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  • User 131072
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    in einer Beziehung
    5 März 2018
    #1

    "Fremde Haut"-Ding als Trennungsgrund. Symptom oder Ursache?

    Hallo zusammen,

    Randdaten:
    Er ist 29, in einer Ausbildung im Staatsdienst, ein ruhiger Typ, der schon immer wenig geredet hat. Ich bin 28, Studentin. Wir waren jetzt fast 3 Jahre zusammmen und haben seit Juni letzten Jahres zusammen gewohnt.
    Die Beziehung habe ich als harmonisch erlebt. Wir haben uns nie gestritten und Konflikte mit Ruhe gelöst. Wir sind beide ziemlich verkuschelt, der Sex wurde zunehmend weniger, war aber noch vorhanden und wenn, dann auch (zumindest von meiner Seite) immer gut. Er weiß, dass ich hier schreibe, war damit einverstanden, weil wir beide irgendwann gestern nicht mehr weiter wussten.

    Was ist passiert?
    Gestern Abend trennte er sich von mir. Es kam relativ plötzlich. Ich hatte schon ein paar Tage das Gefühl, dass etwas nicht mehr stimmte. Er verhielt sich komisch mir gegenüber. Auf Nachfragen hatte er immer geantwortet, dass alles ok sei. Eigentlich hatte nach eigenen Aussagen ein anderes "Schluss-Machen" erwartet. Ich bin ein sehr emotionaler Typ und habe natürlich geweint. Genauso wie er übrigens. Allerdings habe ich angefangen viele Fragen zu stellen, vor allem nach den Gründen, und es entwickelte sich ein mehrstündiges Gespräch daraus.

    Was er sagte:
    Das Resümee des Abends war, dass er weniger Gefühle hat. Es begann für ihn im Januar. Seitdem dachte er nach, allerdings ohne die Sorgen zu teilen, wie er eben so ist. (Übrigens der einzige Vorwurf den ich ihm gemacht habe: Warum hast du nicht mit mir darüber geredet?- Ich glaube, er versteht es selbst nicht.) Es stellte sich im Nachhinein noch heraus, dass ich seine erste und einzige Freundin und Frau im Bett gewesen sei und er das Bedürfnis nach fremder Haut entwickelt hätte. Es sei keine andere Frau im Spiel, Gefühle für mich seien auch noch da, aber dieses Bedürfnis eben auch.
    Wie ich darüber denke? Ich schätze monogame Beziehungen, wäre aber in einer Beziehung mit diesem Mann auch bereit gewesen über eine Öffnung nachzudenken, um ihm Möglichkeiten zu schaffen. Denn sonst habe ich uns als Team wahrgenommen, dass auf vertrauensvoller Basis miteinander gelebt hat. Für mich ergeben sich zwei Gedanken im Kopf:
    1. Das "fremde Haut"-Ding ist der Grund für die Trennung.
    -> Ich wäre bereit darüber nachzudenken und zu reden, ob man es nicht möglich macht, trotz Beziehung.
    2. Das "fremde Haut"-Ding ist ein Symptom für eine Ursache, die vielleicht darin liegt, dass er lange unglücklich oder unzufrieden in der Beziehung war.
    -> Wir überlegen uns, woran es gelegen haben könnte. Wenn beide es wollen, könnte man daran arbeiten, es vielleicht nochmal versuchen. Denn eine Beziehung funktioniert nur zu zweit. Er hätte sie nicht retten können, weil er nicht darüber geredet hat, dass etwas nicht stimmte.
    -> Wir trennen uns entgültig, weil er keinen Sinn darin sieht, noch etwas zu retten.

