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Familiendrama, Klappe die Zweite

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von User 12616, 24 November 2008.

  1. User 12616
    User 12616 (27)
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    nicht angegeben
    Unglück scheint gerade seinen Spaß an mir gefunden zu haben.
    Ich habe schon lange nicht mehr weinen müssen, aber gerade liegen meine Nerven einfach blank.

    Vielleicht erinnert sich der ein oder andere daran, vor zwei Jahren gab es von mir schon einmal einen Thread zu meiner Familie.

    Ich versuche, mich kurz zu fassen:


    Mein Vater:
    Nun... seit ich denken kann ist mein Vater ein Alkoholiker...
    Ich habe nur sehr wenige Erinnerungen an meine Kindheit, die ihn betreffen, und die, die mir am präsentesten ist, ist folgende: Er kam von der Arbeit, ich dürfte... 4, 5 gewesen sein, vielleicht. Maximal. Ich habe schnell die Tür verriegelt, weil ich wusste "Papa verschwindet jede Nacht und wenn er wieder kommt, ist er fies zu uns".. Ich habe wohl geglaubt, er käme nicht mehr nach draussen, wenn ich das Schlüßelloch zu klebe...Er ging trotzdem und ich hing lauthals weinend an seinem Bein, weil ich ihn aufhalten wollte.

    Ich bin die ganze Nacht aufgeblieben und habe auf ihn gewartet. Dann kam zurück er und - fiel um, hatte sich dabei die Lippe blutig geschlagen und er lachte! Ich war so erschrocken. Ich war so klein und habe nicht verstanden, dass er höllisch betrunken gewesen sein muss. Wie auch..

    Das habe ich nie vergessen.

    Das einzig Positive, an das ich mich erinnere, war, dass er mir ein teures Fahrrad kaufte. Ja, Geld hat er oft für uns ausgeben... Aber Zeit oder Liebe... das gab es nicht. Trotzdem glaube ich, in seiner Schuld zu stehen. Immerhin erfuhr ich später, dass er von seinem Vater oft geschlagen wurde und er ebenfalls an der Flasche hing, dieser hat sich erschossen, als mein Vater gerade 16 Jahre alt war. Er scheint wenig daraus gelernt zu haben. Warum setzt er uns dem gleichen Schicksal aus?

    Nun, er hat sich nie geändert. Vor zwei Jahren also ist es eskaliert, meine Mutter hat heulend bei mir geklingelt: Mein Vater drohte mit Selbstmord, stand auf einem bei uns dafür recht bekannte Berg, besoffen... Ich wusste mir nicht zu helfen und habe die Polizei gerufen, die ihn dann in die "Irrenanstalt" brachte... Meine Mutter wollte die Scheidung (wie so oft...) er gelobte Besserung.

    Ein paar Wochen sah es recht vielversprechend aus, heute ist alles beim Alten.


    Meine Mutter:
    Ich habe damals sehr zu meiner Mutter gehalten und sie unterstützt, so gut es ging. Obwohl sie mich zu Hause rausgeschmissen hatten... Ich hänge eigentlich sehr an ihr... Dazu muss ich sagen, dass sie heute wieder für mich da ist. Ich kann sie auch mal anrufen, wenn ich Sorgen habe und wir besuchen uns regelmässig. Sie tut viel für mich, darüber kann ich nicht klagen.

    In den letzten Monaten musste ich mir dann anhören, dass sie eine Affäre nach der anderen hat, meinen Vater nach Strich und Faden betrügt...
    Ich wollte das niemals wissen.

    Gestern Abend rief sie dann an. Mein Vater ist abgehauen, mal wieder Streit.
    Sie möchte dass er die Therapie macht, er verlangt im Gegenzug eine Eheberatung und psychologische Hilfe für meinen kleinen Bruder.


    Mein Bruder:
    Der ist 14, hat keine Freunde, nie gehabt, sitzt in einem abgedunkelten Kellerraum vor seinem PC. Tag ein, Tag aus.
    Ich war früher auch so... Oh und wie mir das geschadet hat.
    Kaum vorstellbar, welche Probleme ich hatte, mit anderen Menschen umzugehen. Ich konnte keine Telefonate führen und nicht mal einem Kassierer im Supermarkt Hallo sagen.
    Durch glücklliche Umstände kam ich da raus, was dann ja auch mit meinem Rauswurf quittiert wurde. Und ich glaubte, alles nachholen zu müssen, was ich verpasst hab. Ich hab gesoffen wie ein Loch, mich durch die wunderbare Welt der Drogen getestet, mit Beziehungen geradezu um mich geschmissen und bin schließlich versackt.

