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  • 30 Mai 2008
    #1

    Händler verweigert Widerruf und droht mit Anwalt

    Hallo Leute, habe mal wieder seit langem etwas für den Kummerkasten!

    Ich habe vor ein paar Tagen ein neues Handy bei einem Händler in Hannover erworben. Am Freitag dem 23.05.2008 kam das Handy an, mit Rechnung vom 21.05.08. Als ich das in meinen Augen tolle Ding "ASUS P750" ausgepackt habe, und es erst mal begutachtet habe, war erst mal alles okay.

    Erst mal ans Ladekabel, und paar Stunden laden.

    Ich informierte mich ein wenig im Internet, und fand da sehr viele Beiträge in einem Telefon Forum das der 1. Lautpsprecher, also der zum Anrufer hören defekt sein soll.

    Ich testete das Gerät, und auch leider bei mir, übersteuerte der Lautsprecher auf der kleinsten Lautstärke.

    Ich reklamierte das Handy sofort, innerhalb von 12 Stunden nach erhalt.

    Am Montag schrieb der Support, dass ich ein Firmwareupdat machen soll, danach sei das Problem behoben.

    Aber die neuste Firmware war schon auf dem Gerät drauf. Ich sollte das Gerät dann einschicken, mit der Absprache, dass ich bei einem defekt ein neues bekommen werde.

    Das Gerät kam dann Mittwoch beim Händler an, und ich frage ein paar mal per E-Mail an, wann ich mit dem Gerät rechnen kann, weil ein schneller Austausch erfolgen sollte, wie vereinbart!

    Der Händler antwortet mir nur ich muss Geduld haben.

    Telefonisch hieß es nur per E-Mail!

    Bis dahin nichts ungewöhnliches.

    Als der Händler mir dann schrieb an dem Gerät ist nichts, der Lautsprecher ist nicht defekt. Ist mir der Kragen geplatzt, denn der ist defekt.

    Ich schrieb dem Händler eine E-Mail in dem ich Ihm sagte das meine Freundin in der Nähe von Hannover seine Familie hat, und wir MIttwoch dort zu Besuch sind, und ich das Geld dann wieder haben möchte und ich daher einen kurzen Abstecher bei ihm machen werde.

    Der Händler rief micht dann an und drohte mir, ich würde kosten verursachen, ich soll den Mitarbeitern nicht drohen, er wird mich anzeigen weil ich Ihm geschrieben habe, dass ich vorbei komme.

    Absolut unhöfflich und unkulant.

    Ein Mitglied des Forums machte mich dann mit allen Gesetzinformationen darauf aufmerksam dass ich zurücktreten kann vom Kaufvertrag!

    Der Händler verlangte aber dafür eine Minderung um 60 Euro. Heißt statt 485 Euro sollte ich nur 425 Euro bekommen.

    Damit war ich natürlich nicht einverstanden. Das schrieb ich dem auch.

    Heute habe ich die Aussage bekommen, dass die das Gerät behalten werden, kein Geld etc. und ich eine Strafanzeige bekommen werde weil ich geschrieben habe ich komme auf einen Abstecher vorbei, er sagte er wird das Auslegen, dass ich Ihne abstechen wollte.

    Ich persönlich finde das echt ein Unding!

    Das Gerät ist defekt!
    Der Händler sichert mir bei einem defekt einen sofortigen Austausch zu.

    Der Händler behauptet das Gerät ist nicht defekt!
    Der Händler droht mir, weil ich persönlich vorbei kommen will!

    Der Händler bschickt das Gerät nicht mehr raus und will mich Anzeigen. Sagt mal bin ich im falschen Film????

    Der Händler sagte, weil ich geschrieben habe, dass ich es drindgend für die Arbeit brauche (wollte nur Druck machen damit es schneller geht) und ich zugegeben habe das ich gelogen habe, kann er micht dran kriegen!

    Kann doch nciht sein oder? Wer hat das noch nicht geschrieben, das er es dringend braucht, schliesslich war ich ohne Handy, und ich musste erreichbar sein, warum soll da hingestellt sein, aber ich brauche es nicht gewerblich, bin seit 9 Monaten Krankgeschrieben!

    Daher könnt Ihr euch denken, wenn man kein Festnetz hat, dass ein Handy wichtig sein kann .........

    So wer bis hier hin jetzt gekommen ist -

    Ich bin ein sehr nachdenkener Mensch - kann der mich jetzt echt dran kriegen????? Obwohl ich nichts gemacht habe?