    Die letzten Monate:
    ...waren ein Auf und Ab. Er begann seine neue Ausbildung, ich befand mich in einer extrem stressigen Studienphase. Wir hatten weniger Zeit für einander, oft war die Stimmung schlecht. Als Paar sind wir in der Zeit wohl auf der Strecke geblieben, haben weniger Quality-Time gehabt, uns nicht selten nur Morgens und Abends kurz gesehen. Paar-Routinen haben mir dabei Halt gegeben, ausgereicht hat es wohl nicht.
    Ende letzten Jahres gab es einen Monat, wo ich zwischenzeitlich merkte, dass meine Gefühle weniger wurden, ein anderer Mann, der sich an mich ranmachte, löste etwas in mir aus, was mich erschrecken ließ. Ich stellte fest, dass mir gemeinsame Zeit fehlte, kommunizierte das, es wurde besser, und der andere Mann trat wieder in den Hintergrund. Mein Problem war damit gelöst, unwissen darüber, dass seins erst da losging.

    Und nun?
    Wir wollen heute nach der Arbeit nochmal reden. Ich weiß nicht mehr recht worüber, mein Kopf schmerzt. Seit gestern Abend war er sehr liebevoll mit mir. Mehr als manchmal in den letzten Wochen. Wir haben uns in den Arm genommen, zusammen geweint, Händchen gehalten (selbst heute Nacht im Bett hat er meine Hand krampfhaft festgehalten und selbst schlafend stundenlang nicht losgelassen). Auch heute Morgen kamen ihm immer wieder die Tränen. Viele Dinge, die ich oben reflektiert habe, habe ich ihm gegenüber auch gesagt. Es schien viele Fragen zu hinterlassen und überhaupt Grund dafür zu sein, dass wir heute nochmal reden wollen.
    Ich bin ein emotionaler, aber auch pragmatischer Mensch. Mein Kopf sortiert schon die Möbel, während Herz und Bauch noch Hoffnungen haben. Wir hatten nie eine "schwere Zeit" oder "harte Konflikte", die die Beziehung auf die Probe gestellt haben.

    Vielleicht hat jemand von euch eine Idee, was man jetzt machen kann.
    Wie können wir das angehen?
    (Wie) Können wir das Problem lösen?
    Was er eigentlich erst wollte war eine Trennung und dann mal gucken, ob die Gefühle wieder kommen. Allerdings habe ich mich schon dagegen ausgesprochen. Sowas kann ich nicht. Und erstrecht nicht mit einer gemeinsamen Wohnung.
     
  • Pipo
    Pipo (38)
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    Verheiratet
    5 März 2018
    #2
    Ui, nicht einfach.
    Kann es sein, dass er nen ähnlichen Kontakt zu ner Frau hatte, wie du ihn zu diesem besagten Mann hattest, der was von dir wollte?
    Vielleicht ist er aus der Nummer nicht so einfach raus gekommen?
    Will ja nicht gleich annehmen, dass er untreu war, aber vielleicht hat er sich Gedanken gemacht.

    Weiss er von deiner Geschichte?
     
  • badner91
    Gast
    0
    5 März 2018
    #3
    Ui... Schweres Thema...

    Ich kann ihn einerseits verstehen...
    Ich bin seit etwas über drei Jahren mit meiner Freundin zusammen.
    Wir wohnen seit 1,5 Jahren zusammen.
    Nutzen jedes freie Minute gemeinsam.
    Und heiraten in wenigen Wochen...

    So schön so gut...

    Allerdings ist sie auch die erste Frau in meinem Leben.
    Und ja, auch ich habe zeitweise diesen Wunsch nach „fremder Haut“ verspührt.
    Keine Ahnung woran das liegt, aber vllt sind wir Männer da anderst gepolt...:ROFLMAO:

    Wie ich das Problem gelöst habe?
    Ich hab mir einfach überlegt, was mir wichtiger ist. Trennung und „fremde Haut“ oder die Frau die ich Liebe zu heiraten...
    Ich hab mit für zweiteres entschieden.
    Die Option „offene Beziehung“ war kein Thema, da sie schon früher signalisiert hat, das sie das nicht wollen würde...

