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Freundin psychisch krank

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von User 70345, 10 Mai 2010.

  1. User 70345
    Verbringt hier viel Zeit
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    in einer Beziehung
    Hallo ihr,

    Ich bin mit meiner Freundin schon seit einiger Zeit zusammen und seit einem Vierteljahr wohnen wir auch zusammen. :smile:
    In ein paar Wochen geht es auch in eine größere Wohnung.

    Trotz anfänglicher Startschwierigkeiten in der Beziehung läuft es jetzt fantastisch, wir sind superglücklich und es könnte nicht besser laufen, gäbe es da nicht dieses eine Problem:

    Sie ist psychisch krank, seit 5 Jahren - Borderline.

    Und seit wir zusammen wohnen, bekomme ich das natürlich mehr zu spüren.

    Erstmal macht es sich so bemerkbar:
    >SVV (seit wir zusammen sind allerdings kaum mehr)
    >Minderweertigkeitskomplexe
    >Leere-Gefühl
    >Vergebliche Suche nach dem Sinn des Lebens
    >Selbstmordgedanken (täglich)
    >Vergessen von Dingen
    >Starke Stimmungsschwankungen
    >uvm

    Sie war schon bei 2 Therapeuten, was ihr allerdings nicht geholfen hat und war kürzlich auch in einer Tagesklinik, die sie aber nach 6 Wochen abgebrochen hat, nach ihren Angaben, weil sie nicht das Gefühl hatte, dass es sie weiter bringt.

    Ich liebe sie sehr und stehe voll hinter ihr, unterstütze sie so gut es geht, aber so langsam bin ich mit meinem Latein am Ende.

    Dazu kommt noch, dass mittlerweile auch ich mich "in Mitleidenschaft gezogen fühle". Denn ich vernachlässige natürlich meine täglichen Aufgaben (Schule, Uni, Lernen), weil ich mir die ganze Zeit einen Kopf um sie mache, Angst um sie habe und vorallem mich viel um sie kümmern muss.

    Ich weiß, dass sie Hilfe braucht und möchte diese auch für sie suchen bzw. sie unterstützen Hilfe zu bekommen. Nur woran wendet man sich da? Ich habe wirklich keine Ahnung. Weder ich noch sie kennen uns da aus.

    Habt ihr sonst noch Tipps oder Erfahrungen? Ich wäre euch wirklich sehr dankbar !

    Eure _schlaflos_
     
    #1
    User 70345, 10 Mai 2010
  2. User 78196
    Meistens hier zu finden
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    nicht angegeben
    Die Therapie abzubrechen war ein schwerer Fehler. Sie hätte das Ganze komplett durchziehen müssen. Dass man anfangs nicht den Sinn dahinter nicht sieht, bzw. das Gefühl hat, es wäre sinnlos, ist nicht ungewöhnlich.
    Fragt sich, ob die Krankenkasse ihr eine zweite Chance gibt.

    Nicht DU musst suchen und dich bemühen, sondern sie. Du kannst ihr höchstens den Rücken freihalten. Aber 99% der Arbeit muss von ihr kommen.
    Wohin seid ihr denn gangangen, als es um die Tagesklinik ging?
    Ich würde sagen, dass sie einfach mal bei einem Psychiater vorbeischauen sollte. Der kann sie dann weiterleiten.
    (Vielleicht wäre ein "richtiger" Klinikaufenthalt über mehrere Monate für sie auch das Beste... Das muss aber ein Arzt entscheiden.)

    Wenn du schon darunter leidest (und sie eine weitere Therapie ablehnt), rate ich dir zur Trennung. Auch wenns schwer fällt. Du musst bedenken, dass du sonst schlimmstenfalls irgendwann selbst reif für die Klapse bist, wenn das so weiter geht.
     
