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Glückliche Beziehung und trotzdem Zweifel...

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von User 20579, 31 Oktober 2008.

  1. User 20579
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Heute ist es mal wieder soweit - ich zweifle an meiner Beziehung. Ich weiß nicht wieso, aber das kommt alle paar Monate mal hoch, dass ich mich frage, ob "das schon alles" gewesen ist.

    Ich muss vorneweg sagen, und alles, was ich sage, ist unter diese Prämisse zu lesen, ich liebe meinen Freund über alles und ich glaube, dass er der Richtige ist - für alles! D.h. eigentlich möchte ich für immer mit ihm zusammenbleiben, möchte ihn heiraten, Kinder, das ganze Programm.

    Es ist alles perfekt, wir sind füreinander da, gefallen uns optisch, der Sex ist super, ich vermisse ihn, sobald er eine Stunde weg ist und umgekehrt, wir gelten überall als Traumpaar und sind echt glücklich.

    Problem ist allerdings, dass wir einen nicht so einwandfreien Start hatten und ich relativ nachtragend bin bzw. nicht gut Sachen vergessen kann. Zu Beginn hat er häufiger mal gelogen oder hat Sachen verschwiegen, die mir wichtig waren. Ich hatte oft das Gefühl, ich wäre für ihn nur eine weitere Affäre, und als ich glaubte, dass er es wirklich ernst meint, war schon einiges angeknackst.

    Ich kann ihm bis heute nicht richtig vertrauen, obwohl er sich nichts zu Schulden kommen lässt - aber einfach, weil das bei mir ewig braucht, und es kommt immer mal wieder hoch. Zum Teil denke ich wochenlang nicht dran und dann lese ich hier im Forum irgendwas, und es fällt mir alles wieder ein, und dann frage ich mich auf einmal, ob das überhaupt das Richtige ist und ob es das schon gewesen ist.

    Fakt ist wohl leider, dass ich nicht damit zurecht komme, dass mein Freund Affären hatte, d.h. Liebe und Sex trennen kann. Er sagt, er hat sich geändert und möchte nur noch mich. Ich weiß nicht, was mich mehr stört- dass ich seine Nr. 6 bin, oder dass ich selber nur 2 Sexpartner hatte.

    Ich selber hatte vor ihm nur einen Freund und würde unglaublich gerne manchmal nochmal eine wilde Zeit haben. Zumal es einfach blöd kam, ich hatte mich kaum von meinem Ex getrennt, da hatte ich schon meinen neuen Freund kennengelernt, ich konnte die Trennung meiner alten Beziehung nie so richtig verarbeiten und denke heute noch oft daran, was damals schief gelaufen ist. Das möchte ich aber überhaupt nicht!! So denke ich oft, dass ich noch einmal Single sein müsste, mit mir selber ins Reine kommen muss, bevor ich entscheiden kann, dass ich mit meinem Freund zusammenziehen kann und mit ihm den Rest meines Lebens verbringen möchte - denn das möchte ich wirklich.

    Trotzdem kommen dauernd diese Zweifel hoch. Ich finde es z.B. "ungerecht", dass ich einer Affäre in seinem Freundeskreis dauernd um mich haben muss, wo mich dieses Mädchen nur böse mustert und bis heute noch nicht einmal gegrüßt hat! Dabei bin ich wirklich nett zu Jedem, auch zu ihr, da ich ja gar nicht wusste, dass da mal was gelaufen ist. Als ich meinen Freund fragte, wieso sie so komisch wäre, stellte er sich blöd, behauptete, da wäre nichts. Erst hinterher musste ich erfahren, dass das eine ehemalige Affäre ist. Am Gleichen Abend waren wir noch bei den Leuten eingeladen, kurz nachdem ich das erfahren hatte. Natürlich wollte ich da erstmal nicht hin, nicht wegen der Affäre, aber wegen der Lügen.. Trotzdem bin ich mit dahin, habe mir nichts anmerken lassen, habe immer perfekt die tolle Freundin gespielt - das kann ich ja besonders gut :frown:

    Abende wie diesen gab es einige, und sie tun mir bis heute weh.

    Gleichzeitig meint mein Freund, er würde mich sofort verlassen, wenn ich einmal fremdflirten würde... was ich eigentlich einen ziemlich strengen Maßstab für sein Vorleben finde. Für mich klingt es so, als habe er nun seinen Spaß gehabt und ich soll mit 2 Männern für mein komplettes Leben zufrieden sein! Dabei bin ich mir überhaupt nicht sicher, ob ich das kann. Ich habe eigentlich täglich Lust auf Sex, er selber nur so ca. 1-2 Mal die Woche. Wir haben so oft Diskussionen darüber, weil ich mich regelmäßig zurückgewiesen fühle und nicht weiß, wie ich damit umgehen soll.