    PS: Bei weiteren Fragen darfst du gerne ne Nachricht schreiben
     
  • User 137391
    Sehr bekannt hier
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    offene Beziehung
    5 März 2018
    #4
    nein.. nicht nur männern geht es so..!

    ich denke, es gibt menschen, die sind für eine monogame lebensweise gemacht.. und andere die eben dafür nicht gemacht sind.. jeweils völlig wertfrei..

    ich wünsche euch alles gute.. es klingt bei euch so, als wüsstet ihr grad wirklich nicht weiter.. ich an deiner stelle würde euch zeit geben.. nicht gleich alles hinwerfen, denn liebe ist ja offensichtlich da ..
     
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  • badner91
    Gast
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    5 März 2018
    #5
    Das war ja auch mit einem gewissen Grad an Ironie gemeint:anbeten:
     
  • User 131072
    Sorgt für Gesprächsstoff Themenstarter
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    in einer Beziehung
    5 März 2018
    #6
    Von meiner Geschichte weiß er. Ich wollte, dass er weiß, dass er damit nicht alleine ist und es mir schonmal ähnlich ging. Diese Sehnsucht nach fremder Haut war bei mir allerdings eindeutig ein Symptom.
    Er ist der Typ Mann, der sich von Natur aus gut mit Frauen versteht und auch viele Bekannte hat. Ich weiß, dass er auch zur einen oder anderen mehr Kontakt hatte. Es kann gut sein, dass das eine Rolle dabei gespielt hat. Aber genau weiß ich es nicht. Auf meine Nachfragen hin meinte er, dass es da keine andere Frau gebe und ich vertraue ihm da auch.

    Danke dir! Ich möchte diese Zeit auch. Auf jeden Fall will ich nicht kampflos aufgeben mit dem Wissen, dass er auch noch Gefühle hat. Und ich wäre wie gesagt in jede Richtung bereit zu reden. Aber es kommt jetzt darauf an was er will und er sich entscheidet. Will er noch kämpfen? Sieht er noch eine Möglichkeit wieder zueinander zu finden?
    Es ist übrigens unsere erste Krise überhaupt, für uns beide mit einem Partner. Wir sind also noch total unerfahren im Umgang mit solchen Beziehungsproblemen. Vielleicht ist der Hund auch da begraben.:-(
     
  • User 137391
    Sehr bekannt hier
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    offene Beziehung
    5 März 2018
    #7
    Off-Topic:
    ok.. dann hatte ich meinen "ironie-erkennungsschalter noch nicht auf ON geschaltet" :grin:
     
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  • User 167764
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    nicht angegeben
    5 März 2018
    #8
    Die Frage nach fremder Haut tritt dann auf, wenn die eigene Beziehung stabil ist und die Zukunft mehr oder weniger vorbestimmt ist. Dann fängt man an, über das Ausbrechen nachzudenken. Wenn er sich ausprobieren kann, wird der Spuk wrsl schnell vorüber sein. (Es sei denn, deine Symptomtheorie träfe zu - das können wir natürlich nicht wissen, aber warum sollte sie?) Darüber hinaus nimmt das Zusammenwohnen natürlich auch Mysterium und gegenseitige Neugier aus der ganzen Sache. Die Beziehung hätte eine Transformation gebraucht zum Zeitpunkt des Zusammenziehens, was ersatzweise durch jenes Novum Zusammenziehen geschehen ist.

    Aber was ist eigentlich mit dir und deinen Paarbedürfnissen? Dir hat ja auch etwas in der Beziehung bzw. im Alltag gefehlt. Oder hast du mit Paarroutinen (warum nennst du das nicht Paarrituale?) das Beziehungsleben routinierter/alltäglicher gemacht? Was willst du selbst eigentlich? Was ist deine eigene Paarperspektive für die Zukunft?
     
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  • User 71335
    User 71335 (50)
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    5 März 2018
    #9
    Um die Titelfrage als erstes zu beantworten:
    Das ist natürlich ein Symptom und keine Ursache.
    Selbst wenn es die Ursache wäre, wäre es auch völlig unproduktiv, die Beziehung in einer Krise zu öffnen, um noch was zu retten, genau dafür braucht es eine sichere und stabile Beziehung mit vorhandenen Erfahrungen sexuell auf Augenhöhe.
    Und Sex allein ändert ja auch nix.
    Es sind ja auch fremde, neue Emotionen die man da vermisst, ja sogar die Erfahrung des Trennungsschmerzes den man vermisst.

