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Fremdgehen wirklich normal und die Regel!?

Dieses Thema im Forum "Liebe & Sex Umfragen" wurde erstellt von losti199, 7 November 2008.

  1. losti199
    Gast
    0
    Hey Leute,

    weil ja heute unsere Regierung beschlossen hat, das laut shortnews.de die Bravo ihre sexuellen Bildchen nicht mehr zeigen darf... hab ich mal deren HP besucht.

    Dort gab es was interessantes zum Thema fremdgehen - und zwar wird den 6 - 16 jährigen (laut Bravo Zielgruppe 1999) gesagt - fremdgehen erwischt jeden mal!

    hier mal ein paar ausschnitte von bravo.de

    Fremdgegangen: Was soll ich jetzt machen?

    Früher oder später erwischt's jeden mal: Der Partner geht fremd oder du hast Sex mit jemand anderem! Wie geht's dann mit der Beziehung weiter?


    Fremdgegangen: Was soll ich jetzt machen?

    Was ist am Fremdgehen so reizvoll?

    Es gibt viele unterschiedliche Motive: Die Lust am Experimentieren, an neuen Erfahrungen oder Abenteuern. Manche wollen ihr braves Image loswerden und finden's geil mal was zu tun, was andere für unmoralisch halten.

    Wer fremdgeht, muss nicht unzufrieden mit seiner Beziehung sein. Manche leben so nur ihre Lust auf Sex aus. Andere suchen dadurch Bestätigung und genießen es, wenn sie auch von anderen sexuell begehrt werden.

    Ist die Beziehung schon krank, ist das Fremdgehen meist ein Zeichen für sexuelle Unzufriedenheit. Auch ganz normale "Abnutzungsprobleme" durch den Alltag, in dem viel zur langweiligen Routine wird, können zum Fremdgehen verleiten. Dann wird aus einem Seitensprung auch schnell mal eine längere Affäre. Und die dient dann oft als Absprung aus der alten Beziehung.


    Ist Fremdgehen gewissenlos?

    Kondome sind Pflicht! Fremdgehen ist dann gewissenlos, wenn der Partner einen One-Night-Stand oder eine Affäre hat, ohne sich dabei mit Kondomen vor einer Infektion mit HIV oder anderen Geschlechtskrankheiten schützt! Weiß das der Partner nicht, kann er sich anstecken, ohne was davon zu ahnen! So ein Verhalten ist mehr als gewissenlos - es ist kriminell!

    Ansonsten ist nicht das Fremdgehen gewissenlos, sondern die Art, wie viele damit umgehen: Heimlichkeiten und Lügen führen fast immer dazu, dass sich der Partner extrem verletzt und hintergangen fühlt. Klar, dass es dann kaum noch Gelegenheit gibt, dem anderen zu erklären, was ihn zu dem Seitensprung bewogen hat.

    Wer sich belogen und betrogen fühlt, ist kaum noch in der Lage, die wirklichen Gründe zu verstehen und seinem Partner zu verzeihen. Vor allem dann, wenn's nicht bei einem Seitensprung geblieben ist, sondern gleich eine längere Affäre war.

    Es kommt also immer darauf an, ob ein Paar realistisch ist und weiß, dass Seitensprünge nun mal vorkommen können. Solche Paare überstehen Vertrauenskrisen nach einem Seitensprung viel leichter.

    Aber Paare, für die das Fremdgehen des Partners gleich das Aus bedeutet, weil sie sich dadurch persönlich vernichtet fühlen und ihnen das Selbstbewusstsein fehlt, um mit solchen Kränkungen umzugehen, setzen mit einem Seitensprung fast immer ihre Beziehung aufs Spiel.


    Denkt Ihr das die Bravo vollkommen recht hat?
     
    #1
    losti199, 7 November 2008
  2. User 18780
    User 18780 (33)
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    Verheiratet
    wenn 50% aller menschen in ihrem leben einmal fremdgehen, dann trifft es statistisch wohl wirklich jeden, denn wenn einer betrügt, ist auch irgendjemand der betrogene.

    k.a. wie sich die paarbildungen und wiederholte seitensprünge darauf auswirken.

    die 50% sind ja von mir auch erstmal angenommen, um auf 100% zu kommen. wieviel % es wirklich sind, weiß ich nicht.

    es wird jedoch definitiv auch menschen geben, die nicht davon betroffen sind. das hört sich jetzt vermutlich so an, als wäre das eine sehr seltene ausnahme. das glaube ich wiederum nicht, wenngleich ich die rate - über das gesammte leben gesehen für nicht gigantisch hoch einstufe.

    das ganze sind nur meine überlegungen. statistisch korrekt ist die überlegung auf keienn fall.

