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Gedanken eines Zurückgewiesenen

Dieses Thema im Forum "Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches" wurde erstellt von Bavid Dowie, 21 Dezember 2005.

  1. Bavid Dowie
    Verbringt hier viel Zeit
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    18
    vergeben und glücklich
    Wie anfangen?
    Wie eine Idee ausführen der eigentlich überhaupt keine Idee zugrunde liegt?
    Wie überhaupt einen Text schreiben wenn man jedes Wort nachkorrigieren muss?
    Das sind die Fragen die mir momentan durch den Kopg, ähh Verzeihung Kopf gehen.
    Lasst es mich so formulierten:
    Es ist Scheiß-schwierig. Aber wem schreib ich hier überhaupt? Wird eh niemand lesen.
    Aber, hey Charlotte, solltest du es jemals lesen, dann hoffe ich dass du dich richtig schlecht fühlst dabei. Oder Moment, eigentlich weiß ich gar nicht ob ich will dass du dich schlecht fühlst.
    Doch.
    Ich will, dass du dich schlecht fühlst. Mindestens so schlecht wie ich jetzt gerade.
    Betrunken, frustriert, um 2 Uhr morgens irgendwelche sinnlosen scheiß Sätze in meine Tastatur tippend. Ich will das du dir der Tragweite an emotionaler Zerstörung bewusst bist die du meinem ohnehin schon fragilen Ego zugefügt hast. Verdammt noch mal ich kanns verstehen. Natürlich kann ich’s verstehen. Aber das hilft mir auch nicht unbedingt weiter oder? Ja klar ich könnte das als Chance sehen mein Leben umzukrempeln. Ich könnte einfach sagen Scheiß drauf, Fuck it, wenn die Schlampe dich nicht wollte, umso besser. 2006 here I come.
    Im neuen Jahr wird alles anders. Ich werde mehr Sport machen, aufhören zu rauchen, weniger Alkohol trinken, mehr auf meine Mitmenschen zugehen, endlich konkrete Ziele im Leben haben, fröhlich über blühende Wiesen springen. Aufhören ständig immer nur das Negative in allem zu sehen, aufhören ständig nur so tun zu müssen, sich zu freuen wenn ich bekannte Gesichter sehe und es wirklich tun. Aber ich weiß nicht ob ich das will. Ist die permanente Schwarzmalerei in meinen Kopf kein essentieller Teil meiner Persönlichkeit? Kann ich sie aufgeben, einfach hinter mir lassen, mich einfach von heute auf morgen in eine umgängliche nette Person verwandeln. Klingt relativ simpel.
    Aber hey, wenn es so simpel wäre, dann befände ich mich wahrscheinlich schon längst auf dem Weg in ein neues Leben und würde jetzt nicht hier sitzen und dieses traurige Traktat meiner Unzufriedenheit verfassen.
    Und jetzt kommt auch noch Weihnachten. Allein das Wort „Weihnachten“ in die Tastatur zu tippen bereitet mir schon fast körperliche Schmerzen. Der Gedanke daran mit der Familie rumsitzen zu müssen und die ganze Zeit so zu tun als würde mir gerade die Sonne aus dem Arsch scheinen. Bei dem Gedanken wird mir jetzt schon schlecht.
    Ich könnte natürlich auch den romantischen Geist in mir wecken. Sie wollte dich nicht also bring sie dazu. Schick ihr wunderbar lyrisch verfasste Gedichte. Sing nachts Liebesarien vor ihrem Schlafzimmerfenster. Tu irgendwas so umwerfendes, das jede umhimmelte Frau sich sofort schmachtend in deine Arme schmeißen würde.
    Aber ich bin viel zu realistisch um zu glauben dass mir solche Aktionen mehr einbringen würden, als eine Anzeige wegen Ruhestörung.
    Es zu versuchen wäre es nicht wert das ohne Zweifel desaströse Ergebnis zu erreichen, ein zweites Mal zurückgewiesen zu werden. Ich kann es vielleicht dieses Mal verkraften, mich so zu fühlen als ob mir ein zwei Meter großer Bodybuilder osteuropäischer Abstammung frontal in den Magen tritt. Ich glaube beim zweiten Tritt würde mir die Galle endgültig hochkommen.
    Vielleicht sollte ich anfangen Drogen zu nehmen. Man hört immer wieder, dass einem anständigen Drogensüchtigen eigentlich alles egal ist, solange er noch Stoff hat. Klingt eigentlich ganz entspannend. Man müsste sich nur um eine Sache Gedanken machen. Und die kann man wenigstens für Geld kaufen. Gut, ich bin zwar pleite bis unter die Haarspitzen aber es gibt ja immer Mittel und Wege. Im Moment erscheint mir die Möglichkeit meinen Körper in einer schmierigen Bahnhofstoilette an ein paar Randexistenzen verkaufen zu müssen gar nicht so schlimm, verglichen mit dem was ich jetzt fühle.
    Und weißt du was? Vielleicht tue ich es sogar. Vielleicht begebe ich mich wegen dir willentlich in den Abgrund unserer Gesellschaft und gehe daran jämmerlich zu Grunde.
    Vielleicht werde ich aber auch berühmt. Vielleicht packt mich der Ehrgeiz so dermaßen, dass ich irgendwann gefeiert und umjubelt in einer großen Fernsehshow sitze und hinausschreien kann: „Du wolltest mich nicht! Jetzt schau mal her was du davon hast!“
    Wahrscheinlich passiert aber nichts von alledem. Wahrscheinlich werde ich die kommende Woche einfach nur doppelt so viel Bier trinken und doppelt so viele traurige Lieder hören wie sonst. Und danach einfach so weitermachen wie bisher. Nur kommt mir gerade der Gedanke von allen am schlimmsten vor.
    Nur weil du mich nicht wolltest. Aber wen sollte das interessieren? Am allerwenigsten dich. Denn du wirst das hier sowieso niemals lesen.
     
    #1
    Bavid Dowie, 21 Dezember 2005
  2. Fabian83
    Fabian83 (33)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Hallo Bavid Dowie,

    wirklich sehr schön geschrieben. Ich glaube, so ging es uns allen mehr oder weniger schon mal.

    Richtig "mitgerissen" hat mich der folgende Satz, weil er mich irgendwie an das Weihnachten in unserer Zeit erinnert:


    Gruß,
    Fabian
     
    #2
    Fabian83, 21 Dezember 2005

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