    Heute glaube ich, mich ausgelebt zu haben und ich bin froh, dass es noch glimpflich ablief. Ich habe hart an mir gearbeitet, viele Freunde, kann mich mit Fremden über Gott und die Welt unterhalten, geniesse mein Leben sehr. Aber ich beneide alle, die eine normale Jugend hatten.

    Nun, ich würde mir wünschen, mein Bruder würde das jetzt schon verstehen.
    Es wäre mir sehr daran gelegen. Meine Mutter sieht das anders. Sie will davon nichts hören und ist sicher, dass ihr Sohn ganz vernünftig aufwächst.
    Wenn ich sie an mich erinnere, dann wird sie sofort böse und meint, ich würde nicht anerkennen, was sie für mich getan hat.
    Aber sie hat NICHTS getan, als ich damals an seiner Stelle war. Und heute tut sie wieder nichts.


    Das Telefonat:
    Alles in allem: Meine Mutter wollte meine Meinung dazu.
    Und die habe ich ihr gesagt: dass sie diese Ehe entweder jetzt beenden soll oder sich auf die Eheberatung einlässt, weil es so ja nun auch nicht richtig sein kann. Dass mein Bruder außerdem Hilfe gut gebrauchen könnte.
    Ich habe mir Zeit genommen, ich habe erklärt, wie, was, warum... Ich beschäftige mich selbst auch sehr mit diesem Thema, strebe auch beruflich eine solche Richtung an und habe mir große Mühe gegeben, ihr meine Meinung verständlich zu machen. Wenn es nun für meinen Vater ein Ansporn sein sollte, nicht nur sein Leben, sondern auch diese ganz und gar zerstörte Ehe zu retten - warum nicht?
    Meine Mutter hingegen sieht das einzige Problem in der Alkoholsucht ihres Mannes (womit sie keinesfalls Unrecht hat) und ist weder bereit, selbst an deren Beziehung zu arbeiten, noch fachmännische Hilfe dazu in Anspruch zu nehmen. Von ihm wartet sie allerdings die Therapie. Auch möchte sie meinem kleinen Bruder nicht helfen lassen.

    Das Ergebnis: Ich wurde ziemlich wütend angefahren, dass ich angeblich nicht auf ihrer Seite stünde, dass ich eifersüchtig darauf sei, dass mein Bruder nicht so "heruntergekommen" wäre, wie ich, dass ich meinen Vater in Schutz nähme (das tue ich wirklich nicht, ich hasse ihn dafür, wenn ich überhaupt etwas fühle...).

    Ich bräuchte mich nicht mehr bei ihr zu melden, das waren ihre letzten Worte, danach legte sie auf.

    Später wurde ich noch mit einigen SMS bombadiert, ich sei selbstsüchtig, eifersüchtig, würde nicht zu ihr halten, meinen Vater in Schutz nehmen und so weiter.


    Es stimmt mich sehr traurig, wie sie sich verhält.
    Und: Ich kann nicht mehr!
    Nun wohne ich schon viele KM weit weg von meinen Eltern, und doch ist es immer noch so nah.


    Seit ich existiere, musste ich mir beinahe täglich die Streitereien meiner Eltern ansehen und -hören, musste mich mit einem ständig betrunkenen Vater abfinden und durfte nun fast 20 Jahre lang den Untergang meiner Familie beobachten.
     
    #1
    User 12616, 24 November 2008
  2. DarkPrince
    Gast
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    Ja so langsam kommt einem der Gedanke, daß das Leben es wirklich auf dich abgesehen hat :ratlos:

    Was soll man groß dazu sagen...deine Eltern sind erwachsene Leute.
    Mag man zwar wegen einigen Verhaltensweisen bezweifeln, aber sie sind erwachsen.
    Da müssen sie schon selber rauskommen. Deine Eltern führen wohl so eine "Gewohnheitsbeziehung". Sie lieben und hasse sich zu gleich und können weder mit noch ohne den anderen.
    Sie sind es halt einfach so gewöhnt und ich glaube auch nicht, daß sich da groß was ändern wird.
    Der nächste Streit wird kommen, dein Vater wird Besserung geloben, deine Mutter wird ihm glauben und nach einiger Zeit wird alles wieder genauso sein wie vorher.
    Ich finde du solltest dich da nicht mehr einmischen.
    Du hast mit deiner Mutter ein klärendes Gespräch führen wollen, nur leider will sie nicht einsehen, daß sie Fehler macht oder gemacht hat. Sicher ist es beschissen, wenn es bei den Eltern so läuft, aber im Grunde müssen sie das selbst regeln.