    Zu Beginn der Beziehung hat er auch oft blöde Sprüche gemacht, ob ich denn "schon wieder" wollen würde oder wir hatten 3 Minuten Sex und er ist schnarchend eingeschlafen. Das sind alles so Sachen, die sich bei mir eingebrannt haben, obwohl sie über ein Jahr her sind, und sich das eigentlich positiv verbessert hat.

    Trotzdem weiß ich nicht, was ich tun soll. Ich liebe ihn wirklich und die Beziehung läuft heute (!!) super. Aber die alten Sachen holen mich immer wieder ein, auch wenn ich weiß, dass nichts so schlimmes dabei ist, wie vielleicht manch anderer erwarten würde. Trotzdem tut es MIR eben weh, wie das damals gelaufen ist. So viele Kleinigkeiten, soviel Heulerei.

    Und gleichzeitig kommt dann in mir die Partysau raus, die nochmal was erleben möchte, aber gleichzeitig die Beziehung nicht zerstören möchte.

    Ich kann ja meinen Freund nicht ein halbes Jahr auf die Reservebank setzen, nochmal was erleben und dann erwarten, dass ich da weitermachen kann, wo wir aufgehört haben.
    Ich träume in letzter Zeit total oft von anderen Männern und in diesen Träumen ist mir mein Freund total egal :schuechte Das macht mir riesige Angst.

    Ich erwarte eigentlich nicht, dass mich jemand versteht, möchte dennoch darum bitten, mich nicht in der Luft zu zereißen, nur weil ich mich "so anstelle". Das Ganze belastet mich ziemlich, auch wenn es für manch einen nur "Peanuts" sind.
    Dass ich die Lösung alleine finden muss, weiß ich, aber vielleicht hat ja jemand eine Denkanregung?
     
    #1
    User 20579, 31 Oktober 2008
  2. User 70315
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    hallo

    du erwartest nicht, dass dich jemand versteht aber das tue ich. (nachfolgend meine story; ansonsten unterm strich weiterlesen*grins)
    bei mir ist es fast(!) haargenau die gleiche situation. mit meiner freundin bin ich total glücklich, denn ich liebe sie. aber auch nach meiner ex freundin hab ich gleich sie kennen gelernt und bin seitdem treu.
    doch manchmal habe ich ein gewisses verlangen auch etwas anderes zu erleben. mal ist es sehr shclimm, mal weniger.

    doch du hast recht, den partner auf die reservebank zu schieben um sich nochmal auszuleben ist nicht möglich. zumindest kann ich es mir auch nicht vorstellen.

    genauso begnügt sich meine freundin mit höchstens 3 mal die woche sex. auch da mal mehr mal weniger.
    ich aber möchte mehr und das ständige zurück gewiesen werden macht kein spaß. zumal ich mir dann blöd vorkomme. und manchmal haut sie sachen raus, die echt verletzen können: ich würde sie bspw. ständig anfummeln, was sie nerven würde. ->total übertrieben.

    so nun hab ich dir leider nur erzählt wie es bei mir läuft und dir wahrscheinlich noch kein bisschen weiter geholfen.

    ich kann mich auch gut in dich hineinversetzen was dein unbehagen mit seinen affären angeht. hier ist es bei mir allerdings anders rum. meine freundin hatte mit mir drei richtige beziehungen. ich auch nur eine mehr, habe aber dazwischen ständig betrogen.
    ____________

    wo ist also die lösung (P.s. unterrichte mich, wenn du sie finden solltest)
    manchmal denke ich, man sollte mehr das schätzen was man hat, als das , was man nicht hat.
    ja manchmal stelle ich mir (zur beruhigung) vor, dass es da draußen genug menschen gibt, die sicherlich gern eine feste Beziehung wollen und nur von einer kurzen sache zur andern schlittern, sich also unfreiwillig das halbe leben austoben.
    und dann wird mir klar, wie armselig das alles ist. (übrigens auch sich das vorzustellen, find ich)
    das einzige was ich mir nur vor augen halten kann, ist, dass ich um nichts in der welt (derzeit) auf meine freundin verzichten möchte. auch wenn mein "drang" mich noch einmal auszutoben, einfach mal ohne bindung zu sein und richtig spaß zu haben, groß ist....

    ich denke was hilft ist mehr klarheit. auch gefühlsmäßig. es müsste ja nur ein teil (beziehung) den anderen (austoben) so richtig wegstrahlen mit 1000000 watt! oder es müsste eine zeit kommen und bäämmm stünde da in meinen gefühlen "schwarz auf weiß" dass ich auch ohne meine freundin leben könnte und nun das wirklcihe krasse, lockere leben beginnt mit der garantie am ende , wenn es mir reicht, wieder DEN menschen fürs leben zu finden.

    who the fuck is the "mensch fürs leben"?!

    wie lang bist du mit deinem freund schon zusammen?
     
