Willkommen auf Planet-Liebe

diskutiere über Liebe, Sex und Leidenschaft und werde Teil einer spannenden Community! :)

jetzt registrieren

Glorifiziere Beziehung und verliere mich Selbst

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von User 159486, 1 Februar 2016.

  1. User 159486
    Sorgt für Gesprächsstoff
    5
    28
    2
    nicht angegeben
    Hallo liebe Community!
    Ich habe mich hier mal angemeldet in der Hoffnung ein paar objektive und unvoreingenommene Meinungen zu meiner aktuellen Situationzu erhalten. Ich versuche mal euch (möglichst kurz, was mir schwer fallen wird) mein Problem zu erläutern.
    Ich bin jetzt seit ca. 3 Monaten mit meinem Freund zusammen, also noch nicht wirklich lange. Wir haben unsere kleinen Differenzen, aber nichts Weltbewegendes und nichts über was einem die rosarote Brille nicht noch hinweghelfen kann. Ich studiere ca. 300 km von meinem Heimatort, an dem er (noch) wohnt, entfernt, ich fahre jedes Wochenende nach Hause und er kommt alle 2-3 Wochen auch mal in der Woche vorbei.
    Das wird jedoch demnächst wohl flachfallen, denn er zieht bald ebenfalls weg, wenn auch nicht in unendliche Ferne.
    Eigentlich sollte ich damit problemlos umgehen können. Wir sind beide eher introvertierte, nachdenkliche Menschen und brauchen auch manchmal unsere Ruhe. So telefonieren wir zum Beispiel auch gar nicht, weil wir beide mit sozialer Phobie zu kämpfen hatten/haben und telefonieren trotz Vertrautheit da sehr schwer sein kann (keine Ahnung ob das für euch nachvollziehbar ist, für uns ist es das).
    Aber obwohl ich es ihm wirklich aus tiefstem Herzen gönne ein neues Kapitel in seinem Leben anzufangen hab ich mit einem Mal furchtbare Angst für ihn zur langweiligen Altlast zu werden wenn er jetzt studieren geht, das entwickelt sich langsam zu einer richtigen Panik.
    Wir haben darüber gesprochen, er macht sich auch Gedanken, hängt (soweit ich das beurteilen kann) auch sehr an mir, und möchte definitiv versuchen die Beziehung weiterzuführen.
    Aber ich hab solche Panik davor zu einer eifersüchtigen, verbitterten Ziege zu werden, dass ich jetzt schon irgendwie Fluchtgedanken bekomme :frown:
    Er ist mir unglaublich wichtig, was am Anfang einer Beziehung wahrscheinlich normal ist (hatte bisher erst eine, sehr kurze Beziehung, aber da lief emotional bei mir gar nix, ich bereue das zutiefst). Aber die Vorstellung dass er später so über mich denkt wie ich über meinen Ex, da wird mir ganz schlecht. Ich bin viel zu fokussiert auf ihn, merke, dass ich mich in der Uni nicht mehr so gut konzentrieren kann, dass ich anfange mich über unsere Beziehung zu definieren.
    Wie komme ich hier raus, ohne dass mir das Herz gebrochen wird und ich meinen gesamten Charakter, meine Eigenständigkeit verliere? Er macht mich glücklich, aber gleichzeitig ist alles auch so frustrierend im Moment :frown:
     
