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Gesundheitsreform

Dieses Thema im Forum "Umfrage-Forum" wurde erstellt von grisu"w", 24 Juni 2004.

  1. grisu"w"
    grisu"w" (33)
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    hallo erst mal

    ich war etz grad beim meiner FA und die hat glatt 20 € für ultraschall verlangt.
    diese gesundheitsreform is doch eine unverschämtheit.
    was haltet ihr davon?


    Ciao chrissy
     
    #1
    grisu"w", 24 Juni 2004
  2. Mr. Poldi
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    20€? Wie begründet sie das?

    Dürften max. 10 € sein, wobei ich mir da schon nicht mal sicher bin - ist Ultraschall nicht eine Vorsorgeuntersuchtung?

    Zum Thema: Wie üblich bei weichgespülten Kompromissen ist die Reform nichts halbes und nichts ganzes, geht aber in die richtige Richtung denke ich. Nur bis sich da Erfolge zegten (wenn Schwarz/Grün das nach der nächsten Wahl nicht wieder aufhebt, aargh) wird noch viel Wasser den Main hinunterfließen.

    An wirkliche Reformen (z.B. Abschaffung der gesetzlichen Alters-/Kranken-/Arbeitslosen-/Pflegeversicherung) wagt sich ja leider keiner heran, wären ja alle gegen ihn :zwinker:
     
    #2
    Mr. Poldi, 24 Juni 2004
  3. Ghostdog
    Gast
    0
    Wenn 2006 Schwarz/Gelb wieder rankommt und Frau Merkel ein bisschen "Thatcher" spielt, wird privatisiert werden ohne Ende. Dann kriegen wir ruck-zuck amerikanische Verhältnisse, denn damit wird ja alles besser... *kotz*

    @Kirby: Komisch das ausgerechnet jmd der gehandicapt ist, dafür ist, das die GKV abgeschafft werden soll. Dir ist anscheinend nicht klar, das wenn jmd wie Du einen Antrag auf Mitgliedschaft in ner PKV stellt, er mitunter zu hören bekommt: "Aufgrund ihrer körperlichen Fülle und des damit verbunden generell höheren Krankheitsrisikos, müssen wir Ihren Antrag leider ablehnen", oder "... sie müssen deshalb eine deftige Extra-Prämie pro Monat zahlen" oder "... Krankheiten, die auf ihre Körperfülle zurückzuführen sind, fallen bei uns unter Ausschluss unserer Leistungen, d.h. die dürfen sie alle schön selbst zahlen"

    Kirby, ich möchte Dich damit keineswegs dumm anmachen, ich möchte Dir nur zeigen wie Du auf dem Holzweg bist. Ich weiss übrigens wovon ich spreche, ein sehr guter Freund von mir arbeitet bei ner PKV und prüft die Neuanträge.

    Achja: PKV für alle die rätseln, d.h. Private Krankenversicherung

    ²grisu"w":

    Wie Kirby schon sagt sind 20 € schon etwas komisch. Die Praxisgebühr pro Quartal beträgt 10 €. Für was verlangt Dein FA die anderen 10 €?
     
    #3
    Ghostdog, 24 Juni 2004
  4. Mr. Poldi
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    vergeben und glücklich
    > wird privatisiert werden ohne Ende.
    Da glaube ich ja ehrlich gesagtnicht dran, aber es würde Deutschland auf jeden Fall gut tun (ebenso wie Sport :zwinker:).

    > Dann kriegen wir ruck-zuck amerikanische Verhältnisse
    Das will sicherlich auch niemand, nicht zuletzt wollen wir uns ja "soziale" und nicht nur freie Marktwirtschaft auf die Fahnen schreiben.
    Fakt ist jedoch: Die geesetzlichen Versicherungn sind viel zu schwerfällig, der Verwaltungs-Overhead gigantisch. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn wo keine Konkurrenz da ist bzw. im Falle von Misswirtschaft halt der Staaat (=wir alle) die Zeche zahlt gibt es nicht wirklich einen Grund effizient zu arbeiten.

    Darüber hinaus müssen wir uns überlegen was wir wollen: Eine Basisversersorgung für alle, oder eine Vollversorgung. Für letzteres müssten wir immer tiefer in die Tasche greifen. Die Lebenserwartung steigt und steigt, und damit natürlich auch die Kosten der Gesundheitssysteme. Ein neues Hüftgelenk kriegt man nun einmal nicht für nen Appel und ein Ei.