    übrigens: das "früher oder später" halte ich für eine leere phrase, die den text wohlklingend macht.
     
    #2
    User 18780, 7 November 2008
  3. Maxx
    Sehr bekannt hier
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    Single
    Nun, wer sein Leben lang nie eine Beziehung eingeht und keinerlei sexuelle Kontakte hat, der wird auch zu 100 % nie persönlich davon betroffen sein.
     
    #3
    Maxx, 7 November 2008
  4. DelicousBaby*
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    nicht angegeben
    Ich könnte mir durchaus vorstellen dass das zutrifft.
    Ich selbst hab`s auch schon erlebt leider.
     
    #4
    DelicousBaby*, 7 November 2008
  5. MsThreepwood
    2.424
    Sowas ist doch Schwachsinn. Seitensprünge kommen nicht mal eben so vor. :kopfschue

    Der Beitrag verharmlost meiner Meinung nach den moralischen Aspekt des Fremdgehens total. Nach dem Motto: "Wenn beide Partner selbstbewusst genug sind um das zu verarbeiten, ist es doch gar nicht so schlimm!".

    In einer monogamen und als treu erklärten Beziehung ist meines Erachtens Fremdgehen nicht einfach so wegzustecken.
     
    #5
    MsThreepwood, 7 November 2008
  6. waschbär2
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    vergeben und glücklich
    Off-Topic:
    Im Umkehrschluss bedeutet das, dass man nie betrogen werden kann oder betrügt, wenn man keinen Sex und keine Beziehung hat.

    Stimmt logischerweise.

    Nur ... was sollen uns diese Worte sagen ? :ratlos:
    Nie eine Beziehung eingehen und nie Sex haben ?

    Irgendwie ist diese Aussage für mich sinnfrei ....
     
    #6
    waschbär2, 7 November 2008
  7. User 18780
    User 18780 (33)
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    es macht einen unterschied, ob man etwas zu 100% ausschliesen kann, oder ob es wirklich eintritt.

    nochmal ein sehr schöner spruch: man lebt sein leben vorwärts, kann es aber nur rückwärts betrachten.
    man kann also vorher nicht wissen, ob man betrogen wird. aber vom lebensende aus gesehen gibt es auch menschen, die nie betrogen wurden - ganz gleich, ob sie das vorher wissen konnten.
     
    #7
    User 18780, 7 November 2008
  8. User 29206
    User 29206 (32)
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Ja, ich bin froh, dass die "Bravo" das wesentlich pragmatischer sieht als ein Gutteil der User hier.

    Diese grundsätzliche, aggressive Aversion gegen das Fremdgehen und seine Vertreter halte ich für eine Alters- und Erfahrungsfrage. Anderswo im Netz, wo der Altersdurchschnitt wesentlich höher liegt, kenne ich diese Hetze gegen Fremdgeher nicht.
     
    #8
    User 29206, 8 November 2008
  9. User 18780
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    Off-Topic:
    @dumuzi: schön dass du auf die fragen der TS eingegangen bist *kopfschüttel*
     
    #9
    User 18780, 8 November 2008
  10. Fuchs
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
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    Single
    Ich kann natürlich nicht beurteilen, ob das statistisch stimmt, was dort behauptet wird. Den Text an sich finde ich aber gut. Sicherlich wird das mit dem Fremdgehen ein wenig verharmlost - klingt alles nach dem Motto: Naja, passiert ja jedem Mal. Dennoch finde ich persönlich, dass aufgrund der Vielzahl an Gründen und Variationen dieser Problematik beim Auftreten eines Seitensprunges nicht stets kategorisch auf das Ende einer Beziehung geschlossen werden sollte, wenngleich die Emotionen in einem Betrugsfall natürlich so weit hochkochen, dass eben wie erwähnt nicht mehr vernünftig gesprochen werden kann, was dann dem angeknacksten Verhältnis natürlich den Rest gibt.

