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Gefühlskalt? Apathisch?

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von sum.sum.sum, 13 April 2009.

  1. sum.sum.sum
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    Ja Grüß Gott ;-D
    Es ist schon einige lange Zeit her, dass ich mich hier das letzte mal hab blicken lassen... seit damals - seit dem ich-krieg-nix-auf-die-reihe-und-find-keine-Frau-mimimimi-Stand hat sich einiges getan. Leider weniger zum Guten, wie ich... vielleicht mir selbst eingestehen muss.

    Vielleicht ein kurzer Einstieg... ich war Zeit meines Lebens nicht wirklich mit einem Adoniskörper gesegnet. Eigentlich war ich bis vor 3-4 Jahren ziemlich übergewichtig, was natürlich an meinem Selbstbewusstsein genagt hat, und bis ich etwa 20 wurde dafür verantwortlich war, dass ich keinerlei intimen Kontakt (naja, eigentlich hatte ich nichtmal Dates) mit einer Dame hatte.

    Ich habe mir Zeit meines Lebens immer viele Gedanken gemacht, warum und wieso, mich teilweise depressiv gedacht und das Niveau im PLF sowie PLC auf exzessives Mitleid gesenkt :-D Die Zeit bis dahin war nicht schön, ich hab eigentlich alle Meine Probleme auf mich selbst, meinen Körper geschoben, und hab ihm sehr einfallsreichen Wahn gelebt, dass eine Frau die Lösung all meiner Probleme wäre. Ja, das gibts tatsächlich...

    Als ich mit etwa 19-20 eine Ausbildung antrat haben sich einige Dinge geändert. Zu Beginn hatte ich stark abgenommen (von 125 auf etwa 85), was sich erst 1-2 Jahre später als Förderlich bei der Frauensuche ausgewirkt hat. Der Partymensch bin ich nicht, ich wohn auf dem Land, teils recht abgeschieden... nunja.

    Es folgten die ersten Erfahrungen - während einer Nacht in Berlin zum Pizza essen :smile:-D Honigkuchenvollmondgrinsen im Gesicht ^^ Und ja Herr SuperFloh, du hast mit deinem Anruf nachts um 1 gestört :-P), dann war wieder Monate "stille" um Kontakte zum weiblichen Geschlecht. Dann hatte ich eine Datingphase von gut einem Jahr; ich hatte bestimmt 40 Frauen getroffen (manche öfter), jedoch ... war da nie etwas passendes dabei (manchmal von meiner Seite, meistens vom Gegenüber).

    Es wurde wieder ruhig... ich wurde wieder unzufriedener... und irgendwann vor nichteinmal 6 Monaten (ich bin jetzt 22) hatte sich eine Dame in mich verliebt, der ich nicht abgeneigt war. Ich war nicht verliebt, sie war nicht ... genau das, was ich als roten-Faden bezeichnen würde, der sich durch meine bisherigen... Attraktivitätsaspekte an Frauen gezogen hätte... ich hatte damals ein Gespräch mit einer guten Freundin, die mir sagte, ich solle es einfach mal versuchen - vielleicht entwickeln sich ja noch Gefühle, ich solle einfach mal einer Frau die Chance geben an mich ran zu kommen und mir selbst, glücklich zu werden. Zudem hatte ich die Schnauze voll alleine zu sein - nach 22 Jahren ohne je eine Beziehung gehabt zu haben - also... begann ich eine Beziehung.

    Anfangs war das okay und ganz schön - für vielleicht 4 Wochen. Nach und nach wurde mir das zuviel - mag sein, dass ich nicht so auf Verpflichtungen stehe - oder das sie zu sehr .. geklammert hat. Mir gingen diese täglichen Telefonate schnell auf die Nerven, ich begann zu lügen... vorzutäuschen, ich hätte keine Zeit. Auch hab ich schnell festgestellt das "Seks" nicht sonderlich... prickelned ist.. naja, ich bin Jung, unerfahren - wahrscheinlich liegts daran. Jedenfalls... entgegen dem, was viele von mir erwartet hätten, hatte ich kein sonderliches Interesse am Beischlaf gefunden - über 3 Monate hatte ich imho 6-8 x Seks, zum Ende hin hat mich das so wenig interessiert das ich mich mit Jessica Alba Pics rallig machen musste, damit Sie (noch) nicht merkt, dass ... Sie nicht die Richtige für mich ist.

    Ich habs kurzer Hand beendet, bevor's schlimmer geworden wäre... ein... sehr tragischer Abschied ihrerseits, und ich hab mich.. wochenlang schlecht gefühlt, weil ich mir wie ein Arschloch vorkam. Wahrscheinlich bin ich auch eins, aber ich dachte, es wäre mal an der Zeit eine Beziehung zu versuchen - ich hab nie "gelogen" was meine Gefühle angeht, eine Zeit lang war auch ein Nähegefühl da, das verschwand jedoch so schnell wie's kam.

    Naja. Nachdem das mit ihr vorbei war, war ein paar Wochen Stille, bis ich wieder eine Frau traf die auch nicht ganz das war, was ich mir unter meiner zukünftigen vorgestellt habe... ich habe gleich im Vorfeld klar gestellt, dass ich anscheinend ein schwieriger Mensch bin, mich nicht binden möchte - oder zumindest nach eigener Einschätzung viel Zeit brauche, mich zu verlieben. Eine unbestätigte Vermutung. Leider hatte ich's ihr anscheinend angetan - wir haben uns nur wenige male getroffen, hatten beim vorletzten mal Seks. Ich hab dann gemerkt, dass es drohlich so wirkt wie bei meiner letzten Beziehung - keine Gefühle meinerseits, Gefühle auf Ihrer seite - also hab ich das ebenfalls beendet, bevor's schlimmer wird.

    Okay. Soviel zum Rahmen. Jetzt zu meinem Problem.