    #2
    User 78196, 10 Mai 2010
  3. Jungspund01
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    0
    nicht angegeben
    Schade, das die Therapie abgebrochen wurde (wie mein Vorposter schon sagte), denn meiner Erfahrung nach übernimmt die Krankenkasse eine zweite behandlung nur, wenn für den Abbrch ein wirklich driftiger Grund nachgewiesen wird ... aber versuchen solltet ihr es auf jeden fall trotsdem - schaden kanns ja nichts die Krankenkasse mal zu fragen!

    Lg
     
    #3
    Jungspund01, 10 Mai 2010
  4. sweetgwendoline
    Verbringt hier viel Zeit
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    3
    Single
    Das sehe ich anders. Ich bin selbst betroffen und habe auch schon einen stationären Aufenthalt abgebrochen, weil die Bedingungen einfach unzumutbar waren. Man konnte sich einfach überhaupt nicht auf mich einstellen und ich habe die Klinik verlassen, weil es mir dort schlechter ging als jemals zuvor und es niemanden interessiert hat.
    Deswegen kann man das so pauschal nicht beurteilen.

    Von Seiten der KK sollte es eigentlich keine Probleme geben. Wenn ärztlich festgestellt wird, dass die Behandlung notwendig ist, geht das in der Regel klar.

    Was mir zu denken gibt, sind die täglichen Suizidgedanken.
    Kommt für euch ein stationärer Klinikaufenthalt in Frage?
    In jeder größeren Stadt gibt es einen psychiatrischen Krisendienst, den ihr aufsuchen könnt. Mir hat damals die Anlaufstelle für psychisch Kranke der Diakonie weitergeholfen und Informationen gegeben.

    Aber Kurois Hinweis auf einen Psychiater ist auf jeden Fall richtig. An ihrer Stelle würde ich als erstes zum Psychiater gehen. Dort kann sie sich (wenn sie das möchte) Medikamente gegen die Depressionen oder die Stimmungsschwankungen verschreiben lassen und Medikamente zur Spannungsreduktion.
    Beraten kann man sich mit ihm natürlich auch, wobei ich allerdings die Erfahrung gemacht habe, dass man selbst genau sagen muss, was man will. Meine Psychiaterin damals hätte mir niemals einen Klinikaufenthalt vorgeschlagen, war aber sehr froh (das sagte sie mir später), dass ich das irgendwann selbst in Erwägung zog.
    Aber auf jeden Fall kann er deine Freundin/euch über Möglichkeiten beraten, die zur Verfügung stehen.

    Wenn deine Freundin allerdings gegen das alles ist, selbst nichts unternehmen will um etwas zu ändern...dann...kann ich dir leider nur denselben Tipp wie Kuroi geben:
    "Nimm deine Beine in die Hand und lauf!"
    Im schlimmsten Fall (und das geht leider schneller und schleichender als man denkt) gehst du selbst daran kaputt.
    Ich weiß, dass das schwer ist wenn man liebt...:cry:
     
    #4
    sweetgwendoline, 10 Mai 2010
  5. krava
    krava (35)
    Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
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    Verliebt
    Der Willen muss von ihr aus kommen, sonst kann keine Therapie jemals Erfolg haben.
    Du liebst sie, das ist sicher schön, aber das allein reicht leider nicht. Du kannst dir den Allerwertesten aufreißen, sie mit deiner Liebe überschütten, aber das wird sie nicht heilen.
    Depressionen und Co. sind von Laien nicht einfach so zu heilen und selbst von Profis nicht immer.

    Ich weiß nicht, ob ich dich für deinen Mut, mit einer Person wie deiner Freundin so lange zusammen zu sein bewundern oder bedauern soll.
    Sie ist seit 5 Jahren psychisch krank und ich lese in deinem Post nichts darüber, dass sich an ihrem Zustand irgendwann mal was verändert oder verbessert hat.
    Und du sagst ja auch, dass du in Mitleidenschaft gezogen wirst und da kann ich dir nur raten: Pass auf dich auf!