    Ist nicht eingentlich der Händler der schuldige? Er will mir das Gerät nicht geben, drohte mir, kein Geld!

    Ich bin echt am Ende, durch so einen A.... mein Leben zuversauen!

    Schreibt bitte was dazu, weil mir geht das im Moment echt aus Herz! Weil ich frage mich ob ich wirklich schuld sein soll!
     
  • User 20579
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Verheiratet
    30 Mai 2008
    #2
    Huhu,

    lies mal § 439 BGB - http://dejure.org/gesetze/BGB/439.html - nach DEINER Wahl kannst du Nachlieferung oder Nachbesserung verlangen.

    Zudem, weil du ja nicht selbstständig bist, sondern Verbraucher, gelten die 474 ff. BGB - d.h. der Verkäufer muss beweisen, dass das Ding NICHT mangelhaft ist und nicht du.

    Wenn du das Ding online bestellt hast, hast du zusätzlich noch ein vierzehntägiges Widerrufsrecht, falls du diesbezüglich nicht belehrt wurdest, auch länger, vgl 312 b BGB http://dejure.org/gesetze/BGB/312b.html.

    Und weiterhin:

    Ist Mumpitz. Der Verkäufer hat die erforderlichen Kosten zu tragen - und fertig. Steht auch im § 439 BGB.

    Bei der Summe würde sich ein Anwalt ggf. schon lohnen.
    Ansonsten, ganz ruhig, nicht aufregen und sachlich reagieren- der Mann ist nicht im Recht, und wenn er es wäre, würde er sich nicht so aufregen - von daher spricht absolut nichts für ihn.

    Habe selber schon ein Hausverbot wegen Schuhe, die nach einer Woche hinüber waren - von so ausflippenden Leuten sollte man sich nicht verunsichern lassen.

    Da dein Händler die Nachlieferung verweigert, kannst du auch vom Vertrag zurücktreten. Nur um dein Geld wiederzusehen, wäre wohl das Einschalten eines Anwalts erforderlich - viele Leute reagieren da besser.

    Sowas ist insgesamt ärgerlich, verursacht Herzklopfen und einen roten Kopf - aber es versaut dir nicht das Leben! Hatte wegen meinem Schuhladenhausverbot 3 Tage schlechte Laune, da ich im Recht war! Aber es beruhigt mich, dass man als großer Kerl auch nicht mehr Recht als ein kleines Mädchen bekommt :zwinker: Obwohl die Gesetzeslage eindeutig ist und außerdem Vebraucherfreundlich.

    Was sagen seine AGB? Sofern welche vorhanden sind.

    Viele Grüße
     
  • 30 Mai 2008
    #3
    Danke schön für deine Antwort!
    Das beruhigt mich erstmal...

    Nur leider kann ich mir keinen Anwalt leisten.
    Die Frage ist ob sich das lohnen würde oder ob ich eher auf die 60€ verzichten soll?
    Schließlich muss ich das Geld ja vorstrecken. Oder kann mir dabei die Verbraucherzentrale helfen?

    Was würdest/würdet du/ihr denn machen?
     
  • Kiya_17
    Kiya_17 (28)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    30 Mai 2008
    #4
    Meinen Vater bitten einen Brief zu schreiben, der hat Jus studiert... :schuechte

    Oder einfach mal bei der Verbraucherzentrale anrufen und fragen wie du das am besten machst.
    Oder zum Chef des Ladens gehen, ggf. eine Stufe höher in der Treppe.
    Wenn er sein eigener Chef ist dann kannst du ruhig mit dem Anwalt drohen - aus dem einfachen Grund das sein Geschäft dann eine Klage hat (oder so) und das könnte unangenehm für ihn werden...
     
  • User 20579
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Verheiratet
    30 Mai 2008
    #5
    Huhu,

    ist es denn nun ein Fernabsatzvertrag?

    Es gibt auch Beratungshilfescheine, frag mich nicht, wo.

    Verbraucherzentrale ist eine gute Idee, die kennen sich mit so Sachen gut aus und haben da Anwälte sitzen.

    Ohne die genauen AGB und den genauen Hergang ist das über so ein Forum natürlich schwierig.

    Ich würde einen bösen Brief schreiben - edit, studiere es nämlich auch und bin geübt mit bösen Briefen :zwinker: - , was ich erkläre, hängt ein bisschen vom Fall ab:

    Wahlweise ein neues Handy, Widerruf (Wenn die Frist noch gewahrt ist und das geht auch ohne Angabe von Gründen), Rücktritt, wenn er sich weigert überhaupt was zu tun.