    #2
    User 70315, 31 Oktober 2008
  3. kingofchaos
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    vergeben und glücklich
    Sei mal lieber dankbar für das, was Du hast.

    Oder glaubst Du, es sei es wert die an sich tolle Beziehung für ein bißchen Gevögel anderweitig aufzugeben? Und selbst wenn das toll sein sollte, woher will man wissen ob man wieder einen so tollen Partner findet?
     
    #3
    kingofchaos, 31 Oktober 2008
  4. Beastie
    Beastialische Beiträge
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    Single
    ich versteh dich auch.

    und ich glaube auch nich, dass du deine wünsche auf dauer (also dein restliches leben) verdrängen kannst

    ich möchte dir jetzt allerdings auch nicht raten, dich zu trennen oder sowas

    weiß dein freund von deinen gedanken?
    vll könntet ihr eine weile eine offene beziehung führen?
    oder ihr geht mal swingen oder so?
     
    #4
    Beastie, 31 Oktober 2008
  5. Amygdala
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verheiratet
    Liebe Hexe!

    Also ganz zu Beginn möchte ich dir sagen, dass die Rahmenbedigungen meiner Beziehung ähnlich wie die deinen sind. Auch er ist mein zweiter Freund, den ich kurz nach dem Scheitern meiner 7-jährigen ersten Beziehung kennengelernt habe. Auch mein Liebster hatte "schon" doppelt so viele Frauen wie ich und ein paar kleinere Sachen am Laufen.

    Dein Freund kann eigentlich nichts dafür, dass du dich noch nicht ausgetobt hast, nur weil er mehr Frauen hatte als du ist es nicht seine Pflicht auf deine Wünsche bezüglich anderer Männer Rücksicht zu nehmen. Schließlich lebt ihr beide im "Hier und Jetzt" und die Zeit, als dein Freund sich ausgetobt hat hat mit dir gar nichts zu tun. Danach seid ihr beide freiwillig in die Beziehung gegangen und diese Beziehung hat mit eurem, aber besonders seinem Vorleben überhaupt nichts zu tun!

    Wenn du jetzt also wirklich den Drang verspürst dich auszuleben sollte das passieren, weil DU das willst und nicht, weil du deinem Freund eines auswischen oder es ihm gleichtun möchtest. Das sind die denkbar ungünstigsten Gründe.

    Wissen musst du leider selber, wo du hin willst, Fakt ist aber, dass du dich entscheiden musst. Willst du wildes Leben oder eine Beziehung. Diese Entscheidung kann dir niemand abnehmen. Die einen werden sagen "Ja, tob dich aus, dass ist enorm wichtig für dein Leben" und die anderen werden dir einreden "Och Mann, du hast doch alles, sei doch mal glücklich."
    Du allein kennst dich selber gut genug, um zu wissen, was dir gut tut, lass dir da von niemanden dreinreden.

    Ich denke einfach, du bist mit dir selbst nicht im Reinen. Kann es sein, dass du einfach mit seiner Vergangenheit nicht zurecht kommst? Warum projezierst du das auf das Jetzt?

    Die Sache mit dem Sex ist auch so eine Geschichte. Entweder du kannst damit leben oder eben nicht. Entscheiden musst du auch hier wieder selber. Ich kenne das, als Frau denkt man, man müsste nur ein bisschen mit dem Hintern wackeln und der Mann ist einsatzbereit. Doch auch unter Männern gibt es eben solche und solche, das hat nichts damit zu tun, dass er dich nicht attraktiv findet oder eine ablehnende Haltung dir gegenüber hat. Er hat schlicht keine Lust auf Sex - nicht mehr und nicht weniger. Ist dir schon mal aufgefallen, dass es weitaus legitimer ist, wenn eine Frau keine Lust hat? Das findet keiner komisch und seltsam, weil es für uns Frauen so "normal" ist, für Männer gilt aber anscheinend das Gegenteil und jeder, der nicht dauerspitz ist findet seine Freundin entweder unanttraktiv, liebt sie nicht richtig oder ist krank, dabei ist seine Libido halt einfach nicht (mehr) so ausgeprägt. Mit seiner Vergangenheit hat das wiederrum nichts zu tun, denn glaubst du, er denkt sich:"Ach, ich hatte schon so viel Sex in meiner Vergangenheit, da brauch ich das jetzt mit der ollen Hexe nicht mehr zu tun?".
    Wahrscheinlich nicht, oder? :zwinker:

    Ich kann dir nur nochmal sagen, dass du eine Entscheidung für dich alleine treffen musst. Versuche mal diese ganzen "Er hat schon, aber ich nicht"-Gedanken aus deinem Kopf zu verbannen. Sie sind Blödsinn. Bist du aber unglücklich, weil du für dich selber mehr erleben möchtest, dann beende es oder versucht es mit einer offenen Beziehung (was ich aber ehrlichgesagt für nicht realistisch halte).

