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Gang zum Friedhof - ich schaffs net

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Viti, 9 November 2006.

  1. Viti
    Viti (31)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Hallöchen alle zusammen

    Es is nun 10 Monate her, seit meine Mam verstorben is und ich habs bisher kein einziges mal geschafft an ihr Grab zu gehn.
    Abgsehn von der Beerdigung damals. (Ich hatte ein sehr gutes Verhältnis zu ihr, als se noch gelebt hat und sie fehlt mir sehr).

    Ich weiss net, viele sagen mir das sei normal und ich brauch deswegen kein schlechtes Gewissen haben. Jeder geht halt anders mit der Trauer, und allem was dazu gehört, um. Aber trotzdem frage ich mich in letzter Zeit sehr häufig ob des normal is und ob ich mich net bissl doof anstelle. Denn es kommt noch hinzu, dass ich in 2 Wochen umziehn werde und des net direkt um die Ecke is, geschweige denn dasselbe Land. Joa, is schon bissl komisch die Vorstellung... Nu stell ich mir halt auch die Frage ob ich noch nen Besuch am Grab wagen soll bevor ich geh, wer weiss wann ich mal wieder die Gelegenheit dazu hab. Aber ich weiss auch, dass ich damit net klarkommen würde, dass es mich wohl bissl "umhaun" würde... Aber bin ich ihr des net schuldig?!

    Ich wollt ma fragen, ob es hier welche gibt die dieselben oder ähnliche Erfahrungen gemacht haben? Oder evtl. welche die genau des Gegenteil kennen, dass se gar net um den Besuch am Grab kommen?

    Es beschäftigt mich wirklich sehr und ich wär froh ma nen paar Erfahrungen oder so auszutauschen....

    Grüssle
     
    #1
    Viti, 9 November 2006
  2. User 66223
    User 66223 (31)
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Verheiratet
    hey du.... erstmals, tut mir leid für dich....

    Ich kenne die Situation in der du dich befindest... Wie du vielleicht in einem Tread von mir gelesen hast, hab ich es nach kanpp 2 Jahren noch net geschafft an das Grab meiner Oma zu gehen... Ich denke mal, dass das mit der Zeit kommt, lass dir einfach die Zeit die du brauchst. :zwinker:
     
    #2
    User 66223, 9 November 2006
  3. laura19at
    laura19at (31)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Hey!
    Ich hab meine Ma vor nem Jahr verloren und bei mir ist es genauso!
    Mein Vater ist fast täglich dort, ich hab immer ein mulmiges Gefühl, wenn er meint, ich solle auch hin.
    War bis jetzt vielleicht dreimal, und jedes Mal bin ich dort in Tränen ausgebrochen und war danach total apathisch.
    Man versucht irgendwie, im Alltag alles zu verdrängen, aber wenn man dort ist, bricht wieder alles in einem zusammen.
    Mach dir kein schlechtes Gewissen, mein Bruder zum Beispiel war seit der Beerdigung auch nicht mehr dort, man braucht halt seine Zeit.

    Wünsch dir viel Kraft
     
    #3
    laura19at, 9 November 2006
  4. Viti
    Viti (31)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    vergeben und glücklich
    Danke euch beiden, es tut irgendwie gut zu lesen, dass ich net die einzige bin die damit wohl "nen Problem" hat.

    Bei mir isses auch so, dass mein Vater fast täglich dahin geht. Mir immer erzählt wie schön das Grab aussieht, dass er wieder neue Blumen gebracht hat, und und und.
    Anfangs hat er mich auch immer gefragt, ob ich net mal mit will. Er dachte sich wohl, dass ich vllt nen Schubs brauch, bzw jmd der mir dabei Kraft gibt. Mittlerweile fragt er nimmer, er weiss wohl, dass ich da schon hingeh wenn ich es kann.

    Des komische is, wenn wir bei Bekannten sind oder ich teilweise noch Dinge klären muss und da über meine Mam geredet wird, hab ich absolut kein Problem. Ich kann über frühere Dinge lachen, die se gesagt hatte, wie se reagiert hätte auf dieses und jenes, usw. Aber zum Grab schaff ich es net - und bei meinem Dad is des genau andersrum. Seltsame Sache...

    Vllt schaff ich es ja "so als Abschied" einmal dahin zugehn, zumal mein Freund mich hier abholen wird für den Umzug - dann hätte ich die perfekte Unterstützung und Kraft.
     
