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Freund wird "plötzlich" Vater

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von User 88035, 15 April 2010.

  1. User 88035
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    Hallo ihr Lieben,

    direkt mal vorweg: An sich ist das kein wirkliches Problem, was ich habe. Es geht mir mehr oder weniger nur um Ratschläge und eventuelle Erfahrungsberichte.

    ---

    Ich bin mit meinem Freund seit vier Monaten zusammen. Er ist etwas älter als ich, wo ich mir am Anfang echt noch n Kopf drum gemacht habe. Völlig unbegründet wie ich mittlerweile erkannt habe.

    Er hat von Anfang an mit offenen Karten gespielt und mir gesagt, das er mit seiner Exfreundin einen gemeinsamen Sohn hat.

    Sie haben sich kurz vor oder kurz nach der Geburt getrennt. Den Kleinen hat er das letzte Mal gesehen, als er ein paar Monate alt war. Mittlerweile sind ein paar Jahre ins Land gezogen. Seine Exfreundin wohnt weiter weg, ist mittlerweile verheiratet und hat ein weiteres Kind.

    Mein Freund hat weder zu seiner Exfreundin, noch zu seinem Sohn Kontakt. Auch wenn er gern würde. Die Nummer seiner Exfreundin hat er, er hätte auch die ganze letzten Jahre einfach anrufen können. Wollte er aber nie, weil da wohl richtig schmutzige Wäsche gewaschen wurde. Kurz gesagt, sein blöder Stolz stand ihm einfach nur im Weg (was meiner Meinung nach völlig fehl am Platz ist, aber gut).

    Ich weiß nicht, was genau da gelaufen ist, möchte ich auch nicht wissen. Ich kenn sie nicht, möchte mir kein Urteil über sie erlauben, aber ich bin der Meinung, dass sowas nicht nur von einer Seite kommt, sondern immer zwei dran "Schuld" haben. Und allein des Kindes zu Liebe hätte man das außen vor lassen können, so dass er den Kleinen regelmäßig gesehen hätte.

    Nun ist es so, das mein Freund gestern einen Anruf von besagter Exfreundin bekommen hat. Der Kleine hat wohl schon öfter nach ihm gefragt und möchte ihn wohl kennen lernen.

    Allein das sie angerufen hat (wenn auch nur dem Kleinen zuliebe), macht sie in meinen Augen um einen weiteren Punkt sympathischer.

    Mein Freund ist im Moment total "überfordert" mit der Situation, wenn man das so sagen kann. Es ist nicht so, dass er sich nicht freut, aber letztendlich hat sie ihm die "Entscheidung" ob er sich meldet oder nicht, abgenommen. Das ganze kam für ihn sehr plötzlich und überraschend. Freuen tut er sich auf jeden Fall, das ist ja das, was er eh gern wollte. Dennoch gehen ihm natürlich auch viele Gedanken durch den Kopf.

    So, wie schon gesagt, ein wirkliches Problem hab ich nicht. Aber vielleicht hat ja jemand ein paar Ideen, Erfahrungsberichte, wie auch immer, wie ich ihm da jetzt am besten zur Seite stehen und evtl. auch die ein oder andere Angst nehmen (nehmen wahrscheinlich eher nicht, aber vielleicht kleiner werden lassen) kann.
     
    #1
    User 88035, 15 April 2010
  2. BrooklynBridge
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    nicht angegeben
    Was überfordert deinen Freund denn konkret? Ich nehme mal an, dass er im Moment einfach etwas von der Ereignissen überrollt ist.
     
    #2
    BrooklynBridge, 15 April 2010
  3. User 88035
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    Deswegen in "".

    In erster Linie vermute ich (wissen tu ich es nicht), das vielleicht auch der Gedanke da mit rein spielt, ob noch irgendwas anderes da hinter steckt, weil wohl schon mal die Rede davon war, das der Mann seiner Exfreundin ihn adoptiert.

    Im Weiteren sind es wohl die "normalen" Ängste, die man hat. Ob sich da überhaupt noch eine Beziehung zwischen den beiden entwickelen kann oder nicht, wie das dann alles so wird... Ob er ihm gerecht werden kann, und und und.
     
    #3
    User 88035, 15 April 2010
  4. krava
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    Wie alt ist der Kleine denn?
     
