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Gute Freundin verletzt sich selbst - was kann ich tun?

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von hevydevy, 25 März 2006.

  1. hevydevy
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Hallo zusammen,

    eine enge Freundin von mir hat mir gestern im Gespräch offenbart, dass sie sich selbst manchmal verletzt. Es kam ganz zufällig raus.
    Sie meint, sie tut das hin und wieder und es gefiehle ihr. Es würde zu ihrem Leben gehören und sie würde sich besser fühlen, aber sie würde es wirklich nur sehr selten machen.
    Natürlich war ich total schockiert und habe versucht, mit ihr drüber zu reden und ihr klar zu machen, dass sie sich nicht selbst verletzen darf.
    Ich habe das Gefühl, dass sie es nicht als Selbstverletzung ansieht, sondern als etwas Gutes, dass sie sich antut. So, als ob man sich mal etwas leckeres zu essen gönnt.
    Sie meinte auch während dem Gespräch, sie könnte jetzt gerade die ganze Hand offen und am Bluten habe und ich würde es nicht merken, weil sie es dann genießt und anstatt Schmerzen zu empfinden.
    Als ich mit ihr drüber gesprochen habe meinte sie, dadurch, dass wir das überhaupt besprochen haben, hätte sie schon wieder ein Verlangen danach. Das hat mich natürlich auch sehr geschockt.

    Auch wenn sie meint, dass sei normal und ich müsste mir keine Sorgen machen, seh ich das ganz anders.
    Habt ihr Erfahrungen mit sowas? Wie kann ich dieser Freundin helfen - oder sollte ich, wie sie vorschlägt, es als Teil ihrer Persönlichkeit akzeptieren?:cry:
     
    #1
    hevydevy, 25 März 2006
  2. hilde1
    hilde1 (28)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    ich kann nur sagen: ja, ich hab erfahrung damit! leider! es ist gerade das erste mal, dass ich darüber schreibe. allerdings möchte ich jetzt mit einer freundin darüber reden, nur weiß ich nicht wie! gestern war ich bei einer untersuchung und die ärztin hat mich darauf angesprochen, was denn mit meinem arm los sei?! ich hab dann gesagt, das war die katze. natürlich hat sie es mir nicht geglaubt, so naiv is sie doch nicht. ab dem zeitpunkt war mir klar, dass ich damit nicht mehr alleine sein will! ich würde gerne mit meiner besten freundin darüber reden. wie hat dir deine freundin davon erzählt? ich meine, das ist ja nicht ein thema, das man schnell mal bei nem telefongespräch erwähnt.
     
    #2
    hilde1, 25 März 2006
  3. Nastasia
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Das was du da beschrieben hast, kenne ich sehr gut. Ich habe auch jemanden in meinem Freundeskreis, der so etwas macht.
    Man fühlt sich als Freundin immer ein bisschen hilflos, finde ich.
    Versuche einfach Vertrauen aufzubauen, so dass sie mit allem zu dir kommen kann, dass du ihr immer zuhörst. Ich glaube mehr kannst du nicht für sie machen, leider!!

    Ihr einzureden, dass es nicht gut ist bringt glaub ich nicht viel. Solche Menschen müssen von alleine erkennen, dass es nicht die richtige Lösung für ihr Problem ist (genau wie bei Essproblemen).
    Was ich dir aber raten möchte: Lass es nicht zuuu nah an dich ran. Diese Hilflosigkeit, die man nämlich dann verspürt, kann einen sehr schnell mit runter ziehen und eher man sich versieht, ist man dann diejenige die Hilfe braucht!

    Deine Freundin kann froh sein, dass sie jemanden hat, der sich Sorgen um sie macht! Finde ich toll...

    Viel Glück wünsch ich dir und deiner Freundin.

    LG Nasti
     
    #3
    Nastasia, 26 März 2006
  4. Naddi68
    Gast
    0
    KEnn ich

    :ratlos: KEnn ich un is heftig un mach ich auch selbs (http://depressive.oyla15.de)

    Also was du machen kanns is ihr anzubieten, wenn sies brauch un diese einfach nurberuhigende Gefühl zu kriegen, des sie dich anruft un ihr über ihre gefühel un probs redet

    mehr kann ic dazu au ned sagen sry good luck

    p.s. die sollte hilfe suchen
     
    #4
    Naddi68, 26 März 2006
  5. Subway
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    398
    2.212
    Verheiratet
    Du selber wirst da nicht viel machen können. Sprich mit ihren Eltern, sowas muss profesionell behandelt werden. Das kann unter Umständen böse enden...
     