    Es ist niemandem geholfen, wenns dir jetzt auch noch schlecht geht! Du musst in dem Punkt egoistisch sein, darfst dich nicht für sie aufopfern, denn sie wird es dir nicht danken. Sie kann das gar nicht.
    Und ihr helfen kannst du leider so gut wie gar nicht, das muss dir klar sein. Sie bestärken okay, aber das wars und das auch nicht endlos und um jeden Preis.

    Alles Gute!
     
    #5
    krava, 10 Mai 2010
  6. User 78196
    Meistens hier zu finden
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    nicht angegeben
    Natürlich kann es vorkommen, dass man mit den Ärzten, dem Therapieplan etc. nicht klarkommt und dann abbrechen muss.
    Aber da ich indirekt mit solchen Sachen Erfahrung machen "durfte", weiß ich eben, dass dieses Gefühl der "Unzumutbarkeit" nicht zwingend auf der Realität beruhen muss.
    Mein Ex war 12 Wochen in einer Klinik. Die ersten sechs fand er es furchtbar und war mehrmals kurz davor abzubrechen, aber ich konnte ihn umstimmen. Und heute ist er froh drum.
    Deswegen mein Einwurf. :zwinker:

    Hinzu kommt eben noch das Problem mit der Krankenkasse:
    Ich denke nicht, dass eine weitere Therapie so ohne weiteres bezahlt werden wird, wenn die Freundin der TS den Abbruch nicht "gut" erklären kann. Denn auch das habe ich mit meinem Ex erlebt. Als er seine erste Therapie abgebrochen hat, wurde er für ein oder zwei (weiß ich nicht mehr so genau) Jahre für jede weitere Therapie "gesperrt".
    Aber probieren würde ich es trotzdem auf jeden Fall!
     
    #6
    User 78196, 10 Mai 2010
  7. rough_rider
    Meistens hier zu finden
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    vergeben und glücklich
    Borderline-Persönlichkeitsstörung ? Wikipedia

    ich kenne zwei männer in meinem freundeskreis die mit borderlinerinnen zu tun haben.
    einer hat den absprung geschafft, der andere leidet weiter.
    menschen ändern sich nicht.

    deine "liebe" für sie... du hast ein helfersyndrom wie mir scheint - das trage ich leider auch in mir. in ihr findest du einerseits eine erfüllende aufgabe andererseits die hölle.

    frage: willst du vielleicht jemals mit so einer frau kinder?
    spätestens jetzt, wo du dir ja innerlich die richtige antwort gegeben hast, solltest du eine handlung setzen - reden wird nichts verändern.
     
    #7
    rough_rider, 10 Mai 2010
  8. saliko
    Öfters im Forum
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    26
    in einer Beziehung
    Off-Topic:
    roughrider: kinder vielleicht eher nicht, die TS ist auch weiblich
     
    #8
    saliko, 10 Mai 2010
    • Danke (import) Danke (import) x 1
  9. rough_rider
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    vergeben und glücklich
    hoppala... da habe ich wohl eine kleinigkeit übersehen, danke für den hinweis :zwinker:
     
    #9
    rough_rider, 10 Mai 2010
  10. Luc
    Luc (29)
    Meistens hier zu finden
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    108
    nicht angegeben
    Ich hab Tipps und Erfahrungen.

    Borderline ist eine Persönlichkeitsstörung. Diese wird nicht geheilt, man sucht nach Möglichkeiten, mit den inneren Spannungszuständen umzugehen.
    Das sie die Diagnose "Borderline" hat, bedeutet wohl, dass sie schon mal bei einem Arzt war, oder? Diese "Keine Therapie kann mir je helfen. Die Therapeuten sind alle doof und mir ist nicht zu helfen." - Haltung ist typisch. Deshalb sollte deine Freundin bei der nächsten Therapie durchhalten.
     