    #4
    krava, 15 April 2010
  5. User 88035
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    Der Kleine ist mittlerweile 7 1/2. :rolleyes:
     
    #5
    User 88035, 15 April 2010
  6. krava
    krava (35)
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    Wenn dein Freund nie Kontakt zu ihm hatte, dann ist es schon seltsam, warum der Kleine jetzt auf einmal gezielt und ständig nach seinem Vater fragen soll. :ratlos:

    Andererseits find ich es dem Kind gegenüber auch nur fair, wenn sein Vater kein Anonymer bleibt, sondern wenn er ihn auch kennenlernt. So alt ist er zwar noch nicht, aber ein Schulkind kann durchaus schon realisieren, dass seine Mama und der Papa eben getrennt sind und dass der Mann, der bei ihm zuhause lebt, eben nicht sein richtiger Papa ist. Das wird ihm ja auch irgendjemand schon mal erzählt haben, sonst wüsste er es wohl nicht.

    Und dass er dann auch mal fragt, ist vielleicht gar nicht so abstrus und es ist letztlich auch irgendwie fair von der Ex deines Freundes, dass sie das nicht einfach abtut, sondern deinen Freund informiert.
    Hatte der denn wirklich nie vor, sich mal um den Kleinen zu kümmern? Kontakt aufzubauen oder so?
    Kann einem doch nicht egal sein, wenn man einen Sohn hat. :ratlos:
     
    #6
    krava, 15 April 2010
  7. User 88035
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    Dem Kind gegenüber ist es auf jeden Fall fair. Und meiner Meinung nach, ist es auch ziemlich egal, was damals bei den Eltern abgelaufen ist - letztendlich geht es nur um den Kleinen. Nur finde ich, ist ziemlich viel Zeit "verschwendet" worden.

    Hatte er es nie vor?! Eine gute Frage... Wenn die Umstände anders gewesen wären, hätte er es wohl getan. Nur sehe ich es genauso wie du: Es kann einem nicht egal sein. Und sollte vor allem auch nicht.

    Aber da stand er sich selber im Weg. Das hat er zu verantworten. Wie ich von der Mama von meinem Freund erfahren habe, hat seine Exfreundin ihm nie verboten den Kleinen zu sehen. Aber der werte Herr war ja am Anfang zu "stolz" (wenn man das so sagen kann) über seinen eigenen Schatten zu springen und einfach da anzurufen. Und irgendwann kam halt der Gedanke "jetzt ist es auch zu spät" (was ich überhaupt nicht finde). So ist das, wie ich das in unseren Gesprächen verstanden habe.
     
    #7
    User 88035, 15 April 2010
  8. Shiny Flame
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    Tja, so wirklich Erfahrungsberichte kann ich dir da nicht geben, und eigentlich auch keinen richtigen Rat, aber ich wollte dir einfach mal Mut für die Zukunft zusprechen.

    Was hältst du davon, wenn du deinen Freund "unterstützt", indem du ihn fragst, ob er mal gemeinsam mit dir mögliche Aktivitäten überlegen möchte, die er mit dem Kind machen kann? Vielleicht ist er ja ganz froh, wenn er gemeinsam mit dir die Gedanken sortieren kann. Aber formuliere das wirklich nur als Angebot, dräng ihn nicht dazu, das zu machen. Vermutlich wird er es auch gar nciht machen.

    Männer hören immer gerne, dass sie eben nicht alleine sind und die Partnerin sieht, dass sie es gerade "schwer haben". Aber wenn man sie drängt, über ihre Probleme zu reden, ist das kontraproduktiv. Das beste, was du tun kannst, ist also ihm zu vermitteln, dass du einfach da bist, auch wenn er über konkrete Dinge reden möchte. Und dass du auch sein Schweigen respektierst.
     
    #8
    Shiny Flame, 15 April 2010
  9. donmartin
    Gast
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    Ich habe einen sehr guten Freund gehabt, der in einer ähnlichen LAge war. Erst jahrelang keinen Kontakt, obwohl er sich immer bemüht hat und plötzlich wurde das Kind quasi "abgeschoben".

    Die Mutter war überfordert und besann sich urplötzlich auf den Kindsvater.
    Ich habe viel mit ihm darüber gesprochen, seine Gefühle waren wirklich von tief betrübt bis hin zu überglücklich und seine Freundin und das ganze Leben war in den Hintergrund gerückt.

    Ich unterstelle jetzt nichts der Kindsmutter, aber dein Freund sollte wirklich auch bedenken, dass seine EX vielleicht auch das Kind zum Spielball und als "Druckmittel" für was auch immer nutzen möchte.
    Auch wenn es sehr emotional ist, er hinter dem Kind steht, sollte er wenn er denn noch der eingetragene Vater ist, Besuche, Umgang ect "absichern" und sich vielleicht beraten lassen und soetwas rechtlich absichern lassen.

