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"Gefühle weg" - ist das eine Begründung?

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von tobe, 10 Mai 2010.

  1. tobe
    tobe (27)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Hallo zusammen,

    aus gegebenem Anlass lässt mir ein Thema keine Ruhe:
    Eine Beziehung geht zu Ende. Besser gesagt, Frau beendet sie mit der Begründung, die Gefühle seien nicht mehr in dem Maß vorhanden, wie sie es für eine Beziehung sein sollten. Hat mit Sicherheit jeder schon einmal irgendwo gehört...

    Das bringt mich zur eigentlichen Frage: Ist das überhaupt eine legitime Begründung? Wird damit nicht irgendein anderer Sachverhalt euphemistisch und verklausuliert dem Partner möglichst schonend beigebracht?

    Das beschriebene Szenario setzt voraus, dass sich der Verlassene nicht geändert hat, dass die Beziehung weiterhin harmonisch lief. Alles wie früher. Nur plötzlich - Zack, ist es vorbei. Natürlich gibt die Frau an, das Thema habe sie schon lange beschäftigt und sie habe sich die Entscheidung lange und gründlich überlegt.

    Kann man sich entlieben? Oder ist das nur die Umschreibung für "Ich mag dich wirklich, aber wir sind Anfang 20 und ich möchte jetzt einfach noch meinen Spaß haben" oder irgendeinen anderen Grund? Um den (Ex-)Partner nicht noch unnötig viel zu verletzen.
    Wie kann man einen Menschen aufhören zu lieben, wenn sich nichts geändert hat in der Vergangenheit?

    Nur ein paar Gedanken, die in meinem Kopf herumgeistern.
    Grüße!
     
    #1
    tobe, 10 Mai 2010
  2. krava
    krava (35)
    Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
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    Verliebt
    Na ja Menschen verändern sich eben, werden älter, reifer, die Lebensumstände ändern sich, Familiensituation eventuell, Job... Da ändern sich u.U. auch die Prioritäten.
    Und da kann es schon sein, dass man auch den Partner mit anderen Augen sieht bzw. dass sich die Beziehung eben plötzlich anders darstellt oder man eben feststellt, dass die Lebensplanung doch nicht so realisierbar ist wie man gedacht hat.

    Sicherlich kann man das als faule Ausrede missbrauchen, um den wahren Trennungsgrund zu verbergen, aber Gefühle können sich wirklich verändern.
    Es ist natürlich auch möglich, dass sich die Gefühle verändern, weil man z.B. jemand anderen kennenlernt. Dann ist derjenige der wahre Trennungsgrund.:zwinker:
     
    #2
    krava, 10 Mai 2010
  3. VonderVenus
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Bei mir war es nie eine Ausrede.
    Wenn ich es mir hätte aussuchen können beziehungsweise eine Wahl gehabt hätte wäre ich liebend gern mit meinem Ex zusammen geblieben, da wir auf einer Wellenlänge waren und er ein sehr lieber Mensch ist.
    Aber es ging einfach nicht.
    Ich denke es wäre für den Verlassenen einfacher, wenn man ihm eine greifbare begründung liefern könnte. Z.B. es gibt jemand anderen.
    Denn dann kann man sauer sein, kann seine Gefühle auslassen aber so "darf" man ja eigentlich nicht böse sein, da niemand etwas dafür kann und das ist glaube ich schwer zu aktzeptieren.
     
    #3
    VonderVenus, 10 Mai 2010
  4. tobe
    tobe (27)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    vergeben und glücklich
    Stimmt sicherlich. Mag oft gelten. Nur um auf meinen Fall zurück zu kommen: Ich sehe die Veränderung nicht. Wir studieren beide seit einem Jahr. Sahen uns dennoch 2-3x die Woche. Und sie verhielt sich genauso wie immer und wirkte glücklich wie immer, bis...


    Dazu ist sie zu aufrichtig, das würde sie ehrlich sagen. So gut kann ich sie nach 2 1/2 Jahrne Beziehung einschätzen.