    Viel Glück.
     
    #5
    Amygdala, 31 Oktober 2008
  6. JustAboutABoy
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Hahaha...sorry. Bevor ihr SOWAS macht, könnt ihr das Trauerspiel gleich beenden.

    Wieso denken Frauen eigentlich immer, dass sowas funktionieren kann? Zuviel Fernsehen geschaut indem die ganze Welt mit jedem vögelt und das ganze emotional nach 10 Minuten wieder aus der Welt ist?

    Ich kann da jetzt mehr dazu schreiben, falls es gewünscht ist. Alles in allem läufts aber darauf hinaus, dass es nicht klappt. Und das nicht nur, weil ich die Situation nur allzu gut kenne sondern genau in dieser Form auch schon mehrfach andersweitig erlebt habe.
     
    #6
    JustAboutABoy, 31 Oktober 2008
  7. Beastie
    Beastialische Beiträge
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    Single
    das kann man doch pauschal überhaupt nich sagen.
    du kennst weder sie noch ihn und weißt nich, wie sie damit umgehen würden.
    nur weil du (oder deine partner) damit nich klar kommen/kamen
    kannst du nich davon ausgehen, dass es bei anderen auch so is

    und was soll das hier?

    nee danke, hab genug von dir zu diesem thema gelesen
     
    #7
    Beastie, 31 Oktober 2008
  8. User 20579
    Planet-Liebe Berühmtheit Themenstarter
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    Verheiratet
    Huhu,

    wie erwartet ist heute wieder "alles gut" und es bleibt ein fieser
    Nachgeschmack von gestern. Ich frage mich eben, wieso ich solche Gedanken habe, wenn doch eigentlich alles gut ist?

    Ich bin insgesamt jemand, der sehr viel nachdenkt und gelegentlich einfach mal ALLES in Frage stellt - Studium, Freunde, den Ort, an dem ich wohnen möchte.. und eben auch die Beziehung.
    Doch gleichzeitig denke ich, wieso ich mir solche Fragen stelle, wenn doch eigentlich alles "in Ordnung" ist?

    Es ist ja schön, dass man wenigstens nicht alleine dasteht. Ich hatte genau den 2. Punkt in meiner letzten Beziehung und hatte mich nach knapp 3 Jahren getrennt. Immer öfter fragte ich mich, ob "er es ist", ob ich ihn noch liebe- bis ich diese Frage mit "nein beantworten konnte.
    Das ist mit dieser Beziehung gar nicht zu vergleichen. Sie ging beschissen los und mittlerweile ist es traumhaft. Ich bin immer noch total verliebt, nur das Thema Sex ist manchmal etwas schwierig.
    Er hat bei sich einen totalen Leistungsdruck aufgebaut, nachdem er erfahren musste, dass ich nicht von 3 Minuten reinem Sex kommen kann und da etwas mehr brauche. Leider hat es keine Phase zwischen "3 Minuten und dann Einschlafen" und "Um Himmels willen, hoffentlich schaffe ich es heute!!" bei ihm gegeben :ratlos: Ich versuche ihm diese Angst zu nehmen, ich glaube auch, dass sie der Grund ist, wieso er mich häufig zurückweist - eben weil er z.B. müde ist, und Angst hat, er "schafft es nicht". Ich hatte dazu auch mal hier einen Thread eröffnet, aber ich denke halt, dass dieses Thema auch oft dazu führt, dass ich mir denke, ob es nicht wen gäbe, der mich mehr schätzen würde, so, wie ich bin - und ich habe Angst, wenn die Beziehung noch länger dauert, dass das Thema Sex dann irgendwann total einschläft.

    Nein, das weiß ich. Und das ist auch das eigentliche Problem an der Sache. Eben weil ich weiß, was ich habe, und trotzdem diese Zweifel manchmal an mir nagen - DAS ist das eigentliche Problem.