    Es ist wirklich in der Praxis so (Erfahrung aus der VEreinsarbeit und dem Forum "Väter helfen Vätern eV", dass es manchmal Jahre braucht und es Menschen gibt, die nach Jahren plötzlich Energieen und Kräfte entwickeln, nur um einen EX (projeziert auf/über das Kind, schließlich "erinnert" es jeden Tag an einen Lebensabschnitt, der nicht so positiv verlaufen ist) zu Schaden.
    Wie gesagt, es spielen die Gefühle sicher Achterbahn bei deinem Freund, aber er sollte einen klaren Kopf behalten und sich einmal bewusst werden, dass er zwar der biologische VAter ist, er aber keinen Einfluss auf das Kind und die Erziehung hatte.

    Jedes Kind hat das Recht, mit deinem Erzeuger, Vater, Mutter Kontakt zu haben und/oder zumindest zu erfahren, WER die PErson ist.

    "Plötzlich Vater", das ist heftig, da es ja keine Bindung gibt , geht es nun darum sich einmal anzunähern. Ich glaube nicht, dass ein Kind "plötzlich" öfter nach seinem Vater fragt.

    Es war bei meinem Freund so, dass er sich mit dem Jugendamt in Verbindung gesetzt hat um dann ein "geführtes" Treffen zu Arrangieren. Der Junge hatte garkein Interesse an seinem Vater, es hat ihn garnicht interessiert!
    Das hat ihn sehr verletzt, aber damit muss er rechnen.
    Es gilt also, sehr vorsichtig damit umzugehen, und herauszufinden, wessen Entscheidung oder was den Anstoss gegeben hat, dass das Kind plötzlich Interesse hat.

    Er mag Stolz sein und auch ein stolzer Vater und ebenfalls zu dem Kind stehen.
    Die "Entscheidung" ob es funktioniert, wie die Zukunft aussehen wird, muss dem Kind überlassen werden. Kinder entscheiden intuitiv und machen aus Zuneigung und auch Ablehnung keinen Hehl.
    Erzwingen wird weder die EX noch dein Freund etwas. Denn das Kind kann nicht klar abgrenzen und es erst garnicht überprüfen, dass "der Fremde, den er garnicht kennt", sein VAter sein soll.
    Schließlich kann es nur auf das Vertrauen, was ihm gesagt wird.

    Das widerrum weiss dein Freund nicht, "was" ihm denn die ganzen Jahre erzählt wurde.

    Das ist ein langer Weg und ich denke ohne Hilfe kaum zu bewerkstelligen. Denn schließlich stehen 2 Erwachsene Menschen vor einem unbedarften Kind, dem es eigentlich und im Prinzip ersteinmal egal ist, wer sein Erzeuger ist. (Hört sich hart an.....ja).

    Bevor dein Freund also losgeht und ein Kinderzimmer einrichtet, muss er viel über die Ziele und Beweggründe erfahren, und sich bewusst werden, dass er nur als "Aushilfspapa" herhalten soll. Mit allen Konsequenzen, vielleicht auch irgendwann wirklich Ganztagspapa zu werden.

    Es hat bei meinem Freund und seiner Freundin über 2 Jahre gedauert. Bis der Junge regelmäßig und freiwillig sowie gerne zu seinem VAter gekommen ist und lange, bevor einmal ein Vertrauen da war, dass er einmal dort übernachtete. Da waren unzählige geplatzte Treffen (weil der Junge nicht wollte), viele Gespräche auch mit einem Sozialpädagogen und dem Jungen.

    Wenn er aber ehrlich und auch unbedarft dahinter steht, völlig locker an die Sache dem Kind gegenüber rangeht und vor ALLEM in allem das Kind entscheiden lässt (egal ob es ein Treffen oder das Essen kochen beim Treffen ist....), einfach den Alltag auch mit Geschrei und Gebrüll über sich ergehen lässt, um dem Kind einfach zu zeigen, dass er DA ist und auch immer da war, keinen Anspruch erhebt (weder auf das Kind, noch auf eine schöne heile Papa/Kind Beziehung oder einem ausgeglichenem NAchmittag), dann wird es langsam aber sicher etwas "Entspannter" und vor Allem: Die Fragen, in BEzug auf Mama und Papa und aller anderen Alltagsdinge kommen dann von Alleine - von dem Kind.
    Das Kind braucht keine komplizierten Erklärungen, warum wieso weshalb - es wird merken und spüren ob es ehrlich ist, ob es dort sein kann WEIL er der Vater ist und dahinter steht, und es wird sehr schnell merken und sich entscheiden, ob die Ex das Kind "mißbraucht" um eigene Interessen zu verfolgen und / oder ob es plötzlich unerwünscht ist.