    Wer ein höheres Risiko darstellt (ich z.B.) sollte mehr zahlen, ebenso wie das z.B. beim Auto heute schon der Fall ist. Fahranfänger zahlen erheblich mehr, da von jüngeren Fahrern mehr Unfälle verursacht werden.

    PS: Ich hab mal bei ne Agentur gearbeitet und Dutzende von PKV-Anträgen vorbereitet, etc. Ist zwar schon ein paar Jährchen her aber ein paar Einblicke konnte ich da auch gewinnen.

    PS2: Ich bin Privatpatient.
     
    #4
    Mr. Poldi, 24 Juni 2004
  5. Susele
    Gast
    0
    Also die 20,- € werden schon für den Ultraschall an sich sein. Das ist zwar eine Vorsorgeuntersuchung, aber noch lange keine, die mit 21 Jahren indiziert ist. Daher übernimmt die kasse die Kosten dafür nicht, es sei denn, das ganze wäre medizinisch total begründet, z.B. bei einer evtl. Bauchhöhlenschwangerschaft o.ä.

    Ich halte von dieser Reform rein gar nix. Zumindst nicht so, wie sie druchgeführrt wurde, denn das wir eine Reform brauchen, sollte wohl klar sein. Due Zahlen derjenigen, die zum Arzt gehen sind rückläufig. Immer mehr leute gehen zum Doc, holen aber ihre Medikamente nie ab, ohne dem Arzt davon ein Wort zu sagen.
    Noch schönt das natürlich die Statistik, aber ich kann mir gut vorstellen, daß wir in ein paar Jahren noch mehr chronisch kranke haben werden. Und wer belastet unser Gesundheitssystem am meisten? Richtig, chronisch kranke. Ein netter Circulus virtuosus...
     
    #5
    Susele, 24 Juni 2004
  6. grisu"w"
    grisu"w" (33)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    1
    nicht angegeben
    die 20 € sind allein für eine ultraschalluntersuchung von ca.30 sekunden, die praxisgebühr is da no net mal eingerechnet.
     
    #6
    grisu"w", 24 Juni 2004
  7. User 505
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
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    Verheiratet
    Mir geht vor allem die Praxisgebühr auf den Keks.. Ich hab nen Loch im Zahn und kann/will erst nächstes Quartal gehen, damit ich ne Ärzterunde gehen kann (Einlagen für die Schuhe, Frauenarzt, Allergietests auf Heuschnupfen, Katzenhaare und Sonnenallergie, Zahnarzt und auf Asthma sollt ich mich langsam auch mal testen lassen..) und dazu brauch ich schon 3 Monate.. Man merkt, dass ich seid Jahren nur beim Arzt war, wenn es absolut nötig war :zwinker:

    Aber die neue Krankentransport Regelung ist auch bescheiden.. Die Leute trauen sich kaum noch einen KTW/RTW zu rufen, selbst wenns dringend indiziert ist, aus Angst alles selber zahlen zu müssen *hmpf*
     
    #7
    User 505, 24 Juni 2004
  8. Mr. Poldi
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    > Ich hab nen Loch im Zahn und kann/will erst nächstes Quartal gehen, damit ich ne Ärzterunde gehen kann

    Öhm ... Zahnarzt ist doch eh immer extra (da separater Versorgungsbereich), oder?
    Dann dürfte es egal sein ob du im selben Quartal noch zu anderen Ärzten gehst oder nicht.
     
    #8
    Mr. Poldi, 24 Juni 2004
  9. Susele
    Gast
    0
    Stimmt Kirby - für Zahnarzt und Mediziner fallen jeweils 10,- € an...

    Und was das Rufen von Krankenwagen angeht - soweit ich bei uns gehört habe, muß man den Notarzt auch extra entlohnen. Das basiert aber echt auf mündlichem Geblubber, nachgelesen hab ich es bisher noch nicht. Macht aber auch Sinn, weil so nicht mehr jeder Hans mit Einschlafproblemen in der Notaufnahme aufkreuzt.
     