    Ich glaube, ich hab ein Problem. Ich glaube, mich bezeichnet man am besten als "gefühlskalt", oder,.. Gefühlsapatisch... fast der Ataraxie verfallen. Ich pflege keine sonderlich tiefen, emotionalen Beziehungen - nicht zu Freunden, und auch nicht zu meiner kleinen Familie. Alles, was mir nicht behagt, geht an mir vorbei wie Butter... ohne großes Trauern, ohne großen Ausbrüche. Vor nichtmal zwei Jahren ist mein Vater gestorben. Ich hab am Tag, als ichs Erfahren hab, geweint. Ab da an nie wieder. Ich war nur zur Beerdigung an seinem Grab. Ich habe alles, was mit Ihm zu tun hat, feinsäuberlich in eine Kiste gesteckt und irgendwo ganz tief drinnen vergraben. Vielleicht ists mir auch egal. Könnte auch gut sein...

    Kurz darauf verstarb meine Oma, und mein Opa. Ich war permanent meiner leidenden Mutter und Schwester ausgesetzt. Ich hege kein Gefühl des Bedauerns, ich teile kein Mitleid und auch kein Mitgefühl. Vor kurzem wurde meine verbliebene Oma (der letzte Kontakt zum "Rest" unserer Familie, mit dem Seit gut 10 Jahren Funkstille wegen irgendwelcher Differenzen jetzt verstorbener Menschen herrscht) wg. eines Hirnschlags eingeliefert. Diagnose globale, permanente Aphasie, halbseitig gelähmt. So kalt das klingt, ich hab Sie abgeschrieben und bezweifle, dass sich an Ihrem apartischen Zustand etwas ändert. Im Gegensatz zu anderen sehe ich Sie mehr oder weniger als "tot" an - sie reagiert auf keine Einflüsse, und bis zu ihrem tatsächlichen Tot wird sich meiner Meinung nach daran nichts ändern.

    Ich bin wiederrum meiner Mutter und Schwester ausgesetzt, denen ich nie sagen konnte oder wollte, dass das alles so "leicht" an mir vorüber geht.

    Ich weiß, dass sich diese Worte ziemlich hart anhören - aber ich erbitte ja auch nicht Feedback auf Basis beschönigter Tatsachen...

    Nach meiner ersten und bisher letzten Beziehung hab ich festgestellt, dass sich durch eine Frau keine Probleme lösen lassen, sie höchstens noch mehr Verursachen. Ich hab festgestellt - einmal mehr - dass ich noch viel alleiner und einsamer dasteh als zuvor. Nie konnte mir eine Frau, noch Freundin, noch Familie das Gefühl geben, irgendwo zugehörig und verstanden zu sein. Ein Gefühl der Seelenverwandtschaft, Heimat, Verbundenheit... irgendwas. Ich weiß, dass ich alleine bin, und ich - wiederrum - selbst damit klar kommen. Mein Vater hat immer gesagt, Hilf dir selbst, oder es hilft dir keiner. Komischerweise steht dem mein Auftreten gegenüber anderen entgegen - was andere betrifft bin ich ziemlich hilfsbereit und selbstlos. Vielleicht auch nur aus der Intention des unterbewussten Wunschs, iwann auf jemanden zu treffen, der es mir gleich tut...

    Rückwirkend auf die letzten 7 Jahre gesehen, war ich _nicht einmal verliebt_. Die "Liebschaften" oder "auserkorene Objekte" meiner Jugend waren alle äußerst attraktiv - weit außerhalb meiner eigenen; ich glaube ich war damals einfach nur "geil" oder angetan von der Ästhetik schöner Körper; vielleicht auch dem Prestige, das Sie unakzeptierten Ansehen verleihen könnten.

    Auch heute, glaube ich, weiß ich nicht, was "Liebe" eigentlich ist. Ich hatte nie, _NIE_, auch nur ansatzweise eines der beschriebenen Gefühle, das man aus Filmen oder von Freunden kennt. Schmetterlinge im Bauch, Sehnsucht nach emotionaler Nähe, ... losgelöst von jeglicher Körperlichkeit. Ich fühle mich schlecht, weil ich auch das nicht auf die Reihe krieg.

    Wenn ich mir so Leute betrachte, die nach einmal sehen von der großen Liebe schwärmen, dann beneide ich Sie darum von heut auf morgen so zu empfinden - oder es zumindest zu glauben. Ich hab schon Kontakt zum anderen Geschlecht - und da sind auch sicherlich recht hübsche Damen dabei. Aber ich weiß, dass mein "Verlangen" und meine "Begierde" nur körperlicher Natur sind, und davon hatte ich bis jetzt nicht viel außer Ärger.

    Ich hasse mich dafür, mich selbst so verkorkst entwickelt zu haben, dass ich zum heutigen Zeitpunkt zwar "Frauen" haben kann - das, wonach ich wohl die letzten 6 Jahre gestrebt hab - aber es jetzt nicht das ist, was mich emotional befriedigt. Ich will mich verlieben - gott verdammt, ich steh auf jeden scheiss übertriebenen Liebesfilm, weil er mir Hoffnung gibt, irgendwann mal jemanden zu treffen, für den ich wortwörtlich mein Leben geben möchte, nur um ein paar Stunden mit ihr spazieren gehen zu dürfen. Ich will mich emotional binden, so tiefgreifend, dass ich deren Verlust nicht überleben könnte.

    Ich weiß, das klingt auch diesmal ziemlich ... naja, vielleicht etwas verträumt.

    Aber ich weiß aktuell wirklich nicht mehr, was mit mir los ist. Es ist ja nicht so, als würde ich mich verschließen, oder würde niemandem von meinen Gefühlen erzählen können - ich bin generell ein sehr... Gefühlsflacher Mensch, heißt, ich habe ziemlich wenige, geringe Gefühlsschwankungen. Ich freue mich nicht wirklich oft oder intensiv, genauso wie ich wenig Trauer, aufgeregt oder sauer bin. Meine Gefühlslage lässt sich wohl am besten... mit gedämpft-neutral beschreiben, und das ist, wenn ichs mal so sagen darf, ein ziemlich bescheidenes Gefühl...

    Nein, ich nehme keine Medikamente und nein, ich trinke garnicht/äußerst selten Alkohol. Und zum kiffen bin ich bisher noch nichtmal gekommen.

