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falsche Überweisungsdaten - Geld futsch

Dieses Thema im Forum "Umfrage-Forum" wurde erstellt von Dr-Love, 29 Mai 2008.

  1. Dr-Love
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Lieber PLer, liebe PLerin,

    überweist Du auch manchmal online? Dann lies dieses Urteil:

    Im beleglosen Online-Überweisungsverkehr muss die Empfängerbank keinen Abgleich zwischen der Kontonummer und dem Namen des gewünschten Empfängers vornehmen, stellte das Amtsgericht München in einem am Montag veröffentlichten, bereits rechtskräftigen Urteil klar

    In einem solchen Fall sei die Empfängerbank vielmehr berechtigt, die ihr von der überweisenden Bank übermittelten Daten ausschließlich aufgrund der Kontonummer auszuführen. Die Benutzung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs mit all seinen Vorteilen beinhalte auch den Verzicht auf einen solchen Abgleich (Az.: 222 C 5471/07).

    Im konkreten Fall hatte ein Schuldner auf das Girokonto seines Gläubigers online 1800 Euro überweisen wollen, doch die versehentlich falsch angegebene Kontonummer gab es tatsächlich - sie gehörte einer Frau. Diese verbrauchte das Geld und konnte es anschließend, weil sie in finanziellen Nöten steckte, nicht mehr zurückzahlen. Das wollte der Mann, der das Geld eigentlich bekommen sollte, nicht hinnehmen.

    Er verklagte seine Bank, die dafür keine Verantwortung übernehmen wollte, auf Schadensersatz, scheiterte damit aber vor Gericht. Dennoch kann der Gläubiger aufatmen: Denn sein Anspruch auf Zahlung gegenüber seinem Kunden bestehe weiter, betonte das Gericht. Der Kunde müsse also erneut 1800 Euro zahlen und kann von Glück sagen, dass es sich nicht um einen größeren Betrag handelte.

    Allerdings sei er ja auch derjenige gewesen, der den entscheidenden Fehler gemacht habe, wurde in der Mitteilung des Gerichts betont. Wegen der desolaten Finanzsituation der Frau könne er auch nicht erwarten, von ihr das Geld doch noch zurückzubekommen.

    Was hältst Du von solchen Sachen?
     
    #1
    Dr-Love, 29 Mai 2008
  2. Sylphinja
    Sylphinja (38)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Also im Grunde find ich es zwar richtig, das die Ansprüche des Gläubigers bestehen bleiben.

    Aber ich finds net okay, das die Tante da so aus dem Schneider ist.

    Hallo wenn plötzlich 1800€ auf meinem Konto auftauchen, von jemand den ich net kenne, dann verpulver ich das doch net?

    Kat
     
    #2
    Sylphinja, 29 Mai 2008
  3. peterpan
    peterpan (36)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Ich find das hier viel geiler. Top Begründung - er nutzt halt die Vorteile, dann muss die Bank auch nix mehr prüfen...weil war ja online...
    Demnächst wird nichtmal mehr die Kontonummer überprüft...dann geht das Geld einfach ins Nirvana...war ja eh nur online...
     
    #3
    peterpan, 29 Mai 2008
  4. crimson_
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Schließe mich meiner Vorrednerin an. Ich finde es ungeheuerlich, dass die Frau einfach so davon kommt.

    Dass kein Abgleich stattfindet, ist zwar nicht schön, aber mit genügend Sorgfalt sollte das nicht zum Problem werden.
     
    #4
    crimson_, 29 Mai 2008
  5. Koyote
    Koyote (38)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verheiratet
    Ich denke das dieses Urteil hoffentlich ein Einzelfall bleiben wird.

    Denn bisher war es immer so dass der Name das entscheidende Merkmal einer Überweisung war, wenn der Name richtig war, dann hat bisher immer die Bank das Nachsehen gehabt.

    Ich halte das für ein weiteres, verbraucherunfreundliches Urteil, das die Banken noch weiter bevorteilt.
    Der Kunde ist leider fast immer der Dumme, obwohl er keinerlei Möglichkeiten hat etwas dagegen zu unternehmen.

    Zwar hat im vorliegenden Fall eindeutig der Kunde einen Fehler gemacht, die Bank ist jedoch wieder fein raus, im umgekehrten Fall könnte der Kunde auch nicht einfach Geld behalten was ihm unrechtmäßig zugebucht worden ist.

    Es wird langsam Zeit das die Banken mal etwas für die Sicherheit im Zahlungsverkehr tun, da diese Maßnahmen jedoch Geld kosten würden lässt man es lieber bei den aktuellen, völlig unzureichenden Maßnahmen, zahlen tut ja meistens der Kunde.
    Und die paar Fälle in denen die Bank haftet, fallen gegenüber den Kosten für bessere Sicherheitsmaßnahmen kaum ins Gewicht.

