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    3 November 2009
    #1

    Gefühle auf einmal weg?

    Letztens hab ich den Film Closer gesehen und mich gefragt, ob es realistisch ist, dass durch eine Aussage oder Handlung einer Person von einem Moment auf den anderen die Liebe und Zuneigung zu der Person verschwinden kann.

    Zur Erinnerung an alle, die den Film gesehen haben:
    Natalie Portman als scheinbar bedingungslos liebender Mensch am Schluss aus heiterem Himmel zu Jude Law "I don't love you anymore. Goodbye.", nachdem er sie drängt, die Wahrheit über eine potentielle Affäre mit Clive Owen zu sagen.

    Ist euch sowas schon mal passiert? Oder war das eher ein schleichender Prozess? Ist jetzt egal, ob es sich um einen ehemaligen Partner oder "nur" einen (unerreichbaren?) Schwarm, etc. gehandelt hat.

    Oder haltet ihr das alles eher für unrealistisch, weil Gefühle von einen auf denen anderen Moment nicht einfach weggehen können, selbst wenn sich das ärgste über die geliebte Person herausstellen sollte.
     
  • MrShelby
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    3 November 2009
    #2
    Ich denke mal, dass beides möglich ist. Bei langjährigen Beziehungen, in denen man glaubt, dass der/die andere sich keine Mühe mehr gibt, sich gehen lässt etc. dürfte es ein längerer Prozess sein.

    Wenn man den/die Liebste beim Fremdvögeln erwischt, dürfte die positiven Gefühle auch mal in Rekordzeit weg sein.
     
  • User 54458
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    vergeben und glücklich
    3 November 2009
    #3
    Wenn man jemanden wirklich liebt, dann ist diese Liebe nicht einfach so auszulöschen. Müsste schon etwas sehr Extremes sein, ansonsten sehe ich es eher als einen schleichenden Prozess an. Aber selbst dann würde ich es für mich selbst eher so definieren, dass ich sage: "Ich liebe Dich noch, aber ich mag Dich nicht mehr."
     
  • User 83575
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    nicht angegeben
    3 November 2009
    #4
    Super Beispiel! :jaa:
    Also mir fällt spontan nichts treffenderes ein. Und ja, ich denke es ist von jetzt auf gleich möglich. Ein auslösendes Ereignis und derjenige steht in einem völlig anderen Licht in meinen Augen.
     
  • User 88899
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    vergeben und glücklich
    3 November 2009
    #5
    Mein Exfreund meinte, er kenne das aus Erfahrung. Manchmal sei er morgens einfach aufgewacht und die Gefühle waren weg, jedenfalls nicht mehr das, was man Liebe nennen kann, und er wusste nicht, warum, es war nichts vorgefallen (nicht auf uns bezogen ;-) ).
     
  • User 10802
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    3 November 2009
    #6
    Ich vermute dass es im Normalfall eher ein schleichender Prozess ist, die Erkenntnis aber schlagartig einsetzen kann. Gewohnheit und Vertrautheit können viel überspielen, langsam geht die Luft aus dem Gefühlszelt und manche merken's eben erst auf einmal und schlagartig, wenn ihnen die Decke an den Kopf stößt.
     
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  • ViolaAnn
    ViolaAnn (27)
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    3 November 2009
    #7
    Ich finde das Gefühle nie verschwinden.
    Wenn man betrogen wird dann Hasst man den anderen Abgrundtief und das ist immerhin auch eine Zuneigung zu der Person. Deswegen verschwinden sie nie von jetzt auf gleich. Das gar nicht möglich.

    Denn selbst wenn man sagt "ich liebe dich nicht mehr" hat man noch Gefühle, dem bin ich mir ganz sicher. Es ist zwar keine Liebe mehr aber dennoch noch Zuneigung immerhin kennt man den anderen dann so gut wie kein anderen.

    LG ViolaAnn
     
  • Lily87
    Gast
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    3 November 2009
    #8
    Sowas geht schleichend, denke ich.
     