    Der Punkt wo ihr grade steht machen die meisten Paare ja schon Anfang 20 durch (gerade im Übergang von Schule zu Studium oder ins Berufsleben, Auslandsaufenthalte usw.. .), diese Lernbeziehungen von 2-3, manchmal auch 5 Jahren, euch trifft es wohl verspätet und damit auch härter, weil ihr später angefangen habt.

    Du sagtest ja das ihr auch beruflich grade in einer Umbruchphase seid, ihr wechselt von der Ausbildungsphase in die Arbeitsphase oder orientiert euch neu.
    Das macht natürlich persönlich auch was mit einem.
    Man sieht das das Leben im Wandel ist , das Veränderung gut tut und einem weiter bringt und natürlich überträgt man das auch auf seine Beziehung und hinterfragt was da Veränderung bringen würde, ob es Zeit ist auch emotional eine neue (bessere) Lebensphase ist, ob da noch mehr ist....
    Das das was Gutes war, aber eben noch viel anderes Gutes auf euch wartet, was ihr bisher nicht auf dem Schirm hattet.

    Wenn du auch schreibst das diese Art der Beziehungskrise was völlig neues für euch ist und neben all dem Gefühlschaos auch ein positives Reflektieren der Beziehung mit sich bringt, zeigt ja schon das ihr Veränderung an euch wollt oder sucht.
    Es kann sein das in diesem Ende ein Anfang liegt.
    Ob es ein Neuanfang für euch oder ein Anfang für jemand anderen ist, ist aber völlig offen.
    Gewisse Sachen und Erfahrungen werdet ihr bei euch nicht erneuern können.

    Liebe ist übrigens kein Grund eine Beziehung zu führen, zumindest nicht, um zwanghaft drann zu halten.
     
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  • User 131072
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    5 März 2018
    #10
    Rituale hätte es wahrscheinlich besser getroffen. Ich bin im Moment noch sehr verheult und es fällt mir schwer immer die richtigen Worte zu finden.
    Was ich will?
    Ich will mit ihm zusammen sein und ich sehe auch weiterhin eine Perspektive für uns. Aber auch eben nur dann, wenn wir beide es wollen und jetzt zusammen überlegen, wie wir aus der Sache wieder rauskommen.

    Über den Aspekt habe ich auch schon nachgedacht. Es hat eigentlich angefangen, als er im letzten Jahr die Ausbildung begonnen hat und ich mich für ein letztes anstrengendes Semester entschieden habe. Heißt das, dass wir uns als Paar neu finden müssen, neu definieren? Ich glaube auch, dass es wenn ein Neuanfang werden müsste. Aber wie schafft man das?

    Wie meinst du das?

    Wenn er nachher nach Hause kommt und wir sprechen, welche Fragen stelle ich da am besten? Auf keinen Fall will ich ihn zu einer Beziehung überreden. Aber ich möchte ihm zeigen, dass ich trotz allem eine Perspektive sehe. Wie können wir rausfinden, wie unsere "neue" Beziehung aussieht? Wie geht man das ganze am besten an, wenn man sich doch dafür entscheidet?
    Es besteht natürlich immer noch die Möglichkeit, dass er später an seiner Entscheidung gestern festhält. Aber ich möchte es nicht unversucht lassen.
     
  • Pipo
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    5 März 2018
    #11
    Ich würde mir vorher überlegen, warum ihr zusammen gekommen seid.
    Und dann würde ich ihn fragen, ob sich was für ihn geändert hat.
    Sagen würde ich ihm alles genauso, wie du denkst.
     
  • User 71335
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    5 März 2018
    #12
    Nun es ist eine Sache an sich und an der Beziehung zu arbeiten, aber man hat in der Regel keinen "Resetknopf", Impulse von Außen, dass Leben eigenständig neu Aufstellen, ein Beziehungsende betrauen, neues Anbahnen, Leben, lieben, Scheitern ist ja ein ständiger Prozess und es braucht eben auch andere Akteure.
    Es wird sicher nicht alles besser, aber vieles und der Rest wird anders.