    Das ist der Punkt! Wenn sie mir sagte, sie bräuchte ihre Freiräume, wäre es wesentlich einfacher zu akzeptieren. Aber so frage ich mich nur: Was soll das?
     
    #4
    tobe, 10 Mai 2010
  5. krava
    krava (35)
    Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
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    Verliebt
    Dass du das WARUM suchst, ist nachvollziehbar.
    Vielleicht kennt sie es selbst nicht so ganz genau. Zumindest noch nicht.
    Sie spürt wohl einfach Unsicherheit und eben keine 100% mehr. Vielleicht sieht sie rückblickend einfach ihre Erwartungen nicht erfüllt. Vielleicht stellt sie sich ihre Zukunft einfach mit einem anderen Mann vor... Vielleicht, vielleicht... Wer weiß das schon?

    Die ganze Spekulation bringt dich leider keinen Schritt nach vorne.
    Du musst ihre Trennung akzeptieren, auf dich schauen, nach vorne schauen und dich eben arrangieren. Ständig zurückschauen und ständig nur Ursachenforschung betreiben, macht dich nur kaputt und ändert dennoch gar nichts.
     
    #5
    krava, 10 Mai 2010
  6. User 53463
    Meistens hier zu finden
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    vergeben und glücklich
    Ihr seid noch relativ jung, da verändert man sich auch noch. Alleine das kann vermutlich dazu führen, dass es eben nicht mehr so 100% passt.
     
    #6
    User 53463, 10 Mai 2010
  7. tobe
    tobe (27)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    vergeben und glücklich
    Eigentlich frage ich nie nach dem "warum", weil ich das für eine sehr verhängnisvolle Frage halte. Durch deinen Post, krava, ist mir gerade aber erst bewusst geworden, dass ich ja tatsächlich gerade "warum" sage...

    Wobei es mir eigentlich vielmehr um die Begründung geht. Eine greifbare Aussage bin ich bereit zu akzeptieren. Ich mache mir selbst keine Vorwürfe. Aber im Moment wirkt alles so furchtbar fadenscheinig.

    Am Mittwoch kommt sie vorbei, um mir noch ein paar Sachen zu bringen. Vielleicht erfahre ich da mehr. Vielleicht auch nicht. Vielleicht merkt sie in einem Jahr oder wenn sie einen neuen Freund hat, dass sie einst einen Fehler beging. Vielleicht auch nicht. Wie du sagst: vielleicht.

    Natürlich muss ich nach vorne schauen, in zwei Monaten sieht die Welt anders aus. Aber im Moment ist es einfach schwer - und wenn es nicht schwer wäre, dann wäre die Beziehung berechtigterweise zu Ende...
     
    #7
    tobe, 10 Mai 2010
  8. Shiny Flame
    Beiträge füllen Bücher
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    Verlobt
    Weißt du, ich habe vor fünf Jahren mit dem Mann Schluss gemacht, mit dem meine bis heute längste Beziehung hatte. Und in vieler Hinsicht auch die glücklichste, sicher jedoch die harmonischte, voll von gegenseitigem Respekt, Freiräumen und ganz viel Liebe und Zärtlichkeit.

    Warum?

    Das konnte ich damals nicht sagen und kann es heute im Grunde immer noch nicht. Die Liebe hatte einfach aufgehört, und ich habe es nach dreieinhalb Jahren gemerkt. Ich wollte erst nicht Schluss machen, hoffte, dass es sich wieder einrenkt. Aber ich war auf einmal unleidlich und gereizt, und es gefiel mir nicht mehr, mit ihm... Ich habe tränenüberströmt mit verschiedenen Freundinnen darüber geredet, und immer wieder kam die Frage "Liebst du ihn? Wenn ja, dann bleib bei ihm." Aber ich konnte nicht mehr mit ja antworten, und das tat mir so unendlich weh... Denn ich hatte ihn mal geliebt und mochte ihn immer noch sehr, und ich wollte ihm nicht wehtun.

