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Familie und bedingungslose Liebe

Dieses Thema im Forum "Off-Topic-Location" wurde erstellt von Razzepar, 25 Dezember 2006.

  1. Razzepar
    Razzepar (29)
    Benutzer gesperrt
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    1
    nicht angegeben
    Ahoi,

    es soll hier darum gehen, wie wichtig die Familie ist und sein sollte.
    Ich komme darauf, weil ich in den letzten Jahren zunehmend eine Entfremdung feststellen musste, die mich meine Beziehung zu meiner Familie hat überdenken lassen.

    Ich habe mich in dieser Zeit nämlich recht stark verändert und mich in meinen Vorstellungen und Ideen, in meinen Präferenzen und Interessen immer weiter von meiner näheren Familie entfernt. Der Kontakt selbst hat sich dabei kaum verändert, doch merke ich zunehmend, dass ich mit der Situation nicht glücklich bin. Es ist so, wie wenn man alte Freunde trifft und sie sich verändert haben. Oder wenn eine Beziehung beendet werden muss, weil die Partner sich in völlig unterschiedliche Richtungen entwickeln und keine Aussicht auf Besserung besteht.

    Und da frage ich mich natürlich, ob die Vergangenheit und die Blutlinie wirklich soviel wichtiger sein sollen als gedankliche Kongruenzen, gemeinsame Interessen und Vorstellungen. In diesem Zusammenhang habe ich die Worte "bedingungslose Liebe" im Hinterkopf und kann immer wieder nur denken, dass eine bedungungslose Liebe (oder Freundschaft) eine wertlose ist. Nur ein Schein von Liebe oder ein mageres Abbild, aber nichts gehaltvolles. Warum soll man sich derartig durch die Prägung der Vergangenheit unterwerfen und bestimmen lassen? Warum nicht den Tatsachen ins Auge sehen und in der Gegenwart leben? Alles andere ist auf Dauer unbefriedigend oder führt zu einer Katastrophe...

    Es ist jetzt nichts extremes, um das es bei mir geht, aber ich merke z.B. jetzt zur Weihnachtszeit, aber auch sonst häufig, dass Treffen, die unter diesen Umständen abgehalten werden (müssen), gezwungen sind und in ein regelrechtes Absitzen ausarten. Zusätzlich habe ich oft das Gefühl, dass es nur mir so geht und deshalb fühle ich mich wie ein Arschloch, dass aus Höflichkeit eine Fassade aufrecht erhält, um niemanden zu verletzen. Dabei respektiere ich Ehrlichkeit mehr als Höflichkeit, so sehr, dass ich ehrliche Arschlöcher mehr schätze als unentschlossene undurchschaubare Schauspieler.
    Ich halte das ganze teils für überflüssig (teils auch nicht), aber es geht jetzt nicht soweit, dass ich einen "Schlussstrich" ziehen möchte. Ich fühle mich dadurch nur eingeschränkt und zu sehr zu eng an Leute gebunden, die mir ehrlich gesagt immer unwichtiger werden. Mir hat nie jemand aus meiner Familie etwas getan, aber darum geht es auch nicht.

    Was sind eure Gedanken dazu? Sind euch vielleicht einige Freunde wichtiger als die Familie? Oder denkt ihr, dass die Familie zusammenhalten muss, entgegen aller Probleme, die es vielleicht gibt?
     
    #1
    Razzepar, 25 Dezember 2006
  2. D_Raven
    D_Raven (35)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verheiratet
    Wurde bei uns eigentlich in der Familie immer so gehandhabt wie in einem Freundeskreis. Wer rumstresst oder ähnliches wurde halt gegangen. Nur weil man zufällig mit jemanden Verwandt ist muss man ihn nicht mögen, geschweige denn lieben.
    Ich habe das Problem mit meinem Eltern und meiner Schwester nicht. Zum Großteil des Rests der Familie haben wir uns losgesagt. Ich bin meinen Eltern natürlich sehr dankbar für das was sie mir ermöglicht haben, aber wenn ich mich gar nicht mehr mit ihnen verstehen würde, würde ich den Kontakt wohl abbrechen.
    Was bringt es einem denn wenn man sich nur noch angiftet nur weil man zufällig verwandt ist. Seh ich keinen sinn drin und bin bei sowas wohl auch sehr pragmatisch.
     
    #2
    D_Raven, 25 Dezember 2006
  3. ankchen
    Gast
    0
    bei uns wird alles krampfhaft festgehalten, was sich nicht richtig lossagt bzw lossagen will. ...das mit dem gegangen werden...hmm nee, dazu müssten wohl echt noch köpfe rollen, bis sich dazu mal durchgerangen wird
    gibt vieles, das als solches bezeichnet wird, bedeutet für mich aber noch lange nicht, dass ich sie auch als solches ansehe. es gibt einige menschen, die mir mehr bedeuten als meine familie, ja
    die sog. fassade von der du da sprichst kommt mir bekannt vor, aber das hat sich für mich erledigt, wenn ich selbst sowas wie ne eigene familie gründe. gibt selten etwas was mir wirklich, wirklich wichtig ist, aber menschen um mich versammeln, die ich nicht/die mich nicht ausstehen kann/können, nur damit man mal zusammen kommt und sein gewissen wieder mal ein wenig beruhigen konnte? ist nun wirklich nicht das, was ich unter familie verstehe.

    bedeutet im endeffekt: arschlochmanier auf zeit
     
    #3
    ankchen, 25 Dezember 2006
  4. Joppi
    Gast
    0
    Hallo Razzepar,

    Ich persönlich bin ein eher traditioneller Mensch. Wenns in der Familie und näheren Verwandtschaft irgendwo brennt, bin ich da. Nicht weil ich alle total gern hab, sondern eher aus Solidarität und Stolz. Mit Liebe muss das nichts zu tun haben. Es ist eher eine Gemeinschaft auf die du dich im Notfall verlassen kannst. Wenn du in einer Familie lebst in der das nicht funktioniert ist das natürlich sehr schade. Aber es liegt an dir eine neue Familie zu gründen in der das anders wird. Sowas ist unbezahlbar.

    Vielleicht erscheint dir das jetzt noch nicht so wichtig, vielleicht wird es dir auch niemals wichtig erscheinen. Aber das ganze hat seinen Zweck. Ich finde Individualismus ganz toll, jedoch verliert man sehr schnell die Orientierung und fühlt sich allein.
     
    #4
    Joppi, 25 Dezember 2006
  5. ankchen
    Gast
    0
    du kannst für jemanden, den du nicht in einer gewissen weise liebst, so was wie stolz empfinden?
    sprichst von stolz im zusammenhang mit notfällen?

    wenn ich das so höre, find ich das alles andere als schade
     
    #5
    ankchen, 25 Dezember 2006
  6. Joppi
    Gast
    0
    In gewisser Weise liebe ich sie natürlich. Aber vor allem weiß ich dass sie für mich da sind und deshalb bin ich auch für sie da. Und deshalb würde es mein Stolz nicht zulassen jemanden aus meiner Familie hängen zu lassen.

    Ich weiß nicht, vielleicht weiß man nur wie das ist, wenn man es hat.

    Ankchen, wenn das bei dir nicht so ist und du findest es nicht schade dann ist das halt so. Aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sowas unbezahlbar ist.
     
    #6
    Joppi, 25 Dezember 2006

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