    Wo du haĺt ganz vorsichtig sein musst, ist ihn in dieser Schwachen Phase wo er selber noch an seiner Entscheidung zweifelt und wankt direkt zu beeinflussen.
    Klar wird er aus Sentimentalität oder auch aus Zuneigung und Angst diese Liebe zu verlieren leicht zusamnenvrechen und auf einen Neustart mit dir eingehen, aber ich wäre da vorsichtig und würde die wahre Motivation hinterfragen.
    Etwas mehr Zeit und Abstand, um frei und ehrlich zu entscheiden ist da oft besser
     
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  • User 131072
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    in einer Beziehung
    5 März 2018
    #13
    Wie kann Zeit und Abstand denn aussehen? Schluss machen, ausziehen und dann nachdenken und Vielleicht findet man wieder zueinander wäre für mich keine Option. Für mich bedeutet ein Schlussstrich aber auch einen Auszug und ich finde, dass damit eben schon etwas entgültiges verbunden ist.

    Du meinst, ich sollte ihn vielleicht auch danach fragen, warum er mit mir zusammengekommen ist und was sich für ihn speziell geändert hat? Er hatte gestern an ähnlicher Stelle das Problem, dass er nicht genau benennen konnte, was ihm ihn der Beziehung gefehlt hat, warum die Gefühle schwindeten. Vielleicht sind solche Dinge wie "neue Ausbildung", "neue Lebensumstände", usw. Impulse, die helfen könnten.

    Letztendlich muss ich aber sagen, wir haben noch nie so gut kommuniziert wie gestern Abend. So ein offenes Gespräch haben wir noch nie geführt. Für ihn wohl auch überraschend.
     
  • Pipo
    Pipo (38)
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    5 März 2018
    #14
    Das ist doch ein guter Anfang!!!
    Sag ihm, dass dir das gefallen hat und
    frag ihm was er sich von dir wünscht
     
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  • User 71335
    User 71335 (50)
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    5 März 2018
    #15
    Da ihr zusammen wohnt ist das natürlich ein wenig schwierig und klar das müsste man als erstes klären, wie gehen wir jetzt ganz praktisch an die Sache ran, wie Halten wir Abstand in der Wohnsituation oder wie akut müssen wir reagieren, was würde helfen, um sich der Dinge klar zu werden.
    Wie sicher ist seine Entscheidung.
    Das müsste man tatsächlich wissen.

    Ich würde halt nicht zu sehr nachbohren was fehlt und was nicht fehlt, dass kann man tatsächlich schwer benennen, es ist oft nur eine spürbare Gewissheit im Herzen.

    Die Gefahr besteht natürlich das er in solchen Gesprächen zusammenbricht und sein Entschluss (der sicher schon lang reift) bröckelt und er natürlich darauf eingeht es noch mal zu versuchen, es ist ja auch der leichtere Weg.
    Könnte halt sein das ihr in wenigen Monaten, dass ganze erneut hochkommt und dann das ganze nicht mehr im Guten abläuft und dann eben auch Verletzungen entstehen.:zwinker:


    Meine Trennungsgespräche waren auch meist die allerbesten Beziehungsgespräche.
    Nebenbei war auch der bewusste Trennungssex der Beste.
    Man kann sich sehr gut in Liebe trennen und dabei wissen, dass das alles segr sehr gut war und die richtige Beziehung für genau diese Lebensphase.
     