    Die Sache mit deinem Bruder ist natürlich fragwürdig. Es gibt Menschen, die so leben können und wollen und es gibt die, wie dich, die dadurch total abstumpfen. Was davon jetzt auf deinen Bruder zutrifft, kann man natürlich nicht wissen. Es gibt ja genug "Gamer" die den ganzen Tag am PC hängen und trotzdem ihr Abi machen und ein ganz normales Leben führen.

    Ist er denn in der Schule komplett abgerutscht oder hat sich seitdem verändert?
     
    #2
    DarkPrince, 24 November 2008
  3. Dandy77
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    nicht angegeben
    Hallo,

    es tut mir leid, dass du immer wieder Rückschläge hinnehmen musst. Ich finde, du bekommst dein Leben trotzdem in den Griff - alle Achtung dafür.

    Zu deiner Familie. Das Beste wäre, den Kontakt einzustellen - du hast genug eigene Probleme, mit denen du klarkommen musst. Natürlich kann das keiner, der noch etwas Verantwortungsbewusstsein hat. Deiner Familie zu helfen ist beinah unmöglich, da es so viele Ansatzpunkte gibt, die sich gegenseitig beeinflussen. Die Alkohlabhängigkeit deines Vaters wäre leicht als Ausgangspunkt zu lokalisieren. Frage ist nur, warum hat er angefangen zu trinken. Hinzu kommt, dass die momentane Situation einen weiteren Anlass zum Trinken liefert. Deine Mutter: Deiner Beschreibung nach hat sie keine Interesse mehr an der Beziehung zu deinem Vater und sucht ihre Erfüllung lieber außerhalb der Ehe. Das könnte man ja noch verstehen. Aber dass sie deinen Bruder so vernachlässigt, nicht sieht, dass er Hilfe braucht :kopfschue . Es ist ein Teufelskreis, an dem aber nicht nur dein Vater die Schuld trägt. Auch deiner Mutter gehört tüchtig die Meinung gegeigt. Aber wer will sich das schon antun um selber mit in diesen Strudel gezogen zu werden?
     
    #3
    Dandy77, 24 November 2008
  4. brainforce
    brainforce (33)
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    nicht angegeben
    Hmm was soll man groß schreiben in so einer Situation...:geknickt:

    Gravierende Probleme scheinen in deiner Familie so ziemlich alle mehr oder weniger zu haben - sowohl dein Vater, als auch deine Mutter und wohl auch dein Bruder (und nimms mir nicht übel: aber meinen Empfinden nach hast auch du Probleme die beileibe nicht jede Person in dieser Art und Weise und Vielfalt hat - zumindest kann man das aus einigen Threads vor dir gut herauslesen).

    Deshalb mein Vorschlag:
    Du konkret kannst wohl kaum etwas unternehmen - das dies so ist kann man daran erkennen das du sicherlich schon alles dir mögliche versucht hast zu helfen. Aber auch das hat eben Grenzen.:geknickt:

    Klingt zwar blöd aber sowohl dein Vater als auch deine Mutter sind erwachsenen Menschen die gleichwohl absolut unfähig zu sein scheinen mit ihren Problemen umzugehen. Ihr Probleme tragen sie ja schon Jahre bzw. Jahrzehnte mich sich herum ohne das sich durch irgendeine Eingebung etwas geändert hat.

    Zu deinem Bruder kann man wohl nur sag das er "ne arme Sau" ist da er für die Situation in der er sich befindet selbst nichts kann aber später als Erwachsener sicherlich unter der (sorry) "miserablen" Erziehung leiden wird.:geknickt:

    Das beste währe wohl letztlich das du versuchst dein eigenes Leben mit deinen Problemen erstmal in den Griff zu bekommen. Selbstschutz ist da erstmal das wichtigste.
     
    #4
    brainforce, 24 November 2008
  5. User 25480
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    vergeben und glücklich
    .....
     