    Man könnte vereinfacht sagen, wenn ich in eine Situation käme, wo ich jetzt sofort einen ON haben könnte, und in dieser Situation wissen würde, dass ich das nicht möchte und "nein" sagen würde, dann wäre ich beruhigt und wüsste, dass mir eigentlich nichts fehlt.
    Nur dadurch, dass ich halt immer "brav" war (hab nur 3 Männer überhaupt geküsst und erst mit 18 meinen 1. Freund gehabt), kratzt es heute an meinem Ego, dass "alle anderen" schon mehr erlebt haben. Ich war immer brav, habe mein Abi mit nem Einser Schnitt gemacht, bis dato ein gutes Studium hingelegt, halt die Mustertochter irgendwie. Und da kommt dann halt oft der Gedanke hoch, wieso ich noch nicht betrunken rumgeknutscht habe, um es später zu bereuen. Auch wenn das total albern klingt, aber ich habe Angst, dass ich mit 30 aufwache und meinem Mann davonlaufe.

    Wir haben uns Dezember vor 2 Jahren kennengelernt, zusammen sind wir so ca. 1,5 Jahre.

    Ja, weiß er. Gerade weil wir uns gestern gezofft haben, wegen allen möglichen Sachen und ich habe ihm irgendwann alle Gedanken gesagt und dass ich nicht weiß, was ich machen soll. Er meint allerdings auch, dass es wohl irgendwo "normal" wäre, dass man immer das möchte, was man nicht hatte, und dass er seine Affären lieber nicht gehabt hätte.
    Grundsätzlich zweifle ich ja eh viel und an allem, und er meinte, es könne auch daran liegen, dass ich bald Examen habe und seit Monaten nicht weggegangen bin und von daher auch jetzt alles auf einmal hochkommt.
    Tja also vom letzteren habe ich eine etwas seltsame Vorstellung, ich weiß nicht, ob das ginge? Und Ersteres kommt für ihn wohl nicht in Frage.

    Alleine die Vorstellung, die Beziehung zu beenden, macht mich total fertig, wir sind ja total glücklich! Nur alle paar Monate kommen diese Gedanken hoch :frown: - und ich stelle - wie immer - erstmal ALLES in Frage...
    Im Moment wäre wohl die einzige Lösung, das Examen abzuwarten, danach viel mit Freundinnen unternehmen und sehen, was passiert. Nicht im Sinne davon, dass ich ihn betrügen möchte - um Himmels Willen! - sondern in dem Sinne, dass ich einfach nochmal ein paar Männer kennenlerne, vll. ein bisschen flirte und meinen "Marktwert" abschätze, um dann festzustellen, dass mir das alles überhaupt nichts bringt und ich dann Sicherheit habe. Das wäre so meine Hoffnung.

    Sicherlich, das weiß ich ja auch.
    Allerdings hatte er bis November noch die Mädels im Bett, im Dezember waren wir dann schon gedatet. Das wurmt mich bis heute, dass ich insgeheim denke, ich wäre auch eine Affäre geworden, wenn ich für sowas zu haben gewesen wäre. Dass ich einfach nur eine in einer Reihe war. Und daher denke ich, dass es ja schön ist, dass wir beide im Hier und Jetzt leben, aber ich habe ihm ja auch eine Chance gegeben, obwohl ich "so einen" eigentlich nie hätte haben wollen und ich bis heute manchmal darunter leide!
    Mein Vertrauen ist aufgrund der Lügen zu Beginn bis heute angeknackst, und ausgerechnet jetzt hat er "sich geändert" und für mich soll das der letzte Mann gewesen sein? Ich weiß, dass diese Wut total irrational ist, aber ich empfinde sie so!

    Du gibst dir selber die Antwort. Ich kenne mich recht gut, weiß aber überhaupt nicht, was ich eigentlich möchte.
    Ich dachte immer, ich könnte Sex und Liebe nicht trennen. Dann störte mich, dass er es kann, weil ich dachte, so jemand geht potentiell eher fremd, denn ich muss mich ja verlieben, um Sex zu haben, er nicht! Für mich war ich immer garantiert treu, eben weil meine Gefühlswelt immer mit reinspielt.
    Doch dann kamen diese Gedanken... Die sich eigentlich total widersprechen, mit dem, was ich "rational" vertrete.
    Ich kann zusammenfassen, ich möchte gerne Sex mit anderen Männern, und gleichzeitig ekle ich mich davor, dass ich sowas überhaupt denke bzw. ist die "Ausführung" eigentlich völlig undenkbar! Das heißt, ich möchte etwas, was ich vielleicht gar nicht kann oder sogar eklig finde. Das macht überhaupt keinen Sinn, und darin liegt der Konflikt begraben.
    Gleichzeitig kann ich meinem Freund seine Affären nicht "vorwerfen", wenn ich selber nun auch solche Gedanken hege. Und gleichzeitig finde ich mich selber fies, dass ich sowas überhaupt denke. Macht das Sinn? Nein.