    #5
    Subway, 26 März 2006
  6. User 48403
    User 48403 (47)
    SenfdazuGeber
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    248
    657
    nicht angegeben
    So wie Du es darstellt, hat sie dringend professionelle Hilfe nötig, es ist nicht normal, dass man Ritzen als etwas bezeichnet, was guttut und zum Alltag gehört:eek:
    Welche Probleme hat sie denn, wenn sie sich so etwas antut? hat sie wirklich ernste Probleme oder macht sie es, weil es "in" ist. (sry, klingt krass, ich weiss...)
     
    #6
    User 48403, 27 März 2006
  7. Kuri
    Kuri (26)
    Verbringt hier viel Zeit
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    2
    vergeben und glücklich
    Ich kenne das. Wenn ich mich in sie hineinversetze, verstehe ich durchaus, dass sie es als "normal" empfindet. Wieso sollte sie es als krankhaft/unnormal empfinden, wenn es sie beruhigt und es ihr danach gut geht? Natürlich ist das bei ihr rein subjektiv, denn es stimmt, dass es SVV sehr schnell krankhaft und suchtähnlich wird. Ich denke, es ist wichtig, dass so schnell wie möglich eingegriffen wird. Denn SVV ist ein Teufelskreislauf, und wenn einen niemand rausholt (und von alleine raffen sich die wenigsten auf, weil man selbst oft nicht die Ausmaße begreift), dann geht das ewig so. Man beginnt, Narben zu verstecken, sich ein unglaubliches Repertoire an Ausreden auszudenken, falls doch jemand nachfragt.. man beginnt, die Umwelt anzulügen und man fühlt sich damit selbst nicht mehr gut, man weiß, dass irgendwas nicht stimmen kann, aber mitteilen kann man sich nicht. Doch oft ist es für diejenigen der einzige Weg, sich Erleichterung zu verschaffen, durch das Blut auf der Haut... oder durch Ausweichmöglichkeiten, hungern, Drogen nehmen, sich bewusst so verhalten, dass andere einem seelische Schmerzen zufügen.
    Bei mir war das phasenweise recht extrem, obwohl mein Gedächtnis (wegen dissoziativer Depersonalisationsstörung) sehr schlecht ist und ich mich nicht mal an Dinge erinnere, die zwei Tage zuvor passiert sind und scheinbar nur bestimmte Ereignisse "rausgefiltert" werden, aber dieser eine Tag ist mir stark in Erinnerung geblieben. Meine Eltern waren Zuhause, nachmittags sollte die Freundin meiner Mutter kommen. Ich hörte die ganze Zeit durchgängig "Narben", aber durch Kopfhörer, damit es niemand mitbekam - oder weil ich nicht anders konnte. Es gab keine wirkliche Möglichkeit, mich zu schneiden, und ich bin deshalb fast durchgedreht. In meinen Gedanken sah ich mich auf einem Berg, blutüberströmt und an einem Galgen aufgehängt. Das sponn sich noch weiter... dieser innere Druck war derart stark, dass ich mich jetzt noch ein wenig hineinversetzen kann. Und diesen inneren Schmerz, der raus muss, möchte ich niemanden wünschen.
    Ich hab mit 11 angefangen, und es hat sich nicht nur aufs Schneiden beschränkt, hungern, Sport treiben bis aufs Äußerste, stechen, Drogenmissbrauch, ... Ende 2003 habe ich es meinen Eltern gestanden, warum weiß ich nicht mehr genau, aber ich habs alles nicht mehr ausgehalten. Danach war ich zwei Jahre in Therapie, geholfen hat das nichts, aber ich kam mit meinem Freund zusammen, und auch wenn unsere schlechteren Zeiten auch sehr intensiv und runterziehend sein können, so habe ich mich gemäßigt, schneide nicht mehr. Aber völlig geheilt ist man nie - ich werds sicher nie sein, denn in Gedanken und aus Gewohnheit hängt man trotzdem dran.