    #9
    Susele, 24 Juni 2004
  10. Thomaxx
    Gast
    0
    also ich bin mal pro der Gesundheitsreform


    ....also ne Zeit lang war ich auch dagegen, aber nachdem bekannt gegeben wurde, daß die Krankenkassen zum ersten mal seit 1994 Gewinn gemacht haben - und der ist mit rund einer Milliarde (edit// allein im ersten Quartal 2004) nicht gerad gering ausgefallen - sehe ich das anders

    d.h. die Beiträge werden irgendwann wieder sinken, die Leistungen steigen usw.


    @ Serenity: die Krankenkassen haben im zahnmedizinischen Bereichen eine Luxusversorgung für die Patienten beschlossen, so werden JEGLICHE Behandlungen mit einem Festsatz bezuschußt und in 90% der Fälle kommst du bald günstiger davon als jemals zuvor :zwinker:
     
    #10
    Thomaxx, 25 Juni 2004
  11. Ghostdog
    Gast
    0
    Also von "sozialer" Marktwirtschaft kann doch hierzulande schon lange keine Rede mehr sein. Besserverdiener und Reiche entziehen sich ihrer sozialen Verantwortung, Solidarität Fehlanzeige. (Beispiele: gerade die PKV oder auch das Thema Steuerhinterziehung)

    Das mit dem Verwaltungs-Overhead stimmt sicherlich, für was brauchen wir 355 verschiedene Krankenkassen zwischen denen kein echter Wettbewerb stattfindet? Allein dadurch gehen sinnlos Mrd für Verwaltungskosten verloren.

    Auch gehe ich konform mit Deiner Meinung, das wer mehr Risiko darstellt mehr zahlen sollte. Allerdings sollte man dabei deutlich differenzieren zwischen Leuten, die für ihr erhöhtes Risiko tatsächlich selbst verantwortlich sind wie z.Bsp. Raucher, Alkoholiker, Extremsportler, etc. und Leuten, die für ihre Krankheit idR nichts können wie z.Bsp. chronisch Kranke & Allergiker, denn letztere haben es nur selten selbst verschuldet. Was können beispielsweise Allergiker dafür, das sie ne Allergie geerbt haben?! Oder dafür, das Dieselrusspartikel für eine Vielzahl von Allergien mitverantwortlich sind, die Autoindustrie sich aber beharrlich weigert Russpartikelfilter in alle Neuwagen und zum Nachrüsten anzubieten?

    Und für Senioren sollte man Ausnahmeregelungen schaffen, denn wenn man bei denen mit der Kosten-Nutzen-Rechnung anfängt, dann haben die Bezieher einer kleinen oder Durchschnittsrente so gut wie keine Chance mehr auf ne Krankenversicherung, wenn alles privatisiert wird. Und das kommt dann fast schon ner versteckten Euthanaise gleich...
     
    #11
    Ghostdog, 25 Juni 2004
  12. User 9402
    Meistens hier zu finden
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    vergeben und glücklich
    Auf diesen Tag warte ich auch noch. Wird aber nichts werden.
    Wir Deutschen haben diese Vollkasko-Mentalität und das wird
    sich auch nicht ändern.

    so long
    Finalizer
     
    #12
    User 9402, 25 Juni 2004
  13. Daucus-Zentrus
    Verbringt hier viel Zeit
    1.035
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    nicht angegeben
    Eine Privatisierung der Krankenkassen wird (es zum Glück) wohl überhaupt nicht in Analogie zu den jetztigen PKV geben in nächster Zeit, die Überlegungen gehen wohl eher in eine Steuer gestützte Grundversicherung und privaten Zusatzversicherungen...Stichwort Bürgerversicherung und Kopfpauschale.

    Ich finde es falsch das gemeinschaftliche soziele Netz gegen ein Netz basierend auf individuellen Versicherungen einzutauschen: Es ist ja nicht nur so, dass unsere Sozialversicherungen aus humanen Gründen - Stichwort Schicksalsschlag - absolut vertretbar sind, sondern sie stellen auch einen Sicherheitsbaustein unseres Staates dar: Wenn es eine zu große Lücke gibt zwischen denen, die sich privat gegen alles versichern können, und jeden, die maximal eine kleine Grundversorgung haben, dann ist die Stabilität unserer Gesellschaft in großer Gefahr und - auch wenn das jetzt unvorstellbar klingt - so etwas wie ein Bürgerkrieg nicht auszuschließen. Es ist einfach -auch in den USA - nicht davon auszugehen, dass die momentan Unterlegenen sich dauerhaft mit ihrer Situation abfinden...!