    Wenn ich damals, mit 16 Jahren, eine Freundin gefunden hätte, wäre ich heute wahrscheinlich nicht so verkorkst. Das, was ich heute bin, rührt - nach Jahren des Grübelns - aus meinem damaligen Übergewicht, dass ein stark gemindertes Selbstwertgefühl und -bewusstsein zur Folge hatte. Heute ist das nicht anders - ich kämpfe immernoch mit meinem Gewicht, weil ich immernoch ein Bäuchlein mit rum trag. Zwar gewichtet das nicht mehr so stark wie früher - aber das maue Selbstbewusstsein ist immernoch vorhanden... vielleicht auch etwas abgeschwächter, aber noch deutlich da.

    Kann mir jemand sagen, was mit mir los ist? Eine Aussage wie "Ich empfehle dir nen Therapeut" würde mir genügen... das hatte ich schon öfter forciert, aber nie angegangen...
     
    #1
    sum.sum.sum, 13 April 2009
  2. Fluxo
    Ibiza
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    nicht angegeben
    Moin! :smile:

    Diese Gefühlskälte kenn ich irgendwoher - allerdings ist sie bei mir eher ein Selbstschutz, die Angst vor dem Verletzt werden, wenn man sich dem anderen öffnet...

    Bei mir ging diese Erfahrung, bis ich eine Freundin von mir traf - mit ihr konnte ich damals über alles reden, war insg. eine sehr harmonische Freundschaft... Ok, die Sache ging irgendwann brutal nach hinten los, aber ich wußte/ weiß das es sowas platonisches sehr wohl gibt. Ähnlich ging es mir auch mit meiner einen Ex-Freundin, naja... bin mehr als einmal auf die Schnauze geflogen, aber eben gerade die Erfahrungen, die ich in jenen Momenten gemacht habe sind es, die mich irgendwie weiter daran glauben lassen.

    Was mit dir los ist? Nun ich würde sagen du grübelst vielleicht einfach zuviel? Nicht das dieses Denken falsch wäre - aber mal ehrlich, mich hat es noch nie so richtig weitergebracht..

    Wenn du zu ´nem Therapeuten gehen möchtest, dann mach das doch, probier es aus..

    Ich kann dir sagen, dass es diese "Seelenverwandschaft" durchaus gibt - wann & ob man so jemanden trifft hat man m.M.n. aber nicht selbst in der Hand. Ich kann schlecht auf die Straße gehen und sagen "Heute treffe ich DIE Eine, MEINE Seelenverwandte", dass ist in meinen Augen ein verkrampfen auf ein Ziel - und verkrampft war ich die letzten Jahre def. zuviel, deswegen lass ich es sein.

    Ein Ratschlag, der manchmal nicht schlecht ist - wenn du selbst dein bester Freund wärest (was man ja eig. auch ist), mit den von dir gemachten Erfahrungen... was würdest du dir in den einzelnen/ der jetzigen Situationen raten?
     
    #2
    Fluxo, 13 April 2009
  3. xoxo
    Sophisticated Sexaholic
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    Verheiratet
    Ich bin auch der Meinung, dass du dir viel zu viele Gedanken machst und im Gegensatz dazu einfach zu wenig Handelst, zu wenige Dinge in die Tat umsetzt. Nichts was du erzählst, ist jetzt wirklich außergewöhnlich oder sonderbar oder klingt hart, du bist ein Mensch wie jeder andere mit individuellen Problemen, an denen er arbeiten sollte. Ich möchte dir nur mit auf den Weg geben, dass Liebesschnulzen genau wie Pornos und alle anderen Filme nicht die Realität darstellen, dass du dich, weil du soviel von deinem Körper, von deiner Gefühlswelt abhängig machst, dein Selbstbewusstsein weiter aufpäppeln solltest, da du dich sehr unter Druck zu setzen scheinst und eine negative, pessimistische Einstellung nicht gerade hilfreich ist, dass deine Oma vielleicht nicht reagiert, was nicht heißt, dass sie nichts mitbekommt und das ein paar Stunden mit einem Psychologen sicher nicht schaden würden.
     
    #3
    xoxo, 13 April 2009
  4. User 20976
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    Off-Topic:
    Hab mal den Thementitel geändert, das Wort schreibt sich "apathisch" :zwinker:.


    Ob Dein Verhalten bzw. Empfinden wirklich "unnormal" und behandlungsbedürftig ist, weiß ich nicht. Mir fiel aber der Begriff der Gefühlsblindheit ein, Alexithymie. Allerdings kannst Du ja offensichtlich die Gefühle anderer erkennen (traurige Familie etc.), auch wenn das bei Dir keine empathische Reaktion auslöst. Ob Du nur (halb)blind für Deine eigenen Gefühle bist oder sie unterdrückst/verdrängst, kann ich nicht beurteilen. Du scheinst recht rational an Dinge heranzugehen, auch an "menschliche Katastrophen" (Schlaganfall der Großmutter).

    Wenn Du schon länger drüber nachdenkst, Dich mal zu einem Psychotherapeuten zu begeben: Machs einfach. Vielleicht kann Dir ein Therapeut Hinweise geben, wie Du Zugang zu Deinen Gefühlen bekommst.

    Wie empfindest Du denn Deine Gefühlskälte? Oder siehst Du auch das eher "kalt"? Besorgt, weil unnormal?
     
    #4
    User 20976, 13 April 2009
  5. sum.sum.sum
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Ach mosquito, dich hab ich vermisst ^^

    Wie ich meine gefühlskälte empfinde? Naja, anteilslos? Mich bringt generell ziemlich wenig aus dem Runder, auch bin ich ein Mensch, der sich - wenn überhaupt - nur sehr kurz an etwas erfreut. Im Falle von div. Hobbies oder Freizeitaktivitäten (und auch meine "Liebeleien" würden zeitlich in diesen Rahmen passen) von etwa 14 Tagen.

    Und ja, ich bin jemand der viele Dinge nüchtern und objektiv betrachtet.