    #4
    Viti, 9 November 2006
  5. also ich hab meine beiden grossväter sowie paar bekannte schon verloren.

    ich war eher immer der mensch der nicht soviel trauerte und ich bin auch nur bei einem grossvater an die beerdigung sowie grab gegangen, das war aus dem grund da ich musste...

    ich finde dieses ganze bestattungs und friedhof dings unnötig.

    eine person ist in meinem herzen immer und überall abrufbar, da muss ich nicht noch an einen friedhof gehen wo sowieso nur der körper da ist, man sagt ja die seele verlässt den körper

    also es ist gar nicht nötig ein grab zu besuchen um einen toten die letze ehre zu gewähren, wenn sie dir in guten gedanken in deinem herzen bleibt reicht das völlig aus und du musst dich nicht dazu zwingen dahin zu gehen, wenn du irgendwann mal damit abgeschlossen hast, kannst du ja hingehen...aber du solltest dann schon von dir alleine aus dahin wollen, so das dich auch niemand stärken muss.
     
    #5
    Chosylämmchen, 9 November 2006
  6. Mr. Keks Krümel
    Kurz vor Sperre
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    Single
    Ich weiss nicht ob das gut ist, aber ich ticke da ähnlich wie chosylämmchen...
    Mir geht soetwas einfach nicht richtig nahe... also die Trauergeschichten da... ich bin dazu nicht emotional genug...

    Ich vermisse die Person vlt in der einen- oder anderen Situation, aber trauern, geht nicht.
     
    #6
    Mr. Keks Krümel, 9 November 2006
  7. Off-Topic:
    ist das ein angriff auf meine person? :tongue:
     
    #7
    Chosylämmchen, 9 November 2006
  8. laura19at
    laura19at (31)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Hey Viti!
    Bei mir ist es genauso. Ich kann über sie reden, über sie schreiben, das geht.
    Zum Grab gehen ist was ganz anderes. Vielleicht auch, weil ich den Ort als unbehaglich empfinde, weil dort die Beerdigung stattgefunden hat und dies eines der schrecklichsten Momente meines Lebens war.
    Und mein Pa ist genau wie deiner, er spricht auch dauernd davon, dass er wieder neue Blumen hingebracht hat, dass er Kerzen angezündet hat, wie schön es jetzt aussieht.
    Meine Tante hat gemeint, dass sie nach dem Tod ihrer Mutter täglich am Grab war und mit ihr geredet hat.
    Jeder geht halt anders mit dem Kummer um, wir beide irgendwie ähnlich, und das tut auch mal gut zu hören.
    Hatte nämlich auch oft ein schlechtes Gewissen.
    Im Endeffekt denk ich mir, dass sie immer bei mir ist, egal wo. Und ich glaub fest daran, dass sie nicht enttäuscht ist, dass ich so selten dort bin. Sie weiß bestimmt, wie oft ich an sie denke.
     
    #8
    laura19at, 9 November 2006
  9. Mr. Keks Krümel
    Kurz vor Sperre
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    Single
    Off-Topic:
    Nein,:zwinker: ich frage mich selbst halt manchmal, ob es gut ist so wenig darüber nachzugrübeln, also emotionslos zu sein ... Aber die Frage kann ich mir nicht beantworten
     
    #9
    Mr. Keks Krümel, 9 November 2006
  10. User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
    13.614
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    vergeben und glücklich
    ob du deiner mutter was schuldig bist? ich denke, du vermisst sie, du trauerst ja um sie - glaubst du, dass trauer "echter" ist, wenn man auf den friedhof zum grab geht?

    ich glaub das nicht. meinste echt, sie nähm dir übel, dass du dich nicht ans grab traust derzeit, weil es für deine seele zu viel wäre? du vergisst sie ja nicht, du trauerst um sie, du denkst an sie...

    ich zitier mich mal selbst aus einem beitrag von neulich aus Heute vor genau 6 Jahren...:
    "lass dir nichts einreden. für manche ist das grab wichtig, auch dessen pflege, sie haben das gefühl, an diesem ort dem verlorenen menschen nahe zu sein. anderen ist der verlorene mensch ohnehin oft präsent, in ihrem denken, in ihren gefühlen. um sich an den toten zu erinnern, ist nicht unbedingt ein fester platz auf einem friedhof nötig.
    ich finde den vorwurf, du seist eine schlechte tochter, ungeheuerlich und rücksichtlos und unsensibel. als könne man trauer an äußerlichkeiten wie häufigkeit des friedhofsbesuchs ablesen...

