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Evolution im Supermarkt

Dieses Thema im Forum "Fun- & Rätselecke" wurde erstellt von PeterC, 1 April 2006.

  1. PeterC
    PeterC (37)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Es ist schon erstaunlich wie sich der Mensch verändert, sobald er sich dem Einzugsbereich eines Einkaufstempels nähert. Aus dem Homo Sapiens Sapiens wird der Homo Sapiens Einkaufiensis! Dieser (im Folgenden einfach HSE abgekürzt) wiederum kommt in verschiedenen Unterformen vor, ständig kann man neue davon entdecken. Angeregt durch aktuelle Erlebnisse von heute vormittag möchte ich mal einige der mir mittlerweile aufgefallenen Exemplare aufzählen:


    1. Der "Zwei-Parklücken-nebeinander-frei--ich-nehm-beide-Parker"

    Vertreter dieser Gattung gehören zu den ersten, welche einem bei der Annäherung an das Einkaufsobjekt auffallen. Für diese Menschen stellt das Vorhandensein zweier nebeneinandergelegener freier Parklücken eine ungeahnte Herausforderung dar! Diese Herausforderung ist ausschließlich dadurch zu meistern, daß man die die beiden Parkplätze trennende Farbmarkierung als Zielhilfe nutzt und selbige möglichst genau mit der Fahrzeugmitte anpeilt. Der positive Nebeneffekt dabei ist, daß selbst körperumfangreiche Fahrzeuginsassen ganz bequem aussteigen können, da ja auf jeder Seite des Fahrzeugs noch mindestens anderthalb Meter Platz zur Verfügung stehen.

    Sehr nah verwandt mit dieser Gattung des Homo Sapiens Einkaufiensis sind übrigens die "Schräg?-ich-parke-immer-so"- und die "Behindertenparkplatz?-bin-selbst-geistig-behindert"-Parker.


    2. Der Einkaufswagen-Verweigerer

    Wirklich auffallen tun diese Zeitgenossen zwar eigentlich erst an der Kasse, aber da wir uns ja dem Supermarkt vom Eingang aus nähern, komme ich trotzdem gleich jetzt zu ihnen. Meist handelt es sich dabei um Leute, welche nur mal schnell eine Flasche Wasser oder eine Schachtel Zigaretten kaufen wollen und dann mit den Armen voller "Kleinigkeiten" an der Kasse landen. Oft und gern beobachtet wird bei ihnen, daß ihnen an möglichst störender Stelle ein Becher Joghurt oder eine Tüte Mehl aus den Armen plumpst, woraufhin Kunden und Angestellte aus dem langweiligen Alltagstrott gerissen und mit Reinigungsarbeiten beschäftigt werden. Aber auch wenn ihnen das ausnahmsweise nicht gelingen sollte, werden sie spätestens an der Kasse zum Auslöser der schönsten Staus, denn schließlich können sie schlecht gleichzeitig die Arme voller Einkäufe haben und die Rechnung bezahlen. Also stapeln sich die Einkäufe in der Auslaufzone der Kasse, der Einkaufswagen-Verweigerer bezahlt und fängt dann an, alles wieder in seinen Armen zu verteilen. Besonders bei kurzen Kassenzonen führt das dann dazu, daß die Kassiererin keinen Platz für die Einkäufe des nächsten Kunden hat und mit der Arbeit warten muß. Was dann üblicherweise zu hocherfreuten Blicken aus der Warteschlange führt...


    3. Der "Ach-ist-der-Gang-schön-schmal-Chauffeur"

    Diese Exemplare finden sich besonders in kleineren Märkten mit engen Durchgängen. Dort zeichnen sie sich dann dadurch aus, daß sie ihre Einkaufswagen an den engsten Stellen parken, damit auch ja kein anderer Kunde an ihnen vorbeikommt. Daß zwei Meter weiter eine breitere Stelle ist, welche solche Probleme vermeiden könnte, wird von ihnen eiskalt ignoriert - schließlich sind sie genauso Kunden und haben ein Recht darauf, in Ruhe einkaufen zu können.