    Es ist kein gutes Gefühl, zu wissen, dass man in all den Jahren nicht einmal auf eine Person gestoßen ist, die in einem auch nur ansatzweise tiefe, emotionale Gefühle geweckt hat. Ich spreche hier explizit von Emotionalität - körperliches Begehren ist, schätzungsweise, mindestens genauso ausgeprägt wie bei dem "gemeinen Mann", für mich jedoch irrelevant, weil's mich in meiner Situation nicht weiter bringt (also, Beziehungen auf körperlichem Niveau)

    Das Gefühl verstärkt natürlich das Wissen, einsam und alleine zu sein, und seine Probleme selbst lösen zu müssen - das es vllt. nur eine verschobene Wahrnehmung seiner selbst ist, die man ändern muss, um Probleme zu rationalisieren. Jedoch bin ich schon seit längerem dem Glauben verfallen, dass sich Menschen selbst nicht ändern können (und wenn, nur in einem marginalen, geheuchelten Rahmen) - wenn, dann nur als Reaktion auf den Einfluss eines oder mehrerer von zweiten und dritten Personen. Ich bin ein guter, sympathischer Mensch, mit für mein Alter / meine Zeit ungewöhnlichen Moralvorstellung und Prinzipien. Ich hege keine Grolle, keine fanatischen Gedanken oder bin auf sonst eine Weise "schlecht" oder "böse". Bisher der Traum jeder Schwiegermutter [...]

    Deswegen versteh ich's manchmal wirklich nicht... andere sind Glücklich - oder können sich zumindest immer wieder intensiv an sich, Gegenständen oder Menschen erfreuen. Ich hab seit vielen Jahren Freunde, die immer in einer Partnerschaft gelebt haben (vorwiegend Frauen), bei denen ich mit den Jahren immer wieder mal eine Beziehungskrise, eine Trennung und eine Wiederfindung - oder neue Partnerwahl - beobachten und miterleben durfte.

    Ich kenne also zumindest ansatzweise das Potential, was in solchen emotionalen Bindungen steckt - Zuverlässigkeit, Stütze, "Seelenheil", ... die Liste ist lang. Und ich hasse es, ich hasse es wirklich, dass ich bisher nicht dazu fähig war, mich ebenfalls so zu binden. Ein sich-zu-verlieben zu erzwingen geht ja schlecht ...

    Ich war stets unzufrieden mit mir und der Gesamtsituation - schon seit Jahren. Kaum hab ich ein... auf ein Podest-gestelltes Problem "gelöst", erkenne ich, dass es zu keiner Zeit ein Problem war, und mein eigentliches Problem wo anders liegt. Das wird dann wieder auf ein Podest gehievt, und wiederrum wiederholt es sich... ich bin es leid mich - trotz meines nüchternen Charakters - selbst zu enttäuschen, in dem ich mich - um mit vielleicht einem etwas ruhigeren Gewissen einzuschlafen - auf Probleme oder Tatsachen fixier, all meinen Hass, meine Vermutungen und Hoffnungen dort reininterpretier, und keine Ruhe geb, bis die Tatsachen aus dem WEg geräumt oder die Probleme gelöst sind.

    Das ist zwar nicht richtig, hat sich aber bisher öfters als im-Endeffekt-positiv erwiesen. Meine Abnehm-Aktion vor paar Jahren war z.b. eine "alle meine Probleme kommen nur daher, das ich dick bin"-Aktion. Das ist äußerst naiv, destruktiv und falsch. Aber hey. 40 kg sind dabei hops gegangen...

    Mich stört es einfach, dass mir ständig von der ganzen Welt (und insbesondere meinen Freunden, ja god dammit, selbst von meiner MUTTER) vor Augen gehalten wird, wie "einfach" es ist einen Partner zu finden, und mit ihm schöne Momente zu verbringen (die durch die emotionale Bindung um ein vielfaches stärker wirken) - auch selbst dann, wenn Sie eigentlich garnicht so glücklich sind, es sich aber zumindest einreden. Das funktioniert bei mir im übrigen auch nicht ...

    Ich komm immer wieder auf den Schluss, dass ich - was solche Dinge anbelangt - einfach Pech hab. Rationale Gründe gibt es nicht. Und das mir ständig die eigene Unfähigkeit in Gegenwart von anderen vor Augen geführt wird, lässt mich auch nicht gerade zu einem Menschenfreund werden...
     
    #5
    sum.sum.sum, 13 April 2009
  6. User 20976
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    vergeben und glücklich
    Hm, wie darf ich die "^^" denn deuten? Hast Dich jedenfalls "gemacht", ich erinnere mich noch an Dein frühere Profilbild :zwinker:. Glückwunsch zur Gewichtsabnahme!

    Ich kann verstehen, dass Dich die geringe Emotionalität belastet. Kannst Du Dich für etwas begeistern, wenn schon nicht für jemanden? Also bist Du von etwas begeistert, ob Musik, Sport/ Sportmannschaft, Filme bestimmte Gegenstände (Motorrad)...?
    Oder bist Du insgesamt eher nüchtern und kühl?

    Früher hat mich irritiert, dass ich so wenig begeisterungsfähig war, was Männer angeht. Ich verliebe mich nur sehr sehr selten. Das erste mal erst mit 20, dann wieder drei Jahre nicht. Insgesamt gab es in meinem Leben nur drei Verliebtheiten.
    Dass ich Leute toll finde, kommt schon vor, aber "hin und weg" war ich nur bei drei Männern - und in zwei Fällen hat es Monate bzw. Jahre gedauert, bis ich nach dem Kennenlernen kapiert habe, dass ich sie nicht nur sympathisch finde, sondern sogar verliebt bin.
    Verlieben ist halt nicht mein Haupttalent. Aber wenn ich dann mal verliebt bin, dann auch "richtig" und intensiv. Vielleicht wars bei Dir einfach noch nicht soweit, dass Du derjenigen Person begegnet bist, für die Du dich begeistern kannst?

    Ich kann nicht beurteilen, ob Du einfach ein nüchtern-rationaler Einzelgänger bist, der die anderen geselligen Menschen beneidet, oder ob mehr dahintersteckt.

    Probier doch einfach mal eine psychotherapeutische Beratung aus, wenn Du darunter leidest, dass Du so wenig zu emotinalen Bindungen fähig zu sein scheinst.

    Kannst Du Dich denn darüber freuen, dass Du jetzt bei Frauen "Erfolg hast"? Oder ist das eher ein gemischtes Gefühl, weil Du die Verliebtheitsgefühle halt nicht erwidern konntest?