    Und trotzdem war es Zeit für mich, weiter zu gehen, das spürte ich tief in mir, und ich kann dir heute noch nicht sagen, warum das eigentlich so war. Und als ich das nicht akzeptiert habe, ging es mir schlecht, schlecht, schlecht, bis ich endlich ehrlich gesagt habe, was los war: Das es vorbei war.

    Ich habe heute noch ein schlechtes Gewissen deswegen, ich fühle den Schmerz darüber heute noch.

    ***

    Kürzlich habe ich mich mit einer Freundin darüber unterhalten, der es bei einem Freund in ihrer Vergangenheit ähnlich gegangen ist. Da habe ich dann scherzhaft gesagt "Aber ich glaube nicht, dass ich es heute noch ertragen könnte, wenn ich jedes Mal in der Videothek zwei Stunden warten muss, weil er sich einfach nicht entscheiden kann." Das war nämlich das Einzige, was ich objektiv an ihm auszusetzen hatte - aber wegen so was macht man nicht Schluss.

    Im Endeffekt war es richtig so. Ich wurde nicht glücklich dadurch, weiß Gott nicht, im Gegenteil, und in der Beziehung mit ihm war ich sowohl glücklich wie auch ausgeglichen gewesen. Die Männer, die danach kamen, haben eher einiges in meiner Seele kaputt gemacht. Aber ich musste einfach noch durch ein paar harte Zeiten gehen, um herauszufinden, was ich wirklich will im Leben. Was es ist, auf das ich nie, nie, nie verzichten könnte.

    Das hätte ich mit diesem Mann nicht herausfinden können, so glücklich ich auch war.

    Im Endeffekt war das der Grund, aus dem ich damals gehen musste. Aber vor fünf Jahren hätte ich das so nicht in Worte fassen können.

    ***

    Wenn es deiner Exfreundin ähnlich geht wie mir damals, dann wird sie dir auch keine andere Antwort geben können. Denn mein damaliger Freund hatte nichts falsch gemacht. Absolut gar nichts. Er war ein wunderbarer Mensch, der alles Glück der Welt verdiente, und an den ich immer noch liebevoll zurückdenke. Ich hätte ihn gerne glücklich gemacht, denn das verdiente er.

    Aber ich konnte es nicht mehr, weil mein Weg in eine andere Richtung führte. Aber das konnte ich damals nicht in Worte fassen. Das einzige, was ich sagen konnte, waren die grausamen Worte "Es ist vorbei, und es ist meine Schuld, denn ich liebe dich nicht mehr."
     
    #8
    Shiny Flame, 10 Mai 2010
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  9. Framboise
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    nicht angegeben
    Gerade in eurem jungen Alter steht ihr an einer Kreuzung auf dem Weg in die Zukunft. In diesem Moment kann er durchaus sein, dass ihr entgegengesetzte Strassen wählt. Auch wenn die eigentliche Bereitschaft für eine Beziehung gegeben ist, so kann diese durch den gewählten Weg unmöglich werden (unterschiedliche Vorstellungen der Zukunft: Beruf, Wohnort, Familie etc. Alles Eckpfeiler die nun in diesem Alter langsam aber sicher eingeschlagen werden). So können die Gefühle bis zu diesem Zeitpunkt noch so unermesslich gross sein, verfliegen sie beim Bewusstwerden der grundlegenden Unterschiede zwischen euch.
    Ob dies wirklich die Beweggründe deiner Ex sind weiss ich nicht.. Allerdings kann es durchaus sein, dass Gefühle einfach verschwinden. Auch wenn sich nach deinem Verständis nichts veränderte. Oder hald gerade deswegen... Ein Partner schreitet voran, der andere resigniert und schliesslich passt die Wellenlänge nicht mehr zusammen.
    Ich verstehe, dass du momentan eine schwere Zeit durchlebst, daher wohl auch deine Frage nach dem Warum. Doch die ewige Suche nach dem Wieso macht eine Trennung kaum einfacher, lässt dich nur noch länger zweifeln und trauern. So kannst du die Beziehung kaum abschliessen und dich gänzlich von deiner Ex lösen. Wieso die Beziehung schliesslich zu ende ging ist irrelevant, allein die Akzeptanz, dass es so ist hilft dir über sie hinweg zu kommen.
     