    Ich denke, man kann so einen Seitensprung tatsächlich besser vekraften, wenn man dieses Delikt von vornherein nicht in eine Schublade mit Hochverrat und Königsmord steckt. Deswegen muss man es nicht gut finden und man sollte sich gewiß nicht verarschen lassen und eine völlige Toleranzhaltung einnehmen. Nur wenn ich mir bezüglich meiner Partnerschaft eben keine Illusionen über die Liebe mache, die nun einmal nicht immer mit Treue gepaart auftritt, sehe ich die Probleme in einen klareren Licht und kann für mich besser entscheiden, ob ich um meine Beziehung noch kämpfen will oder den Schlußstrich ziehe.

    Aber das ist nur meine persönliche Meinung.
     
    #10
    Fuchs, 8 November 2008
  11. Starla
    Gast
    0
    Warum suchst Du so vehement nach einer Absolution, wenn Du von Deinem Handeln doch so sehr überzeugt bist? :zwinker:

    Zum Thema: Ich weiß nicht, wie viele Menschen (tatsächlich) fremdgehen und ehrlich gesagt interessiert es mich auch nicht. Mir ist wichtig zu wissen, was ich möchte und was ich vertreten kann und solange ich mit mir im Reinen bin, ist meine Welt in Ordnung.
     
    #11
    Starla, 8 November 2008
  12. User 29206
    User 29206 (32)
    Verbringt hier viel Zeit
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    91
    nicht angegeben
    @Mann im Mond:
    Dass ich denke, dass die Bravo zumindest nicht unrecht ist, war der erste Punkt meines Beitrags.

    Ich bin weder überzeugter Fremdgeher, noch suche ich eine Rechtfertigung. Ich finde einfach, dass man mit diesem Thema wesentlich entspannter und menschlicher umgehen kann als das in vielen Threads hier der Fall ist.
     
    #12
    User 29206, 8 November 2008
  13. CharlySchneider
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Ich finde, jeder hat das Recht, von seinem Partner Treue zu verlangen (man kann ALLES verlangen, ob man's bekommt, ist halt ne andere Frage), und jeder hat das Recht, auf Untreue verletzt oder wütend zu reagieren, wenn er das für angemessen hält. Da braucht die Bravo gar nicht so herablassenden Scheiß zu schreiben im Sinne von "Du bist halt unnormal, wenn du da Terz drum machst."

    Und zu "jeder machts mal" - ich kannte auch schon Frauen, die ihre Kerle nicht mit mir betrogen haben, also zumindest nicht JEDER.
     
    #13
    CharlySchneider, 8 November 2008
  14. User 20579
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    3.883
    Verheiratet
    Kann aber auch welche überhaupt nicht treffen, wenn welche von den 50 % Betrogenen ihrerseits selber auch betrügen.

    Ich kann für mich sagen, dass ich bis dato nicht betrogen wurde und nicht betrogen habe, und ich denke auch nicht, dass es in nächster Zeit passieren wird.
    Ich halte mich für einen sehr reflektierten Menschen und kann für mich ausschließen, dass mir sowas "einfach mal so" passiert. Für meinen Partner kann ich das auch sagen.

    Ich finde den Artikel insoweit vereinfachend, indem er so tut, als könnte das einfach mal passieren und als würde Fremdgehen vom Himmel fallen. Für mich ist das in Bezug auf Sex undenkbar, da ich Sex und Gefühle nicht trennen kann und werde und von daher verliebt bin, wenn ich Sex habe. Zeitlogisch passt das von daher nicht zusammen, da ich erst die Beziehung beenden würde, in der es nicht mehr stimmt, dann ggf. zu einem neuen Partner und dann erst Sex.

    Alleine diesen Abschnitt finde ich für mich viel zu plump und dumm:
    Es klingt jeweils so, als wären die genannten Dinge in einer Beziehung total selten oder würden dort gar nicht stattfinden - Experimente, neue Erfahrungen, das Ausleben von Lust auf Sex oder Bestätigung. Für mich ist es eigentlich normal, dass gerade DAS in einer Beziehung stattfindet. Sexuelles Begehren und Bestätigung krieg ich auch so genug, ich weiß von daher nicht, was diese sinnfreien Sätze meinen möchten?

    Sie nennen alle diese Dinge, die fehlen können, um dann darauf hinzuweisen, dass es nichts mit Unzufriedenheit in der Beziehung zu tun haben muss. Ja, was soll denn das bitte für eine Beziehung sein, wo derart elementare Dinge fehlen?
    Eine Beziehung, in der die Sachen, die die Bravo als ihre "Gründe" ansieht, nicht vorliegen, würde ich sowieso nicht führen.