    Sich einzureden, man sei in einer Beziehung glücklich, wenn man es nicht ist, solltest Du gar nicht anstreben. Ich finde es völlig richtig, dass Du die erwähnte Beziehung ausprobiert und dann beendet hast. Erzwingen lässt sich Verliebtheit wirklich nicht.
    Dass Du Dir Etappenziele setzt, finde ich gut. Vielleicht sind Deine Erwartungen bezogen auf die Folgen der Problemlösung überzogen?
     
    #6
    User 20976, 13 April 2009
  7. sum.sum.sum
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    Ich schätze seit Jahren (mittlerweile kann man das ja sogar so sagen...) deine bedingungslose Unverblümtheit, was Ratschläge angeht... das ist nicht negativ gemeint; ganz im Gegenteil. Ich mag Menschen (und insbesondere Frauen), die eine gewisse... Authorität, erkennbar an deren Äußerungen und "Aufgewecktheit" ausstrahlen :zwinker:

    Aussehen ist irrelevant - das lerne ich vielleicht irgendwann auch noch...

    Nein, ganz im Gegenteil. Ich habe seit vielen Jahren ein unbegründetes Bedürfnis, das ich nicht stillen kann. Mit nichts. Früher dachte ich, ich brauche eine Frau - weil ich sonst im Leben und dessen Konstrukt keinen Sinn gesehen hab. Heute weiß ich, dass da sehr wohl viel wahr dran ist - aber es auch "etwas anderes" geben muss, an dem man sich erfreut.

    Ich versuche dieses "Bedürfnis" seit 1-2 Jahren aktiv zu stillen - ich habs mit div. Sportarten (und teils auch in Gesellschaft) versucht. Tischtennis, Schützenverein, Joggen, Fitness-Studio, Disco's ... die Liste ist ziemlich lang. Mein Ehrgeiz und meine Begeisterung (die wahrscheinlich generell eine Illusion war) hielt - wie bereits erwähnt - nie länger als vielleicht 2-4 Wochen. Ich verlor das Interesse an dieser Regelmäßigkeit, und insbesondere bei Sport hat Sie nie ein Gefühl der Befriedigung eingestellt - idR immer nur Ärgernis oder Unmut / Unlust, die Tätigkeiten weiter zu verfolgen.

    Allgemein sehe ich mich selbst und gelte auch so, als "spontaner Typ". Ein Beispiel: Vor wenigen Wochen gings mir nicht wirklich gut, hatte mal wieder eine Durchhängerphase was meine Emotionale Verfassung angeht. Ich beginne dann meistens mir Dinge zu suchen, die ich ändern kann. Kurz darauf war mein Wohnzimmer dran... war im Ikea, hab ein paar Euro ausgegeben, mir neue Regale & Co besorgt, und das ganze neu eingerichtet. Demnächst ist mein Schlafzimmer dran.

    Ich erfreu mich dann dran, dass es "neu" oder mehr dem Entspricht, was ich mir für mich selbst vorstell'. Durch meine Mutter/Eltern, durch unser Grundstück und meine Herkunft, bin ich... sagen wir, ein gewisses Niveau gewohnt. Sowohl was die Einrichtung als auch Prestigeobjekte anbelangt. Ich bin nicht stolz drauf, jedoch... werde ich wirklich krank, wenn ich manchmal die Wohnungen von anderen, von Freunden sehe.. wie sie sich ein kleines Liebesnest eingerichtet haben, gemeinsam,... ich bin alleine, und ich merze eins ums andere mal Hinweise auf meine Einsamkeit durch Veränderung aus. Mein Wohnzimmer war sicherlich nicht "hässlich", aber auch nicht sonderlich hübsch. Jetzt würde ich's als Frauentauglich bezeichnen - ob ichs wirklich für mich eingerichtet hab, bezweifle ich dann doch stark...

    Das gleiche gilt bei Käufen.. ich bin Fachinformatiker, ergo recht angetan von technisch-versiertem Spielzeug. Ich wechsle meine Notebooks, laut einem Kollegen, öfter als die meisten ihre Unterwäsche. Meistens - oder in der Regel - sind meine "Spontankäufe zur Bedürfnisbefriedigung" mit relativ hohem, finanziellen Verlust versehen. Ein Beispiel: Ich hab mir mal nach Markteinführung eine Wii gekauft. Nach 2 Wochen hab ich sie bei eBay vertickt, weil ich kaum gespielt hab und auch keine Gesellschaft hatte... sehr klug, sich da eine Gesellschaftspielkonsole zu kaufen...

    All das begründet sich auf einem ungenannten, für mich nicht definierbaren Bedürfnis, dass sich durch nichts - durch NICHTS - länger als 2 Wochen stillen lässt. Weder durch Käufe, noch durch Frauen, Seks, Möbel, Sport,... ich hab bis jetzt nichts gefunden, was mich glücklich macht. Nichtmal ansatzweise. Hobbies hab ich keine, den Versuch, mich für etwas zu begeistern, bin ich langsam sogar leid. Ich bin es leid, mich ändern zu wollen, um glücklich zu werden.

    Mir wurde mal gesagt - und mit etwas Glück kam das sogar von dir - "Nicht Glück macht zufrieden, sondern Zufriedenheit glücklich". Ich brings nicht auf die Reihe, mit etwas zufrieden zu sein. Auch nicht mit mir selbst.

    Ein etwas erfahrenerer Kollege beschrieb es so, dass ich in einer Divergenz leb - meine aktuelle Realität deckt sich nicht mit der, in der ich mich selbst sehe oder sehen möchte. Eine Kluft aus selbstauferlegtem Ist- und Sollzustand. Laut ihm wäre das nicht weiter schlimm - ich sei jung, jeder hätte mal solche Selbstfindungsphasen, in denen er nicht weiß, wohin er gehört, wie sein Weg weiter gehen soll. Das sich da die eigenen Wünsche nicht mit dem Decken, was man momentan selbst an sich wahrnimmt, sei normal, und ich solle "toleranter" mit mir selbst sein, was das anbelangt. 5 gerade sein lassen, etc.

    Ich würde mich schon fast als schizophren bezeichnen - mein eigenes Handeln und Sein, wie ich es sehe, wie ich es für mich wahrnehm und finde - und dem, wie ich auf andere Wirke und mich gegenüber anderen verhalte.