    Porto in Rechnung stellen, auf § 439 II BGB verweisen. Drohen, dass man gerne "seinen" Anwalt beauftragt, es auf einen Rechtsstreit aber nicht ankommen lassen möchte.

    Wahlweise einen Mahnbescheid beim Amtsgericht beantragen.

    Das Geld ist, so klingt es zumindest, schon raus?

    Viele Grüße
     
  • 30 Mai 2008
    #6
    Hallo,

    Geld war per Nachname! Leider! Naja der Händler ist sehr groß. Und der Geschäftsführer war der unfreundliche.

    Und alle meinen sie sind im Recht. Alle Mitarbeiter!

    War eine Internetbestellung und die 14 Tägige Frist ist noch bis Mittwoch gewährt!

    Meint Ihr echt die Verbraucherzentrale regelt das?
     
  • Kiya_17
    Kiya_17 (28)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    30 Mai 2008
    #7
    Naja da anfragen kostet dich nichts... normal machen die das.
     
  • PeterLicht
    PeterLicht (28)
    Verbringt hier viel Zeit
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    30 Mai 2008
    #8
    Schick ihm nochmal eine E-Mail in der du dich auf das 14-tägige Ruckrufrecht beziehst, von dem du Gebrauch machen wirst, weil es dein Recht ist. Dann MUSS er dir das Geld KOMPLETT zurücküberweisen.
    Ich würde da nicht locker lassen und 60 € für so ein Arschloch in den Sand setzen.
    DU bist im Recht. Das muss er eigentlich einsehen.
    Wenn nicht: Anwalt, Verbraucherzentrale, SternTV :zwinker:... was dir halt einfällt.
     
  • SottoVoce
    SottoVoce (35)
    Sehr bekannt hier
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    Verheiratet
    30 Mai 2008
    #9
    Verbraucherzentrale würde ich gleich morgen einschalten / informieren! (obwohl ich nicht 100% weiß, ob die am Wochenende offen haben, ansonsten halt gleich am Montag!). Ich würde nie im Leben auf die 60 Euro verzichten, nur weil dieser Händler linke Methoden anwendet! Denn Du bist im Recht, wie die anderen ja schon alle geschrieben haben.
     
  • User 20579
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Verheiratet
    30 Mai 2008
    #10
    Huhu,

    Dann widerrufe jetzt sofort nach § 312 b - per Email und am Besten nochmal per Einschreiben. Brauchst keine Gründe angeben.

    Dann bist du sofort da raus - und gut ist!

    Viele Grüße
     
  • nomoku
    nomoku (49)
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    30 Mai 2008
    #11
    Man sollte das zusätzlich per Einschreiben mit Rückschein machen. Bei einer E-Mail fällt es einem später schwer nachzuweisen, dass man den Widerruf auch getätigt hat. Und da es jetzt schon Streit gibt, sollte man den sichersten Weg wählen und sich nicht auf eine E-Mail verlassen. Die behaupten nachher, es wäre nie was angekommen. Allerdings kostet das 3,85€.

    Tschööö, nomoku
     
  • User 44981
    User 44981 (30)
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Single
    31 Mai 2008
    #12
    Hast du keine Rechtsschutzversicherung?
    Wenn du keine hast, ist das in diesem Fall schon mal ziemlich schlecht...
    Ich halte eine Rechtschutzversicherung (genau wie eine Verkehrsrechtsschutzversicherung) für absolut notwendig!

    Und nun zum eigentlichen Thema:
    Hast du der Firma schon mitgeteilt, dass du vom Kaufvertrag zurücktrittst? (Stichwort 14-tägiges Rückgaberecht, Fernabsatzgesetz).
    Ansonsten sofort machen.

    Du kannst dich ja auch mal an die Presse wenden... die C'T hat da z.B. eine schöne Rubrik "Vorsicht Kunde", in der sie sich um solche Fälle kümmert.

    Du bist hier auf jeden Fall im Recht! - Ich würde an deiner Stelle keinesfalls auf die 60€ verzichten.
     
  • Papier
    Gast
    0
    31 Mai 2008
    #13
    Fall nicht auf die Drohgebärden herein...

    Wir sind nicht im anglizistischen Rechtssystem wo "Staranwälte" tatsächlich es schaffen Sachverhalte perfide um 180° zu wenden.

    Wenn du einfach nur geschrieben hast du würdest einen kurzen Abstecher bei ihm machen um das Geld abzuholen, kann dir nichts passieren.

