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freundin gestorben

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von User 22358, 14 Mai 2006.

  1. User 22358
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    Single
    Hey ihr lieben,

    Ich muss mich einfach mal ausweinen. am 2.5. ist eine gute freundin von mir an einer hirnblutung gestorben, 2 tage nach ihrem 18. geburtstag.
    ich bin voll fertig deswegen, weil ich sie auch seit wochen nicht gesehen hatte, da sie aufgrund ihrer magersucht in einer klinik war. jetzt mach ich mir sehr viele vorwürfe. ich denke, ich hätte mehr tun können um noch kontakt zu ihr zu haben, aber ich dachte, sie möchte diesen nicht, sondern für sich gesund werden. ich mache mir vorwürfe, weil ich ihr zum geburtstag nur eine sms geschrieben habe.
    bei ihrer beerdigung habe ich zum ersten mal richtig begriffen, was passiert ist. der pastor hat einen text von ihr vorgelesen, in dem es darum ging, dass man oft allein ist und dass man es auch ist, obwohl viele menschen um einen rum sind. das hat mich völlig fertig gemacht, weil ich nicht wusste, dass sie so allein war. wir haben in letzter zeit nicht viel miteinander zu tun gehabt, da wir uns in völlig unterschiedliche richtungen entwickelt haben, aber ich habe nie gewusst, dass es ihr so schlecht geht. natürlich habe ich es aufgrund ihrer magersucht gesehen, aber sie war sehr verschlossen. ich mache mir vorwürfe, nicht mher geatn zu haben um ihr zu helfen.
    ich habe so viele erinnerungen an sie. mit ihr war ich das erste mal besoffen, mit ihr hatte ich das erste freundschaftsbuch, durch sie hatte ich den ersten freund, mit ihr hatte ich die ersten sexuellen erfahrungen...

    was kann ich gegen die vorwürfe machen? Ich wünschte ich hätte noch ein einziges mal die möglichkeit´ihr zu sagen, dass es mir leid tut und dass ich sie lieb habe, aber das wird nicht mehr möglich sein. als, was kann ich tun, um besser mit dem verlust klar zu kommen?
     
    #1
    User 22358, 14 Mai 2006
  2. User 39498
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    Hallo du...
    Sich Vorwürfe zu machen, bringt einen nicht weiter. Das kann ich dir aus Erfahrung sagen. Meine Mutter ist vor vier Jahren auch an einer Hirnblutung gestorben, sehr plötzlich also - da sind viele Dinge und Fragen offen geblieben, ich bereue es heute sehr ihr nicht öfter gesagt zu haben das ich sie liebe und ihr gezeigt zu haben wie sehr ich sie schätze (das macht man als 14-Jährige ja nich sooo oft).

    Ich hasse ja diesen Spruch "Die Zeit heilt alle Wunden". Aber ein bisschen Wahrheit steckt halt schon drin.
    Gib dir Zeit. Lass es einfach eine Weile sacken und versuch nicht, eine Lösung oder einen Ausweg zu finden, denn irgendwie macht man sichs damit nur noch schwerer. Das ist genauso doof wie ein Problem zu diskutieren obwohl es für das Problem keine Lösung gibt. Das mache ich momentan mit meinem Freund und mir ist vor kurzer Zeit ein Licht aufgegangen.... Nämlich das man Dinge, die man eben nicht ändern kann, einfach so lassen muss wie sie sind. Irgendwo hab auch ich meine Grenzen... Hab den Spruch hier wo anders schonmal geschrieben:

    Glücklich ist, wer vergisst, was nunmal nicht zu ändern ist.

    Ich weiß das du das nicht vergessen kannst, du wirst auch nicht vergessen können wie sehr es wehgetan hat. Aber du lernst nach einer Zeit nicht mehr täglich daran zu denken, dich mit etwas anderem zu beschäftigen.
    Aber für jetzt: Heul dich ruhig aus, beschäftige dich damit, aber übertreib es nicht. Tu einfach das wonach dir ist und versuche nicht, Sinn oder Unsinn in ihrem Tod zu finden...

    Gruß
    Franzi :schuechte
     
    #2
    User 39498, 14 Mai 2006
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    danke für deinen beitrag! Ich versuche auch, mein leben normal weiter zu leben so gut es geht, bloß es ist immoment alles zu viel. es fing damit an, dass mein freund zum bund gegangen ist und ich mich da sehr umstellen musste, dann hab ich erfahren, dass mein hund knochenkrebs hat und die frage kam auf, ob man nicht ein beim amputieren soll (haben uns dagegen entschieden), dann stirbt meine freundin, was auch ein schock war und meinem hund gege ich noch 2-3 wochen, dann hab ich den nächsten todesfall. ist irgendwie alles nicht so leicht zur zeit...
     