    #5
    Zuletzt bearbeitet: 21 Januar 2013
    User 25480, 24 November 2008
  6. einTil
    einTil (33)
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    vergeben und glücklich
    Erstmal :knuddel: ... ist echt nicht fair, das alles auf einmal kommt.

    Ich glaube, du hast bei deiner Mutter einen wunden Punkt getroffen, sonst hätte sie dich nicht so angeblafft. Vielleicht hast du ihr nur zu gut den Spiegel vorgehalten, und sie zerschlägt den Spiegel, weil ihr nicht gefällt, was sie sieht?

    Zum Helfen haben die Anderen schon genug geschrieben.
     
    #6
    einTil, 24 November 2008
  7. User 44981
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    Auch von mir erst mal :knuddel:
    Du scheinst das Pech aber auch abonniert zu haben... und jetzt gerade kommt es wirklich geballt.

    Ich kann es gut verstehen, dass du nicht einfach so zusehen kannst, wie in deiner Familie alles drunter und drüber geht... es ist völlig verständlich, dass du etwas unternehmen willst, um diese Situation zu verbessern.

    Ich bezweifle nur, dass du hier viel ausrichten kannst. Zumindest deine Eltern sind erwachsene Menschen und für ihr Tun selbst verantwortlich. - Mehr als ihnen deine Meinung sagen (was ich gut und richtig finde), kannst du wohl kaum tun - und wie sie auf deine Meinung reagieren, kannst du auch nicht beeinflussen.
    Und ob und wenn ja wie man deinem Bruder helfen kann, weiß ich leider auch nicht. - Wenn er selbst mit seinem Leben zufrieden ist, wirst du wohl kaum dazu in der Lage sein, etwas daran zu ändern...

    Und bei deiner Mutter hast du wohl wirklich einen wunden Punkt getroffen und Dinge angesprochen, die sie einfach nicht wahrhaben will.
    Leider können viele Leute nicht damit umgehen, wenn man ihnen die unangenehme Wahrheit direkt ins Gesicht sagt - und deine Mutter scheint hier keine Ausnahme zu sein.
    Aber vielleicht denkt sie trotzdem über deine Worte nach und merkt später doch noch, dass es so nicht weiter gehen kann...
     
    #7
    User 44981, 24 November 2008
  8. User 75021
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    :eek: Das ist mein Leben gewesen.
    Ich sehe gerade sehr viele Parallelen, unglaublich.
    Mein Bruder ist allerdings mittlerweile 26-aber es hat sich nichts geändert. Er arbeitet und hängt danach nur vor dem PC, tagein tagaus...hat keine sozialen Kontakte, ausser meiner Mutter (und manchmal mir). Meine Mutter sieht die Fehler aber auch nicht bei sich, sie hat mich auch oft angebettelt mich um meinen Bruder zu kümmern.
    Ich habe ähnliches erlebt wie du, es war bei uns nur mein Stiefvater.
    Der hat zwar selten gesoffen, war aber sehr aggressiv und gewalttätig. Wir haben wirklich schlimmes gesehen und erlebt.
    Aber ich habe mich, so wie du, aufgerafft-ich hatte die Möglichkeit zu meinem Papa zu ziehen. Aber dann ging es auch los...Drogen, viel Alkohol, viele Mänenr etc.
    Ich habe heute nur notdürftigen Kontakt zu meiner Mutter und meinem Stiefvater-wegen meinen Kindern. Sind nun mal die Großeltern und egal was war, zu meinen Kindern sind sie furchtbar lieb (aber ich lasse sie nie bei denen alleine).

    Ich kann dir leider nicht viel raten. Mir hat es geholfen den Kontakt sehr einzuschränken. Das tut mir gut. Ich hab meine eigene Familie, eigene Probleme da kann und will ich mich nicht auch noch mit Altlasten und Problemen meiner Mutter (Bruder) rumschlagen. Ein wenig Egoismus muss manchmal sein-Selbstschutz.
     
    #8
    User 75021, 25 November 2008
  9. Teresa
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    vergeben und glücklich
    Das war auch das, was ich mir gleich gedacht habe, wie ich deinen Thread gelesen habe - versuche, dich mehr auf dich selbst zu konzentrieren. Du kannst nichts für die Probleme in deiner Familie - du bist nur ein Opfer. Aber du hast es geschafft, dir ein eigenes Leben aufzubauen. Bleib dabei - aber wenn deine Mutter dich nach deiner Meinung fragt, tu das, was du ohnehin schon getan hast und sag die Wahrheit. Letztendlich beweist du ihr so am besten, dass du sie liebst und dass sie dir nicht egal ist. Dass muss auch sie irgendwann einmal kapieren.
     