    Ich selbst bin der ultimative Pessismist - ich rechne mir keine sonderlichen Berufsschancen an, gehe generell sehr nüchtern und unbefangen an Dinge heran, bin ein Kosten/Nutzen-orientierter Typ. Gegenüber anderen bin ich ein extrermer Optimist - spreche Mut zu, zeige Alternativen auf, helfe Menschen unbegründet und ohne große Vertrauensprobleme. Ich verleite sie zum träumen, vermittle den Glauben an "Luftschlösser", die Hoffnung nicht zu verlieren, bin eine Stütze und zu jeder Zeit bereit, mir ein Bein auszureißen, ohne Aussicht auf entsprechende Gegenleistung.

    Es gibt nur zwei Menschen, denen ich zutraue und von denen ich weiß, dass Sie mich verstehen, wie ich bin. Ich ... habe aus irgendwelchen Gründen ein ziemlich provokantes, frauenfixiertes Auftreten - ich reiße manchmal derbe Witze, gebe mich in gewohnter Gesellschaft gerne Arrogant und Exzentrisch - ich bin das aber eigentlich garnicht... mich interessieren Dinge wie Seks oder Anstößigkeiten nur sekundär. Diese beiden Menschen wissen das, oder haben es selbst - aus eigener Wahrnehmung - erkannt, und lassen das dann auch gerne mal mir gegenüber raus: "Hrhr, die kleine da vorne schaut aus als ob Sie's mal wieder nötig hätte, findest du nicht? *fettes Grinsen*" - da kommt dann meist ein "Ach Basti, wir wissen doch, dass du das Interesse verlierst sobald Sie nur das erste Kleidungsstück fallen gelassen hat, also tu nich so".

    Solche Menschen sind bis dato sehr selten für mich; und es ist ein ungemein befriedigendes Gefühl jemanden zu kennen, der nicht die üblichen Trugschlüsse aus meinem Verhalten zieht - sondern genau das, was ich innerlich eigentlich denke. Vielleicht bin ich deswegen so auf Frauen fixiert - wegen der Befriedigung, die man aus soetwas ziehen KÖNNTE, wenn die Verhältnisse stimmen... leider findet man soetwas - zumindest ich - nur bei Frauen, die etwas älter sind als ich. Mich reizt Reife und Authorität, wie ich bereits einleitend gesagt habe - leider hab ich das Gefühl, dass dieses Gefühl des Begehrens aufgrund nicht-körperlicher Attribute dann vereebt, wenn ich bekomme, wonach es mir verlangt.

    Das würde zu meiner bisherigen Verhaltensweise- und charakteristik passen, und verleitet mich zur Annahme, dass ich ein kleiner scheiss Perfektionist bin, der mit nichts zufrieden ist.

    Ich hasse diese Selbstanalysen... da lügt man sich doch selbst ins Gesicht - jeder der denkt, er könnte sein Handeln objektiv betrachten, heuchelt sich selbst vor, über seine eigene Subjektivität erhaben zu sein... bahh...

    Ich hab scheinend nicht bei den Frauen erfolg, bei denen ich gerne Erfolg hätte - mitunter wohl bedingt durch mein maues Selbstbewusstsein. Jedoch, wie bereits erwähnt, sind das körperliche Gelüste. Es gibt sehr wenige Frauen die mich auf spiritueller Natur reizen - weniger als eine Hand voll - und bei denen begnüg ich mich, wenn überhaupt, auf eine platonische Freundschaft, da alles andere aufgrund von äußeren Begebenheiten nicht umsetzbar ist (Alter, familiäre Begebenheiten, Partnerschaften). Ich geb zu, mich reizen Menschen mit Erfahrung ungemein, und ich bin für jedes tiefgründige Gespräch dankbar, das ich mit solchen Menschen führen kann... ich lerne daraus viel. Vielleicht ists auch nur das... ich kann dadurch meine eigene Unzulänglichkeit, mein Leben so zu formen wie ich's gerne hätte, durch das Gefühl etwas gelernt zu haben, gereift zu sein, kaschieren..

    Und nein, ich fühl mich nicht gut ... wenn ich mir überleg, was mit meiner ersten Beziehung gelaufen ist; dass ich kurz drauf wieder jemandem nen Korb geben musste, weil ich's mit dem verlieben nicht so hab... ich beneide Frauen, weil ich selbst der Meinung bin, dass sie mehr und intensiver lieben als Männer. Es ist ... ein scheiß Gefühl, jetzt Frauen abzuweisen, wo man sich jahrelang danach gesehnt hat, das jemand Gefühle für einen entwickelt. Aber damit ists halt leider nicht getan...
     
    #7
    sum.sum.sum, 13 April 2009
  8. User 20976
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    Ich erinner mich noch, dass ich Dich mal etwas penetrant drängelte bezogen auf Lehrstellensuche ;-)...

    Ich schreib mal auf, was mir zu Deinem Beitrag so einfällt. Ob das hilfreich ist, ist eine ganz andere Frage :zwinker:.

    Was Du beschreibst, klingt etwas rastlos. Als seist Du auf der Suche.

    Aber zur Ruhe kommst Du nicht, Du bist zu unstet, um bei einer Sache (einem Menschen) zu bleiben. Dabei bist Du durchaus sehnsüchtig - nur wird bislang Deine Sehnsucht nicht gestillt. Und wirklich benennen kannst Du auch nicht, wonach Du Dich sehnst.

    Dass Du verschiedene Sportarten angefangen und schnell wieder aufgegeben hast, wirkt auf mich auch so, als seist Du sehr ungeduldig und wenig ausdauernd, als verfliege der Reiz von "etwas" (ob Aktivität oder Besitz) sehr schnell. Hast Du nie probiert, mal einer Sache länger treu zu bleiben? Auch wenn Du nach vier Wochen erstmal den ersten "Appetit" gestillt hast und keine Lust mehr drauf hast? Klingt auch nach einer Art Konzentrationsproblem - lieber etwas Neuem zuwenden...