    #3
    User 22358, 14 Mai 2006
  4. Kuri
    Kuri (26)
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    vergeben und glücklich
    Wenn jemand verstirbt, sucht man eigentlich immer zuerst die Dinge, die man der eigenen Meinung nach falsch gemacht hat... selbst, wenn man sich in der Zeit davor gut verstanden hat, man findet IMMER etwas! Wenn so etwas Schreckliches passiert, dann landet das Augenmerk weniger auf den schönen Zeiten, die man zusammen hatte. Das ist auch normal, leider steigen damit aber auch diese ganzen Selbstvorwürfe auf.
    In deinem Beitrag ist auch erkennbar, dass du Gründe für dein Verhalten hattest.. dass du sie nicht kontaktiert hast, weil du dachtest, sie möchte das nicht. Und ja, nachdem so was passiert ist, öffnet man oft das erste mal die Augen... denkt sich "was hätte ich noch alles tun können"... es scheint ihr nicht gut gegangen zu sein, sie war magersüchtig und sehr verschlossen. Wenn ein Mensch nicht über etwas sprechen will, wirklich überhaupt nicht will, dann wird er es nicht zulassen. Und das ist nicht deine Schuld. Auch, dass ihr euch in verschiedene Richtungen entwickelt habt - so ist das Leben, und das bedeutet ja nicht, dass deswegen die ganze Freundschaft verloren war, oder? Man kann auch nicht immer nur für andere da sein. Ich glaube nicht, dass die verstorbene Freundin unbedingt auf dich deswegen sauer war...
    Letztendlich bringt es nichts, sich Vorwürfe zu machen, was du sicher schon festgestellt hast... denn man kann die Zeit nicht zurückdrehen. Es gibt nicht viel, was du tun kannst, als alles seinen Lauf gehen zu lassen... die anfängliche Trauerphase ist völlig normal, und auch wenn sie nie aus deinen Gedanken verschwinden wird (und das ist gut so! Denn sobald man beginnt, so ein Ereignis zu verarbeiten, denkt man unter anderem auch an die schönen Dinge, die enen verbunden haben), so wird der Schmerz sicher nachlassen.
     
    #4
    Kuri, 14 Mai 2006
  5. User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
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    vergeben und glücklich
    das ist alles grad ziemlich viel für dich.

    ich war mit 10 jahren sehr gut mit einer mitschülerin befreundet, gut zwei jahre lang war die bindung echt intensiv. später hat sich das geändert, wir kamen zwar in die selbe klasse auf dem gymnasium, aber hatten verschiedene neue freundeskreise. das hat sich auseinanderentwickelt...aber wir hatten auch zeitweilig wieder mal was unternommen in der elften klasse. aus den augen verloren haben wir uns nie komplett, wie auch in der selben schule.

    wir haben zusammen abi gemacht, uns im dorf noch gelegentlich gesehen. das letzte mal, als ich in den feldern joggen war, da traf ich sie, als sie auf ihrem pflegepferd ausritt. wir haben uns unterhalten, was ihre ausbildung macht, dass ich bald ins ausland gehe...war schön, aber auch nur kurz. sie wirkte da nicht "besonders", sondern so, wie ich sie kenne.

    einige wochen später hab ich erfahren, dass sie sich das leben genommen hat - sie hatte mehrere jahre depressionen. sie war 21. ich hab davon nix gewusst. sie war auch in der psychiatrie einige zeit. ich hab auch sofort gedacht "hätte ich was tun können? ich hätte sie öfter anrufen sollen...".

    (ihre zwei schwestern hatten übrigens bulimie bzw. die eine magersucht, bruder schulprobleme ohne ende - der vater ein ziemlicher tyrann, da waren einige probleme in der familie.)

    deiner freundin ging es ja, wie man dem text entnehmen kann, auch psychisch sehr schlecht. ich denke, dass du dir keinen vorwurf machen musst. es ist geschehen - inwiefern es mit der magersucht zusammenhängt, weiß ich nicht, und es war kein suizid wie bei meiner schulfreundin.

    du trauerst jetzt, und das gehört dazu, ich hab es auch zum ersten mal bei meiner freundin erlebt, dass ein junger mensch stirbt und ich wirklich _betroffen_ bin.

    kannst du mit deinen eltern drüber reden, mit freunden? hast du kontakt zur familie deiner freundin?
     
    #5
    User 20976, 14 Mai 2006

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