    #9
    Teresa, 25 November 2008
  10. User 12616
    User 12616 (27)
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    Ich bitte um Verzeihung, dass ich mich bisher nicht mehr hierzu geäussert habe.

    Mit meiner Mutter liege ich weiter im Streit.
    Meine Großeltern haben sich eingemischt, ich sollte als Vermittlerin agieren, irgendwann sagte ich "Stop", ich konnte wirklich nicht mehr.

    Soweit ich weiß, war mein Vater nun einmal bei den Anonymen Alkoholikern, was dabei raus kam, ist mir aber bisher noch unbekannt.

    Zu meinem Bruder: er ist nicht völlig schlecht in der Schule, laut meinen Informationen. Aber er schwänzt das ein oder andere Mal, weil er sich die Nacht am PC um die Ohren schlägt.

    Er spielt WoW, und das sehr, sehr intensiv.

    Meine Mutter ist wohl inzwischen in ein anderes Zimmer umgezogen und beschwert sich nun, dass die Schwester meines Vaters über Weihnachten bei ihnen zu Besuch ist - und mein Vater nicht Nein sagen wollte.

    Wieder wurde ich angerufen, wieder endete es in der Anfangssituation und neuen Angriffen ihrerseits.

    Ich glaube, Weihnachten verbringe ich dieses Jahr vollkommen ohne einen Besuch bei meiner Familie... Ich weiß schon wieder, wie es endet.
    Mein Vater kommt zu spät und ist betrunken, mein Bruder verschwindet nach der Bescherung hinter seinem Rechner, meine Großeltern streiten, meine Mutter weint.
    So war es jedes verdammte Jahr.
    Mir liegt zwar wenig an Weihnachten, aber zumindest einen Tag habe ich immer zu Hause verbracht...

    Nun, ich möchte meiner Mutter vielleicht einen Brief schreiben.
    Sie entschuldigt sich zwischenzeitlich immer mal wieder bei mir, ich habe ja sogar Verständnis, dass auch sie derzeit mit ihren Nerven völlig am Ende ist. Und ich weiß ja auch, dass ich ihr - eigentlich - nicht egal bin. Im Gegenteil...
    Ich war so froh, dass sich das Verhältnis zwischen meinen Eltern und mir besserte - und meine Mutter beinahe zu so etwas wie einer Freundin wurde.
    Mir läge viel daran, einen erneuten Bruch zu verhindern.

    Ich habe im Moment soviele Gedanken im Kopf, dass ich mich auf keinen vollständig konzentrieren kann.

    Ich werde schauen, dass ich noch ein klärendes Gespräch mit meiner Mutter führe und vielleicht doch noch das ein oder andere in Ordnung bringen kann. Zumindest zwischen uns.

    Ich war nie der typische Familienmensch, habe meine Freiheit früh genutzt. Aber dennoch tat es weh, zu sehen, wie alles zerbricht... Dann wurde es besser und vorallem der Kontakt zu meiner Mutter hatte sich intensiviert - und war alles in allem sogar sehr angenehm. Das schätze ich.

    Ich wollte meine Familie nie aufgeben.
     
    #10
    User 12616, 4 Dezember 2008
  11. Teresa
    Teresa (32)
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    vergeben und glücklich
    Dass du Abstand zu deiner Familie nimmst, heißt ja nicht automatisch, dass du sie aufgeben musst. Aber vergiss bei aller Liebe nicht auf dich selbst - sonst hilfst du deiner Familie auch nicht weiter.
     
    #11
    Teresa, 4 Dezember 2008
  12. User 12616
    User 12616 (27)
    Sehr bekannt hier Themenstarter
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    nicht angegeben
    Nun scheint es soweit zu sein.

    Mein Vater ist endgültig ausgezogen und will die Scheidung so schnell wie möglich.

    Ich habe schon seit Jahren gehofft, dass sie endlich Vernunft annehmen.
    Aber jetzt ist es doch irgendwie... traurig...