    #10
    Luc, 10 Mai 2010
    • Danke (import) Danke (import) x 1
  11. Augen|Blick
    0
    Mein Respekt erstmal, dass Du das alles auf Dich nimmst. Ich habe auch 2.5 Jahre mit einer BL hinter mir und eine Dämonisierung oder Stigmatierung halte ich für falsch. Klar, es liegt nahe zu sagen, nimmt die Beine in die Hand und Lauf! Ein Teil von mir würde Dir auch diesen Rat geben. Aber BL ist auch nicht gleich BL und letztlich bereue ich auch keine Minute, was ich wahrlich nicht von allen Beziehungen sagen kann.

    Was ich Dir raten würde, versuch nicht allein rumzufusseln. Deine Freundin scheint ja einer Therapie gegenüber aufgeschlossen zu sein, da würde ich ansetzen. Allein wird es Dich auffressen und letztlich ist BL eine zu ernsthafte Störung, um da auf eigene Faust herumzuprobieren. Eine Anlaufstelle wäre z.B. die Borderlineplattform. Gut für Betroffene UND Angehörige/Partner.

    Dennoch bin ich keineswegs der Ansicht, eine Therapie wäre die Universallösung, vielleicht gibt es die für BL gar nicht. Meine Freundin war für eine Therapie nicht zugänglich und ich kann es ihr auch nicht verdenken. Was Du aber beachten mußt, Du mußt auf jeden Fall Grenzen setzen um Dich selbst zu schützen. Aber für diese Feinheiten bist Du in oben genanntem Forum besser aufgehoben als hier.

    Viel Glück - ich bin überzeugt davon, dass BL auch etwas ganz besonderes geben können, aber man darf sich nicht in den Sog ziehen lassen, das Co-Verhalten ist eine ernstzunehmende Gefahr.
    LG
     
    #11
    Augen|Blick, 10 Mai 2010
    • Danke (import) Danke (import) x 1
  12. Pretty Brünette
    Öfters im Forum
    695
    68
    129
    nicht angegeben
    Hier gibt es leider nur einen sinnvollen Rat: ziehe deine Laufschuhe an und renn so schnell und so weit wie du kannst. Wenn du es noch kannst.

    Du kannst deine Freundin nicht retten. Du kannst nur dich selbst von ihr retten.
     
    #12
    Pretty Brünette, 11 Mai 2010
    • Danke (import) Danke (import) x 1
  13. Luc
    Luc (29)
    Meistens hier zu finden
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    148
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    nicht angegeben
    Es gibt aber Menschen mit Helfer-Syndrom. :grin:

    TS, ich kann dir auch nur empfehlen empfehlen, auf dich selber zu achten. Seh ihre Krankheit nicht zu oft als Entschuldigung zu irgendwas. :zwinker:
     
    #13
    Luc, 11 Mai 2010
  14. User 48403
    User 48403 (47)
    SenfdazuGeber
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    nicht angegeben
    Grundsätzlich würde ich dem zustimmen, aber wusste die TS schon gleich zu Beginn der Beziehung davon?
    Ich war mal einige Monate mit einer Borderlinerin zusammen (eigentlich nicht wirklich, weil einseitige Liebe), und sie war eine von denen, die sich nicht helfen lassen wollte: Ich hatte zunächst auch den Helferkomplex, aber als ich gemerkt hatte, dass es mich selbst da mit hineingezogen hatte, machte ich Schluss: reiner Selbsterhaltungstrieb.

    Seitdem war eine Frau mit Borderline oder anderweitiger psychischer Störung als potentielle Partnerin von vorneherein für mich ausgeschlossen, Gefühle hin oder her.

    An die TS:

    Du kannst Deiner Freundin nicht helfen. Sie kann sich nur selbst helfen. Aber sie muss das auch WOLLEN.
    Wie Du ansonsten damit klarkommst, musst Du selbst mit Dir ausmachen. Wir können Deine Entscheidung nicht abnehmen.
     
    #14
    User 48403, 11 Mai 2010

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