  • Nevery
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    in einer Beziehung
    5 März 2018
    #16
    ich will dir jetzt keine unnötigen hoffnungen machen die dann vielleicht doch enttäuscht werden, aber den punkt "auch wenn es probleme in einer beziehung gibt ist schluss machen nicht die einzige lösung" müssen menschen auch erstmal lernen. eben: ansprechen, dadrüber reden, gemeinsam nach lösungen suchen, nicht alles mit sich alleine ausmachen - also das gegenteil von dem, was er getan hat. dass das bei euch dann in einem wirklich guten gespräch geendet ist könnte für ihn eine wirkliche lektion gewesen sein... ob die noch für diese beziehung hilft ist eine andere frage.

    aber, mal andersherum gefragt: angenommen, ihr entscheidet euch, diese beziehung doch weiterzuführen. wieviel vertrauen hast du noch? wieviel angst wäre in deinem hinterkopf, dass er es sich doch wieder anders überlegt? könntest du diese beziehung noch wirklich genießen, oder wäre es für dich am ende mehr stress und sorge als alles andere?

    im moment herrscht für dich natürlich der wunsch vor, die beziehung fortzuführen, nicht aufzugeben, ihn nicht zu verlieren... davon habe ich mich auch schon leiten lassen, und in meinem fall hat das einfach nur bedeutet, das ende quasi ein jahr zu verschieben. dieses jahr war lehrreich für uns beide, aber gleichzeitig auch eine ziemliche qual - stell dir vor, du würdest dich quasi ein jahr lang so fühlen wie jetzt grade, nicht ständig, aber immer immer wieder.

    ich will nicht sagen, dass es bei euch so laufen muss, grade falls es der punkt war dass er (oder ihr) erstmal lernen musstet, auch über probleme konstruktiv zu sprechen. ich meine nur: dahin zurück wo ihr wart könnt ihr so schnell nicht - ist das, was ihr noch haben könnt, wirklich etwas, das du haben willst?

    noch etwas zum abschluss: in meiner beziehung habe ich immer wieder festgestellt, dass grade unausgesprochene unzufriedenheit zu einer gewaltigen inneren distanz führt. wenn sich das dann mit einem großen krach entladen hat fühlt man sich wieder viel näher - also quasi das, was ihr gestern abend auch hattet, aber das gibts auch ohne dass man das ende der beziehung ansprechen muss.

    will sagen: bis auf sein schluss-machen war das ein ganz normaler vorgang in einer beziehung, das hätte einfach nur schon eher passieren müssen, bevor er sich alleine zur trennung durchgerungen hat.
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 5 März 2018 ---
    edit, um nicht nur das negative anzusprechen: die beziehung mit meinem aktuellen partner hing jahrelang in dieser schwebe - trennung war mehr als einmal im gespräch und schien immer wieder auch die einzige option. wir haben uns wirklich im wahrsten sinne des wortes zusammengerauft - ich musste an mancher empfindlichkeit arbeiten, er hatte leider auch kein talent für sinnvolle diskussionen und hat dann lieber die (beziehungs-)flucht ergriffen und wollte alles hinschmeissen... :zwinker:

    allerdings: wir habens geschafft, trennung ist nun schon lange kein thema mehr, und wir haben mittlerweile mehr schöne als negative gemeinsame jahre zu verzeichnen. das war allerdings auch verdammt hart und nichts, was ich jedem menschen empfehlen würde - aber danach siehts bei euch ja nicht aus.
     
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    in einer Beziehung
    5 März 2018
    #17
    Die Frage habe ich mir auch schon gestellt. Mir ist klar, dass in einer Beziehung nicht immer alles nur rosig sein kann. Aber man ist letztenendlich nie gefeit vor solchen Situation und ich bin pragmatisch genug auch sagen zu können "es ist okay", wenn ich keine Chance mehr sehe. Schrecken ohne Ende hatte ich schon genug im Leben. Aber an dieser Stelle habe ich eben das Gefühl, dass es noch weitergehen kann.

    Ich kann nur mutmaßen, dass es so sein könnte und dass das vielleicht in das fremde Haut-Ding mit einspielt. Distanz schafft manchmal ja auch Nähe in eine andere Richtung. Vielleicht zeige ich ihm später dieses Zitat mal.