    Ich weiß, es wird besser so sein und es wäre furchtbar egoistisch von mir, dass mich dieser Entschluss unglücklich macht. Aber dennoch :cry:
     
    #12
    User 12616, 11 Dezember 2008
  13. User 20976
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    Ist doch normal, dass Du traurig bist. Vernunft hin oder her. Die Klarheit, dass es nun wirklich zu einer Trennung kommt, ist jetzt neu, auch wenn Du vorher schon oft dachtest, dass eine Trennung besser wäre. Also darfst Du traurig sein, das halte ich nicht für egoistisch.
     
    #13
    User 20976, 11 Dezember 2008
  14. User 44981
    User 44981 (29)
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    Warst du nicht auch in gewisser Weise unglücklich, als es mit einem deiner (inzwischen EX-)Freunde aus war, obwohl du eigentlich wusstest, dass er ein Idiot ist und es wohl für Beide langfristig besser ist, wenn ihr euch trennt?

    Also: Warum solltest du dann jetzt nicht auch irgendwie unglücklich darüber sein, dass etwas zusammenbricht, das lange Bestand hatte - auch wenn es nicht immer gut war?
     
    #14
    User 44981, 11 Dezember 2008
  15. User 38494
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    Verheiratet
    eltern trennen sich.
    kinder haben damit umgehen zu müssen.

    du bist kein kind mehr und eigentlich selber "erwachsen".

    erwachsen ... was ist das?
    man wächst an dingen ... an erlebtem.
    offensichtlich deine eltern nicht und merken erst jetzt was (richtig) wichtig ist.

    du bist nicht verantwortlich für deinen vater.
    du bist nicht verantwortlich für deine mutter.
    du bist nicht verantwortlich für die probleme deiner eltern.
    du bist nicht verantwortlich für die probleme deines bruders
    du bist für dich verantwortlich ... und DANN ... wenn du mit dir klar kommst, kannst du dich erst um andere menschen kümmern.

    du bist 19 jahre alt und hast dein leben bislang einigermaßen gut gestaltet.
    ja, du hast fehler gemacht, aber DU lernst daraus ... andere lernen mit 40 jahren nicht was sie falsch machen.

    das darf aber nicht deine lebensaufgabe sein mit deinen 19 jahren!
    du musst erstmal DEINEN weg finden, wie DU zurecht kommst ... erst dann kannst du anderen menschen helfen, ganz gleich ob das menschen sind aus deinem näherem umfeld oder menschen die dir unbekannt sind.

    natürlich ist eine familie was existenzielles und besonderes, aber gibt es eine garantieurkunde, das eltern, geschwister oder man selbst alles richtig macht?
    nein!

    jeder mensch ist individuell und DENKT sein eigenes leben.
    sein eigenes "richtigsein".
    viele verstecken sich hinter vorwürfen um sich nicht ihre eigenen fehler einzugestehen.
    du denkst mir zu viel über dinge nach und grübelst mir zu viel, statt dich einfach so zu akzeptieren und zu mögen wie du bist.

    wollen wir mal ehrlich sein.
    DU hast viel (mehr) erlebt in deinen lebensjahren ... deine mutter? dein vater? dein bruder?
    haben die das erlebt?

    ich meine nicht dinge wie drogen, sondern dinge wie "auf sich allein gestellt sein", "sich der sucht zu stellen" oder überhaupt sich selbst bewusst zu sein, wer man ist.

    fakt ist doch, das alle KEIN familienleben haben.
    nicht dein vater, deine mutter, dein bruder und auch du nicht.

    lebe dein leben!
    mach unter beziehungen einen haken und bei neuen beziehungen passe auf, das du keinen schaden nimmst.
    also gehe erst eine Beziehung ein, wenn du dir sicher bist, das du so angenommen wirst wie du bist. :smile:


    Off-Topic:

    sorry, das wollte ich per tel sagen. :grin:
    ja, den berg kenn ich. :grin:
    ich würd mich freuen, wenn wir uns mal so treffen könnten und du mal dem alten mann und seiner frau in die augen siehst, wenn du mal nicht arbeiten musst. :smile:
     
    #15
    User 38494, 12 Dezember 2008
  16. User 12616
    User 12616 (27)
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    Oh nein nein nein.
    Das hatte ich gewusst.

    Ich stehe vor einem unglaublichen Problem:
    Meine Mutter schrieb mir, dass sie, ihr Sohn - und ich, von meinem Vater keinen Cent sehen werden, wie er nun deutlich angekündigt hat.

    Ich weiß, ihr werdet jetzt sagen, dass es dazu auch eine rechtliche Seite gibt, nicht nur ein Wollen.