    Dem kann man ja prima entgegen wirken, in dem man nicht fremdgeht :zwinker: Und was soll es mit Selbstbewusstsein zu tun haben, wenn ich solches Verhalten nicht gut finde?Also irgendwie ist der komplette Artikel doch total sinnfrei. Was man in seiner Beziehung erwartet oder möchte, legt immer noch jeder selber fest. Wenn man da Treue erwartet und keine bekommt, ist das ebenso ein Problem, wie jedes andere Beziehungsproblem auch. Was nutzt es, so zu tun, als wäre man total offen, wenn es einen innerlich doch verletzt? Wieso sollte ich mir für meine Beziehung von der bravo auferlegen lassen, wie ich mit etwas umzugehen habe, was ich nicht möchte? Jeder setzt seine Schmerzgrenze woanders - und da es ja immer noch freie Partnerwahl gibt, soll doch jeder wissen, was er sich bieten lässt, und was nicht... :ratlos:
     
    #14
    User 20579, 8 November 2008
  15. happy&sad
    happy&sad (33)
    Verbringt hier viel Zeit
    2.477
    123
    3
    nicht angegeben
    Also ich wurde bisher noch nie betrogen und habe noch nie betrogen. .Ok, bei dem betrogen werden kann ich mich natürlich irren, aber ich habe mit allen meinen Ex-Freunden ein freundschaftliches Verhältnis und denke, das wäre zur Sprache gekommen.
    Muss ich jetzt Angst haben, weil es mir noch nicht passiert ist? Unsinn. Es gibt auch Menschen, die nicht fremdgehen. Denen der Partner viel zu wichtig ist um für einmal Sex mit jemand anderen alles aufs Spiel zu setzen.
    Bei mir würde ein Seitensprung meines Partners nicht die Beziehung aufs Spiel setzen, weil ich zu wenig Selbstbewusstsein habe, sondern es würde die Beziehung aufs Spiel setzen, weil ich genug Selbstbewusstsein habe! Bevor ich mit jemanden zusammen bin, der mich betrügt bin ich lieber Single. Ich habe genug Selbstbewusstsein um keinen Partner zu brauchen nur um ihn zu haben, ich will einen, weil wir uns lieben und zusammen passen und irgendwas davon wäre bei einem Seitensprung nicht gegeben...
     
    #15
    happy&sad, 8 November 2008
  16. Nightwatcher
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    nicht angegeben
    kann mich Happy&sad von der Einstellung nur anschliesden. Das war leider nicht immer so, bin in einer sehr langen Beziehung auch mind. 2 mal betrogen worden, trotzdem sehe ich es nicht als normal an....
    Hatte damals nicht das Selbstbewusstsein, auf eigenen Füssen zu stehen, was ich im Nachhinein nicht verstehen kann.
    vor allem wundert mit der Scheiss, den die Bravo da schreibt?!?! Ich glaube von mir selber ja schon, dass ich eine sehr hohe Toleranzgrenze habe und sehr Kompromissbereit bin, aber Fremdgehen ist meiner Meinung nach mit der grösste Vertrauensbruch, den man sich da vorstellen kann, das ist nicht einfach normal...
    Bin ich froh, dass meine letzte gekaufte Bravo gut 15 Jahre her ist, die haben echt nichtmehr alle Latten aufm Zaun!
     
    #16
    Nightwatcher, 8 November 2008
  17. User 56700
    User 56700 (35)
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    Verheiratet
    Die Theorie könnte stimmen. Aber wenn man dann mal überlegt dass man (theoretisch) in jeder zweiten Beziehung betrogen wurde...:ratlos:
    Ich wurde bisher einmal "offiziell" betrogen, wie hoch die Dunkelziffer liegt weiß ich nicht, und will ich auch gar nicht wissen.

    Ich selbst habe nur einmal "Fremdgeknutscht", mehr hat mein Gewissen nicht zugelassen...:engel:
     
    #17
    User 56700, 8 November 2008
  18. many--
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    Verheiratet
    Dass in einer zunehmend offen sexualisierten Welt eine monogame Lebensform immer schwerer zu verkaufen ist - dem stimme ich zu.