    Gruß
     
    #5
    Koyote, 29 Mai 2008
  6. i_need_sunshine
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Dass man nix zurückbekommt, ist nicht grundsätzlich so, sondern nur, wenn der unberechtigte Empfänger "entreichert" ist. Wenn der das Geld noch hat, muss er es auch herausgeben.
     
    #6
    i_need_sunshine, 29 Mai 2008
  7. crimson_
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Selbst wenn, die Banken können sich auf jeden Fall drauf berufen.
     
    #7
    crimson_, 29 Mai 2008
  8. davinci
    davinci (30)
    Verbringt hier viel Zeit
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    3
    nicht angegeben
    Ich finde es schön, dass ich für Lastschrift nicht meinen richtigen Namen angeben muss, denn ansonsten würde sicherlich die Hälfte der Abbuchungen nicht funktionieren (der Klang ist identisch, die Schreibweise unterschiedlich, die meisten tippen ab und bringen ihre "Erfahrung" mit rein).

    Ich hoffe nur, dass der Kläger in die Berufung geht...

    Wieso verklagt er denn seine eigene Bank und nicht die des Empfängers? Sie hat ja schließlich das Geld auf dem falschen Konto "abgelegt".

    Und wieso nicht die falsche Empfängerin? Sie hat das Geld angenommen und ausgegeben, obwohl sie wusste, dass sie nichts besitzt (wie behauptet) und im Verwendungszweck muss etwas in der Art "Rechnung Nr. XY vom ..." gestanden haben. Damit würde sie ja vorgeben, genau diese Rechnung ausgestellt zu haben?
     
    #8
    davinci, 29 Mai 2008
  9. Sternschnuppe_x
    Benutzer gesperrt
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    Single
    Stichwort Entreicherung, § 818 III BGB. :zwinker: Unter bestimmten Voraussetzungen kann es schon vorkommen, daß man etwas, was man zu Unrecht bekommen hat, nicht zurückzahlen muß - nämlich dann, wenn man es komplett verbraucht hat und zwar für etwas, was man sich sonst niemals hätte leisten können und sich sonst auch nicht geleistet hätte, mal ganz vereinfacht ausgedrückt; vorausgesetzt, man war nicht bösgläubig, das heißt man wußte nicht, daß einem das Geld nicht zusteht. Offensichtlich konnte die Frau hier nachweisen, daß sie nicht bösgläubig war, oder sie hätte eigentlich zahlen müssen, rein rechtlich gesehen, war faktisch aber so pleite, daß einfach nichts zu holen war.

    Was das Verhältnis zwischen Überweisendem und Bank angeht, Stichwort Anweisungsfälle, das ist höchst kompliziert - mal "gewinnt" der Überweisende, mal die Bank, das kommt auf die genaue Konstellation und den Einzelfall an. In dem Fall ist das natürlich extrem dumm gelaufen - andererseits muß man auch sagen, daß der Fehler ja vom Überweisenden kam...
     
    #9
    Sternschnuppe_x, 29 Mai 2008
  10. Carotcake
    Carotcake (41)
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    nicht angegeben
    In der Konsequenz wäre das (wenn es sich als Rechtssprechungsmeinung durchsetzt) ein Signal an die Verbraucher, zum beleghaften Überweisungsverkehr zurückzukehren.

    Aber das kann unmöglich im Sinne der Banken sein. Also müssen sie entweder aus eigenem Interesse gewisse Sorgfaltspflichten beachten, oder aber eine Haftungsobergrenze ähnlich dem Diebstahlsfall einführen.

    Gibt mir aber schon zu denken der Fall. Ein Zahlendreher ist schnell passiert.
     
    #10
    Carotcake, 29 Mai 2008
  11. Sylphinja
    Sylphinja (38)
    Verbringt hier viel Zeit
    3.817
    123
    7
    vergeben und glücklich
    Ist ja gut und schön, aber hallo, wenn ich monatelang nur bestimmte Eingänge auf meinem Konto habe (Beispiel Kindergeld, Hartz IV oder sowas) und dann kommt ne Buchung von nem kerl den ich net kenne, von ner rechnung die ich net kenne usw usw....

    Also sorry das ist doch dann eindeutig, das es Geld ist, das mir nicht zusteht.

    Also ich finds net okay,

    Kat
     
    #11
    Sylphinja, 29 Mai 2008
  12. whitewolf
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    nicht angegeben
    Meines Wissens nach war das auch in "Vor-Internet-Zeiten" gaengige Rechtslage bei Ueberweisungen.
     
    #12
    whitewolf, 29 Mai 2008
  13. Sternschnuppe_x
    Benutzer gesperrt
    6.884
    0
    2
    Single
    Wie "eindeutig" das im konkreten Fall war, können wir hier eben nicht beurteilen.

    Außerdem: Es kann ja durchaus sein, daß die Frau genau wußte, daß sie es nicht ausgeben durfte, daß ihr das auch nachgewiesen wurde, sie aber trotzdem einfach nichts HATTE, um es zurückzuzahlen. Und so bitter das ist - wo nichts ist, kann man auch nichts holen, auch wenn man noch so sehr einen rechtlichen Anspruch darauf hat.
     