  • Fuchs
    Planet-Liebe-Team
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    3 November 2009
    #9
    Ich denke, die Frage ist schwierig zu beantworten, da sich Gefühle schlecht quantifizieren lassen. Deshalb muss ich etwas stärker ausholen. :tongue:

    Um das Beispiel mit dem Fremdgehen aufzugreifen: Wenn ich meine Partnerin in flagranti ertappen würde und es würde ein starker Vertrauensbruch vorliegen (sprich: es war ihr von mir großzügigem Tier nicht vorher erlaubt), ist die Beziehung von einen Moment auf den anderen vermutlich zerstört oder zumindest fast. Die Gefühle gehen aber nicht plötzlich weg. Ich würde eher sagen, sie schlagen ins Negative um. Es wäre ja schön, wenn sie auf der Stelle verschwinden würden, aber ein Opfer von Betrug kann auch nach beendeter Beziehung noch ziemlich lange sehr starke Liebesgefühle hegen. Eine Beziehung ist nur nicht mehr möglich, da die Vertrauensbasis unwiderbringlich zerstört wurde, aber das interessiert Gefühle für gewöhnlich nicht. Wenn sich Gefühle danach richten würden, ob Beziehungen möglich/sinnvoll wären, hätten wir hier nicht so viele Threads... :grin:

    Weiteres Beispiel: Glückliches Paar, lebt so vor sich hin, hat nie Probleme, alles super. Eines Tages wacht sie auf, schaut ihn an und sagt solche Dinge wie: "Ich weiß nicht mehr, ob ich dich liebe" oder "Ich empfinde nichts mehr für dich". Der Kerl versteht nicht, wie von einem Tag auf den anderen die Gefühle verschwinden können und erstellt verzweifelt einen Thread mit hoher Heulsmileydichte auf PL.

    Was ist passiert? :hmm:

    Nun, die genauen Gründe können vielfältig sein, aber ich vertrete die These, dass es sich hierbei um einen sehr lange andauernden, schleichenden Prozess gehandelt hat. Irgendetwas hat die Beziehung unterwandert, sei es dass der Alltag sämtliche Leidenschaft gekillt hat, das sich die Frau selbst verloren hat, indem sie sich zu stark auf ihren Partner fixierte und nun nach Freiheit dürstet, sei es abklingende Verliebtheit - es hat sich irgendetwas ereignet. Es gibt immer einen Grund! :jaa:

    Für den Mann (und vielleicht auch für Freunde des Paares) sieht es natürlich so aus, als ob die Gefühle von einem auf den anderen Tag weg wären, aber in der Tat wurden sie alle von der Frau getäuscht, denn diese Dinge hat sie entweder selbst nicht bemerkt oder sie hat sie bemerkt, aber nicht kommuniziert!

    Eine Beziehung bedeutet eine Menge Arbeit und Kommunikation, wenn sie ohne Verliebtheit lange halten soll und leider sind nicht viele Menschen dazu fähig, sich selbst und ihre Gefühle wirklich zu beobachten, geschweige denn anderen Personen mitzuteilen. Wenn die Frau in dem Beispiel nie über sich und die Beziehung selbst reflektiert hat, wird es auch ihr so vorkommen, als seien die Gefühle von einen auf den anderen Tag verschwunden. Hat sie es vielleicht doch gemerkt, so standen Erwartungshaltungen, Verlustängste, Gesellschaftsbilder, Konventionen oder vielleicht auch einfach Feigheit dagegen, etwas zu sagen. Liebe wurde dann schöngemalt: die Konflikte, die in Partnerschaften nötig sind und Beziehungen am Leben halten wurden nie ausgetragen!

    Lebt man Beziehungen auf diese Art, verrennt man sich in eine Illusion und irgendwann zerplatzt diese Seifenblase schmerzhaft und niemand will es verstehen. Dies lässt mich zu dem Schluß kommen, dass in längeren Beziehungen Gefühle nicht einfach verschwinden, es aber sehr gut so aussehen kann als ob das so wäre. Der etwas provokativere Umkehrschluss ergibt, dass alle diejenigen, bei denen die Gefühle wirklich "einfach so" weg waren, vermutlich keine wirkliche Beziehung führten, sondern sich das nur sehr beharrlich einredeten. :zwinker:

    Gut, letztlich ist das meine persönlich Theorie. Vielleicht finden sich ja Leute, die diese Sache hier anders sehen? :zwinker:
    Mit Gewissheit lässt sich ohnehin wohl nichts sagen, da Gefühle wie gesagt halt sehr schwer zu packen sind. Dies macht die Sache meiner Ansicht nach auch zu einer "Glaubensfrage". Ich persönlich kann und will nicht daran glauben, dass Gefühle grundlos binnen Sekunden erlischen, denn das würde mir an Qualität und Sicherheit rauben, die ich notwendig brauche, um mich partnerschaftlich zu binden. Meine Theorie setzt voraus, dass es Gründe - und damit womöglich auch "Schuldige" gibt - und das ist für viele Leute verständlicherweise sehr unbequem. Unter Umständen führt dies dazu, dass man sich sehr arge Fehler eingestehen muss, an denen man dann emotional nahezu zugrunde gehen kann. Dementsprechend kann es also auch eine ganz natürliche Schutzreaktion sein, sich einzureden, die Gefühle seien während eines Fingerschnippsens verschwunden.

    Denn akzeptiert man, dass Gefühle in einem Wimpernschlag zerbröseln könnten, entzieht man sich wunderschön der Verantwortung, denn wenn das so ist, kann das ja jedem immer und überall treffen. Nahezu schicksalhaft, nicht wahr? Da muss man sich auch nicht mehr vor dem (Ex)-partner oder sich selbst verantworten und kann frohen Mutes und auf Holz klopfend in die nächste Beziehung wandern, bis man sich wieder wundert, nichts daraus lernt, sich bemitleiden lässt, Rotz und Wasser heult, letztlich aber mit den Achseln zuckt. :zwinker:

    Hat sich das jetzt eigentlich noch irgendwer durchgelesen und verstanden? :hmm:
     
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    3 November 2009
    #10
    Kommt wohl auf die Intensität der Gefühle an, die man vorher füreinander hegte. Möglich ist es sicher denke ich mal, mir persönlich aber nie passiert bisher. Was wohl aber öfters vorkommt ist das man schnell aus einem Impuls heraus schluss macht und dann später erst noch die nachhängende Liebe spürt
     
  • xoxo
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    3 November 2009
    #11
    Jahrelanger Partner vergewaltigt den anderen.
    Ich glaube schon, dass Gefühle schnell, sehr schnell verfliegen können.
     
  • aiks
    Gast
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    3 November 2009
    #12
    Es kann ja auch sein, dass man es verdrängt, dass man den anderen nicht mehr liebt und es durch einen kleinen wie großen Auslöser dann zum Vorschein kommen kann.
     
  • Sad Michi
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    Es ist kompliziert
    4 November 2009
    #13
    Bei meiner Ex gingen die Gefühle anscheinend in relativ kurzer Zeit - hab es weder damals noch heute verstanden. Angekündigt hat es sich mit dem Weglassen bestimmter Wendungen in SMS. Bis zum Schluss machen dauerte es dann etwa 1,5 Wochen und das nach 4 Jahren Beziehung. Bestimmte Gründe konnte sie mir dafür nicht nennen.
    Also zusammengefasst: Es gab keinen speziellen Anlass, aber 1,5 Wochen ist bei einer Beziehungsdauer von 4 Jahren auch nicht wirklich schleichend... Es kann also auch relativ schnell gehen, wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass mir so etwas nie passieren könnte. Vielleicht lehne ich mich damit sehr weit aus dem Fenster, aber ich denke, WENN ich liebe, dann auch richtig und bedingungslos...
     
  • kaninchen
    Gast
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    4 November 2009
    #14
    Das war auch mein erster Gedanke. Das oder plötzliche Gewaltausbrüche lassen Gefühle denke ich auch recht schnell ins negative umkippen.
     
  • drusilla
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    vergeben und glücklich
    4 November 2009
    #15
    Kleine Story:
    Als ich ungefähr 15 war, naiv und bis über beide Ohren verknallt in einen Kerl, den ich nur vom Sehen kannte, aber sooooo süüüüüß fand :grin:, da glaubte ich, dieses Verschossen-Sein könnte endlich verschwinden, wenn er sich mal ordentlich arschig benehmen würde. Ich erinnere mich noch, wie ich zu meiner besten Freundin meinte: "Ich wünschte fast, er würde mal nen gemeinen Spruch über Tiere loslassen, dann würde ich ihn vielleicht endlich nicht mehr mögen."