    Hut ab, sollte er sich der Verantwortung stellen. Vor Euch beiden.
    Dafür wünsch ich viel Kraft und Erfolg! Scheut Euch nicht Hilfe in Anspruch zu nehmen. Immer zum Wohle des Kindes.

    :smile:
     
    #9
    donmartin, 15 April 2010
    • Danke (import) Danke (import) x 1
  10. User 88035
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    Danke dir, Flame. Auch über solche Beiträge freue ich mich :smile:

    Unterstützen werde ich ihn auf jeden Fall. Das weiß er auch. Die Überlegung der Aktivitäten ist eine gute Sache, damit hat er gestern selber schon angefangen. Da war es dann wahrscheinlich eher kontraproduktiv, das ich ihn etwas gebremst habe?! :ashamed:


    @ donmartin:

    Vielen, vielen Dank für den wirklich hilfreichen Beitrag!!

    Stolz ist er auf jeden Fall, wenn auch jetzt noch ein wenig durcheinander. Er macht "Pläne", was er gerne mal mit ihm machen würde, und und und...

    Ich bin da eher diejenige, die ihn da bremst und ihm sagt, das er es langsam angehen lassen soll. Die Entscheidung liegt bei dem Kleinen, ob und wie weit er gehen will. Er hat die Zügel nicht in der Hand. Für den Kleinen wird es auch eine Umstellung/Veränderung sein - eine sehr große, denke ich.

    Ich hatte immer bedenken, ob es da so "richtig" ist, dass ich ihn da ein wenig runter hole, aber wenn ich deinen Beitrag richtig verstanden habe, ist es das wohl.

    Sicher werde ich an seiner Seite sein und ihn unterstützen und immer ein offenes Ohr für ihn habe, aber noch sehe ich keine Veränderung auf mich zu kommen.
     
    #10
    User 88035, 15 April 2010
  11. donmartin
    Gast
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    Ja, hast du richtig verstanden.....:grin:
    Bedenke, wir Erwachsenen können uns Gedanklich auf vieles vorbereiten, haben aber sehr viele Erwartungen und ein persönliches Ego, dass es dann völlig herunterzuschrauben gilt. Ein Kind auf einmal hinzustellen und ihm zu sagen oder zu vermitteln wollen "so, nun sei m e i n K i n d" funktioniert nicht so einfach, als wenn man auf einmal Vater I S T.
    Man kann Menschen ins kalte Wasser schmeißen und einigen gelingt es, "mit ihren Aufgaben zu wachsen", aber das gilt nicht für eine Vater/Mutter Kindbeziehung.

    Ich meine damit nicht, dass ich es dir/deinem Freund nicht zutrauen würde, im Gegenteil - und er möchte sicher auch ein guter Vater sein - es wird sehr viel unangenehme Fragen und Antworten geben, was seinem Ego Schaden wird.
    Er "besinnt" sich plötzlich Vater zu sein - möchte etwas "geben".
    Das Kind hat nichts anderes als SICH und viele Fragen, steht es plötzlich im Mittelpunkt und kann "nichts" geben, als einfach zu sein und erstmal das zu tun, was ihm gesagt wird.
    Hoffe du verstehst das wirre Zeug....Spätestens dann sind erwartungen deines Freundes da, und wenn da nichts ausser unangenehme Fragen oder ein zickiges Verhältnis dabei rauskommt, kratzt das ja doch sehr an dem Ego und spätestens dann kommen (Selbst) Zweifel auf.
    Ist schon gut so, hole ihm von seinem Ross herunter, lasst die Dinge laufen wie sie kommen undbeantwortet Fragen dem Kind und sich selber ehrlich und ohne Umschweife.

    Die Zeit, die er nicht mit seinem Kind verbracht hat, wird er nicht nachholen können. Es stellt sich nicht die Frage, "was hätte sein können" oder "was wäre gewesen wenn", sondern eigentlich nur, "wie kann es für beide in Zukunft ein vertrauensvolles und freundschaftliches Verhältnis geben."