    #1
    User 159486, 1 Februar 2016
  2. gochicago
    Sorgt für Gesprächsstoff
    14
    28
    6
    Single
    Fernbeziehungen erzeugen fast immer für beide Partner ähnliche und/oder individuell unterschiedliche Probleme. Insofern ist dein Anspruch an dich selbst:
    sehr hoch und überfordert dich auch verständlicherweise.
    Die Beziehung zu deinem Freund ist ja noch sehr jung und unter der Voraussetzung, dass ihr in den 3 Monaten - bedingt durch die Äußeren Umstände - ja eigentlich auch verhältnismäßig selten direkt zusammen wart, sicher auch bezug auf Nähe und Vertrauen noch sehr am Anfang.
    Da ist eine starke Verunsicherung bei - in deinem Fall - räumlichen Veränderungen, die eine Neuorganisation des gewünschten Beieinanderseins notwendig macht, nur zu vertändlich.
    Ihr seid ja beide offensichtlich noch in der beruflichen Findungsphase und dies bindet natürlich bei euch beiden zwangsläufig viel Zeit und Engagement und die wirkliche Zeit füreinander reduziert sich da - zumal in einer Fernbeziehung - meist stark.
    Du schreibst, dass du es ihm zutiefst gönnst, ein neues Kapitel in seinem Leben aufzuschlagen, warum gehst du nicht genau so verständnisvoll und fürsorglich mit deiner eigenen Aiusbildung und deinem gegenwärtigen Lebenskapitel um?
    Wichtig ist vielleicht, dass ihr euch beide über die gegenseitigen Erwartungen an die Beziehung möglichst Klarheit verschaft und darüber redet, was jeder vom Anderen erwartet, bzw. ohne ihn einzuengen, erwarten kann.
    Eine Fernbeziehung beinhaltet nun mal, dass jeder an seinem derzeitigen Arbeits- oder Studienort ein eigenes Leben führt, den Alltag gestalten muss, soziale Kontakte knüpft und pflegt und sich auch darauf auch konzentrieren muss, damit dieser Bereich des eigenen Lebens auch gelingen kann. Dies bindet, ob man will oder nicht, viele Kräfte.
    Eine (Fern)Beziheung kann da nicht im Mittelpunkt stehen und muss beim Bedürfnis nach häufiger vertrauter emotionaler und körperlicher Nähe und Kommunikation weitgehend Abstriche machen, bzw. diese Bedürfnisse eben auf die realen Zeiten des Beisammenseins reduzieren.
    Dabei kann natürlich auch ein neues Problem von zu hohen Erwartungen an diese kostbaren gemeinsamen Zeiten entstehen, die nur allzuleicht ennttäuscht werden können, da gerade im emotionalen Bereich der Liebe nicht immer alles willentlich funktioniert, was man sich wünscht oder will. Auch das solltet ihr in eure Erwartungen einbeziehen und es berücksichtigen.
    Das klingt sicher alles nicht sehr trostreich, aber ist es nicht besser, solch eine Situation ohne "rosagetönte Brille" zu sehen und sich gegenseitig nicht mit unerfüllbaren Erwartungen zu belasten?
    Wenn du spürst, dass du dich und deinen gegenwärtigen Lebens- und Qualifikationsabschnitt über die Beziehung "definierst", dann bist du in der Tat dabei, dich selbst zu verlieren und solltest den nicht einfachen realen Bedingungen und Möglichkeiten eurer Beziehung "auf die Ferne" nüchtern ins Gesicht schauen.
    Versuch die Zeiten, die ihr beisammen sein könnt und (hoffentlich) glücklich miteinander seid, zu genießen und kreativ zu gestalten. Eure Erfahrungen miteinander werden euch zeigen, wie tragfähig eure Beziehung über die Zeit ist. Und solche Erfahrungen können, auch wenn sie im Moment noch ungewiss sind, die eigene Entwicklung und das eigene Selbstbewusstsein stärken.
     
    #2
    gochicago, 1 Februar 2016
    • Hilfreich Hilfreich x 1
  3. User 159486
    Sorgt für Gesprächsstoff Themenstarter
    5
    28
    2
    nicht angegeben
    @gochicago Danke für deine ausführliche Antwort! Es tut mir sehr leid, dass ich mich erst jetzt zurückmelde, mein Studium stresst mich momentan ein wenig.
    Du hast vollkommen recht damit, dass ich die Erfahrungen mitnehmen sollte, die ich jetzt sammeln kann und dass emotionale Nähe in einer Fernbeziehung immer ein kritischer Punkt ist, der entweder Bestand hat oder halt nicht.
    Ich denke ich habe verstanden, dass nur die Zukunft und mein Versuch an mir selbst und meiner Einstellung zu arbeiten zeigen kann, ob diese Beziehung mir weiter gut tut und auch langfristig funktionieren kann.
    Was nicht heißen soll, dass er mir nicht sehr wichtig ist, aber mich selber zu verstehen ist mir im Moment vielleicht etwas wichtiger. Ich brauchte wahrscheinlich auch einfach ein paar Tage um meine Gedanken zu sortieren.

    Vielen Dank nochmal!
     
    #3
    User 159486, 23 Februar 2016

jetzt kostenlos registrieren und hier antworten
Die Seite wird geladen...

Ähnliche Fragen - Glorifiziere Beziehung verliere
kleinFifi
Beziehung & Partnerschaft Forum
25 September 2017 um 09:50
10 Antworten
Catherine_
Beziehung & Partnerschaft Forum
24 September 2017 um 21:16
3 Antworten