    Er hat mir heute morgen schon geschrieben, dass es ein Fehler für ihn war zur Arbeit zu fahren. Es geht ihm wohl mindestens genauso schlecht wie mir. :-(
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 5 März 2018 ---
    Ich erhoffe mir natürlich, dass er seine gestrige Entscheidung nochmal überdacht hat. Sicher sein kann ich mir nicht. Aber ein Erhalt der Trennung würde für mich einen Auszug nach sich ziehen, denn lange halte ich es mit ihm zusammen hier in der Wohnung nicht aus.
    Sieht er vielleicht doch noch Perspektive und möchte das Problem "bearbeiten" möchte ich das aber in einem Beziehungsrahmen tun. Denn wie an einer Beziehung arbeiten, wenn keine da ist?

    Wahrscheinlich hast du Recht und er weiß es im Moment selbst nicht. Vielleicht kann ich ihn auf einige hier genannte Aspekte aufmerksam machen.
    Also sowas wie
    - Zufriedenheit im Bett (ein Punkt, der noch nicht zwischen uns angesprochen wurde. Er meinte nur, er hätte Zweifel bzw. Angst, dass es mir nicht gefallen könnte.)
    - Neue Lebenssituation
    - Umgang mit Konflikten oder Dingen, die nicht gut laufen
    -...
     
  • Nevery
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    in einer Beziehung
    5 März 2018
    #18
    jup, das kann ich bestätigen. ich bin - was monogamie und treue angeht - eigentlich sehr extrem eingestellt, aber die fälle in früheren beziehungen wo sich diese innere distanz eingestellt hat waren dann auch die fälle, wo ich mich letztlich in jemand anders verguckt habe, überhaupt für sowas offen war/wurde.

    erst in dieser beziehung habe ich gelernt, dass die distanz nicht endgültig sein muss - aber eben auch, dass man sie nicht alleine wieder in den griff bekommt, sondern nur zu zweit.
    irgendwann lerne ich vielleicht auch noch, dinge anzusprechen, bevor ich mich innerlich distanziert habe und es wirklich ein großer knall wird... aber das ist halt auch schwer, bevor man die distanz hat hat man auch mehr hemmungen etwas zu sagen, was den anderen verletzen könnte.

    dass es auf diese art am ende noch mehr schmerzt ist etwas, was ich in der theorie schon weiß, in der praxis aber noch ungenügend umsetzen kann. beziehungen führen muss man eben auch erst lernen, zumindest, wenn man sie nicht bei den ersten problemen wegwerfen will.

    ---
    sollte er sich entscheiden, eure beziehung fortführen zu wollen gäbe es allerdings eine frage, die ich an deiner stelle definitiv beantwortet haben wollen würde: warum, was hat sich für dich geändert seit deiner entscheidung, sie zu beenden? - und da würde ich eine verdammt gute begründung haben wollen.
     
    • Hilfreich Hilfreich x 1
  • User 83901
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    in einer Beziehung
    5 März 2018
    #19
    Off-Topic:
    Ich kämpfe damit bis heute manchmal und ich habe meinen Partner damit das ein oder andere Mal fast in den Wahnsinn getrieben. Aber man arbeitet eben daran. :smile:

    Ich uebrigens auch. Ist der explizite Trennungswunsch ausgesprochen, ist das ja schon harter Tobak.
     
  • User 167764
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    nicht angegeben
    5 März 2018
    #20
    Diese Neudefinition (ich habs Transformation genannt) findet normalerweise nach eineinhalb Jahren, früher oder später, statt. Bei euch wurde dieser bewusste Prozess durch die Aufregung eines Zusammenzuges überdeckt.

    Ich finde, dass du jetzt keine Beziehung, die gerade eben beendet worden ist, verhandeln kannst oder solltest. Die einzige Möglichkeit ist, ihn gehen zu lassen und zu schauen, ob er eventuell zu dir zurückkommt. Die Alternative wäre, zu reden bis ein Kompromiss gefunden worden ist. Und du willst im Moment um das Leben deiner Beziehung reden, weil du, solange du redest, die Beziehung nicht abschließen musst. Nur: Kompromisse ändern nichts an den Problemen. Ihr wollt momentan einfach unterschiedliche Sachen.

    Das ist - sorry! - eine Durchhalteparole. Welche Perspektive siehst du ganz konkret?
     

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