    Für mich sind Sportarten eine Art Selbstzweck. Ich mache keinen Leistungssport, sondern mag meine Sportarten, weil mir die Bewegung gut tut. Der Sport gehört dazu.
    Ich mag diese Konstanten in meinem Leben - eine Sportart begleitet mich jetzt schon ein Jahrzehnt. Auch da hab ich mal lustlose Phasen und mache mal Pause, klar.
    Ich weiß nicht, mit welchen Erwartungen Du an diese Hobbys gegangen bist. Mit einem Hobby löst Du keine Probleme - aber Du hast einen Zeitvertreib und je nach Hobby auch Möglichkeit zum Knüpfen von Kontakten (die sich über die regelmäßigen Termine rund ums gemeinsame Hobby entwickeln). Ob eine Sportart etwas für Dich ist, wirst Du nicht in nur zwei Wochen merken. Nie versucht, mal länger am Ball zu bleiben? Inwiefern wurden in so kurzer Zeit die Hobbys zum Ärgernis? War das wegen der Enttäuschung, schon wieder nichts gefunden zu haben, was Dich länger fesseln kann?

    Bezogen auf den Technikkram frage ich mich natürlich, woher Du nur all das Geld nimmst. Das hat aber noch keine Ausmaße von Kaufsucht, oder? Du sprichst von finanziellen Verlusten - verschuldet bist Du aber nicht, oder?

    Ein wenig erinnert die Beschreibung jedenfalls an das, was ich über Kaufsüchtige las: Neues haben wollen, aber dann schnell die Lust verlieren und es gar nicht nutzen. Das "Habenwollen" als Kick. Gibst Du denn den Habenwollen-Reizen meist nach? Oder sträubst Du Dich auch mal dagegen?

    Du hast es ja selbst schon mitbekommen: Neuer Besitz wird Dich nicht glücklich machen. Sachen zu haben, ist nett, aber nur Beiwerk.

    Auch wenn Du Dir keine großen Karrierechancen ausrechnest: Bist Du mit Deinem Beruf zufrieden? Magst Du, was Du machst?

    Hast Du mit den Freunden, die Dich wirklich einschätzen können, schon mal über das hier berichtete Problem der Gefühlskälte gesprochen?

    Ich habe keine Lösung für das Problem, dass Du nicht mit Dir zufrieden sein kannst. Blabla über Selbstakzeptanz und Selbstliebe, bevor man andere lieben kann, ist zwar nicht nur Blabla, aber wie man diese Selbstakzeptanz erreicht, ist nicht einfach zu erklären.

    Du wirkst auf mich nicht "kalt", aber schon recht analytisch. Und sehr selbstkritisch.

    Auch wenn Du in Deinem Umfeld viele Paare siehst und eine gewisse Sehnsucht hast, auch jemanden "um Dich zu haben": Nicht für jeden ist die Paarbeziehung das richtige Lebensmodell. Man kann durchaus auch allein glücklich sein. Schließt sexuelle Kontakte ja nicht aus.

    Vielleicht wäre es gut, wenn eben eine Person vom Fach mal mit Dir schaut, wie Du die rastlose Suche in ein interessiertes Unterwegssein ändern kannst, wie Du Momente der Zufriedenheit erreichen kannst, wie Du Dich mit Dir selbst und Deinen Charakterzügen arrangieren kannst. Was Deine Sehnsucht ausmacht und wie Du "ankommen" und zur Ruhe kommen kannst, zumindest phasenweise.

    Kleine Warnung wegen Deiner fehlenden Ausdauer: Zwar hab ich selbst erlebt, dass ein-zwei Beratungstermine beim Psychologen schon ganz schön etwas auslösen können, aber auch da wäre etwas Ausdauer gut, um längerfristig was "zu unternehmen". Also Langstrecke statt Sprint. Auch wenns unbequem ist und Du keine Lust hast. Manchmal muss man sich zwingen, den inneren Schweinehund fortjagen und gegen die eigene Unlust ankämpfen, um voranzukommen.
     
    #8
    User 20976, 13 April 2009
  9. sum.sum.sum
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Single
    Naja. Ich sags mal so... ich seh's nicht wirklich ein mich ein halbes Jahr bei einer Sportart zu quälen, um dann - vielleicht - das Gefühl zu haben, wirklich einen Nutzen draus zu ziehen. Ich bin kein sportlicher typ, das geb ich zu - aber ich seh's auch nicht ein, mich zu quälen, ohne Erfolgschancen.

    Ich will ja auch nicht eine "tote" Beziehung weiterführen, in der Hoffnung, dass es iwann mal besser wird. Das ist ein - find ich - naives, kontraproduktives Verhalten, dass mehr Stresssituationen und Unmut schafft, als es positive Aspekte mit sich bringt...
    Nein. Nie. Es gibt teils auch viele Aspekte des Alltags, denen ich manchmal dann lieber nachgeh als dem Hobby, oder die sich nicht verlegen lassen, wodruch ich das Hobby verschieben musste. Und mit der Zeit, wenn das öfters passiert, überlegt man sich halt, obs den überhaupt sinn macht ein Hobby weiter zu führen,...
    Ich verdiene trotz meiner Ausbildung äußerst gut. Teils kommt dann natürlich auch die Halbwaisenrente dazu, oder Reisekostenvergütungen. Verschuldet bin ich nicht bzw. immer mal wieder, jedoch in einem Rahmen, den ich durch z.b. den Verkauf der von mir nicht-mehr-genutzten oder als überflüssig deklarierten Gerätschaften wieder ausgleiche. DAS meinte ich mit finanziellen Verlusten - der Wertverlust, den ich durch das Kaufen - Erfreuen - Interesse verlieren - Wiederverkauf erleide..
    Es kommt immer auf den Rahmen an. Wenn ich's mir leisten kann - dann mach ichs auch meistens. Natürlich sind das aber, grade bei größeren Anschaffungen, auch verwobene Kosten/Nutzen-Rechnungen mit eingestrickt.

    Aktuelles Beispiel: Da ich festgestellt habe, dass ich mein kleines IBM-Notebook die letzten 12 Monate nur für die Schule verwendet hab, und eben diese in 4 Wochen vorbei ist und dann kein aktuer Nutzen mehr zu verzeichnen ist, habe ich beschlossen mein kleines Notebook und meine aktuelle Workstation durch ein 17"-Notebook mit entsprechender Performance zu ersetzen. Dabei handelt es sich auch um was Gebrauchtes (da sich mir im IT-Bereich der Sinn von Neuware nicht ganz erschließt, auch wegen dem schnellen Wertverlust), wodurch ich sogar noch ein kleines Gewinngeschäft mach (durch Verkauf meines bisherigen Notebooks / meiner Workstation).