    #9
    Framboise, 10 Mai 2010
  10. User 95608
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    vergeben und glücklich
    Ich habe drei mal in meinem Leben einen Mann verlassen mit dem ich eine feste Beziehung hatte.

    Warum? Ich liebte ihn nicht mehr - sonst nichts.

    Das sich große Gefühle irgendwann in Luft auflösen, kann viele Gründe haben. Manchmal kann der Verlassene gar nichts dafür und auch nichts daran ändern.

    Ihr seid doch noch so jung ... schau nach vorne. Ihr hattet eine schöne Zeit und habt Euch weiterentwickelt, aber eben nicht in die gleiche Richtung. Was zu Beginn Eurer Beziehung noch gepasst hat, passt heute eben nicht mehr. Sei froh, dass einer von Euch es rechtzeitig gemerkt hat und ihr nicht Kind und Haus hattet bevor es raus kommt ...

    Du wirst noch öfter in Deinem Leben genau vor dieser Situation stehen, plötzlich ist alles anders als Du dachtest und Du hängst in der Luft und weißt nicht mal warum. Zweifle nicht an Dir, das ist das Wichtigste. Du hast in den meisten Fällen weder schuld noch kannst Du was ändern, es ist einfach so.

    Halt die Ohren steif.
     
    #10
    User 95608, 10 Mai 2010
  11. tobe
    tobe (27)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    vergeben und glücklich
    Interessant. Nur Frauen haben bisher auf diesen Thread geantwortet, aber auch irgendwie richtig, geht es doch um die Beweggründe und Gedanken einer Frau.

    Vielen Dank für all die Antworten. Ein bisschen habt ihr mir alle geholfen. Ich sage bewusst "ein bisschen", weil im Moment alles nur ein wenig helfen kann. Das weitere besorgt dann die verstreichende Zeit.

    Ich kenne in der Theorie natürlich die Möglichkeiten woran es Scheitern kann. Die unterschiedlichen Interessen und wie sich Menschen im Laufe der Zeit verändern. Ich hatte nur nie das Gefühl, dass meine oder ihre Interessen plötzlich großartig anders wogen. Es war immer noch harmonisch zwischen uns. Oder gehört das einfach dazu, dass ich es nicht bemerke, wenn sich etwas verändert?

    Flame, wenn ich deinen Beitrag und insbesondere oben genannte Sätze so lese dann hört sich das an, als wäre eigentlich der Mann, mit dem du ursprünglich Schluss gemacht hast, der richtige für dich. Du musstest aber die anderen kennenlernen, um das zu begreifen. Vielleicht sieht es tatsächlich ganz anders aus. Aber dieser Eindruck drängt sich mir beim Lesen auf...
     
    #11
    tobe, 10 Mai 2010
  12. LiLaLotta
    LiLaLotta (31)
    Sehr bekannt hier
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    vergeben und glücklich
    Gefühle verändern sich immer, auch wenn sich an den äußeren Umständen nichts geändert hat. Vielleicht hast du die Veränderung auch bloß nicht bemerkt, weil sie so schleichend war und ihr euch so oft gesehen habt. Denn Menschen verändern sich, gerade wenn sie jung sind. Zu sagen, es wäre alles noch genau wie früher, finde ich falsch, weil es niemals genau wie früher ist.
    Und auch so kann eine heiße, innige Liebe durch so viele Faktoren zu einer anderen Art Liebe werden. Freundschaftliche Liebe z.B. Und für eine Beziehung ist sowas dann eben keine Grundlage.