    Und einmal diesen Weg begonnen, kann er das gewonnene Vertrauen nicht wieder "umtauschen", das Vater sein nicht wieder ablegen. Darüber muss er sich im klaren sein. Es ist nicht nur die Besinnung, dass man ein Kind hat und nun Vater ist, oder sein möchte - sondern es wird das Kind das ganze Leben begleiten und in dieser Zeit der Annäherung sehr prägen. Während er (wir Erwachsenen) ja glauben fertig zu sein und mit dem allem klar kommen.
    Das ist eine sehr hohe Verantwortung, die einfach sehr viel Zeit braucht.
     
    #11
    donmartin, 15 April 2010
  12. User 88035
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    Das ist auch das, was ich ihm die ganze Zeit zu vermitteln versuche. Ich bin der Meinung, das, auch wenn keine "normale" Vater-Kind-Beziehung aufgebaut werden kann, es aber immer noch eine genau so wertvolle "andere" Beziehung entstehen. Es wird viel Zeit und wahrscheinlich auch Kraft brauchen.

    Zumindest finde ich es von der Mutter mehr als fair, den ersten Schritt gemacht zu haben und ihm auch Angeboten zu haben, ihm den Kleinen zu bringen (immerhin liegen 6-7 Stunden Autofahrt zwischen ihnen) und auch kein Problem damit hat, das er dann mal bei ihm ist.

    Das alles natürlich unter der Voraussetzung, das der Kleine das auch will.

    Ein schwieriges Thema und vielleicht geh ich auch zu unbedarft an die Sache ran.
     
    #12
    User 88035, 15 April 2010
  13. donmartin
    Gast
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    Oh.....das ist aber "Holzhammermethode"!

    Wie wäre es, erst einmal zu Telefonieren mit dem "Kleinen"?
    Es gibt MSN und Webcams, man kann sich erst einmal "annähern", banale Dinge erzählen und Fragen, ob er denn mal auf einen Besuch vorbeikommen möchte.......

    Sicher ist es spannend für ein Kind, eine lange Autofahrt zu machen. Etwas anderes zu sehen und für das Kind wird das eher ein Abenteuer sein.
    Aber ihr wollt doch nicht wirklich eine Strecke das Kind 6 Std kutschieren, um dann noch versuchen, eine "entspannte Atmosphäre zu schaffen". Das Kind wird völlig überdreht sein - wenn nicht hundemüde.

    Also, ehrlich - wenn die EX das auf einmal anbietet, und bereit ist so etwas auf sich zu nehmen....ne , da klingelt zumindest eine Alarmglocke bei mir......(wie geschrieben: bei MIR).

    Es sollte eine Annäherung auf neutralen und/oder zumindest bei dem Kind zu Hause (das was bisher sein zu Hause war/ist) stattfinden.
    Was?Wenn das Kind sich zurückziehen will, es sich nicht wohlfühlt und garnicht mit dem Mann zurechtkommt. Wohin soll es "flüchten", wohinter (den bisherigen Vertrauenspersonen Mutter/Freund/Mann) kann es sich verstecken, klammern wenn ihm nicht wohl ist.........

    Nein, ich denke du denkst da sehr einfach und logisch, aber davon rate ihm mal ab. Das Kind wird mehr Angst haben, bekommen als Vertrauen fassen.....

    Da sollte er sich "bewegen" und sich dem Kind (an)nähern.....und es sich nicht bringen lassen......
     
    #13
    donmartin, 15 April 2010
  14. User 88035
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    Nein, nein, donmartin, ich denke, da habe ich mich falsch ausgedrückt.

    Die Mama hat von dem "irgendwann" gesprochen. Wenn die sich schon kennen und eine gewisse Beziehung aufgebaut haben! Nicht sofort. Das wär alles andere als förderlich.

    So "dumm" (oder wie auch immer ich das ausdrücken soll) ist sie nicht. Die Schwester von meinem Freund hat noch regelmäßigen Kontakt zu ihr und aus Gesprächen mit ihr und der Mama von meinem Freund kann ich durchaus entnehmen, dass sie eine sehr liebevolle und fürsorgliche Mama sein soll.
     
    #14
    User 88035, 15 April 2010
  15. Shiny Flame
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    Es kann ja auch wirklich sein, dass der Junge jetzt einfach merkt, dass die Mama neutraler ist, wenn er was über den Papa wissen will. Vielleicht sind die Gefühle der Mutter nach den früheren Schlammschlachten jetzt weit genug abgekühlt, dass sie ihrem Ex neutral gegenüber steht - und der Junge spürt das mit dem feinen Gespür, das Kinder nun mal oft für die Stimmungen ihrer Eltern haben.