    eine freundin von mir ist vor nunmehr neun jahren gestorben durch suizid; ich war bei der trauerfeier, ich war danach auch einmal auf dem friedhof. war okay, also nicht schlimm für mich. aber ich erinnere mich auch ohne friedhofsbesuch oft an sie.

    wenn ich heute mal in meinem heimatdorf bin, hab ich nicht das verlangen, auf den friedhof zu gehen, r. ist für mich dann eh präsent, wenn ich an der grundschule vorbeikomme oder am teich, an dem wir gespielt haben... und fern von zuhause denke ich auch öfters an sie und träume eh jedes jahr vor ihrem geburtstag von ihr.

    trauern kann man auf verschiedene arten, da gibt es kein richtig oder falsch."

    okay, viti, bald hast du nicht mehr so einfach die möglichkeit, ans grab zu gehen, und jetzt fühlste dich im zugzwang. du kannst es versuchen, aber mal ehrlich, wer hat gewonnen, wenn du viel kraft aufbringst, um ans grab zu gehen? deinem vater würd ich sagen, dass du sehr um deine mutter trauerst, aber eben mit dem grab ein problem hast (redet ihr miteinander über seine frau und deine mutter?).

    mach dir vorher keinen druck - wenn dir an dem tag, an dem dein freund bei dir ist, danach ist, dann geh auf den friedhof. uns wenn nicht, dann ist es auch nicht schlimm, du wirst deine mutter auch fern von ihrem grab bei dir haben...
     
    #10
    User 20976, 10 November 2006
  11. haschmisch
    haschmisch (31)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Mein Opa ist vor drei Jahren gestorben. Ich war nicht an seinem Grab.

    Eine Beerdigung und ein Friedhof ist eigtl. NUR für die Hinterbliebenen da. Ein Ort zum Denken und Gedenken und zum Trauern. Aber jeder Mensch trauert anders und geht damit anders um. Ich brauche kein Grab und keine Beerdigung um von einem Menschen Abschied zu nehmen.

    DU musst entscheiden ob der Weg zum Grab Dir irgendwie hilft. Und wenn Du das für Dich nicht nötig findest, dann ist das nicht nur ok, sondern sogar besser für Dich!

    Ganz krasses Beispiel:
    Es gibt Kulturen, da essen die Hinterbliebenen das Gehirn des Verstorbenen. Das mag für diese Menschen ein gängiges Ritual sein. Nicht aber für uns. Und das ist ok. Fertig.
     
    #11
    haschmisch, 10 November 2006
  12. User 39498
    User 39498 (29)
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Verheiratet
    Meine Mum ist vor fast 5 Jahren gestorben und ich war auch nur eine handvoll mal an ihrem Grab. Mein Vater geht auch nur zu besonderen Tagen (Geburtstag, Hochzeitstag, etc) und zur Grabpflege haben wir einen Gärtner.
    Ich finde das okay. Ich hab nach ihrem Tod nur noch ein Jahr lang in der Stadt gewohnt in der sie begraben liegt und war bisher nur einmal wieder dort (aus verschiedenen Gründen). Ich wohne einfach so weit weg das ich nicht hingehen KANN, selbst wenn ich es will. Manchmal macht mich das traurig, aber eigentlich brauch ich das für mich auch gar nicht! Ich bin ihr nicht unbedingt näher wenn ich vor ihrem Grab stehe. Aber ich hab dort auch noch nie geweint, es ist auch nicht schwer für mich, hinzugehen. Ich verstehe ehrlichgesagt gar nicht, warum das so viel Überwindung kosten kann. Fände ich mal interessant wenn du das erklären könntest! Wovor hast du Angst? Hast du Angst davor, dass alles wieder hochkommt, oder davor, in der Öffentlichkeit zu weinen? Oder willst du dir einfach nicht vorstellen das deine Mutter da unten liegt und dich nie mehr in den Arm nehmen kann?

    Die Zeit macht es besser. Als es erst ein Jahr her war, hatte ich noch Albträume, Depressionen,... mittlerweile habe ich es schon lang akzeptiert und kann wieder glücklich sein. Darf ich fragen woran deine Ma gestorben ist? Meine ist nämlich sehr plötzlich und unerwartet an einer Hirnblutung gestorben. Es gab also gar keine "Abschiedsphase", keine lange Krankheit, nichts...