    Ich weiß, es ist immer schwer, zu verstehen, wieso Liebe einfach aufhört (wobei sie das ja nicht tut) und noch schwerer ist es, das zu akzeptieren. Ich konnte es über ein Jahr lang nicht, aber irgendwann bleibt einem nichts anderes übrig.

    Ich finde, du solltest nach vorn schauen...ist doch schön, dass du irgendwann wieder eine neue Liebe mit allem drum und dran haben wirst. Freu dich drauf! :smile:
     
    #12
    LiLaLotta, 10 Mai 2010
  13. Shiny Flame
    Beiträge füllen Bücher
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    Verlobt
    Ah, das "was ich wirklich will", damit war nicht er gemeint. Damit ist gemeint, dass ich tief in meiner Seele danach verlange, Menschen zu beobachten, immer neue Vielfältigkeiten zu entdecken, und vor allem zu schreiben. Das ist das, was mir das allerwichtigste ist. Aber das musste ich erst mal herausfinden, und das konnte ich an seiner Seite nicht. Diesem Mann reichte es, technische Zusammenhänge und Aufteilungen von Bildern zu untersuchen, Menschen in all ihrer Verschiedenheit interessierten ihn längst nicht so sehr wie mich. Er begriff nicht mal, was mich daran reizte.
    Ein halbes Jahr, in dem ich ständig kurz vor der totalen Verzweiflung bin und am Ende ein furchtbares Wrack, aber tiefe Eindrücke in die menschliche Psyche gewinne und vor allem viel darüber schreibe und vielleicht noch drei oder vier gute Songs und zwei Gemälde fabriziere, war "richtig", auch wenn ich unglücklich und unausgeglichen war.

    Der Mann damals wäre aus einem ganz einfachen Grund nicht der richtige gewesen: Er ist nicht neugierig genug, und er hat sich nicht für das interessiert, was ich schreibe. Außerdem konnte er meines Wissens mit SM nichts anfangen, hört andere Musik als die, die ich am liebsten den ganzen Tag auf voller Lautstärke höre... Damals war ich ein Mädchen, das meist ungeschminkt herumlief, was er sehr gerne mochte, aber ich habe inzwischen herausgefunden, was für Freude komplizierte Stylings mir machen...

    Aber das sind alles Sachen, die ich erst danach herausgefunden habe. Ich war glücklcih mit ihm, und die Beziehung war harmonisch. Aber ich bin ein Mensch, für den Glück und Harmonie nicht ausreichen, weil ich es brauche, dass mein Blut immer mal wieder kurz vor der Explosion ist.
    Der Mann, den ich jetzt gefunden habe, liebt die Frau, zu der ich inzwischen geworden bin. Schriftstellerin, Dramaqueen, BDSMse, Larperin, Philosophin. In mir selbst ruhend und hochexplosiv, da ich in vier Jahren "Hölle" alles an mir abgeschliffen habe, was nicht passte, und nur noch an dem festgehalten habe, auf das ich überhaupt nicht verzichten konnte.
    Der Mann von damals liebte die Frau, die ich damals war. Aber ich musste mich verändern, um wirklich ich selbst zu werden. Und daher ist der Mann von damals nicht mehr der Richtige für mich.

    Aber damals, als ich Schluss gemacht hatte, wusste ich noch nicht, was alles passieren würde, wie ich mich noch verändern würde. Ich wusste nur, dass ich weitergehen musste, und ich bereue es auch nicht. Ich bin froh über all die Scheiße, die ich nach der Trennung erlebt habe - nicht, weil ich dabei irgendwann meinen Schatz gefunden habe, sondern weil ich mich selbst gefunden habe.

    Das hätte ich an der Seite dieses Ex nicht.
     
    #13
    Shiny Flame, 10 Mai 2010
  14. Pretty Brünette
    Öfters im Forum
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    129
    nicht angegeben
    Ja! Eine glaubwürdigere Begründung, um eine Beziehung zu beenden, gibt es wohl kaum.
     