    Und da fragt er auf einmal.

    Da kommt dann doch auch wieder ein bisschen meine eigene Erfahrung ins Spiel. Ich habe meinen Vater als Kind "gehasst", weil er der Mama so wehgetan hat. Aber als die Mama irgendwann dann doch zwei Jahre mit einem neuen Freund zusammen war, die Beziehung also stabil zu sein schien und die Mama wieder glücklich war, da war es nicht mehr nötig, den Papa zu hassen.

    Ich war da schon achtzehn und bin einfach mit meinem Vater dann öfter wieder ins Stadion gegangen. Aber ein siebenjähriges Kind kann das nicht machen, das ist dann schon darauf angewiesen, dass die Mama so was für ihn organisiert. Und deswegen fragt es vielleicht doch mal öfter.

    ***

    Aber ich denke, es ist schon gut, wenn du deinen Freund wieder zurück auf den Teppich holst. Selbst, wenn das Kind jetzt wirklich den Papa kennenlernen will. Denn dein Freund hat wahrscheinlich all die Jahre mit sich rumgeschleppt, dass er sich hätte melden sollen, um sein Kind kennenzulernen. Je länger er es aufgeschoben hat, desto mehr Angst hatte er davor, es dann doch zu tun. Und so verrann die Zeit, und dieses Telefonat lag ständig wie so eine Bürde auf ihm drauf...

    Und auf einmal, all die Träume von seinem Kind, die er sich nicht zu träumen erlaubte, brechen auf. Da wird man vor lauter Freude, aber auch Nervosität, oft ein bisschen übertrieben. Hol ihn ruhig wieder auf den Boden. Aber tu es lächelnd, denn dein Freund übertreibt, weil er sein unbekanntes Kind eben irgendwie doch sehr, sehr lieb hat, und nicht aus niederen Beweggründen. In so einem Fall kann man so was eher verzeihen :zwinker:.
     
    #15
    Shiny Flame, 15 April 2010
  16. User 88035
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    Ein sehr schöner Beitrag von dir, Flame :smile:

    Und ja, lächelnd mach ich das wirklich. Ich kann ihn irgendwo verstehen. Ich seh ja auch, wie liebevoll er mit seiner Nichte umgeht. Er wäre ein toller Papa.

    Ich hab mir irgendwann mal bei einem Internetportal Bilder von seinem Kleinen angeguckt (und ein, zwei Bilder für ihn ausgedruckt, falls er es sehen wollte). Ein unheimlich süßes Kind - der ganze Papa in klein :herz:

    Im Nachhinein hab ich ihm das erzählt und ihm die Wahl überlassen. Er wusste schon von seiner Schwester, das es Bilder von den Kleinen auf besagtem Portal gibt, aber wollte sie wohl nie sehen.

    Die Wahl lag also ganz bei ihm. Er hat lange überlegt, aber kaum, das ich von der Arbeit nach Hause kam, wollte er sie dann doch sehen.

    Er hat unheimlich geweint, als er sie gesehen hat, aber war auch froh, sich die Bilder dann doch angesehen zu haben.

    Er weiß, das ich für ihn da bin. Das ist mir das Wichtigste.
     
    #16
    User 88035, 15 April 2010
  17. Shiny Flame
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    Mehr kannst du auch nicht tun, denn diese ganze Geschichte war vor deiner Zeit.

    Aber einfach für jemanden da sein ist unglaublich viel, wenn es zum richtigen Zeitpunkt passiert.
     
    #17
    Shiny Flame, 15 April 2010
  18. donmartin
    Gast
    1.903
    :grin: Ok.....dann habe ich nix gesagt......

    Und ich gebe flame auch recht, ein sehr guter Beitrag, du siehst, dass es sehr schwieriges Thema ist, bei dem du "nur" für deinen Freund da sein kannst und ihm klar machen kannst, von wievielen Seiten eine solche "Geschichte" betrachtet werden muss, damit sie zu einem glücklichen Ende für alle führt.....

    :zwinker:
     
    #18
    donmartin, 15 April 2010
  19. User 88035
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    Verheiratet
    Ich hoffe nur, ich "hals" mir damit nicht zu viel auf... :ashamed:
     
    #19
    User 88035, 15 April 2010
  20. Orgasmusmaus
    Öfters im Forum
    574
    53
    36
    vergeben und glücklich
    Neeee.....:smile:, machst Du nicht :zwinker:.
     
    #20
    Orgasmusmaus, 15 April 2010

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