    Wir sind von Sex umgeben, die Möglichkeiten sind groß und der Druck, selber aktiv zu sein, ist hoch. Vieles von dem, was es so gibt, ist in einer monogamen Partnerschaft offenbar schwer auszuleben - das müssen dann nicht Sachen wir Erfahrungen mit dem eigenen Geschlecht, Partnertausch oder Gruppensex sein, sondern natürlich auch einfach gewisse Praktiken, die der eigene Partner einfach nicht mitmacht.
    Mit anderen Worten: es gibt heutzutage (...natürlich schon etwas länger, aber heutzutage eben sehr offen) so viel, dass man das alles mit einem Partner kaum mehr erleben kann, und das Verlangen, alles oder jedenfalls vieles zu erleben, scheint bei vielem Menschen gegeben zu sein.

    Ich denke tatsächlich, dass die rein monogame Lebensform angesichts dieser Tendenzen vielleicht eine Korrektur erfahren wird. Ich glaube nicht, dass in 20 Jahren polyamoröse Gemeinschaften und offene Beziehungen Partnerschaft und Ehe als gesellschaftliches Leitbild abgelöst haben werden - aber man schaue sich nur einmal an, wie dominant heutzutage schon die Lebensform des Singletums geworden ist, ein Phänomen, was es vor 30, 40 Jahren so nicht gegeben hat. Ein Wandel in den Auffassung von menschlichem Zusammenleben und eine Tendenz hin zur Lockerung von Bindungen zwischen Einzelpartnern ist doch zu erkennen.

    Aber nun in diesem Zusammenhang das Fremdgehen als normale und akzeptable Sache zu deklarieren - das stößt mir übel auf.
    Sicher, wenn man die Überlegungen anstellt, die ich weiter oben formuliert habe, dann muss man schlussfolgern: wenn es so viel Sex in der Welt gibt, wir aber momentan aus verschiedenen Gründen noch monogame Partnerschaften eingehen, dann wird in der Konsequenz der Wunsch, all diesen Sex zu erleben, erst mal zum Verletzen dieser monogamen Partnerschaften führen.
    Aber: ist das gut und richtig?

    Meine Meinung: nein. Sicher, da ist viel Sex in der Welt. Anscheinend muss man nicht mehr viel tun, um seine diversen sexuellen Gelüste, die in der Partnerschaft nicht umzusetzen sind, irgendwo anders auszuleben. Aber: ist das wirklich nötig? Werde ich sozusagen dazu gezwungen? Ist der gesellschaftliche Druck so hoch, dass ich mich nicht widersetzen kann, dass ich sagen muss: das macht man halt so, das machen doch alle?

    Nein. Fremdgehen ist, finde ich, nach wie vor Vertragsverletzung. Wenn ich eine monogame Partnerschaft eingehe, dann heißt das doch, dass ich einen Vertrag abschließe: "§ 1: Ich vertraue dir, davon ausgehend, dass du mir vertraust. § 2: Ich bin dir treu, davon ausgehend, dass du mir treu bist."
    Auf diesem Fundament basiert eine solche Partnerschaft doch! - Wenn ich das nicht so will, wenn ich auch links und rechts des eigenen Bettes meinen Spaß haben möchte - dann kann ich das nicht tun, ohne den Vertrag zu verletzen, und das ist Betrug, sozusagen partnerschaftlicher Vertragsbruch, und ein Vertragsbruch führt eben zur Auflösung des Vertrages, so ist das in der Geschäftswelt, so ist es in der Partnerschaft.

    Wenn ich mich sexuell ausleben, dabei aber auch das intensivere Zusammenleben mit einem Menschen nicht aufgeben will, dann muss ich den Partnerschaftsvertrag eben anders formulieren. In Richtung offene Beziehung: "§ 69: Für beide Vertragspartner ist es in Ordnung, auch mit anderen Menschen Sex zu haben."

    Jeder weiß aus eigener Erfahrung, dass Ehrlichkeit der Schlüssel einer funktionierenden Beziehung ist. Ich glaube, dass eine solche Beziehung durchaus auch sexuelle Kontakte mit anderen Menschen beinhalten kann - wenn man dies ehrlich kommuniziert und beidseitig akzpetiert.