    #14
    Pretty Brünette, 10 Mai 2010
    • Danke (import) Danke (import) x 2
  15. tobe
    tobe (27)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    vergeben und glücklich
    Sehr schöner Beitrag, Flame. Wenn ich meine jetzt Ex in einigen Jahren wieder einmal treffen sollte - dann sollte ich mich wahrscheinlich auch an deine Worte erinnern. Sie wird sich wohl sehr wahrscheinlich verändert haben, so wie ich mich auch verändert haben werde. Aber in meiner jetzigen Situation ist es eben nicht ganz einfach den Tatsachen ins Gesicht zu blicken, geschweige denn sie immer zu erkennen.

    Wie gesagt, morgen sehe ich sie zwangsweise ja noch einmal. Danach werden alle Fotos, Erinnerungen, etc. in eine Kiste verbannt. Und dann braucht es Zeit, viel Zeit. Weil ich sonst jede Dame schleunigst mit meiner Ex vergleichen würde. Momentan bin ich immer noch der Meinung, dass sie in Sachen Charakter, Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit der bisher tollste Mensch ist, den ich kennen gelernt habe. Aber auch das wird sich irgedwann ändern.
     
    #15
    tobe, 11 Mai 2010
  16. ArsAmandi
    ArsAmandi (35)
    Verbringt hier viel Zeit
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    113
    62
    nicht angegeben
    Ich habe den Rest jetzt nur überflogen, aber es ist nun mal so, dass es wahnsinnig schwierig ist als Mann die Anziehung in der Beziehung aufrecht zu halten. Wenn die Frau sich zu sicher wird fängt sie an sich zu langweilen, evtl. über Kleinigkeiten aufzuregen, nur noch die Macken zu sehen und sich schließlich zu entlieben. Ein großes Indiz dafür ist auch die Lustlosigkeit ihrerseits beim Thema Sex. Der Mann ist zuerst der aufregende Liebhaber und mutiert nach einiger Zeit zum Schoßhund, wenn er nicht aufpasst. Wichtig ist es für die Frau immer aufregend zu bleiben, das hat nichts damit zu tun sie nicht zu lieben. Es ist eine Art Gratwanderung und äußerst schwierig nicht doch irgendwann zum Schoßhündchen zu werden.
    Sehr gerne betaisieren manche Frauen auch ihre Männer, versuchen ihre Grenzen zu finden, wie Kinder quasi, testen aus wie weit sie gehen können, alles unterbewußt. Auch da heißt es, wenn er der ganzen Sache nicht standhält und sich "unterordnet", dann verliert sie den Respekt und irgendwann die Liebe.
     
    #16
    ArsAmandi, 11 Mai 2010
  17. User 65313
    User 65313 (28)
    Toto-Champ 2008
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    Verlobt
    Hm, also das ist keinesfalls nur ein weibliches "Problem", dass Gefühle verschwinden. Ich hab das in meinem engsten Kreis schon zwei Mal von einem Mann erlebt - einmal mein Bruder und einmal mein eigener Freund.
    Ja, es ist ziemlich beschissen, wenn einem das vor den Latz geknallt wird - weil man nämlich nichts dagegen tun kann. Dem anderen tuts meistens auch weh, weil er die Person ja dennoch noch mag, wahrscheinlich auch noch sehr, aber einfach nicht genug. Und man selber weiß nicht, was man tun soll, denn man hat ja nichts falsch gemacht. Ich bin von einem ins nächste Extrem geschwankt, habe einerseits wie wild für unsere Beziehung gekämpft und mich dann in der nächsten Woche komplett zurückgezogen, so ging das hin und her. Gebracht hat letzten Endes vermutlich nichts etwas - allein der Partner weiß, was er empfindet, und selbst das oftmals nicht.
    Wenn sich deine Freundin dazu durchgerungen hat dann wird sie sich das schon gut überlegt haben, das Problem ist eben, dass du davon nichts mitbekommen hast und jetzt aus allen Wolken fällst. Glaube mir, ich kann das nur zu gut nachvollziehen. Du könntest versuchen um deine Beziehung zu kämpfen, aber das wird wohl nicht viel fruchten, denn deine Freundin wird sich nicht leichtfertig dafür entschieden haben. Und selbst wenn ihr es noch einmal versuchen solltet wird nichts mehr so sein wie vorher.
    Es ist schwer, so eine Begründung zu akzeptieren, aber sie ist durchaus wahrscheinlich. Ich wünsche dir viel Kraft für die nächsten Tage...
     