    Auch hier gibt es einen nahen Verwandten: den "Ach-ist-der-Gang-schön-breit-Chauffeur". Eigentlich handelt es sich dabei um eine fortgeschrittenere Ausgabe des "...schön-schmal-Chauffeurs" - was selbiger nur in schmalen Gängen schafft, also mittels seines Einkaufswagens den gesamten Verkehr aufzuhalten, schafft der "...schön-breit-Chauffeur" auch bei besonders breiten Gängen! Durch clevere Platzierung seines Einkaufsvehikels schafft er es, selbst Gänge zu blockieren, in denen sich normalerweise problemlos drei Einkaufswagen aneinander vorbeischieben können.


    4. Die Leseratte

    Diese Zeitgenossen wollten eigentlich eine Bibliothek aufsuchen, sind jedoch durch des Schicksals seltsames Walten in einem Supermarkt gelandet. Dort haben sie dann überrascht festgestellt, daß es nicht immer nur Bücher sein müssen, sondern daß auch Lebensmittelverpackungen für spannende und langanhaltende Lektüre sorgen können. Eigentlich sind es harmlose Gesellen, zum Störfaktor werden sie jedoch dann, wenn es sich bei ihnen gleichzeitig um Vertreter der unter Punkt 3 genannten HSE handelt. Besonders ausgebuffte Exemplare schaffen es dann, auch gänzlich ohne den Einsatz eines Hilfsmittels (will heißen: Einkaufswagens) Gänge von ganz schmal bis ganz breit zu blockieren.

    Sowohl die Vertreter von Punkt 3 als auch von Punkt 4 zeichnen sich in jedem Falle (also ganz unabhängig von ihrer Fähigkeit Gänge zu blockieren) noch dadurch aus, daß sie immer und ohne jede Ausnahme genau vor dem Regal stehen (und nicht zum Weggehen bewegt werden können), aus welchem man sich auch gerade bedienen möchte.


    5. Der "Ich-hasse-angerissene-Kartons-Einkäufer"

    Wem ist es noch nicht so gegangen: man möchte eine ganze 12er-Packung Milch oder Saft einladen - und alle 13 problemlos zugänglichen Kartons sind unvollständig. Jetzt heißt es, entweder sich aus mehreren angerissenen Kartons einen kompletten zusammenzustellen, oder ein wenig die Palette abzuräumen um an ein unversehrtes Exemplar zu kommen.

    Hier war ganz eindeutig der "Ich-hasse-angerissene-Kartons-Einkäufer" am Werk! Selbiger möchte üblicherweise nur ein oder zwei Packs kaufen - ist aber unter keinen Umständen bereit, diese ein oder zwei Packs aus einem bereits angerissenen Gebinde zu entnehmen. Selbst wenn da eines steht wo nur noch das gewünschte eine Exemplar enthalten ist, greift er prompt zu einem jungfräulichen Karton und entnimmt (meist unter gewissen Anstrengungen weil die Dinger ja straff gepackt sind) mittenheraus sein eines Exemplar. Da diese Zeitgenossen offensichtlich Rudeltiere sind, ist es so gut wie unmöglich, ohne Mehrarbeit einen unversehrten Komplettkarton zu erhaschen.


    6. Der "Drei-Euro-mit-EC-Karte-" und der "Ich-präge-meine-Münzen-direkt-an-der-Kasse-Bezahler"

    Beide sind eng miteinander verwandt und werden deshalb gemeinsam abgehandelt. Eigentlich handelt es sich bei ihnen um eher ungefährliche Zeitgenossen - aber leider nur auf den ersten Blick. Im Normalfall ist es ja nicht schlimm, mal mit Karte zu bezahlen oder die 3,97 Euro in Kleingeld zusammenzuwürfeln. Dummerweise laufen jedoch die Vertreter der genannten HSE-Unterspezies immer dann zur Höchstform auf, wenn hinter ihnen eine möglichst lange Schlange an der Kasse steht. Als Steigerung wird dann noch gerne gesehen, daß das EC-Karten-Lesegerät streikt oder sich herausstellt, daß in der Brieftasche und sämtlichen abgesuchten Kleidungstaschen nur 3,95 Euro zu finden sind. Kollektives Luftanhalten und Augenverdrehen sowohl von Kundschaft als auch Kassiererin sind regelmäßig zu beobachten.