    #13
    Sternschnuppe_x, 29 Mai 2008
  14. Schweinebacke
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
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    nicht angegeben
    Also ich weiss, das mein Geld ziemlich sicher weg ist, wenn ich es an die falsche Nummer überweise, also kontrolliere ich das immer sehr gewissenhaft -> schon hat man keine Probleme mehr!

    Was können die Banken dafür, wenn man zu doof ist, irgendeine Nummer richtig einzutippen? Es ist nunmal so, dass, wenn die Überweisung einmal durch ist, das Geld einer anderen Bank gutgeschrieben ist und die eigene Hausbank keinen Zugriff mehr darauf hat. Das der Name nicht mehr richtig überprüft wird ist zwar kacke, aber inzwischen wohl einfach normal bei Überweisungen, da man ein Konto anhand von KTN und BLZ genau zuordnen kann.
     
    #14
    Schweinebacke, 29 Mai 2008
  15. Dirac
    Dirac (34)
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    Single
    Ich dachte eigentlich bisher immer, dass der Name des Empfaengers wichtiger ist als die Kontonummer und das erst mit der Umstellung auf dieses EU-weit einheitliche System mit IBAN so sein wird, dass nicht mehr der Name sondern nur noch die korrekte IBAN entscheidend sein wird. :ratlos: (Da wird das auf jeden Fall so sein, wurde auch schon im Fernsehen davor gewarnt dass man dann gut aufpassen muss, bei diesen langen Buchstaben/Zahlenkombinationen keinen Dreher einzubauen.)
     
    #15
    Dirac, 29 Mai 2008
  16. peterpan
    peterpan (36)
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    vergeben und glücklich
    Wozu tipp ich dann überhaupt noch was in das Feld ein? Da kann ich ja gleich "XXX" eingeben - eine Überprüfung scheint ja nicht stattzufinden. Dadurch werde ich nur in falsche Sicherheit gewiegt. Ich war bislang auch in dem guten Glauben, dass falls mir doch mal ein Zahlendreher passiert, wenigstens da noch ein Schutz vorhanden ist.
     
    #16
    peterpan, 29 Mai 2008
  17. User 38494
    Sehr bekannt hier
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    Verheiratet
    ich möchte wetten das der richter noch nie eine onlineüberweisung gemacht hat und überhaupt nicht weiß was das ist. :grin:

    tja ... ich habe eine ec-card.
    klaut mir jetzt einer die daten und macht blödsinn ... pech gehabt, denn ich hab ja die vorteile der ex-card genutzt, oder was?

    sie haben ein auto und das wird ihnen geklaut? ... tja, pech gehabt, denn sie hatten ja den vorteil mal auto zu fahren. :ratlos:

    also wenn ich jetzt die falsche postleitzahl auf ein paket schreibe, hab ich halt pech gehabt, wenn das weg ist, weil ich ja selbst den fehler verursacht habe .... alles klar. :zwinker:

    also ich hab die offizielle urteilsbegründung jetzt nicht gelesen, aber sowas ist ja mal wieder totaler schwachsinn von leuten, die keine ahnung haben. :kopfschue

    was ich nicht schnalle ist ... würde ich ein blatt papier ausfüllen und da den zahlendreher haben, würde die bank ja verpflichtet sein zu prüfen.
    totaler schwachsinn eben.
     
    #17
    User 38494, 29 Mai 2008
  18. Schweinebacke
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
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    nicht angegeben
    Was soll man bitte mit einer geklauten EC Karte für Blödsinn machen? Wenn man das direkt meldet haftet die Bank für alle entstandenen Schäden.

    Und wenn man nicht selbst verantwortlich ist für falsche Kontonummern oder Postleitzahlen auf Paketen, wer dann? Klar, in den meisten Fällen gehts gut, aber wer den Fehler macht ist erstmal auch selbst Schuld, oder nicht? Kann doch die Bank/Post nix für, wenn die Leute zu doof sind.
     
    #18
    Schweinebacke, 29 Mai 2008
  19. User 38494
    Sehr bekannt hier
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    395
    Verheiratet
    ich rede von den daten der ec-card, aber egal. :zwinker:

    bei einer falschen postleitzahl wird auch überprüft.

    natürlich ist man erstmal selbst schuld.
    ich sehe nur nicht den unterschied, ob ich ein blatt papier ausfülle und einen fehler mache oder online ein formular ausfülle und einen fehler mache.
     
    #19
    User 38494, 29 Mai 2008
  20. peterpan
    peterpan (36)
    Verbringt hier viel Zeit
    193
    101
    0
    vergeben und glücklich
    Off-Topic:
    Hmm der Vergleich hinkt ein wenig.
    Ich hab sogar schon Karten bekommen, die waren mit falscher Postleitzahl, falschem Straßennamen und ohne Hausnummer. Das ist zwar ein Einzelfall, aber Hut ab vor den Leuten von der Post!
     
    #20
    peterpan, 29 Mai 2008

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