    Mir gehts nicht um meine Geschichte, sondern dass ich sagen will, dass es wichtig ist, früh einzugreifen. Sie hat dich dir offenbart und das will etwas heißen - und auch wenn es für sie normal ist, so kann das Gespräch mit ihr doch etwas wie einen Hilfeschrei bedeuten. Vielleicht nicht im Sinne von "Rette mich, ich will nicht mehr schneiden", sondern vielleicht weil ihr Aufmerksamkeit fehlt, sie sich zu unbeachtet und ungeliebt fühlt, ... oder was auch immer. Gründe für solches Verhalten gibt es sehr viele. Weil ich schon angesprochen habe, "rette mich", kümmere dich, bezeuge dein Interesse, aber lass dich nicht in die Retterrolle drängen. Sie muss sich selbst helfen, aber es ist wichtig, dass du ihr den Anstoß gibst. Und auch, dass jemand da ist, wenn sie wieder zurückfällt. Es ist nicht schlimm, wenn man wieder hinfällt, es ist nur wichtig, dass sie dann wieder aufsteht.
    Als Teil ihrer Persönlichkeit akzeptieren... gewissermaßen, ja. Aber auch nein. Du musst akzeptieren, dass sie so ist, aber das bedeutet nicht, dass du ihr selbstverletzendes Verhalten hinnehmen sollst/darfst. Gib ihr nicht das Gefühl, falsch zu sein, aber du musst ihr trotzdem klarmachen, dass es so nicht geht. Hilfe braucht sie aber auf jeden Fall. Wie alt ist sie denn? Ich würde sagen, geh nicht sofort zu ihren Eltern und erzähl es nicht herum. Sie hat mit dir im Vertrauen gesprochen, und das brichst du, wenn du damit "hausieren" gehst. Sie wäre sicher sehr enttäuscht, wenn du es ihren Eltern erzählst. Sprich mit ihr über dieses Thema, und vielleicht auch, was sie von einer Therapie hält. Dränge sie nicht. Sie braucht sicher auch erst Bedenkzeit, und es ist schwierig, sich selbst einzugestehen, dass das eigene Verhalten nicht das richtige ist (selbst wenn es noch so verführerisch ist). Nur dieser Punkt sollte nicht zu spät eintreten, denn wie gesagt, je länger sie das macht, desto mehr gerät sie in den Kreislauf, und desto schwieriger wird es für sie, sich davon loszulösen.
     
    #7
    Kuri, 27 März 2006
  8. Immortality
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Ritzen hat jedoch nichts mit Selbstmord oder Suizidwünschen zu tun, wollt ich nur mal sagen. Kenne es auch von mir selbst, und es ist verdammt schwer, davon loszukommen. Zieht sich bei mir schon über Jahre, mit mehr oder weniger langen Pausen zwischendurch. Ich denke schon, dass es normal ist, dass man es als etwas Guttuendes und für einen selbst dann auch als etwas Alltägliches empfindet...

    diesen einen spruch find ich verdammt treffend, von der homepage, den
    ">>Ich wünschte mir, an meinem eigenen Grab stehen zu können. Nur, um die Trauernden zu fragen, wo sie in meinem Leben waren<<"
    das war genau das was ich in der Zeit wo ich naja, öfter an selbstmord gedacht hab, im Kopf hatte. Ich hab mich einfach so verdammt allein und alleingelassen gefühlt, weil alle (meine freunde) es zwar wussten aber mich dennoch alleingelassen haben, vielleicht auch, weil sie es nicht zu nah an sich heranlassen wollten... :kopfschue
     
    #8
    Immortality, 27 März 2006
  9. Subway
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    398
    2.212
    Verheiratet
    Ritzen ansich nicht, nur auch dabei kann es zu Unfällen kommen oder das normale Ritzen wird einem zu wenig und man möchte mehr.

    Ich denke schon, dass es normal ist, dass man es als etwas Guttuendes und für einen selbst dann auch als etwas Alltägliches empfindet...[/QUOTE]
    Tut mir leid, auch du solltest lieber schauen, das du jemand findest der dir hilft. Wer das als normal und alltäglich ansieht, der ist schon zu weit gegangen.
     