    Ich denke auch, dass man es sich zu einfach macht, wenn man alten Menschen einfach kein neues Hüftgelenk bezahlen will. Das sind auch Menschen und auch diese Menschen - leider nicht alle von ihnen - haben Menschen in ihrem Umfeld, denen sie am Herzen liegen und die es nicht ertragen können, dass diese alten Menschen vor ihren Augen leiden.
    Ich sehe auch das Problem, dass wir immer älter werden, aber wir werden bald auch in einigen Jahren durch den medizinischen Fortschritt in einem höheren Alter nicht mehr "alt aussehen", das heißt dann eben, dass wir nicht schon mit 55 in Rente gehen können... - und es auch nicht wollen werden, denn wir werden dann noch recht funktionsfähig sein...:zwinker:

    Ich gebe euch aber in so weit Recht, dass unsere Finanzlöcher Einsparungen leider im Moment (und vll auch dauerhaft) auch die Versicherungsleistungen betreffend nötig sind. Insofern ist die Gesundheitsreform wohl ein richtiger Schritt.

    Schwarz-Gelb oder Schwarz-Grün wird es aber wohl nicht geben, denn die CDU wird bei der nächsten Wahl die absolute Mehrheit erlangen. - Die CDU hat zwar genauso wenig wie die SPD (und auch ich :zwinker: ) ein funktionierendes Kozept, aber die CDU-Wähler hatten ja schon genau Zeit sich damit abzufinden....:smile:
     
    #13
    Daucus-Zentrus, 26 Juni 2004
  14. Ghostdog
    Gast
    0
    Wer ernsthaft Interesse an dem Thema 'Bürgerversicherung' hat (geht eigentlich jeden was an), kann ich nur wärmstens diesen Link empfehlen:
    http://www.solidarische-buergerversicherung.de/
    Dort wird fundiert erläutert wie eine Bürgerversicherung aussehen könnte bzw sollte. Auch wird gezeigt, das die einzigsten Profiteuere des aktuellen Zustandes Besserverdiener & Reiche sind, Stichwort 'Bemessungsgrenze'. Es sollte eigentlich in einer 'Demokratie' nicht möglich sein, das eine Minderheit von ungefähr 10-15% des Volkes sich auf Kosten der übrigen klaren Mehrheit von 85-90 % bereichert.

    In den USA herrschen solche krassen sozialen Gegensätze nicht erst seit gestern, sondern schon seit 20 Jahren (seit Reagans Amtsperiode). Von daher glaube ich, das Du mit dem Bedrohungsszenario 'Bürgerkrieg' falsch liegst.
    Sicherlich wäre es wünschenswert, wenn das Volk gegen seine Ausbeuter aufsteht, aber in der heutigen von Medien manipulierten Individualgesellschaft bezweifle ich, dass sich irgendetwas regen wird. Gerade in Deutschland ist doch die Mentalität des 'blinden Gehorsams gegenüber der Führung' ziemlich weit verbreitet...

    Letzlich wird es bei uns, wenn man den neoliberalen Kurs weiterführt, genauso kommen wie in den USA oder heute auch schon teilweise in Frankreich und England, nämlich dann werden sich die Reichen in zonierten Städten hinter hohen Mauern mit Elektrozäunen und von Videokameras und privaten Sicherheitsdiensten bewacht verbarrikadieren und diese Zonen nur noch in gepanzerten Limousinen und diese wiederum nur noch mit schusssicheren Westen verlassen können...

    Viele mögen das für ein Hirngespinst halten, aber so fern ist das Szenario nicht mehr, lasst mal nur die nächsten 10 Jahre weiterhin die Neoliberalen machen, dann werdet ihr Euch schon umgucken...
     
    #14
    Ghostdog, 28 Juni 2004
  15. Daucus-Zentrus
    Verbringt hier viel Zeit
    1.035
    121
    1
    nicht angegeben
    @Ghostdog: es kann durchaus stimmen, was du über die Bürgerversicherung schreibst und im Spiegel (meine Lieblingsquelle...) steht auch ähnliches über die Kopfpauschale. - Ich hab ja auch nicht gemeint, dass das besser ist als Privatisierung...
     
    #15
    Daucus-Zentrus, 28 Juni 2004

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