    Fremdgehen, also sich betrügen, belügen, hintergehen - das ist und bleibt für mich moralisch verwerflich. Sicher, der Druck, mehr zu erleben, ist da - aber darauf mit Fremdgehen zu reagieren, ist, finde ich, nicht nötig und sicher auch nicht akzeptabel. "Das ist halt so, damit müsst ihr leben und da solltet ihr nicht so ein Gewese drum machen" ist eine ziemlich zynische Einstellung. Vielleicht wäre es besser, eine einvernehmliche Abkehr von der traditionellen Lebensform der monogamen Partnerschaft anzuregen, als das Fremdgehen zu verharmlosen.

    Denn dass es einen gesellschaftlichen Wandel gibt, der die monogame Partnerschaft gefährdet - das ist, finde ich, eine Tatsache. Aber wie man darauf reagiert - das ist die Frage.
     
    #18
    many--, 8 November 2008
  19. sonnenbrille
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Der Artikel spiegelt das wieder, was heutzutage üblich ist, das ist FAKT. Allerdings bedeutet es für mich nicht, dass es auch richtig sein muss. Natürlich würde ich meiner Freundin auch Fehler verzeihen und unter gewissen Umständen auch soetwas. Trotzdem muss man das nicht verharmlosen.

    Sehen wir die Sache aus der Sicht des Fremdgeh-Partners. Wenn ich single bin und eine Frau mit mir fremdgehen will, bin ich dann doof, wenn ich mich nicht darauf einlasse, weil ich vielleicht nach was ernsterem suche? Was ist, wenn ich ihren Freund kenne, die Frau wirklich scharf finde und da ein schlechtes Gewissen habe? Was ist, wenn eine Frau verheiratet ist, 2 Kinder hat und ich ihren Mann gut kenne? Was ist, wenn ich einen Mann als Kumpel kennenlerne und seine Freundin sofort scharf auf mich ist? Was ist, wenn der Kumpel mir klarmacht, dass er einen einmaligen Seitensprung seiner Freundin mit mir nicht schlimm finden würde?

    Wenn innerhalb einer Beziehung das Fremdgehen nicht schlimm ist, dann sollte es für den Außenstehenden noch weniger schlimm sein und er müsste dann überhaupt keine Bedenken haben, sich auf jedes Angebot einzulassen. Ich weiß nicht ...
     
    #19
    sonnenbrille, 8 November 2008
  20. Maxx
    Sehr bekannt hier
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    Es geht um das Ausschlussprinzip und es ist nun mal ohne Sex- und Beziehungserfahrungen der einzige Weg, um hundertprozentig ausschliesen zu können, dass man nie betrogen wurde oder an einem Betrug als Drittperson beteiligt war.

    Nur weil in den Medien eine Reizüberflutung an sexuellen Themen oder Anspielungen herrscht, bedeutet das noch lange nicht, dass man Sex überall "bekommt" und daraus folgt, dass die Möglichkeiten was das Finden eines Sexualpartners betrifft durchaus eingeschränkt sein können.

    Wer fremd geht, hintergangen wird oder an einem Betrug beteiligt ist, der hat zwangsläufig Sex oder steckt in einer Beziehung, aber das bedeutet eben auch, dass diese Person den Durchbruch geschafft hat und mit bestimmten Körper- und Persönlichkeitseigenschaften "gesegnet" ist, die sie dazu privilegieren, um Sex zu haben.

    Wenn es SOO einfach wäre und Sex als Konsumgut so leicht zu erwerben wäre wie eine Tüte Chips, dann gäbe es hier ja keine Threads mit Titeln wie "Hilfe ich bin 30 und noch Jungfrau."

    Schon mal daran gedacht, dass das Thema Sex in den Medien gerade deshalb so gepusht und teilweise fast karikiert wird, weil es eben nicht jeder hat und für sich beanspruchen kann, genauso wie die Seifenblase des schönen Traumhauses aus der TV-Werbung, das für die Mehrheit unerreichbar bleiben wird.

    Wer den Sprung auf den Zug geschafft hat, der muss sich als sexuelles Beziehungswesen dann logischerweise eben mit Luxusproblemen wie Fremdgehen und Eifersucht rumschlagen. Insofern bin ich in diesem Punkt auch der Meinung, dass eine Beziehung kurz- oder langfristig nur dann Bestand hat, wenn die mündlich vereinbarten Abmachungen der beiden Beziehungsparteien betreffend Monogamie oder offene Beziehung eingehalten werden.
     
    #20
    Maxx, 8 November 2008

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