    #9
    Subway, 27 März 2006
  10. Immortality
    Verbringt hier viel Zeit
    1.782
    123
    2
    Single
    ich denke auch, dass du nicht unbedingt mit ihren Eltern reden solltest... Eltern verstehen sowas meistens nicht und können dann auch nicht mehr helfen, schicken sie höchstens zu nem Psychologen, und der hilft sehr oft eben auch nicht (zumindest meine beiden nicht) . die vorschläge von meiner Vorrednerin sind alle ziemlich gut, kann ich nur zustimmen. wenn ich jemandem davon erzählt habe, dann auch, damit endlich jemand aufmerksam mir gegenüber ist (hört sich doof an) und mit mir darüber redet.. Für mich da ist und mir zeigt dass er mich liebt.

    Tut mir leid, auch du solltest lieber schauen, das du jemand findest der dir hilft. Wer das als normal und alltäglich ansieht, der ist schon zu weit gegangen.[/QUOTE]

    Naja, es ist nun mal einfach so, dass du vor dem ritzen entweder traurig, wütend, oder allgemein innerlich total aufgekratzt bist. Einfach total unruhig. Das ritzen ist wie ne Art Kippe, es hilft zu beruhigen. Es ist halt dann ein Ritual, natürlich kein Gesundes oder "gutes", das sag ich ja auch nicht. Man sieht ja wohl auch als Raucher eine Zigarette nach einer Stressituation als etwas Guttuendes an, auch wenn man doch weiß, dass es nichts Gutes an sich ist.
    Und mit alltäglich meine ich, dass es für einen selbst eben, da man es macht, jeden Tag, zu einer all-täglichen Sache geworden ist. Natürlich nicht als Außenstehender oder so was. aber für einen selbst.
     
    #10
    Immortality, 27 März 2006
  11. Kuri
    Kuri (26)
    Verbringt hier viel Zeit
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    123
    2
    vergeben und glücklich
    Diese Betrachtung stimmt meines Erachtens nicht so ganz... jemand, der gerade mit dem Schneiden angefangen hat, wird sicher nicht denken: "Mensch, was bin ich doch unnormal". Gerade, wenn man erst angefangen hat und "Gefallen" (entschuldigung, blöder Ausdruck dafür) findet, findet man Befriedigung und Erfüllung daran, sich selbst zu verletzen. Dass damit etwas nicht stimmt, darüber denkt man sicher nicht zu Anfang nach. Ich denke, man bemerkt erst einiges später, dass etwas schief gelaufen ist - und dann fällt es oft sehr schwer, sich loszureißen. Der Übergang von "angefangen, ich fühle mich gut, wenn ich es mache" und "ich komm nicht mehr davon los" ist sehr fließend und lässt sich nicht genau einschätzen. Ich kann von mir selber beispielsweise nicht sagen, ab wann das SVV suchtartige Ausmaße angenommen hat...
    Denk mal drüber nach, man ritualisiert doch meistens keine Dinge, die man selbst für unnormal hält. Rein subjektiv ist SVV für Betroffene eine "Lösung" (nur eine momentane, die Folgen hat) und geht allzu schnell in den Alltag über.
     
    #11
    Kuri, 27 März 2006
  12. Reliant
    Reliant (35)
    Sehr bekannt hier
    2.693
    198
    604
    vergeben und glücklich
    du kannst gar nichts tun, das einzige was passiert ist das du dich emotional zusehr engagierst. svv ist eine krankheit oder symptom einer krankheit und muss behandelt werden.

    ich kenne niemanden, die versucht haben einem svvler zu helfen der danach nicht selbst probleme hatte, und ja ich kannte einige.

    und die die ich kenne die jetzt keine probleme mehr haben haben alle einstimmig gesagt es hilft einen nicht wenn man sich um sie kümmert. sondern es hilft wenn man ihnen bewusst macht das es die krankheit ist die sie zerstört und das sie hilfe brauchen.

    und helfen kann nur ne therapie wenn man einsieht das man sie braucht, und bereit ist hilfe anzunehmen (die meisten sehen darin ne schwäche)
     
    #12
    Reliant, 27 März 2006

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