    #17
    User 65313, 11 Mai 2010
  18. User 12900
    where logic cannot intervene
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    nicht angegeben
    Ich kann mich den meisten nur anschließen, für mich ist das eine sehr logische Begründung. WARUM es allerdings soweit kam, hat bestimmt unterschiedliche Gründe.
    Bei mir war es 2x so, dass der Mann für mich einfach nicht mehr anziehend war, da er sich der Beziehung zu sicher wurde, sich weniger Mühe gegeben hat, und ich somit schleichend das Interesse an der Beziehung verloren habe. Das ging aber nicht innerhalb von ein paar Tagen, sondern eher innerhalb mehrerer Monate, am Anfang war ich mir dessen auch noch gar nicht bewusst, doch gegen Ende sah ich ihn dann an und hatte einfach keinerlei verliebte Gefühle für ihn, sondern höchstens noch freundschaftliche.
     
    #18
    User 12900, 11 Mai 2010
  19. User 68775
    User 68775 (32)
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Single
    Also jetzt hier auch ein Beitrag einer Frau, die vor zwei Monaten aus dem Grund verlassen wurde... nachdem ich über ein halbes Jahr hin und her mitgemacht habe. Ich wollte drum kämpfen, er war in seiner Gedankenspirale gefangen und total überfordert.

    Ich persönlich finde es ist ein Grund, den man hinterfragen muss. Weil ich nicht daran glaube, dass Gefühle irgendwo aus der Mystik heraus entstehen und verschwinden. Klar, die vordergründige Erklärung ist, irgendwie fühl ich mich nicht mehr wohl, ah, das sind veränderte Gefühle. Bestimmt habe ich mich so verändert, dass es nicht mehr passt.
    Nun, in meinen Augen muss man eben NOCH eine Ebene hinterfragen, wie kommts, dass es nicht mehr passt, WAS passt nicht, WAS fehlt... all das konnte mein jetzt Ex Freund mir nicht beantworten.
    Weil er soweit nie nachgedacht hat. War zu anstrengend - zitat "wenn man zu tief gräbt kriegt man vielleicht Antworten die einem nicht gefallen... mir reicht die erste Erklärung."

    Er war einfach der Meinung, sobald es nicht mehr ABSOLUT ist, dass er mich 24/7 vermisst, nur an mich denkt, es ohne mich blöd findet etc, sobald er sich nicht mehr ABSOLUT sicher ist, dass ich und nur ich die einzige für ihn bin, ist das keine Liebe mehr.
    Nach 3,5 Jahren... ist es für MICH klar, dass Gefühle sich ändern, dass diese Absolutheit vom Anfang nicht halten kan, weil Hormone eine Halbwertszeit haben. Dass man den anderen mit andern Augen sieht und mehr auf Werte wie Freundschaft und Gemeinsamkeiten, Anziehung und Zärtlichkeit baut, also auf Trommelwirbel und Schmetterlinge.
    Für ihn gehört aber der Trommelwirbel dazu sonst ist es nicht die Wahre Liebe.

    Er jagt einer romantischen Vorstellung hinterher, dass man sich nur nach dem Partner ausrichten sollt, und sobald es anstrengend wird, ist es vorbei, weil richtige Liebe ist nicht anstrengend. Nur ein kleines bisschen, aber das ist eigentlich auch immer schön.