    Du bist im Recht! Allerdings ist es bekanntlich sehr schwer auch Recht zu bekommen, darf man fragen was für ein Händler das ist? Kommt mir doch sehr unseriös vor.

    Mal ein Zitat zum Betreff Lüge: "Strafrechtlich relevant werden kann eine Lüge als Verleumdung oder als Aussagedelikt, wie zum Beispiel Falschaussage oder Meineid. Als Spezialfall der Täuschung kann eine Lüge auch ein Betrugsdelikt darstellen. Grundsätzlich ist Lügen jedoch nicht strafbar; das gilt auch für schriftliche Lügen (Ausnahme § 348 StGB Falschbeurkundung im Amt)."

    Ich würde an deiner Stelle jetzt eine Schriftliche Widerrufung mit Einschreiben versenden, die 14 Tagesfrist solltest dort noch einhalten. Wie schon erwähnt solltest du dann ganz klar, aber höflich und sachgerecht !, auf die schon genannten rechtlichen Punkte hinweisen. Ebenso das du dir es vorbehälst deine Erfahrung als Verbraucher in Bewertungsforen im Internet und in Zeitschriften kund zu tun und das du dich nun mit der Verbraucherzentrale in Verbindung setzt sowie es dir weiterhin vorbehälst einen Anwalt zu konsultieren, dies würde zusätzliche Kosten auch für seine Partei verursachen.
     
  • Sir K.
    Sir K. (33)
    Verbringt hier viel Zeit
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    93
    1
    vergeben und glücklich
    31 Mai 2008
    #14
    Setzt vorraus, das der TE vorschriftgemäß über das Widerrufrecht aufgeklärt wurde. Sollte dies nicht geschehen sein, so ist es u.U. möglich, das diese Frist noch gar nicht begonnen hat zu laufen.

    Und hier liegt der *Verkäufer* in der Pflicht zu beweisen, das der Kunde ordnungsgemäß belehrt wurde.
     
  • User 44981
    User 44981 (30)
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Single
    31 Mai 2008
    #15
    Natürlich.
    Aber wenn man den Vertrag innerhalb von 14 Tagen widerruft, hat man definitiv Recht. Später könnte es Probleme geben.
     
  • 31 Mai 2008
    #16
    So Leute habe mein Handy wieder. Musste jetzt 60 Euro zahlen! er hat es per NN geschickt. Begründung. Reperatur. Kein defekt!

    Kann ich Anzeige erstatten wegen Betrugsversuch?

    Schliesslich sprach der Typ nur von 60 Euro kosten, wenn ich das Gerät nicht mehr haben möchte aber nicht beim zurück senden!
     
  • Schicksal
    Verbringt hier viel Zeit
    10
    86
    0
    vergeben und glücklich
    31 Mai 2008
    #17
    Wieso hast du das Paket angenommen? Das einfachste wäre gewesen einfach zurück gehen lassen und dann wie schon gesagt wurde vom Vertrag zurücktreten.
     
  • 31 Mai 2008
    #18
    Weil er es ablehnt, er sagt er hat keine Rechte. So geht das gerät dann verlorgen, weil er es mit Sicherheit nicht annehmen wird und wird immer noch die 60 Euro fordern. Liegt klar auf der Hand.

    Ich habe keine Rechtschutzversicherung! Und ich bin am überlegen Ihn damit durchkommen zu lassen!
     
  • User 76250
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    3.050
    Single
    31 Mai 2008
    #19
    Damit hätte er sich im Bereich §246 I und II StGB bewegt (Unterschlagung).

    Und das ist, sofern Du es mit der EMail beweisen kannst, gemäß § 240 StGB definitiv eine Nötigung, die ich definitiv nicht so auf mir sitzen lassen würde.

    Würde eine Strafanzeige gemäß § 240 StGB wohl bekräftigen.

    Kleiner Tipp: Wenn ALLES durch ist, schreib an die c't, die haben da eine Rubrik "Vorsicht, Kunde!". Die nehmen sowas gern. Und c't-Leser lassen sich gern vor solcherlei Geschäftsgebahren warnen.
     
  • User 44981
    User 44981 (30)
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Single
    1 Juni 2008
    #20
    Warum erst wenn alles vorbei ist? - Die c't hat auch kein Problem damit, mal bei der entsprechenden Firma nachzufragen, was oftmals Wunder wirkt :grin:
    Wenn der TS schon keine Rechtsschutzversicherung hat (mein Tipp: Sofort abschließen, falls dir so etwas nochmal passiert), ist das doch eine gute Möglichkeit, evtl. trotzdem noch an sein Geld zu kommen.
     

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