    Einige Zeit später saßen wir in einem Reisebus bei einem Schulausflug. Er saß 3 Reihen oder so hinter mir, ich konnte jedes Wort verstehen. Es gab keinen Zweifel mehr, er war definitiv nicht der Typ Mann, äh, Junge, den ich wollte. Er hat geschlagene 6 Stunden über seine angeblich weit reichenden Drogenerfahrungen und Weibergeschichten lamentiert, längst nicht immer sonderlich respektvoll. War meinen Gefühlen übrigens egal.
    Am Ende der Fahrt fragte ihn eine Freundin von ihm, warum er sich eigentlich nicht wenigstens mal mit mir treffen wolle. Antwort: "Nö, viel zu kleine Titten."
    Autsch. Das tat weh, keine Frage. Ich Dussel war aber immer noch verliebt. :rolleyes:

    So viel dazu. Und auch jetzt in der Beziehung stell ich fest - ich kann noch so verletzt sein, enttäuscht, schockiert... (die) Gefühle bleiben. Schlagen vielleicht kurzzeitig um in Ablehnung, Wut, "milden Hass". Aber gleichgültig sein kann ich nicht.


    Ich kann mir aber vorstellen, dass man sich so lange einredet, noch (positive) Gefühle zu haben (bzw. sich verbietet, sie nicht zu haben), dass man vielleicht selbst nicht merkt, wie sie abnehmen. Und irgendwann läuft das Fass dann über und es scheint "ganz plötzlich" zu sein. Weil die Zeichen ignoriert wurden.
     
  • *Luna*
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    4 November 2009
    #16
    Also ich meine, das Gefühle nicht von heute auf morgen verschwinden. Gefühle sind lebendig, sie können sich verändern.

    Allerhöchstens im Kopf/Verstand. Es bedarf sicher einiger Zeit, bis die Gefühle schwinden. Meiner Meinung nach ist das ein schleichender Prozess. Kann mir nicht vorstellen, dass man morgens aufwacht und alle Gefühle sind weg!
    Man merkt es zwar irgendwann aber das braucht Zeit! Aber für manche die von ihrem Partner verlassen werden, wirkt es manchmal so, als wär dieser Entschluss von heute auf morgen gefallen, weil der Partner alles in sich hineingefressen hat und dann irgendwann sozusagen "explodiert" ist, und wenn vorher keine deutliche Anmerkung kam, kann wirklich das Gefühl entstehen, das der andere sich von heute auf morgen "entliebt" hat.
     
  • User 91095
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    nicht angegeben
    5 November 2009
    #17
    Hallo,

    sehr interessante Antworten hier! Ich muss mir die alle morgen bei klarem Verstande nochmal durchlesen, besonders die vom Fuchs :tongue: Irgendwo beim dritten Absatz hat mein Hirn abgeschaltet... :ashamed:

    Danke soweit für die zahlreichen Posts!
     
  • 5 November 2009
    #18
    Ist mir schon öfters passiert, allerdings nur bei Schwärmereien/anfangenden Verliebtheiten, nicht bei Beziehungen.

    Ich bin (manchmal leider) sehr empfindlich, was Meinungen zu bestimmten Themen angeht.
    So war ich beispielsweise zu Schulzeiten länger in einen Mitschüler verliebt, was sich aber schlagartig legte, als er sich bei einer Diskussion über Massentierhaltung als unverbesserlicher "Pro" erwies. War für mich ein No-Go und er damit als potentieller Freund abgehakt.

    Ein Anderer lästerte mal mit nahezu menschenverachtender Widerlichkeit über eine dicke Frau ab... und katapultierte sich damit in mein ganz persönliches Abseits.

    Noch ein Anderer stieß mich durch seine übermoralischen Grundvorstellungen ab, die jede als Flittchen brandmarkten, die einmal unverbindlichen Sex praktiziert hat oder auch nur küsste ohne Beziehungshintergedanken. Mir gefiel diese Weltsicht nicht und er danach ebenfalls nicht mehr.
     
  • capricorn84
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    5 November 2009
    #19
    In der vorigen Beziehung waren die Gefühle nach einiger Zeit weg. Das war alles ganz schön kompliziert, sie kamen zwar wieder aber da warens dann bei ihm weg. Tja Pech.
     
  • BrooklynBridge
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    5 November 2009
    #20
    :jaa:
    Es geht niemals von einem Moment zum anderen... auch wenn man etwas negatives über den anderen erfährt und dein Verstand "NEEEIN!" schreit, brauchen die Gefühle ihre schmerzhafte Zeit, bis sie verschwinden.
     

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