung und Antworten! Um hier kurz die Dinge zu klären, melde mich später mit einer ausführlicheren Antwort.

    Es ist mir bereits am Unfallort erklärt worden, dass der Verursacher hier die volle Schuld trägt. Es ist bereits alles in die Wege geleitet. Es handelt sich um eine Sammelklage über unsere Rechtsschutzversicherung ich muss hier nur erwähnen, dass ich ebenfalls Anspruch auf Schmerzensgeld habe. Also ob Ja oder Nein. Hier tritt die Staatsanwaltschaft auf und erhebt Anklage zu Punkt schwerer Fahrlässige schwere Körperverletzung, wenn hier Schmerzengeld eingeklagt wird müssen wir hier als Nebenkläger auftreten. Zu den 22.000 EUR in Österreich liegt der max. Selbstbehalt bei einem verursachten Unfall unter Alkoholeinfluss bei 11.000 EUR die Summe verdoppelt sich durch die überhöhte Geschwindigkeit und liegt somit bei 22.000 EUR alle Kosten über diesen max. Selbstbehalt werden von der Versicherung bis max. 6 Mio. übernommen.

    Achja, ich bin hier der Student und der Verursacher ist, soweit ich weiß, Arbeiter bzw. Angestellter.
     
    #8
    Morgen, 25 Mai 2010
  9. User 32296
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    nicht angegeben
    Moralische Bedenken hätte ich herzlich wenig wenn dieser Vollidiot durch seine grenzenlose Verantwortungslosigkeit potentiell Menschen getötet hätte.
     
    #9
    User 32296, 25 Mai 2010
  10. User 12900
    where logic cannot intervene
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    nicht angegeben
    Da wäre die Sache für mich ganz klar.
     
    #10
    User 12900, 25 Mai 2010
  11. krava
    krava (35)
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    Kann sein, dass es in Ö anders ist, aber in D hättest du ja auch die Möglichkeit zivilrechtlich gegen ihn vorzugehen. In einem Strafverfahren wird üblicherweise nicht über Schmerzensgeld entschieden, sondern erstmal über die Schuldfrage und eben über strafrechtliche Belange.
    Darauf kann man einen Zivilprozess dann aber aufbauen.

    Korrigiert mich bitte bzw. erweitert meinen Horizont:
    Das Vergehen schwere fahrlässige Körperverletzung kenne ich nicht. :ratlos:
    Fahrlässig bleibt doch immer "nur" fahrlässig. Es wäre mir neu, dass es da verschiedene Härtegrade gibt.
     
    #11
    krava, 25 Mai 2010
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  12. Tornadin
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    Ich würde, so wie du die Situation beschrieben hast, kein Schmerzensgeld fordern. Du machst nicht den Eindruck, einen Schock fürs Leben zu haben, der dich enorm behindert und bleibende Verletzungen hast du auch nicht erwähnt.
    Ich finde im Gegenteil, dass so ein Unfall auch zeigen kann, wie wertvoll das Leben ist, da es auch unverschuldet schnell vorbei sein kann und so hilft, das Leben mehr wertzuschätzen.

    Der Verursacher hat natürlich einen schlimmen Fehler begangen und da wird er mit der hohen Selbstbeteiligung, dem Führerscheinverlust und den damit entstanden Kosten und auch der psychischen Bürde, so einen Fehler begangen zu haben, ohnehin schon sehr hart gestraft sein.

    Aber entscheidend ist dein eigener Zustand und wenn der ok ist, dann ist eine Schmerzensgeldforderung moralisch sicher nicht die moralisch vertretbare Wahl, da du ja vorgeben müsstest, einen bleibenden psychischen oder physischen Schaden erlitten zu haben, was selbst auch wieder ein Vergehen wäre.

    ---------- Beitrag hinzugefügt um 20:05 -----------


    wie verantwortungslos der andere Fahrer war, ist in dieser Frage nun aber wirklich nicht entscheidend. Schmerzensgeld ohne entsprechende Schmerzen zu fordern ist selbst verantwortungslos und wird nicht dadurch "gerechter", dass der Verursacher selbst sehr verantwortungslos (was auch niemand bestreitet, so wie ich das verstanden habe nicht mal der Verursacher selbst) gehandelt hat.

    Der TS hat in der Überschrift klar gemacht, dass er die Frage ethisch betrachten möchte und aus ethischen Standpunkten ist es sicherlich die richtige Entscheidung, kein Schmerzensgeld zu fordern.
     