    Ich würde dir raten, nimm deinen Freund (oder deine beste Freundin) mit, hab den Mut, geh hin. Vielleicht hilft es dir, mit gutem Gewissen weg zu gehen. Es ist nicht so schlimm, wie man sichs vorstellt :knuddel:
     
    #12
    User 39498, 10 November 2006
  13. sad silence
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    mein ex ist vor 5 Jahren gestorben. ich war nicht ein einziges mal an seinen grab, ich war auch nicht bei seiner beerdigung. ein teil von mir hat wohl angst entgültig mit der sache abzuschließen, wenn ich dort hingehe. irgendwie habe ich auch angst das ich dort in tränen ausbreche. und auch vor dem gegenteil, das sich garkein gefühl in mir regt, habe ich angst:schuechte

    gruß silence
     
    #13
    sad silence, 11 November 2006
  14. Ambergray
    Ambergray (30)
    Verbringt hier viel Zeit
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    123
    6
    nicht angegeben
    Zwing dich nicht, da hin zu gehen.
    Du bist ihr das nicht schuldig, auch wenn du sie sehr gemocht hast.
    Du kannst doch genauso gut daheim oder an einem anderen Ort um sie trauern, dazu musst du nicht auf den Friedhof gehen.
     
    #14
    Ambergray, 11 November 2006
  15. Mayflower
    Verbringt hier viel Zeit
    72
    91
    0
    vergeben und glücklich
    Hey!!

    Also vor 6 Jahren sind die Mutter und die Schwester meiner besten Freundin ums Leben gekommen... Ihre Mama war quasi auch meine MAMA, ic war täglich dort,habe alles miterlebt und co..



    ich denke oft an sie.. am grab war ich bisher nur 2 mal.. ich kanns einfach nicht..

    letztes jahr sind zwei meiner besten Freunde verstorben (selbstmord), bei ihrer beerdingung wasr ich nicht.. aber ich gehe öfter zu ihrem grab.. ich erzähle ihnen dann immer was mich so bedrückt in dem moment...

    jeder mensch geht anders mit seiner Trauer um.. DU solltest für dich entscheiden, ob es dir wichtig ist, das Grab zu besuchen oder ob du deine Mama nur in deiner Erinnerung haben möchtest.. manchmal tut der gang zum grab auch nochmal mehr weh, denn man hat immer die vorstellung "da unten liegt jetzt mein geliebter freund,etc"..

    ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute für die Zukunft
     
    #15
    Mayflower, 11 November 2006
  16. Kuschelsüchtig
    Verbringt hier viel Zeit
    337
    103
    2
    vergeben und glücklich
    mein dad ist jetzt vor etwas mehr als 9 monaten gestorben.

    ich habe generell nen komische "zeitplan" was das trauern angeht.
    kurz nach der beerdigung hat jeder erwartet, dass es mir soo schlecht geht und der folgende dialog war an der tagesordnung:

    Bekannter: Und wie gehts dir?
    Kuschel: Gut
    Bekannter: du meinst für die umstände ganz gut?
    Kuschel: Nein ich meine gut. Heute geht es mir gut.

    ich habe meinen dad zwar ab und zu vermisst, aber er war noch überall um mich rum.
    außerdem überwog das gefühl einer riesigen dankbarkeit, dass ich mehr als 16 jahre einen sehr guten vater hatte das, ihn verloren zuhaben.

    In letzter zeit bin ich häufiger hoffnungslos und denke immer: mensch das hab ich mit ihm gemacht, das werden wir nie wieder gemeinsam machen.

    An seinem Grab war ich schon ewig nicht mehr. Nicht weil ich Angst davor hab, sondern weil ich beim gedanke an ihn nicht nach unten sondern nach oben schaue. auch bei der beerdigung hab ich nicht geweint sondern mit einem lächeln nach oben geschaut und mir vorgestellt, dass er beinebaumelnd auf ner wolke sitzt und sich freut, dass so viele an ihn denken.

    Wenn du dich nicht bereit fühltst lass es.
    Du wirst doch wahrscheinlich malwieder nachhause kommen und deinen dad besuchen und dann kannst du auch auf den friedhof gehn. aber wenn du dich jetzt zwingst hilft dir das glaub ich nicht.

    fühl dich geknuddlt und ich wünsch dir viel kraft bei deiner entscheidung:knuddel:
     
    #16
    Kuschelsüchtig, 11 November 2006

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