    Ich könnte den ganzen Absatz zitieren, aber den Satz jetzt mal exemplarisch. Ich hatte das oben schon etwas beschrieben, dass ich denke, seine Unlust kommt von seinem Leistungsdruck. Wenn du Interesse hast, kannst du ja mal meinen Thread lesen, "Libidoverlust bei ihm", ich kann den Link gleich mal raussuchen. Da steht einiges drin - und es ist auch besser geworden. Nur mir mit meiner ewigen Denkerei und Nachtragerei fällt es schwer, nochmal "von vorne" anzufangen - jedesmal hängen bei mir so die alten geschichten auch beim Sex nach - so dass ich mich frage, ob er heute wieder dabei einschläft, oder Ähnliches. Ich bemühe mich echt, das abzuschalten, und es bei uns beiden auch schon viel besser geworden!

    Also, was wir machen, dass müssen wir schon selber entscheiden. Und ein "Trauerspiel" ist das noch lange nicht - da kenne ich ganz andere Beziehungen :zwinker:. Ich weiß, dass das widersprüchlich ist, total glücklich zu sein und gleichzeitig zu zweifeln, aber ich bin eigentlich immer so.

    Meine Frage ist halt eigentlich, ob meine Gedanken noch im Rahmen sind, oder ob sie "alarmierend" sind. Mir machen sie Sorgen - so glücklich wie ich bin. Ich hatte sie aber auch bis dato in jeder Beziehung - von daher die Frage, ob sie überhaupt nach dem 3., 4. oder 5. Mann weggehen würden? Ich denke eigentlich nicht, so wie ich mich kenne.

    Vielleicht sollte ich auch einfach mal anfangen, "zu leben" und weniger zu denken, und schauen, was passiert. Ich kann ja meine Beziehung nicht kaputtgrübeln und -reden...?

    Jedenfalls danke ich euch allen für die Beiträge, falls noch jemand liest :zwinker:

    edit: Hier sind die Links, einma schon damals zum Sex, und einmal mit meinen unlogischen inneren Konflikten, auch wenn es keinen interessiert, aber ich will ja vollständige Infos liefern :grin:
    Libidoverlust bei ihm
    Stehe mir mit Gedanken selber im Weg...
     
    #8
    User 20579, 1 November 2008
  9. Kierke
    Kierke (36)
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    vergeben und glücklich
    Hallo Hexe :smile:

    Ich denke deine Gedanken sind nachvollziehbar und auch im Rahmen. Ich bin selbst ein Mensch, der viel reflektiert und hinterfragt - an sich ist daran nichts schlechtes. Allerdings sehe ich ein Problem darin, dass du zu keiner Entscheidung kommst, sondern die Bedenken unabgeschlossen verschwinden, bis sie wieder einen Auslöser finden und erneut in den Vordergrund treten.
    In gewisser Weise hat diese Denkweise etwas mit deinen Zukunftsplänen zu tun, die trotz dieser kurzen Beziehung (1,5 Jahre sind im Verhältnis zu deinem ganzen Leben sehr kurz), dein ganzes weiteres Leben umfassen. Genau an diesem Punkt würde ich ansetzen, denn du legst dir hier eine Fessel an, die du spürst und die dich nervös macht.
    Ich versuche dir eine Einstellung näher zu bringen, die meiner Meinung nach helfen könnte - ich hoffe das einigermaßen strukturiert und nicht endlos lang formulieren zu können. Schwierig zu erklären ist es deswegen, weil man auf den ersten Blick meinen könnte, es werte eine Beziehung ab. Meiner Meinung nach ist das aber nicht der Fall.
    Zum Punkt: Dein Problem ist, dass du eine Entscheidung für die Zukunft triffst und dich in deinen Gedanken auf die Zukunft, statt auf das "jetzt" konzentrierst. Ich sehe es als notwendige Voraussetzung für eine Beziehung an, dass man sich eine Zukunft mit dem Partner vorstellen kann - sofern man sich Kinder wünscht und eine Ehe, gehören diese Möglichkeiten zu der Zukunftsvorstellung dazu. ABER: Die Möglichkeit allein und der Wunsch (!) einer gemeinsamen Zukunft bedeutet keine endgültige Entscheidung. Wir leben jetzt.
    Beziehungen basieren auf Freiwilligkeit, bzw. sie sollten es. Das bedeutet du entscheidest dich jeden Tag, diese Beziehung zu führen. Ebenso entscheidet sich dein Freund jeden Tag für diese Beziehung. Bis an dein Lebensende wirst du diese Entscheidung weiterhin zu treffen haben - in einer Beziehung zu verweilen, oder sie zu beenden, eine Beziehung zu beginnen oder allein zu bleiben. Die Entscheidung betrifft aber immer nur die direkte Zukunft, nicht die nächsten 10 Jahre, die man abzusehen gar nicht fähig ist.
    Das ist es, was letztlich zählt... wichtig ist, dass du jetzt diese Beziehung führen möchtest - nicht, ob du sie in 10 oder 20 Jahren führen willst. Du siehst, dass du es dir vorstellen kannst. Das ist ein wichtiges Indiz dafür, dass alles in Ordnung ist mit deiner Beziehung. Mehr ist es nicht. Es ist keine Verpflichtung, diese 10 oder 20 Jahre tatsächlich so zu verbringen, wie du es dir momentan wünschst.
    Warum halte ich es für so wichtig, dass du dir das deutlich machst? Weil es hier um deine Freiheit geht. Wenn du begreifst, dass du dich jeden Tag neu entscheidest und deine Entscheidung heute nicht für alle Zeit gilt, dann fällt es dir einfacher sie zu treffen und du kommst aus diesem Gefängnis, das du dir gebaut hast und in dem du mitunter Angst bekommst, ob wirklich alles stimmt und die Entscheidung richtig war.
    Beziehungen kommen und gehen und manchmal halten sie tatsächlich ein Leben lang. Aber nicht, weil ein Partner vor 50 Jahren gesagt hat, dass er sich eine lebenslange Beziehung wünscht, sondern weil er sich die Beziehung tatsächlich durchgängig über die 50 Jahre gewünscht hat und sich für sie immer wieder entschieden hat.