    Du sagst, du siehst nicht, was nicht gepasst hat.
    Nun, ich sehs auch nicht in meinem Fall... ausser, dass er zu jung ist und auf dem Ponyhof lebt^^
    Wir hatten zwei wirklich schöne Wochen, wir konnten reden, lachen, hatten wunderbaren Sex, haben viel unternommen - danach hat er Schluss gemacht, weil "etwas essentielles fehlt". Tja.
    Was glaubst du wie gerne ich ihn erschlagen hätte.

    Weil ich so sicher bin, dass ich mehr sehe, mehr verstehe, und das er es sich nur einfach gemacht hat.

    Aber im Prinzip, kann man froh sein, dass man es eher früher als später rausfindet, dass der Mensch mit dem man geplant hatte eine Zukunft aufzubauen einen bei dem ersten was nach Anstrengung aussieht im Stich lässt. So fühle ich mich zumindest, im Stich gelassen. Benutzt so lange ich Kraft und Ausgeglichenheit an ihn liefern konnte, und sobald die Zweifel kamen nach was besserem umgesehen.
    Das Problem war eben die Definition was zur Liebe gehört, wie sie in einer Beziehung sein muss. Er war immer ... emotionaler als ich, für ihn war immer alles absoluter, er war viel stärker verliebt - er konnte mit Veränderungen wie sie ganz normal sind nicht umgehen.

    Das was mir geholfen hat, war eben mit klar zu machen, es ist für MICH besser so, ICH gewinne dadurch auch an Erfahrung und ich habe besseres verdient. Und Beziehungen sind einfach nichts für mich. Versuch gescheitert, zurück zu meiner bewährten Einstellung.

    Soviel zu meiner eigenen Erfahrung, die deine Frage in so fern beantwortet, dass ich ein einfach "die Gefühle sind eben nicht mehr so" auch nicht gelten lasse, weil man es sich damit viel zu einfach macht.
    Wenn ich hingegen weiss, was das Problem in der Anschauung ist, wo es wurzelt und ob man es hätte verhindern können oder nicht, dann mag es sein, dass die erste Antwort ist "Die Gefühle reichen nicht mehr" - nur es sollte noch ein "Weil" folgen...

    Das kann allerdings auch typabhängig sein, ich bin eben eher rational und recht wenig emotional. Meine Gefühle lenken mich nicht, und ich kann sie eigentlich auch immer erklären.
    Er war da anders, Gefühle sind für ihn einfach da und komplett unbeeinflussbar. Und natürlich immer absolut und RICHTIG.
    Keine Ahnung wie deine ExFreundin ist. Wenn sie eben sehr emotional ist, kann es sehr gut sein, dass Flames Beitrag es dir am besten erklärt, das weitestgehende Warum beantwortet, das du fragen kannst.
    Ich brauch die Antworten, um ihn nicht zu verachten - darum hab ich sie mir eben selbst gegeben.

    Vielleicht hilfts dir in deinen Überlegungen ein wenig weiter... es ist immer eine Frage der Bewertung von Dingen, und jeder bewertet in seiner Welt einfach anders.
    Dagegen kann man nichts tun, ausser es zu akzeptieren und es für sich so zu erklären, dass man nicht den Verstand verliert.
    Ich wünsche dir alles gute, ist ein schmerzhafter Prozess, aber ... mein weiser Grossvater sagte, nichts ist so schlecht, dass es nicht für irgendetwas gut ist.
     
    #19
    User 68775, 11 Mai 2010
  20. User 37900
    User 37900 (32)
    Teammitglied im Ruhestand
    1.798
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    145
    vergeben und glücklich
    Vielleicht eben deswegen. Eine Beziehung ist stets im Fluss und es ist gut, wenn Veränderungen geschehen. Man stellt sich dann wieder neu aufeinander ein, lernt andere Seiten des Partners kennen und lieben, lernt die bereits bekannten Seiten noch mehr zu schätzen.

    Ich denke auch, dass es keine glaubwürdigere Begründung für das Ende einer Beziehung gibt, als dass keine Gefühle mehr für den anderen vorhanden sind.
     
    #20
    User 37900, 11 Mai 2010

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