    Eine nahe Verwandtschaft besteht übrigens zum "Ich-bleib-hier-stehen-bis-der-letzte-Cent-im-richtigen-Fach-ist-Kassenblockierer". Selbiger würde niemals, unter keinen Umständen nach Abschluß des Kassiervorgangs und Erhalt seines Wechselgeldes auch nur einen einzigen Schritt von der Kasse weg treten und somit die "Behandlung" des nächsten Kunden ermöglichen. Nein, zuerst muß sämtliches erhaltenes Wechselgeld penibel im dafür vorgesehen Fach der Brieftasche verstaut sein, und nach einem langen prüfenden Blick muß auch der Kassenzettel säuberlich gefaltet den Weg an den dafür gedachten Platz gefunden haben. Besonders in Verbindung mit dem "1,67-Euro-mit-Hunderter-Bezahler" haben wir es hier mit dem ultimativen Stauverursacher zu tun. Vorzugsweise hat dieser dann in seiner Brieftasche auch noch einzelne Fächer für jeden einzelnen Münz- und Scheinwert.


    7. Der "Solange-ich-einlade-braucht-ihr-auch-nicht-wegzufahren-Straßenblockierer"

    Glaubt man nunmehr alle Widrigkeiten der Begegnungen mit verschiedenen HSE-Unterspezies mit dem Verlassen des Supermarktes heil überstanden zu haben, so trifft man fieserweise doch noch auf ein besonders rücksichtsloses HSE-Exemplar. Selbiges steht üblicherweise an der linken oder rechten hinteren Kante seines Fahrzeuges und belädt den Kofferraum. Der Einkaufswagen (üblicherweise knackevoll) steht dabei nicht etwa hinter seinem eigenen Auto, nein: er steht hinter dem Nachbarfahrzeug und blockiert somit effektiv dessen Abfahrt. Simples Einsteigen oder auch Motoranlassen bringt ihn keinesfalls dazu, mal ein wenig zur Seite zu rücken, sondern läuft höchstens auf ein gemurmeltes (hilfsweise laut geblöktes) "Bin doch gleich weg!" hinaus. Je nach eigener Statur und Körperkraft hat man nur zwei Möglichkeiten: entweder auszusitzen bis der freundliche Nachbar tatsächlich seine sämtlichen Einkäufe verstaut hat, oder die Dinge (sprich: den feindlichen Einkaufswagen) selbst in die Hand zu nehmen.


    Das soll es eigentlich gewesen sein. Sicherlich habe ich viele verschiedene HSE-Typen übersehen. Die Erforschung des Homo Sapiens Einkaufiensis steht noch ganz am Anfang, tagtäglich sollte es jedem Supermarkt-Besucher möglich sein, neue Unterspezies zu entdecken oder bei bereits entdeckten Unterspezies neue Verhaltensmuster zu erkennen. Auch die Ursachenforschung bietet findigen Köpfen ungeahnte Möglichkeiten. Warum verhält sich der HSE so wie er sich nunmal verhält, warum prägen sich bestimmte Verhaltensweisen mit fortschreitendem Alter des HSE immer stärker aus, während andere eher nachlassen?

    Für jemanden mit der notwendigen Energie und Zeit dürfte hier die Möglichkeit bestehen, sich für einen der nächsten Nobelpreise nachdrücklich ins Gespräch zu bringen. Leider kann ich selbst dies nicht übernehmen. Ich muß nämlich ganz schnell fort. Einkaufen...
     
    #1
    PeterC, 1 April 2006
  2. User 20526
    Verbringt hier viel Zeit
    649
    113
    26
    Verheiratet
    Witzig! :grin:
     
    #2
    User 20526, 1 April 2006
  3. Daucus-Zentrus
    Verbringt hier viel Zeit
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    121
    1
    nicht angegeben
    Ich gehöre manchmal zur zweiten Kategorie.
     
    #3
    Daucus-Zentrus, 1 April 2006

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