    Auch ist es nicht der Fall, dass du deinen Partner sozusagen mutwillig täuschst, weil du dir jetzt eine Beziehung mit ihm ein lebenlang vorstellen kannst und dann vielleicht irgendetwas passiert, was diesen Umstand ändert. Es ist schlichtweg nicht möglich, Gefühle auf Ewigkeit zu versprechen, so sicher man sich im Augenblick auch sein mag. Deswegen ist es wichtig, dass du dir das deutlich machst, nur so kannst du freiwillig glücklich an der Seite deines Partners sein, ohne dich mit solchen Zweifeln zu plagen.
    Wenn du deinem Partner mitteilen möchtest, wie stark du derzeit für ihn empfindest, dann kannst du das tun. Du kannst ihm sagen, wie gut du dir gerade deine Zukunft mit ihm vorstellen kannst, du kannst ihm sagen, dass du dir im Augenblick nichts mehr wünschst, als bei ihm zu sein. Dein Gefühl ihn irgendwie zu trügen kannst du verhindern, wenn du die zeitliche Komponente nicht unterschlägst in deinen "Liebesschwüren". Gefühle sind immer im hier und jetzt, im Gegensatz zu unseren Gedanken, haben sie keinen Platz für die Zukunft. Sie werden beeinflusst von aktuellen Faktoren wie von vergangenen.
    Was ist wertvoller als ein Mensch, der wirklich aus eigenem Willen und Wunsch bei einem ist? Eine merkwürdige Pflichtverbundenheit dagegen hinterlässt nur ein schales Gefühl, wenn wir an Liebe denken. Es ist eben nicht dasselbe.

    Ganz konkret bedeutet diese Einstellung für dich, dass du frei bist. Du bist frei diese Beziehung zu beenden, wenn du sie nicht mehr möchtest - das ist wichtig! Du kannst gehen, wenn du tatsächlich einen Mann findest, mit dem du unbedingt schlafen möchtest oder wenn das Gefühl etwas zu verpassen so stark wird, dass du tatsächlich gehen willst. Du bist frei. Du hast nicht entschieden, dass du nun bis in alle Ewigkeit nur diese zwei Männer im Bett gehabt haben wirst und du weißt auch gar nicht, was die Zukunft bringt.
    Vielleicht wird eure Beziehung nur 10 Jahre dauern - das wäre schon eine lange und schöne Beziehung und eine wertvolle Zeit. Eine Beziehung erhält ihren Wert schließlich nicht über die zeitliche Komponente, sie wird nicht wertlos, wenn sie nicht ein Leben lang andauert. Es ist sogar wahrscheinlicher, dass es nicht deine letzte Beziehung sein wird. Das ist okay... du brauchst überhaupt keine Torschlußpanik zu haben, denn wenn das Gefühl überstark werden wird, dann darfst du gehen.
    Solltest du tatsächlich bis an dein Lebensende immer diese Beziehung vorziehen, dann kannst um im Nachhinein sagen: ich habe mich für diese Beziehung entschieden, immer und immer wieder. Tatsächlich eine lebenslange Beziehung, ein Mensch der dir dein Leben lang wertvoller war als alle lockenden anderen Erfahrungen, das ist doch schön. Was zählen da deine wenigen Sexpartner?
    Vielleicht ändert sich auch eure Beziehung und ihr führt tatsächlich irgendwann eine offene, habt eine Beziehungspause oder ihr trennt euch und kommt nach Jahren wieder zusammen. Das kannst du nicht wissen und das musst du nicht.
    Es geht immer nur darum, ob dir das JETZT reicht. Reicht es dir jetzt nur ihn als zweiten Sexpartner zu haben? Ja? Dann ist alles wunderbar. Dasselbe kannst du dich bei deiner nächsten Reflexion fragen.