    #12
    Tornadin, 25 Mai 2010
  13. User 12900
    where logic cannot intervene
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    nicht angegeben
    Er sagt aber doch, dass er Anspruch drauf hat, also wieso sollte er dann drauf verzichten?
     
    #13
    User 12900, 25 Mai 2010
  14. MrShelby
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    Gerade das ist doch eben _nicht_ die Frage. Er will nicht danach gehen, was ihm rechtlich zusteht, sondern will wissen, was moralisch richtig ist...oder sein könnte - daher wohl der Titel.

    So mancher Pleite-Manager hat auch einen _Anspruch_ auf eine hohe Abfindung...das muss aber moralisch nicht richtig sein.

    Edit: Oh...Tornadin war schneller...
     
    #14
    MrShelby, 25 Mai 2010
  15. krava
    krava (35)
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    Was moralisch richtig ist, würde ich mir hier nicht anmaßen.

    Ich bin mit vermeintlicher Moral schon ziemlich auf die Nase gefallen und die Frage ist, wen es im umgekehrten Fall interessieren würde, was moralisch ist und was nicht.
    Es geht hier ja sicherlich nicht um mehrere tausend Euro und wir reden hier auch nicht von Invalidität oder so, von daher dürfte sich auch ein mögliches Schmerzensgeld in Grenzen halten.
     
    #15
    krava, 25 Mai 2010
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  16. User 66279
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    Na dann kannst du das Geld um so besser gebrauchen :smile:
    Und blockierst nicht einmal die akademische Karriere des Täters, da er ja schon berufstätig ist!
     
    #16
    User 66279, 25 Mai 2010
  17. Tornadin
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    Alkoholsünder werden hierzulande wirklich nicht zimperlich bestraft und wenn es dann auch noch Knochenbrüche gibt, dann kannst du davon ausgehen, dass der Verursacher sehr lange fahren wird und sich enorme Kosten summieren werden, gerade für einen normalen Angestellten. Wenn er auf sein Auto angewiesen ist, wird er auch seinen Job verlieren.

    Sinn des Schmerzengeldes ist es nicht, ihn zusätzlich zu bestrafen, sondern für einen selbst entstandene Schäden auszugleichen. Rechtlich gesehen hat er schon mit ein paar Prellungen und dem Schock, den ihm niemand absprechen kann einen Anspruch. Aber wenn ihn das nicht stark behindert und alles früh wieder komplett auskuriert ist, dann wird er Geld für Schmerzen oder Schäden bekommen, die nicht da sind.
    Mal ganz abgesehen davon wirds nicht mal sehr viel geben und unsere Justiz deswegen bemühen würde ich erst recht nicht.

    Da muss einem Geld schon sehr wichtig sein, finde ich...

    Wünsche dem TS viel Glück, die richtige Entscheidung zu finden.
     
    #17
    Tornadin, 25 Mai 2010
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  18. MrShelby
    Sehr bekannt hier
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    Eine moralisch "gute" Lösung könnte es ja evtl. sein, auf das Schmerzensgeld zu bestehen, und diese Summe an eine Organisation zu spenden, die Unfallopfer unterstützt. Dann hat der Fahrer seine zusätzliche "Strafe", der TS muss sich selber nicht vorwerfen, dass er sich an diesem Unfall "bereichert" hat, und zusätzlich wird noch Menschen geholfen. Klingt doch eigentlich ganz gut...
     
    #18
    MrShelby, 25 Mai 2010
    • Danke (import) Danke (import) x 1
  19. User 12900
    where logic cannot intervene
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    nicht angegeben
    Wenn es hier wirklich um die moralisch beste Lösung geht (hatte ich nicht so verstanden, daher meine Antwort), dann finde ich die Idee auch gut.
     
    #19
    User 12900, 25 Mai 2010
  20. User 40590
    User 40590 (37)
    Sehr bekannt hier
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    Ethik ? Wer alkoholisiert Auto fährt (und JA, 1 ‰ ist mehr als man denkt) und dabei einen solchen Unfall veruracht hats eigentlich nicht anders verdient.

    Unter anderen Gesichtspunkten (ohne Alkohol, nur nen dummer Fahrfehler) käme sicher auch bei mir die Frage auf, aber so ??
     
    #20
    User 40590, 25 Mai 2010
    • Danke (import) Danke (import) x 1

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