    Aber offiziell ist mein Vater Frührenter mit einer winzigen Rente.
    In Wahrheit arbeitet er jedoch schwarz, verdient sehr gut und hat sich ein kleines Vermögen aufgebaut, natürlich ebenfalls unter der Hand.

    Heißt: kaum Ansprüche, oder meine Mutter zeigt ihn an, von dem Geld hat sie dann aber auch nichts.

    Sie ist seit meiner Geburt Hausfrau, hat vor einem halben Jahr einen Minijob angenommen, bekommt knapp 400€.

    Und ich hänge auch mit drin...

    Was jetzt?
    Ich kann so langsam wirklich nicht mehr. :cry: Jeden Tag eien Hiobsbotschaft mehr von meiner Mutter. Ich will sie jetzt gar nicht mehr zurückrufen, ich kann es nicht mehr hören.
    Und dann passieren mir momentan selbst noch so viele Dinge, die mich sowieso schon beschäftigen und traurig machen... :-/

    Und ja, er meint das ernst, das weiß ich.
     
    #16
    User 12616, 13 Dezember 2008
  17. User 40336
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    nicht angegeben
    Kannst du nicht Schülerbafög beantragen in dem Fall? Dann wär zumindest dein Auskommen schonmal gesichert. Du machst doch eine schulische Ausbildung, wenn ich mich nicht täusche.
     
    #17
    User 40336, 13 Dezember 2008
  18. User 12616
    User 12616 (27)
    Sehr bekannt hier Themenstarter
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    140
    nicht angegeben
    Antrag wurde abgelehnt. Ob ich den unter den neuen Bedingungen nochmal stellen kann?

    Vorallem ist es aber schlimm für meine Mutter. Wie soll die denn jetzt auskommen?
     
    #18
    User 12616, 13 Dezember 2008
  19. Fluxo
    Ibiza
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    nicht angegeben
    Hey du,

    wegen dem Schülerbafög - ich würd ´s auf jeden Fall noch mal probieren. Mehr wie ablehnen können sie nicht; könnt mir aber vorstellen, dass die dann was Schriftliches wegen der neuen Umstände haben wollen.

    Ich würd dir auf jeden Fall raten, gleich am Montag zum Landratsamt oder AfA (wer bei euch zuständig ist) zu gehen und die um Hilfe zu bitten. Versuch auf jeden Fall so viele Anträge wie möglich zu stellen. (Kindergeld, Wohngeld, Bafög, ALG(?)… Wohngeld und ALG schließen sich aber glaub ich gegenseitig aus). Die Beamten dort können dir am besten helfen.

    Ich nehm mal an es ist deine erste Ausbildung, oder? In dem Fall hast du Anspruch auf eine finanzielle Unterstützung seitens deiner Eltern, danach greifen die Anträge.(Unter Umständen würden die Ämter das Geld von deinen Eltern holen, natürlich nur wenn es rechtens wäre)

    Deine Mutter sollte am besten das Gleiche machen. Habt ihr vielleicht ´ne Rechtschutzversicherung? Ich denk ein Anwalt wird sich mit den Ansprüchen, die deiner Mutter zustehen am besten auskennen.

    Vielleicht wäre es jetzt besser, du kümmerst dich zuerst mal nur um dich? Die Antrag-Gänge können einem schon etwas Kraft rauben; vor allem dauert es immer eine gewisse Zeit, bis die Anträge durch/ oder abgelehnt sind - und auch das zehrt an den Nerven.
    Natürlich sollst du deiner Familie nicht den Rücken zudrehen, aber wenn du merkst, dass es dir im Moment nicht gut tut solltest du auf etwas Abstand gehen.

    Off-Topic:
    Bei mir sieht es Familien- & Lebenstechnisch auch nicht grad rosig aus, die Wörter „Warum“ & „Angst“ geistern einem da sehr oft durch den Kopf.
    oO emotionales Bungee-Springen, mit der Angst das Seil könnte reißen...


    Hoffe ich konnte dir etwas helfen…

    Wird schon wieder – irgendwie :knuddel:

    Liebe Grüße & die besten Wünsche!!!
     
    #19
    Fluxo, 13 Dezember 2008
  20. Tinu
    Tinu (30)
    Meistens hier zu finden
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    148
    109
    Verlobt
    Darf man mal fragen, mit welcher Begründung der Bafög-Antrag abgelehnt wurde?
     
    #20
    Tinu, 13 Dezember 2008

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