    Willkürliche Käufe, heißt, "Ach das is ja toll *kaufen*" kommen seltener vor und bleiben in einem Rahmen, den ich mir finanziell sehr wohl leisten kann...

    Jaeinnöfast. Ich werde nicht übernommen, und stehe bis dato zum August auf der Straße. Meine bisherige Arbeit war nicht sonderlich Anspruchsvoll - Mitarbeitersupport, ein bisschen hier basteln, da ein wenig werkeln, aber nichts wirklich für mich interessantes. Größtenteils hab ich mir Wissen meinen Beruf betreffend privat angeeignet, was ich jetzt aber auch nicht als Hobby bezeichnen würde. Zudem war ich auch relativ flexibel während meiner Ausbildung eingesetzt - Gartenarbeit beim Chef und div. Hausmeistertätigkeiten gehörten da immer dazu. Und mir hat das ehrlichgesagt nie was ausgemacht... ganz im Gegenteil.

    Dadurch das mein Vater verstorben ist, und ich nun für zwei relativ große Grundstücke verantwortlich bin, muss ich sehen wie ich zurecht komm. Jeden Funken Erfahrung, den ich sammeln konnte und der mir hilft, meinen privaten Hausmeisterjob zu bewerkstelligen, war mir sehr recht...

    In meinem Beruf werde ich weiterarbeiten, und mal auf mich zukommen lassen, welche Perspektiven und ARbeitsbereiche sich da ergeben. Ich bin jedoch nicht sonderlich Karrieregeil oder Anspruchsvoll - ein einfacher Job, der mir halbwegs Spaß macht zu einem Lohn, den man als Durchschnitt bezeichnen würde, würden mir reichen... hab kein Interesse an Managment-Funktionen oder sonderlich viel Verantwortung...
    Ja. Ich stoße da aber schon seit Monaten auf Ratlosigkeit... sie würden mir gerne helfen, wissen aber selbst auch nicht wie...
    Oder umzusetzen :zwinker:
    Und momentan bin ich gut drauf ;-) Du solltest mal nen Bericht von mir lesen, den ich mal einer Autorin für ihr Buch über "Absolute Beginner" (= Menschen ohne Beziehungserfahrung) verfasst hab... DAS war schon äußerst pessimistisches Weltuntergangsgefasel; heute weiß ich, dass es schlimmer geworden ist :zwinker:

    Das dachte ich mir auch. So eine Hausfreundschaft würde mir auch nicht missfallen, und ich habs auch mal versucht. Mein Problem dann war jedoch, dass sich die besagte Dame eben in mich verliebt hat, ich durfte wieder ein Herz brechen und die Sache beenden.

    Außerdem hilft mir das nicht - wenn ich ehrlich bin, dann zieh ich aus Masturbation mehr Befriedigung als durch jegliche bisherige sexuelle Erfahrung. Mein Fokus liegt nicht auf Poppen, sondern auf Seelenfrieden - und den krieg ich auch nicht durch regelmäßige Vögelei...
    Ich kämpfe seit vielen Jahren gegen meine eigene Unzulänglichkeit, habe mich nach jedem Rückschlag immer und immer wieder aufgerafft. Ich kenne meinen Schweinehund gut genug, um ihn das ein oder andere mal zu überlisten - aber ehrlichgesagt bin ichs leid. Ich will ich sein, ohne ständig gegen mich selbst arbeiten zu müssen, um glücklich oder zufrieden sein zu können.

    Ich bin meinen Kampf leid, den ich zu oft zu lange schon ausgefochten hab - mir stinkts, ehrlich. Und ich weiß, sobald ich den Kampf aufgeb, werd ich in nem verdammt tiefen Loch versinken.

    Ich kann mich einfach nicht damit abfinden, dass... das Leben ein stetiger Kampf sein soll, aus dem ich bisher _keine_ der Erfahrungen gezogen hab, die ich gerne gehabt hätte. Es ist anscheinend zuviel verlangt oder mit exessivem Aufwand, Selbstüberwindung und "Kampf" verbunden, einfach mal "glücklich" zu sein, und wenn's nur 4 Wochen hebt. Dem widerspricht, dass ich Menschen kenne, die sehr wohl "einfach glücklich" sind, ohne derartige Kämpfe ausfechten zu müssen, was meine ursprüngliche Annahme als falsch darstellt.

    Ich glaube, mein größtes Problem bin ich mir selbst. Mir kam schon vor langer Zeit die Einsicht, dass "dumme" Menschen zu beneiden sind - weil Sie Dinge akzeptieren und damit verarbeiten können, über die ich mir den Kopf zerbreche.

    Eine kleine Anekdote... ich hab einen Freund, der vor 3,5 Jahren eine Frau gefunden hat. Die war nie sonderlich klug, eigentlich wirklich als "dumm" zu bezeichnen. Man konnte sich nich mti ihr unterhalten, Sie war berechenbar bis ins Mark, und dementsprechend konnte ich das lange Zeit nicht verstehen, was er von ihr wollte. Anfangs dacht ich, er braucht halt was zum nageln - aber nach dem ersten Jahr kam mir dann auch die Einsicht, dass er etwas gefunden hat, wonach ich wohl noch lange Zeit suchen darf: Jemanden, der einen liebt, wie man ist, und der zumindest ihm das Gefühl gibt, jemand zu sein, und die Einsamkeit überwunden zu haben.

    In den letzten Monaten konnte ich auch feststellen, dass Sie "gereift" ist - ihr Verhalten hat sich positiv geändert, sie ist ... aufgeweckter, verständnisvoller, und mittlerweile... beneide ich ihn um Sie. Sie ist nicht wirklich klug, aber klug genug, um ihm "zu genügen". Ich glaube, mir hat noch nie eine Frau genügt... aber soviel Erfahrung hatte ich ja jetzt auch nicht...
     
    #9
    sum.sum.sum, 13 April 2009

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