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Flucht

Dieses Thema im Forum "Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches" wurde erstellt von Salvavida, 31 Juli 2007.

  1. Salvavida
    Gast
    0
    Timo ist 16. Wenn man in seine Augen schaut, sieht man nicht viel. Keinen Ausdruck, keine Freude. Er geht zur Schule. Er geht aber nicht dahin, um zu Lernen oder um im Leben weiter zu kommen. Er geht dorthin, um andere Menschen zu treffen.
    Als Timo 12 war hat er das erste mal eine Zigarette geraucht, mit älteren Freunden, wie es so oft passiert. Es hat ihm überhaupt nicht geschmeckt und er fand die Zigarette regelrecht widerwärtig, aber er hat weiter geraucht. Timo wollte dazu gehören und akteptiert werden. An seinem 13. Geburtstag schenkte ihm ein Kumpel einen Joint. Timo hatte natürlich schon vom Kiffen gehört, hatte es bis dato noch nicht getan. Als er das erste Mal am Joint zog, fühlte es sich an wie eine Zigarette. Eine Weile nach dem Joint fühlte er sich jedoch ganz komisch. Er war aufgedreht und faul zugleich und sein Körper kribbelte irgendwie komisch. Als die Wirkung nachließ, wollte er mehr. Von dem Tag an kiffte Timo jeden Tag mehrmals.
    Timo war immer ein guter Schüler und hatte viele Freunde. Doch durch das Kiffen wurde er faul und die Noten schlechter, viele Freunde entfernten sich, da sie (noch) nichts mit Drogen zu tun hatten. Timo war ein "Frühzünder", der auch ältere Freunde hatte.
    Jetzt ist Timo 16 und hat fast alles ausprobiert. Er hat Ecstasy genommen, Koks gezogen und halozinogen wirkende Pilze gegessen. Timo ist abhängig, nicht von einer bestimmten Droge, sondern davon Drogen zu nehmen. So gut wie jedes Wochende ist er auf Parties, wo er Koks, Ecstasy und Alkohol aufeinmal zu sich nimmt. Timo fühlt sich normal, andere jedoch haben schon lange gemerkt, wie er sich verändert hat und wie tief unten er ist. Es gibt jedoch niemanden, der ihn wachrüttelt bzw. der es schafft. Timo hört nicht auf andere, er ist stolz auf seinen Drogenkonsum und denkt auch nicht an Folgen.
    Lukas war bis zur 6. Klasse Timo's bester Freund. Sie sind seit dem Kindergarten durch dick und dünn gegangen. Als Timo jedoch anfing Drogen zu nehmen und sich zu verändern, merkte Lukas das die Freundschaft langsam auseinander bröckelte. Lukas hatte auch andere Freunde mit denen er dann mehr machte. Wenn Lukas Timo heute sieht, geht er an ihm vorbei. Timo ist nicht mehr Timo und deswegen will Lukas ihn auch gar nicht erkennen...

    2 Jahre später steht Lukas vor Timo's Grab...Alle anderen Trauergäste sind gegangen...
    Auf Timo's Grabstein steht geschrieben: Alle Kraft darauf verwendet aus der kalten Welt zu entfliehen, um nun zu den Sternen zu reisen...
     
    #1
    Salvavida, 31 Juli 2007
  2. User 77157
    User 77157 (28)
    Verbringt hier viel Zeit
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    123
    6
    vergeben und glücklich
    :cry:
     
    #2
    User 77157, 6 August 2007
  3. User 10015
    User 10015 (28)
    Beiträge füllen Bücher
    4.295
    248
    1.737
    Single
    Selbst erlebt oder ausgedacht?
    Traurig, ergreifend aber was auf dem Grabe steht, ist fast eine Rechtfertigung. Nach dem Motto, er kann ja nichts dafür, es ist die Gesellschaft.
    DIe Welt ist kalt, die Sterne sind vom Schwarz der Nacht schon fast verschlungen worden und dennoch gilt es dem Verstande zu folgen und nicht den Götzen. Wer dies tut, entzieht sich nicht seiner Verantwortung.
    Daraus könnte man jedoch ein Buch machen wie ich finde.

    evil
     
    #3
    User 10015, 7 August 2007
  4. Jade14
    Jade14 (25)
    Verbringt hier viel Zeit
    71
    91
    0
    vergeben und glücklich
    Du hast die Geschichte sehr schön geschrieben.

    Der Text ist sehr kurz für den großen Inhalt der Geschichte und doch kommt alles wichtige rüber.

    Es ist sehr ergreifend und bringt einen zum nachdenken.

    Wirklich schön, aber traurig.
     
    #4
    Jade14, 10 August 2007

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