    Wenn du dir bewusst machst, dass du frei bist - falls mein dummer Text hier reicht, um dir diesen Gedankenanstoß zu geben, so dass du es tatsächlich begreifen kannst und hier nicht nur leere, dumme Worte stehen bleiben, wird dir deine Beziehung leichter fallen. Genau die Gedanken, die dich jetzt stören, werden dann okay sein und nicht mehr so absolut.

    Ich hoffe ich konnte das irgendwie ausdrücken, auch wenn ich mit dem Text nicht ganz zufrieden bin.

    Liebe Grüße,

    Kierke
     
    #9
    Kierke, 1 November 2008
  10. mil
    mil (30)
    Verbringt hier viel Zeit
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    1
    vergeben und glücklich
    Hallo,

    als ich deinen Thread gelesen habe, hab ich mich sowohl in dir, als auch in deinem Freund wiedergefunden.

    In dir hab ich mich insoweit wiedergefunden, dass ich auch manchmal die "Gefühle der Vergangenheit lebe", also dass ich mich an vergangene Gefühle erinnere und es mir dann so vorkommt, als wären sie aktuell - wie das bei dir und dem unangenehmen Anfang ist.

    Und dann habe ich mich in deinem Freund wiedergefunden: Denn ich hatte vor ihm 7 Sexpartner, er nur 2. Und als ich mit ihm zusammenkam habe wegen ihm mit meiner "Fick-Freundschaft" schlussgemacht. Und ich war gleichzeitig in die ExFreundin der Fick-Freundschaft verliebt. Und halt gleichzeitig in meinen Freund verknallt.
    Das alles nagt heute noch an mir: Dass ich mit meinem Freund keinen Ultraverliebt-Start hatte, wo er direkt mein Ein und Alles war, sondern dass ich noch mit zwei anderen Menschen meine Gefühls- und Sex-Gemurkse hatte (und in der Zeit noch mit einem dritten Typen rumgeknutscht habe).
    Konsequenterweise habe ich dann allerdings, sobald die Beziehung gestartet war, den Kontakt zu diesen Leuten abgebrochen - ich wollte mich nicht in Versuchung führen.

    Insgesamt kann ich von mir sagen, dass ich, seit ich mit meinem Freund zusammen bin, nicht mehr das Bedürfnis hatte, mit anderen im Bett zu landen. Was deinen Freund angeht halte ich es also für durchaus realistisch, dass er sich geändert hat.

    In meinen Träumen gestatte ich es mir allerdings, mit Hinz und Kunz zu knutschen und zu vögeln, das ist schließlich ein gänzlich freier Raum, wo ich mich nicht durch Moral und Anstand einschränken lassen muss.

    Wie es allerdings wäre, wenn ich auch "nur" zwei Sexpartner gehabt hätte, und ob ich dann das Gefühl hätte, was zu verpassen, das weiß ich nicht. Meine vorherigen Partner waren für mich zum Glück nie die "Männer fürs Leben". Ich glaube, ich hätte es auch nicht mit mir vereinbaren können, einen "Mann fürs Leben" zu verlassen, nur weil ich weitere Erfahrungen sammeln wollte (Was ich damals gemacht habe, als ich quasi in deiner Situation war. Nur war ich halt nicht mehr verliebt).

    Ich würde sagen: Akzeptiere, dass du ab und an deine "negativen" Momente hast, aber entscheide nicht nur aufgrund von denen, deine Beziehung evtl. zu beenden. Erst wenn sich ein ständiges nagendes Gefühl festsetzt und du insgesamt eben nicht mehr glücklich bist, dann würde ich mir Sorgen machen.
     
    #10
    mil, 1 November 2008

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